“Die Zeit” berichtet über Fleischkonsum, Klimaerwärmung und die Hintergründe des Schweigens der Politik zu diesem Thema

Über den Tellerrand hinaus…

Im belgischen Gent verzichten die Bürger einmal pro Woche auf Fleisch. Denn sie wissen: Fast ein Fünftel der Treibhausgasemissionen geht aufs Konto der Viehzucht.

Am Anfang war es nur die kurios anmutende Idee einiger belgischer Vegetarier. Dass schließlich die ganze Stadt mitziehen würde, ja dass diese weit über die Landesgrenzen hinaus Aufsehen erregen und Journalisten aus der ganzen Welt anziehen würde, ahnte kaum jemand. Und doch ist Gent nun plötzlich Vorbild für Klimaschützer rund um den Globus.

Selbst Tobias Leenaert ist von dem Erfolg etwas überrascht. Dabei hat der schmächtige junge Mann mit dem blassen Gesicht die ganze Sache überhaupt erst ins Rollen gebracht. Er war es schließlich, der auf die Idee kam, den Vorsitzenden des Weltklimarats (IPCC) und Friedensnobelpreisträger Rajendra Pachauri nach Gent einzuladen. “Ich habe ihn einfach gefragt, ob er kommt”, sagt Leenaert bescheiden.

Als Pachauri zusagte, nutzte Leenaert seine Chance. Denn als radikaler Veganer und Vorsitzender des belgischen Vegetarierbundes verzichtet er schon seit Jahren auf Fleisch, auf Milch- und Eiprodukte. Dass “es viele gute Gründe gibt, sich vegetarisch zu ernähren”, kann Leenaert im Schlaf herunterbeten. Dass nun auch noch der Klimawandel dazukommt, macht aus seiner persönlichen Überzeugung eine politische Botschaft.

Und Pachauri verhalf dieser Botschaft in Gent zum Durchbruch. Im Audimax der örtlichen Universität redete der Klimaforscher rund 600 Zuhörern eindringlich ins Gewissen. “Die Viehzucht verursacht nicht weniger als 18 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen”, dozierte Pachauri und prangerte “die Fleischproduktion und die damit verbundene Landnutzung” als einen “der wichtigsten Faktoren für den Klimawandel und die globale Erwärmung” an. Den erschrockenen Genter Bürgern rechnete der Inder vor, dass schon ein einmaliger Fleischverzicht pro Woche zur Einsparung von 170 Kilogramm CO2 im Jahr führe. Wenn also alle 240.000 Einwohner der Stadt Gent sich einmal in der Woche vegetarisch ernährten, könnte man damit die Emissionen von 18.000 Autos wettmachen.

“Im Übermass: Die Vegetarierquote in Deutschland liegt im einstelligen Prozentbereich. Fleisch und Wurst gehören zum Speiseplan der allermeisten. Rund hundert Gramm am Tag essen deutsche Männer, Frauen etwa die Hälfte. In der EU stagniert der Konsum tierischer Proteine auf hohem Niveau – zumindest in den alten 15 Mitgliedsstaaten. Bei den neuen Mitgliedern steigt er noch. Und global ist die Verteilung der Fleischrationen noch sehr ungleich, isst ein Europäer durchschnittlich 90 Kilo Fleisch im Jahr, ein Inder nur fünf.

Auch Tom Balthazar saß bei diesem Vortrag im Publikum. Balthazar, ein breitschultriger, kräftiger Zweimetermann, war beeindruckt. “Zunächst habe ich die Idee der Vegetarier belächelt”, gibt er zu, “doch diese Zahlen haben mich überzeugt.” Als Leiter des Umweltdezernats verhalf Balthazar anschließend Leenaerts Vorschlag zum Durchbruch.

Nach längeren Diskussionen im Stadtrat hat Gent inzwischen als erste Stadt der Welt einen fleischfreien Wochentag eingeführt. Seit diesem Sommer heißt, dem Klima zuliebe, die Parole “Donderdag Veggiedag” – jeden Donnerstag ist das Hauptgericht in allen öffentlichen Kantinen und Schulmensen vegetarisch, an allen anderen Tagen gibt es zusätzlich vegetarische Alternativen. Ein Fall von Ökodiktatur? Eher von sanftem Druck.

