Sie sind aber kaum weniger intelligent als die Meeressäuger und vor allem ebenso leidensfähig. Im vergangenen Jahr starben allein in Deutschland 56 Millionen. Von einem “schmutzigen Krieg” war bislang nicht die Rede.
Tag: Fische | Wale | Delfine
Gesponsert – Anthony Liverpool / Wohl und Wehe Tausender Wale hängen nicht zuletzt von ihm ab
Die Redensart, der Fisch stinke vom Kopf her, rückt in bedrohliche Nähe zum Kalauer, wenn es bei dem monierten Vorgang tatsächlich um Wassertiere geht. Doch das Leben zeigt sich krasser als jeder Kalauer und so ist es ausgerechnet der Verhandlungsführer der in Agadir (Marokko) tagenden Internationalen Walfangkommission (IWC), der vom Waljagdland Japan bestochen worden sein soll.
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IWC: Faules Kompromisspapier gescheitert
Die IWC – Internationale Walfangkommission -, der 88 Mitgliedsstaaten angehören, entpuppt sich zunehmend als Papiertiger. Ein sage und schreibe drei Jahre lang von der IWC ausgearbeitetes “Kompromisspapier” wurde im Februar dieses Jahres vorgelegt und sollte die konträren Interessen von Walschutz- und Walfangländern berücksichtigen. Es sah vor, das bestehende Verbot des kommerziellen Walfangs für zehn Jahre aufzuheben. Dieses internationale Walfangverbot wurde bereits 1986 ausgesprochen. Von Norwegen und Island wurde dieses Verbot gar nicht erst anerkannt; von Japan wurde es umgangen mit der Begründung, man fange Wale nur zu Forschungszwecken, was gemäß internationalem Recht erlaubt ist.
Seit 1986 wurden von diesen drei Nationen illegal weit über 30.000 Großwale getötet, obwohl es inzwischen kaum noch Abnehmer für Walfleisch gibt. Walfleisch gilt als stark belastet mit PCB, Quecksilber und weiteren giftigen Rückständen.
Gemäß Kompromisspapier sollte das bestehende Walfangverbot für die kommenden zehn Jahre außer Kraft gesetzt werden mit der Maßgabe, den Ländern Japan, Norwegen und Island jährliche Fangquoten zu gestatten, teilweise sogar im Antarktis-Schutzgebiet. Auf der IWC-Konferenz am 23. Juni 2010 in Agadir/Marokko ist dieses faule Kompromisspapier nun gescheitert und vorerst vom Tisch. Das illegale Abschlachten von Walen wurde somit nicht legalisiert. Zum Abstimmungsverhalten der Mitgliedsstaaten haben sicherlich auch das weltweite Engagement von Tierschützern und der Druck von Bürgerbewegungen beigetragen.
Pikantes Detail: Ausgerechnet der IWC-Vizepräsident und Verhandlungsführer in Agadir, Anthony Liverpool, soll vom Walfangland Japan bestochen worden sein. Sein Aufenthalt im Luxushotel sowie die Flüge seien von japanischer Seite gesponsert worden. Liverpool ist Botschafter des Inselstaates Antigua und Barbuda in Japan. Es ist bekannt, dass sich Japan mit Millionenbeträgen meist klamme Kleinstaaten für seine Walfangzwecke geneigt macht, um seinen Einfluss in der Kommission zu vergrößern.
Immerhin hat Deutschland nicht für den Kompromissvorschlag gestimmt. Besonders erfreulich und von Bedeutung: In seltener Einigkeit hatten die Fraktionen von Union, SPD, FDP und Bündnis 90/Die Grünen zuvor am 10. Juni 2010 einen gemeinsamen Antrag in den Bundestag eingebracht. In der Beschlussforderung soll die Bundesregierung dem IWC-Kompromiss nur zustimmen, wenn der sog. “wissenschaftliche” Walfang beendet und der kommerzielle Walfang zum Ende einer zehnjährigen Übergangszeit ganz eingestellt wird.
Bisher versteht sich die IWC eher als WalFANGkommission. Es ist an der Zeit, als WalSCHUTZkommission nun endlich Schutzmaßnahmen für die Meeressäuger konsequent umzusetzen, zumal auch Hunderttausende von Kleinwalen, Delphinen und Robben jährlich als Beifang der Fischerei verenden. Großer Handlungsbedarf besteht auch gegen die Verschmutzung und Verlärmung der Meere zu Lasten der Meeressäuger.
Illegale japanische Walfänger gefährden Menschenleben
Die Partei Mensch Umwelt Tierschutz ist empört über die beispiellose Aggressivität illegaler japanischer Walfänger in der Antarktis. Dort hatte am 06. Januar 2010 das japanische Walfangschiff “Shonan Maru No. 2” absichtlich und in voller Fahrt ein Schnellboot der Umwelt- und Tierschutzorganisation “Sea Shepherd” gerammt. Wie durch ein Wunder wurde die sechsköpfige Besatzung der später gesunkenen “Ady Gil” dabei nicht ernsthaft verletzt und konnte von einem anderen Boot der Sea Shepherd-Organisation gerettet werden. Im Gegensatz zu gewalttätigen Aktionen japanischer Walfangpiraten setzt Sea Shepherd ihrerseits ausdrücklich auf gewaltfreie Protestaktionen.
