Immer noch kein Geld für Dortmunder Wildvogelstation!

Der Fall der Wildvogelstation in Dortmund-Dorstfeld wird immer wilder. Das Veterinäramt verweist auf das Umweltamt. Sebastian Everding, Landesvorsitzender der Partei Mensch Umwelt Tierschutz (Tierschutzpartei) in NRW und sachkundiger Bürger in der Fraktion Die Linke+ im Stadtrat Dortmund, hat vor diesem Hintergrund nochmals eine Anfrage für den Ausschuss für Bürgerdienste, öffentliche Ordnung, Anregungen und Beschwerden (ABöOAB) formuliert:

Anfrage: einbehaltene finanzielle Unterstützung Wildvogelstation Dorstfeld

  1. Wann erfolgt die Auszahlung der zweckgebundenen Unterstützungsgelder für die Jahre 2022 und 2023 an die Wildvogelstation von Ewald Ferlemann?
  2. Welche verwaltungsrechtlichen Verfahren laufen aktuell noch und in welchen Zeitabständen wird Herr Ferlemann über den aktuellen Stand in Kenntnis gesetzt?
  3. Liegen zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht erfüllte Genehmigungstatbestände für das Betreiben der privaten Wildvogelauffang- und Auswilderungsstation vor?

Begründung:

Für die Jahre 2022 und 2023 wurden im Rahmen der Haushaltsanträge zweckgebundene Gelder (Übernahme des Eigenanteils des Ewald Ferlemanns in Bezug auf die von der Bezirksregierung Arnsberg gewährten Fördermittel; Zuschuss zu Fütterungs- und Tierarztkosten) von jeweils 4.000 Euro beschlossen.

Im März antwortete Stadtrat Dahmen (Drucksachen-Nr.: 27444-23 GiS / 30454-23 (Session)) auf die Anfrage, dass ein verwaltungsrechtliches Verfahren noch nicht abgeschlossen sei. Herr Ferlemann erhielt vor wenigen Wochen die Information durch das Veterinäramt, dass für die Auszahlung das Umweltamt zuständig sein und man darauf keinerlei Einfluss hätte.

Seit Mai 2022 läuft der Betrieb der Station wieder, zum aktuellen Zeitpunkt werden rund 50 Tiere versorgt. Allein in den letzten Wochen wurden Herrn Ferlemann verletzte Vögel wie ein Eisvogel, Enten und zahlreiche Singvögel über die Dortmunder Polizei und Feuerwehr, sowie diverse Tierschutzvereine gebracht.

Die Abschaffung der 1.000-m-Abstandsregelung in NRW

Und es dreht sich doch…irgendwann….vielleicht !?

Am Freitag, dem 25. August 2023 im NRW-Landtag, man könnte fast von einer historischen Stunde sprechen. 170 (von 195) Abgeordneten beteiligten sich an der namentlichen Abstimmung über die Abschaffung der 1.000-m-Abstandsregelung. Diese besagte, dass Windräder mindestens einem Kilometer Abstand von einer Wohnbebauung zu halten haben. 148 Abgeordnete von CDU (!), SPD und den Grünen stimmten für die Abschaffung. Gegenstimmen kamen – wenig überraschend – von der FDP.

Der Klimawandel kommt und der Ausbau der erneuerbaren Energie kommt kaum voran. NRW war hier trauriger Bremsklotz durch die von der schwarz (!)-gelben Vorgängerregierung eingeführten Abstandsregelung. Der Klimawandel schreitet voran, fast täglich gibt es neue Horrormeldungen aus der Wissenschaft oder aus der Realität. Oder glaubt noch wirklich jemand, dass Starkregenereignisse oder jährliche Hitzerekorde eine Laune der Natur und nicht menschengemacht sind?

Die Entscheidungen jedweder NRW-Landesregierung werden den Klimawandel nicht aufhalten können. Das ist aber lange kein Grund, nichts zu tun! Die Abstimmung vom 25. August 2023 bedeutet auch nicht, dass in NRW nun die Windräder sprießen werden. Dank der Bürokratie dauert es in unserem Bundesland 7 Jahre, bis sich ein Windrad endlich drehen kann. 7 Jahre, in denen der Klimawandel nicht wartet und unsere Zukunftschancen und vor allem die Chancen unserer Kinder und Enkel zerstört. Wir als Tierschutzpartei fordern endlich einen konsequenten Umgang der Politik mit dem Klimawandel! NRW-Innenminister Herbert Reul möchte „Klimakleber“ konsequent bestrafen. Wer bestraft eigentlich Herrn Reul für seine politischen Taten? Die Abschaffung dieser 1.000m-Abstandsregelung war mehr als überfällig und ist völlig unzureichend, um dem Klimawandel zu begegnen. Wir brauchen endlich eine konsequente Politik, die die Interessen zukünftiger Generationen berücksichtigt!

