Abwrackprämien für Schottergärten in NRW!

Ein Schottergarten ist eine großflächig mit Steinen bedeckte Gartenfläche, in welcher die Steine das hauptsächliche Gestaltungsmittel sind. Pflanzen kommen nicht oder nur in geringer Zahl vor, wenn, dann oft durch strengen Formschnitt künstlich gestaltet – Diese Definition gibt Wikipedia. Für Sebastian Everding, Landesvorsitzender der Partei Mensch Umwelt Tierschutz (Tierschutzpartei) in NRW und als sachkundiger Bürger für die Fraktion Linke+ im Rat der Stadt Dortmund stellt diese Gestaltungsform einen „Garten des Grauens“ dar. Die Gestaltung besteht in der Regel aus Flusskieseln, geschliffenem Granit oder grauem Betonstein, welche oftmals noch über tausende Kilometer aus Ländern wie Indien oder China importiert werden.

Viele Menschen glauben, damit ein für alle Mal die lästige Gartenarbeit los zu sein. Dies mag noch auf das erste Jahr zutreffen. Langfristig allerdings lagern sich zwischen den Steinen und in den Fugen altes Laub und Samen ab, suchen sich Flechten, Moose und Wildkräuter ihren Weg – auch durch Plastik-Sperrschichten. Hinzu kommt der extrem negative Einfluss auf das Stadtklima, denn Schottergärten heizen sich im Sommer stärker auf als naturnahe Flächen. Die in den Steinen gespeicherte Wärme wird über Nacht abgegeben und wirkt so der Abkühlung entgegen. Der Boden kann durch die versiegelte Fläche zudem kein Wasser speichern.

„Glücklicherweise wurde der Bebauungsplan für einige Neubaugebiete in Dortmund schon entsprechend angepasst, wir fordern eine Ausweitung auf jeden Neubau im Stadtgebiet, eine stärkere Kontrolle der Einhaltung und zudem einen Anreiz für Eigentümer:innen schon bestehender Schottergärten, sich die Natur in den Vorgarten zurückzuholen!“ so Everding und ergänzt: „Vorstellbar wäre etwa, je nach Größe des Steingartens, eine Art städtische Abwrackprämie zwischen 200 und 500 Euro, welche in lokalen Gärtnereien oder Baumärkten gegen insektenfreundliche Pflanzen eingetauscht werden kann. So würden wir etwas Gutes für die Umwelt tun und zusätzlich den stationären Einzelhandel fördern.“

Einen besonders wichtigen Aspekt für die die kommunalpolitisch Aktiven unserer Partei stellt dabei die Artenvielfalt dar: „Naturnahe Gärten bilden in der Stadt wichtige Refugien für eine Vielzahl von Wildtieren. Dies sind neben Singvögeln auch Insekten wie Schmetterlinge, Bienen und Hummeln“ so Sebastian Everding, der sich in seiner Freizeit stark für den Schutz von Wildbienen einsetzt. „Schotter und Steine können dabei weder Unterschlupf noch Nahrungsgrundlage oder eine Kinderstube für den Nachwuchs bieten, einzig Kellerasseln und Spinnen fühlen sich dort noch wohl“ und appelliert an Hausbesitzer:innen, freiwillig etwas in ihren Gärten zu ändern, denn sonst würde man ein Grundstück besitzen, welches ökologisch so tot ist, wie ein Stück Autobahn.

(se)

Mehr Maßnahmen gegen Vogelschlag in NRW gefordert

Vogelschlag – Ein sehr technisch klingendes Wort, welches für millionenfaches Leid steht. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung gibt dafür eine Zahl von mindestens 18 Millionen toten Tieren pro Jahr in Deutschland an, ergänzt jedoch auch, dass die Dunkelziffer bis zu 100 Millionen reichen könnte. Eine Einschätzung des bayrischen Landesamtes für Umwelt geht hingegen sogar von mehr als 100 Millionen Opfern aus. Continue reading “Mehr Maßnahmen gegen Vogelschlag in NRW gefordert”

Kommentar zum Jagdlobbyismus-Artikel in den Ruhr Nachrichten

Kommentar zum Artikel: „Markthändlerin Daniela Lindner-Fernholz ist leidenschaftliche Jägerin“  (Printausgabe Samstag, 02.05.2023)

Liebe Frau Dönnewald,
Liebe Redaktionsleitung der Ruhr Nachrichten Dortmund,

Tief durchatmen, Ruhe bewahren, das Herz klopft, man entscheidet über Leben und Tod mit einer einzigen Kugel“ – so beschreibt Ihre Interviewpartnerin Frau Lindner-Fernholz ihr Gefühl des Jagdfiebers und die damit verbundenen unbeschreiblichen und besonderen Emotionen.  Für mich ist das eine Beschreibung der puren Lust, fühlende Lebewesen zu töten.  Sie geben dieser Dame fast eine ganze Seite, um sich und ihr mörderisches Hobby zu präsentieren, welches zudem noch mit Fotos reich bebildert wird, bei dem sie u. a. stolz neben einem getöteten Rehbock posiert. Dieser Artikel hat mir und vermutlich vielen weiteren Tierfreundinnen und Tierfreunden heute Morgen wortwörtlich das Frühstücksbrötchen im Hals stecken gelassen.  Ein Artikel ohne jegliche journalistische Reflexion der gesagten Dinge, ein Artikel, in dem die Jägerin ohne jedes kritische Hinterfragen die Standpunkte der Jagdverbände z. B. zur Fuchsjagd einem breiten Publikum präsentieren kann.  Wäre es nicht das Mindeste zu erwähnen, dass hier unterschiedliche wissenschaftliche Ansichten in der öffentlichen Betrachtung vorliegen? Positionen, die vollständig konträr zu den hier ungefiltert wiedergegebenen Standpunkten der Jagdlobby stehen! Der Presserat schreibt in seinem Pressekodex unter Ziffer 2 (Sorgfalt): „Recherche ist unverzichtbares Instrument journalistischer Sorgfalt. Zur Veröffentlichung bestimmte Informationen in Wort, Bild und Grafik sind mit der nach den Umständen gebotenen Sorgfalt auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen und wahrheitsgetreu wiederzugeben.“

