Interview: Karen Duve und Jonathan Safran Foer
“Die Fleischindustrie zerstört diesen Planeten”: Ein Gespräch mit den Bestsellerautoren Karen Duve und Jonathan Safran Foer über kriminelle Massentierhalter und leichtfertige Konsumenten.
“Die Fleischindustrie zerstört diesen Planeten”: Ein Gespräch mit den Bestsellerautoren Karen Duve und Jonathan Safran Foer über kriminelle Massentierhalter und leichtfertige Konsumenten.
Grausame Zoo-Vorführungen haben in China eine lange Tradition. Obwohl sie verboten sind, lechzt das Publikum danach.
Berlin war am 22. Januar 2011 Schauplatz einer Demonstration von Tausenden Bundesbürgern, die sich anlässlich der Grünen Woche in der Hauptstadt einfanden, um unter dem Motto „Wir haben es satt“ lautstark eine radikale Wende in der Agrarpolitik zu fordern. In einem Bündnis von Umwelt- und Tierschutzverbänden hatte federführend die Organisation campact zu der Veranstaltung aufgerufen. Auch unsere Partei war dabei und mit zahlreichen Mitgliedern vertreten – aus Berlin, Brandenburg, Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, dem Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein.
Der Demonstrations-Tag war gut gewählt, denn auf Einladung der Bundesrepublik trafen sich Landwirtschaftsminister aus aller Welt sowie Agrarkonzerne, um über Welternährung und -handel zu beraten. Angesichts der geschätzten Zunahme der Weltbevölkerung von jetzt 6,9 Milliarden auf 9,1 Milliarden bis 2050 müssen in der Tat die Weichen neu gestellt werden. Genau an diesem Punkt aber lauern die Gefahren: die Ausbreitung der Gentechnik unter dem Deckmantel, den Hunger in der Welt sowie den Klimawandel zu bekämpfen; eine weitere Industrialisierung der Landwirtschaft mit einer Zunahme der tierquälerischen Agrarfabriken; Exporte zu Dumping-Preisen und damit Vernichtung der einheimischen Märkte in der „Dritten Welt“. Die Agrarkonzerne wollen für Gen-Saat, Agro-Chemie und Industrie-Food grenzenlose Märkte und weitere Milliarden-Subventionen. Ihr Motto:„Agrarfabriken statt Bauernhöfe“!
Die Unterstützung von Kanzlerin Merkel und der Bundesregierung dürfte ihnen so gut wie sicher sein, denn, wie bekannt, haben profitgierige Lobbyisten stets offene Ohren bei unseren gewählten Volksvertretern!
Aktueller Dioxin-Skandal hin oder her: Unterstützung kommt auch vom Landwirtschaftsministerium des größten deutschen Agrarlandes, Niedersachsen, wo man offenbar vom Astrid-Grotelüschen-Regen in die Gert-Lindemann-Traufe geraten ist. Kaum ist der Wechsel vollzogen, tönt es aus dem Agrar-Dinosaurier-Lager: „Wir brauchen keine Agrarwende weg von Massentierhaltung und industrieller Produktion“! Da fällt einem nur das bekannte „Wer nicht hören will, muss fühlen“ ein, am besten schon bei den diesjährigen Landtagswahlen.
Angesichts der begrenzten Einsichts- und Lernfähigkeit seitens bundesdeutscher Politiker vom Schlage Merkel, Aigner, Lindemann & Co. war die machtvolle Demonstration in Berlin wohl erst der eindrucksvolle Beginn einer Kampagnen-Serie. Auch unsere Partei wird weiter dabei sein, auch wenn es zunächst nur um den kleinsten gemeinsamen Nenner geht: Die Abschaffung der Massentierhaltung unter dem Motto „Bauernhöfe statt Agrarfabriken“.
Es bleibt uns jedoch unbenommen, wo immer möglich, in Flug- und Faltblättern unsere Überzeugung zu verbreiten, dass der Mensch nicht das Recht hat, fühlenden Mitlebewesen Gewalt anzutun und sie ihres Lebens zu berauben. Wenn nicht alles täuscht, ist es nicht mehr utopisch, dass sich immer mehr Menschen auf diesen ethischen Weg begeben. Damit würde das um 1500 ausgesprochene prophetische Wort Leonardo da Vincis in nicht allzu ferner Zeit zur Realität: „Es wird eine Zeit kommen, in der wir das Essen von Tieren ebenso verurteilen, wie wir heute das Essen von Unseresgleichen, die Menschenfresserei, verurteilen.“
Auch wenn wir uns in Geduld üben müssen und derzeit noch „der Wunsch der Vater des Gedankens ist“ – vielleicht befinden wir uns tatsächlich am Anfang eines neuen Zeitalters im Umgang des Menschen mit den Tieren. Es ist an uns allen, daran mitzuwirken, dass Wünsche zu Wirklichkeiten werden!
