Stellungnahme

Vorgestern Abend sind wir via Twitter-Meldung des Bezirksverordneten Pascal Grothe aus der Berliner BVV Marzahn-Hellersdorf darauf aufmerksam gemacht worden, dass bei einer Abstimmung offenbar unsere Fraktion einen Kandidaten der AfD zum Schriftführer des Vorstands des Klimaausschusses mitgewählt hat.

Wir sind entsetzt über diesen Vorfall und distanzieren uns deutlich davon! Die PARTEI MENSCH UMWELT TIERSCHUTZ ist und bleibt eine klar linke Partei, die jegliche Form von Zusammenarbeit mit der AfD strikt ablehnt.

Nach Bekanntwerden forderten wir selbstverständlich sofort eine Stellungnahme unserer Mandatsträger:innen ein.

Demnach ist der Posten der Schriftführung seit nunmehr einem Jahr vakant, da gemäß aktueller Regelung ausschließlich die AfD dafür vorschlagsberechtigt ist. Der grüne Abgeordnete Pascal Grothe wurde dabei auch bereits als Schriftführer vorgeschlagen, lehnte dies aber aus nachvollziehbaren Gründen ab.

Da sich auch sonst niemand zur Wahl stellte und – so erklärte die Fraktion weiter – das regelmäßige, vergebliche Wahlprozedere Zeit verschlinge, die der Ausschuss dringend für den Klimaschutz bräuchte, habe man schließlich den Kandidaten der AfD mitgewählt. Ohne aber dadurch mit der AfD in irgendeiner Form kooperieren zu wollen. Auch die Fraktion Marzahn-Hellersdorf lehnt die AfD und deren Programm klar ab.

 

[accordion autoclose=false openall=true][accordion-item title=”Hierzu nimmt der Bundesvorstand der PARTEI MENSCH UMWELT TIERSCHUTZ wie folgt Stellung:” state=open]Es ist es niemals der richtige Weg, ein Mitglied der AfD zu wählen, und sei es auch nur für die Position des Schriftführers. Punkt. Wir distanzieren uns von dem Abstimmungsverhalten der Marzahn-Hellersdorfer Fraktion aufs Schärfste! Auch die sicherlich vorhandene Frustration der Fraktion darüber, wie die Existenz der AfD das parlamentarische Prozedere zu blockieren imstande ist, ist in unseren Augen kein hinlänglicher Grund, diese in ein politisches Amt zu wählen.

In anderen Bezirken erhielt die AfD schlichtweg keinen einzigen Ausschussvorstandsposten oder nur einige, bei denen es personell und sachlich nicht vermeidbar war. Die Mitte-Links-Fraktionen enthielten sich dann maximal. Solche Lösungen wären auch für Marzahn-Hellersdorf möglich gewesen. Schließlich entscheidet gemäß Geschäftsordnung der BVV-Ältestenrat über die Zuteilung der Posten auf die jeweiligen Ausschüsse und es könnte auch eine Änderung der Geschäftsordnung geprüft werden, die konstruktive Zusammenarbeit wieder möglich macht. Zudem ist auch jederzeit eine Abwahl des Schriftführers möglich. Wir appellieren an den Ältestenrat und die Zählgemeinschaft (SPD, DIE LINKE, FDP, GRÜNE und Tierschutzpartei), eine Gesamtlösung herbeizuführen, bei der niemand von der Tierschutzpartei und bestmöglich niemand aus der Zählgemeinschaft einer AfD-Personalie zustimmt.

Da bestimmte Situationen in Bezug auf rechte Anträge und Personen in allen politischen Gremien immer wieder auftauchen, hatten wir dazu auch bereits im Januar als Bundesvorstand per Beschluss festgelegt, was zuvor bereits gängige Praxis war und für uns selbstverständlich ist, dass die Partei nämlich

„in keiner Weise mit rechtspopulistischen und rechtsextremen Parteien und Organisationen zusammenarbeitet. Dies betrifft direkte Kooperation sowie jegliche Unterstützung von Initiativen, Veranstaltungen oder Anträgen von diesen. Explizit betrifft dies auch formale und inhaltliche Zustimmung zu Anträgen und Redebeiträgen der AfD in Gremien und Parlamenten durch Vertreter:innen unserer Partei.“

Dies umschließt alle Abstimmungen, auch zu Personen. In einer parteiweiten Konferenz wurde unseren Mandatsträger:innen vermittelt, wie wir in kommunalpolitischen Gremien mit Abstimmungen von rechten Gruppen umgehen wollen. Es gilt der Grundsatz: Wir stimmen nicht für rechte Personen und deren Anträge.

