Quo Vadis Südamerika – Gesprächskreis in der Botschaft von Venezuela

Nachdem die meisten Länder Südamerikas militaristisch-/konservative Regierungen haben, sorgte Venezuela mit dem Versuch, einen Sozialstaat zu errichten, international für Furore. Das sollte bedeuten: Zugang zu sauberem Wasser, ausreichende Ernährung (durch Subvention der Grundnahrungsmittel), freie Entfaltung der Persönlichkeit sowie das Grundrecht, in Frieden leben zu können.Die Regime in Argentinien sowie Brasilien handeln im Sinne der Konzerne und der Korruption. Das wird zwangsläufig zu Unruhen führen.

S.E. Herr Orlando Maniglia, Botschafter der Bolivarischen Republik Venezuela in der Bundesrepublik Deutschland, und Herr Wolfgang Gehrcke, MdB und Sprecher für Außenpolitik und Internationale Zusammenarbeit der Partei Die Linke sowie Gründungsmitglied der Partei Europäische Linke, führten die Diskussion an. Auch der Botschafter von Kuba sowie der stellv. Generalsekretär, Martin Buschmann, waren anwesend.

Der Welt sollte bewusst sein, dass Lateinamerika eine atomwaffenfreie Welt ist und gerade in Venezuela viel gegen den Klimawandel unternommen worden ist, so der Botschafter Orlando Maniglia. Durch die Beendung der Amtszeit von Präsident Maduro wird wohl ein anderer Kurs gefahren werden. Die Probleme des Landes müssen nun gemeinsam gelöst werden, um Venezuela nicht wieder in die Hände multinationaler Ölkonzerne zu treiben.

Der Titicacasee – eine Lebensgrundlage wird zerstört!

Am 12. April 2016 hat das Lateinamerikaforum in Berlin zu einer Veranstaltung eingeladen, an der auch der stellv. Generalsekretär Martin Buschmann teilgenommen hat.

Der Titicacasee birgt viele Geheimnisse, die bisher noch nicht in ihrer Gesamtheit dargestellt wurden: Geschichte, soziale Beziehungen und Kontamination. Bis heute steigt die Zahl der Touristen stetig an, zur gleichen Zeit steigt aber auch die Verschmutzung.

Der vor Ort gezeigte Kurzfilm beschäftigt sich mit dem Prozess der Umweltvergiftung. Er zeigt, wie die Zuflüsse in den Titicacasee fließen. Da es kaum einen Ausfluss des Sees gibt, sammeln sich Müll und Schwermetalle (Quecksilber, Arsen und Blei) im See, die von den umliegenden Städten, Bergbaufirmen etc. kommen. Der See wird von ihnen sozusagen als Müllhalde genutzt.

Besonders gefährdet sei der seltene Titicaca-Riesenfrosch (Telmatobius culeus), der nur hier vorkommt und mit einem Gewicht von bis zu einem Kilogramm zu den größten Froscharten der Welt zählt. Ihm drohe im schlimmsten Fall die Ausrottung. Auswirkungen sind Fischsterben, soziale Konflikte sowie schwerwiegende Krankheiten innerhalb der peruanischen und bolivianischen Bevölkerung.

Auch der Tourismus sowie Einleitung von Exkrementen wird der See belastet.

Martin Buschmann: „ Als Umweltschützer und Leiter des BAK Internationaler Tierschutz war diese Veranstaltung eine Verpflichtung. Dort sind sogar Menschenleben in Gefahr. Als Menschenrechtler, Umwelt- und Tierschützer kann man diese Problematik nicht ignorieren!“

Adoption von Versuchstieren

Schätzungen zufolge werden jedes Jahr in Deutschland ca. 3 Millionen Tiere für Tierversuche verwendet. Die Forschung mit Versuchstieren wird in Universitäten und Forschungseinrichtungen, Pharmaunternehmen und Dienstleistungsunternehmen durchgeführt. Die sogenannten Versuchstiere erleiden dabei oft unsagbar schlimme körperliche Schmerzen und Stress, sie werden ihrer Freiheit beraubt und werden, wenn sie nicht mehr gebraucht werden, zumeist umgebracht. Siehe auch

Jedoch nicht alle – mittlerweile gibt es Organisationen, die mit den Tierversuchslaboratorien zusammenarbeiten, um wenigstens einige der Tiere, die nicht mehr gebraucht werden, in ein sorgenfreies Zuhause zu vermitteln.