Die Stadtverwaltung unterstützt die Kampagne offiziell mit Personal und Finanzen, etwa hundert Gastwirte beteiligen sich freiwillig. Wer partout ein Steak auf dem Teller möchte, findet in Gent natürlich auch donnerstags noch einen passenden Mittagstisch. Aber alle Bürger werden in entsprechenden Flyern freundlich eingeladen, doch mitzumachen beim Klimaschutz mit Messer und Gabel. An den Genter Schulen läuft ein begleitendes pädagogisches Programm, denn die Kommunalpolitiker wissen: Am besten kommt man an die Eltern über die Kinder heran. Und im Tourismusbüro liegen Stadtpläne aus, die all jene Lokale ausweisen, die sich am Veggiedag beteiligen.

Der vegetarische Donnerstag in Gent hat seither weltweit für Schlagzeilen gesorgt, Journalisten aus ganz Europa, Asien und den USA reisen in die flämische Provinz, Kommunen und Vegetarierverbände aus unterschiedlichsten Ländern haben angekündigt, dass sie dem Beispiel folgen wollen. Zwei weitere belgische Städte haben sich bereits angeschlossen, und seit Anfang Oktober gibt es auch in Brasiliens Zehnmillionenmetropole São Paulo einen fleischfreien Tag, hier heißt er segunda sem carne. Offenbar trifft die Idee im Umfeld der Kopenhagener Klimakonferenz weltweit einen Nerv.

Denn während sich die Weltbevölkerung seit Anfang der sechziger Jahre etwa verdoppelt hat, nahm der Verzehr von rotem Fleisch um den Faktor vier zu, der von Geflügel hat sich gar verzehnfacht. Heute leben mehr Nutztiere auf der Erde als je zuvor, Schätzungen sprechen von 60 Milliarden. Und die UN-Landwirtschaftsorganisation FAO erwartet, dass die jährliche globale Fleischproduktion sich bis 2050 noch einmal fast verdoppeln wird, auf 465 Millionen Tonnen. Das bleibt nicht ohne Folgen.

Berüchtigt ist etwa der Ausstoß des Treibhausgases Methan aus dem Verdauungstrakt von Rindern (Methan ist für den Treibhauseffekt über 20-mal so wirksam wie CO2). Auch bei der energieintensiven Düngerproduktion, dem Transport von Futter und Tieren und der späteren Verarbeitung und Kühlung des Fleischs werden große Mengen an Kohlendioxid frei. Außerdem werden zum Weiden der Tiere und für den Futteranbau riesige Flächen benötigt; wird dafür Regenwald gerodet, gehen wichtige Kohlenstoffsenken verloren. Gründe genug, um Fleischessern den Appetit zu verderben.

Am Donnerstag vergangener Woche, als die Genter gerade fleischlos zu Mittag aßen, wurde daher ihr Beispiel auch im 50 Kilometer entfernten Brüssel beschworen. Dort trat vor dem Europäischen Parlament wieder Rajendra Pachauri auf; allerdings hatte er sich diesmal prominente Unterstützung geholt – den bekennenden Vegetarier Paul McCartney, der selbst die Kampagne “Meat Free Monday” angestoßen hat. Der Ex-Beatle und der Klimaforscher hatten eine gemeinsame Botschaft: “Less meat, less heat” – weniger Fleisch, weniger globale Erwärmung.

Bei den Europaparlamentariern stießen die beiden Vegetarier-Apostel freilich nicht nur auf Wohlwollen. Angegriffen fühlten sich vor allem die Vertreter der Landwirtschaft. Einen Briten hielt es kaum auf seinem Sitz, als er gegen die angebliche Klimahysterie und die Verteufelung des Fleischkonsums wetterte. Schließlich lud er seine Kollegen und die prominenten Gäste noch zu einem gemeinsamen Barbecue auf der Place de Luxembourg ein, Motto: “All you need is meat!”

