Tierschutzpartei legt Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht ein – Ausschluss von der Bundestagswahl in vier Bundesländern angefochten

PRESSEMITTEILUNG

Karlsruhe, 16. März 2026
Die PARTEI MENSCH KLIMA TIERSCHUTZ hat kurz vor Ablauf der Frist eine Wahlprüfungsbeschwerde beim Bundesverfassungsgericht eingereicht.
Hintergrund ist der Ausschluss der Partei von der Bundestagswahl 2025 in den Bundesländern Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen.
Grund für den Wahlausschluss war, dass die Partei in diesen Bundesländern die erforderlichen Unterstützungsunterschriften nicht vollständig erreichen konnte. In Brandenburg fehlten beispielsweise nur 294 von insgesamt 2000 erforderlichen Unterschriften. Unterstützungsunterschriften dienen dazu, bei Parteien ohne parlamentarische Vertretung eine gewisse gesellschaftliche Unterstützung nachzuweisen.

Die Tierschutzpartei kritisiert jedoch, dass die vorgezogene Bundestagswahl 2025 den Zeitraum zum Sammeln der Unterschriften erheblich verkürzt habe, ohne die erforderliche Anzahl entsprechend zu reduzieren. Dadurch seien außerparlamentarische Parteien benachteiligt worden. Während bei der Bundestagswahl 2021 noch 32 außerparlamentarische Parteien mit Landeslisten antraten, waren es bei der Bundestagswahl 2025 nur noch 18.

Evgeni Kivman, Bundesgeschäftsführer der Tierschutzpartei und Kandidat auf der nicht zugelassenen Landesliste in Brandenburg, erklärt dazu: „Uns in vier Bundesländern komplett von der Wahl auszuschließen, nur weil unsere Kapazitäten in dieser extrem kurzen Zeit nur für 21.000 statt für 27.000 Unterschriften gereicht haben, ist nicht nachvollziehbar. Viele unserer Mitglieder und Unterstützer waren darüber extrem enttäuscht.

In ihrer Wahlprüfungsbeschwerde bemängelt die Partei zudem grundsätzlich die Pflicht zum Sammeln von Unterstützungsunterschriften für Parteien, die bei der vorherigen Bundestagswahl schon erfolgreich waren. Bei der Bundestagswahl 2021 hatte die Tierschutzpartei bundesweit 1,5 Prozent der Stimmen erreicht – in Brandenburg sogar 2,6 Prozent. Aus Sicht der Partei belege dieses Ergebnis bereits eine ausreichende Unterstützung in der Bevölkerung.

Kivman weiter: „Es ist absurd, von einer Partei, die bei der vorherigen Bundestagswahl über 600.000 Stimmen erhalten hat, erneut 27.000 Unterstützungsunterschriften zu verlangen. Während wir Unterschriften sammeln mussten, waren etablierte Bundestags- und Landtagsparteien davon befreit und konnten teilweise bereits Wahlplakate aufhängen.“
Der vollständige Text der Wahlprüfungsbeschwerde wird Medienvertretern zur Kenntnisnahme bereitgestellt, ist jedoch nicht zur Veröffentlichung vorgesehen.

Über diese Art der Benachteiligung wurde auch bereits kurz vor der Bundestagswahl in der Presse berichtet, z.B.
https://www.tagesschau.de/inland/bundestagswahl/parteien/kleine-parteien-106.html

Pressekontakt:
Evgeni Kivman
Bundesgeschäftsführer
Tel.: 0157 87070684

+++PRESSEMITTEILUNG+++  Tierschutzpartei kritisiert Untätigkeit der Landes- und Bundespolitik beim Feuerwerksverbot: „Verantwortungsflucht statt Handeln“ 

+++PRESSEMITTEILUNG++
Tierschutzpartei kritisiert Untätigkeit der Landes- und Bundespolitik beim Feuerwerksverbot: „Verantwortungsflucht statt Handeln“ 

Deutschland, 31.12.2025 –
Die PARTEI MENSCH UMWELT TIERSCHUTZ wirft der Landes- und Bundespolitik vor, sich beim Thema privates Feuerwerk ihrer Verantwortung zu entziehen. Dabei sprechen die Fakten eine klare Sprache: 59 Prozent der Bevölkerung befürworten ein Feuerwerksverbot, ebenso Polizei und Rettungskräfte. Dennoch verweigert die Politik konsequentes Handeln und verweist stattdessen auf Kommunen. 