Wenn man also die Rahmenbedingungen erfüllt und ausreichend Zeit und Geduld hat, ist es durchaus möglich, einen Hund, eine Katze oder auch ein Nagetier aus einem Versuchslabor aufzunehmen.

Dabei stellen sich natürlich viele Fragen:

  • Was sind das für Tiere?
  • Sind sie verhaltensauffällig und/oder krank?
  • Wo finde ich sie?
  • Bin ich überhaupt geeignet?

Die meisten Tiere werden eigens für Forschungszwecke gezüchtet, nur sehr wenige werden dafür gefangen. Bei der Züchtung wird darauf Wert gelegt, dass die Tiere die Eigenschaften hervorbringen, die sie für die Versuche tauglich machen, daher sind die wenigsten Tiere aggressiv. In den Einrichtungen werden sie oft in gleichgeschlechtlichen Gruppen gehalten, so dass sie meist gut sozialisiert sind.
Versuchstieren ist die „normale“ Welt völlig unbekannt, viele waren niemals draußen, haben die Sonne nie gesehen, durften nicht über Gras laufen. Sie leben in geschlossenen, klimatisierten Räumen oder engen Käfigen im künstlichen Licht. Einen Tagesablauf, der ihren Bedürfnissen gerecht wird und nicht aus Schmerz, Stress, Untersuchungen und „Behandlungen“ besteht, dürfen sie nicht kennenlernen. Was sie erleiden müssen, Tag für Tag, das kann sich niemand von uns wirklich vorstellen.

Nur Tiere in körperlich gesundem Zustand werden von den Laboratorien abgegeben, die anderen werden getötet. Zumeist haben die überlebenden Tiere eine normale Lernkapazität und kommen, Erfahrungsberichten zufolge, in einem neuen Zuhause relativ gut zurecht. Es gibt seriöse Vereine, die sich auf die Vermittlung von Versuchstieren spezialisiert haben, an die man sich bei Interesse wenden kann, z.B:

Laborbeaglehilfe e.V.
My Second Life (überwiegend Kleinnager): Website, Facebook
Ein Herz für Laborkaninchen

Diese Vereine überprüfen schon im Vorfeld, ob geeignete Voraussetzungen vorliegen. Nicht jedes Tier passt zu jedem Menschen, daher fragen und prüfen die Vereine genau nach, bevor sie ein Tier freigeben. Einen abschlägigen Bescheid sollte man daher nicht persönlich nehmen, im Vordergrund steht hier immer das Wohl eines Tieres, eine Fehlvermittlung wäre fatal.

Welchen Versuchen die zur Adoption freigegebenen Tiere während ihrer Zeit in den Laboren ausgesetzt waren, bleibt jedoch im Dunkeln, darüber wird von den zuständigen Stellen nichts preis gegeben. Sicher ist: die Tiere haben Schlimmes durchgemacht, Schmerzen erlitten und waren in ihrer Bewegungsfreiheit extrem eingeschränkt. Jedes hat dies auf eine andere Weise verarbeitet. Daher spielt nicht nur der Zeit- und Erfahrungsfaktor eine Rolle, auch die individuelle Auswahl ist wichtig. Es gibt sehr ängstliche, schüchterne, leider auch ältere Tiere, die besonders viel Ruhe, Geduld und einen sicheren Tagesablauf benötigen. Man sollte daher unbedingt mit den Vereinen zusammenarbeiten und deren Hinweise ernst nehmen.

Mit einer Adoption kann man hier wenigstens ein bißchen wieder etwas gutmachen, zumindest an den Tieren, die lebendig diese Hölle verlassen durften. Entscheidend ist, wie fast immer, Zeit, Geduld, keine falschen Erwartungen und viel Liebe.

Einem Tier aus dem Tierschutz, Tierheim, aus der Massentierhaltung oder eben aus einem Versuchslabor ein neues Zuhause zu geben, ist eine sehr anspruchsvolle, aber auch lohnenswerte Aufgabe. Es ist immer wieder schön und bewegend, mitzuerleben, wie sich aus einem einst geschundenen Tier eine kleine Persönlichkeit entwickelt, die wieder Freude am Leben hat.

Sonia-Ellen Hoesel / Bundesarbeitskreis Praktischer Tierschutz

Gesetz gegen Korruption im Gesundheitswesen!

Laut der Beratungsagentur Camelot wollen die weltgrößten Pharmakonzerne in den kommenden 12 Monaten in Deutschland investieren.