Der Streit in Brüssel zeigt, wie brisant die Fleischfrage ist. Schließlich gibt es kaum einen Lebensbereich, der privater, individueller und sinnlicher wäre als die Ernährung. Niemand will sich vorschreiben lassen, was und wie er zu essen hätte. Kein Wunder, dass die Ernährungsfrage als Klimafaktor weitgehend aus allen politischen Diskussionen ausgeklammert wird. Zwar weiß man auch im deutschen Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) vom “Einsparungspotenzial”, das in der “Zusammensetzung des Speiseplans” steckt.

Und im letzten Klimareport des BMELV liest man, dass knapp ein Drittel der durch die Ernährung verursachten Emissionen sich durch “fleischreduzierte Kost” vermeiden lasse. Doch welcher Minister will sich mit einem solchen Appell schon die Finger verbrennen? In Berlin weiß jeder, wie es dem SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach erging, als er im Sommer wagte, vor den Risiken des Fleischgrillens zu warnen. Hohn und Spott wurde damals über Lauterbach ausgegossen, “Spaßbremse” war noch eine der freundlichen Titulierungen.

Die erste Initiative, das Genter Beispiel nach Deutschland zu holen, ist gerade dabei, zu scheitern. In Magdeburg wurde ein Antrag der kommunalen Fraktion aus SPD und Tierschutzpartei sowie den Grünen, einen vegetarischen Tag einzurichten, zunächst öffentlich von der Fleischerinnung kritisiert. Auch der Vorschlag der anderen Ratsfraktionen, stattdessen einen Tag der bewussten Ernährung zu etablieren, stößt auf wenig Begeisterung. Zwar steht der Beschluss noch aus, in zwei Ausschüssen des Rats wurde der Antrag jedoch schon abgelehnt. In Ernährungsfragen, heißt es dann auch im zuständigen Ministerium vorsichtig, könne “der Staat nur Empfehlungen aussprechen”, die Gestaltung des eigenen Speiseplans “sollte in der Verantwortung jedes Einzelnen bleiben”.

In anderen Ländern denkt man da schon einen Schritt weiter. In Schweden beispielsweise tragen seit diesem Herbst erste Lebensmittel spezielle Etiketten, die den jeweiligen CO2-Fußabdruck ausweisen. So können Konsumenten etwa sehen, dass ein Rinder-Burger mit Speck fast sechsmal so viel Kohlendioxidemissionen verursacht wie einer mit Geflügelfleisch. Auch die Europäische Kommission arbeitet an einer Methode zur Berechnung der Emissionslast von Lebensmitteln; sie soll im kommenden Jahr vorgestellt werden.

Und in den Niederlanden investiert das Landwirtschaftsministerium derzeit sechs Millionen Euro in die Erforschung von “nachhaltiger Proteinproduktion”. Denn es reiche nicht, einfach nur an das schlechte Gewissen der Fleischesser zu appellieren, hat die Landwirtschaftsministerin Gerda Verburg erkannt: “Wenn der Konsument sich für nachhaltige Nahrung entscheiden will, dann muss auch ein entsprechendes Angebot vorhanden sein.”

Deshalb werden in den Niederlanden eiweißreiche Alternativlebensmittel aus Pflanzen, Algen oder gar Insekten erforscht; Sozialwissenschaftler loten aus, wie viel Bevormundung dem Bürger an der Fleischtheke zugemutet werden kann; und an der Universität von Maastricht wird sogar an künstlichem Fleisch gearbeitet.

Das schlagendste Argument für den Verzicht auf Fleisch könnte allerdings aus der Medizin kommen. In der Zeitschrift The Lancet rechneten britische und australische Forscher kürzlich vor, wie sehr der gelegentliche Verzicht der Gesundheit zugutekommen würde. 30 Prozent weniger Fleisch könnte demnach die Zahl der in Großbritannien an Herz-Kreislauf-Erkrankungen Verstorbenen jährlich um 18.000 senken. In Gent wird man diese Studie mit Freude lesen.