Uns ist vollkommen klar, dass das Abstimmungsverhalten unserer Fraktion in Marzahn-Hellersdorf, deren Mitglieder zum Teil von den Grünen zu uns wechselten, nichts mit rechtem Gedankengut oder Unterstützung für die AfD zu tun hat. Dennoch darf so ein katastrophaler politischer Fehler nicht vorkommen.

Die PARTEI MENSCH UMWELT TIERSCHUTZ kämpft intersektional für die Rechte von Geflüchteten, marginalisierten Gruppen, Minderheiten und ökonomisch Schwächeren. Wir setzen uns für ihr Empowerment und ihre Sichtbarkeit ein. Mitgefühl mit den Hilfsbedürftigen ist unser Leitgedanke. Eine Stimme für die AfD, egal in welchem Kontext, ist daher ein fatales Zeichen und stärkt deren Agenda.

Es geht aber nicht nur um die politische Botschaft, sondern auch um die Praxis im Ausschuss: War es gewiss umständlich, in jeder Sitzung aufs Neue eine:n Schriftführer:in bestimmen zu müssen, ist dies nichtsdestotrotz in jedem Fall besser als einen Schriftführer der AfD zu haben. Laut Aussage der Fraktion ging es darum, die Arbeit des Ausschusses von den immer wieder kehrenden Abstimmungsprozeduren zu entlasten und man ging davon aus, dass die Schriftführung nur formale Tätigkeiten ausübt und keine inhaltliche Arbeit vornimmt. Dies stimmt jedoch so nicht. Dieser könnte, da er den menschengemachten Klimawandel leugnet, die Position nämlich nun womöglich nutzen, um Tatsachen zu verdrehen und der Arbeit des Ausschusses sowie dem Klimaschutz zu schaden. Und wenn Protokolländerungen abgestimmt werden müssten, so würde dies auch wieder Zeit des Ausschusses in Anspruch nehmen.

Aus den genannten Gründen wird der Bundesvorstand nun eine offizielle Rüge gegen die betroffenen Mandatsträger:innen aussprechen.

Darüber hinaus soll es ein erneutes Gespräch geben, damit sich ein solches Abstimmungsverhalten nicht wiederholt. Sollte es sich doch wiederholen, werden wir ein Parteiausschlussverfahren prüfen und einleiten.[/accordion-item][/accordion]

Petition an den Niedersächsischen Landtag: Keine Autobahn durch die Leinemasch!

Der beschlossene Ausbau des Südschnellwegs in Hannover torpediert die Verkehrswende, killt Klimaziele und verstößt gegen das Recht junger Menschen auf Erhalt und Schutz ihrer Lebensgrundlagen. Trotz mehrfacher Klagen und erheblicher Widerstände von Bürgerinitiativen und Umweltschutzverbänden hält die Landesregierung an den voraussichtlich 570 Millionen teuren Plänen fest. Am Freitag erst hat sich Ministerpräsident Weil gegen einen Planungsstopp ausgesprochen. Es interessiert die Landesregierung offenbar nicht, dass das Großprojekt völlig aus der Zeit gefallen ist und weder einen konsequenten Klima- und Umweltschutz noch einen vernünftigen Umgang mit Ressourcen und Steuergeldern im Sinne künftiger Generationen berücksichtigt.

