Münster sagt Nein! zu Atomtransporten

Beim Thema Urantransporte zeigt sich ein enormer Unterschied zwischen den Städten Münster und Dortmund: Der Rat der Stadt Münster hat klar gehandelt: Dort wurde eine Resolution gegen Uran- und Castortransporte beschlossen – mit den Stimmen von GRÜNE, SPD, Die Linke, Volt, ÖDP und Die PARTEI.

Bei uns in Dortmund dagegen wurde ein ähnlicher Antrag im Ausschuss für Klima, Umwelt, Stadtgestaltung und Wohnen abgelehnt. SPD, CDU und AfD stimmten dagegen. Die Grünen enthielten sich – statt klar Stellung zu beziehen. Nur unsere Fraktion Die Linke & Tierschutzpartei stimmte für den Antrag.

Das bedeutet: Während in Münster eine breite Mehrheit den Schutz der Bevölkerung ernst nimmt, fehlt dieser Wille in Dortmund. Dabei fahren Züge mit hochgefährlichem Uranhexafluorid ganz in der Nähe der Dortmunder Stadtgrenze vorbei – unter anderem bei Dortmund-Brechten. Uranhexafluorid ist extrem gefährlich. Bei einem Unfall kann sich giftige Flußsäure bilden. Eine solche Säurewolke kann sich schnell ausbreiten – und selbst geschlossene Fenster bieten keinen ausreichenden Schutz.

Hinzu kommt ein weiteres Risiko: Solche Transporte können auch ein mögliches Ziel für Sabotage oder terroristische Angriffe sein. Gerade deshalb fordern viele Initiativen seit Jahren, diese Transporte zu reduzieren oder ganz zu beenden.

Andere Städte übernehmen Verantwortung. Dortmund leider nicht. Wer sich beim Schutz der Bevölkerung enthält oder dagegen stimmt, setzt ein falsches Signal.

Hennigsdorf / Brandenburg: Warum „Bürgerwehren“ eine Gefahr für die Demokratie sind

Die Stadtverordnetenversammlung in Hennigsdorf (Brandenburg, Landkreis Oberhavel) sorgt mit einem Beschluss für bundesweite Aufmerksamkeit: Mit den Stimmen von CDU, AfD und der Fraktion „Bürger für Hennigsdorf“ wurde ein Antrag zur Einführung von „Sicherheitspartnern“ verabschiedet.

Kritiker sehen in dieser Form der Bürgerwacht eine Erosion des staatlichen Gewaltmonopols. Was oberflächlich als Maßnahme für mehr Sicherheit verkauft wird, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als gefährliches Experiment, das nicht nur die „Brandmauer“ gegen Rechtsaußen weiter einreißt, sondern das Fundament unseres Rechtsstaats untergräbt. Zudem steht der Vorwurf im Raum, dass hier aus parteipolitischem Kalkül die Abgrenzung zum rechtsextremen Spektrum aufgegeben wird.

Das Einreißen der Brandmauer

Der Beschluss in Hennigsdorf hat eine besorgniserregende politische Tragweite. Indem die lokale CDU mit der AfD kooperiert, die vom Verfassungsschutz Brandenburg als rechtsextremistisch eingestuft wird, treibt sie die Normalisierung antidemokratischer Strömungen voran. Wenn demokratische Parteien die Rhetorik und die Forderungen der AfD übernehmen, stärken sie nicht die Mitte, sondern legitimieren radikale Narrative. Eine Bürgerwehr ist ein klassisches rechtes Mobilisierungsthema, das gezielt das Vertrauen in die Handlungsfähigkeit staatlicher Institutionen untergräbt.

Die Gefahr der Selbstjustiz und Einschüchterung

Bürgerwehren sind ein direkter Angriff auf unser staatliches Gewaltmonopol. Wer glaubt, Sicherheit durch selbsternannte Ordnungshüter zu gewinnen, irrt gewaltig. In einer funktionierenden Demokratie liegt die Verantwortung für öffentliche Sicherheit und Ordnung ausschließlich bei der Polizei. Bürgerwehren – egal wie harmlos sie benannt werden – schaffen eine Grauzone. In dem Moment, wo Laien anfangen „Hilfssheriff“ zu spielen, erschafft man nicht mehr Ordnung und Sicherheit, sondern viel mehr ein Klima der Einschüchterung. Diskriminierung und Machtmissbrauch sind da vorprogrammiert. Die Schwelle zur Nötigung und zur rassistisch motivierten Selektion, auch „Racial Profiling“ genannt, wird dadurch extrem niedrig. „Radical Profiling“ bedeutet, dass vorzugsweise Angehörige von Minderheiten nach ethnischen Merkmalen, Hautfarbe oder Religion kontrolliert werden, ohne dass konkrete Verdachtsmomente vorliegen müssen. Die Folgen sind doch klar vorhersehbar: Vom Gefühl des Unwohlseins bis hin zu Angst und letztendlich dem Meiden dieser von Bürgerwehren kontrollierten Plätze.