(ms)

Praktikant Tim – Halbzeitanalyse!

Hier ist nochmals Tim, der Praktikant, welcher sich hier schon vor vier Wochen vorgestellt und einige Erwartungen sowie Vorfreude mitgebracht hatte. Einen Monat später kann ich sagen: Es gibt viel zu tun, auch für jemanden, der „bloß“ Praktikant ist. 

Damit meine ich, dass ich hautnah Kommunal- und Landespolitik erleben und mitgestalten durfte. Politische Arbeit ist ein sowohl alltägliches als auch langfristiges Geschäft, was Kraft und Zeit erfordert. In Stadträten und Ausschüssen gibt es Pläne, die weit in die Zukunft reichen, aber auch Probleme, die direkt angegangen werden müssen und können.  

Die bisherige Vielfalt an Aufgaben ist wirklich bemerkenswert: Recherchieren und wissenschaftliche Analysen zu diversen Themen, das Verfassen von Texten sowie das Erstellen von Social-Media-Beiträgen. Aber auch, wie beispielsweise oben auf dem Bild zu sehen, Arbeit in Präsenz. Ich durfte nämlich — neben Fraktionssitzungen und Ausschüssen — auch bei einem Stand der Biogartenmesse in Wiesbaden behilflich sein. Dort wurden etliche Gespräche mit Personen aus unterschiedlichsten Richtungen geführt, politische Standpunkte erläutert und verteidigt und ich bekam somit einen direkten Einblick in kommunikatives Arbeiten, zusammen mit Saskia Böhm-Fritz, Schatzmeisterin im Landesverband Hessen und Alexander Fritz, 2. Vorsitzender im Landesverband Hessen (v.l.n.r). Außerdem konnte ich in einigen Bereichen bei der Vorbereitung auf die Landtagswahlen in Hessen mitwirken und auch in NRW bei der Inventarisierung von Wahlkampfmaterial einen Beitrag leisten. 

Dementsprechend blicke ich vorfreudig auf die nächste vier Wochen, von denen ich schon weiß, dass sie neben inzwischen üblichen interessanten Aufgaben auch wieder besondere Momente mit sich bringen werden, etwa Präsenztermine beim CSD in Dortmund oder auch bei der Greenworld in Köln. 

In diesem Sinne euch allen einen schönen September! 

Tim 

Warum wir uns nicht nur mit Tier-Themen beschäftigen?!

Als Tierschutzpartei werden wir häufig damit konfrontiert, warum wir uns nicht unserem Namen nach auf das Thema Tierschutz fokussieren, sondern uns ebenso mit anderen Themengebieten befassen. Die meisten kennen uns zwar unter diesem (Kurz-)Namen, unsere vollständige Bezeichnung d. h. unser Parteiname lautet allerdings Partei Mensch Umwelt Tierschutz. Continue reading “Warum wir uns nicht nur mit Tier-Themen beschäftigen?!”

Stoppt die Exoten-Krise in unseren Tierheimen!

Wer in der Vergangenheit mal ein Tierheim von innen gesehen hat, der weiß: Das hier ist nicht der Amazonas-Regenwald, die Gobi-Wüste oder die Everglades. Drum sollte es verwundern, wenn einem im Tierheim um die Ecke Schlangen, Reptilien und etliche Schildkröten entgegenkommen. 

