Künstliche Intelligenz – Mehr Gefahr oder Chance?

Bereits im Sommer hat sich das EU-Parlament auf eine Position zur Regulierung von Künstlicher Intelligenz (KI) geeinigt. Ein Kernelement ist dabei das Verbot von Anwendungen, welche mit einem hohen Risiko für die Sicherheit verbunden sind, darunter fällt etwa die Gesichtserkennung. Eine viel beachtete Studie der Forschungsabteilung der Investmentbank Goldman Sachs kommt zu dem Ergebnis, dass rund zwei Drittel der derzeitigen Arbeitsplätze einem gewissen Grad an möglicher KI-Automatisierung ausgesetzt sind.  Bis zu einem Viertel der derzeitigen Arbeitsplätze können laut den Forschenden durch künstliche Intelligenz ersetzt werden. Die Berechnungen beziehen sich dabei auf den US-amerikanischen Arbeitsmarkt. Das Forschungsteam stellt dabei jedoch noch eine weitere Hochrechnung erschreckendem Ergebnis an: weltweit sind rund  300 Millionen Vollzeitarbeitsplätzen der möglichen Automatisierung ausgesetzt.

In einem ZDF-Beitrag sieht der KI-Experte Hinrich Schütze vom Zentrum für Informations- und Sprachverarbeitung an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU)  in der Entwicklung der KI eine Revolution, die technologisch mit dem Internet oder dem Smartphone vergleichbar ist. Demzufolge werden enorme Folgen für den Arbeitsalltag unausweichlich werden. Er kommt zu dem Schluss, dass viele Berufe wegfallen werden, wenn es einfach nur darum geht, Zusammenfassungen zu schreiben, Wissen zu sammeln und zu verdichten.

Die Frage, welche Berufe vor allem gefährdet sind, beantworten die ChatGPT-Macher in einer Studie selbst:  So hat sich das Unternehmens OpenAI mit Wissenschaftlern der University of Pennsylvania zusammengetan, um herauszufinden, auf welche Jobs sich ChatGPT am stärksten auswirkt. Der Studie zufolge sollten sich Menschen, die als Buchhalter:in, Mathematiker:in, Programmierer:in, Dolmetscher:in, Schriftsteller:in oder auch Journalist:in tätig sind, darauf einstellen, dass die KI zumindest einen Teil ihrer bisherigen Aufgaben übernehmen kann.

Europaweite Regelungen ab 2026 möglich

Bereits im Jahr 2021 hatte die EU-Kommission dem Europäischen Parlament ihren Vorschlag für das weltweit erste Gesetz zur Regulierung von KI vorgelegt. Aktuell laufen die Verhandlungen mit den EU-Mitgliedsstaaten und der Kommission über den endgültigen Wortlaut des Gesetzes beginnen. Eine Anwendbarkeit wäre aufgrund der Übergangsfristen ab 2026 möglich, aber nur unter der Voraussetzung, dass die Einigung noch vor der Europawahl im kommenden Jahr erfolgt.

 

Gerne würden wir mit euch über das Thema in unseren sozialen Medien diskutieren! Wir sind auf eure Meinung gespannt!

(se)

Deutschland stimmt NICHT gegen Glyphosat!

Fassen wir zunächst einmal die Fakten zusammen:

  • Es handelt sich dabei um das meistverkaufte Pestizid weltweit und kommt auf rund 40 % der deutschen Äcker zum Einsatz
  • Laut der Internationalen Agentur für Krebsforschung der WHO wird es seit 2015 als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestuft.
  • Über die Gefahr für Menschen hinaus bedroht es massiv die Artenvielfalt, da es über die Pflanzen auch Insekten und Vögel tötet