Stattdessen sollen ca. 13 Hektar Bäume und Sträucher in dem seit Jahrzehnten unberührten Landschaftsschutzgebiet beseitigt und dem Südschnellweg ein Autobahncharakter verpasst werden. Bereits im August haben wir dazu eine Pressemitteilung herausgegeben, die hier nachgelesen werden kann: https://www.tierschutzpartei.de/pressemitteilung-zum-bericht-vom-18-08-22-haz-ausbau-des-suedschnellwegs/

Der Start der Rodungsarbeiten steht kurz bevor. Es wird mit weiteren erheblichen Widerständen aus Gesellschaft und Verbänden gerechnet, denen wir uns anschließen. Aktuell läuft eine an den Niedersächsischen Landtag gerichtete öffentliche Petition gegen die derzeitigen Pläne. Unter diesem Link könnt Ihr mitzeichnen:
https://www.navo.niedersachsen.de/navo2/portal/nipetition/0/publicviewpetition?id=85&fbclid=IwAR1qtlaMw87Lwk37SysX_bwaRUKvX7NSzGssmAoFwttcT0r0efU2N28sx

Asylgrund Sexuelle Orientierung: Bundesregierung lenkt ein

Laut Grundgesetz Artikel 16a ist politisch verfolgten Menschen in Deutschland Asyl zu gewähren. Der Rechtsprechung nach gilt dies auch für Menschen, die wegen ihrer sexuellen Orientierung/Geschlechtsidentität in ihrem Heimatland verfolgt Continue reading “Asylgrund Sexuelle Orientierung: Bundesregierung lenkt ein”

Unterschreib gegen Pelz!

Immer wenn es kühler wird, sieht man wieder viele Pelzkrägen und -bommel, Echtfellbesatz an Stiefeln und vieles mehr – sinnlose, überflüssige Tierqual. Pelz sieht nur so lange hübsch aus, bis man sich das Tier, dem er mal gehörte, vor Augen führt! Häufig sind es Füchse, Nerze oder Marderhunde, aber z. B. auch andere Hunde oder Katzen.

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Aus der Region Hannover: Regionsabgeordnete besuchen den Moor-Erlebnispfad Resse / Otternhagen

Anlässlich einer Exkursion konnte sich eine Gruppe von Regionsabgeordneten und Mitgliedern des Ausschusses für Umwelt und Klima am 14.09.2022 vom Fortschritt der Renaturierungs- und Wiederverwässerungsmaßnahmen an der Baustelle Otternhagener Moor überzeugen.

Nach einer Begrüßung durch den Wedemärker Bürgermeister Helge Zychlinski besuchte die Gruppe zunächst den Moorerlebnispfad in Resse. Der Rundweg durch das Otternhagener Moor wurde von der Region Hannover im Rahmen des Konzepts „Moor-Erleben um Resse“ errichtet, um Besucherinnen und Besuchern den Lebensraum Moor mit seinen vielfältigen Tieren und Pflanzen näher zu bringen. Auf einem ca. 350 m lange Holzsteg finden sich verschiedene Schautafeln sowie Erlebnisstationen. Er ist Teil der über 100 km langen Fahrradroute „Von Moor zu Moor“, die die sieben Moore im Norden der Stadt Hannover verbindet und vom Altwarmbüchener Moor im Osten bis zu den Mooren rund um das Steinhuder Meer führt. Der Moorerlebnispfad wurde durch zahlreiche Förderungen sowie ein großes ehrenamtliches Engagement der Bürgerinnen und Bürger ermöglicht. Diese haben sich mit zahlreichen Arbeitsstunden an den Vorarbeiten und dem Bau der Elemente des barrierefreien Holzstegs beteiligt. Fachkundige Führungen durch das Moor werden von der ortsansässigen NABU angeboten.

Im Anschluss überzeugten sich die Regionsabgeordneten vom Fortschritt der Renaturierungs- und Wiedervernässungsarbeiten an der Baustelle im Otternhagener Moor und konnten im Moorinformationszentrum „MOORiZ“ weitere Gespräche führen.
Der stellverstretende Vorsitzende der Fraktion „Tierschutzpartei & Freie Wähler“, Jens Klingebiel, wohnt selbst in Resse und beobachtet das Projekt seit längerer Zeit. Festzustellen ist seiner Auffassung nach, dass es zwar erfreulich sei, dass die dringend gebotenen Maßnahmen zur Renaturierung und Wiedervernässung der Moore vorangegangen seien, aber dass es zu viele bürokratische Hürden gäbe. Vor dem Hintergrund, dass die Moore wichtige CO-2-Speicher sind, müsse dieser Prozess auf Grund des Klimawandels dringend beschleunigt werden.

