Salz vor oder nach dem Kochen ins Nudelwasser?

Nudeln stellen aufgrund des niedrigen „Schwierigkeitsgrades“ seit vielen Jahren einen essenziellen Bestandteil von Single- und Familienküchen dar. Viele Kochbücher widersprechen sich aber bei der Frage, ob Salz schon in das kalte oder das schon kochende Nudelwasser gegeben werden sollte. Kann man hier vielleicht sogar Energiesparen und somit das Klima bei Spaghetti, Fussili und Tagliatelle schützen?

Forschende des Max-Planck-Instituts für Dynamik und Selbstorganisation in Göttingen beschäftigten sich wissenschaftlich mit der Frage, wann genau das Salz dem Wasser zuzugeben werden sollte. Bei der Beantwortung dieser Fragen verwiesen sie klar auf die physikalischen Gesetze: Grundsätzlich ist es so, dass wenn Wasser zum Kochen bringen soll, ein Teil der Flüssigkeit in Wasserdampf umgewandelt werden muss. Hierfür müssen möglichst viele Wassermoleküle aus ihrem Verbund mit anderen Molekülen durch Zuführung von Energie herausgelöst werden.

Wird das Salz vor der Erwärmung ins Nudelwasser gegeben, so stellen sich die Salzteilchen den Wassermolekülen zusätzlich in den Weg. Dies bedeutet in der Folge, dass es den Wassermolekülen erschwert wird, sich aus dem Verbund zu lösen. Gut gesalzenes Nudelwasser kocht dann erst etwa bei 101° Grad Celsius.

Dies wäre jedoch eine zu einfache Antwort auf die Frage, denn eine weitere Schlussfolgerung war, dass es ganz egal ist, wann das Salz hinzugefügt wird! Gibt man das Salz erst dann hinzu, wenn das Wasser bereits kocht, muss die dadurch entstehende Lösung ebenfalls auch um einen zusätzlichen Grad erhitzt werden, um weiter zu kochen.

Die Wärmeenergie, die man über den Küchenherd benötigt, ist also immer gleich, unabhängig davon, auf welchem Weg bzw. zu welchem Zeitpunkt die Salzgabe geschieht. Küchenprofis ergänzen an dieser Stelle noch den Hinweis, dass Nudeln durch Salz auch nicht viel schneller bissfest werden, jedoch etwas besser schmecken, wenn sie in gesalzenem Wasser gekocht wurden.

 

Energiespar-Tipp: Wenn das Wasser dann erstmal kocht, musst du den Herd übrigens nicht die ganze Zeit anlassen. Das ganze nennt sich dann Nudeln „passiv“ kochen und stellt eine weitere Möglichkeit, um etwas Energie zu sparen.

(se)

Igelverein sucht neue Pflegestellen in Dortmund

Negativer Rekord: Bereits 200 Igel in dieser Saison

An einem kühlen Herbst-Nachmittag steht in der Igel-Beratungsstelle am Tierschutz-Zentrum in Dorstfeld ein Jubiläum an, doch zu feiern ist den ehrenamtlichen Aktiven der Arbeitsgruppe Igelschutz Dortmund e.V. dabei nicht: der 200. Igel der erst seit dem 1. September laufenden Saison wird von aufmerksamen Menschen zur Begutachtung gebracht.

Pflege- und Päppelstellen dringend gesucht!

Zwischen September und Januar öffnet die Beratungsstelle des Vereins jeweils montags, mittwochs und freitags von 17:30 bis 19:30 Uhr und ist dabei Anlaufstelle für Menschen nicht nur aus dem Dortmunder Stadtgebiet, sondern auch aus umliegenden Städten wie Witten, Bochum und Castrop-Rauxel. In Kartons und Transportboxen sitzen dann entweder verletzte Igel, ausgewachsene, aber unterernährte Tiere sowie ganz häufig Babys.

Haben Finderinnen und Finder nicht die Zeit oder räumliche Möglichkeiten, die aufgefundenen Tiere nach der medizinischen Erstbetreuung weiter zu versorgen, werden diese auf Pflegestellen des Vereins verteilt. Diese derzeit maximal 30 Stellen sind aber bereits Ende Oktober am Kapazitätslimit angekommen.

Was muss eine Igel-Pflegestelle erfüllen?