Die Coronapandemie hat Tierheime auch hierzulande immens getroffen: zu viele Tiere, zu wenig Personal, Geld- sowie Platzmangel. Neben dem Großteil an ab- oder gar zurückgegebenen Hunden und Katzen steht im Schatten dessen eine andere Gruppe, nämlich die Exoten. Exotische Tiere sind zwar kleiner als ihre vierbeinigen, flauschigen Mitbewohner, benötigen aber nicht weniger Aufwand. Ein häufiger Grund dafür, dass die Exoten gerade in der Pandemiezeit  und damit auch in einer Zeit steigender Preise in Tierheimen landen, sind die anspruchsvollen Haltungskosten. In von Selbstdisziplin geprägten Sparmaßnahmen, gestützt von heißem Tee und Kuschelsocken, scheint die Instandhaltung des feucht-warmen Paradieses für die extravaganten Hausbewohner absurd und untragbar. Also heißt es auch da ‘Sparen, wo man kann’, das Tier muss leider ausziehen. Und so werden die kostspieligen Anliegen als im Grunde nicht zu stemmende Belastungen an die Tierheime weitergegeben, wo meist unter Vollauslastung versucht wird, Räumlichkeiten, Platz und Personal für die neuen Bewohner zu organisieren, die gerne weiter in ihrer bis zu 30 °C Oase leben wollen und müssen. 

Eine äußerst belastende Geschichte, gerade auch weil hinzukommt, dass die Kleintiere mit ihren besonderen Bedürfnissen erheblich länger dort verweilen als die kleinen süßen Hundewelpen im Nachbarzimmer.  

Außerdem, wer den Begriff „Exoten“ hört, denkt zwar vermutlich eher an Amphibien und Reptilien, exotisch sind jedoch auch Hunderassen, wie beispielsweise der Kangal, eine türkische Herdenschutzhundrasse. Nicht nur die kleinen Begleiter haben hohe Ansprüche, auch gewisse Hunde benötigen eigentlich speziellere Behandlungen, die allerdings kaum in Tierheimen beachtet werden können. 

Klar ist also: Die infrastrukturellen und geldlichen Anforderungen an Tierheime sind mit Blick auf die Exoten-Krise offengelegt. Eine aus unserer Sicht vollends unnötige Strapazierung für Mensch und Tier, die es zu beenden gilt. Eine wirklich symbiotische Beziehung, etwa zwischen Mensch und Hund – auch hier müssen bestimmte Bedingungen notwendig eingehalten werden –, von welcher beide profitieren, ist dem Einsperren von exotischen Lebewesen definitiv vorzuziehen. Die Haltung dessen gilt es zu unterbinden. Exoten gehören in die Natur oder notfalls in professionelle Hände, wo zu ihrem Wohl gehandelt wird und nicht zum Interesse schaulustiger Privatpersonen. 

(tk)

Zur Flüchtlingsdiskussion in NRW

Als Partei, die sich für Mensch, Umwelt und Tierschutz einsetzt, ist es uns wichtig, eine humane und nachhaltige Lösung für die Flüchtlingsdiskussion in Nordrhein-Westfalen zu finden. Wir glauben fest daran, dass Mitgefühl, Solidarität und respektvoller Umgang mit Menschen, unabhängig von ihrer Herkunft, im Mittelpunkt stehen müssen.

Wir setzen uns nicht nur für den Schutz von Tier und Umwelt ein, sondern für die Rechte und Würde jedes Individuums. Deshalb betrachten wir die Flüchtlingsthematik als eine humanitäre Angelegenheit, die eine umsichtige und integrative Herangehensweise erfordert.

Nordrhein-Westfalen, als einwohnerreichstes Bundesland, trägt eine besondere Verantwortung, Flüchtlingen Schutz und Perspektiven zu bieten. Dabei setzen wir uns für folgende Punkte ein:

  1. Menschenwürdige Unterbringung und Versorgung: Wir fordern eine angemessene, würdevolle Unterbringung von Geflüchteten. Dies beinhaltet auch Zugang zu Bildung, medizinischer Versorgung und sozialer Integration.
  2. Integration und Teilhabe: Wir möchten, dass Flüchtlinge die Möglichkeit erhalten, sich aktiv in die Gesellschaft einzubringen. Dazu braucht es Zugang zu Bildung, möglichkeiten Geflüchtete schnell auf dem Arbeitsmarkt zu integrieren, und Teilhabe an kulturellen Aktivitäten. Integration ist ein gegenseitiger Prozess, von dem sowohl die Flüchtlinge als auch die Gesellschaft als Ganzes profitieren kann.
  3. Schutz vor Diskriminierung: Wir stellen uns vehement gegen jede Form von Diskriminierung und Fremdenfeindlichkeit. Geflüchtete müssen in Nordrhein-Westfalen ohne Angst vor Hass, Angriffen oder Vorurteilen leben können.
  4. Europäische Zusammenarbeit: Wir fordern eine solidarische Verteilung von Flüchtlingen auf europäischer Ebene. Nordrhein-Westfalen muss dabei eine Vorreiterrolle übernehmen, indem es sich für eine gerechte Verteilung und gemeinsame Lösungsansätze einsetzt.
  5. Umwelt- und Klimaschutz: Wir sehen die Zusammenhänge zwischen Umweltveränderungen, Konflikten und Migration. Wir fordern deshalb eine konsequente Umweltpolitik, um Fluchtursachen zu minimieren.

