Die Menschen im Gazastreifen brauchen dringend Hilfe – Wie auch Du helfen kannst

Die Lage der Zivilbevölkerung im Gazastreifen wird immer dramatischer.

Millionen Menschen sind vom Norden des Gazastreifens in den Süden geflüchtet und schlafen nun in notdürftig aufgebauten Zelten. Tagsüber versuchen sie, irgendwo Essen und Wasser zu finden, um zu überleben, doch alle zum Leben wichtigen Ressourcen sind kaum noch vorhanden. Continue reading “Die Menschen im Gazastreifen brauchen dringend Hilfe – Wie auch Du helfen kannst”

Eicheln, Hasselnüsse und Co. für Vögel zertreten!

Ein kleiner Tierschutz-Tipp für unterwegs:

Jetzt beginnt die Zeit der Eicheln, Haselnüsse und Bucheckern. An Stellen ohne viel Verkehr, bitte immer schön zertreten! Dann finden unsere Tauben und andere Vögel, gerade im städtischen Bereich, viel leichter zusätzliches Futter. Gerade in der Stadt beobachtet man häufig, dass Tauben unter entsprechenden Bäumen darauf warten, dass die Nüsse von Autos überfahren werden.

Stoppt die Exoten-Krise in unseren Tierheimen!

Wer in der Vergangenheit mal ein Tierheim von innen gesehen hat, der weiß: Das hier ist nicht der Amazonas-Regenwald, die Gobi-Wüste oder die Everglades. Drum sollte es verwundern, wenn einem im Tierheim um die Ecke Schlangen, Reptilien und etliche Schildkröten entgegenkommen. 

Die Coronapandemie hat Tierheime auch hierzulande immens getroffen: zu viele Tiere, zu wenig Personal, Geld- sowie Platzmangel. Neben dem Großteil an ab- oder gar zurückgegebenen Hunden und Katzen steht im Schatten dessen eine andere Gruppe, nämlich die Exoten. Exotische Tiere sind zwar kleiner als ihre vierbeinigen, flauschigen Mitbewohner, benötigen aber nicht weniger Aufwand. Ein häufiger Grund dafür, dass die Exoten gerade in der Pandemiezeit  und damit auch in einer Zeit steigender Preise in Tierheimen landen, sind die anspruchsvollen Haltungskosten. In von Selbstdisziplin geprägten Sparmaßnahmen, gestützt von heißem Tee und Kuschelsocken, scheint die Instandhaltung des feucht-warmen Paradieses für die extravaganten Hausbewohner absurd und untragbar. Also heißt es auch da ‘Sparen, wo man kann’, das Tier muss leider ausziehen. Und so werden die kostspieligen Anliegen als im Grunde nicht zu stemmende Belastungen an die Tierheime weitergegeben, wo meist unter Vollauslastung versucht wird, Räumlichkeiten, Platz und Personal für die neuen Bewohner zu organisieren, die gerne weiter in ihrer bis zu 30 °C Oase leben wollen und müssen. 

Eine äußerst belastende Geschichte, gerade auch weil hinzukommt, dass die Kleintiere mit ihren besonderen Bedürfnissen erheblich länger dort verweilen als die kleinen süßen Hundewelpen im Nachbarzimmer.  

Außerdem, wer den Begriff „Exoten“ hört, denkt zwar vermutlich eher an Amphibien und Reptilien, exotisch sind jedoch auch Hunderassen, wie beispielsweise der Kangal, eine türkische Herdenschutzhundrasse. Nicht nur die kleinen Begleiter haben hohe Ansprüche, auch gewisse Hunde benötigen eigentlich speziellere Behandlungen, die allerdings kaum in Tierheimen beachtet werden können. 