Nach einer Befragung unter den Topmanagern seien die Hersteller Bayer, Boehringer oder Merck aufgrund attraktiver Medikamenten-Entwicklung höchst interessant.

So zahlte erst jüngst ein US-Konzern 540 Millionen Euro an Boehringer für die Rechte an zwei Mitteln gegen Immunerkrankungen.

Allein Bayer verzeichnet im ersten Quartal diesen Jahres einen Zuwachs von 0,5 % und erhöht den Umsatz dank neuer Medikamente auf etwa 12 Millionen Euro!

Die Forschung an einem Medikament kann über ein Jahrzehnt dauern, bis es auf den Markt kommt.

Viel Zeit für gnadenlose Tierversuche, um den maximalen Profit zu erzielen auf Kosten der Tiere zu erzielen!

So basteln Konzerne wie Bayer derzeit hektisch an weiteren Wundermitteln, um vor Auslauf der Patentrechte der derzeit lukrativsten Medikamente möglichst zügig weitere Investoren an Land zu ziehen, sowie neue Mondpreise für fragwürdige Notwendigkeiten aufrufen zu können.

Die Forschung der Pharmaindustrie quält und tötet vorsätzlich, um unsinnige und überflüssige Arzneien auf den Markt zu werfen. Kein Mensch benötigt 20 verschiedene Ausführungen von Aspirin!

Allein in Deutschland gibt es rund 85.000 zugelassene Medikamente, davon etwa 13.500 Marken, von denen nur etwa 500 häufig genutzt werden.

Die Pharmabranche zahlt gern und viel, um ihre Mittelchen an den Mann und die Frau zu bringen – vor allem an Ärzte!

So gibt es tausende von Euro für Vorträge und Geld für das Verschreiben eines bestimmtem Medikamentes, Fortbildungen werden von Konzernen bezahlt.

Bislang konnten Ärzte als Freiberufler nicht belangt werden, auch wenn die Korruption noch so offensichtlich war. Ein wahrer Reiz, auch den 127sten Blutverdünner anzupreisen und seinen Patienten von der Notwendigkeit zu überzeugen.

Das Parlament hat nun endlich ein Gesetz gegen Korruption im Gesundheitswesen verabschiedet.

Demnach können nun auch niedergelassene Ärzte, die Schmiergeld von der Pharmaindustrie kassieren, bestraft werden. Anwendungsbeobachtungen, bei denen es nur um ein Honorar geht, um den Umsatz der eigenen Medikamente zu fördern, können vom Straftatbestand der Bestechung und Bestechlichkeit erfasst werden. Staatsanwälte müssen künftig bei einem Verdacht auf Korruption handeln, wenn es auch, laut der gesundheitlichen Sprecherin der LINKEN, weiterhin keine systematische Überwachung bei Scheinstudien geben wird.

Ein Gesetzeserlass, der sicherlich noch ausbaufähig ist, aber ein Schritt in die richtige Richtung!

Sandra Lück / Bundesarbeitskreis Tierversuche

Email-Kampagne gegen Tierversuche an der Universität Düsseldorf!

Der Tierschutzverein Düsseldorf hat eine tolle Online-Kampagne ins Leben gerufen:

Der Verein ruft alle Tierschützer auf, sich an seiner Email-Aktion zu beteiligen und die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) aufzufordern, Informationen preiszugeben, die bisher trotz öffentlichem Interesses unter dem Deckmantel des „Forschungsgeheimnisses“ verschwiegen werden.

Schätzungsweise bis zu 30.000 Tiere werden an der Universität gehalten!

Die HHU hat bisher jegliche Auskünfte über die Art der durchgeführten Tierversuche, Anzahl der Tiere, Haltung der Tiere, Aufwendung von Steuergeldern, etc verweigert.

Auch Anfragen nach Informationsfreiheitsgesetz gegen die genehmigende Behörde LANUV (Landesamt für Natur-, Umwelt-, und Verbraucherschutz) durch unser Bundesvorstandsmitglied Sandra Lück sind bislang nur unzureichend beantwortet, oder gar verweigert worden.

Mehrere Klageverfahren gegen die Behörden wurden beim Verwaltungsgericht Düsseldorf von Lück und ihren Mitstreitern eingeleitet.

Der Tierschutzverein Düsseldorf und Sandra Lück, Leiterin des Bundesarbeitskreises Tierversuche, haben beschlossen, sich zu vernetzen und gemeinsam den Druck auf die HHU und die Behörden zu erhöhen.

