Kategorie: Bundesvorstand
Christopher Street Day 2023 – Pride Month
In mehreren Städten nimmt die PARTEI MENSCH UMWELT TIERSCHUTZ seit vielen Jahren an CSDs teil. Wir stehen ein für die Menschenrechte, die uneingeschränkt auch für jede sexuelle, romantische und geschlechtliche Identität gelten. Gerade in diesen Zeiten ist das wichtig Continue reading „Christopher Street Day 2023 – Pride Month“
Anfrage nach Kriterien für Insektenhotels in Dortmund
Rund 300 der 560 heimischen Wildbienenarten stehen auf der Roten Liste und sind somit akut vom Aussterben bedroht. Aber auch die Masse an Wildbienen sinkt stark, denn diese sind meist alleinlebend und können bestimmte Verluste nicht kompensieren. Viele Arten haben sehr spezifische Ansprüche an ihren Lebensraum; also an Nistplatz, Baumaterial und Nahrungspflanzen. Aber auch viele anderen Insekten wie Schmetterlinge finden zwischen Monokulturen der industriellen Landwirtschaft mit massivem Pestizideinsatz und aufgeräumten (Schotter-)Gärten kaum noch einen geeigneten Platz mit entsprechender Nahrung.
Viele Naturfreundinnen und Naturfreunde haben dies erkannt und schaffen mit Insekten- und Wildbienenhotels entsprechende Nistplätze. Private Gärten stellen gerade in Städten ein wichtiges Refugium für viele Insektenarten dar. Darauf haben sich Hersteller und Handel eingestellt und bieten eine Vielzahl an vermeintlich geeigneten Nisthilfen. Auch auf städtischen Grundstücken finden sich immer mehr der sogenannten „Insektenhotels“, leider oft mit völlig ungeeigneter Gestaltung.
Sebastian Everding, sachkundiger Bürger für die Partei Mensch Umwelt Tierschutz (Tierschutzpartei) als Teil der Fraktion Die Linke+ und stellte vor diesem Hintergrund eine entsprechende Anfrage in der letzten Sitzung des Ausschusses für Klimaschutz, Umwelt, Stadtgestaltung und Wohnen (AKUSW) eine entsprechende Frage „Wir würden gerne von der Verwaltung eine Auskunft erhalten, welche Kriterien bei der Auswahl der Nisthilfen angewendet werden und zusätzlich erfahren, ob die Anlage weiterer insekten-freundlicher und klimaangepasster Blühflächen in städtischen Grünanlagen zur Erhöhung der Biodiversität im Kampf gegen das Insektensterben geplant ist.“ so Everding.
Die Bezeichnung „Wildbienenhotel“ ist dabei etwas irreführend, denn es geht nicht um die kurzfristige Übernachtung, sondern eher um die langfristige Besiedelung. Daher ist der Begriff ‚Nisthilfe‘ aus der Sicht von Biologinnen und Biologen passender. Bedauerlicherweise entsprechen viele käuflich zu erwerbende Wildbienenhäuser eher der Ästhetik ihrer Käufer*innen als den Qualitätsansprüchen ihrer Bewohner, so dass die gut gemeinte Initiative, außer für den Kontostand von Herstellern und Baumärkten, keinen ökologischen Vorteil bringt.
Tipp: Die richtigen Materialien verwenden
- Nur Laubhölzer verwenden
Bei Nadelhölzern wie Fichte, Tanne, Kiefer stellen sich die Holzfasern wieder auf und können so die Flügel der Bienen verletzen. Besser sind Laubhölzer wie Erle, Esche, Buche mit glatt geschliffenen Bohrlöchern. - Stammholz statt Baumscheiben
Nicht ins Stirnholz oder in Baumscheiben bohren. Die Kapillaren nehmen Feuchtigkeit auf und lassen das Holz reißen. Parasiten gelangen durch die Risse in die Brutzellen der Larven. - Sinnloses Füllmaterial vermeiden
Haben Sie schon mal Wildbienen erlebt, die in Tannenzapfen oder in Baumrinde nisten? Diese Dinge sind für Hersteller mehr als günstig und geben dem Ganzen eine „natürliche Optik“, sind jedoch für Insekten ohne jeden Wert. - Ziegel und andere Baustoffe sind ungeeignet
Die Öffnungen von handelsüblichen Loch- oder Hohlziegeln aus dem Baumarkt von nebenan sind viel zu groß und ohne Rückenwand. Auch Gasbeton ist als Nisthilfe leider völlig ungeeignet. Wenn überhaupt sind nur Strangfalz-Dachziegel geeignet. - Vorsicht scharfe Kanten
In vielen käuflichen Bienenhotels befinden sich scharfkantige oder unsauber geschnittene Bambus- oder Schilfröhrchen. Die Bienen können sich so ihre feinen Hautflügel aufschlitzen.