Was ich im Rahmen dieser Veröffentlichung aber für ebenso höchst bedenklich halte: wo liegt hier der journalistische Anspruch und Gehalt, wenn die Dame von ihrer Waffenbegeisterung seit frühster Kindheit spricht und von den Namen, die sie ihren Waffen gibt? Aussagen, die ich aus psychologischen Gesichtspunkten, vor allem mit der Hintergrund der ausführlichst beschriebenen Emotionen im Jagdfieber, als höchst bedenklich einstufen würde.

Abschließend muss man sich fragen, ob es sich bei diesem Werk um einen reinen Werbeartikel handelt, welcher zum einen die Standpunkte und Sichtweisen der Jagdlobby unkommentiert und ohne jeden Hinweis auf andere Sichtweisen widerspiegelt, oder ob dies eine kombinierte Werbeanzeige mit zusätzlicher Werbung für das Gewerbe von Frau Lindner-Fernholz auf dem Wochenmarkt handelt? Ihr Verkaufswagen mit dem Aufdruck „Wurst- und Fleischspezialitäten“ wird mitsamt des Angebotes von „Rehkeule, Wildschwein-Gulasch und Hähnchenbrust“ so ausführlich beschrieben, dass man in kaum einer Anzeige mehr Werbeargumente finden würde als in diesem Artikel. Die Online-Ausgabe Ihrer Zeitung titelt im Gegensatz zur Printausgabe sogar mit der Überschrift „Einzigartiger Marktstand“. An dieser Stelle möchte ich einmal ganz deutlich auf den Pressekodex des Deutschen Presserates und Richtlinie 7.2 hinweisen: „Redaktionelle Veröffentlichungen, die auf Unternehmen, ihre Erzeugnisse, Leistungen oder Veranstaltungen hinweisen, dürfen nicht die Grenze zur Schleichwerbung überschreiten. Eine Überschreitung liegt insbesondere nahe, wenn die Veröffentlichung über ein begründetes öffentliches Interesse oder das Informationsinteresse der Leser hinausgehen“. Es fragt sich hier klar, wo das Informationsinteresse der Leserschaft vorliegt, das Produktangebot am Verkaufsstand aufzuzählen.

Ich möchte Sie in aller Form bitten, in Zukunft auf derartig einseitige Berichterstattungen zu verzichten. Gerne unterstütze ich Sie bei der Kontaktaufnahme zu Tierschutzvereinen, Verbänden und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, um auch die „andere Seite“ der Jagd einmal ausführlich zu beleuchten. Von Ihnen als Dortmunder Medium wäre, gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Skandale um die Messe „Jagd&Hund“, eine kritische und sachliche Auseinandersetzung mit diesem Thema wünschenswert.

Sebastian Everding
Landesvorsitzender der Partei Mensch Umwelt Tierschutz (Tierschutzpartei) in NRW

Auslandstierschutz – Eine Reise nach Albanien

Albanien, ein Land auf dem Balkan zwischen Montenegro und Griechenland, mit seiner Fläche etwas kleiner als Belgien und mit rund 2,8 Millionen nur ein paar Einwohner:innen mehr als Schleswig-Holstein. Viele Strände entlang der Adria und des Ionischen Meeres, das Landesinnere durchzogen von den albanischen Alpen. Ein Land voller Kultur, geprägt von den unterschiedlichsten Einflüssen der sehr bewegten Geschichte und mit zahlreichen archäologischen Stätten. Ein Land, welches über viele Jahrzehnte als „Volksrepublik Albanien“ mit wechselnden Bündnissen zwischen Moskau, Belgrad und Peking von einem zunehmend paranoiden Diktator mit einem buchstäblichen Betonbolschewismus bis in die 1990er Jahre in die europäische Isolation getrieben wurde. Auch wenn die Armut in den vergangenen beiden Jahrzehnten deutlich zurückgegangen ist, weist es mit etwa 20 Prozent laut Weltbank weiterhin die höchste Armutsrate der Region auf, die vor allem alte Menschen und Angehörige von Minderheiten betrifft. Albanien ist bereits NATO-Mitglied und strebt gemeinsam mit dem Nachbarland Nordmazedonien eine Mitgliedschaft in der Europäischen Union an, seit 2022 laufen hier Beitrittsverhandlungen.

Schmusen oder Arbeiten? Beides musste unter einen Hut gebracht werden.

