Update: Gänsejagd am Elfrather See in Krefeld

Am 10.07. erreichte unseren Landesverband der Notruf der IG Kanadagänse sowie weiterer Tierschützer:innen über den geplanten Abschuss ab dem 16.07. der Gänse am Elfrather See in Krefeld. Dabei handelt es sich um Kanada-, Grau- und Nilgänse, die angeblich den See beschmutzen und das Baden dort unmöglich machen. Wir haben den Oberbürgermeister der Stadt Krefeld, Frank Meyer, angeschrieben und um Stellungnahme gebeten.

Mit einem Krefelder Parteimitglied haben wir überlegt, was wir tun können. Juristische Fragen könnten sich ergeben, wie z. B., ob sich unsere dem Tatbestand der „Wilderei“ schuldig macht, wenn wir Wildtiere „entnehmen“.  Unter anderem erhielten wir nämlich den Vorschlag, eine Anzeigenkampagne mit dem Aufruf zu starten, nach verletzten Tieren am See zu suchen.

Ein Telefonat mit dem Verein Notpfote Animal Rescue e.V.  machte deutlich, dass es nicht mit dem Auffinden verletzter Tiere getan ist, sondern für deren medizinische Versorgung und anschließende Unterbringung gesorgt werden muss. Dementsprechende Ansprechpartner und Adressen wurden uns genannt sowie Beteiligung bei den Tierarztkosten in Aussicht gestellt. Die Bergung verletzter Tiere ist jedoch nicht immer einfach, da diese häufig ins Wasser fliehen würden. In diesem Fall wurde uns Unterstützung vom Verein Notpfote angeboten.

Wir haben das zudem da Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANuV) angeschrieben und gefragt, ob ihre Behörde über den Abschuss informiert sei.

Ferner haben wir das Amtsgericht Krefeld schriftlich mit der sofortigen einstweiligen Anordnung zum sofortigen Stopp des Abschusses der Tiere aufgefordert. Auf deren Antwort warten wir. Allerdings könnte die Zuständigkeit beim Verwaltungsgericht liegen, sodass dieses auch noch einmal kontaktiert werden müsste. Uns düngt, dass die Maßnahme mit dem in der Durchführung der geplanten Surfanlage am Elfrather See zusammenhängt, einem Millionenprojekt, welches der Krefelder Oberbürgermeister vehement verteidigt.

Wir bleiben dran!

(ar)

Stoppt den Gänseabschuss in Krefeld!

Während in Städten wie Neuss nach großem öffentlichen Druck durch die Bevölkerung, zahlreiche Tierschutzvereine und uns als Partei die geplante Jagd auf Kanadagänse gestoppt wurde (Siehe Bericht hier), gehen die Abschüsse am Elfrather See in Krefeld aktuell ungebremst weiter. Nach aktuell vorliegenden Berichten der IG Kanadagänse und des Tierschutzvereins Notpfote Animal Rescue e.V. wurden zur Jahresendsaison schon fast 150 Gänse vor Ort geschossen. Nicht zu dieser Abschusszahl gehört eine große Anzahl an angeschossenen, schwer verwundeten und verkrüppelten Tieren, welche u. a. im Federheim des o.g. Vereins aufgenommen wurden. Zum Wochenende soll eine erneute Jagt am Elfrather See stattfinden und dabei nicht nur die adulten Tiere „aufs Korn“ genommen werden.

Was ist genau geplant?

Aus der Vorlage des Oberbürgermeisters „3193_22 – Konzept zur Regulierung der Gänse Population E-See.pdf“ kann entnommen werden, dass „mehrmals pro Woche ab Anfang/Mitte Mai eines Jahres Vergrämungsabschüsse auf Gössel auf solchen Flächen vorgenommen werden, auf denen Gänse nicht erwünscht sind. […] Am ehemaligen Badesee soll ferner unter Beachtung der Brutzeit eine temporäre Hundefreilaufwiese eingerichtet werden.“ Da die Stadtverwaltung diese Maßnahme „mehrmals pro Woche zu unterschiedlichen Tageszeiten unter Berücksichtigung der starken Besucherfrequentierung des Elfrather Sees“ durchführen will, ruft der Verein alle Tierfreund:innen auf, die Petition gegen die Abschüsse zu unterzeichnen. Zudem laden die ehrenamtlichen Aktiven am Wochenende 15. und 16. Juli 2023 verstärkt dazu ein, den Elfrather See zu besuchen, um dort entsprechende Erholung zu suchen und so die geplanten Abschüsse zu erschweren.

Unsere Forderungen, für Krefeld und überall:

  • keine Bejagung der Nil-, Grau- oder Kanadagänsen
  • tierschutzkonforme Populationskontrolle durch Austausch der Eier (Vorbild z. B. Düsseldorf)
  • alternativ als kurzfristige Lösung: Relokation (Umsiedlung) der Tierbestände
  • Akzeptanz der Gänse im Stadtgebiet / Aufklärungsarbeit an Schulen und Kitas

Gegen die Vorurteile schreibt die IG Kanadagänse:

  • Gänse sind für viele Menschen eine Attraktion. Es gibt kaum ein Motiv, welches öfters im Park fotografiert wird als Gänsefamilien im Gänsemarsch.
  • Es gibt kaum einen Vogel, der so viel Nähe zulässt und so gut zu beobachten ist. „Mittendrin statt nur dabei“ dürfen wir an ihrem Leben teilhaben und das sollten wir wertschätzen.
  • Wir Menschen können viel von Gänsen lernen, wenn wir bereit sind, uns einmal näher mit ihnen beschäftigen: Bescheidenheit, Zufriedenheit, Zusammenhalt … das ist für Gänse  selbstverständlich.
  • Wo uns der Dreck der Gänse stört, sollten wir uns um die Reinigung kümmern.
  • Eine Verdrängung der Gänse oder gar die Bekämpfung der liebevollen Langhälse ist der falsche Weg.

Statement unserer Partei:

„Eine Bejagung als ‚Ultima Ratio‘ kann und wird niemals eine Methode zur Reduzierung der Bestände von Nil- und Kanadagänsen sein!“, so Landesvorsitzender Sebastian Everding und begründet weiter „Weder verdrängen Gänse heimische Wasservögel, noch geht vom Gänsekot eine Gesundheitsgefahr aus. Sollte tatsächlich ein Überbestand festgestellt werden, so stehen zahlreiche alternative und tierschutzkonforme Möglichkeiten der Populationskontrolle zur Verfügung.”

Link zur Petition: https://www.change.org/p/populationskontrolle-stattjagd-auf-g%C3%A4nse-am-elfrather-see

 

Abschuss von Kanadagänsen im Stadtgarten Neuss wird zurückgestellt

Durch das Dezernat für Umwelt, Klima und Sport wurde heute eine Nachricht versendet, die wohl zu großer Erleichterung bei vielen Tierfreundinnen und Tierfreunden in Neuss und Umgebung führen wird: Alle jagdliche Maßnahmen, wie der Abschuss von Kanadagänsen, werden zunächst seitens der Stadt Neuss zurückgestellt.

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