Pressemitteilung: Tierschutzpartei kritisiert Terminierung der Sicherheitskonferenz

Die Heppenheimer Stadtverordnetenfraktion „Mensch Umwelt Tierschutz“ um Yannick Mildner und Alexander Fritz kritisiert die Terminierung der an diesem Freitag (16.09.) stattfindenden Sicherheitskonferenz.

„Dass man eine solch wichtige Konferenz, bei der es um die Sicherheit der Heppenheimerinnen und Heppenheimer und Angsträume in der Kreisstadt geht, an einem Werktag durchführt, ist mindestens unglücklich. Es wird der Eindruck erweckt, als wolle man nicht, dass möglichst viele Bürgerinnen und Bürger daran teilnehmen“, so Fraktionsvorsitzender Mildner. „Warum man diese Konferenz nicht an einem Samstag oder Sonntag oder wenigstens als Abendveranstaltung unter der Woche durchführt, ist uns nicht klar“, so Fraktionskollege Fritz weiter. Viele werktätige Menschen würden freitags um 16 Uhr noch arbeiten und könnten deshalb nicht an der Konferenz teilnehmen. „Wir finden es gut, dass zu solch einer wichtigen Konferenz eingeladen wird – dann sollte man die Veranstaltung allerdings auch um eine Zeit beginnen lassen, die möglichst vielen Menschen die Teilnahme daran ermöglicht“, so die beiden Stadtverordneten.

Bericht von der September-Sitzung des Kreistags Vorpommern-Greifswald

Das erste Mal in 2022 tritt der Kreistag nicht in Pasewalk, sondern in Greifswald zusammen, in der Stadthalle. Und das erste Mal überhaupt mit elektronischen Abstimmungsgeräten. Diese funktionieren einwandfrei, alle sind begeistert. Für die Bürgerschaft hatte unsere Fraktion beantragt, dass wir ebenfalls elektronisch abstimmen können und hoffen auf baldige Umsetzung. Hier nun die wichtigsten Tagesordnungspunkte und unsere Positionierungen:

 

Mobile Impfteams zum Betrieb der Impfzentren

Die nächste Coronawelle steht an und es gibt auch bereits frisch zugelassene Impfstoffe, die speziell gegen Variante B5 helfen. Wir begrüßen die Fortführung der Impfzentren und mobilen Impfteams. Dem Antrag der Kreisverwaltung stimmen alle zu – außer einige Verwirrte von Rechtsaußen natürlich.

 

Digitalisierungsstrategie des Landkreises Vorpommern-Greifswald

Die Digitalisierung schreitet voran, unser Landkreis darf den Anschluss nicht verpassen. Deutschland hat generell immensen Nachholbedarf im Vergleich zu vielen anderen Ländern. Wenn wir im Nordosten attraktiver für Betriebsansiedlungen, Tourismus und Menschen jeden Alters werden wollen, müssen wir insbesondere hier massiv aufholen. Großindustriestandort werden wir so leicht nicht werden, daher müssen wir ganz auf den Faktor “Arbeiten, wo andere Urlaub machen” setzen – und dank Digitalisierung und Home Office ist das besser als jemals zuvor möglich.

Die Rechtsaußenfraktion polemisiert leider tatsächlich gegen diesen Antrag, so unfassbar entrückt sind die. Wir hingegen sagen Danke für diesen Antrag der Verwaltung und die ambitionierten Ziele im Strategiepapier und werden darauf achten, dass es auch wirklich voran geht!

 

Satzung des Landkreises Vorpommern-Greifswald über die Erhebung von Gebühren für die Abfallentsorgung

Der große Streitpunkt dieser Kreistagssitzung! Kleingärtner:innen beschweren sich während der Sitzung, weil sie nun Gebühren zahlen müssen, die vorher nicht anfielen. Eine Gesetzesänderung zwinge uns dazu, meint Vizelandrat Hasselmann (CDU). Doch viele Fragen bleiben offen, der Dialog mit den Gartenvereinsvorständen sollte nachgeholt werden und es gibt den Vorschlag, den Antrag um einen Gremienlauf zu verschieben. Damit würden wir immer noch gut im Zeitplan liegen, niemand zwingt uns nämlich, die Satzung genau jetzt zu beschließen. Hasselmann wird unsachlich und schmettert den Vorschlag ab.