Rund 12 Jahre ist es her, dass ich das erste Mal in Kontakt mit diesem Land kam, damals in Form einer Rundreise. Einige Jahre zuvor wurde von der gebürtigen Schweizerin Maria Cristina Medina-Casanova mit der Tierhilfe Tirana die erste vom Staat anerkannte Tierschutzorganisation gegründet. Die Tierhilfe stellt aktuell dort die einzige Alternative zu den landesweit aktiven Tötungsstationen dar. Maria und ich lernten uns damals eher flüchtig kennen, zuvor hatte ich in der Reisegruppe einige Spenden für das Tierheim nahe der Hauptstadt Tirana gesammelt. Obwohl ich schon damals ehrenamtlich im Vorstand eines Tierheims im Rheinland war und in dieser Funktion schon zahlreiche Tierschicksale erlebt hatte, schockierte mich die Situation vor Ort. Während der Reise quer durch das Land konnten wir nicht nur einmal tote Tiere von der Katze bis zum Esel am Straßenrand liegen sehen. Maria und ich blieben über die Jahre in Kontakt und im Mai 2023 konnte ich endlich meinen lang gehegten Plan umsetzen direkt nach Albanien zu reisen, um tatkräftig einige Tage vor Ort mithelfen zu können.

Eingang zum Tierheimgelände

Ein ganzes Stück vor den Toren der Hauptstadt liegt das Gelände der Tierhilfe, umgeben von hohen Mauern und eher unscheinbar, ganz ohne die aus Deutschland gewohnten Hinweisschilder zum nächsten Tierheim. Maria und ihr Mann Klodi betreiben das Tierheim auf dem rund 15.000qm großen Grundstück seit etwa 10 Jahren, dem vorausgegangen waren zahlreiche (und nicht freiwillige) Umzüge. In einem kurzen Rückblick erzählte mir Maria sichtlich bewegt von den Anfängen ihres Tierschutzengagements ins Albanien, welches sie fast das Leben gekostet hätte. So wurden ihr von aufgebrachten Menschen die Zähne eingeschlagen und sie sollte an einem Baum aufgehängt werden. Nur der Einsatz einer Freundin aus der deutschen Botschaft konnte Rettung in wortwörtlich letzter Sekunde schaffen. An diese traumatischen Erlebnisse schließt sich nahtlos das Anzünden eines vorherigen Tierheimgeländes an, bei dem zahlreiche Tiere den Tod fanden. Woher dieser Hass fragen sich sicher viele, die diese Zeilen lesen? Genau diese Frage stellte ich auch Maria, die mir die Situation mit dem geringen Stellenwert der Tiere in diesem Land erklärte, in dem durch traditionalistische Strukturen auch Frauen weit von einer gelebten Gleichberechtigung entfernt seien. Ein Land, in dem es vielen Menschen wirtschaftlich schlecht geht und wo das Verständnis fehlt, wie man sich dann für Tiere einsetzen kann. Tiere gelten dort für viele Menschen als „Werkzeug“, können sie ihre Aufgabe nicht mehr erfüllen (Transport schwerer Lasten, Bewachung des Grundstücks) so wird ihnen das Futter entzogen oder es wird anderweitig versucht sie loszuwerden.

Neben Hunden, Katzen, Ziegen, Pferden und Hühnern gibt es auch zahlreiche Esel.

Zum Zeitpunkt meines Besuches befanden sich auf dem Gelände rund 500 Tiere, davon etwa die Hälfte Hunde. Darunter tierische Schicksale, die jedem Besucher Tränen in die Augen steigen lassen: von Eseln mit abgeschnittenen Ohren, Hunde, die abgegeben wurden, weil sie mit nur drei Beinen keinen Wert mehr für den Besitzer hatten, Pferde, die mit Eisenstangen verprügelt wurden und Hunde, die als Welpen ein zu nährstoffarmes Futter bekamen und deswegen Fehlbildungen der Knochen aufweisen. Über die letzten Jahre konnte Maria mehrere Tausende davon in ein neues Zuhause vermitteln, ein Großteil der Tiere dort ist aufgrund seiner Behinderungen oder des hohen Alters jedoch unvermittelbar. Diese Tiere dürfen bis zu ihrem natürlichen Lebensende im Zentrum verbleiben.  Die Vermittlungen ins europäische Ausland belaufen von Anfang an auf einem niedrigen Niveau von rund 100 Tieren, wovon nur etwa 30–40 nach Deutschland gekommen sind. Ein Grund dafür sind die extrem hohen damit verbundenen Kosten für ärztliche Untersuchungen (Titerbestimmungen, Impfungen, Chip usw.), Quarantäne und Flug. Zahlreiche Low-Cost-Carrier nehmen keine Tiere aus dem Land mit, sodass dies ausschließlich über Fluglinien wie die Lufthansa möglich ist.

Aufgrund der Auflagen des albanischen Staates als registrierter, gemeinnütziger Tierschutzverein darf Maria keine Vermittlungsgebühren für die Tiere verlangen. Der Betrieb ist also vollständig auf Spenden angewiesen. Ein Förderverein in der Schweiz hilft dabei, einen Großteil der Kosten zu decken. Durch stetige Kostensteigerung spitzte sich die finanzielle Situation in den letzten Monaten aber stetig zu, sodass zum aktuellen Zeitpunkt ein Weiterbetrieb des Tierheims nicht gesichert ist. Im Vorfeld meiner Reise konnte ich im Familien- und Freundeskreis sowie bei vielen Parteimitgliedern Spenden sammeln und so Maria und ihrem Team 1.500 € übergeben. Eine Summe, die für 54 Säcke Hundefutter und somit für rund 9 Tage reicht. Der Tierheimbetrieb verursacht jeden Monat an die 15.000 Euro Kosten, die auf Futter, Pacht, Strom/Wasser, Tierarzt und die vier Angestellten entfallen. Um noch eine Statistik zu bemühen: Insgesamt fallen rund 15 kg „Hinterlassenschaften” jeden Tag auf Neue an, welche über die albanische Müllabfuhr kostenpflichtig entsorgt werden muss.