Klar ist also: Die infrastrukturellen und geldlichen Anforderungen an Tierheime sind mit Blick auf die Exoten-Krise offengelegt. Eine aus unserer Sicht vollends unnötige Strapazierung für Mensch und Tier, die es zu beenden gilt. Eine wirklich symbiotische Beziehung, etwa zwischen Mensch und Hund – auch hier müssen bestimmte Bedingungen notwendig eingehalten werden –, von welcher beide profitieren, ist dem Einsperren von exotischen Lebewesen definitiv vorzuziehen. Die Haltung dessen gilt es zu unterbinden. Exoten gehören in die Natur oder notfalls in professionelle Hände, wo zu ihrem Wohl gehandelt wird und nicht zum Interesse schaulustiger Privatpersonen. 

(tk)

Wildtier gefunden – Was nun?

Ihr habt ein verletztes oder krankes Wildtier gefunden? So sollten ihr dann handeln: 

Situation erfassen!
Zunächst beobachtet das Tier mit etwas Abstand. Ist das Tier nicht mehr in der Lage, sich selbst zu versorgen? Ist es verwundet und akut gefährdet? Geht also nicht direkt nah ans Tier ran, einerseits weil es vielleicht gar nicht hilfsbedürftig ist, andererseits gibt es einige Tiere (etwa Jungvögel, Waschbären, etc.), die durchaus von den Eltern alleine gelassen werden. Ein einsames Tier ist nicht immer gleich ein hilfsbedürftiges! Sofern es aber tatsächlich Hilfe braucht, könnt ihr zur Tat schreiten – was dann auch rechtlich erlaubt ist. 

Hilfe rufen!
Wie auch bei menschlichen Notfällen solltet ihr auch bei tierischen Notfällen gezielt Hilfe von außen holen. Meldet euch dafür bei lokalen Naturschutzbehörden, Tierschutzvereinen oder Wildstationen (im Idealfall entsprechende Nummern bereits im Handy einspeichern!) und schildert den vorliegenden Fall. Bei diesen Stellen erhaltet ihr oftmals direkt weitere Anweisungen und Ratschläge, wie weiter mit der Situation umgegangen werden soll. Habt ihr keine derartigen Kontakte, ruft notfalls auch bei der Polizei (110) an, wo ebenfalls die Chance auf Hilfe besteht. Eine gute Unterstützung bieten auch Facebook-Gruppen wie beispielsweise Wildtier-Notfälle und Wildvogelhilfe Notfälle.

Wildtiere sind Expertensache!
Versorgt Wildtiere zunächst nicht selbst und bringt sie nicht ohne vorherige Absprache mit entsprechenden Stellen zu Auffangstationen oder gar mit nach Hause! Es könnte sich bei dem Tier erstens um eine streng geschützte Art handeln, was eine meldepflichtige Angelegenheit ist, und zweitens unterliegen die meisten Wildtierarten (Füchse, Hasen, Rehe, Wildschweine) leider zudem noch dem Jagdrecht. Bei Missachtung dessen, wenn das Tier etwa ohne Absprache und Zustimmung seitens der Jagdverbände im eigenen Auto landet, könnte es im schlimmsten Fall sogar als Wilderei ausgelegt werden. Kontaktiert im Idealfall also zuerst örtliche Tierschutzvereine oder das jeweils zuständige Veterinäramt oder die nächste Tierarztpraxis, um Hilfestellungen zum weiteren Verfahren zu bekommen. Habt ihr die Zeit und entsprechende räumliche Möglichkeiten ist es vielleicht sogar möglich als Pflegestelle für einzelne Tierarten zu fungieren.

(tk)

Hilfe an unseren Ständen im September gesucht!

Wir benötigen für unsern CSD-Stand in Dortmund am 2.9. sowie auf der Green World Tour in Köln am 16./17.09. dringend noch Unterstützung, um mit den Besucher:innen ins Gespräch zu kommen. Wie schon in Mönchengladbach wird auch wieder unser beliebtes Glücksrad zum Einsatz kommen. Hättest DU Interesse, Teil unseres bunten Teams zu sein? Dann melde Dich gerne per Direktnachricht in unseren Social-Media-Kanälen oder per Mail an nrw@tierschutzpartei.de – Gerne organisieren wir auch Mitfahrgelegenheiten oder Übernachtungsmöglichkeiten.