„Das ist keine gelebte Demokratie, sondern Verantwortungsflucht“, erklärt Dennis Landgraf, Vorsitzender der Tierschutzpartei. „Jedes Jahr erleben wir dieselben Folgen: Verletzte Menschen, überlastete Einsatzkräfte, Gewalt, Umweltverschmutzung und massiven Stress für Tiere – und jedes Jahr heißt es wieder, man sei nicht zuständig.“ 

Nach Ansicht der Tierschutzpartei mangelt es nicht an Erkenntnissen, sondern an politischem Rückgrat. Vernünftige und mehrheitsfähige Lösungen würden aus Angst vor Konflikten vertagt. Leid, Sachschäden und Umweltbelastungen würden so bewusst in Kauf genommen. 

„Nicht der Klügere gibt nach – der Klügere handelt. Wer das nicht tut, sollte wenigstens aufhören, Untätigkeit als Politik zu verkaufen“, so Dennis Landgraf. 

Die Partei fordert klare landesweite Regelungen, die Menschen, Tiere und Umwelt schützen, statt politische Verantwortung weiterzureichen. 

Kontakt:
Dennis Landgraf, Bundesvorsitzender und Pressesprecher der PARTEI MENSCH UMWELT TIERSCHUTZ – Tierschutzpartei
presse@tierschutzpartei.de 

Pressemitteilung: Tierschutzpartei kritisiert Pony-Karussell und Feuerwerk auf der Lautrer Oktober-Kerwe – „Tiere sind keine Volksfestattraktionen“ 

Kaiserslautern, 25. Oktober 2025 –
Trotz zahlreicher Proteste und wachsender Kritik aus der Bevölkerung findet sich auf der diesjährigen Oktober-Kerwe in Kaiserslautern erneut ein Pony-Karussell. Zudem ist wieder ein Abschlussfeuerwerk geplant – ein Ereignis, das für Tiere mit enormem Stress verbunden ist.

„Ponys sind Fluchttiere. Es widerspricht ihrer Natur, stundenlang Lärm, Musik und Menschenmassen ausgesetzt zu sein – und dabei immer wieder fremde Personen tragen zu müssen“, erklärt Nathalie Christine Pönicke-Schmitz, Landesvorstandsmitglied der PARTEI MENSCH UMWELT TIERSCHUTZ (Tierschutzpartei) Landesverband Rheinland-Pfalz. „Das hat nichts mit Unterhaltung zu tun, sondern mit Tierleid, das vermeidbar wäre.“

Auch das geplante Feuerwerk steht in der Kritik. Es verursacht nicht nur massiven Stress bei Haus-, Wild- und Nutztieren, sondern auch erhebliche Umweltbelastungen. Durch die Explosionen werden Feinstaub und Schwermetalle freigesetzt, die sich in Boden und Grundwasser absetzen können.

Die Tierschutzpartei fordert die Stadtverwaltung eindringlich auf, den Einsatz von Tieren auf Volksfesten zu beenden und künftig auf Feuerwerke zu verzichten. Zahlreiche Städte in Deutschland haben bereits Alternativen wie tierfreie Kinderattraktionen oder lautlose Licht- und Lasershows erfolgreich eingeführt.

„Wir appellieren an die Bürgerinnen und Bürger, das Angebot der Pony-Karussells nicht zu nutzen. Jede nicht gekaufte Runde ist ein Zeichen für Mitgefühl und gegen Tierleid“, so die Tierschutzpartei weiter.