Der Dioxin-Skandal hat auch etwas Positives: Der Trend der Medien, sich Tierschutzthemen anzunehmen, reißt wie im vergangenen Jahr auch im Jahr 2011 nicht ab. DER SPIEGEL widmet sich auf Seite 40 bis 47 in seiner aktuellen Ausgabe 3/2011dem Thema Ernährung mit dem Titel “Eine Welt ohne Wurst”. Eingeleitet wird der Artikel mit den Erinnerungen von Bettina Jung, die als Zwölfjährige zur Vegetarierin wurde und heute in Hamburg die Vorsitzende des Landesverbandes Hamburg der Partei Mensch Umwelt Tierschutz ist.
Im gleichen Artikel kommt auch der bekannte Tierrechts-Philosoph Helmut F. Kaplan als Interessenvertreter der Tiere zu Wort und überzeugt wie immer mit stichhaltigen Argumenten. Die positive Klimabilanz einer Ernährung “ohne Fleisch und Milchprodukte (vegan)” gegenüber einer vegetarischen und einer omnivoren Ernährungsweise werden noch einmal sehr deutlich aufgezeigt. Der Vebu-Geschäftsführer Sebastian Zösch setzt vor allem auf die Aufklärung der Bürger, die sich die Partei Mensch Umwelt Tierschutz neben dem politischen Weg auch auf die Fahnen geschrieben hat.
Am 18.01.2011 berichtet Bild mit einem halbseitigen Artikel unter dem Titel “Lebe ich als Vegetarier wirklich gesünder?” über den zunehmenden Trend zur vegetarischen Ernährungsweise.
Am 20.01.2011 folgt der Stern, der schon im vergangenen Jahr in zwei Leitartikeln über die Themen Vegetarismus und Tierschutz berichtete, mit der zehn Seiten umfassenden Titelstory “Fleischlos glücklich ” warum es heute hip ist, vegetarisch zu essen“.
Natürlich ist es zum Jubeln noch zu früh, aber unsere Anstrengungen und die vieler anderer Tierschutz- und Tierrechtsorganisationen scheinen Früchte zu tragen. Die Themen Tierschutz, Vegetarismus und Veganismus sind definitiv in der Gesellschaft angekommen – auch im Fernsehen und in der Presse.
Im Selbstversuch strich Karen Duve ein Jahr lang gewohntes Essen von der Speisekarte und ernährte sich abwechselnd vegetarisch, vegan und frutarisch.
Sie schrieb das Buch “Anständig essen. Ein Selbstversuch”
Gleich zu Beginn des neuen Jahres wieder ein Nahrungsmittel-Skandal – nicht nur Hühner, sondern auch Schweine und Puten bekamen dioxinbelastetes Futter!
Präventiv wurden am 03. Januar 2011 in Niedersachsen 1000 Zuchtbetriebe gesperrt und zehntausende Hühnereier landeten auf der Sondermüllhalde. 8000 Legehennen wurden in Nordrhein-Westfalen getötet und ebenfalls entsorgt. In Thüringen wurde ein Ferkelzuchtbetrieb Ende November 2010 mit 52 Tonnen des dioxinverseuchten Futters beliefert. Ob es bereits an die Tiere verfüttert wurde, ist noch unklar. Nach Angaben des Verbraucherschutzministeriums in Potsdam wurde auch in Brandenburg ein Schweinezuchtbetrieb vorsorglich geschlossen. In Sachsen-Anhalt sind zwei Hähnchenmastbetriebe sowie die Höfe eines Schweine- und Geflügelhalters geschlossen worden.
Die Futtermittelaufsicht der Landwirtschaftsministerien will auch nun andere Betriebe kontrollieren, denn Dioxin gilt als krebserregend.
Wie immer handeln die politisch Verantwortlichen zu spät, weil verschärfte und kostenintensive Vorkontrollen nicht ihrer lobbygesteuerten Agrarpolitik entspricht.
Die Partei Mensch Umwelt Tierschutz plädiert seit ihrer Gründung für die Abschaffung der menschen- und tierfeindlichen Massentierhaltung und propagiert eine vegane Ernährung, mit der solche Nahrungsmittel-Skandale nicht vorkommen würden.
Web-Redaktion: 04.01.2011
Bildmaterial: copyright / Harry Harper
Deutschland wird von einen Dioxin-Skandal erschüttert. Tausende Tiere sollen verbrannt werden. Protestieren Sie zusammen mit dem VEBU und fordern Sie Ursachen- statt Symptombekämpfung!