CSD-Dortmund am Samstag, dem 02. September

  • Der Aufbau erfolgt in der Zeit von 09:00 – 12:00 Uhr auf dem Friedensplatz
  • Start Demozug um 11:30 Uhr vom Nordausgang des Hbf aus zum Friedensplatz
  • Beginn Straßenfest um 12 Uhr mit unserem Stand
  • Weitere Infos: https://www.csd-dortmund.de/

Green World Tour am 16. und 17. September

Stellenanzeige NRW – Organisations-Assistenz (m/w/d) gesucht

Die Partei Mensch Umwelt Tierschutz (Kurzname: Tierschutzpartei) stellt seit 2021 die größte außerparlamentarische Opposition Deutschlands dar. Mit bundesweit knapp 650.000 Stimmen und einem Ergebnis von 1,5 % sind wir als stärkste Partei aus der Bundestagswahl 2021 gegangen, die nicht im Bundestag oder einem Landtag vertreten ist. Nordrhein-Westfalen stellt mit rund 450 Mitgliedern den größten Landesverband dar. Aktuell besitzt unsere Partei Mandate in zwei NRW-Stadträten, zur Kommunalwahl im Jahr 2025 soll dieser Anteil deutlich steigen. Wir suchen aus diesem Grund Unterstützung durch eine:

Organisations-Assistenz (m/w/d) 
Beschäftigungsart:                          Geringfügig
Wochenstunden:                            maximal 10 Stunden
Arbeitszeiten:                                  nach individueller Vereinbarung
Tätigkeitsbeginn:                            01.01.2024
Einsatzort:                                        Remote (mit Ausnahme von Parteiveranstaltungen)

Deine Aufgabenbereiche:

– Unterstützung bei der Mitgliederverwaltung
– Versand von Newslettern und weiteren Mitglieder-Mailings
– Versand von Einladungen zu Sitzungen/Stammtischen/Parteitagen/sonstigen Veranstaltungen
– Einstellen von fertigen Artikel auf der Homepage
– Aufbau von regionalen und überregionalen Presseverteilern / Versand von Pressemitteilungen
– Einrichtung von E-Mail-Postfächern
– Beantragung von Plakatierungsgenehmigungen und Ständen im Wahlkampf
– Unterstützung bei der Aufstellung und Verwaltung von Wahllisten
– Terminplanung und Terminerinnerungen
– Plakat- und Inventarverwaltung
– Anwesenheitskontrollen bei Landesparteitagen
– Buchung bzw. Anmeldung von Messen, Räumlichkeiten und Ständen
– Unterstützung bei Social Media-Aktivitäten
– Mitglieder-Schreiben anlässlich von Geburtstagen oder Jubiläen
– Recherchetätigkeiten zu politischen Themen
– Unterstützung der Mandatsträger:innen und Sammlung von Anträgen u. Anfragen

Dieses Profil bringst du mit:

– Wohnhaft in NRW
– Idealerweise eine kaufmännische Ausbildung oder vergleichbare Qualifikation
– Alternativ die Bereitschaft, dich zeitnah einzuarbeiten
– Sicherer Umgang mit den MS-Office-Programmen sowie Videokonferenz-Tools
– Eigenverantwortlicher und zielorientierter Arbeitsstil
– Umfassende Deutschkenntnisse in Wort und Schrift
– Organisationstalent

Bei uns erhältst du:

– Ein anspruchsvolles Aufgabengebiet mit einem Schwerpunkt auf Kommunal- und Landespolitik
– Eine sinnstiftende Tätigkeit, die an der Verbesserung der politischen Verhältnisse für Menschen und Tiere mitwirkt
– Die Möglichkeit, eigene Ideen miteinzubringen
– Flache Hierarchien und kurze Kommunikationswege.