Der zeitliche Bedarf an eine Pflegestelle richtet sich in erster Linie nach dem Igel: so erfordert eine Päppelstelle für einen untergewichtigen Igel regelmäßige Fütterungsintervalle, während andere Tiere nur einmal täglich eine Schale mit Futter sowie eine Reinigung des Geheges benötigen.

Des Weiteren werden auch betreute Stellen für die Überwinterung gesucht, diese können sowohl Gartenlauben, Terrassen oder Kellerräume mit Fernstern sein. Weitere Fragen von interessierten Igelfreundinnen und Igelfreunden beantwortet der Verein gerne telefonisch, persönlich oder per Mail.

Öffnungszeiten Igelstation/Beratungsstelle:

Zwischen 1. September 2023 bis 12. Januar immer montags, mittwochs und freitags von 17:30 bis 19:30 Uhr geöffnet. Adresse: Hallerey 39, Dortmund-Dorstfeld (Tierschutzzentrum)

Kontaktdaten:
Telefon Igelstation: 0231 - 175555
Homepage: Arbeitsgruppe Igelschutz Dortmund e.V.

Bundesweite Igel-Hilfe: Pro Igel e.V.

 

(se)

Deutschland stimmt NICHT gegen Glyphosat!

Fassen wir zunächst einmal die Fakten zusammen:

  • Es handelt sich dabei um das meistverkaufte Pestizid weltweit und kommt auf rund 40 % der deutschen Äcker zum Einsatz
  • Laut der Internationalen Agentur für Krebsforschung der WHO wird es seit 2015 als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestuft.
  • Über die Gefahr für Menschen hinaus bedroht es massiv die Artenvielfalt, da es über die Pflanzen auch Insekten und Vögel tötet

Aufgrund der damit verbundenen Gefahren einigten sich die Ampelparteien im Koalitionsvertrag darauf, Glyphosat bis 2023 vom Markt zu nehmen. Bei einer EU-Abstimmung in der letzten Woche zur Weiter-Zulassung für die nächsten zehn Jahre hat die Bundesregierung jedoch nicht klar dagegen gestimmt, sondern sich enthalten. Dies führte in weiterer Folge dazu, dass sich weder für noch gegen die weitere Zulassung eine qualifizierte Mehrheit gefunden hat. Die Zulassung landet nun in einem europäischen Berufungsausschuss. Sollte die Zulassung bzw. die Nicht-Zulassung dort aber erneut keine Mehrheit finden, so kann die EU-Kommission die Zulassung eigenständig verlängern. Sollte der weltweit meistverwendeten Pestizid-Wirkstoff in der EU dadurch weiterhin erlaubt bleiben, so könnte Deutschland den Einsatz hier ausschließlich noch etwas begrenzen, aber nicht mehr vollständig verhindern.

Sebastian Everding, unser Spitzenkandidat für die Europawahl im nächsten Jahr, richtet hier einen klaren Appell an den Bundesumweltminister:

„Herr Özdemir! Sie haben sich bereits mehrfach klar gegen eine neue Zulassung ausgesprochen. Bereits im November steht die endgültige Abstimmung im EU-Berufungsausschuss an. Bestehen Sie innerhalb der Bundesregierung auf eine Einhaltung des Koalitionsvertrages und sorgen somit für ein klares „Nein!” unseres Landes, um dieses Gift endlich europaweit von den Äckern zu bekommen! Für die Menschen, Umwelt und die Tiere!”

Einladung zur Lesung in Dortmund am 20. Oktober

Der Siegener Autor Ulrich Bender liefert mit seinem neuen Buch „Brokkoli ist eine warme Farbe“ kurze Geschichten für vegan lebende Menschen, Gartenliebhaber:innen, Tierrechtler:innen und eigentlich für alle, die sich für Pflanzen und Farben interessieren. Zuvor veröffentlichte er bereits mit seinem Buch „Schwein gehabt“  humorvolle Geschichten vom täglichen Vegansein.

Wir treffen uns dafür am Freitag, dem 20. Oktober ab 18 Uhr im gemütlichen Separee von „Meeting“ Café-Bar & Eventlocation in der Dortmunder Innenstadt. Vor Ort besteht die Möglichkeit, seine Werke käuflich zu erwerben. Hunde sind im Lokal erlaubt.