Weltvegetariertag 2009 – Magdeburg bemüht sich, erste Stadt mit “Vegi-Tag” zu werden

Der Weltvegetariertag ist ein internationaler Aktionstag, der jeweils am 1. Oktober stattfindet. Er wurde 1977 auf dem Welt-Vegetarier-Kongress in Schottland von der “North American Vegetarian Society” eingeführt, um die Vorzüge einer vegetarischen Lebensweise bekannter zu machen.

Seitdem geht es mit der vegetarischen Idee steil bergauf – in Deutschland ernähren sich mittlerweile rund 5 bis 6 Mio. Menschen vegetarisch, viele darunter auch vegan. Für die meisten Vegetarier und Veganer sind Tierschutzaspekte der Grund für ihre Ernährungsweise.

Auch die Partei Mensch Umwelt Tierschutz bemüht sich, die vegetarisch/vegane Idee zu fördern, denn würde jeder Deutsche einen fleischfreien Tag pro Woche einlegen, wäre damit rund 157 Millionen Tieren pro Jahr das Leben gerettet.

Deshalb wurde durch unsere Partei im Stadtrat von Magdeburg angeregt, einen offiziellen “Vegi-Tag” einzuführen. Magdeburg ist auf dem besten Weg, noch in diesem Jahr einen Stadtratsbeschluss herbeizuführen.

Noch sind einige Klippen zu umschiffen, gilt es doch, alle Stadtratsfraktionen, die Gastronomie für diese außergewöhnliche Idee zu gewinnen und die Bedenken einiger ortsansässiger Fleischereien auszuräumen, die gegen die Einführung eines fleischfreien Wochentages nach dem Beispiel von Gent (Belgien) protestiert haben.

Christine Engelschall

Partei Mensch Umwelt Tierschutz – Die Tierschutzpartei –
Bundesgeschäftsstelle, Abteilung Presse-Arbeit
Fritz-Schumacher-Weg 111, 60488 Frankfurt/Main

Hoher Fleischverbrauch

Im Durchschnitt essen die Menschen in Deutschland 1094 Tiere

Nach Berechnungen des Vegetarierbundes isst der durchschnittliche Bundesbürger im Laufe seines Lebens 4 Kühe und Kälber, 4 Schafe, 12 Gänse, 37 Enten, 46 Truthähne, 46 Schweine und 945 Hühner. Unzählige Fische und andere Meerestiere kommen noch dazu.

Jährlich würden in Deutschland rund 1,1 Milliarden Tiere gegessen – Fische und Meerestiere sind nicht eingerechnet.

Bundesweit könnten jedes Jahr 157 Millionen Tiere vor der Schlachtbank verschont werden, wenn jeder Deutsche einen fleischfreien Tag in der Woche einlegen würde.

Indem wir Fleisch genießen, sind wir alle Komplizen der an Tieren verübten Grausamkeiten beim Transport, auf den Märkten und in den Schlachthäusern, und wer weiß, ob dieses gemarterte Fleisch, das wir uns einverleiben, uns nicht seinerseits zu neuen Brutalitäten und Grausamkeiten fähig macht.
( Mahatma Gandhi)

Magdeburg wird voraussichtlich erste deutsche Stadt mit “Vegetarier-Tag”

Auf Betreiben der Partei Mensch Umwelt Tierschutz wurde von der Magdeburger Fraktion “SPD-Tierschutzpartei-future” beschlossen, einen Antrag auf Einführung eines “Vegi-Tages” nach dem Vorbild von Gent (Belgien) zu stellen.

Wenn der Stadtrat von Magdeburg diesem Antrag zustimmt, könnte der erste “Vegi-Tag” bereits der 29. Oktober 2009 sein.

Die Stadt Gent beschloss im Mai dieses Jahres als erste Stadt der Welt, einen offiziellen fleischlosen Wochentag einzuführen.