Die Kleingärtner:innen sind fassungslos, denn auch der Änderungsantrag an der Satzung zugunsten der Kleingärtner:innen wird durch die CDU-AfD-FDP-Mehrheit im Kreistag abgelehnt. Die Satzung wird mit Gewalt durchgedrückt. Axel Hochschild von der Greifswalder CDU verlässt klammheimlich den Sitzungssaal, denn in der Bürgerschaft mimt er den großen Gartenfreund. Wir werden dieses unsägliche Gebahren seiner CDU gegenüber den Kleingärtner:innen im Landkreis nicht vergessen!

 

Bewährtes und etabliertes ILSE-Rufbussystem weiterhin sichern und ausbauen

Das Erfolgsmodell des Rufbusses, das im Nordwesten des Landkreises etabliert wurde, muss fortgesetzt werden. Und Überraschung, das ist selten: 100 % Ja-Stimmen im Kreistag!

 

Prüfung der Einführung der Biotonne

Wir möchten, dass endlich die Biotonne in Vorpommern-Greifswald eingeführt wird! Fast überall im Bundesgebiet ist sie bereits Standard und es gibt entsprechende gesetzliche Vorgaben. In unserem Landkreis werden diese aber sehr locker interpretiert und man begnügt sich damit, dass die Bürger:innen ihren Biomüll zentral anliefern können. Das ist nicht hinnehmbar! Biomüll kann zu Biogas verarbeitet werden und hilft bei den Herausforderungen der künftigen Gasmangelsituation. Auch ist der Einsatz als Kompost möglich, was zur Reduzierung von Tier- sowie Kunstdünger beiträgt. Da der Chef der VVOD als Fachmann terminlich leider nicht für eine Stellungnahme im Kreistag erscheinen konnte, um die konservativen Kreistagsmitglieder zu überzeugen, haben wir unseren Antrag auf den nächsten Gremienlauf verschoben.

 

Dringlichkeitsvorlage Energiekrise in Vorpommern-Greifswald

Wir hatten ja eine Kleine Anfrage gestellt, um die Aktivitäten der Kreisverwaltung im Zusammenhang mit der Energiekrise in Erfahrung zu bringen. Leider gab es keine Antworten, sondern eher Vermerke, dass derzeit nichts geplant sei.

Nun also eine Dringlichkeitsvorlage zum Thema. Und da es für uns alle von enormer Relevanz ist, sollten sich hier auch alle demokratischen Parteien wiederfinden und einig sein – vom Kreistag sollte ein Signal ausgehen, dass wir besonnen, sachgerecht und im Sinne der Bürgerinnen und Bürger vorgehen.

Allerdings gab es sowohl von DIE LINKE als auch von unserer Fraktion Ergänzungsbedarf. Also einigten sich alle Kreistagsfraktionen (außer Rechtsaußen) auf eine gemeinsame Vorlage. Das ist auch etwas einmaliges!

Die Fokussierung auf Atomkraft im CDU-Teil der Vorlage irritiert aber. Die Energieprobleme von Vorpommern werden gewiss nicht durch zwei sehr teure Atomkraftwerke in Süddeutschland gelöst, die grundsätzlich so gut wie gar keine Auswirkung auf die Strom- oder gar die Gaspreise haben. Da sind kurzfristige und wirkungsvolle Maßnahmen wie der Energiepreisdeckel, die Entkoppelung von Gas- und Strompreisen und ein Ende der Verstromung von Gas sowie Power-to-Heat-Lösungen, wie im Ergänzungsantrag unserer Fraktion genannt, viel entscheidender.

Auch vermissen wir im ersten Punkt des CDU-Teils die Nennung von Vereinen und Privathaushalten. Der CDU sind offenbar nur die Unternehmen wichtig.

