2.786.331 im Jahr, 7.827 pro Tag, 327 pro Stunde

Das Verbrechen Tierversuche

Die nachfolgende Mitteilung von der Tierrechtsorganisation Peta (Newsletter vom 27. Oktober 2011) gibt Einblick, wie viele Tiere in Deutschland im Jahr 2009 für Tierversuche missbraucht wurden. Das „Zahlenmaterial“ ist erschreckend; das Leid und die Qual der Einzelschicksale ist ein weiterer Beleg dafür, wie roh und gefühllos der Mensch mit den Tieren umgeht und wie weit wir in Deutschland noch vom Staatsziel Tierschutz entfernt sind. Grausamste Tierquälerei wird im Namen der Wissenschaft bewusst in Kauf genommen…

2.786.331– das ist die Anzahl der Tiere, die laut dem Tierschutzbericht der Bundesregierung 2011 im Jahr 2009 allein in Deutschland für Tierversuche „verwendet“ wurden.

2.313 Affen– noch immer werden auch in Deutschland Primaten für grausamste toxikologische Versuche oder in der Hirnforschung gefoltert und getötet. So z.B. an der Uni Bremen, an welcher der Hirnforscher Andreas Kreiter seit 1997 Versuche an Affen durchführt. Mehrere Stunden am Tag wird der Affe Luis an einem Primatenstuhl fixiert. Er bekommt nur dann etwas zu trinken, wenn er im richtigen Moment einen Hebel drückt. Während dieser Folter werden seine Hirnströme über eine ins Gehirn eingepflanzte Elektrode gemessen und die Augenbewegungen durch eine Metallspule im Auge erfasst.

90.099 Kaninchen – eine davon war Annelie, die sensible Kaninchendame. Man hat ihr einen Schlauch in den Magen gelegt, durch den giftige Substanzen in ihren Körper gepumpt wurden. Sie hatte Angst und Schmerzen, hatte keine Möglichkeit, der Folter zu entfliehen. Das Schlimmste aber war: Annelie war schwanger! Man hatte sie in einen engen Käfig ohne Versteckmöglichkeiten gesperrt, hatte sie geschwängert, und nun wurde beobachtet, welchen schrecklichen Schaden das Gift ihrem ungeborenen Baby zufügt. Nach dem Test wurden Annelie und ihr Baby umgebracht.

3.832 Hunde – so viele Hunde wurden 2009 für Tierversuche „verwendet“, z.B. um Chemikalien wie Farben, Schmiermittel oder Pestizide zu testen. Die Hündin Emily bekam über 90 Tage hinweg, siebenmal pro Woche eine Chemikalie verabreicht. Sie zitterte aus Angst und Schmerzen, wenn sich Menschen ihrer kahlen Gitterbox näherten. Durch das Gift musste sie mehrmals am Tag erbrechen, sie litt an Krämpfen und Lähmungen. Sie starb einsam und qualvoll.

Tierschutztipp des Monats: Wildunfälle vermeiden

Das Risiko von Wildunfällen steigt im Herbst stark an. Nach der Umstellung auf die Winterzeit fällt der Berufsverkehr wieder meist in die Dämmerung. Die Gefahr, dass kreuzende Tiere nicht rasch genug erkannt werden, ist besonders auf Landstraßen erhöht. Um Schaden von Mensch und Tier zu vermeiden, ist vor allem in der Dämmerung eine vorsichtige, langsame Fahrweise notwendig.

Tipps zum richtigen Verhalten bei Wildunfällen finden Sie hier: www.tierschutzbund.de

Offener Brief an BAYER-Chef Marijn Dekkers

Indien: Todesfälle bei Pharma-Studien

Immer mehr Pharma-Studien werden nach Indien verlagert. Die Zahl der Geschädigten nimmt von Jahr zu Jahr zu. Im Zeitraum von 2007 bis 2010 starben 1.600 Inder/innen bei klinischen Studien, allein 138 bei Tests der Firma BAYER. Die Coordination gegen BAYER-Gefahren fordert in einem Brief an den Vorstandsvorsitzenden Aufklärung.

Im vergangenen Jahr starben nach Angaben des indischen Gesundheitsministeriums 668 Menschen bei Pharma-Tests. In den Jahren zuvor war die Zahl stark gestiegen – von 137 im Jahr 2007 auf 288 (2008) und 637 (2009). Ein Großteil der Studien wurde im Auftrag von internationalen Firmen wie Novartis, Pfizer und Merck durchgeführt. Allein bei der Durchführung klinischer Studien von BAYER kamen innerhalb von vier Jahren 138 Versuchspersonen ums Leben.