Aufgrund der damit verbundenen Gefahren einigten sich die Ampelparteien im Koalitionsvertrag darauf, Glyphosat bis 2023 vom Markt zu nehmen. Bei einer EU-Abstimmung in der letzten Woche zur Weiter-Zulassung für die nächsten zehn Jahre hat die Bundesregierung jedoch nicht klar dagegen gestimmt, sondern sich enthalten. Dies führte in weiterer Folge dazu, dass sich weder für noch gegen die weitere Zulassung eine qualifizierte Mehrheit gefunden hat. Die Zulassung landet nun in einem europäischen Berufungsausschuss. Sollte die Zulassung bzw. die Nicht-Zulassung dort aber erneut keine Mehrheit finden, so kann die EU-Kommission die Zulassung eigenständig verlängern. Sollte der weltweit meistverwendeten Pestizid-Wirkstoff in der EU dadurch weiterhin erlaubt bleiben, so könnte Deutschland den Einsatz hier ausschließlich noch etwas begrenzen, aber nicht mehr vollständig verhindern.

Sebastian Everding, unser Spitzenkandidat für die Europawahl im nächsten Jahr, richtet hier einen klaren Appell an den Bundesumweltminister:

„Herr Özdemir! Sie haben sich bereits mehrfach klar gegen eine neue Zulassung ausgesprochen. Bereits im November steht die endgültige Abstimmung im EU-Berufungsausschuss an. Bestehen Sie innerhalb der Bundesregierung auf eine Einhaltung des Koalitionsvertrages und sorgen somit für ein klares „Nein!” unseres Landes, um dieses Gift endlich europaweit von den Äckern zu bekommen! Für die Menschen, Umwelt und die Tiere!”

Kleine Parteien als demokratische Alternative

Der Mythos der verlorenen Stimme

Blickt man in der Wahlkabine auf den Stimmzettel, so findet man sowohl bei einer Kommunalwahl, der Bundestagswahl, den bevorstehenden Landtagswahlen in Hessen & Bayern, als auch bei der Europawahl im Juni 2024 neben den bekannten Großen auch stets eine Vielzahl an kleinen Parteien. Diese finden sich jedoch in den Wahlumfragen der Medien später meist nur unter dem Begriff „Sonstige“ wieder.

Einzelpersonen des öffentlichen Lebens, aber auch Institutionen und Vereine argumentieren jedoch vor jeder Wahl aufs Neue, dass diese Stimmen verschenkt wären und im schlimmsten Fall sogar noch Parteien wie der AfD Vorschub leisten würden, weil dadurch in den Parlamenten vertretene andere Parteien geschwächt würden. Dabei bringen Kleinparteien, wie die unsere, oftmals frische und unverbrauchte Sichtweisen und Zukunftsideen ein und setzen deutliche Zeichen in der Parteienlandschaft gegen Hass und Hetze und für Respekt und Mitgefühl! Lesen Sie hier ein Plädoyer für die Underdogs der politischen Landschaft und warum diese einen Gewinn für die Demokratie darstellen.

Argument 1: Finanzielle Unterstützung

Parteien nehmen erst dann am System der staatlichen Teilfinanzierung teil, wenn sie bei der letzten Bundestags- oder Europawahl mindestens 0,5 % bzw. bei der letzten Landtagswahl mindestens 1,0 % der gültigen Stimmen erhalten haben. Ist dieses Kriterium erfüllt, erhalten sie jährlich bis zu 0,86 € für jede auf ihrer jeweiligen Liste abgegebene Stimme (Zweitstimme). Diese Gelder nutzen Kleinparteien vor allem, um Ihre öffentliche Wahrnehmung zu steigern und somit mit Ihren Zielen und Visionen für Wähler:innen sichtbarer zu werden, denn gerade Wahlkämpfe kosten viel Geld.

Argument 2: Ideen „Übernahme“ durch große Parteien

Auch wenn es kleine Parteien oft nicht schaffen in den Landtag oder gar in den Deutschen Bundestag einzuziehen, so werden ihre Ideen und Vorschläge gerne mal von den großen Parteien „übernommen“. Gerade wenn Parteien oder Einzelkandidierende zu einem Thema oder mit einer Position einen besonders hohen Zuspruch bei den Wähler:innen erhalten, bleibt dies in den Schaltzentralen der Macht nicht unbemerkt.