Und in der Natur?
In der Natur leben die meisten Wildbienenarten in Deutschland im Boden in unscheinbaren, aber akkurat angelegten Löchern. Hierfür nutzen sie größtenteils wenig bewachsene Flächen oder Abbruchkanten und Böschungen. Durch die zunehmenden Eingriffe des Menschen in die Natur gehen enttäuschenderweise auch solche Lebensräume immer weiter verloren. Ein weiterer Lebensraum der Wildbienen und solitären Wespen sind selbst errichtete Gehäuse an Mauern oder Steinen, einige nutzen auch verlassene Schneckenhäuser oder hohle Stängel von abgestorbenen Pflanzen. Umso wichtiger ist es, im Garten Totholz einfach mal „liegenzulassen“ und die eigenen Grünflächen nicht bis in die letzte Ecke aufzuräumen.
Staudamm-Katastrophe in der Ukraine
Gestern Morgen zerstörte eine Explosion den Kachowka-Staudamm in der Ukraine.
Während sich Russland und die Ukraine gegenseitig beschuldigen, ertrinken unzählige Tiere, Menschenleben sind in großer Gefahr. Ein Zoo wurde überflutet, wahrscheinlich sind alle Tiere tot, tausende Menschen werden evakuiert und sind nun obdachlos, Continue reading „Staudamm-Katastrophe in der Ukraine“
Einladung zum virtuellen NRW-Treff im Juni zum Thema Wölfe
Am Dienstag, dem 20. Juni 2023 findet ab 19:30 Uhr unser nächster NRW-Online-Stammtisch für alle Mitglieder & Interessierten statt.
Einwahllink: https://lecture.senfcall.de/sas-lgx-fzy-rkq
Wie immer starten wir mit einem Kurzvortrag und gehen danach in die gemeinsame Diskussion. Als Experte steht uns an diesem Abend NABU-Wolfsbotschafter Karl-Heinz Pompe zur Verfügung. Dieser wird zunächst auf die Wolfspopulation in Deutschland und NRW eingehen, und uns dann etwas zu den Themen Herdenschutz und der Beziehung von Menschen und Wölfen berichten.
Du hast ein Herzensthema, mit dem du dich beruflich oder privat beschäftigst? Wir würden uns riesig freuen, wenn du DEIN Thema im Rahmen einer der nächsten Online-Stammtische vorstellen könntest. Dabei wollen wir die Themenwahl bewusst sehr offen gestalten, so können Straßentiere im Ausland genauso Thema sein wie Herausforderungen bestimmter Berufsgruppen, der Umgang mit Krankheiten, Tipps für den Garten, Rezeptideen, künstlerische oder politische Themen. Unsere Mitglieder und deren Wissensbereiche sind so vielfältig, dieses möchten wir gerne widerspiegeln.
Bitte melde dich mit einem Themenvorschlag unter nrw@tierschutzpartei.de
Marzahn-Hellersdorf: Jährlicher Tierschutzpreis am Welttierschutztag
„Mit dem Preis sollen Menschen, die sich für Tiere einsetzen, Aufmerksamkeit und Wertschätzung für ihr Engagement erhalten,“ erklärt die Marzahn-Hellersdorfer PARTEI MENSCH UMWELT TIERSCHUTZ das Ansinnen, einen jährlichen Tierschutzpreis auf Bezirksebene auszuloben. Wer den Preis erhalten wird, Continue reading „Marzahn-Hellersdorf: Jährlicher Tierschutzpreis am Welttierschutztag“
Mähfreier Mai in Dortmund gefordert!
In Großbritannien gibt es bereits seit einigen Jahren den „No Mow May“, also zu Deutsch den mähfreien Mai, denn ein kurz geschnittener Rasen bietet Insekten kaum Futter und Nistmöglichkeiten. Wildkräuter wie Gänseblümchen, Gundermann, Klee und Löwenzahn gelten in Rasenflächen als Frühstarter und haben einen hohen ökologischen Wert für die Insekten. Aus diesem Grund ruft auch z. B. die Deutsche Gartenbau-Gesellschaft (DGG) dazu auf, im Mai den Rasenmäher ruhen zu lassen.