Die Todesfälle sind zum Teil auf Vorerkrankungen der Probanden zurückzuführen, z.B. Krebs. Offiziell wurden aber im vergangenen Jahr 22 Fälle tödlicher Nebenwirkungen bestätigt, darunter vier bei Studien für das Thrombosemittel Xarelto von BAYER (Wirkstoff Rivaroxaban). Da die Daten auf Angaben der Pharmafirmen basieren und keine unabhängigen Kontrollen durchgeführt werden, dürften die tatsächliche Zahlen weit höher liegen. BAYER hat den Hinterbliebenen der Xarelto-Opfer Entschädigungen von durchschnittlich 5.250 Dollar gezahlt.

Die Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG) hat heute in einem Offenen Brief an den BAYER-Vorstandsvorsitzenden Marijn Dekkers Aufklärung verlangt. In dem Schreiben heißt es: „Wir fordern Sie auf, alle relevanten Daten zu klinischen Studien in Indien in den vergangenen fünf Jahren offen zu legen“. Die CBG fragt u.a. nach Zahl und Dauer der Studien, den untersuchten Medikamenten, den beauftragten Subunternehmen sowie nach der Häufigkeit von Nebenwirkungen und Todesfällen.

Momentan hat BAYER in Indien Studien mit der Krebs-Arznei Nexavar, dem Augen-Präparat VEGF und dem Bluter-Medikament Kogenate beauftragt. Gerade abgeschlossen hat BAYER Versuche mit dem Potenzmittel Levitra, dem Diabetikum Glucobay, der Hormon-Spirale Mirena und den Röntgen-Kontrastmitteln Gadovist und Ultravist. Aktuell sucht der Konzern neue ProbandInnen für weitere Erprobungen von Xarelto, Glucobay, Gadovist, Kogenate, Nexava und VEGF sowie von dem Antibiotikum Avelox und dem umstrittenen Bluthochdruck-Präparat Xirtam. Die Umsetzung der Tests erfolgt durch indische Firmen wie CSC Pharmaceuticals, Parexel oder Igate.

Axel Köhler-Schnura vom Vorstand der Coordination gegen BAYER-Gefahren: „Wieder einmal geht BAYER über Leichen. Goldene Bilanzen stehen über Menschenleben. Für den schnellen Profit im Pharmageschäft müssen bevorzugt die Ärmsten der Armen grausame Schicksale erleiden – von schweren lebenslangen Gesundheitsschäden bis hin zum Tod.” Vertreter der Coordination hatten das Thema bereits in der Hauptversammlung des Konzerns vor Tausenden von Aktionären diskutiert. Der damalige BAYER-Chef Werner Wenning verweigerte jedoch eine Beantwortung der Fragen und versicherte, keine Test-Person wäre zu Schaden gekommen. Die nun veröffentlichten Zahlen widerlegen diese Behauptung.

Aufgrund der niedrigen Kosten, der Englischkenntnisse der Bevölkerung, die große Masse an ProbandInnen und der laxen Aufsicht stieg die Zahl der Studien in Indien in den vergangenen Jahren drastisch an. Im vergangenen Jahr wurden dort fast 2.000 Tests gemeldet. Die Testpersonen sind überwiegend extrem arm und analphabetisch; in vielen Fällen werden Einverständniserklärungen von Dritten unterzeichnet. Die eigentlich für die Kontrolle zuständigen Ethik-Kommissionen bestehen oft nur auf dem Papier. Bis zum Jahr 2005 hingegen hatte die indische Gesetzgebung die Studien ausländischer Firmen streng reglementiert: nur Präparate, deren Ungefährlichkeit bereits in ihrem Ursprungsland nachgewiesen werden konnte, wurden zugelassen.

Auch in weiteren Ländern mit großen Armutspopulationen wie Kolumbien, Pakistan, Moldawien, die Philippinen, China oder Russland führt BAYER Pharma-Tests durch. Die Coordination gegen BAYER-Gefahren fordert eine nicht-Anerkennung pharmakologischer Studien, die nicht von unabhängiger Seite überprüft werden.