Die Lokalität:
Meeting, die Café-Bar
Hoher Wall 30, 44137 Dortmund

Anfahrt Auto:
In direkter Umgebung am Wall befinden sich zahlreiche Parkplätze.
Das nächstgelegene Parkhaus befindet sich in der Thier-Galerie.

Anfahrt ÖPNV:
Das Lokal befindet sich fußläufig in der Nähe mehrere Haltestellen, z. B. Stadtbahn U43/U44 Haltestelle Westentor
Der Dortmunder Hbf liegt ca. 700 m entfernt.

Links:
Homepage Ulrich Bender
Meeting Café Bar

Mahnwache in Mönchengladbach

Mitglieder unserer Regionalgruppe Mönchengladbach nahmen am vergangenen Wochenende an einer vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) organisierten Mahnwache für die verstorbenen Radfahrerin in Mönchengladbach-Rheydt teil. Die 71-Jährige wurde bereits am 26. September am Rand des Marktplatzes in der Rheydter Innenstadt von einem Lkw überrollt und verstarb nach einem Transport mit dem Rettungshubschrauber wenig später im Krankenhaus. Am Unfallort stellte der ADFC ein sogenanntes Geisterrad auf. Das weiß lackierte Fahrrad soll dabei dauerhaft an die verstorbene Radfahrerin erinnern.

 

Vor dem Hintergrund dieses und vieler weiterer Unfälle mit Toten und schwer verletzten Radfahrer:innen fordern wir in den Städten und Gemeinden in NRW einen viel stärkeren Fokus auf die Sicherheit von Radwegen:

  • Es ist ein durchgehendes Radwege-Netz zu schaffen, was bedeutet, dass es keine „Radweg-Ende“- oder „Radfahrer absteigen“-Schilder mehr geben darf.
  • Es muss durchgängig eine ausreichende Breite der Radwege bestehen, dies beinhaltet die sicheren seitlichen Abstände (zum fließenden Verkehr, Mauern, Lampen, Verkehrsschildern usw.) und abgesenkte Bordsteine.
  • Schlaglöcher und andere Hindernisse wie Mülltonnen, Werbeschilder und ähnliches darf es auf Radwegen nicht mehr geben.
  • Die Infrastruktur der Radwege muss durchgängig selbsterklärend und intuitiv verständlich sein, um unerfahrene Radfahrenden, Kindern und Ortsfremden eine gute Orientierung zu geben.
  • Auf den Hauptradrouten ist unbedingt eine Trennung der Verkehrsarten vorzusehen.
  • Gemischte Führungen von Rad- und Fußverkehr sind ausschließlich bei sehr geringem Verkehrsaufkommen denkbar.
  • Freie Rechtsabbieger oder Bypässe an Kreisverkehren über eine Radwege- oder Fußwegeverbindung hinweg oder Lichtsignalanlagen mit bedingtem Grün (Gelbblinker) sind nicht mit einer sicheren Rad-Infrastruktur vereinbar.

(se)

Kleine Parteien als demokratische Alternative

Der Mythos der verlorenen Stimme

Blickt man in der Wahlkabine auf den Stimmzettel, so findet man sowohl bei einer Kommunalwahl, der Bundestagswahl, den bevorstehenden Landtagswahlen in Hessen & Bayern, als auch bei der Europawahl im Juni 2024 neben den bekannten Großen auch stets eine Vielzahl an kleinen Parteien. Diese finden sich jedoch in den Wahlumfragen der Medien später meist nur unter dem Begriff „Sonstige“ wieder.

Einzelpersonen des öffentlichen Lebens, aber auch Institutionen und Vereine argumentieren jedoch vor jeder Wahl aufs Neue, dass diese Stimmen verschenkt wären und im schlimmsten Fall sogar noch Parteien wie der AfD Vorschub leisten würden, weil dadurch in den Parlamenten vertretene andere Parteien geschwächt würden. Dabei bringen Kleinparteien, wie die unsere, oftmals frische und unverbrauchte Sichtweisen und Zukunftsideen ein und setzen deutliche Zeichen in der Parteienlandschaft gegen Hass und Hetze und für Respekt und Mitgefühl! Lesen Sie hier ein Plädoyer für die Underdogs der politischen Landschaft und warum diese einen Gewinn für die Demokratie darstellen.