Argument 3: Fokussierung auf neue Themen

So schaffen es selbst vergleichsweise geringe Wahlerfolge kleinerer Parteien, die Aufmerksamkeit auf Themen zu lenken, die bislang eher im Windschatten der Regierungspolitik lagen: Exemplarisch hätte es den Fokus und die Verbesserungen hinsichtlich der Thematiken Tiertransporte, Tierversuche oder Kampf gegen die Klimakrise höchstwahrscheinlich nicht ohne kontinuierlichen Druck seitens der Tierschutzpartei und weiteren Kräften gegeben.

Argument 4: Aktivierung von Nichtwähler:innen

Politikverdrossenheit ist nicht erst seit diversen Spenden- oder Lobbyskandalen ein fester Bestandteil der deutschen Gesellschaft und das Schimpfen auf „die da oben“ an der Tagesordnung, sodass viele Wähler:innen erst gar nicht zur Wahl gehen. Gerade Kleinparteien schaffen dank differenzierter Themen und neuer Perspektiven oft erstmals wieder in die Lebenswirklichkeit von Teilen der Bevölkerung einzudringen, die von vielen etablierten Teilen der Politik schon lange abgeschrieben wurden.

Argument 5: Hohe Fach- und Themenkompetenz

Viele kleinere Parteien und Gruppierungen haben starke thematische Schwerpunkte und die ehrenamtlichen Politiker:innen setzen sich mit großer Leidenschaft für ein oder mehrere „Herzensthemen“ ein. Oftmals vereinen diese durch die aktiven Mitglieder und Unterstützer:innen eine enorme thematische Fachkompetenz. Oder würden Sie beispielsweise unserer Partei keine fundierte Expertise im Tierschutz bzw. für den Schutz aller Lebewesen, in Sachen Klimakrise oder dem Einsatz für sozialer Gerechtigkeit zutrauen? In vielen gleichartigen Parteien steht ebenfalls der Idealismus für das Sachthema oftmals an erster Stelle. Meist gehen diese dann mit Maximalforderungen zu einem bestimmten Thema in den Wahlkampf, aber tun das die Gewerkschaften oder Autoverkäufer:innen nicht ebenso?

Wenn es so viele gute Argumente für kleine Parteien gibt, warum besteht dann eine 5-Prozent-Hürde bei vielen Wahlen?

In die 16 Landtage oder gar in den Bundestag schafft es aktuell so gut wie keine der Kleinparteien, denn das deutsche Wahlrecht hat eine Art Sperre eingebaut: Mindestens 5 % der gültigen Stimmen sind so etwas wie der „Türsteher“ vor vielen Parlamenten. Diesen zu überwinden fällt vielen politischen Gruppierungen äußerst schwer, denn oftmals fehlt der personelle Hintergrund flächendeckend Kandidierende aufzustellen und zusätzlich in jedem Bundesland bis zu 2.000 Unterstützungs-Unterschriften zusammenzubekommen, um überhaupt erst auf dem Stimmzettel vertreten zu sein.

Anders als bei Wahlen innerhalb Deutschlands, wie Landtags- oder Bundestagswahlen, gibt es für deutsche Parteien bei europäischen Wahlen noch keine Sperrklausel – die könnte sich jedoch noch durch den aktuell laufenden rechtlichen Prozess bezüglich der Europawahl 2029 ändern. Indem dabei ebenfalls eine prozentuale Eintrittskarte eingeführt werden soll, wollen größere Parteien eine weitere Zersplitterung des Parlaments verhindern. Diese Idee, wie die der Fünf-Prozent-Hürde, geht dabei auf die Angst zurück, dass zu viele Klein- und Kleinstparteien ein Parlament quasi unregierbar machen würden. Jedoch scheint dies einerseits bloß ein aus Angst vor Machtverlust motivierter Akt der bereits Machthabenden zu sein und andererseits erscheint das stützende Argument einer unmöglichen Arbeitskultur durch angeblich übertriebene Ausdifferenzierung ins Leere zu schießen. Klein- und Kleinstparteien sind oft Anlaufstellen und Quellen für noch wenig etablierte oder leise Meinungen sowie Ideen, weswegen eine Exklusion dieser aus dem politischen Geschehen durch eine gewollte Hürde einem demokratischen Ideal entgegenstehen würde. Zudem bestehen die im Europaparlament zu findenden Fraktionen ohnehin aus bemerkenswert vielen Parteien (in der Legislaturperiode 2019-2024 gab es mehr als 180), wodurch eine Verringerung seitens Deutschland einen kaum wahrnehmbaren Effekt zeigen und eher eine bloße Auslebung einer antidemokratischen, Macht forcierenden Position darstellen würde.