An heißen Tagen verdunstet das Wasser oft schneller als dass es die Tiere trinken können.

Meine Hauptaufgabe der ersten Tage bestand daraus, die Wassertröge der Hunde zu reinigen und neu zu befüllen, obwohl erst Mai, brannte die Sonne am wolkenlosen Himmel schon mit weit über 20 Grad. In den Sommermonaten steigt die Hitze dabei regelmäßig auf über 40 Grad an. Ebenfalls ungewohnt für einen Besucher aus Deutschland: Die Gefahr von Giftschlangen und Skorpionen, für die aber spezielle Duftstoffe rund um das Gelände ausgelegt sind, um diese fernzuhalten. Was ich dabei erlebte waren zwei Arten von Hunden: Einige schüchterne und ängstliche Tiere, aber der Großteil absolut menschenbezogen, freundlich und verspielt, sodass rund 80 % meiner Arbeit in den Zwingern eher aus dem Streicheln bestand. Die überwiegende Mehrzahl der Tiere sind dabei in Rudeln von 3 bis 7 Tieren untergebracht. Dass bei 500 Tieren nur sehr wenig Zeit für individuelle Streicheleinheiten bei einem Team von nur 5 Personen besteht, sollte wohl jedem nachvollziehbar sein. Maria erklärte mir, dass sie fast alle Hunde an ihrem Bellen erkennen kann, um so schnell einschreiten zu können, falls es doch mal zu Streitigkeiten untereinander kommen sollte. Anders als zunächst zu erwarten wäre, sind die freundlichsten und verträglichsten Hunde direkt in den Zwingern rund um die Außenmauern untergebracht – Dies geschieht vor dem Hintergrund, dass häufig Tiere aller Art (neben Hunden auch Katzen oder Kaninchen) über die Mauern geworfen werden und deswegen sitzen dort genau die friedfertigsten Hunde.

Spendenübergabe vor Ort

Albanien ist ein Land, was mir persönlich wieder einmal deutlich gemacht hat, dass Tierschutz nicht vor Landesgrenzen haltmachen darf und gerade in Süd- und Ost-Europa bei Mitgliedsstaaten der EU, aber auch bei Beitrittkandidaten ein größerer Fokus auf eine Angleichung an europaweite Standards gelegt werden muss. Hier geht es um nicht weniger als Leben und Tod für viele Tiere vor Ort! Diese Bemühungen auf europäischer Ebene sollten einen vollständigen Verzicht auf Tötungsstationen, der Förderung von regionalen Tierschutzvereinen und breit angelegten Kastrations-, Bildungs- und Aufklärungskampagnen beinhalten. Aktuell arbeiten wir an der Gründung eines deutschen Fördervereins, um die Arbeit von Maria und Klodi finanziell noch besser absichern und unterstützen zu können.

(se)

Kein Platz für den Wolf in NRW?

Kaum lässt sich der Wolf in NRW nieder, gibt es die ersten Aufschreie von Vertreter:innen der Landwirtschaft und die Forderung nach dem Abschuss der Tiere (RN vom 02.08.23). Sie fordern eine feste Quote für dessen „Entnahme“ und eine Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes, das den Wolf bisher streng schützt.

Bernhard Conzen, Präsident des rheinischen Landwirtschaftsverbandes, findet es offenbar nur zumutbar, eine kontrollierte Anzahl an Wölfen im „stark besiedelten NRW“ zuzulassen, die sich ohne Risse an Nutztieren ernähren können. Was da mit „stark besiedelt“ gemeint ist, liegt auf der Hand: die Ausweitung der Nutztierhaltung. Die Forderung, der Wolf könne sich ausschließlich im Wald ernähren, wäre wünschenswert, würde die Jagd, insbesondere die Hobbyjagd, soweit unterbunden werden, dass der Wolf tatsächlich genügend Beute machen kann. Stattdessen reiben sich vermutlich die Hobbyjäger:innen bereits die Hände. Denn einen Wolf zu erlegen, ist sicherlich eine ganz andere Herausforderung, als Rehe und Füchse zu jagen.

Über die Erkenntnisse von Naturschutzverbänden, dass dort, wo die Natur sich selbst überlassen bleibt, sich die Populationen von Wildtieren von selbst regulieren, besteht bei den Befürwortern des Wolfsabschusses offenbar immer noch eine Bildungslücke.

Der Wolf nur noch in Reservaten? Der Mensch sollte sich mehr zurückziehen aus den Lebensräumen der Wildtiere. Dazu gehört auch die konsequente Reduzierung von Weideflächen und sogenannten Nutztieren.  In Verbindung mit funktionierendem Herdenschutz dürfte das Zusammenleben von Mensch und Wolf unproblematisch sein.