NRW muss ein Ort sein, an dem Mitgefühl, Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit Hand in Hand gehen. Wir sind überzeugt, dass eine gut durchdachte und menschliche Herangehensweise an die Flüchtlingsfrage sowohl den Flüchtlingen als auch der gesamten Gesellschaft zugutekommen wird.

(bc)

Analyse der Verkehrssituation – Was läuft verkehrt?

Wenn wir allgemeinsprachlich von „Verkehr“ sprechen, beziehen wir uns meistens auf den Automobilverkehr. Erst einmal beschreibt Verkehr allgemein die Beförderung von Lebewesen oder Gegenständen auf – nicht unbedingt extra dafür angelegten, aber – etablierten Wegen. Verkehr gab es schon immer und Verkehrspolitik ist deswegen eigentlich nicht gleich Automobilpolitik und sollte es nicht sein. Leider wird sie aktuell aber als genau das verstanden.

Immerhin standen das Auto und der Ausbau von Automobilverkehr politisch und gesellschaftlich noch nie so sehr im Fokus wie heute. Wird von Mobilität gesprochen, ist meistens automobile Mobilität gemeint, wird von Infrastruktur gesprochen, ist meistens das Straßennetz gemeint. Bedauerlicherweise bringt uns die weitgehend auf den individuellen Autoverkehr ausgelegte Mobilität bei einem kontinuierlichen Ausbau des Straßennetzes jedoch immer häufiger an unsere Grenzen. Schauen wir aber einmal genauer hin, was Automobilverkehr überhaupt ist, wie er heute aussieht und was die besagten Grenzen und Probleme sind. Im ersten Schritt kann beim Automobilverkehr zwischen reinem Transport, Individual- und öffentlichem Personenverkehr unterschieden werden.

Transportverkehr

Beim Transportverkehr werden, wie der Name schon sagt, vor allem großflächig Gegenstände und Lebewesen transportiert. Vor allem geschieht dies mit LKW, also Lastkraftwagen. Laut Auswertung des Statistischen Bundesamtes wurde so im Jahr 2021 circa 79,47 Prozent des gesamten deutschen Güterverkehrs im Straßenverkehr abgewickelt. Im Vergleich dazu fand im Jahr 2021 gerade einmal 8,36 Prozent des Güterverkehrs auf den Schienen statt.

Leider sind LWKs fast immer mit Dieselmotoren ausgestattet. Das betrifft laut Statista immerhin 3,4 von 3,6 Millionen in Deutschland zugelassene LKW. Dass entsprechende, durch Diesel verursachte Abgase der Umwelt enorm schaden, dürfte heute allgemein bekannt sein. Aber auch Lärm, Gummi, das durch die Abnutzung von Reifen freigesetzt wird und ins Grundwasser gelangt und der Verbrauch von nachhaltigen Ressourcen wie Öl stellen ernstzunehmende Probleme dar.

Überlastetes Güterverkehrsnetz in NRW

In Nordrhein-Westfalen leidet besonders die Metropolregion Rhein-Ruhr unter dem regen Güterverkehr. Aktuell (Ende 2023) wird der Neubau der Autobahnbrücke Neuenkamp, die A40 bei Duisburg über den Rhein führt, fertiggestellt. Täglich wurde sie von circa 100.000 Kraftfahrzeugen genutzt wird, war ursprünglich aber nur für 30.000 ausgelegt. In den vergangenen Jahren wurden laut Land NRW zudem täglich circa 50 rechtswidrig überladene LKW beim Überqueren der Rheinbrücke aus dem Verkehr gezogen. Doch bleibt es nicht bei diesem einen Neubau: Eine zweite, parallel verlaufende Brücke mit vier weiteren Spuren pro Fahrtrichtung soll bis 2026 fertiggestellt werden.