Unterschriftenaktion für den Reinhardswald beim Tierpark Sababurg

Einen Naturpark Reinhardswald soll es, wenn es nach dem Willen der hessischen Umweltministerin Lucia Puttrich geht, nicht geben. Sie lehnte den Vorstoß des Landkreises Kassel vom Mai 2010 mit der Begründung ab: „Der Reinhardswald enthält zu wenig Flächen mit Landschafts- (LSG) und Naturschutzgebieten (NSG.“ Doch so einfach wird diese Begründung in der Region nicht hingenommen. Verschiedene Anrainerstädte und Gemeinden des Reinhardswaldes wollen sich gemeinsam für die Errichtung eines Naturparks Reinhardswald einsetzen.

Der Gedanke an einen Naturpark in Verbindung mit Naturschutz kommt also nicht nur bei Naturliebhabern und Tierschützern gut an, sondern auch bei den Städten und Gemeinden. “Wir begrüßen diese Idee sehr und möchten das Projekt unterstützen”, sagt Kristine Conrad, Mitglied des Aktionsbündnisses Jagdfreie Natur, “und wir wollen zeigen, dass uns Frau Puttrich, die selbst zur Jagd geht, mit einer einfachen Absage nicht abschrecken kann”.

Das Aktionsbündnis Jagdfreie Natur ist ein bundesweiter loser Zusammenschluss von Vereinen, Organisationen und engagierten Einzelpersonen mit dem Ziel, gemeinsam durch konsequente Öffentlichkeitsarbeit die Beendigung der Jagd voranzutreiben. Wie das gehen soll? René Hartje, Vorsitzender der Anti-Jagd-Allianz e.V. aus Hofgeismar, erklärt: “Dazu gehört natürlich auch die Schaffung von natürlichen Lebensräumen für unsere Wildtiere”. Deshalb wird das Aktionsbündnis Jagdfreie Natur, vertreten durch die Anti-Jagd-Allianz e.V. aus Hofgeismar, am Samstag, den 29.10.2011 ab 10:00 Uhr vor dem Tierpark Sababurg eine Unterschriftenaktion starten, in der die Ausweisung des Reinhardswaldes als Naturpark gefordert wird. Weitere Aktionen zum Unterschriftensammeln sind geplant.

“Wir werden die Unterschriften an die Umweltministerin Lucia Puttrich weiterleiten und ihr damit zeigen, dass die Bürger in unserer Region nicht ihr Interesse an Jagd und Holzwirtschaft teilen, sondern bei uns der Naturschutz im Vordergrund steht”, sagt Kristine Conrad. Alle Besucher sind herzlich eingeladen, die Aktion zu unterstützen und sich darüber hinaus über weitere Themen zu informieren, wie beispielsweise: Lebensräume schaffen für unsere Wildtiere, Fallenjagd in Deutschland oder Haustierabschuss durch die Jägerschaft.

Am 01. November ist Weltvegantag

Wer Tier- und Umweltschutz wirklich ernst nimmt, sollte vegan leben…

Der Weltvegantag ist ein internationaler Aktionstag, der erstmals am 01. November 1994 anlässlich des fünfzigsten Jahrestages der Gründung der „Vegan Society“ stattfand.

Die vegane Lebensweise wird wie folgt definiert: Vegan lebende Menschen ernähren sich ausschließlich mit pflanzlicher Kost; Fleisch, Fisch, Milch, Eier und die daraus hergestellten Produkte sowie Honig werden vermieden. Darüber hinaus werden alle vom Tier stammenden Produkte, wie Leder, Pelze, Federn, Daunen, Wolle und Seide abgelehnt.

Dabei stehen ethische und moralische Beweggründe häufig im Mittelpunkt bei der Entscheidung für den veganen Lebensstil. Mensch, Umwelt und Tier profitieren gleichermaßen von den positiven Auswirkungen.

Der Weltvegantag am 01. November ist auch für die Partei Mensch Umwelt Tierschutz Anlass, ein klares Statement zum Veganismus abzugeben.

Unsere Partei bekennt sich eindeutig zur veganen Lebensweise, weil die wachsende Intensiv- und Massentierhaltung den sogenannten Nutztieren unermessliches Leid zufügt. 50 Milliarden Nutztiere fallen jährlich weltweit dem Fleischverzehr der Verbraucher zum Opfer. Nachweislich steht die Intensiv- und Massentierhaltung in direktem Zusammenhang mit Klimaerwärmung, Umweltverschmutzung, Ressourcenverschwendung, Trinkwassermangel, Regenwaldzerstörung, Krankheiten und Welthunger.