Argument 6: National ungleich international

Es gibt einen relevanten Unterschied zwischen Politik auf nationaler und internationaler Ebene. Kleinparteien können, obwohl sie kaum im politischen Kosmos Deutschland sichtbar sind, dennoch auf europäischer Ebene wirksam sein. Aufgrund dessen ist es möglich, bei verschiedenen Rahmenbedingungen divers zu wählen. Kommunal-, Landtags-, Bundestags- oder Europaparlamentswahlen sind in bestimmten Hinsichten eigene Spielfelder, wodurch es nicht zwingend so sein muss, dass man bei jenen überall das Gleiche ankreuzt. Selbstverständlich ist die Stimmabgabe für einen kleinen Akteur wie die Tierschutzpartei auf allen Ebenen hilfreich und wichtig. Doch auch wenn etwa im Landesbereich gewohnheitsmäßig die eine Großpartei gewählt wird, da dort beispielsweise Kleinparteien meist unsichtbar bleiben und fälschlicherweise den Anschein der Irrelevanz erzeugen, ist es sinnvoll auf europäischer Ebene gerade dort das Kreuz zu setzen. Die Präsenz und Wirkungsmacht auf der einen Stufe bestimmt nicht die auf einer anderen.

Das Abschlussplädoyer

Selbstverständlich werden diese Argumente nicht alle überzeugen, ihr „Kreuzchen“ jenseits einer etablierten Partei zu setzen. Die Stimmabgabe für eine der Großen sollte jedoch auch nicht als Begründung für den Glauben daran dienen, dass es die Wunschpartei ohnehin nicht schaffen wird, in das jeweilige Parlament einzuziehen. Kleinparteien oder auch unabhängige Direktkandidaten bringen viele neue Ideen und sogar einen Idealismus in die deutsche Demokratie ein, der vielen Parteien über die Jahrzehnte leider gänzlich abhandengekommen ist. Wer den „Kleinen“ keine Chance gibt, sollte das Argument, dass sich politisch ja sowieso nichts ändern würde, besser in der Schublade lassen.

(se/tk)

Spenden für den EU-Wahlkampf benötigt

Trotz stetig steigender kommunaler Mandate in Stadt- und Gemeinderäten sind wir bundesweit eine noch eher kleine Partei, die wachsen muss und dies in jeder Hinsicht. Mit unseren Zielen und Visionen von der „breiten Öffentlichkeit“ wahrgenommen zu werden, ist für uns und unsere ehrenamtlich Aktiven ein hartes Stück Arbeit! Continue reading “Spenden für den EU-Wahlkampf benötigt”

NRW startet in den Europa-Wahlkampf!

Liebe Mitglieder in NRW,
Liebe Freundinnen und Freunde unserer Partei,

wir wollen zur Europawahl 2024 antreten! Damit wir formal zugelassen werden, benötigen wir dafür bundesweit insgesamt  4.000 gültige Unterschriften auf dem amtlichen Formular.