Wollen wir das? Wir dürfen nicht zulassen, dass rechte Hetze unter dem Deckmantel der Nachbarschaftshilfe die Rechtsstaatlichkeit untergräbt.

Subjektives vs. objektives Sicherheitsgefühl

Befürworter von Bürgerwehren führen häufig ein subjektives Unsicherheitsgefühl der Bevölkerung an. Doch dieses Gefühl wird oft erst durch die populistische Rhetorik derer befeuert, die nun die Bürgerwehren fordern. Da die polizeilichen Kriminalstatistiken die Notwendigkeit solcher Gruppen meist nicht stützen, bleibt deren Nutzen fragwürdig. Eine Bürgerwehr löst keine sozialen Probleme, bekämpft keine Ursachen von Kriminalität, sondern schafft maximal eine Kulisse der Überwachung. Anstatt auf Überwachungsszenarien zu setzen, sollte Sicherheit durch staatliche Präsenz, soziale Maßnahmen und städtebauliche Konzepte gewährleistet werden. Ziel muss sein, das gesellschaftliche Miteinander zu stärken. Frauen und Männer in Warnwesten, welche den öffentlichen Raum „säubern“, sind der falsche Weg.

Historische Parallelen und Radikalisierung

Die Geschichte zeigt, dass Bürgerwehren oft die Vorstufe zu noch radikaleren Strukturen sind. In der Vergangenheit wurden solche Initiativen immer wieder von Rechtsextremen unterwandert oder sogar selbst ins Leben gerufen, um staatliche Strukturen lächerlich zu machen und eigene Machtansprüche im Kiez durchzusetzen. Die Grenze zwischen einem „besorgten Nachbarn“ und einem rechtsextremen Bürgerwehr-Aktivisten verschwimmt in der Praxis oft innerhalb kürzester Zeit.

Fazit: Ein fatales Signal

Der Beschluss von Hennigsdorf ist ein fatales Signal. Er suggeriert, der Staat sei nicht mehr in der Lage, seine Bürger zu schützen, und reicht gleichzeitig der AfD die Hand zur politischen Gestaltung. Wir dürfen nicht zulassen, dass die öffentliche Sicherheit privatisiert oder zum Spielfeld für politische Scharfmacher wird. Wer mehr Sicherheit will, muss in die Polizei und in soziale Prävention investieren. Bürgerwehren hingegen sind kein Zeichen von Stärke, sondern ein Symptom der Schwäche einer Demokratie, die beginnt, ihre eigenen Prinzipien aufzugeben. Der Schutz unserer Straßen gehört in die Hände von Profis, die an Recht und Gesetz gebunden sind – und nicht in die Hände von politisch motivierten Laien. Die „Brandmauer“ muss stehen, gerade wenn es um das Gewaltmonopol unseres Staates geht.

Landesparteitag und Aufstellungsversammlung: Tierschutzpartei Berlin trifft wichtige Weichenstellungen

Am Samstag, dem 14. März 2026, fand im Vorfeld der anstehenden Berliner Wahlen ein bedeutsamer Landesparteitag der Tierschutzpartei Berlin statt. Und so viel sei gesagt: Wir sind dem Abgeordnetenhaus einen großen Schritt nähergekommen.

Die Mitglieder kamen im KuBiz (Kultur- und Bildungszentrum) in Berlin-Weißensee zusammen, um über die Zukunft unserer Partei zu beraten sowie eine wichtige Namensänderung und unser Wahlprogramm zu beschließen.

Parteitag mit klarem Programm
Kurz nach 10 Uhr eröffnete Landesgeschäftsführer Mirko Brüchner den Parteitag. Nach einem kurzen Rückblick auf die vergangenen Monate stand zunächst die Abstimmung über die Namensänderung des Landesverbands auf der Tagesordnung. Im Zuge der erfolgreichen Umbenennung der Partei im Vorfeld der Fusion mit der Klimaliste war dieser Schritt auch auf Landesebene notwendig – die Mitglieder stimmten geschlossen dafür.