Das Beispiel Magdeburg wird den Menschen im In- und Ausland eine wichtige Botschaft übermitteln, in deren Mittelpunkt der Gedanke steht, dass die Hinwendung zur vegetarischen Lebensweise viele positive Auswirkungen hat: Die Anzahl der vom Menschen ausgebeuteten “Nutz”tiere wird drastisch verringert, was wiederum günstige Auswirkungen auf das Klima und die Umwelt hat. Und die Bewohner der “Dritten Welt” werden wieder zu Selbstversorgern, weil sie ihre Ackerflächen für sich selbst nutzen können, anstatt sie notgedrungen den Industrieländern für den Anbau von Masttier-Futter zur Verfügung zu stellen. Nicht zuletzt dient die Ernährungsumstellung “weg vom Fleisch” auch der eigenen Gesundheit – zweifellos ein wertvoller Beitrag zur finanziellen Entlastung des Gesundheitswesens!

Die Partei Mensch Umwelt Tierschutz ist überzeugt: Die Signale in Magdeburg stehen auf Erfolg – die Stadt kann durch Vermittlung des Oberbürgermeisters Dr. Trümper von den Genter Erfahrungen profitieren, die Gastronomie will mitziehen, und nicht zuletzt findet das neue Konzept Interesse in der Bevölkerung.

Der “vegetarische Plan” wird behutsam begonnen, um die Menschen dort abzuholen, wo sie bezüglich ihres Essverhaltens stehen.

Margret Giese

Partei Mensch Umwelt Tierschutz – Die Tierschutzpartei –
Bundesgeschäftsstelle, Abteilung Presse-Arbeit
Fritz-Schumacher-Weg 111, 60488 Frankfurt/Main

Offizieller fleischfreier Wochentag in Belgien

Presseerklärung von EVA (Ethical Vegetarian Alternative), Belgien: Die belgische Stadt Gent führt als erste einen fleischlosen Wochentag ein

Heute, am 13. Mai wird die belgische Stadt Gent, eine der 370 europäischen Klimastädte, als weltweit erste einen offiziellen fleischlosen Wochentag propagieren. Gemäss der UNO-Organisation FAO ist die Viehhaltung für achtzehn Prozent der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich. Deshalb hat die Stadtregierung, in Zusammenarbeit mit der Vegetarierorganisation EVA, beschlossen, diesen zusätzlichen Schritt im Kampf gegen den Klimawandel zu unternehmen. Andere belgische Städte haben bereits Interesse bekundet, diesem Beispiel Gents zu folgen.

Der erste vegetarische Donnerstag wird mit einem öffentlichen Fest am Mittwoch, dem 13. Mai, lanciert. Tom Balthazar, Mitglied des Gesundheits- und Umweltrates der Stadt Gent, wird offiziell den Donnerstag zum vegetarischen Tag erklären. Als Appetitanreger für diese Kampagne erhielt die Stadtregierung in der vergangenen Woche bereits die Gelegenheit, ein vegetarisches Gourmet-Mittagessen im Ratshaus zu genießen. Bei der offiziellen Eröffnungsfeier werden alle Stadteinwohner eingeladen, an der “Fleischfreier Donnerstag”-Kampagne teilzunehmen und erhalten eine vegetarische Überraschung.

Ab September werden die öffentlichen Schulen das Tagesmenü vegetarisch anbieten. Alle 5000 Stadtangestellten werden einen vegetarischen Stadtplan erhalten und eine kostenlose vegetarische Kochbroschüre wird an alle 1500 Restaurants verschickt. Es wird vegetarische Kochkurse sowohl für Privatpersonen als auch für Köche geben. Die von der Stadt betriebenen Restaurants in Gent haben ihr vegetarisches Angebot bereits vergrößert.

Gents Motivation zur Einführung des fleischfreien Donnerstags hat zwei Gründe:

– Jede Reduktion der Fleischproduktion und des Fleischkonsums, welche zu Treibhausgasemissionen, Verschwendung von Land und Wasser, Versteppung und Waldabholzung führen, bringt enorme Vorteile für die Umwelt.

– Gent möchte auch eine gesunde Stadt sein. Ein ausgewogenes vegetarisches Menü ist nicht nur nachhaltig, sondern auch gesund. Belgier, und Europäer im Allgemeinen, essen zu viel Fleisch und nicht genügend Gemüse. Dies hat ernste gesundheitliche Folgen. Zu viel Fleisch erhöht den Cholesterinwert und ist ein Risikofaktor für manche Krebsarten, für Diabetes und krankhaftes Übergewicht.