Die Partei hofft, dass die Stadt Kaiserslautern den Wunsch vieler Lautrer ernst nimmt und der Oktober-Kerwe in Zukunft ein modernes, tierfreundliches und umweltbewusstes Gesicht gibt.

Kontakt:
PARTEI MENSCH UMWELT TIERSCHUTZ – Tierschutzpartei Presseteam
0179 439 8802 – presse@tierschutzpartei.de – tierschutzpartei.de

Monatelang besetztes Camp von Umweltaktivist:innen in Grünheide geräumt: Wir verurteilen die Räumung des Camps!

Monatelang befand sich im sogenannten „Wasserwald“ in der Grünheide bei Fangschleuse ein Camp von Umweltaktivist:innen. Nun wurde es von der Polizei geräumt. Wir, die Tierschutzpartei Berlin, stellen uns entschieden auf die Seite der Aktivist:innen und sehen die Räumung als kritischen Fehltritt an.

 

Das Camp, aufgebaut von Aktivist:innen der Klima- und Umweltschutzbewegung, mit Baumhäusern, Holzkonstruktionen und einer richtigen Infrastruktur, stand monatelang für den friedlichen, zivilen Widerstand gegen die Interessen eines Multi-Milliarden-Konzerns. Der Ausweitung der sogenannten Gigafactory stellten sich Aktivist:innen, die Bürgerinitiative Grünheide sowie eine Bürger:innenbefragung entgegen. Dennoch soll nun geräumt werden, da eventuell Kampfmittel auf dem Gelände verteilt sein könnten und dies eine Gefahr für die Aktivist:innen, Rettungskräfte und Hilfsorganisationen darstellen könnte, so der Innenminister Brandenburgs, Michael Stübgen (CDU).

 

 

„Es erschüttert mich bis ins Mark, wenn eine Gemeinde wegen der Versprechungen eines Konzerns einknickt und sich gegen ihre eigenen Bürger:innen wendet“, so Maxim Seeck, Vorsitzender des Landesverbandes Berlin der Tierschutzpartei.

Es wäre ein Armutszeugnis, dass, obwohl sich die Bürger:innen der Gemeinde in einer Bürgerbefragung gegen eine Bebauung ausgesprochen haben, hier mit so faulen Mitteln gearbeitet werden würde. Die Gemeinde hatte das Brandenburger Innenministerium bereits vor 1,5 Monaten darum gebeten, dieses Gebiet zu sondieren, so Michael Stübgen erneut.

„Das ist bloß eine Machtdemonstration vonseiten der Gemeinde. Unter dem Motto „Egal, wie viel Widerstand ihr meint aufzubringen, wir sitzen am längeren Hebel“, so Maxim Seeck weiter. Laut ihm sei die Sondierung eine Provokation den betroffenen Einwohner:innen und den Aktivist:innen gegenüber gewesen, welche von Anfang an darauf abzielte, durch erhoffte Verstöße des Versammlungsrechts vonseiten der Aktivist:innen, die Versammlung aufzulösen. Ähnlich berichtet es Manuela Hoyer, Sprecher:in der Bürgerinitiative Grünheide: “Letztendlich stellt sich die Frage, warum muss jetzt die eine Sondierung hier stattfinden, wo dieses Gebiet eigentlich weder begangen, noch befahren oder bebaut werden soll.“ Auch ihrer Auffassung nach war die Sondierung bewusst angesetzt, um eine Eskalation zu provozieren und das Camp zu räumen.

 

 

„Mit dieser Maßnahme ist niemandem außer Tesla geholfen. Nicht den Bürger:innen, nicht der Gemeinde, nicht den Aktivist:innen und nicht der Tier- und Pflanzenwelt“, so Maxim Seeck schlussfolgernd. Es sei aus Sicht der Tierschutzpartei Berlin nicht hinnehmbar, dass hier auf Kosten von Menschen, Umwelt und dem Tierschutz einem riesigen, global agierenden Konzern Recht gegeben und dabei ignoriert werden würde, was für Auswirkungen das auf die Region hätte.