Öffentlicher Personalverkehr

Doch nicht nur Waren und sogenannte Nutztiere müssen transportiert werden. Auch wir Menschen haben das Bedürfnis, den Wunsch oder die Pflicht, motorisiert an Orte zu reisen, die wir nicht oder nur schwer zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichen könnten. Diese Art der Fortbewegung ist eine wichtige Voraussetzung für Arbeit, Bildung, Versorgung und Freizeitgestaltung. Als ÖPNV (öffentlichen Personennahverkehr) versteht man Verkehr, der dazu konzipiert ist, ganze Menschengruppen gezielt zu transportieren. Beliebte Verkehrsmittel sind Bus und Bahn, unter anderem Eisenbahn und Straßenbahn.

Das Reisen mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist die nachhaltigste Art, voranzukommen, jedoch nicht immer gut oder überhaupt möglich. Leider sind Bus- und Schienennetze nämlich in zum Teil mangelhaftem Zustand und eine zeitnahe Ausbesserung scheint nicht in Sicht. Laut Lothar Ebbers vom Fahrgastverband Pro Bahn NRW ist die Situationen der Bahn besonders in Nordrhein-Westfalen brenzlich: „Wir haben hier fünfmal mehr technische Störungen als etwa in den Niederlanden.“ Insbesondere Köln in geraten so Züge regelmäßig ins Stocken. Die Bahn will in NRW zwei Milliarden Euro investieren, doch ob das die Probleme der kaputt gesparten Bahn auch tatsächlich beheben wird, sind unklar.

Motorisierter Individualverkehr

Beim motorisierten Individualverkehr (MIV) wird in der Regel kein Fremdgut transportiert, er dient primär der individuell gestalteten Fortbewegung und möglicherweise überdies dem Transport von Eigenbesitz. Nicht nur eigene Autos, sondern auch Mietfahrzeuge, im Rahmen von Carsharing beanspruchte Autos, gehören zum motorisierten Individualverkehr. Trotzdem ist dieser nach wie vor von Eigenwagen geprägt.

Laut ADAC besaßen im Jahr 2021 circa drei Viertel der Haushalte in Deutschland mindestens ein Auto. Mehr als einer von vier Haushalten besaß sogar zwei PKW, also Personenkraftwagen. Es ist nicht davon auszugehen, dass die Zahl heute zurückgegangen ist.

Motorisierter Individualverkehr in NRW

Seit mehreren Jahren schon verteidigt Nordrhein-Westfalen in der bundesweiten Stau-Statistik den Spitzenplatz an Bundesländern mit den meisten Staus. Im Jahr 2020 hat laut ADAC ein Drittel aller deutschen Staus den Verkehr in NRW stattgefunden.

Laut Statistischem Landesamt ist in NRW zwar die PKW-Dichte lediglich im bundesweiten Mittelfeld, aber es zeigt auch, dass in immer mehr PKW in NRW angemeldet werden. Allein zwischen 2022 und 2023 hat die Gesamtanzahl an Autos in NRW um 0,5 Prozent zugenommen. Heute sind in NRW circa 10,5 Millionen PKW zugelassen. Bei Stand 2023 insgesamt circa 18 Millionen Einwohnern entspricht das einem PKW auf 1,7 Einwohner.

Probleme des individuellen Autoverkehrs

Die von Individualverkehr geprägte Verkehrsinfrastruktur prägt das Landschaftsbild überall im zubetonierten Deutschland stärker als Wiesen, Wälder und Parks. Das Auto herrscht deutschlandweit und in NRW auf dem Dorf, in dem man auf es angewiesen zu sein glaubt, und im Kern der Großstadt, der nachgesagt wird, auch für die Autofahrt attraktiv sein zu müssen.

So sind laut Bundesumweltamt in Deutschland immerhin circa 45 Prozent der Siedlungs- und Verkehrsflächen versiegelt, also zubetoniert, -asphaltiert, -gepflastert oder auf andere Weise befestigt. Wichtige Bodenfunktionen, vor allem die Wasserdurchlässigkeit und die Bodenfruchtbarkeit, gehen zunehmend verloren.

Etablierung von individuell ausgerichtetem Automobilverkehr

Laut Statistischem Bundesamt wurden im Jahr 2022 lediglich 6,7 Milliarden Personen regelmäßig mit öffentlichen Verkehrsmitteln befördert, wohingegen circa 45 Milliarden Personen regelmäßig mit dem Auto gefahren sind. Mobilität und vor allem mobile Flexibilität haben in unserer Gesellschaft einen enorm hohen Stellenwert und für viele Menschen, die in unserer Gesellschaft leben, gehört das eigene Auto fest zum Alltag dazu.