Argument 1: Finanzielle Unterstützung

Parteien nehmen erst dann am System der staatlichen Teilfinanzierung teil, wenn sie bei der letzten Bundestags- oder Europawahl mindestens 0,5 % bzw. bei der letzten Landtagswahl mindestens 1,0 % der gültigen Stimmen erhalten haben. Ist dieses Kriterium erfüllt, erhalten sie jährlich bis zu 0,86 € für jede auf ihrer jeweiligen Liste abgegebene Stimme (Zweitstimme). Diese Gelder nutzen Kleinparteien vor allem, um Ihre öffentliche Wahrnehmung zu steigern und somit mit Ihren Zielen und Visionen für Wähler:innen sichtbarer zu werden, denn gerade Wahlkämpfe kosten viel Geld.

Argument 2: Ideen „Übernahme“ durch große Parteien

Auch wenn es kleine Parteien oft nicht schaffen in den Landtag oder gar in den Deutschen Bundestag einzuziehen, so werden ihre Ideen und Vorschläge gerne mal von den großen Parteien „übernommen“. Gerade wenn Parteien oder Einzelkandidierende zu einem Thema oder mit einer Position einen besonders hohen Zuspruch bei den Wähler:innen erhalten, bleibt dies in den Schaltzentralen der Macht nicht unbemerkt.

Argument 3: Fokussierung auf neue Themen

So schaffen es selbst vergleichsweise geringe Wahlerfolge kleinerer Parteien, die Aufmerksamkeit auf Themen zu lenken, die bislang eher im Windschatten der Regierungspolitik lagen: Exemplarisch hätte es den Fokus und die Verbesserungen hinsichtlich der Thematiken Tiertransporte, Tierversuche oder Kampf gegen die Klimakrise höchstwahrscheinlich nicht ohne kontinuierlichen Druck seitens der Tierschutzpartei und weiteren Kräften gegeben.

Argument 4: Aktivierung von Nichtwähler:innen

Politikverdrossenheit ist nicht erst seit diversen Spenden- oder Lobbyskandalen ein fester Bestandteil der deutschen Gesellschaft und das Schimpfen auf „die da oben“ an der Tagesordnung, sodass viele Wähler:innen erst gar nicht zur Wahl gehen. Gerade Kleinparteien schaffen dank differenzierter Themen und neuer Perspektiven oft erstmals wieder in die Lebenswirklichkeit von Teilen der Bevölkerung einzudringen, die von vielen etablierten Teilen der Politik schon lange abgeschrieben wurden.

Argument 5: Hohe Fach- und Themenkompetenz

Viele kleinere Parteien und Gruppierungen haben starke thematische Schwerpunkte und die ehrenamtlichen Politiker:innen setzen sich mit großer Leidenschaft für ein oder mehrere „Herzensthemen“ ein. Oftmals vereinen diese durch die aktiven Mitglieder und Unterstützer:innen eine enorme thematische Fachkompetenz. Oder würden Sie beispielsweise unserer Partei keine fundierte Expertise im Tierschutz bzw. für den Schutz aller Lebewesen, in Sachen Klimakrise oder dem Einsatz für sozialer Gerechtigkeit zutrauen? In vielen gleichartigen Parteien steht ebenfalls der Idealismus für das Sachthema oftmals an erster Stelle. Meist gehen diese dann mit Maximalforderungen zu einem bestimmten Thema in den Wahlkampf, aber tun das die Gewerkschaften oder Autoverkäufer:innen nicht ebenso?

Wenn es so viele gute Argumente für kleine Parteien gibt, warum besteht dann eine 5-Prozent-Hürde bei vielen Wahlen?

In die 16 Landtage oder gar in den Bundestag schafft es aktuell so gut wie keine der Kleinparteien, denn das deutsche Wahlrecht hat eine Art Sperre eingebaut: Mindestens 5 % der gültigen Stimmen sind so etwas wie der „Türsteher“ vor vielen Parlamenten. Diesen zu überwinden fällt vielen politischen Gruppierungen äußerst schwer, denn oftmals fehlt der personelle Hintergrund flächendeckend Kandidierende aufzustellen und zusätzlich in jedem Bundesland bis zu 2.000 Unterstützungs-Unterschriften zusammenzubekommen, um überhaupt erst auf dem Stimmzettel vertreten zu sein.