Download:
Formular für Unterstützungsunterschriften – Tierschutzpartei

Idealerweise druckst du das Formular beidseitig (Duplex) aus, wenn dir das nicht möglich sein sollte, ist der Datenschutzhinweis auf der Rückseite beim Unterschreiben vorzuzeigen. Die Unterschriften können bundesweit gesammelt werden, die Unterschreibenden müssen aber hier wahlberechtigt sein, also EU-Bürger:in mit Erstwohnsitz in Deutschland und mindestens 16 Jahre alt sein. Du darfst also gerne auch Freunde, Verwandte, Bekannte in ganz Deutschland bitten zu unterschreiben.

Das Formular kannst du beliebig oft ausdrucken und von möglichst vielen wahlberechtigten Menschen unterschreiben lassen. Beachte aber unbedingt, dass sämtliche Felder im oberen Kasten ausgefüllt werden müssen. Besonders geeignet zum Sammeln ist der Bekanntenkreis sowie vor Supermärkten, Tierfutterfachgeschäften, Bioläden und in Parks oder auf Hundeauslaufwiesen.

Die „Bescheinigung des Wahlrechts“ im unteren Teil des Formulars muss noch vom Einwohnermeldeamt des Orts, in dem die unterschreibende Person wohnt, beglaubigt werden. Wenn du uns hierbei auch unterstützen könntest, wäre das ebenfalls eine große Hilfe! Ansonsten holen wir diese Beglaubigungen beim zuständigen Einwohnermeldeamt ein.

Wenn du bereits ausgedruckte Formulare von uns erhalten möchtest, oder Fragen hast, wende dich gerne an uns.

Bitte sende dein ausgefülltes, unterschriebenes Formular mit einem Wohnsitz innerhalb von NRW bitte an:

Tierschutzpartei Landesverband NRW
c/o Sascha Stinder
Arrenberger Str. 72
42117 Wuppertal

 

Die ausgefüllten Formulare von Unterstützer:innen außerhalb von NRW kannst du an folgende Adresse senden, wo sie zentral gesammelt werden:

Fabian Schelsky
Lausitzer Str. 16
63110 Rodgau

 

Ganz wichtig: Wir brauchen alle Formulare original unterschrieben, nicht als Scan/Kopie. Weitere Tipps zum Sammeln der Unterschriften findest du auch in dieser Anleitung.

Vielen Dank für deine Unterstützung !!!

Aus NRW für das Europäische Parlament

Sebastian Everding (40), Aída Spiegeler Castañeda (27) und Robert Gabel (43) führen die PARTEI MENSCH UMWELT TIERSCHUTZ (Tierschutzpartei) im kommenden Jahr als Spitzenkandidat:innen in den Europawahlkampf. Das entschied der 44. Bundesparteitag im Juni in Berlin-Lichtenberg.

Spitzenkandidat Sebastian ist im Landesverband NRW seit September 2022 als Co-Landesvorsitzender tätig. Zu unserer Partei kam er im Rahmen des Kommunalwahlkampfes 2020 und wirkt seitdem aktiv in der gemeinsamen Fraktion mit Linken & Piraten im Dortmunder Stadtrat mit. Seit Anfang 2023 auch offiziell als sachkundiger Bürger in den Ausschüssen für Bürgerdienste, öffentliche Ordnung, Anregungen und Beschwerden (ABöOAB) sowie im Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt, Stadtgestaltung und Umwelt (AKUSW).

Beruflich als Informationstechnikermeister & Betriebswirt mit eigenem Fachgeschäft für Radio- und Fernsehtechnik gestartet, ist er inzwischen als Nachhaltigkeitsunternehmer tätig. In diesem Rahmen hat er 2020 das bundesweite Bienenautomaten-Netzwerk erfunden, wo an inzwischen über 370 Standorten ein Beitrag geleistet wird, dem Insektensterben mit Upcycling-Kaugummiautomaten für die Ausgabe von Wildblumen-Samenmischungen etwas entgegenzusetzen. Bereits seit vielen Jahren setzt er sich für den Natur- und Tierschutz ein, ist Mitglied in zahlreichen Vereinen und beschäftigt er sich intensiv mit dem Thema Nachhaltigkeit. Im Rahmen seiner Bachelor-Arbeit im Bereich Business Management mit Marketing-Schwerpunkt forschte er auch zu diesem Thema.  Sebastian lebt und arbeitet in Dortmund und absolviert derzeit neben seinem beruflichen und ehrenamtlichen Engagement noch einen Master im Bereich „Angewandte Psychologie in der Wirtschaft“.