Wir bitten somit um tatkräftige Unterstützung für den Tierschutzverein Düsseldorf.

Auf der Website: http://www.tierversuche-ohne-uns.de/index.html finden sich alle Informationen, sowie die vorgefertigte Email an das Rektorat der HHU Düsseldorf. Bitte beteiligt euch mit uns an dieser vorbildlichen Aktion und lasst uns gemeinsam für alle Versuchstiere einstehen!

Eure Sandra Lück

Internationalen Aktionstag zur Abschaffung der Tierversuche

“Bundesarbeitskreis Tierversuche” in Aktion

Zum Internationalen Aktionstag zur Abschaffung der Tierversuche war die Partei Mensch Umwelt Tierschutz am 23.04.2016 erneut in vielen Städten Deutschlands vertreten. Unter anderem auch in Düsseldorf.

Unter dem Motto „Forschung Ja, Tierversuche Nein!“ lud Animals United ein, auf dem Schadowplatz an einer großen Kundgebung teilzunehmen.

Neben interessanter Gespräche mit Passanten sowie der Kopplung aktueller und künftiger Projekte mit anderen Mitstreitern und Organisationen im Kampf gegen Tierversuche, konnte der Bundesarbeitskreis Tierversuche, vertreten durch die Sprecherin Sandra Lück, mit einem Redebeitrag zu laufenden Klageverfahren gegen die tierversuchsgenehmigenden Behörden in NRW sowie über unsere EU-Beschwerde wegen Wettbewerbsverzerrung bei der Validierung tierversuchsfreier Methoden zur Auklärung beitragen.

 

Brandenburger Landtag nimmt am 19.04.2016 Volksbegehren gegen Massentierhaltung an

Der Brandenburger Landtag hat am 19.04.2016 das mit rund 104.000 Stimmen erfolgreiche Volksbegehren gegen Massentierhaltung mit großer Mehrheit in veränderter Form angenommen.

Das Aktionsbündnis Agrarwende Berlin-Brandenburg entschied, das in 5 Verhandlungsrunden mit den Koalitionsfraktionen ausgehandelte Ergebnis anzunehmen.

Es wurden 3 von 4 Hauptanliegen des Volksbegehrens gegen Massentierhaltung erfüllt.

Das wichtigsten Forderungen des Volksbegehren waren:

  • ausschließlich nur noch artgerechte Haltung von Tieren finanziell zu fördern,
  • das Abschneiden ( „Kupieren“ ) der Schwänze von Schweinen sowie der Schnäbel von Hühnern zu verbieten und ebenso die Aufstallung von kupierten Tieren,
  • Berufung eines unabhängigen Landestierschutzbeauftragten,
  • den Tierschutzverbänden ein Mitwirkungs- und Klagerecht zum Wohle der Tiere einzuräumen.

Leider konnte das Tierschutzverbandsklagerecht für anerkannte Tierschutzverbände nicht durchgesetzt werden. Es wird sich aber weiterhin dafür eingesetzt.

Die erreichten Erfolge:

  • die Erarbeitung eines Brandenburger Landestierschutzplanes mit folgenden Zielen:
  • Umsetzung des Kupierverbotes bis 2019,
  • Aufbau von Demonstrationsbetrieben,
  • die Verbesserung der Haltungsbedingungen der Tiere,
  • die Reduzierung der Antibiotikaanwendung in der Tierhaltung.
  • die Berufung eines hauptamtlichen unabhängigen Landestierschutzbeauftragten ohne Weisungsgebundenheit mit eigenen Kompetenzen und einer Geschäftsstelle.
  • Förderpolitk: Es wird erstmals eine wirksame Koppelung der Förderung an eine Flächenbindung geben (2 Großvieheinheiten/Hecktar). Das entspricht bei 100 ha ca. 1.400 Schweinen oder25.000 Hühnern. Die Reduzierung der Fördersumme um 25 % auf max. 600.000 Euro deckelt zudem Anreize für zu große Mastanlagen.
  • ein Erlass zum Einbau von Filteranlagen für große Schweinemastställe (ab 10.000 Schweinen) für Altanlagen und alle Neuanlagen.

Dadurch wird nicht nur die Abluft aus den Anlagen hinsichtlich Geruch bzw. Emissionen und Antibiotika gereinigt, auch der damit verbundene Investitionsbedarf stellt eine weitere Hürde zur Errichtung großer Mega-Mastanlagen dar. Nach einer Übergangsfrist von drei Jahren, in denen die Anlagen geschlossen oder auf eigene Kosten nachgerüstet werden müssen, gilt die Filterpflicht!