Im weiteren Verlauf ging es um unser Wahlprogramm. Mehrere Mitglieder präsentierten die Programmpunkte, an deren Ausarbeitung sie intensiv mitgewirkt hatten: von Mieten und Wohnen über Mobilität, Klima- und Umweltschutz bis hin zu Tierschutz und Tierrechten. Nach einer lebhaften Diskussion zu den vielfältigen Themen beschlossen die anwesenden Mitglieder das Landeswahlprogramm offiziell. Mit diesem vollständigen programmatischen Fundament soll Berlin neu gestaltet werden.

Nach so viel thematischen Input und Fachsimpelei kam die Mittagspause genau zur rechten Zeit – und sie konnte sich sehen lassen: Chili sin Carne, ein Curry, Reis und Obstsalat standen auf dem Speiseplan. Alles selbstverständlich vegan, aus geretteten Lebensmitteln und mit viel Liebe zubereitet.

Landesliste aufgestellt
Im Anschluss an den Parteitag und die Mittagspause folgte die Aufstellungsversammlung um 13 Uhr. Der Landesvorsitzende Maxim Seeck eröffnete mit einer starken Rede und stimmte die anwesenden Mitglieder auf die anstehenden Berliner Wahlen ein. Dann ging es endlich los: Die Mitglieder wählten die Kandidierenden für die Landesliste. Nach circa 5 Stunden an Vorstellungen von Kandidierenden, Nachfragen, Diskussionen und zahlreichen Wahlgängen stand unser Team für die Berliner Abgeordnetenhauswahl fest.

Folgende Kandidat:innen wurden aufgestellt:
Platz 1: Nico Poschinski
Platz 2: Katja Michel
Platz 3: Mersija Böhnig
Platz 4: Jan Tovar
Platz 5: Viola Carroll
Platz 6: Maxim Seeck
Platz 7: Friederike Wenderoth
Platz 8: Fabian Dufossé
Platz 9: Elke Tovar
Platz 10: Nicole Porm
Platz 11: Leonhard Rettinghaus
Platz 12: Carolin Pleier
Platz 13: Martin Tank
Platz 14: Corinna Hägele
Platz 15: Louisa Wittek
Platz 16: Patricia Winheim
Platz 17: Helene Euringer
Platz 18: Nadine Tyralla

Wir sind unglaublich dankbar für alle, die sich bereit erklärt haben zu kandidieren. Euer Engagement und euer Mut, für eine bessere Politik einzutreten, bedeuten uns alles. Mit diesem Team sind wir mehr als gut aufgestellt: leidenschaftlich, vielfältig und entschlossen. Wir freuen uns auf einen starken Wahlkampf und sind zuversichtlich, was der Wahltag bringen wird. 🐾

Grillsaison vegan

Die Temperaturen steigen und passend dazu gibt so viele Möglichkeiten, tierleidfrei zu grillen! Neben den zahlreichen pflanzlichen Fleisch- und Fischprodukten aus dem Supermarkt, Biomarkt oder sogar vom veganen Metzger aus der Großstadt, kann man viele Gerichte selber machen:

  • Sellerie-Schnitzel,
  • Zucchini-Frikadellen,
  • Portobello-Burger (geht auch mit mehreren kleineren Champignons),
  • Sesam-Austernpilze,
  • Kräutersaitling-Zucchini-Spieß,
  • Tofu Saté-Spieße,
  • Süßkartoffel-Spieße,
  • Seitan-Grillspieß,
  • Brennessel- oder Bohnen-Bratlinge,
  • Cevapcici aus Kicherebsen,
  • Falafel,
  • gegrillte Wassermelone,
  • gegrillter Kürbis,
  • vegane Schokobananen oder
  • Bananen mit Agavendicksaft etc.

Rezepte gibt es massenhaft im Internet!

Aber auch die Klassiker wie

  • Folienkartoffel,
  • Maiskolben,
  • gegrillte Zucchini – oder Auberginen-Schiffchen,
  • gegrillte Paprika und Zwiebeln

lassen kein Fleisch oder Fisch vermissen! Ebenfalls sind vegane Dips und Kräuterbutter  leicht gemacht – dazu ein leckerer Salat sowie Stockbrot oder Fladenbrot.

In wirklich jedem gut sortiertem Super-/Biomarkt und vielen Discountern findet man veganen Käse und vegane Dips – und natürlich pflanzliche Grillwürstchen, Filets, Steaks, wenn es einmal schnell gehen muss.

Keine Atomtransporte im Raum Dortmund – Gesundheit und Umwelt schützen!