Durch die Teilnahme am fleischfreien Donnerstag wählen wir Gesundheit: unsere eigene und die unseres Planeten.

“Die Vernunft beginnt bereits in der Küche.” Friedrich Nietzsche

Welt-Vegetarier-Kongress im August 08 in Dresden

“Eine andere Welt ist möglich”: Dieses Wort von “attac”, der engagierten Bürgerprotestbewegung, neu interpretiert und entscheidend um die Welt der Tiere erweitert, ging mir als Fazit dieses beeindruckenden Dresdener Kongresses nicht aus dem Sinn.

Der ethische Grundgedanke des Vegetarismus/Veganismus – die Beendigung des Schlachtens von Tieren als Voraussetzung für eine Welt ohne Gewalt – zog sich wie ein roter Faden durch den gesamten Kongress. Es war eine wunderbare Erfahrung, ein paar Tage in der Gesellschaft von so zahlreichen Menschen verbringen zu können, die alle der Gedanke verbindet, dass es höchste Zeit sei, die Gewalt gegen die wehrlosen nichtmenschlichen Mitlebewesen zu beenden.

Rund 700 TeilnehmerInnen aus ca. 30 Ländern waren zu dem festlichen Anlass nach Dresden gekommen, denn dort fand vor 100 Jahren der erste Welt-Vegetarier-Kongress statt.

Diese Jubiläumsveranstaltung wurde im wahrsten Sinne zu einem Völker verbindenden Ereignis! Erstaunlich war auch die große Zahl von mehr als 80 ReferentInnen: aus Europa (Deutschland, Österreich, Schweiz, Belgien, Italien, Tschechien, Irland, United Kingdom), aus den USA, Kanada, Indien, Brasilien, Thailand und Indonesien. Im Programmheft stellten die Vortragenden sich selbst sowie die Schwerpunkte ihrer Arbeit im eigenen Land und die Inhalte ihrer Kongress-Beiträge vor. Beim Vergleich wurde deutlich, wie viele Aspekte die vegetarisch/vegane Lebensweise aufweist: Von der Philosophie der Tierrechte über die Ausbildung von Tierschutzpädagogen und das Verfassen von tierfreundlichen Kinderbüchern, von der Empfehlung pflanzlicher Kost zur Krankheitsverhütung, darunter auch Alzheimer-Demenz, und für eine bessere Konstitution von Leistungssportlern, bis hin zur Aufklärung über die katastrophalen Auswirkungen von Fast Food. Zitat: “McDonald´s ist der größte Verbraucher von Rindfleisch in den USA. Um den riesigen Bedarf zu decken, hat die größte Fast-Food-Kette der Welt Billigfleisch in Costa Rica eingekauft – und der Tropenwald stirbt”.

Die katastrophalen Auswirkungen, vor allem der Intensivtierhaltung auf die globale Erwärmung, wurden uns in dem holländischen Film “Meat the Truth” vor Augen geführt. Von unserer Seite besteht die Absicht – unser Vorsitzender Stefan B. Eck führte diesbezüglich schon weitreichende Verhandlungen mit der Nicholas G. Pierson Foundation – den Film für deutsche Kinos und TV-Stationen zu synchronisieren. Falls es zu einer Ausstrahlung bzw. zu Kino-Aufführungen käme, wäre dies einer der größten gesellschaftspolitischen Erfolge in der Geschichte unserer Partei. Damit wäre auch bei uns eine wichtige Lücke in der Aufklärung über den “Klimakiller Nr. 1”, die weltweite “Nutz”tierhaltung geschlossen, denn Al Gore “vergaß”, dieses brisante Thema in seinem Aufklärungsfilm über die heraufziehende Klimakatastrophe “Eine unbequeme Wahrheit” zu nennen. Mittlerweile soll er die von ihm selbst betriebene Intensivtierhaltung von Rindern aufgegeben haben…