Als Landesverband NRW fordern wir:

  • Professionelle kostenlose Beratung der Tierhalter durch Wolfsberater/-expert:innen, auch für private Tierhaltung (z. B. Pferde und Ponys)
  • Feste, geschützte Bereiche für „Nutztiere“, Errichtung von Elektrozäunen/ Herdenschutzzäunen von mind. 1,30 m Höhe sowie ausreichendem Untergrabungsschutz an festen Standorten
  • Pflicht von Herdenschutzhunden (z.B. Kangal, Kuvasz, Pyrenäenberghund, kaukasischen Owtscharka, Maremmano-Abruzzese, Owczarek Podhalanski) bei Betreibung von größeren, professionellen Herden
  • Vergrämungsmaßnahmen
  • Staatliche Förderung von technologischen Lösungen zum Herdenschutz, z. B. intelligenter Weidezaun (s. Forschungsstandort Uni Bremen) mobile Tages- und Nachtlichtüberwachungskamera, Entwicklung von Bildauswertesystemen, die einen Eindringling mittel KI in einem differenzierten, digitalen Schutzbereich erkennen, orten und warnen

Das Bundesamt für Naturschutz benennt für Deutschland 440 Wolfspaare/Rudel als maximale Besiedlungszahl, die sich durch die jeweiligen Reviergrößen automatisch begrenzt.

Weitere Informationen: https://www.ndr.de/nachrichten/info/KI-Forschung-Intelligenter-Zaun-soll-Woelfe-erkennen-und-vertreiben,wolfszaun112.

(ar)

Tierleid im Weltraum

Lange bevor die ersten Menschen in den Weltraum geschickt wurden, erprobten die beiden Mächte des Kalten Krieges die Überlebenschancen von Astronauten durch Reisen mit Tieren, vor allem mit Affen und Hunden. Das Schicksal von Albert, Gordo, Laika und vielen anderen ist jedoch beinahe gänzlich in Vergessenheit geraten.
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Vorsicht vor dem Tierkauf auf TikTok und Meta

Onlineportale sind ein beliebter Verkaufsort für Tiere. Leider haben nun auch viele Vermehrer:innen TikTok und Meta (Facebook, Instagram)  für sich entdeckt. Hier finden sich seit längerem Livestreams, wo Welpen und Kitten verkauft werden. Teils aber auch Qualzuchten, wie Scottish Fold Kitten (wie in unserem Artikelbild). Wir warnen eindringlich davor, euch auf diesen Portalen Tiere zu kaufen, da der Verkauf und die Vermehrung von Qualzuchttieren verboten ist und auch die Vermehrung und der Verkauf von Rassetieren ohne Stammbaum Betrug ist.

Eigentlich ist der Verkauf von lebenden Tieren in den Handlungsrichtlinien von Facebook und Instagram verboten, das ist bedauerlicherweise bei TikTok nicht so. Doch auch die Verbote hindern viele nicht unter gewissen Hashtags ihre Welpen oder Kitten zu verkaufen. Das „ansprechende“ und perfide bei TikTok sind die Live-Videos, denn da holen sich die Verkäufer:innen die meisten Likes und Interessenten ab. Es ist ja total süß, live mit den Welpen und Kitten zu sprechen. So werde potenzielle Käufer:innen gelockt und achten dann nicht auf Warnzeichen.

Wer beim Vermehrer:innen oder auf diesen Portalen kauft, legt oftmals viel Geld auf den Tisch für eine gesundheitliche „Wundertüte“, denn die Kitten bzw. Welpen wurden nicht auf mögliche genetische Erkrankungen untersucht. Meistens sind die Tiere auch nicht geimpft, entwurmt und kastriert. Auch die Angaben „reinrassig“ ohne Stammbaum ist schlichtweg Betrug. Viele sind dann schon als Welpen/Kitten krank, haben Darmparasiten oder vielleicht sogar genetische Erkrankungen.

 

Woran erkennt man solchen Posts:

  • Angaben wie „reinrassig“, aber kein Stammbaum
  • „Ups“-Würfe (Würfe von unkastrierten Tieren)
  • Abgabe schon ab der 8. Woche oder früher (Viele Kitten z. B. werden da „entwöhnt“ und können schon mit festen Futter gefüttert werden. Ab da beginnen sie leider zu teuer für die Vermehrer:innen zu werden.)

 

Was ist zu tun:

  • Macht Screenshots von dem Account, der die Tiere anbietet. Wichtig ist, dass der Accountname zu sehen ist. Bei TikTok könnt ihr den Link zum Account kopieren, das geht bei Instagram und Facebook auch.
  • Ihr könnt auch als vermeintliche Interessenten Kontakt aufnehmen, um zu erfahren, wo die Anbieter:innen wohnen. Versucht so viele Infos wie möglich zu ziehen und leitet dann alle Informationen an die Polizei und das Veterinäramt weiter.
  • Nur den Account zu melden, ist zwar gut, aber teilweise wenig hilfreich, weil oftmals nichts passiert oder die Anbieter:innen dann einfach den Accountnamen wechseln.
  • Seid ihr unsicher, benutzt die Suchfunktion von Google, ob es sich bei der angebotenen Rasse um eine Qualzucht handelt.

 

Hier ein paar Qualzuchtrassen:

  • Scottish Fold (werden auch gerne als BKH verkauft)
  • Manx
  • Munchkin
  • Japanese Bobtail
  • Nacktkatzen ohne Schnurrhaare
  • TeaCup Hunde (Zwergspitz)
  • Mops
  • Widderkanninchen

 

Bei Facebook gibt es viele Gruppen, die auch illegal Tiere verkaufen und vermehren. Da könnt ihr auch Teilnehmer werden und Beiträge den Behörden melden.