Wir sind der Meinung, nur wer Tier- und Umweltschutz wirklich ernst nimmt, wird früher oder später zu der Erkenntnis kommen, dass der Vegetarismus zwar ein lobenswerter Schritt in die richtige Richtung ist, aber der Veganismus letztendlich die konsequenteste Lebensform darstellt.

Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass die vegane konsequente Haltung hinsichtlich der Ernährung allen anderen Zwischenschritten in der Ernährungsfrage (weniger oder, besser noch, gar kein Fleisch auf dem Teller) weit voraus ist; sie kommt der Formel „Tierschutz = Menschenschutz = Umweltschutz“ zweifellos am nächsten!

Unser ausführliches Bekenntnis zum Veganismus siehe ZeitenWENDE Nr. 38 Ausgabe 1/2010.

Hier Video ansehen; Vom Elend, eine deutsche Milchkuh zu sein: www.swr.de

Skandal in der Ukraine

„Animal Foundation Platform“ und „Hundehilfe-Ukraine e.V.“ verurteilen scharf die grausame “Straßensäuberung” von streunenden Tieren im Vorfeld der EM 2012

Von der Organisation „Hundehilfe-Ukraine e.V.“ erreichte uns die Bitte, nachstehende Pressemitteilung vom 18.11.2011 und Bericht der Animal Foundation Platform zur aktuellen Situation der Straßentiere in der Ukraine zu veröffentlichen. Dieser Bitte kommen wir gerne nach.

Pressemitteilung vom 18.10.2011 und Bericht der Animal Foundation Platform zur aktuellen Situation der Straßentiere in der Ukraine hier lesen…

Bitte nehmen Sie hierzu am Protest auf unserer Petitionsseite teil!

Video-Tipp: Die Tricks der Lebensmittelindustrie

Wie der Verbraucher über`s Ohr gezogen wird…

Der Preiskampf im Supermarkt ist hart. Mit Versprechungen aller Art lockt die Lebensmittelindustrie die Kunden. Aber bekommen die Verbraucher eigentlich das, was sie zu kaufen glauben – Frische, Gesundheit und natürlichen Geschmack? Bei genauerer Prüfung zeigt sich, dass viele Produkte durch Zusatzstoffe oder Pestizide sogar gesundheitsgefährdend sind.

Video-Ausschnitt hier: www.videos.arte.tv

16. Oktober Welternährungstag / Welthungertag – Ein Thema, das jeden angeht

Jedes Jahr am 16. Oktober findet der Welternährungstag / Welthungertag statt. Dieser Tag soll darauf aufmerksam machen, dass weltweit knapp eine Milliarde Menschen an Hunger leiden.

Die Welthungerhilfe geht davon aus, dass täglich etwa 25 000 bis 30 000 Menschen an den Folgen von Unterernährung sterben. Pro Jahr verhungern 9,2 Millionen Kinder unter fünf Jahren; das sind mehr als 25 000 Kinder pro Tag. Ein Drittel der weltweiten Kindersterblichkeit geht auf Unterernährung von Mutter und Kind zurück.

Die Ursachen von Hunger sind sehr vielschichtig. Die seit Jahren ansteigenden Nahrungsmittelpreise treffen vor allem Menschen der ärmsten Bevölkerungsschichten, die den Großteil ihres Einkommens für ihre Ernährung ausgeben. Eine durchschnittlich deutsche Familie benötigt dafür hingegen nur zehn Prozent ihres Einkommens.

Naturkatastrophen wie Dürren und Überschwemmungen, bewaffnete Konflikte, Armut und Bildungsmangel, Verschuldung, Korruption und hohe Militärausgaben in den Entwicklungsländern sind weitere Ursachen, die die Hungerkrise verschärfen. Der fortschreitende Klimawandel und die steigende Nachfrage nach Agrotreibstoffen werden das Hungerproblem noch vergrößern.

Dass die unersättliche und verschwenderische Lebensweise in den Industrieländern den Hunger in der Welt zusätzlich anheizt, wird von den politisch Verantwortlichen gerne verschwiegen. Frei nach dem Motto: „Brot für die Welt, Torte für mich!“

Die Partei Mensch Umwelt Tierschutz appelliert an die politisch Verantwortlichen und an die Konsumenten, ihre Ernährungsweise zu überdenken. „Würden alle Menschen zu einer vegetarischen oder veganen Ernährungsweise übergehen, könnte die Erde 12 Milliarden Menschen ernähren“, so der Bundesvorsitzende Stefan Bernhard Eck. „Würden alle Menschen so viel Fleisch wie in den USA konsumieren, könnte die Erde nicht einmal 3 Milliarden Menschen ernähren.“