 

Hinweis: Eine Mitgliedschaft in unserer Partei ist keine Voraussetzung für diese Stelle, wobei Bewerbungen von Parteimitgliedern ausdrücklich begrüßt werden. Mitglieder, die in einem Angestelltenverhältnis zur Partei stehen, verlieren jedoch das passive Wahlrecht, können also keine Parteiämter ausüben.

Bewerbungen bitte ausschließlich per Mail im PDF-Format, idealerweise als eine zusammenhängende Datei z.Hd. des Landesvorstands an nrw@tierschutzpartei.de

Erneut Obdachloser in Dortmund verstorben

Erst vor wenigen Tagen wurde ein toter Obdachloser in Dortmund-Oespel gefunden. Wie die Ruhr Nachrichten heute berichtet, konnten keine Hinweise auf Fremdeinwirkung gefunden werden. Der verstorbene Mann wurde nur 45 Jahre alt. Laut Zahlen der Zeitung sind 29 Verstorbene im Jahr 2022 durch die Stadt offiziell als wohnungslos verzeichnet worden, fast die Hälfte von ihnen wurde keine 50 Jahre alt. Für uns ist jeder Mensch, der auf der Straße verstirbt, ein Mensch zu viel!

Im Rat der Stadt Dortmund setzt sich unsere Partei in der Fraktion Die Linke+ dafür ein, im Rahmen des Modellprojekts „Housing First“ 20 Wohnungen für Obdachlose bereitzustellen. Hierfür gab es bereits im Februar 2021  den Mehrheitsbeschluss gemeinsam mit Grünen und CDU, der derzeit von der Verwaltung aber noch nicht umgesetzt worden ist.  Das Ziel: Obdachlosen Menschen soll ein Wohnungsangebot unterbreitet werden – bei gleichzeitiger Betreuung -, damit sie dauerhaft das Leben auf der Straße oder in Notunterkünften hinter sich lassen können. Passiert ist seitdem nichts. Der Wohnungsmarkt wird durch die Stadtverwaltung als schwierig beschrieben, was die Umsetzung erschwert.  Dabei läuft die Umsetzung in vielen anderen Städten wie beispielsweise Berlin, wo der Wohnungsmarkt ebenfalls schwierig ist, problemlos. Dort ist ein Pilotprojekt ein solcher Erfolg, dass das Modell nun erweitert wurde. Oder nehmen auch in Finnland. Dort wurde laut eines Berichts der Tagesschau durch „Housing First“ die Zahl der Obdachlosen halbiert. Warum soll das denn ausgerechnet in Dortmund nicht klappen? Zumal die Finanzierung gesichert ist. Da die Bewohner:innen dieser Wohnungen Anspruch auf Übernahme der Kosten der Unterkunft im Rahmen des SGB II bzw. SGB XII haben, sind die Mietzahlungen gesichert.

 

Die Malteser haben einige Tipps im Umgang mit obdachlosen Menschen zusammengefasst:

Suche das Gespräch

Es kostet Überwindung und man muss damit rechnen, abgewiesen zu werden. Dennoch: Viele Obdachlose freuen sich sehr über ein Gespräch. Denn neben Armut, Kälte und Hunger ist auch die soziale Isolation sehr zermürbend. Der Gesprächseinstieg: Möglichst klar und direkt. Begegne auf Augenhöhe, stell eine Frage oder biete eine Kleinigkeit an.

Zeige Respekt

Neben der täglichen Einsamkeit ist das Gefühl, unsichtbar und somit kein Teil der Gesellschaft mehr zu sein, zermürbend. Daher kannst du dich, sollte dich ein Gespräch überfordern, bei der nächsten Begegnung mit einem obdachlosen Menschen einfach mal an einem kleinen „Hallo“ oder einem freundlichen Nicken versuchen. Nett sein kostet zum Glück nichts!