Von besonderer Bedeutung für uns war der Donnerstagnachmittag: Esther Ouwehand stellte – in englischer Sprache und von mir ins Deutsche übersetzt – die holländische Tierschutzpartei vor; Stefan Bernhard Eck hatte einen Vortrag, unterstützt durch eine Power Point Präsentation vorbereitet, in der es vor allem um die Notwendigkeit politischer Parteien für Tierschutz und Tierrechte ging. Ralph Chaloupek, der Vorsitzende der österreichischen Tierrechtspartei, berichtete über die Gründung seiner Partei vor anderthalb Jahren. In sehr berührender Weise nahm er Stellung zu der Tatsache, dass nach nunmehr über 40 Tagen zehn seiner Freunde, als Terroristen abgestempelt, immer noch hinter Gittern sitzen – ein Skandal ohnegleichen! (Um ihre Solidarität mit den Gefangenen zum Ausdruck zu bringen, folgten viele Kongressteilnehmer dem Aufruf zu einer Demonstration vor dem österreichischen Generalkonsulat!) Ralph Chaloupek schloss seine Rede mit der Verkündung einer “Allianz” zwischen den drei vorgestellten Parteien – eine Idee, die von unserem Vorsitzenden im Vorfeld des Kongresses initiiert wurde.

Die positive Resonanz aus dem recht zahlreich erschienenen Publikum während der abschließenden Diskussionsrunde gab uns das gute Gefühl, politisch auf dem richtigen Weg zu sein. Auch Barbara Rütting, für die Grünen im Bayerischen Landtag, war anwesend und gab – wie schon in einem tags zuvor von ihr gehaltenen Vortrag – ihr Wohlwollen für unsere Partei zu erkennen. Erstaunlich genug – und schön für uns!

An etlichen Ständen gab es Vegetarisches “für den kleinen Hunger”; mittags und abends konnte man hervorragende vegetarische/vegane Menüs im Restaurant des Kulturpalastes zu sich nehmen. Vor allem das festliche Abschlussdiner am letzten Abend war ein wahres Glanzlicht! Der Koch bekam viel Beifall, hatte er doch das erste Mal im Leben ein veganes Essen “gezaubert”.

Unser gut besuchter Informationsstand war mit verschiedenen Wahlplakaten und Informationsbroschüren über die von uns vertretenen Themen attraktiv ausgestattet. Die anwesenden Mithelfer – darunter auch etliche Mitglieder des Bundesvorstandes – sammelten Unterstützungsunterschriften für Europa- und Bundestagswahl und diskutierten mit den BesucherInnen. Eine Besonderheit, die sehr gut ankam, hatte sich unsere “Event-Managerin” Sabine Jedzig für unseren Stand ausgedacht: In einem großen, mit Stroh ausgelegten Korb warteten 250 schmackhafte August-Äpfel darauf, von den Gästen in Empfang genommen zu werden. Ein junger Mann kommentierte diese Gabe mit der charmanten Bemerkung, dies sei ja ein leckerer erster Kontakt mit der Tierschutzpartei! Da haben wir wohl einen Wähler mehr gewonnen…

So kann Politik auch einmal richtig Spaß machen!

Esther Ouwehand in Dresden beim 38. Welt Vegetarier Kongress

In einem gemeinsamen Vortrag mit Esther Ouwehand, der niederländischen Parlamentsabgeordneten der “Partei für die Tiere”, mit dem Vorsitzenden Stefan B. Eck der deutschen Partei Mensch Umwelt Tierschutz und mit dem Vorsitzenden Ralph Chaloupek der österreichischen Tierrechtspartei wird auf dem 38. Welt Vegetarier Kongress in Dresden am Donnerstag von 16.00 bis 18.00 Uhr auf die Notwenigkeit politischer Tierschutzarbeit aufmerksam gemacht. Die niederländische Abgeordnete Esther Ouwehand wird dabei über die Erfolge ihrer Partei berichten, die in den Parlamentswahlen 2006/2007 zwei Sitze im Repräsentantenhaus und einen Sitz im Senat erringen konnten. Es war das erste Mal in der Geschichte, dass eine Tierrechtspartei in ein nationales Parlament einzog. Seitdem stehen Tierrechte und Tierschutz auf der Agenda niederländischer Politik. Neben einem informellen Gedankenaustausch über europäische Tierschutzpolitik mit ihren Kollegen der deutschen und österreichischen Tierschutzparteien wird Esther Ouwehand am Freitag Gut Heinrichshof in Kleinröhrsdorf besuchen, um sich über “artgerechte” und tierfreundliche Pferdehaltung in Deutschland zu informieren.