Dieser Angriff ist der Höhepunkt einer schon mehrjährigen Konfrontation zwischen Sea Shepherd und illegaler japanischer Walfänger. Der kommerzielle Walfang ist seit 1986 offiziell verboten. Trotz verschiedener Artenschutzabkommen und -verträge sowie des Moratoriums der Internationalen Walfang-Kommission IWC gegen die Jagd auf Meeressäuger stellt Japan seine Jagd auf bedrohte Walarten nicht ein. Allein zwischen 1987 und 2005 wurden 6800 Zwergwale getötet.
Die Tötung der Tiere erfolge zu “Forschungszwecken”, so Japan. Diese nun seit Jahrzehnten vorgetragene und wissenschaftlich nicht haltbare Begründung ist nur ein vorgeschobener Grund für kommerzielle Zwecke.
Die Partei Mensch Umwelt Tierschutz appelliert an die Bundesregierung, die illegalen japanischen Walfangaktivitäten und das gewaltsame Vorgehen mit bewusster Gefährdung von Menschenleben offiziell auf das Schärfste zu verurteilen.
Marita Adler
Partei Mensch Umwelt Tierschutz – Die Tierschutzpartei –
Bundesgeschäftsstelle, Abteilung Presse-Arbeit
Fritz-Schumacher-Weg 111, 60488 Frankfurt/Main
Tränen und Standing Ovation in Hamburg bei der Film-Premiere “Die Bucht”
Zur Handling: In dem kleinen Ort Taiji in Japan findet hinter Plastikplanen zum Schutz vor Öffentlichkeit das weltweit größte Gemetzel an Delfinen statt. In die Enge einer kleinen Bucht getrieben, werden sie mit Messern und Lanzen abgeschlachtet. Von September bis März töten die japanischen Küstenfischer jedes Jahr über 20.000 Delfine und Kleinwale. Die stärksten und schönsten Meeressäuger werden für Stückpreise bis zu 150.000 US-Dollar an Delfinarien verkauft, um den Rest ihres Lebens in kleinen Betonbecken zu vegetieren.
Der oscarverdächtige Dokumentarfilm läuft ab 22. Oktober 2009 in den deutschen Kinos an. Er erregte in den USA, Kanada und Australien erhebliches Aufsehen und erzielte bisher 13 Filmpreise. Die Kinobesucher/innen waren bei der Premiere in Hamburg von den blutigen Filmszenen, die verdeckt gedreht werden mussten, schockiert und zu Tränen gerührt. Am Ende des Filmes erhielt Ric O’Barry, in den sechziger Jahren Delfintrainer der Fernsehserie “Flipper”, mit seinem Team von den Kinobesuchern minutenlange Standing Ovation.
Als der Filmemacher Louie Psihoyos vor zwei Jahren von dem Delfindrama erfuhr, stand für ihn fest, das blutige Massaker an den sensiblen Meeressäugern der ganzen Welt zugänglich zu machen. Mit Unterwasserkameras, Filmdrohnen, einem Kamerazeppelin, Mikrofonen und Kameras in Steinattrappen versteckt, gelang es, den brutalen und blutigen Delfinfang vor der japanischen Küste zu dokumentieren.
In Deutschland hat O’Barry vor zwei Jahren mit dem Wal- und Delfinschützer Jürgen Ortmüller das “Wal- und Delfinschutz-Forum” in Hagen-Hohenlimburg gegründet, das inzwischen mit der Organisation “ProWal” von Andreas Morlok und dem Biologen Norbert Kochhan eng zusammen arbeitet.
CDU/CSU, SPD und FDP lehnen weiterhin – trotz massiver Proteste – ein generelles Importverbot von lebenden Delfinen nach Deutschland kategorisch ab!
Die Partei Mensch Umwelt Tierschutz steht auf der Seite der Delfine und der o.g. Organisationen und fordert seit langem ein ausnahmsloses Importverbot für alle Meeressäuger nach Deutschland.
Thunfisch stirbt im Mittelmeer bis 2012 aus
Der Blauflossenthunfisch im Mittelmeer droht laut einer aktuellen Studie der WWF bis 2012 durch Überfischung auszusterben. “Trotzdem geht die Fischindustrie wieder zum Tagesgeschäft über”, sagte Sergi Tudela vom WWF. Die zweimonatige Fangsaison im Mittelmeer soll heute (Donnerstag, 16. April 2009) beginnen. Als einziges Mittel zur Erhaltung der Thunfischbestände ist eine deutliche Reduktion der Fangquoten notwendig.
Der Studie zufolge hat sich das Gewicht eines fortpflanzungsfähigen Blauflossenthunfischs im Mittelmeer seit den 90er Jahren etwa halbiert. So sei das Durchschnittsgewicht der vor der libyschen Küste gefangenen Tiere von 124 Kilogramm im Jahr 2001 auf 65 Kilogramm 2008 gefallen. Vor Beginn des industriellen Fischfangs hätten manche Exemplare bis zu 900 Kilogramm erreicht.
Der Schwund der großen Thunfische habe einen überproportional großen Einfluss auf die Fortpflanzung, weil sie deutlich mehr Nachwuchs zeugten als durchschnittliche bzw. kleinere Artgenossen. Auch sei der Anteil der zeugungsfähigen Tiere 2007 nur noch ein Viertel so hoch gewesen wie 50 Jahre vorher, betonte der WWF, der auch kritisierte, dass weltweit 40 Prozent der gefangenen Thunfische als Beifang in die Netze gehen.
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