Web-Redaktion: 05.01.2011
Die Partei Mensch Umwelt Tierschutz bedankt sich bei der Freien Presse für die transparente Berichterstattung am 05.01.2011 zum Thema: Dioxin in Lebensmitteln. Wir bedanken uns für die zugeschickte PDF-Datei, die wir hier an dieser Stelle unserer Leserschaft zugänglich machen möchten. Ganz nebenbei erfährt man im Artikel auch, welche Stoffe noch unter das Tierfutter gemischt werden dürfen. Wussten Sie z.B., dass Eutersekret von Schlachttieren zur Ankurbelung der Milchproduktion unter das Futter von Kühen gemischt wird?
Laut Freie Presse vom 05./06.01.2011 sind im US-Bundesstaat Arkansas in der Kleinstadt Beebe nach Silvester 5000 Vögel gestorben. „Ein Einwohner habe vor dem Vorfall eine Reihe lauter Explosionen gehört, die womöglich von einem Feuerwerk oder einer von Bauern eingesetzten Vorrichtung zur Abschreckung von Vögeln gestammt hätten“, sagte der Vertreter des Veterinärmedizinischen Dienstes von Arkansas. Nach der Explosion sein eine große Zahl von Vögeln orientierungslos gegen Hindernisse geflogen. Bei den toten Vögeln handelte es sich zum größten Teil um Rotschulterstärlinge. Die untersuchten toten Vögel litten weder an Krankheiten noch seinen sie vergiftet worden.
Wie Behörden mitteilten, fand man auch im US-Bundesstaat Louisiana 500 tote Vögel.
In der Nacht zum 05.01.2011 ist ein ähnlicher Fall des rätselhaften Vogelsterbens in Schweden aufgetreten. Zwischen 50 und 100 tote Vögel fand man im Südwesten des Landes. Bei den Tieren handelte es sich um Dohlen. Die Todesursache sei auch hier unklar. Wie in Beebe wurde in der Nähe des Fundortes ein Feuerwerk entzündet.
Ob Feuerwerke tatsächlich die Ursachen für das mysteriöse Vogelsterben sind, bleibt abzuwarten…
Auf dem weltgrößten Fischmarkt in Japan ist am 05.01.2011 ein Blauflossenthunfisch mit einem Gewicht von 340 Kilogramm für umgerechnet 300.000 Euro verkauft worden. Ein Kilo kostet demnach 860 Euro. Die Japaner verzehren 80 Prozent des im Atlantik und Pazifik gefangenen Blauflossenthuns allein. Diese Thunfischart ist vom Aussterben bedroht. Vielleicht könnte den Japanern auch bald der Appetit vergehen. Laut einer US-Studie wurde auch bei diesem Fisch ein hoher Quecksilbergehalt nachgewiesen, der über der gesundheitlich unbedenklichen Norm liegt.
Dass Dioxin “einfach nicht in die Nahrung” gehört, ist eine ebenso drollige wie hilflose Bemerkung des nordrhein-westfälischen Verbraucherschutzministers Johannes Remmel. Doch er sieht “keine akute Gefährdung” des Verbrauchers.
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Die Partei Mensch Umwelt Tierschutz verurteilt aufs Schärfste, dass Tausende von Puten, Hühnern und Schweinen notgeschlachtet und verbrannt werden sollen, weil ihnen dioxinverseuchtes Futter verabreicht wurde. Es ist eine Schande, empfindungsfähige Lebewesen wie Müll zu behandeln!
Mit diesem blinden Aktionismus, der nur zur Beruhigung der Verbraucher dient, werden maximal die Symptome einer verfehlten Agrarpolitik bekämpft, nicht aber die Ursachen. Zudem wird durch die Notschlachtung Tausender unschuldiger Tiere gegen §17 des Tierschutzgesetzes, nachdem kein Wirbeltier in Deutschland ohne vernünftigen Grund getötet werden darf, verstoßen, denn eine objektive Prüfung der Notwendigkeit dieser Maßnahmen liegt unseres Wissens nicht vor.
Futtermittel- und Fleischskandale müssen mit nachhaltigen Lösungen begegnet werden: permanente und konsequente Kontrollen und ein Verbot der industriellen „Tierfabriken“. Die optimale Lösung – für Mensch und Tier – wäre allerdings eine drastische Reduktion des Fleischkonsums oder eine Ernährungsweise ohne tierische Produkte.
Stefan Bernhard Eck
Partei Mensch Umwelt Tierschutz
Bundesgeschäftsstelle, Abteilung Presse-Arbeit
Fritz-Schumacher-Weg 111, 60488 Frankfurt/Main