Was im heimischen Garten Vorteile für die Biodiversität und gegen das Insektensterben bringt, kann auch auf städtischer Ebene Sinn ergeben, dachte sich Sebastian Everding, sachkundiger Bürger für die Partei Mensch Umwelt Tierschutz (Tierschutzpartei) als Teil der Fraktion Die Linke+ und stellte eine entsprechende Anfrage in der letzten Sitzung des Ausschusses für Klimaschutz, Umwelt, Stadtgestaltung und Wohnen (AKUSW). „Wir würden gerne vom Grünflächenamt eine Einschätzung erhalten, ob eine grundsätzliche Aussetzung des Rasenmähens auf städtischen Grünflächen im Zeitraum vom 01. bis zum 31. Mai möglich sei“ so Everding.
Tipps für daheim: Warum ist ein naturnaher Garten so wichtig?
Ein naturnaher Garten ist von großer Bedeutung für unsere Insekten, diese spielen eine entscheidende Rolle in unseren Ökosystemen, sei es als Bestäuber für Pflanzen oder als Nahrungsquelle für andere Tiere. Leider sind viele Insektenarten aufgrund von Lebensraumverlust, Pestizideinsatz und anderen menschlichen Aktivitäten stark bedroht. Jeder Gartenbesitzer oder jede Gartenbesitzerin kann aber dazu beitragen, diesen rückläufigen Trend umzukehren und die Insektenvielfalt zu erhalten.
Ein naturnaher Garten bietet Nahrungsquellen in Form von blühenden Pflanzen, die Pollen und Nektar liefern. Diese dienen als wichtige Energiequelle für Insekten wie Bienen, Schmetterlinge und Käfer. Im Gegensatz zum stets aufgeräumten Garten mit „englischem Rasen“ bieten Unterschlupf und Nistplätze, die für die Fortpflanzung und den Schutz der Insekten unerlässlich sind. Strukturen wie Laubhaufen, Totholz und Steinhaufen bieten Verstecke und bieten Schutz vor natürlichen Feinden.
Um einen naturnahen Garten zu schaffen, gibt es einige Tipps, die man befolgen kann:
- Pflanzenauswahl: Wählen Sie Pflanzen, die reich an Pollen und Nektar sind, wie einheimische Wildblumen, Stauden und Sträucher. Diese bieten den Insekten eine kontinuierliche Nahrungsquelle über die verschiedenen Jahreszeiten hinweg. Unterschiedliche Blütezeiten und Blütenfarben sind besonders attraktiv für verschiedene Bestäuber.
- Verzicht auf Pestizide: Vermeiden Sie vollständig den Einsatz von Pestiziden, da sie Insekten und andere nützliche Organismen schädigen können und tolerieren Sie eine gewisse Anzahl von Insekten, die das natürliche Gleichgewicht im Garten aufrechterhalten.
- Wasserstellen: Stellen Sie flache Wasserquellen wie Vogeltränken oder flache Schalen auf, damit Bienen und Co. Zugang zu Wasser haben. Achten Sie darauf, dass das Wasser regelmäßig gewechselt wird, um Mückenlarven o. ä. vorzubeugen.
- Unterschlupfmöglichkeiten: Schaffen Sie Unterschlupfmöglichkeiten für Insekten, indem Sie Totholz, Steinhaufen oder Insektenhotels in Ihrem Garten platzieren. Diese bieten Verstecke und Nistplätze für verschiedene Arten.
- Natürlicher Mulch: Verwenden Sie natürlichen Mulch wie Laub oder Holzspäne, um den Boden feucht zu halten und als Versteck für Insektenlarven und -puppen zu dienen
Autor: Sebastian Everding
Migräne-Bewusstseins-Monat im Juni
Was ist eigentlich Migräne? Auf jeden Fall keine „Ausrede“, sondern eine (schwere) chronische Erkrankung mit hoher Dunkelziffer. Noch immer erleben Patient:innen eine Odyssee bis zur Diagnose und kämpfen viel zu häufig um die Anerkennung der Krankheit, denn Migräne ist mehr als nur Kopfschmerz. Es handelt sich dabei um eine komplexe neurologische Erkrankung, bei der Betroffene ein 3 bis 7 Mal höheres Risiko für Depressionen, Angsterkrankungen und Suizid haben als Gesunde. Nicht nur deswegen zählt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Migräne zu den am stärksten behindernden Krankheiten.