Die Agrarindustrie und der Gesetzgeber haben es in der Hand, der ausufernden Welthungerkrise Paroli zu bieten. Ob sie jedoch ihrer Verantwortung gerecht werden, steht in den Sternen…

Sabine Jedzig
Partei Mensch Umwelt Tierschutz
Bundesgeschäftsstelle, Abteilung Presse-Arbeit
Fritz-Schumacher-Weg 111, 60488 Frankfurt/Main

Occupy Wall Street

Erst die Wall Street, dann die ganze Welt

Amerika sei das Land der unbegrenzten Möglichkeiten – so wurde es uns seit jeher eingepaukt. Was die Macht global agierender Konzerne angeht oder die soziale Ausgrenzung ganzer Bevölkerungsgruppe, weiß man spätestens seit einem Präsident Ronald Reagan, dass das zum Teil stimmen mag. Dass demokratische Grundsätze und Bürgerrechte auch nicht zwangsläufig zum “American Way of Life” gehören müssen, hat uns Mister W. Bush (junior) gelehrt. Nun hören wir plötzlich ganz andere Töne von der anderen Seite des Atlantiks: Occupy:Wallstreet! Die Banken- und Finanzkrise hat in den USA einen solchen Grad der Unzufriedenheit in der Bevölkerung erzeugt, dass sich dort eine neue Protestbewegung gebildet hat.

Aktivisten fordern ein Ende der Macht der Märkte und setzen sich für eine verantwortungsvollere Politik ein, die sich für die Interessen aller einsetzt. Diese Bewegung findet in den deutschen Medien bisher kaum Widerhall, in der internationalen Presse dafür umso mehr. Und inzwischen gibt es auch ein Occupy: Frankfurt!

“Occupy:Frankfurt ist Teil der globalen Bewegung, die sich gegen die Macht der Finanzmärkte und Banken richtet. Ausgehend von den Protesten an der New Yorker Wall Street wird auch die Bankenstadt Frankfurt ein zentraler Ort für friedliche Demonstrationen. Es wird ein Umdenken auf allen gesellschaftlichen Ebenen gefordert – nicht verwunderlich, fühlt sich der Bürger doch durch die Staatsschuldenkrise und Bankenpleite persönlich bedroht. Vielleicht ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, um gemeinsam einen gesellschaftlichen Wandel zu bewirken. Das Wirtschaftssystem soll zukünftig wieder dem Menschen dienen und nicht der Mensch der Wirtschaft.”, so aus einer Pressemitteilung der gerade entstandenen Bewegung vom 11.10.2011.

Für den 15.10.2011 ruft Occupy:Frankfurt zu einer Protestkundgebung in Frankfurt auf.

Samstag, den 15. Oktober 2011 um 12:00 Uhr Brockhaus-Brunnen (Mitte der Zeil, am besten erreichbar von der Hauptwache aus) 60313 Frankfurt am Main. Von dort aus geht es gemeinsam zur Europäischen Zentralbank für eine gemeinsame Kundgebung.

Die Partei Mensch Umwelt Tierschutz unterstützt die bisher artikulierten Ziele dieser noch sehr jungen Protest-Bewegung. Unsere Meinung: Die Wirtschaft und globalen Finanzmärkte dürfen nicht zum Spielball für Konzerne oder Finanzjongleure verkommen, sondern sie müssen dem Wohl aller Menschen dienen auf dieser Welt. Wenn Finanzspekulationen die Weltwirtschaft zum Taumeln bringt, hat das System versagt!

Jetzt ist es Zeit, die “Systemfrage” zu stellen…

16. Oktober Welternährungstag / Welthungertag

Gesetzgeber und jeder Einzelne muss seinen Beitrag leisten, um das Gesicht der Welt zu ändern…

Jedes Jahr am 16. Oktober findet der Welternährungstag / Welthungertag statt. Dieser Tag soll darauf aufmerksam machen, dass weltweit knapp eine Milliarde Menschen an Hunger leiden.

Die Welthungerhilfe geht davon aus, dass täglich etwa 25 000 bis 30 000 Menschen an den Folgen von Unterernährung sterben. Pro Jahr verhungern 9,2 Millionen Kinder unter fünf Jahren; das sind mehr als 25 000 Kinder pro Tag. Ein Drittel der weltweiten Kindersterblichkeit geht auf Unterernährung von Mutter und Kind zurück.