„Wenn zu der bereits 300 Hektar umfassenden Fabrik, welche schon jetzt den Grundwasserspiegel beeinträchtigt, auch noch über 100 Hektar dazu kommen, könnten die Folgen für die Umwelt fatal sein.

“Profit darf hier nicht wieder über allem stehen, sondern muss sich auch von der Politik zum Wohle aller an zweiter Stelle einreihen”, schließt Maxim Seeck ab.

Landesparteitag in Berlin: Vorstand der Berliner Tierschutzpartei nimmt Arbeit auf

Am 2. und 3. November 2024 wählten die Mitglieder in Berlin einen neuen Vorstand. Neben dem politischen Austausch war auch die Klimaliste Berlin zu Gast, welche sich den Mitgliedern vorstellte, um progressive Kräfte für die kommenden Wahlen zu vereinen.

 

Der neue Vorstand: So wurde gewählt

An der Spitze stehen nun drei Vorsitzende im Team: Nico Poschinski (94 %), Isabell Reinold (89 %) und der jüngste Vorsitzende, Maxim Seeck (61 %). Mirko Claus wird weiterhin die Geschäftsführung des Berliner Landesverbands übernehmen. In das Amt des Schatzmeisters wählten die Mitglieder Florian Schmeding. Er ist zugleich Beisitzer im Bundesvorstand der PARTEI MENSCH UMWELT TIERSCHUTZ.

Diese Beisitzer:innen wurden gewählt: Jessica Böhm, Julian Müller, Prof. Dr. Kocku von Stuckrad und Dr. Evgeni Kivman, der gleichzeitig Geschäftsführer im Bundesvorstand ist.

 

Die Mitglieder im Austausch mit dem Landesvorstand

Nachdem die Mitglieder ihre organisatorischen Aufstellungen für die kommenden zwei Jahre besprochen und ihre Erwartungen sowie Wünsche an den neuen Vorstand geäußert haben, gab es auch Lob: Durch die Kooperation mit Initiativen wie BaumEntscheid in Berlin oder Görli zaunfrei! setzen wir uns für die richtigen Themen ein und gehen einen proaktiven Weg, der von den Mitgliedern positiv wahrgenommen und gerne unterstützt wird.

 

Mitglieder sitzen zusammen uns tauschen sich aus.

 

Die Klimaliste Berlin zu Gast: Progressive Kräfte bündeln

Herzlich begrüßten die Mitglieder die Klimaliste Berlin, die sich für einen gemeinsamen Austausch vorgestellt hat. Jan Tovar, Vorsitzender der Klimaliste, berichtete über die Erfolge und Hürden seines noch im Aufbau befindlichen Landesverbandes. Angesichts der mittlerweile bekannt gegebenen vorgezogenen Bundestagswahlen stellte er die Frage, wie die Tierschutzpartei Berlin mit diesen Herausforderungen umgehen würde.

 

Um an der kommenden Bundestagswahl teilzunehmen, muss der Landesverband Berlin mehr als 2.000 gültige Unterschriften sammeln – eine der größten Hürden für kleinere Parteien. Der Vorstand der Tierschutzpartei lässt sich davon jedoch nicht entmutigen: „Für die bevorstehende Wahl ist jede Unterstützung gefragt. Jedes Mitglied kann einen Beitrag leisten, und wir benötigen jede helfende Hand im Wahlkampf“, betont die Vorsitzende Isabell Reinold.

An diesem Tag stimmten die Mitglieder einstimmig dafür, den Weg für mögliche Fusionen mit der Klimaliste Berlin zu ebnen.

Zeitumstellung: Erhöhtes Risiko für Wildtier-Unfälle

Die Zeitumstellung bedeutet für viele Menschen zusätzlichen Stress und auch sogenannte „Nutztiere“ können unter den plötzlich veränderten Abläufen in der Agrarindustrie leiden.

Was Vielen außerdem nicht bewusst ist: Continue reading “Zeitumstellung: Erhöhtes Risiko für Wildtier-Unfälle”

AfD-Wirtschaftspolitik: Eine Bedrohung für Deutschland und Europa!