Der Landesverband Brandenburg hat das Volksbegehren nach Kräften unterstützt und freut sich über die bisherigen Erfolge. Wir werden uns natürlich auch weiterhin verstärkt für den Tierschutz und die Tierrechte einsetzen.

Silvia Dreyer / Landesvorsitzende des Landesverbandes Brandenburg der Tierschutzpartei

Flüchtlingssituation: Wie schaffen wir das?

Ein Bericht von der Konferenz des Bündnisses für Demokratie und Toleranz am 15. April in Köln

Das Jahr 2015 war geprägt von einer rasant steigenden Anzahl an Geflüchteten, die in Deutschland Schutz suchen, und einer Vielzahl von Aktivitäten unterschiedlichster Akteure, um Willkommenskultur vor Ort zu gestalten. Auf der anderen Seite wurden fremdenfeindliche Ressentiments und Vorurteile vermehrt sichtbar und wir erleben aktuell weiterhin einen deutlichen Anstieg von fremdenfeindlichen Übergriffen im gesamten Bundesgebiet.

Die Ereignisse der Silvesternacht in Köln und in weiteren Großstädten markieren eine Zäsur in der öffentlichen Debatte über Flucht und gelingende Integration.

Welche Auswirkungen üben die gewalttätigen Vorfälle aber auf das zivilgesellschaftliche Engagement aus? Nimmt die Unterstützung bei den und für die Engagierten ab, treten neue bzw. andere Fragestellungen bzw. Herausforderungen auf? Wie können Engagierte in den unterschiedlichen Bereichen diesen neuen Fragestellungen und Herausforderungen erfolgreich begegnen?

Mit diesen Fragen beschäftigten sich ca. 120 angereiste Teilnehmer. Eingeladen war auch der stellv. Generalsekretär der Partei Mensch Umwelt Tierschutz, Martin Buschmann.

Es wurde zunächst klar herausgestellt, dass man die Ängste der Bürger durchaus wahrnehmen sollte. Ein „Wegdrücken“ der Bedenken sollte durch Diskussionen und Aufklärung ersetzt werden. Verängstigte Bürger sollten durchaus ernst genommen werden, um sie nicht in die Arme von Rechtsextremen zu treiben. Es hilft auch nicht, die Sorgen als „rechts“ zu stigmatisieren.

Fakten, Daten und Dokumente sollten genutzt werden, da die meisten Ängste zumeist völlig unberechtigt sind. Viele Bedenken entstehen heute durch Falschmeldungen im Internet (vor allem in den sozialen Medien wie Facebook). Diese werden dann unkontrolliert geteilt und kommentiert.

Dennoch sollte man ehrlich sein und die Probleme nicht leugnen oder romantische Bilder produzieren, so die Landtagsabgeordnete in NRW, Serap Güler.

Um den Flüchtlingen eine Perspektive in Deutschland zu geben, wurden diverse Projekte vorgestellt und Ideen eingebracht: Fahrräder verschenken, Gabelstablerführerschein finanzieren, Deutschkurse anbieten, Sportkurse anbieten, Schwimmen beibringen, die Flüchtlinge in die Tafeln integrieren, sich politisch gegen Rassismus und Terror engagieren, in den Schulen helfen, Senioren besuchen etc. Martin Buschmann hat u. a. die Idee, im Tierheim auszuhelfen, mit eingebracht. Die Reichweite, was man machen kann, um die Integration zu beschleunigen, ist riesengroß!

Martin Buschmann: „Als Mitglied des BAK MUT gegen Rechts war es mir ein persönliches Anliegen, bei dieser Konferenz mit dabei zu sein. Im Gegensatz zu denen, die nur von der multikulturellen Gesellschaft reden, lebe ich diese mit meiner asiatischen Ehefrau ja jeden Tag. Wenn wir die Gesellschaft in Deutschland davon überzeugen können, dass das funktioniert, dann wird es hoffentlich bald keine Ressentiments gegen Ausländer und Flüchtlinge mehr geben.“

Nachgestellter Tierversuch in Fußgängerzone in Pforzheim

Anlässlich des Internationalen Tages zur Abschaffung der Tierversuche (24.04.), der 1979 von der englischen National Anti-Vivisection Society (NAVS) ins Leben gerufen wurde, gab es am 23.04.2016 bundesweit ca. 30 Informationsstände und andere Aktionen von vielen engagierten Aktivisten.
Die Tierschutzpartei stellte in Pforzheim ein beeindruckendes Schauspiel dar, welches in kurzer Inszenierung und mit Schock-Effekt den Passanten gezeigt hat, wie ein Affenversuch in vielen Laboren abläuft.