Verurteile nicht

„Ich geb’ kein Geld, das geben die doch eh nur für ihren Stoff aus.“ Diesen oder ähnliche Sprüche hat jeder schon gehört, gedacht oder laut ausgesprochen. Aber mal ehrlich: Vielleicht hat die Person bereits drei Kaffee und Brötchen bekommen und könnte mit 2 € einfach mehr anfangen. Vielleicht gibt er oder sie das Geld auch tatsächlich dazu aus, um sich eine Flasche Korn zu kaufen. Egal wie herum man es dreht: Die Quintessenz dessen ist: Obdachlose sind auf unsere Solidarität angewiesen, und das meint im Umkehrschluss auch auf unsere 50 Cent. Was man selbst dazu denkt, sollte nicht dazu führen, aus Prinzip nicht zu helfen.

Hol Hilfe

Besonders wenn es nachts friert, sollte man ein sehr wachsames Auge haben. Wenn Menschen draußen bei Minusgraden schlafen, ist es durchaus angemessen, sie zu wecken und nachzufragen. In vielen Großstädten gibt es Kältebusse, die durch die Städte fahren und so Obdachlose vorm Erfrieren retten. Diese sind allerdings auch auf deine Mithilfe angewiesen. Also die Nummer des lokalen Kältebusses abspeichern und im Zweifel einmal zu viel, als zu wenig nachfragen, anrufen oder aufpassen! Wichtig zu wissen ist: In Situationen, in denen eine Person nicht mehr ansprechbar ist, sind keine gemeinnützigen Vereine zuständig. Dann gilt ganz klar: 112 wählen!

Spende sinnvoll

Die Faustregel lautet wie bei jeder Form von Spende: Nur das weitergeben, was du selbst auch annehmen würdest. Das gilt für den Zustand des Essens, der Kleidung oder des Schlafsacks.  Darüber hinaus: Bei Nahrungsmitteln empfehlen sich haltbare Lebensmittel, die nicht zubereitet werden müssen. Das können zum Beispiel Brot, Aufstrich, Käse oder ein Apfel sein. Im Zweifel solltest du am besten einfach nachfragen. Denn: obdachlos oder nicht, jeder Mensch hat schließlich andere Bedürfnisse.

Such dir eine Spendenaktion

Geld in den Becher werfen ist ein Anfang. Aber manchmal braucht es etwas mehr. Wie wäre es, eine Spendenaktion zu starten? Ein Beispiel: Die Idee des Gabenzauns ist so simpel wie gut. An öffentlichen Plätzen, die zentral gelegen sind, kann man an vielen Städten in Deutschland Spenden für Obdachlose abgeben. So auch in Hamburg: Hier startete die Aktion als Gegenmaßnahme, denn ursprünglich war die Mauer, an der nun Spenden abgegeben werden, ein beliebter Treffpunkt für Obdachlose. Übrigens: Das Projekt hatte Vorbildcharakter und wurde auch in weiteren Städten übernommen.

Eine Zusammenstellung verschiedener Angebote in ganz Deutschland gibt es auch hier.

(se)

Pfandringe als soziale und ökologische Bereicherung

Ein leider inzwischen alltäglich gewordenes Bild in deutschen Städten: Sogenannte Flaschen- oder Pfandsammler:innen greifen tief in Mülleimer in der Hoffnung, eine Flasche oder Dose mit Pfand zu finden. In über 50 deutschen Städten, darunter Düsseldorf, Hamburg und Bochum, wird diese Thematik anders angegangen: Dort stellen sogenannte Pfandringe ein Brückenstück zwischen Pfandgeber:in und Pfandnehmer:in dar und tragen zum bewussteren Miteinander bei.