Die Tagesschau berichtet: „Raus aus dem Euro, Drohung mit “Dexit” und ein Nein zur Migration als Instrument gegen den Fachkräftemangel: Das sind drei zentrale Positionen der AfD zur Wirtschaftspolitik. Experten warnen vor den Folgen.“

Die AfD fordert einen gefährlichen Kurswechsel, Continue reading “AfD-Wirtschaftspolitik: Eine Bedrohung für Deutschland und Europa!”

„Wir und das Tier“ – eine Auseinandersetzung mit der Herkunft des „Produktes“ Fleisch

Um die Diskussion über unseren Fleischkonsum und seinen Auswirkungen anzuregen, hat SWR den Film „Wir und das Tier“ veröffentlicht. Fleisch ist nur eines von vielen sogenannten „tierischen Produkten”, durch welche Tiere ausgebeutet werden und leiden. Continue reading “„Wir und das Tier“ – eine Auseinandersetzung mit der Herkunft des „Produktes“ Fleisch”

Info-Viko für Plakatier Helfer:innen zur Europawahl

Die Europawahl am 9. Juni rückt näher und viele Städte und Gemeinden erlauben bereits im März das Anbringen von Wahlplakaten. Um in NRW und bundesweit sichtbar zu sein, wollen wir natürlich auch an möglichst vielen Stellen mit Plakaten vertreten sein – Dafür brauchen wir EURE Hilfe!

Was muss ich beachten? Wo hänge ich idealerweise Plakate auf und wo auf keinen Fall? Woher bekomme ich Plakate?
Diese und viele andere Fragen möchten wir am Donnerstag, dem 07.03. ab 19 Uhr in einer Online-Veranstaltung beantworten.

Hinweise:

  • Um beim Plakatieren zu helfen, musst Du kein Mitglied sein und es gibt auch keine Mindestanzahl an Plakaten, die Du aufhängen solltest, wir freuen uns über jede Unterstützung!
  • Falls Du noch nicht in unsere Helfer:innen Liste eingetragen bist, melde Dich bitte unter nrw@tierschutzpartei.de mit Deinen Kontaktdaten und Deinem Wunschort.

 

Teilnahme via PC / Smartphone:

https://w-hs.zoom-x.de/j/63898236965?pwd=ak5wQ0haMmdiZGUyYit2TXYvQkhSdz09

Meeting-ID: 638 9823 6965

Kenncode: TSP-Plakat

 

Teilname via Festnetztelefon:

+49 69 389 805 96

Meeting-ID: 638 9823 6965

Kenncode: 8252707674

Kleine Parteien als demokratische Alternative

Der Mythos der verlorenen Stimme

Blickt man in der Wahlkabine auf den Stimmzettel, so findet man sowohl bei einer Kommunalwahl, der Bundestagswahl, den bevorstehenden Landtagswahlen in Hessen & Bayern, als auch bei der Europawahl im Juni 2024 neben den bekannten Großen auch stets eine Vielzahl an kleinen Parteien. Diese finden sich jedoch in den Wahlumfragen der Medien später meist nur unter dem Begriff „Sonstige“ wieder.

Einzelpersonen des öffentlichen Lebens, aber auch Institutionen und Vereine argumentieren jedoch vor jeder Wahl aufs Neue, dass diese Stimmen verschenkt wären und im schlimmsten Fall sogar noch Parteien wie der AfD Vorschub leisten würden, weil dadurch in den Parlamenten vertretene andere Parteien geschwächt würden. Dabei bringen Kleinparteien, wie die unsere, oftmals frische und unverbrauchte Sichtweisen und Zukunftsideen ein und setzen deutliche Zeichen in der Parteienlandschaft gegen Hass und Hetze und für Respekt und Mitgefühl! Lesen Sie hier ein Plädoyer für die Underdogs der politischen Landschaft und warum diese einen Gewinn für die Demokratie darstellen.