Lasst euch nicht von den Behörden abschrecken und bleibt hartnäckig, denn es gibt nicht überall eine „SOKO Tierschutz“, wo Mitarbeiter:innen vom Veterinäramt täglich das Internet durchsuchen.

 

Und ganz wichtig:

Bitte keine Tiere über Social Media, Ebay etc. kaufen, denn Tiere sind keine Sachen. Adoptiert lieber Tiere aus dem Tierheim. So hart das auch klingt: Nur, wenn der Vermehrer:innen auf den Tieren sitzen bleibt, wird das Geschäft aufhören. Wir wissen, dass es einem das Herz bricht zu wissen, dass diese Tiere zurückbleiben, aber jede vermeintliche Rettung eines Tieres vom Vermehrer:innen trägt dazu bei, dass die Tiere weiterhin verpaart werden. Auch hier gilt, je höher die Nachfrage, desto mehr Vermehrer:innen wird es geben.

(mx)

Update: Gänsejagd am Elfrather See in Krefeld

Am 10.07. erreichte unseren Landesverband der Notruf der IG Kanadagänse sowie weiterer Tierschützer:innen über den geplanten Abschuss ab dem 16.07. der Gänse am Elfrather See in Krefeld. Dabei handelt es sich um Kanada-, Grau- und Nilgänse, die angeblich den See beschmutzen und das Baden dort unmöglich machen. Wir haben den Oberbürgermeister der Stadt Krefeld, Frank Meyer, angeschrieben und um Stellungnahme gebeten.

Mit einem Krefelder Parteimitglied haben wir überlegt, was wir tun können. Juristische Fragen könnten sich ergeben, wie z. B., ob sich unsere dem Tatbestand der „Wilderei“ schuldig macht, wenn wir Wildtiere „entnehmen“.  Unter anderem erhielten wir nämlich den Vorschlag, eine Anzeigenkampagne mit dem Aufruf zu starten, nach verletzten Tieren am See zu suchen.

Ein Telefonat mit dem Verein Notpfote Animal Rescue e.V.  machte deutlich, dass es nicht mit dem Auffinden verletzter Tiere getan ist, sondern für deren medizinische Versorgung und anschließende Unterbringung gesorgt werden muss. Dementsprechende Ansprechpartner und Adressen wurden uns genannt sowie Beteiligung bei den Tierarztkosten in Aussicht gestellt. Die Bergung verletzter Tiere ist jedoch nicht immer einfach, da diese häufig ins Wasser fliehen würden. In diesem Fall wurde uns Unterstützung vom Verein Notpfote angeboten.

Wir haben das zudem da Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANuV) angeschrieben und gefragt, ob ihre Behörde über den Abschuss informiert sei.

Ferner haben wir das Amtsgericht Krefeld schriftlich mit der sofortigen einstweiligen Anordnung zum sofortigen Stopp des Abschusses der Tiere aufgefordert. Auf deren Antwort warten wir. Allerdings könnte die Zuständigkeit beim Verwaltungsgericht liegen, sodass dieses auch noch einmal kontaktiert werden müsste. Uns düngt, dass die Maßnahme mit dem in der Durchführung der geplanten Surfanlage am Elfrather See zusammenhängt, einem Millionenprojekt, welches der Krefelder Oberbürgermeister vehement verteidigt.

Wir bleiben dran!

(ar)

Offener Brief zur Fuchsjagd in NRW

An die Staatskanzlei und das Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen wurde am 19. Juli 2023 ein offener Brief von über 40 Aktiven aus verschiedenen Organisationen verfasst, die im Netzwerk Fuchs zusammengeschlossen sind. Als Landesverband NRW stehen wir vollständig hinter diesen Forderungen und werden diese auf allen Ebenen begleiten und unterstützen.

 

Schliefenanlagen, Fuchsjagd, Novellierung Landesjagdgesetz:
Schreiben des Ministeriums für Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen vom 23.06.2023, Aktenzeichen III.4 63.08.03..09-000001

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Wüst, sehr geehrte Frau Ministerin Gorißen,
wir bedanken uns für Ihre Rückmeldung an Frau Rautenberg zu unserem Anliegen. Anlässlich des Gerichtsverfahrens zur Schliefenanlage in Lemgo-Vossheide bitten wir Sie, die Ausbildung von Hunden an lebenden Füchsen in Schliefenanlagen für die Baujagd und auch die Baujagd selbst zu beenden, denn beides ist mit erheblichem Tierleid verbunden und entbehrt jeglicher Notwendigkeit:
In NRW sind uns rund 20 Schliefenanlagen bekannt, in ganz Deutschland sind es mehr als 100. Schliefenanlagen sind mitnichten für die Ausübung der Jagd auf Füchse notwendig – wobei auch die Fuchsjagd insgesamt nicht notwendig ist. In Nordrhein-Westfalen werden 3 bis 5 % der Gesamtstrecke an Füchsen bei der Baujagd erlegt. Die Baujagd spielt somit jagdlich eine geringe Rolle, weshalb auch die Schliefenanlagen jagdlich unbedeutend sind. Die Notwendigkeit des Trainings in Schliefenanlagen entfällt mit der Abschaffung ihres Zwecks, der Baujagd.
Schliefenanlagen sind mit Tierquälerei in erheblichem Ausmaß verbunden. Das Video des Fuchses im Kessel der Schliefenanlage Lemgo-Vossheide, aufgenommen im Jahr 2018 im Auftrag des Veterinäramtes des Kreises Lippe, zeigt die extreme Angst des Tieres mit allen äußerlich sichtbaren Symptomen (Zittern, schneller Puls, weit aufgerissene Augen, Zusammenzucken und zeitweise apathische Zustände). Es ist davon auszugehen, dass der Fuchs die Situation im Kessel der Schliefenanlage als lebensbedrohlich wahrnimmt. Es ist keine Gewöhnung an Situationen der Todesangst möglich, das gilt für Füchse ebenso wie für Menschen, da das Stresssystem weitgehend identisch ist.