Erfunden hat diese einfache, aber effektive Lösung der Kölner Produktdesigner Paul Ketz. Der Pfandring® stellt dabei einen Zusatz für Mülleimer dar, um das Abstellen und Einsammeln von Pfandflaschen und Dosen zu erleichtern. „Als wir durch Bürger:innen auf das Konzept der Pfandringe aufmerksam gemacht wurden, hat uns diese Lösung direkt überzeugt“ so Sebastian Everding, Landesvorsitzender der Partei Mensch Umwelt Tierschutz (Tierschutzpartei) in NRW und als sachkundiger Bürger im Rat der Stadt Dortmund. Er führt weiter aus: „Diese Idee könnte verhindern, dass Menschen aus den unterschiedlichsten Hintergründen, sei es Obdachlosigkeit, zu geringe Rente oder sonstige Probleme, darauf angewiesen sind, unwürdig im Müll nach Pfand zu suchen“.

Bereits im Jahr 2017 fand nach Recherchen des Dortmunder Kreisverbandes der Partei ein erster Feldversuch im Westpark nahe der Innenstadt statt. Einige der damals montierten Pfandringe sind dort heute noch zu finden. Umso erstaunlicher ist es vor diesem Hintergrund, dass keinerlei Anknüpfung an diesen, inzwischen rund sechs Jahren zurückliegenden, Versuch gefunden wurde. Beschäftigt man sich mit diesem Thema weitergehend, stößt man jedoch auch auf Kommunen, die davon berichten, dass erste Versuche mit den Pfandringen abgebrochen wurden, weil diese oftmals nur als Ablage für Müll wie Kaffee to-go Becher „missbraucht“ wurden. Im Gespräch mit dem Erfinder äußert sich dieser ganz klar gegenüber unserer Partei: „Es gibt auch vereinzelte Städte, die mit ihrem Test nicht zufrieden sind, was erfahrungsgemäß folgende Gründe hat: Die Einführung der Pfandringe wurde der Bevölkerung nicht angekündigt oder irgendwie medial beworben und die Stückzahl ist so gering gewählt, dass sich fast unmöglich ein Lerneffekt einstellen kann. Diese Städte haben fast allesamt gemeinsam, dass jeweils weniger als fünf Pfandringe angeschafft wurden.“ so Paul Ketz. Für die Dortmunder Tierschutzpartei und den gesamten Landesverband kommt deswegen nur eine flächendeckende Einführung mitsamt Informationskampagne für die Bevölkerung infrage.

„Selbstverständlich ist uns bewusst, dass wir die Ursachen der Armut angehen müssen und die Pfandringe sollen hier keine Lösung des grundlegenden Problems darstellen, aber den betroffenen Menschen zumindest etwas Würde zurückgeben“ so Sebastian Everding und fügt noch hinzu „Neben dem sozialen Aspekt gibt es hier auch ganz klare Gesichtspunkte in Sachen Umwelt- und Klimaschutz, denn so können Flaschen und Dosen im Recyclingkreislauf bleiben und es entsteht neben der niedrigeren Müllmenge ein geringerer CO₂-Ausstoß dadurch, dass diese Wertstoffe nicht fälschlicherweise mit dem übrigen Restmüll verbrannt oder deponiert werden müssen“.

Zur Homepage des Erfinders: pfandring.de

(se)

Suizide betreffen auch Kinder und Jugendliche

In Deutschland kam es laut Forschenden des Universitätsklinikums Essen zu einem sprunghaften Anstieg an Suizidversuchen von Kindern und Jugendlichen am Ende des Lockdowns im Frühjahr 2021. Dies entspricht einer fast 3-fachen Zunahme der Sui­zidversuche in der Altersgruppe von 12 bis 17 Jahren im Vergleich zu den Jahren 2017 bis 2019.   Aber auch vor der Pandemie war der Suizid bei jungen Menschen statistisch gesehen stets die zweithäufigste Todesursache. Im Jahr 2021 beschrieb das Ärzteblatt die Zahlen und die damit verbundenen Schicksale als klinisch und gesellschaftlich relevantes Problem. Doch was bringt einen jungen Menschen zu der Entscheidung, das eigene Leben beenden zu wollen?