Die Ursachen von Hunger sind sehr vielschichtig. Die seit Jahren ansteigenden Nahrungsmittelpreise treffen vor allem Menschen der ärmsten Bevölkerungsschichten, die den Großteil ihres Einkommens für ihre Ernährung ausgeben. Eine durchschnittlich deutsche Familie benötigt dafür hingegen nur zehn Prozent ihres Einkommens.

Naturkatastrophen wie Dürren und Überschwemmungen, bewaffnete Konflikte, Armut und Bildungsmangel, Verschuldung, Korruption und hohe Militärausgaben in den Entwicklungsländern sind weitere Ursachen, die die Hungerkrise verschärfen. Der fortschreitende Klimawandel und die steigende Nachfrage nach Agrotreibstoffen werden das Hungerproblem noch vergrößern.

Dass die unersättliche und verschwenderische Lebensweise in den Industrieländern den Hunger in der Welt zusätzlich anheizt, wird von den politisch Verantwortlichen gerne verschwiegen. Frei nach dem Motto: „Brot für die Welt, Torte für mich!“

„Würden sich alle Menschen vegetarisch ernähren, könnte die Erde 12 Milliarden Menschen ernähren. Würden alle Menschen nach US-Art mit hohem Fleischkonsum leben, könnte die Erde nach UN-Schätzungen nur 2,7 Milliarden Menschen versorgen“, so Bärbel Dieckmann, Präsidentin der Welthungerhilfe.

In den aufstrebenden Schwellenländern wie China und Indien wächst die Fleischnachfrage rasant. Dies wird zusätzliche Probleme schaffen. Schon jetzt stehen die „Nutztiere“ in den wohlhabenden Ländern in Konkurrenz zu den Menschen in den armen Ländern bei der Verteilung der zur Verfügung stehenden pflanzlichen Nahrungsmittel. Laut einer UN-Studie beträgt die weltweite Getreideernte ca. 1,57 Milliarden Tonnen jährlich. Aber mehr als die Hälfte des Getreides und über 90 Prozent der Sojaernte werden in der Tiermast eingesetzt – und dies bei knapp einer Milliarde hungernder Menschen.

Was viele Verbraucher nicht wissen: Laut Greenpeace treiben Aquakulturen die Überfischung der Meere weiter voran. Viele der Zuchtfische sind Raubfische und auf ihrem Speiseplan steht Fisch – und das in größeren Mengen pro Tag. Für ein Kilo gezüchteten Lachs müssen bis zu fünf Kilo wild gefangener Fisch gefüttert werden. Bei der Thunfischzucht sind sogar 20 Kilo Futter pro Kilo Thunfisch nötig.

Zu allem Übel werden auch noch wertvolle Lebensmittel im großen Stil weggeworfen. Wie eine Studie der Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) ergeben hat, landen in den reichen Industrieländern mehr als 220 Millionen Tonnen Lebensmittel auf dem Müll. In Deutschland werden schätzungsweise bis zu 25 Prozent der gesamten Lebensmittelproduktion entsorgt und in den USA sollen es sogar 50 Prozent sein.

Die Partei Mensch Umwelt Tierschutz wendet sich zum Welternährungstag / Welthungertag an jeden Einzelnen und bittet darum, Nächstenliebe für die Weltgemeinschaft über den eigenen Tellerrand hinaus zu praktizieren. Das setzt natürlich die Fähigkeit und den Willen voraus, die eigene Lebensweise auf den Prüfstand zu stellen. Werden Sie Teil einer vegetarisch/vegan lebenden Gemeinschaft und stellen Sie sich den Problemen der heutigen Zeit, um das Wohl von Mensch, Umwelt und Tier ganzheitlich zu fördern.

Wir fordern einerseits die Agrarindustrie auf, die Bestandsdichte von „Nutztieren“ in der Intensivmast rigoros zu reduzieren und andererseits den Gesetzgeber, die staatlichen Fördermittel für die Produktion von tierlichen Produkten zu streichen!

Um der Verschwendung von Lebensmitteln gegenzusteuern, fordern wir einen verantwortungsvollen Umgang mit Lebensmitteln. Eine Überproduktion, die auf Gewinnmaximierung und Profitgier seitens der Industrie ausgerichtet ist, muss strikt vermieden werden! Außerdem muss das Haltbarkeitsdatum auf den Produkten entsprechend ihrer tatsächlichen Genießbarkeit verlängert werden!

Jeder Einzelne kann durch sein Verhalten mithelfen, dass diese Welt ein wenig besser und gerechter wird…