Der PKW scheint in Deutschland gerade unantastbares Heiligtum zu sein. Die aktuell herrschenden politischen Narrative fördern dabei den Individualverkehr und insbesondere die private Nutzung des PKW nur noch weiter, indem sie dem Verkehrswachstum mit neuen Straßenprojekten mit offenen Armen begrüßen oder sogar fördern.

Einschränkungen des Menschen durch den Automobilverkehr

Aber das ist nicht das einzige Problem: In Städten und an Schnellstraßen und Autobahnen ist auch Autolärm omnipräsent und wertvoller Raum wird für Straßen und riesige Parkplatzflächen wie Parkhäuser benötigt. Sogar Fahrradwege und Wanderrouten werden von und für Autostraßen unterbrochen. Der Verkehrsfluss auf Autobahnen und um viele Großstädte ist von Staus, Unfällen und nie endenden Baustellen geprägt.

Doch zahlen wir nicht nur jetzt gerade, unter anderem durch Flächenverbrauch, einen hohen Preis für den unangemessenen Straßenbau: Durch versteckte Subventionen, die von der Allgemeinbevölkerung für den Ausbau von Automobilverkehr zahlen muss, werden kommende Generationen für die heute gebauten Verkehrsinfrastrukturen ungefragt in die Pflicht genommen.

Umweltbelastung durch den Automobilverkehr

Die wenigen verbliebenen Wälder und Waldteile wie der Dannenröder Forst 2020 werden für den Individualverkehr nach und nach für weitere Straßen gerodet. Der immer ein Stück weit egozentrische Individualverkehr führt unabdingbar zu immer größeren Einschränkungen und Problemen für die Umwelt und damit auch für den Menschen.

Schlussendlich ist es schon fast ein alter Hut, dass Kohlendioxid in Abgasen das Klima enorm belastet und die Automobilnutzung zu den Hauptverursachern von fossilem CO2 gehört. Auch Schadstoffe wie Feinstaub oder Stickoxide beeinflussen die Luftqualität negativ.

Alternativen zum individuell ausgerichteten Automobilverkehr

Zahlreiche Argumente sprechen für eine Politik, die sich dem individuell ausgerichteten Automobilverkehr abwendet und alternative Verkehrsformen fördert. Doch Klimaaktivismus, der sich aus diesem Grund gegen die unreflektierte individuelle Automobilnutzung positioniert, wird medial geradezu stigmatisiert und aufs Schärfste verurteilt. Das privat genutzte Auto muss jedoch einer egozentrisch geprägten Vergangenheit angehören, wenn wir wollen, dass auch noch zukünftige Generationen auf diesem Planeten überleben.

Hierfür müssen aber alternative Mobilitätskonzepte zugelassen werden. Unter anderem sollten öffentliche Verkehrsmittel stärker gefördert und ausgebaut werden und eine Mobilität bereitgestellt werden, die nicht auf das Vorhandensein eines eigenen Autos angewiesen ist. Mehr Innenstädte sollten Autos maximal für den notwendigen Gütertransport zulassen (Stichwort autofreie Innenstädte) und bisher für Parkplätze und Straßen genutzte Asphaltwüsten sollten renaturiert werden und als grüne Oasen das urbane Leben angenehmer gestalten. Und durch die Förderung des Fuß- und Radverkehrs müsste das Zurücklegen von Kurzstrecken ohne motorisiertes Vehikel attraktiver gestaltet werden.

(rl)

NRW Mitgliedertreff im September in Essen

Wir treffen uns das nächste Mal am Freitag, dem 8. September ab 18:30 Uhr in der Gaststätte „Hans im Glück“ in Essen-Rüttenscheid, mit vielen veganen und vegetarischen Speisen in der Rüttenscheiderstraße 203.

Anfahrt ÖPNV:
Man erreicht das Restaurant mit der U11 oder U17 vom Hbf in Essen aus. Haltestelle Rüttenscheider Stern.

Parken PKW:
Angespannte Parksituation vor Ort, ggf. mit etwas Fußweg rechnen.