Der Hund hat in der Schliefenanlage die Aufgabe, den Fuchs im Kessel fünf Minuten lang zu verbellen. Fuchs und Hund sind zwar durch einen Schieber voneinander getrennt, aber nur wenige Zentimeter voneinander entfernt. Der Fuchs hört und riecht den Hund und ist deshalb bei jeder Übung und Prüfung einer extremen Angst- und Stresssituation ausgesetzt. Pathologische Verhaltensstörungen wie Bewegungsstereotypen und stark gesteigerte Aggression sind vielfach bei Schliefenfüchsen belegt. Ebenso ist mehrfach belegt, dass die Haltung der Füchse zumeist nicht den geltenden Anforderungen entspricht und dass Angaben zu Alter und Herkunft der Füchse in mehreren Fällen gefälscht oder manipuliert worden sind. Jüngere Beispiele sind die Schliefenanlagen Lemgo-Vossheide, Hanau-Klein Auheim oder Kasendorf bei Kulmbach. Hier besteht ein erhebliches Kontrolldefizit. Die Zwinger weisen selten die erforderlichen 80 m² auf und die Füchse haben kaum Rückzugsmöglichkeiten, sowie Materialien zur Beschäftigung und Spiel oder Möglichkeiten zum Graben. Der Haltungs- und Daseinszweck der Schliefenfüchse ist nicht förderlich für ihre respektvolle Behandlung: Sie dienen als Trainingsobjekte für die Tötung ihrer Artgenossen.

Die gängige Argumentation, dass eine Hundeausbildung für die Baujagd nur am lebenden Fuchs möglich sei, ist nicht haltbar: Die Baujagd ist klar tierschutzwidrig (s. u.) und jagdlich überflüssig (s. o.), sie verstößt gegen das Tierschutzgesetz, insbesondere gegen § 1 und § 3 Abs. 7 TierSchG und ist deshalb zu verbieten. Der Tierschutz ist seit 2002 in Deutschland Staatsziel mit Verfassungsrang. Sämtliche Rechtsprechung zu den Themen Schliefenanlagen und Baujagd stammt aus der Zeit davor und hält den heutigen juristischen Anforderungen damit nicht mehr stand.

Das Ziel bei der Baujagd ist eigentlich das Hinaustreiben des Fuchses aus dem Bau durch den Hund („sprengen“). Es ist jedoch vielfach belegt, dass häufig der Fuchs im Bau durch den Hund gestellt wird und es zu schweren Kämpfen kommt. Dies bestätigt z. B. Dr. Dr. Martin Balluch, der bei etwa 50 Baujagden zugegen war. Die Baujagd ist tierschutzwidrig und verstößt laut Stellungnahme der Deutschen Juristischen Gesellschaft für Tierschutzrecht klar gegen das Tierschutzgesetz (https://djgt.web19.s60.goserver.host/wp-content/uploads/2020/11/sonstiges7.pdf). Die Auseinandersetzung zwischen Hund und Fuchs bzw. Hund und Dachs kommt so häufig vor, dass umfangreiche Vorsorge betrieben wird und ein Erste-Hilfe-Set für den potenziell schwerverletzten Hund mitzuführen ist. Auch bei „erfolgreichem“ Hinaustreiben („Sprengen“) kommt es zu erheblichem Leid für Füchse. Laut einer Untersuchung sind 50 % der schnell flüchtenden Tiere nicht sofort tot, sondern werden angeschossen (Fox et al. 2005: Wounding rates in shooting foxes Vulpes vulpes), Animal Welfare, Volume 14, Issue 2, S. 93-102.).

Über die Baujagd hinaus ist die Fuchsjagd insgesamt sinnlos und kontraproduktiv. Der Fuchs ist ein zentral bedeutender Prädator, der viele wichtige Funktionen im Ökosystem erfüllt. Es gibt nach wie vor keine Belege für einen positiven Einfluss der Prädatorenbejagung bzw. des „aktiven Prädatorenmanagements“ auf Wiesenvögel und andere Bodenbrüter. In den häufig genannten Beispielgebieten Dümmerniederung und Bremer Blockland werden zeitgleich mit einer intensiven Bejagung von Füchsen und anderen Beutegreifern („Prädatorenmanagement“) umfangreiche Lebensraumverbesserungen durchgeführt. Die Effekte von Beidem auf die Populationen der Wiesenbrüter lassen sich nicht voneinander trennen und werden gern miteinander vermengt.
Die ökologischen und epidemiologischen Argumente für die Fuchsjagd sind leicht zu widerlegen. Sie werden dennoch häufig zu ihrer Rechtfertigung vorgebracht. Zahlreiche Artikel und Statements in den Jagdmedien belegen jedoch, dass es bei der Fuchsjagd vor allem um Freude, Spannung und Herausforderung geht. Ein Beispiel ist das Zitat von Karl Walch (Präsident des Jagdgebrauchshundeverbandes) von 2019 in einem Video zur Fuchsjagd am Kunstbau: „Fuchsjagd macht Freude. Es ist eine schöne Sache, den Fuchs zu bejagen. Es ist eine spannende Jagd und eine Jagd mit einer guten Beute“ (https://www.pirsch.de/jagdpraxis/fuchsjagd-am-kunstbau-baujagd-fuchsbau-bejagen-fox-hunting-26652).