Sebastian auf einer Demo gegen Schliefenanlagen in Rhede (NRW)

Durch mein kommunalpolitisches Engagement im Stadtrat habe ich festgestellt, dass wir auch als kleine Partei viel erreichen können: Wichtig ist hier vor allem Netzwerkarbeit mit anderen Parteien, sowie gute Recherchearbeit und stets ein offenes Ohr für Bürger:innen, Initiativen und Vereine zu haben.“ so Sebastian Everding und weiter „Wir wollen das Engagement, das wir bereits auf kommunaler Ebene aufgebaut haben, nun im Europäischen Parlament fortsetzen und weiter ausbauen und somit eine signifikante Verbesserung für Mensch, Umwelt und Tiere schaffen.“

Für eine Teilnahme an den Wahlen für das Europäische Parlament müssen in Kürze bundesweit 4000 Unterstützungsunterschriften gesammelt werden.

Social-Media Kanäle von Sebastian (Kandidatenseiten) : Facebook @europa2024, Instagram @europawahl2024

Blau ist das neue grün – Für eine nachhaltige europäische Wirtschaftspolitik

Zum Thema einer nachhaltigen, ressourceneffizienten und umweltfreundlichen Wirtschaft auf EU-Ebene wird den meisten wohl der sogenannte „Green Deal“ als Initiative der Europäischen Union (EU) in den Sinn kommen. Diese zielt darauf ab, Europa bis zum Jahr 2050 klimaneutral zu machen. Neben der Klimaneutralität sind dabei auch die Förderung erneuerbarer Energien, die Kreislaufwirtschaft, Biodiversität sowie Landwirtschaft und Ernährung elementare Bestandteile.

Die Blue Economy nach Gunter Pauli geht dabei noch einen Schritt weiter, da sie auf dem Prinzip des „Null-Abfalls“ basiert und darauf abzielt, nachhaltige Lösungen zu schaffen, indem natürliche Ressourcen effizient genutzt und in Kreisläufen verwertet werden. Pauli war in den 1990er Jahren CEO des Unternehmens Ecover und errichte in dieser Zeit eine Fabrik, die komplett ohne CO₂-Emissionen auskam, jedoch Palmöl verwendete, für das, wie Pauli wenig später erfuhr, Regenwald abgeholzt wurde. Für den Firmenchef wurde in dem Moment deutlich, dass „grün“ nicht gleichbedeutend mit „nachhaltig“ sein muss und dass Wirtschaft grundsätzlich neu gedacht werden muss. Kurz darauf entstand das Zero Emission Research and Initiative-Netzwerk (ZERI), in dem weltweiten Unternehmen und Forschende vernetzt sind und mit dessen Unterstützt Pauli im Jahr 2004 schließlich den Begriff „Blue Economy“ einführte. Die Farbe steht dabei sinnbildlich für unseren blauen Planeten, an dessen regionalen Ökosystemen sich eine nachhaltige Wirtschaft orientieren soll. Inzwischen werden Paulis Prinzipien weltweit vor allem in Entwicklungsländern in über 200 Projekten angewandt, wodurch in den letzten Jahren bis zu drei Millionen neuer Jobs geschaffen werden konnten.