Du bist noch ganz frisch dabei und möchtest gerne in Kontakt mit anderen Mitgliedern kommen? Du bist schon länger dabei und hast einige Themen, die dir auf dem Herzen liegen?
Anders als unsere Veranstaltungen und Parteitage haben die NRW-Stammtische keine feste Tagesordnung. Ziel ist es, untereinander ins Gespräch zu kommen und sich besser kennenzulernen. Es sind ausdrücklich auch Nicht-Mitglieder sowie Mitglieder befreundeter Parteien eingeladen! Ein besonderer Aufruf geht jedoch an Mitglieder aus Essen und Umgebung, um unsere Regionalgruppe vor Ort weiter zu stärken!

Um die genaue Zahl der Teilnehmenden dem Café für die passende Tischgröße melden zu können, bitten wir um eine kurze, formlose Anmeldung unter nrw@tierschutzpartei.de

PETA Demo vor Dortmunder Zoo am 30.08.

Ob „Überschuss-Tötungen“, verhaltensgestörte Tiere, das Verstümmeln von Vögeln oder das Einsperren von Menschenaffen und Giraffen: Zoos und Tierparks bedeuten Tierleid. PETA demonstriert daher am Mittwoch ab 11:15 Uhr mit Tiermasken, Sträflingskostümen, Bannern und Schildern lautstark vor dem Haupteingang des Dortmunder Zoos. Unter dem Motto „Artgerecht ist nur die Freiheit“ fordert die Tierrechtsorganisation, die Zucht und Gefangenhaltung aller Tiere in Zoos und Tierparks auslaufen zu lassen.

„Dass fühlende Individuen noch immer zur bloßen Unterhaltung von Menschen lebenslänglich eingesperrt und gedemütigt werden, ist beschämend“, so Steffen Lenhardt, Aktionskoordinator bei PETA. „Artgerecht ist nur die Freiheit – immer mehr Menschen sprechen sich daher gegen Zoos und Tierparks aus. Die Zurschaustellung von Tieren in Gefangenschaft ist ein Auslaufmodell.“

Zoos bedeuten Tierleid
Die Tierrechtsorganisation PETA setzt sich grundsätzlich für ein Ende der Zucht und Haltung von Tieren in Zoo-Gefangenschaft ein. Kein noch so großes oder für die Besucher optisch ansprechendes Zoogehege kann die Bedürfnisse der Tiere auch nur annähernd erfüllen.

Auch mit Artenschutz hat das Einsperren von Tieren in Zoos nach Ansicht der Tierrechtsorganisation nichts zu tun. Auswilderungen finden bei den allermeisten Tierarten nicht statt – in Gefangenschaft haben die Tiere nahezu keine Möglichkeit, Verhaltensweisen, die für ein Überleben in der Natur unverzichtbar sind, zu erlernen.

Zudem erfüllen Zoos nach Auffassung von PETA keinen Bildungsauftrag: Das Publikum lernt durch die Zurschaustellung von Tieren in Gefangenschaft nichts über ihr natürliches Verhalten. Die bei vielen Tierarten in Zoos auftretenden Verhaltensstörungen werden dagegen vermehrt als normale Verhaltensweisen angesehen.

Die Mitglieder von PETA fordert daher, finanzielle Mittel in den Schutz der natürlichen Lebensräume statt in die Nachzucht und Haltung von Tieren in Zoos zu investieren und die Haltung und Zucht von Tieren in Zoos auslaufen zu lassen.

 

Details zur Aktion:
Datum: Mittwoch, 30. August 2023
Uhrzeit: 11:15 bis 11:45 Uhr
Ort: Dortmunder Zoo, am Haupteingang, Mergelteichstraße 80, 44225 Dortmund
Kontakt vor Ort: Steffen Lenhardt

 

Als Landesverband NRW und Kreisverband Dortmund der Partei Mensch Umwelt Tierschutz (Tierschutzpartei) solidarisieren wir uns mit dieser Aktion und rufen unsere Mitglieder und Unterstützer:innen zur aktiven Teilnahme auf!

Ja zum Artenschutz! Nein zum Zoo!

Der Zoo – für die einen der abenteuerliche Ganztagsausflug, für die anderen ein Ort, der besser vermieden wird. Und für die Tiere? Die meisten Zoos profilieren sich gerne offensichtlich mit der Eigenschaft der Arterhaltung. Aber was hat es eigentlich genauer damit auf sich? Hier gibt es einen kurzen Blick auf einige Pro- und Contra-Argumente, welche die Problematik hinter dem Schild des Artenschutzes in Zoos verdeutlichen.  Continue reading “Ja zum Artenschutz! Nein zum Zoo!”