Argument 1: Finanzielle Unterstützung

Parteien nehmen erst dann am System der staatlichen Teilfinanzierung teil, wenn sie bei der letzten Bundestags- oder Europawahl mindestens 0,5 % bzw. bei der letzten Landtagswahl mindestens 1,0 % der gültigen Stimmen erhalten haben. Ist dieses Kriterium erfüllt, erhalten sie jährlich bis zu 0,86 € für jede auf ihrer jeweiligen Liste abgegebene Stimme (Zweitstimme). Diese Gelder nutzen Kleinparteien vor allem, um Ihre öffentliche Wahrnehmung zu steigern und somit mit Ihren Zielen und Visionen für Wähler:innen sichtbarer zu werden, denn gerade Wahlkämpfe kosten viel Geld.

Argument 2: Ideen „Übernahme“ durch große Parteien

Auch wenn es kleine Parteien oft nicht schaffen in den Landtag oder gar in den Deutschen Bundestag einzuziehen, so werden ihre Ideen und Vorschläge gerne mal von den großen Parteien „übernommen“. Gerade wenn Parteien oder Einzelkandidierende zu einem Thema oder mit einer Position einen besonders hohen Zuspruch bei den Wähler:innen erhalten, bleibt dies in den Schaltzentralen der Macht nicht unbemerkt.

Argument 3: Fokussierung auf neue Themen

So schaffen es selbst vergleichsweise geringe Wahlerfolge kleinerer Parteien, die Aufmerksamkeit auf Themen zu lenken, die bislang eher im Windschatten der Regierungspolitik lagen: Exemplarisch hätte es den Fokus und die Verbesserungen hinsichtlich der Thematiken Tiertransporte, Tierversuche oder Kampf gegen die Klimakrise höchstwahrscheinlich nicht ohne kontinuierlichen Druck seitens der Tierschutzpartei und weiteren Kräften gegeben.

Argument 4: Aktivierung von Nichtwähler:innen

Politikverdrossenheit ist nicht erst seit diversen Spenden- oder Lobbyskandalen ein fester Bestandteil der deutschen Gesellschaft und das Schimpfen auf „die da oben“ an der Tagesordnung, sodass viele Wähler:innen erst gar nicht zur Wahl gehen. Gerade Kleinparteien schaffen dank differenzierter Themen und neuer Perspektiven oft erstmals wieder in die Lebenswirklichkeit von Teilen der Bevölkerung einzudringen, die von vielen etablierten Teilen der Politik schon lange abgeschrieben wurden.

Argument 5: Hohe Fach- und Themenkompetenz

Viele kleinere Parteien und Gruppierungen haben starke thematische Schwerpunkte und die ehrenamtlichen Politiker:innen setzen sich mit großer Leidenschaft für ein oder mehrere „Herzensthemen“ ein. Oftmals vereinen diese durch die aktiven Mitglieder und Unterstützer:innen eine enorme thematische Fachkompetenz. Oder würden Sie beispielsweise unserer Partei keine fundierte Expertise im Tierschutz bzw. für den Schutz aller Lebewesen, in Sachen Klimakrise oder dem Einsatz für sozialer Gerechtigkeit zutrauen? In vielen gleichartigen Parteien steht ebenfalls der Idealismus für das Sachthema oftmals an erster Stelle. Meist gehen diese dann mit Maximalforderungen zu einem bestimmten Thema in den Wahlkampf, aber tun das die Gewerkschaften oder Autoverkäufer:innen nicht ebenso?

Wenn es so viele gute Argumente für kleine Parteien gibt, warum besteht dann eine 5-Prozent-Hürde bei vielen Wahlen?

In die 16 Landtage oder gar in den Bundestag schafft es aktuell so gut wie keine der Kleinparteien, denn das deutsche Wahlrecht hat eine Art Sperre eingebaut: Mindestens 5 % der gültigen Stimmen sind so etwas wie der „Türsteher“ vor vielen Parlamenten. Diesen zu überwinden fällt vielen politischen Gruppierungen äußerst schwer, denn oftmals fehlt der personelle Hintergrund flächendeckend Kandidierende aufzustellen und zusätzlich in jedem Bundesland bis zu 2.000 Unterstützungs-Unterschriften zusammenzubekommen, um überhaupt erst auf dem Stimmzettel vertreten zu sein.