„Nicht nur erwachsene Menschen erleiden belastende Situationen oder Krisen! Bei Kindern und Jugendlichen kann beispielsweise Mobbing in der Schule, Versagen bei Prüfungen oder der Verlust von vertrauten Menschen massiv destabilisieren und zu Suizidgedanken führen“ so Steffi Linde aus dem Team der Partei Mensch Umwelt Tierschutz (Tierschutzpartei) in NRW und gibt für Eltern, Lehrer:innen und sonstige Angehörige Tipps zur Erkennung einer Suizidgefährdung: „Das Spektrum der Anzeichen ist dabei vielfältig und reicht von einem Rückzug aus dem sozialen Umfeld wie Freunden und/oder Familie, der intensiven Beschäftigung mit dem Sterben, dem unerwarteten Besuch bei Freunden und Familie über konkrete Vorbereitungen, wie etwa dem Sammeln von Tabletten, oder einen grundsätzlich steigenden Konsum von Suchtmitteln und dem Eingehen von bewussten Risiken, wie dem zu schnellen Autofahren, bis hin zu einer allgemeinen Hoffnungslosigkeit, Niedergeschlagenheit und Selbsthass“.

Auch nach Suizidhandlungen prominenter Persönlichkeiten oder nach Ausstrahlung entsprechender Fernsehsendungen lässt sich laut wissenschaftlichen Studien besonders bei Jugendlichen ein Anstieg der Suizidrate feststellen. Dies bezeichnet man als Imitationseffekt, der nach dem jeweiligen Erlebnis meist bis zu zwei Wochen anhält. Auch Suizide in der Umgebung erhöhen das Risiko. Kinder und Jugendliche, die über Selbstverletzung sprechen oder einen Suizidversuch unternehmen, müssen dringend ärztlich und psychotherapeutisch behandelt werden. Jede Form von Suizidversuch muss dabei ernst genommen werden, schließlich geht einem Drittel aller vollzogenen Suizide ein entsprechender Versuch voraus, auch wenn dieser manchmal nur wenig ernst gemeint erscheint, wie etwa oberflächliche Schnitte am Handgelenk oder Einnehmen von Tabletten in nicht ausreichender Menge. Wenn die Eltern oder andere Bezugs- und Betreuungspersonen einen misslungenen Suizidversuch verharmlosen oder herunterspielen, kann dies den jungen Menschen oftmals erst recht dazu treiben, den Versuch zu wiederholen.

Die Hilfsangebote:

Kinder und Jugendtelefon („Nummer gegen Kummer“). Diese Nummer ist unter der Woche von 14 bis 20 Uhr erreichbar. Samstags besteht von 14 bis 20 Uhr das Angebot „Unter uns – Jugendliche beraten Jugendliche“, denn oftmals fällt es Betroffenen leichter, mit Gleichaltrigen zu reden. Die Nummer ist kostenlos und anonym: 116111 oder 0800/1110333
Weitere spezielle Angebote für Jugendliche gibt es über die Mail-Beratung bei www.u25-deutschland.de und bei „Freunde fürs Leben“ unter www.frnd.de

Telefonseelsorge (24 Stunden) 0800/1110111 (ev.) 0800/1110222 (kath.)
zusätzlich bietet die Telefonseelsorge für Hilfesuchende einen Chat- und eine E-Mail-Beratung an. In allen Fällen ist das Angebot anonym und kostenlos
Ein muslimisches Angebot der Seelsorge ist 24 Stunden unter der 030/443509821 erreichbar.
Ärztlich/ psychologischer Bereitschaftsdienst: 116117
In absoluten Notfällen bitte direkt die 112 anrufen.

Weitere Beratungsstellen vor Ort (auch persönliche Gesprächsangebote) findet man unter Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention www.suizidprophylaxe.de oder bei der Deutschen Depressionshilfe www.deutsche-depressionshilfe.de

(sl)