Anders als bei Wahlen innerhalb Deutschlands, wie Landtags- oder Bundestagswahlen, gibt es für deutsche Parteien bei europäischen Wahlen noch keine Sperrklausel – die könnte sich jedoch noch durch den aktuell laufenden rechtlichen Prozess bezüglich der Europawahl 2029 ändern. Indem dabei ebenfalls eine prozentuale Eintrittskarte eingeführt werden soll, wollen größere Parteien eine weitere Zersplitterung des Parlaments verhindern. Diese Idee, wie die der Fünf-Prozent-Hürde, geht dabei auf die Angst zurück, dass zu viele Klein- und Kleinstparteien ein Parlament quasi unregierbar machen würden. Jedoch scheint dies einerseits bloß ein aus Angst vor Machtverlust motivierter Akt der bereits Machthabenden zu sein und andererseits erscheint das stützende Argument einer unmöglichen Arbeitskultur durch angeblich übertriebene Ausdifferenzierung ins Leere zu schießen. Klein- und Kleinstparteien sind oft Anlaufstellen und Quellen für noch wenig etablierte oder leise Meinungen sowie Ideen, weswegen eine Exklusion dieser aus dem politischen Geschehen durch eine gewollte Hürde einem demokratischen Ideal entgegenstehen würde. Zudem bestehen die im Europaparlament zu findenden Fraktionen ohnehin aus bemerkenswert vielen Parteien (in der Legislaturperiode 2019-2024 gab es mehr als 180), wodurch eine Verringerung seitens Deutschland einen kaum wahrnehmbaren Effekt zeigen und eher eine bloße Auslebung einer antidemokratischen, Macht forcierenden Position darstellen würde.

Argument 6: National ungleich international

Es gibt einen relevanten Unterschied zwischen Politik auf nationaler und internationaler Ebene. Kleinparteien können, obwohl sie kaum im politischen Kosmos Deutschland sichtbar sind, dennoch auf europäischer Ebene wirksam sein. Aufgrund dessen ist es möglich, bei verschiedenen Rahmenbedingungen divers zu wählen. Kommunal-, Landtags-, Bundestags- oder Europaparlamentswahlen sind in bestimmten Hinsichten eigene Spielfelder, wodurch es nicht zwingend so sein muss, dass man bei jenen überall das Gleiche ankreuzt. Selbstverständlich ist die Stimmabgabe für einen kleinen Akteur wie die Tierschutzpartei auf allen Ebenen hilfreich und wichtig. Doch auch wenn etwa im Landesbereich gewohnheitsmäßig die eine Großpartei gewählt wird, da dort beispielsweise Kleinparteien meist unsichtbar bleiben und fälschlicherweise den Anschein der Irrelevanz erzeugen, ist es sinnvoll auf europäischer Ebene gerade dort das Kreuz zu setzen. Die Präsenz und Wirkungsmacht auf der einen Stufe bestimmt nicht die auf einer anderen.

Das Abschlussplädoyer

Selbstverständlich werden diese Argumente nicht alle überzeugen, ihr „Kreuzchen“ jenseits einer etablierten Partei zu setzen. Die Stimmabgabe für eine der Großen sollte jedoch auch nicht als Begründung für den Glauben daran dienen, dass es die Wunschpartei ohnehin nicht schaffen wird, in das jeweilige Parlament einzuziehen. Kleinparteien oder auch unabhängige Direktkandidaten bringen viele neue Ideen und sogar einen Idealismus in die deutsche Demokratie ein, der vielen Parteien über die Jahrzehnte leider gänzlich abhandengekommen ist. Wer den „Kleinen“ keine Chance gibt, sollte das Argument, dass sich politisch ja sowieso nichts ändern würde, besser in der Schublade lassen.

(se/tk)

NRW Terminübersicht Oktober und November

Oktober:

  • Sonntag, 08.10. – 13:30 Uhr – Teilnahme Demo „Genug spaziert!“  in Bielefeld gegen antisemitische Hetze.
  • Freitag, 20.10. ab 18 Uhr – Lesung Ullrich Bender „Brokkoli ist eine warme Farbe“ in Meeting – Die Café Bar, Hoher Wall 30, 44137 Dortmund
  • Sonntag, 22.10. 19 – 19:00 Uhr – ViKo des Landesvorstands NRW, öffentlich für alle Mitglieder

November:

  • Samstag & Sonntag 04./05.11. – Stand auf der Veggienale Messe in Münster – Hier brauchen wir dringend noch Hilfe am Stand – Weitere Messe-Infos hier.
  • Samstag, 11.11. ab 10 Uhr – Infostand und Mahnwache zur Schliefenanlage Dortmund im Stadtteil Mengede – Weitere Infos folgen
  • Sonntag, 12.11.  19 – 19:00 Uhr – ViKo des Landesvorstands NRW, öffentlich für alle Mitglieder
  • Donnerstag, 16.11. 19 – 20 Uhr – Vorbereitungs ViKo Landesparteitag – Wir erklären Neu- und Probemitgliedern einmal alle Abläufe, Abstimmungen und Anträge vorab.
  • Samstag, 18.11. ab 10 Uhr – Landesparteitag NRW mit Nachwahlen im Landesvorstand – Werkshalle Union Gewerbehof, Huckarder Str. 12 (Eingang) in Dortmund

Dezember Spoiler:

  • Wir planen eine kleine Weihnachtsfeier – Hier suchen wir aktuell noch einen geeigneten Ort mit veganem Angebot. Wir freuen uns über eure Vorschläge.

Ein Grunderbe für mehr Chancengleichheit

Was hättest du als 18-jährige:r mit 20.000 Euro gemacht? Das erste eigene Auto? Eine Weltreise? Deine Angehörigen unterstützt? Ein kleines Gewerbe gegründet? Gespart bzw. angelegt? Auf den Nebenjob während des Studiums verzichten können? Anlässlich des Tages der Deutschen Einheit schlägt Carsten Schneider, seines Zeichens Ostbeauftragte der Bundesregierung, ein Startkapital von bis zu 20.000 Euro als „staatliches Geburtstagsgeschenk“ für alle gerade volljährig werdenden vor. Mit diesem sogenannten Grunderbe möchte er die bestehenden Vermögensungleichheiten zwischen Ost- und Westdeutschland verringern und Jugendlichen zu mehr Chancengleichheit und besseren Startchancen ins Berufsleben verhelfen.

Die Idee stammt dabei freilich nicht vom SPD-Politiker selber, so wurde das Modell des Grunderbes vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) entwickelt. Laut Berechnungen des Institutes kann es dazu führen, dass das Standardmaß der Ungleichheit, der sogenannte Gini-Koeffizient, merklich gesenkt werden würde. Je nach Ausgestaltung sogar um bis zu sieben Prozent. Dabei ist den Forschenden klar, dass sich mit einem Betrag von  20.000 Euro sicherlich nicht alle Wünsche realisieren lassen würde, es könnten damit aber zahlreichen Menschen neue Optionen bei der Gestaltung ihrer Lebenswege eröffnet werden. Sie widersprechen damit Kritikpunkten von Linken und der FDP, welche die Idee als eine Umverteilung nach dem Gießkannenprinzip bezeichnen und weisen darauf hin, dass die Einführung die soziale Ungleichheit zumindest kurzfristig reduzieren würde, da Vermögen von alt zu jung und von reich zu arm umverteilen würde. Dies würde vor allem vor dem Hintergrund der Generationengerechtigkeit passieren, da eine ältere Generation den jungen Menschen eine Welt hinterlassen würde, die von Klimakatastrophen und geopolitischen Konflikten geprägt ist.

Finanziert werden soll solch ein finanzielles Geburtstagsgeschenk mit Kosten in Höhe von rund 15 Milliarden Euro jährlich über eine Erhöhung der Erbschaftssteuer. Hier weisen die Forschenden darauf hin, dass die Hälfte aller privaten Vermögen in Deutschland nicht mit den eigenen Händen erarbeitet wurde, sondern von den Nachkommen durch Erbe oder Schenkung erlangt wurde. Jährlich erhält der Staat nur acht Milliarden Euro an Erbschaftssteuer, was rund zwei Prozent der Summe von knapp 400 Milliarden Euro entspricht, die jedes Jahr in Deutschland verschenkt oder vererbt wird.

Eine Idee, bei der es sich lohnt, konkret weiter darüber nachzudenken….