Unter Regie des Bundesvorsitzenden Matthias Ebner wurde das Opfer (gespielt von Sabrina Bormann) von Labor-Arzt (gespielt von Yildirim Akin) und Assistenzarzt (gespielt von Angelo Lázaro Colucci) in den Primatenstuhl gezwängt und “starb” in diesem unter der Folter unnötiger Experimente:

Die sich sammelnden Passant_innen wurden eloquent von Dr. Jessica Frank und Matthias Ebner über Tierversuche und deren Notwendigkeit oder besser gesagt Sinnlosigkeit in unserer heutigen Gesellschaft aufgeklärt.

Tatkräftig verteilten Emma Volkert und die anderen Aktivist_innen Info-Material an die Passant_innen.
Zudem wurden Unterschriften gesammelt, unter anderem für die beiden aktuellen Petitionen der Tierschutzpartei zu Tierversuchen. Bitte unterstützen auch Sie unsere Petitionen gegen die Wettbewerbsverzerrung bei der Validierung tierversuchsfreier Methoden und für eine paritätische Besetzung der Tierschutzkommissionen!

Wir danken allen, die zu dieser Aktion beigetragen haben:

Das Team um den Tierversuch in Fußgängerzone Pforzheim
V.li.: Emma Volkert, Yildirim Akin, Dr. Jessica Frank, Matthias Ebner, Angelo Lázaro Colucci, Sabrina Bormann, Martina Kolb

Demonstration und Infostände zum „Tag der Abschaffung der Tierversuche“ (24.04.2016)

LV Bayern in Aktion

Gemeinsam mit Ärzte gegen Tierversuche AG Erlangen und Bamberg, Menschen für Tierrechte e.V. Nürnberg haben wir (MUT Regionalgruppe Nürnberg) uns an der o.g. Veranstaltung aktiv beteiligt. Leider haben wir einen ganz „schlechten“ Tag erwischt … „fieser“ Nieselregen bei Auf- und Abbau der Infostände, dem Protestzug vom Schloßplatz bis zum Besiktas-Platz und während der gesamten Veranstaltung. Immerhin waren ca. 30 Unentwegte mit ca. 10 Hunden gekommen, um an der Demo teilzunehmen, trotz der widrigen Witterungsbedingungen. Herzlichen Dank für euer Engagement und euren Protest gegen die sinnlose Quälerei unserer Mitgeschöpfe.

Auch wenn der „Zuspruch“ nur mäßig war, hat sich die Aktion gelohnt … wir waren nicht zu übersehen und haben bis zum Schluß durchgehalten, wenn auch ziemlich durchnässt und durchgefroren … für die Tiere.

Kaum jemand weiß, dass im Erlanger FPZ (Franz-Penzold-Zentrum) der FAU (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg) Tierversuche durchgeführt werden … letzte, uns bekannte Zahlen aus 2009 gehen von 14.000 Mäusen und 3.000 anderen Tieren aus, die hier in Erlangen zu Tode gequält wurden. Fast alle Mittel fließen in die leidvollen Tierversuche, es werden kaum Mittel für die alternative Forschung eingesetzt.

Die große Mehrheit aller Medikamente, die an Tieren erfolgreich getestet wurden, fällt in Studien an Menschen durch. Die US-Behörde für Lebensmittel- und Arzneimittelsicherheit FDA spricht von 92 Prozent, andere sogar von 95 Prozent (Nature Reviews Drug Discovery: Arrowsmith, 2012).“ „Natürlich denken auch leitende Forscher selbst um. Doch sehen sie sich ebenfalls ausgebremst. Das notwendige Geld für eine ernsthafte Forschung zu Alternativmethoden zu bekommen, so ein Universitätsprofessor im vertraulichen Gespräch, sei in Deutschland so gut wie unmöglich.“ (Auszüge aus dem ZEIT-Artikel „Geboren um zu sterben“ vom 24.04.2016)

“Wir fordern die Förderung alternativer Methoden statt Tierversuche, denn „Wenn Tiere sind wie wir, dann sind Tierversuche untragbar, wenn sie nicht so sind, dann sind sie sinnlos“