Im direkten Bezug auf die Europapolitik kann die Blue Economy eine transformative Kraft entfalten, indem sie innovative Ansätze fördert und einen Paradigmenwechsel in der Art und Weise der Nutzung lokaler Ressourcen und Förderung regionaler Wirtschaftskreisläufe einleitet. Anstatt auf importierte Rohstoffe und Produkte zu setzen, sollten europäische Gebiete und Regionen ihre eigenen Ressourcen nachhaltig nutzen und innovative Wertschöpfungsketten aufbauen. Gerade für Küstenregionen kann dies beispielsweise durch die Entwicklung von maritimen Bioökonomien erreicht werden. Hier können z. B. Abfall- und Nebenprodukte aus der Algenzucht oder aus Alternativen zu Fischzucht oder Fischfang genutzt werden, um neue Produkte wie Nahrungsmittel, Tierfutter, pharmazeutische Wirkstoffe oder biobasierte Materialien herzustellen.

Die Europapolitik sollte auch im urbanen Raum Maßnahmen fördern, um so nachhaltige städtische Systeme zu schaffen. Beispielsweise können Gebäude mit innovativer Architektur und nachhaltigen Materialien konstruiert werden, um Energieeffizienz und Abfallreduzierung zu fördern. Die Nutzung von erneuerbaren Energien und die Integration von Natur- und Wasserressourcen in städtische Landschaften können ebenfalls gefördert werden. Der gleiche Ansatz gilt auch für Förderung von nachhaltigen Transport- und Logistiklösungen: Die Europapolitik kann hier gezielt Anreize schaffen, welche z. B. die Entwicklung von Elektromobilität, die Förderung von öffentlichem Nahverkehr und die Verbesserung der Infrastruktur für Fahrrad- und Fußgängerverkehr umfassen.

Eine besonders große Hebelwirkung auf EU-Ebene stellt in Bezug auf die Blue Economy auch die Förderung von innovativen Landwirtschaftspraktiken wie z.B. Permakultur, Agroforstwirtschaft oder vertikale Landwirtschaft dar. Diese Ansätze nutzen Ressourcen effizienter, minimieren den Einsatz von Chemikalien und können eine nachhaltige Lebensmittelproduktion ermöglichen. Auch der Industrie kommt bei diesem neuen Wirtschaftsansatz auf EU-Ebene eine Schlüsselrolle zu, bei der die Europapolitik Anreize schaffen kann, um die Integration erneuerbarer Energien in die Industrie zu fördern. Dies könnte die Unterstützung von Unternehmen bei der Umstellung auf erneuerbare Energien und energieeffiziente Prozesse umfassen. Beispielhaft könnten industrielle Abwärme oder Abfallströme zur Energieerzeugung genutzt werden.

Der entscheidende Faktor zum Gelingen ist jedoch der Mensch. Europapolitik kann und soll dabei eine gezielte Förderung von Bildungseinrichtungen, Forschungsinstituten und Innovationszentren mit nachhaltigem Schwerpunkt zur Kreislaufwirtschaft betreiben, umso stetig neue Lösungen und Technologien entwickeln zu können, um einen ökologischen und sozialen Fortschritt zu gewährleisten, ohne dabei ökonomische Aspekte zu vernachlässigen.

Bei der durch die EU-Kommission propagierten Green-Economy soll Nachhaltigkeit durch technologische Innovationen erreicht werden, aber ohne das System grundsätzlich verändern zu wollen. Derzeit findet die Blue Economy fast ausschließlich Anklang in Entwicklungsländern, eine Adaption in den großen europäischen Industrienationen scheiterte bislang. Laut Pauli lässt sich das darauf zurückführen, dass viele Unternehmen das vermissen lassen, was die Natur ausmacht: Kreativität und beständiger Wandel. Dies gilt wohl aktuell auch noch für die meisten Politikerinnen und Politiker.

Autor: Sebastian Everding

Europawahlen 2024 – Deine Stimme für die Partei Mensch Umwelt Tierschutz

EU-Parlament stimmt für Verbesserungen im Tierschutz

Zum ersten Mal in der Geschichte hat das Europäische Parlament für ein besseres Leben für Hühner gestimmt – u.a. dank der Arbeit der Europaabgeordneten der niederländischen Tierschutzpartei, Anja Hazekamp.

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