Zur Verwunderung Vieler brachte MdB Philipp Amthor (CDU) den Antrag ein. Seine Redezeit nutzte er, um sich als Vertreter des Volks zu inszenieren und um in übelster Tonlage gegen die Ampelkoalition auszuteilen. So hatten sich das die miteinbringenden Fraktionen eher nicht gedacht. Als MdB Erik von Malottki (SPD) betonte, dass er das Regierungshandeln seiner eigenen Partei ebenfalls teilweise kritisch sieht, bekommt er aber keinen Zuspruch von Amthor, sondern wird abermals in arroganter Weise von Amthor abgekanzelt. Ein anderes SPD-Kreitagsmitglied polemisiert sodann massivst gegen die Grünen und seine eigene Partei und erhält dafür tosenden Applaus von Rechtsaußen und CDU.

Der gesamte Antrag war im Effekt also eine einzige Amthor-Show und billigste Polemik gegen die Ampelkoalition. Was hat sowas im Kreistag zu suchen? Aus dem großen und wichtigen Anliegen wurde leider – trotz treffendem Redebeitrag von Ulrike Berger – ein Tiefpunkt in der Geschichte des Kreistags.

Passend dazu gab es noch zwei Anträge von Rechtsaußen zur Öffnung von Nord Stream II und gegen Russlandsanktionen, die verlogenste Putinpropaganda sowie entsetzliche demokratiefeindliche Aussagen enthielten. Wenigstens hier gab es u.a. von Amthor einen vernünftigen verbalen Konter. Mittelfristig benötigen wir aber wohl den Schweriner Weg nicht nur für die NPD, sondern auch für andere Rechtsaußenfraktionen in unserem Kreistag.

Landesparteitag der Partei Mensch Umwelt Tierschutz

Neues Team für NRW gewählt

Am vergangenen Wochenende fand in der Werkhalle des Union-Gewerbehofes in Dortmund der Landesparteitag der Partei Mensch Umwelt Tierschutz (Tierschutzpartei) in Nordrhein-Westfalen statt. Wichtigster Tagesordnungspunkt war dabei die Neuwahl des Landesvorstands (LaVo).

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Wahl zum Vogel des Jahres 2023

Tierschutzpartei in NRW im Wahlkampf für den Feldsperling

Mit Wahlkämpfen kennen sich die ehrenamtlichen Politikerinnen und Politiker der Partei Mensch Umwelt Tierschutz (Tierschutzpartei) aus, jedoch führen sie diesen nicht für Mandate in Stadt- und Gemeinderäten, sondern für einen gefiederten Mitbewohner von Gärten und Grünflächen: den Feldsperling.

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Bericht von der Greifswalder Bürgerschaftssitzung September 2022

Transparenz- und Verhaltenskodex der Mitglieder der Bürgerschaft der Universitäts- und Hansestadt Greifswald

Wir stimmen dafür, denn gewisse demokratische Grundregeln von Fairness und Transparenz sollten selbstverständlich sein. Die CDU merkte einige Unschärfen in den Regelungen an, aber bietet auch viel Polemik auf, die ihre juristisch orientierten Anmerkungen als vorgeschoben erscheinen lassen. Konstruktiv sieht anders aus und es gibt auch eine klare Mehrheit für den neuen Kodex.

 

Abschluss einer Kooperationsvereinbarung zwischen der Universität Greifswald und der Universitäts- und Hansestadt Greifswald

Nach 20 Jahren hat die Kooperationsvereinbarung nun ein Update erfahren. Im April hatte uns Magnifizienz Professorin Riedel die strategischen Zielsetzungen der Universität vorgestellt. Auch von Robert Gabel als Geschäftsführer des Unifördervereins Danke dafür und für die gute Zusammenarbeit zwischen Stadt und Universität. Die neue Kooperationsvereinbarung ist ausgesprochen wegweisend und zeigt auf, dass allen sehr bewusst ist, wie sehr Stadt und Uni aufeinander angewiesen sind.

Professorin Riedel sprach im April auch von einer umfassenden Strategie zur nachhaltigen Nutzung ihrer Flächen und mehr Mut bei ihrer Bewirtschaftung. In der Kooperationsvereinbarung findet sich das Thema Landnutzung aber nicht wieder. Aber wichtig wäre, dass wir das im Blick behalten, denn sowohl Stadt als auch Universität sind sehr große Eigentümerinnen von Flächen und es ergeben sich immer mal wieder Momente, in denen man hier an einem gemeinsamen Strang zieht, etwa im Rahmen von Vorpommern Connect oder der GAI bzw. dem Landschaftsschutzverband, der momentan in der Planung ist. Oder eben auch wenn es Unstimmigkeiten gibt, wie aktuell bei den Kleingärten.