Anders als bei Wahlen innerhalb Deutschlands, wie Landtags- oder Bundestagswahlen, gibt es für deutsche Parteien bei europäischen Wahlen noch keine Sperrklausel – die könnte sich jedoch noch durch den aktuell laufenden rechtlichen Prozess bezüglich der Europawahl 2029 ändern. Indem dabei ebenfalls eine prozentuale Eintrittskarte eingeführt werden soll, wollen größere Parteien eine weitere Zersplitterung des Parlaments verhindern. Diese Idee, wie die der Fünf-Prozent-Hürde, geht dabei auf die Angst zurück, dass zu viele Klein- und Kleinstparteien ein Parlament quasi unregierbar machen würden. Jedoch scheint dies einerseits bloß ein aus Angst vor Machtverlust motivierter Akt der bereits Machthabenden zu sein und andererseits erscheint das stützende Argument einer unmöglichen Arbeitskultur durch angeblich übertriebene Ausdifferenzierung ins Leere zu schießen. Klein- und Kleinstparteien sind oft Anlaufstellen und Quellen für noch wenig etablierte oder leise Meinungen sowie Ideen, weswegen eine Exklusion dieser aus dem politischen Geschehen durch eine gewollte Hürde einem demokratischen Ideal entgegenstehen würde. Zudem bestehen die im Europaparlament zu findenden Fraktionen ohnehin aus bemerkenswert vielen Parteien (in der Legislaturperiode 2019-2024 gab es mehr als 180), wodurch eine Verringerung seitens Deutschland einen kaum wahrnehmbaren Effekt zeigen und eher eine bloße Auslebung einer antidemokratischen, Macht forcierenden Position darstellen würde.

Argument 6: National ungleich international

Es gibt einen relevanten Unterschied zwischen Politik auf nationaler und internationaler Ebene. Kleinparteien können, obwohl sie kaum im politischen Kosmos Deutschland sichtbar sind, dennoch auf europäischer Ebene wirksam sein. Aufgrund dessen ist es möglich, bei verschiedenen Rahmenbedingungen divers zu wählen. Kommunal-, Landtags-, Bundestags- oder Europaparlamentswahlen sind in bestimmten Hinsichten eigene Spielfelder, wodurch es nicht zwingend so sein muss, dass man bei jenen überall das Gleiche ankreuzt. Selbstverständlich ist die Stimmabgabe für einen kleinen Akteur wie die Tierschutzpartei auf allen Ebenen hilfreich und wichtig. Doch auch wenn etwa im Landesbereich gewohnheitsmäßig die eine Großpartei gewählt wird, da dort beispielsweise Kleinparteien meist unsichtbar bleiben und fälschlicherweise den Anschein der Irrelevanz erzeugen, ist es sinnvoll auf europäischer Ebene gerade dort das Kreuz zu setzen. Die Präsenz und Wirkungsmacht auf der einen Stufe bestimmt nicht die auf einer anderen.

Das Abschlussplädoyer

Selbstverständlich werden diese Argumente nicht alle überzeugen, ihr „Kreuzchen“ jenseits einer etablierten Partei zu setzen. Die Stimmabgabe für eine der Großen sollte jedoch auch nicht als Begründung für den Glauben daran dienen, dass es die Wunschpartei ohnehin nicht schaffen wird, in das jeweilige Parlament einzuziehen. Kleinparteien oder auch unabhängige Direktkandidaten bringen viele neue Ideen und sogar einen Idealismus in die deutsche Demokratie ein, der vielen Parteien über die Jahrzehnte leider gänzlich abhandengekommen ist. Wer den „Kleinen“ keine Chance gibt, sollte das Argument, dass sich politisch ja sowieso nichts ändern würde, besser in der Schublade lassen.

(se/tk)