Partei Mensch Umwelt Tierschutz
– Die Tierschutzpartei –
Bundesgeschäftsstelle, Abteilung Presse-Arbeit
Stefan B. Eck
Fritz-Schumacher-Weg 111, 60488 Frankfurt/Main

Der Bundesvorsitzende zu Gast bei TIER.TV am 18. Juni 2008

Thema: Hauptsache Fleisch – Hinter den Kulissen der Grillsaison 2008

Mit Moderator Lars Walden diskutierten in “diskuTIER” über das brisante Thema: Tina Kaiser, eine engagierte Tierschützerin und Moderatorin, Tina Hölscher, Tierärztin und Mitglied bei “aktion tier menschen für tiere e.V.”, Mirco Dragowski, Tierschutzsprecher der FDP-Fraktion im Berlin und Stefan Bernhard Eck, Bundesvorsitzender der Partei Mensch Umwelt Tierschutz.

“diskuTIER” ist Deutschlands erster und einziger Tierschutz-Talk, bei dem monatlich ein aktuelles Tierschutz-Thema mit prominenten Studiogästen aus Politik und Gesellschaft aufgegriffen wird.

Der Bundesvorsitzende machte in der Gesprächsrunde vor allem auf die Zusammenhänge von Massentierhaltung, Fleischkonsum und drohender Klimakatastrophe aufmerksam und forderte ein grundlegende Reform der EU-Agrar-Subventionen und die Einführung einer “Fleischsteuer”. Überraschenderweise waren die Zusammenhänge zwischen Erderwärmung und weltweiter Fleischproduktion dem FDP-Politiker Dragowski nahezu unbekannt.

Die Zuschauerreaktionen fielen dementsprechend aus. Hier einige Einträge aus den Webseiten des Senders:

“Besonders haben mir die Argumente und Ausführungen von Herrn Eck von der Tierschutzpartei gefallen.”

“Endlich mal eine Diskussionsrunde mit wirklichen Aussagen. Hier meine ich vor allem den Herrn von der Tierschutzpartei und die Tierärztin. Der Herr von der FDP wirkte auf mich allerdings etwas unwissend. Als Tierschutzbeauftragter sollt er eigentlich mehr Ahnung haben.”

“Besonders gut haben mir die Redebeiträge von Stefan Eck, Vorsitzender der Tierschutzpartei, gefallen. Er hat als einziger in der Runde auf die globalen Zusammenhänge zwischen Tierausbeutung und Klimaschutz sowie der Armut in der Dritten Welt deutlich hingewiesen.”

“Der Vertreter der Partei Mensch Umwelt Tierschutz sprach endlich die Tatsachen aus, die von anderen Politikern totgeschwiegen werden. Er verdeutlichte die Zusammenhänge zwischen Tierausbeutung, Profitmacherei, Naturvernichtung, Klimakatastrophe und der verlogenen Politik der großen Parteien, die unser Land bzw. unsere Erde an den Rand des Abgrunds gebracht haben.”

“Tolle Diskussionsrunde! Hier wurde wenigstens die Wahrheit gesagt. Was mich überraschte: der füllige Herr von der FDP – immerhin Abgeordneter und tierschutzpolitischer Sprecher seiner Partei – hatte ja keine Ahnung. Ein großes Lob an den Moderator Lars Walden, an Tina Kaiser, die Tierärztin und an Herrn Eck, der den Mut hatte, Tacheles zu reden.”

“Mit unserem Planeten geht es tatsächlich abwärts – und das hat der Diskussionsteilnehmer Stefan Bernhard Eck von der Partei Mensch Umwelt Tierschutz unmissverständlich deutlich gemacht. Schade, dass es in der FDP nicht solche Leute gibt!”

Auf Grund der großen Zuschauerresonanz wurde die Sendung am 16. Juli 2008 nochmals ausgestrahlt.

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