Pressemitteilung, Dortmund, 5. März 2026

Die Fraktion Die Linke und Tierschutzpartei im Rat der Stadt Dortmund hat einen Antrag eingebracht, der sich klar gegen Atomtransporte im Umfeld der Stadt richtet. Ziel ist es, die Bevölkerung, sowie Umwelt und zukünftige Generationen, vor den Risiken radioaktiver Stoffe zu schützen.

Der Antrag fordert, Transporte von Uranhexafluorid zur und von der Urananreicherungsanlage in Gronau im Umfeld von Dortmund konsequent abzulehnen. Gleichzeitig soll die Stadtverwaltung aufgefordert werden, gegenüber dem Betreiber Urenco und den zuständigen Bundesbehörden darauf zu drängen, solche Transporte dauerhaft aus dem Umfeld der Stadt auszuschließen.

Darüber hinaus wendet sich die Fraktion entschieden gegen die geplanten Castortransporte mit hochradioaktivem Atommüll vom Forschungszentrum Jülich sowie vom Forschungsreaktor Garching in das Brennelemente-Zwischenlager Ahaus. Auch mögliche Streckenführungen über Dortmund oder im näheren Umfeld der Stadt, insbesondere über die Autobahnen A1, A2 und A45, werden abgelehnt.

Aus Sicht der Fraktion stellt jeder Transport radioaktiver Stoffe ein zusätzliches und vermeidbares Risiko dar. Dies gilt besonders für dicht besiedelte Regionen wie das Ruhrgebiet.

Uranhexafluorid ist ein hochgefährlicher Stoff, der bei Unfällen schwere gesundheitliche Schäden verursachen kann. Bei Kontakt mit Luftfeuchtigkeit entstehen giftige und stark ätzende Substanzen, die für Menschen lebensbedrohlich sein können.

Hinzu kommen sicherheitspolitische Risiken. Sabotage, Terrorgefahren oder Angriffe mit Drohnen zeigen, dass Atomtransporte selbst bei hohen Sicherheitsvorkehrungen nicht vollständig geschützt werden können.

Auch die geplanten Castortransporte nach Ahaus stoßen auf deutliche Kritik. Der Transport von 152 Castorbehältern wäre die größte Serie dieser Art in der Geschichte der Bundesrepublik und würde sich über einen langen Zeitraum erstrecken. Wegen möglicher Ausweichrouten und der angespannten Verkehrsinfrastruktur kann nicht ausgeschlossen werden, dass auch Dortmund von diesen Transporten betroffen wäre.

Die Fraktion spricht sich stattdessen für sichere Zwischenlagerlösungen an den bisherigen Standorten aus. Radioaktiver Abfall soll nicht quer durch das Land transportiert werden, sondern möglichst dort gelagert werden, wo er entstanden ist. Gleichzeitig fordert die Fraktion einen vollständigen Atomausstieg. Dazu gehört aus ihrer Sicht auch die Stilllegung der Urananreicherungsanlage in Gronau, der Brennelementefabrik in Lingen sowie des Forschungsreaktors in Garching.

„Der Schutz von Leben, Gesundheit und Umwelt muss Vorrang vor den Interessen der Atomindustrie haben. Dortmund darf kein Teil von Atomtransporten werden“, erklärt Helmut Pruß für die Fraktion Die Linke und Tierschutzpartei.

🥘 Offenes Mitgliedertreffen im März

Auch im März laden wir wieder herzlich zu unserem monatlichen Mitgliedertreffen ein – und wieder geht’s vegan essen! Denn neben allem Wahlkampf-Trubel darf eines nicht zu kurz kommen: das Miteinander.

Wer schon dabei war, weiß: Die Gesellschaft ist jedes Mal wunderbar – gute Gespräche, neue Gesichter, herzliche Atmosphäre. Und wer noch nie da war: Genau das ist der beste Grund zu kommen.

📅 Sonntag, 22. März 2026
🕐 Ab 18:00 Uhr
📍 The Butterfly Lovers, Veteranenstraße 10, 10119 Berlin

❗️ Bitte melde dich vorher an, damit wir genügend Plätze reservieren können: Hier per Umfrage.

Kein Vorwissen nötig, kein Vorbereitungsaufwand – einfach vorbeikommen und Teil dieser tollen Gemeinschaft sein. Wir freuen uns auf dich!

Länderübergreifend, einer für alle: Wir fordern LEBENSRECHT FÜR DEN HORNISGRINDE-WOLF im Nationalpark Schwarzwald!