 

Weitere Informationen zum Thema:

Artikel Zeit Online – Veröffentlicht beim DIW Berlin

Homepage der Stiftung für Chancengleichheit – Das Grunderbe

 

(se)

Verletzte Igel im Minutentakt

Ein später Montagnachmittag, im Tierschutzzentrum in Dortmund-Dorstfeld öffnen die Räume der Igel-Beratungsstelle, vor der mehrere Personen bereits mit ihren stacheligen Fundtieren auf kompetente Hilfe warten. Um dem Ansturm gerecht zu werden, haben die ehrenamtlichen Aktiven der Arbeitsgruppe Igelschutz gleich zwei Plätze für die Erstuntersuchung aufgebaut. Eins wird schnell klar: Die meisten Igel kommen mit schwersten Verletzungen, mutmaßlich verursacht durch Rasentrimmer und Mähroboter.

Der erste Fall des Nachmittags ist ein stattlicher männlicher Igel mit tiefen Schnittverletzungen im Nackenbereich. Die Finderin konnte aufgrund langjähriger Erfahrungen mit Pflegeigel bereits eine erste Wundversorgung durchführen. Aufgrund der Schwere der Verletzungen wird der kleine Patient nach einer Spritze mit Schmerzmitteln direkt an eine Arztpraxis weiter „überwiesen“, mit der der Verein bereits seit längerem zusammen arbeitet. Gerade die Feststellung des Geschlechts entscheidet in der Igelstation über Erleichterung oder löst weitere Maßnahmen aus: Sollte ein verletztes Weibchen in die Station kommen, ist in dieser Zeit davon auszugehen, dass irgendwo stacheliger Nachwuchs auf seine Mutter wartet, der dann schnellstmöglichst gesucht und gefunden werden muss.

 

Auch beim zweiten Patient handelt es sich wohl um ein Unfallopfer, welches schwerste Schnittverletzungen im Rektum aufweist. Es ist nur zu vermuten, dass auch dieser Igel in Kontakt mit scharfen Gartenwerkzeugen gekommen ist, sodass auch dieses Tier aufgrund seiner kritischen Situation direkt mit seiner Finderin weiter zur Tierarztpraxis geschickt wird. Es verbleiben Blutflecken auf dem Handtuch des Behandlungsplatzes, welche das Team von sieben Ehrenamtlichen rund um Regine Weber an diesem Nachmittag zu keiner guten Prognose für dieses kleine Tierschicksal verleiten.

 

In diesem Moment wird bereits die nächste Transportbox geöffnet und zum Vorschein kommt nach den stattlichen großen Igeln eine kleine Handvoll. Ein Jungigel, welcher bereits zuvor Gast der Station war und aktuell aufgepäppelt wird. Auch er bringt eine Verletzung an der Vorderpfote mit sich, welche nochmal durch die erfahrenen Tierexpertinnen in Augenschein genommen wird, um über weitere Schritte zu beraten.

 

Wenige Minuten in der Igelstation in Dortmund-Dorstfeld, wenige Minuten, die sinnbildlich sind für die aktuellen Probleme in Sachen Tierschutz – Ehrenamtliche, welche viel Freizeit opfern, um verletzte Tieren das Überleben zu ermöglichen. Viel mehr Menschen sollten vor diesem Hintergrund lesen, was der Verein groß im Eingangsbereich aufgehängt hat:

Der Verein und auch alle anderen Igel-Vereine bundesweit freut sich vor diesem Hintergrund über jede finanzielle Unterstützung und Menschen, die bereit sind, das Team ehrenamtlich zu unterstützen:

Öffnungszeiten Igelstation/Beratungsstelle:

Zwischen 1. September 2023 bis 12. Januar immer montags, mittwochs und freitags von 17:30 bis 19:30 Uhr geöffnet. Adresse:  Hallerey 39, Dortmund-Dorstfeld (Tierschutzzentrum)

Kontaktdaten:
Telefon Igelstation: 0231 - 175555
Homepage Arbeitsgruppe Igelschutz Dortmund e.V.

Bundesweite Igel-Hilfe: Pro Igel e.V.

 

(se)

Spenden für den EU-Wahlkampf benötigt

Trotz stetig steigender kommunaler Mandate in Stadt- und Gemeinderäten sind wir bundesweit eine noch eher kleine Partei, die wachsen muss und dies in jeder Hinsicht. Mit unseren Zielen und Visionen von der „breiten Öffentlichkeit“ wahrgenommen zu werden, ist für uns und unsere ehrenamtlich Aktiven ein hartes Stück Arbeit! Continue reading “Spenden für den EU-Wahlkampf benötigt”