Wir wünschen uns bei der Zusammenarbeit zwischen Universität und Stadt also auch im Bereich der Flächennutzung bestmögliche Kooperation und Mut auf dem Stand der wissenschaftlich-ökologischen Erkenntnisse und  im Sinne der Interessen der Bürger:innen unserer Stadt. Vielen Dank und wir stimmen der neuen Kooperationsvereinbarung natürlich zu.

 

Interessenbekundungsverfahren Förderung Jugendfreizeitzentrum TAKT

Der Landkreis hat die kommunalrechtliche Aufgabe, sich um die Jugendarbeit zu kümmern, sie zu finanzieren. Allerdings sind die Vorgaben nicht strikt und der Landkreis kann sich dieser Aufgabe entziehen. Und das hat er nun getan. Die Teilfinanzierung, die jahrelang für das TAKT üblich war, wurde gestrichen. Mit der Begründung, dass andere Gemeinden ihre Jugendfreizeiteinrichtungen auch komplett selbst finanzieren und der Landkreis die Stadt Greifswald nicht bevorteilen will. Eine Scheinlogik, denn dringlich wäre es vielmehr, dass der Landkreis auch den anderen Gemeinden entsprechende finanzielle Mittel zukommen lässt. Nach monatelangem Ringen ist es aber nun leider bittere Realität: der Landkreis entzieht sich seiner Verantwortung und entsprechend muss die Stadt nun aktiv werden. Wir stimmen für das notwendige Interessenbekundungsverfahren.

 

Einrichtung von Lieferzonen im Umfeld der Langen Straße

Seit der Wende gibt es immer wieder Aufregung um den Lieferverkehr in der Innenstadt. In den anderen Städten ist dieser schlichtweg tagsüber verboten, nur in Greifswald kommen sich Fußgänger:innen, Radfahrer:innen und schwere Fahrzeuge in den schmalen Gassen ständig in die Quere, Standstreifen werden belegt, gefährliche Wendemanöver finden statt. Die Grünen möchten eine Lösung und schlugen definierte Lieferzonen vor. Der Umwelt- und Bauausschuss war nicht einverstanden, sondern wollte strikte Verbote. Nun sind diese Verbote in Form von Pollern in den Antrag eingeflossen. Die Bedenken sind stark, da Poller den Rettungsverkehr gefährden könnten. Aber wir wollen, dass die Verwaltung diese Bedenken mit prüft und stimmten also komplett für den Antrag, der ja lediglich ein Prüfauftrag ist. Wir sind gespannt, welche Lösung es am Ende sein wird.

 

Einmalige Ausgleichszahlung für städtische Reinigungskräfte

In letzter Minute konnte noch eine tarifliche Lösung gefunden werden. Dieser Antrag unserer Fraktion hatte auch ohne Abstimmung gewirkt. Wir zogen den Antrag zurück und begrüßen, dass das Reinigungspersonal tariflich berücksichtigt wurde!

 

Erwerb von Kleingartengrundstücken

Wir wollen nicht ohne Wissen um die Ergebnisse der einberufenen Arbeitsgruppe abstimmen. Denn die Arbeitsgruppe wurde von der Bürgerschaft beschlossen, um die Straßensanierung der drei Kleingartensparten im Süden der Stadt auf den Weg zu bringen. Wir würden also dem Gremium vorwegkommen, obwohl sich noch neue Aspekte und Kompromisse ergeben könnten. Diese Konfrontationssituation auf dem Rücken der drei Kleingartensparten finden wir eine wirklich ungünstige Entwicklung.

Es ist bekannt, dass die Universität keine Grundstücke verkauft, mithin ginge es also nur über Flächentausche. Und hierfür können wir kein Mandat für Verhandlungen des Oberbürgermeisters mal eben so geben.