Unsere seit Jahren als Jagdgegnerin bekannte 2. Vorsitzende des Landesverbandes Rheinland-Pfalz, Barbara Schwarz, war aus der Pfalz angereist, als am Samstag, dem 28.02.2026, die schon vierte Mahnwache stattfand in Hundseck im nördlichen Schwarzwald, Continue reading “Länderübergreifend, einer für alle: Wir fordern LEBENSRECHT FÜR DEN HORNISGRINDE-WOLF im Nationalpark Schwarzwald!”

Achtung, Amphibienwanderung!

Achtung, die Amphibienwanderung hat begonnen! Bei mild-feuchtem Wetter wandern Kröten und andere Amphibien in der Dämmerung zu Laichgewässern, um sich fortzupflanzen.
Dabei werden in jedem Frühjahr Millionen der Tiere durch den Straßenverkehr getötet. Auch Kröten, die am Straßenrand sitzen oder “zwischen die Räder genommen werden”, können durch den Strömungsdruck sterben, wenn das Auto nicht langsam genug ist. Deshalb sollte man dort, wo Amphibien unterwegs sind, nicht schneller als allerhöchstens 30 km/h fahren! Continue reading “Achtung, Amphibienwanderung!”

Tote Tauben am Rathaus Köpenick: Bezirksparlament blockiert Hilfe

Berlin, 23.02.2026 – Tote Tauben wurden vorletzte Woche im 2. Hof des Rathauses Köpenick in Berlin gefunden. Ursache ist offenbar das dort eingesetzte Taubenabwehrgel Bird Free, dessen Anwendung in mehreren Bundesländern bereits verboten ist. Die Tierschutzpartei stellte daraufhin einen Dringlichkeitsantrag auf sofortige Entfernung des Mittels. Die BVV Treptow-Köpenick vertagte auf Wunsch der Fraktion des Bündnis 90/Die Grünen die Entscheidung jedoch und verwies den Antrag in den Haushaltsausschuss. Frühestens in einem Monat ist mit einer Entscheidung zu rechnen.

Das Taubenabwehrgel Bird Free wird seit Dezember 2025 in einem Pilotprojekt am Rathaus Köpenick als Alternative zu den veralteten Taubenspikes eingesetzt. Es soll Tauben von behandelten Flächen fernhalten. In der Praxis kommen Tauben jedoch oft mit dem Gel in Kontakt. Das Gel verklebt Füße, Schnabel und Gefieder der Tiere. Die Folgen sind Flugunfähigkeit, Unterkühlung, Verkehrsunfälle und qualvolles Verhungern.

In fünf Bundesländern ist der Einsatz von Bird Free deshalb bereits verboten. Die Anwendung verstößt nach Einschätzung von Tierschutzorganisationen gegen mehrere Gesetze und kann den Tatbestand des § 17 Tierschutzgesetz erfüllen, der das Zufügen von Leiden ohne vernünftigen Grund unter Strafe stellt.

„Im 2. Hof des Rathauses liegen tote Tauben – direkt neben dem aufgestellten Gel. Wir haben sofort gehandelt und einen Dringlichkeitsantrag gestellt, weil jeder weitere Tag noch mehr Tieren das Leben kosten kann, neben Tauben auch anderen Vogelarten wie Spatzen und Meisen, aber auch Insekten wie Bienen, Hummeln und Schmetterlingen”, sagt Jennifer Schrodt, Verordnete der Tierschutzpartei. Die BVV stimmte der Dringlichkeit zwar zu, CDU, SPD, Linke, Grüne, FDP und AfD vertagten eine Entscheidung zur akuten Situation jedoch auf die nächste Sitzung des Haushaltsausschusses.

Bezirksbürgermeister Oliver Igel räumte während der Sitzung ein, dass auch im Innenhof des Rathauses – einem anderen Bereich als der 2. Hof – regelmäßig tote Tauben zu finden sind. „Es ist nicht nachvollziehbar, dass ein Mittel, wegen dem Tiere sterben und welches in anderen Bundesländern verboten ist, an einem Berliner Rathaus weiter eingesetzt wird und das Parlament keinen dringenden Handlungsbedarf sieht”, erklärt Schrodt.

Die Tierschutzpartei betont, dass weder Spikes noch Abwehrgele die Stadttaubenpopulation nachhaltig oder tierschutzgerecht regulieren können. Die einzige bewährte, tierfreundliche Methode sind betreute Taubenhäuser. Dort werden Eier gegen Attrappen ausgetauscht, die Population damit kontrolliert reduziert und die Tiere artgerecht versorgt.

Solange keine Entscheidung fällt, bleibt das Gel im Einsatz. Die Tierschutzpartei kündigt an, das Thema weiter öffentlich zu machen und alle rechtlichen Möglichkeiten zu prüfen.