Wir bitten daher die Landesregierung von NRW: Bitte werden Sie ihrer Verantwortung für das Staatsziel Tierschutz gerecht und verbieten Sie die Baujagd ohne Ausnahme und verbieten Sie zugleich die Hundeausbildung in Schliefenanlagen, die sich mit dem Verbot der Baujagd ohnehin erübrigt. Ermöglichen Sie einen Wandel, statt an einer rechtswidrigen und nicht mit unseren Staatszielen konformen Tradition festzuhalten.

Müssten wir nicht vielmehr die Durchführung als die Abschaffung der Fuchsjagd faktisch legitimieren?
Dr. Sophia Kimmig 2021 in ihrem Buch „Von Füchsen und Menschen“

 

Unterzeichnet von:
Netzwerk Fuchs (Zusammenschluss von über 40 Aktiven aus verschiedenen Organisationen)
Prof. Dr. Josef Reichholf (Zoologe, Evolutionsbiologe, Ökologe)
Prof. Dr. Rudolf Winkelmayer (Tierethiker, Buchautor und Tierarzt)
Dr. Dr. Martin Balluch (Tierethiker und Tierrechtsaktivist, aktueller Träger des Peter-Singer-Preises)
Prof. Dr. Kurt Kotrschal (Verhaltensforscher und Buchautor)
Christian Ehrlich (TV-Artenschützer, Geschäftsführer der Promis für Tiere gGmbH)
Peter Carstens (GEO-Reporter und Buchautor)
Peter Wohlleben (Förster und Buchautor)
DJGT (Deutsche Juristische Gesellschaft für Tierschutzrecht) (Christina Patt, Juristin)
Kathrin Herrmann (Berliner Landesbeauftragte für den Tierschutz)
Marita Marschall (Schauspielerin) & Ulrich Bender (WAILD.net)
Peter Hübner (Tierrechtsorganisation MgT e.V.)
Guido Meyer (Wildlife-Fotograf, Pressefotograf, Blogger)
Dr. Kirsten Tönnies (Veterinärin)
Dr. Mathilde Laininger (Hauptsache Waschbär e. V., aktueller Preisträger Tierschutzpreis Berlin)
Helmut Sütsch (Tierfilmer, Schwerpunkt Fuchs)
Robin Jähne (Biologe, freier Journalist, Naturfilmer und -fotograf, Künstler)
Dr. Karl-Heinz Loske (Biologe, Ökologe)
Aktionsbündnis Fuchs
Wildtierschutz Deutschland e. V. (Lovis Kauertz)
Wildtierschutz Deutschland Sektion Niedersachsen & Aktionsbündnis Pro Fuchs Niedersachsen (Thomas Mitschke und Carola Hagemeier)
Wildtierschutz Deutschland Sektion Hessen und Bürgerinitiative Pro Fuchs Hessen (Necla von Gartzen, Claudia Ward)
WITAS (Wildtier- und Artenschutz) (Hartmann Jenal)
Bürgerinitiative Pro Fuchs Deutschland (Johann Beuke, Manuela Schleußner, Gabriele Etgeton)
Bürgerinitiative Pro Fuchs Rhein-Neckar (Gaby & Patric Strasser)
Unsere Hände für viele Pfoten e. V. (Marianne Rautenberg)
Bürgerinitiative Schliefenanlagen schließen (Lemgo) (Michaela Latzel)
BUND Kreis Lippe (Stephan Culemann)
Wildtierhilfe NRW (Sandra Swart)
Natur ohne Jagd e. V. (Rudi Pohlenz)
NABU Duisburg (Anne & Thomas Stroh)
NABU Heidekreis (Dr. Antje Oldenburg & Klaus Todtenhausen)
Tierschutzverein Düsseldorf (Monika Piasetzky, Nicole Walther)
Tierretter.de e. V. (Bernd Bünker)
Kerstin Löwenstein (Dipl. Forstwirtin, Mitglied Kreistag Wesel)
Susanne Schilling (ehemalige Leiterin Tierheim Kulmbach)
Rainer Pohlen (Pohlen & Meister, Mönchengladbach, bundesweite Strafverteidigung)

 

(se)

Bundesweites Verbot der privaten Wildtierhaltung, sofort!

Die deutsche Medienlandschaft hat mit der mutmaßlich aus einer privaten Wildtierhaltung entlaufenen Löwin im Süden Berlins das ideale Sommerloch-Thema gefunden. Hunderte Polizist:innen und anderer Einsatzkräfte samt Hubschraubern suchen seit Donnerstagnacht in einer großangelegten Aktion das frei laufende Wildtier. Aktuell gibt es zwar in Berlin und Umgebung keine Ausgangssperre, die Polizei rät jedoch eindringlich dazu, „das Haus nicht zu verlassen“.  Continue reading “Bundesweites Verbot der privaten Wildtierhaltung, sofort!”