Wir wollen eine schnelle und einvernehmliche Lösung zugunsten der Kleingartensparten! Und die sehen wir eher gefährdet, wenn wir mitten in die Arbeit der Arbeitsgruppe planlos reinpreschen. Man stelle sich vor, die Arbeitsgruppe komme mit dem Wissen um den Kauf- bzw. Tauschwillen absichtlich zu keinem Kompromiss und dann kommt aus heute noch nicht bekannten Gründen später auch der Kauf- bzw. Tausch nicht zustande oder die Straßensanierung landet auf der Prioritätenliste ganz weit hinten – und jahrelang passiert dann nichts.

Die Leidtragenden wären die Kleingartensparten! Man denke nur an den mangelhaften Zustand in Bezug auf Rettungsfahrzeuge. Wir bitten daher um Verschiebung in den nächsten Gremienlauf, sobald die Arbeitsgruppe zu einem ausreichenden Sachstand oder einer Lösung gelangt ist. Dies fand aber leider keine Mehrheit in der Bürgerschaft und stattdessen wird der SPD-Antrag abgelehnt, was aufs Gleiche rauskommen dürfte. Wir werden weiterhin nach guten Lösungen für die Kleingärten in unserer Stadt suchen!

 

Stadt Greifswald soll Energie sparen – ökologisch, effizient und sozial

Die Beschlussvorlage hatten wir erstellt als es noch nicht absehbar war, dass die Energiesicherungsverordnung beschlossen wird. Und kurz nach Einreichung der Beschlussvorlage hat die Stadt auch ein Bündel an sinnvollen Energiesparmaßnahmen kommuniziert. Das war gut und wichtig und richtig so. Wir haben unsere Beschlussvorlage nochmal angepasst und möchten das Bewusstsein für bestmögliche Energiesparmaßnahmen weiterhin aufrecht erhalten.

Wir müssen jetzt alle gemeinsam solidarisch sein, in zwei Richtungen: nach weiteren Einsparpotenzialen schauen, Möglichkeiten aufzeigen, ausprobieren, evaluieren, anpassen. Hier ist es erforderlich, stetig am Ball zu bleiben und zu prüfen, welche Maßnahmen was gebracht haben.

Die andere Richtung ist mindestens genauso wichtig: dass wir eine soziale Flankierung haben. Es darf nicht sein, dass Haushalte und Unternehmen Schwierigkeiten mit der Begleichung ihrer Energierechnungen haben. Genauso darf es nicht sein, dass städtische Einrichtungen ihr Angebot einschränken müssen. Gerade jetzt ist es doch wichtig, dass soziale Angebote vollumfänglich bestehen. Die Tafel oder Jugendfreizeiträume müssen über den Winter offen haben, genauso wie Sportvereine, die zu Beginn der Bürgerschaftssitzung ihre finanziellen Probleme aufgrund der Energiepreise schilderten.

Dies ist also der zweite Teil unserer Beschlussvorlage: dass öffentliche und soziale Einrichtungen bestmöglich unterstützt werden, in Fortführung unseres Beschlusses vom Februar. Und an dieser Stelle können wir auch ankündigen, dass wir zu diesem zweiten Teil eine konkretisierende Beschlussvorlage in den nächsten Gremienlauf bringen.

 

Anschaffung von Stoffwindeln unterstützen

Die CDU hat alle zwei Jahre auch mal ökologisch sinnvolle Anträge, die sie einbringt. Und die werden dann medial von der dpa und vom NDR aufgegriffen. So geht professionelles Greenwashing. Glückwunsch dazu, werte CDU. Da die Medienkampagne lange vorbereitet war, hatte dann auch niemand bei der OZ oder beim NDR mehr Lust und Zeit, sich mit dem letztlich tatsächlich beschlossenen Antrag zu beschäftigen. So haben wir jetzt die Fake News im Umlauf, dass alle Personen für den Erhalt der Gutscheine berechtigt seien. Unser Änderungsantrag, dass nur KUS-Inhabende Personen berechtigt sein sollen, hatte nämlich eine Mehrheit gefunden. Muss nur noch jemand den Medien mitteilen, die aber über unsere Anträge schon seit Monaten aus Prinzip nichts mehr berichten. CDU-Greenwashing hat halt Vorrang.