Im Juni findet der Migräne Bewusstseins Monat statt, eine wichtige Initiative zur Aufklärung und Sensibilisierung für eine Erkrankung, die leider immer noch zu oft von der Gesellschaft vernachlässigt wird. Dieser Monat bietet eine wertvolle und wichtige Gelegenheit, das Bewusstsein für die Auswirkungen und die Komplexität dieser neurologischen Erkrankung zu schärfen. Vorurteile über Migräne halten sich hartnäckig. Sie spiegeln sich in Aussagen „Klaus ist heute nicht an seinem Arbeitsplatz – hat mal wieder seine Migräne genommen“ oder auch „Migräne ist, wenn Frauen keine Lust auf Sex haben“ wider.
Migräne ist weit mehr als nur ein „gewöhnlicher“ Kopfschmerz. Sie kann eine immense Belastung für die Betroffenen und deren Angehörige darstellen und ihre Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Die Symptome reichen von intensiven Kopfschmerzen, die oft von Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Geräuschempfindlichkeit begleitet werden, bis hin zu kognitiven Beeinträchtigungen, bekannt als Migräneaura. Die Anfälle können Stunden bis hin zu mehreren Tagen dauern und können sich regelmäßig oder unregelmäßig wiederholen. Trotz der beträchtlichen Anzahl von Menschen, die unter Migräne leiden, bleibt das Verständnis und die Akzeptanz in der Gesellschaft oft begrenzt. Viele Menschen, die nicht selbst von Migräne betroffen sind, können die Schwere und den Einfluss dieser Erkrankung auf das tägliche Leben nicht vollständig nachvollziehen. Dies führt häufig zu Stigmatisierung, Unverständnis und Vorurteilen. Laut Zahlen des RKI erfüllen 14,8 % der Frauen und 6,0 % der Männer die kompletten Kriterien für Migräne in Deutschland, was mehreren Millionen Menschen entspricht.
Der Migräne Bewusstseins Monat im Juni zielt darauf ab, diese Lücke zu schließen und das Bewusstsein für Migräne zu schärfen. Während dieses Monats werden verschiedene Veranstaltungen, Kampagnen und Informationskampagnen durchgeführt, um die öffentliche Aufmerksamkeit auf diese Erkrankung zu lenken. Ziel ist es, das Verständnis für Migräne zu verbessern, Betroffene zu unterstützen und die Forschung zu fördern.Es ist wichtig anzuerkennen, dass Migräne eine chronische Erkrankung ist, die das Leben der Betroffenen stark beeinflusst. Arbeit, Schule bzw. Studium, soziale Interaktionen und alltägliche Aktivitäten können schwierig sein, wenn man unter Migräne leidet. Eine angemessene Unterstützung, Rücksichtnahme und Vorbeugung sind daher unerlässlich, um den Betroffenen zu helfen, mit dieser Erkrankung umzugehen und ein Leben ohne Stigmatisierung und Vorurteile zu führen.
Es ist an der Zeit, dass Migräne als ernstzunehmende Erkrankung anerkannt wird, und der Migräne Bewusstseins Monat im Juni spielt eine wichtige Rolle dabei. Indem wir das Bewusstsein für diese ernste neurologische Erkrankung schärfen, können wir dazu beitragen, die Stigmatisierung abzubauen, das Verständnis zu verbessern und die Lebensqualität der Betroffenen und deren Angehörigen zu erhöhen. Es ist an der Zeit, dieses Thema aus dem Schatten zu holen und ihr die Aufmerksamkeit zu schenken, die sie und alle Patient:innen verdienen.
Wissenswertes rund um das Thema Migräne findet man auf der Homepage der Schmerzklinik Kiel
Autor: Sebastian Everding
Dortmund pflanzt pro Kind einen Baum
In der Sitzung des Ausschusses für Klimaschutz, Umwelt, Stadtgestaltung und Wohnen (AKUSW) am Mittwoch wurde empfohlen, künftig für alle Neugeborenen in Dortmund Bäume durch die Stadt pflanzen zu lassen. Alle Eltern der jährlich rund 5.600 neugeborenen Dortmunder Kinder sollen das Angebot erhalten, dass für ihr Baby ein Baum in Dortmund gepflanzt werden soll. Jeder dieser Bäume soll dabei eine individuelle Identifikationsnummer erhalten, die der Kindesfamilie mitsamt dem jeweiligen Standort postalisch mitgeteilt werden soll. Zusätzlich soll auch eine Integration in städtische Online- oder App-Angebote geprüft werden.
Sebastian Everding, sachkundiger Bürger für die Partei Mensch Umwelt Tierschutz (Tierschutzpartei) als Teil der Fraktion Die Linke+ begründet diese Initiative damit, dass damit die Verbundenheit aller neuen Bürgerinnen und Bürger mit der Heimatstadt und vor allem der Natur bereits ab der Geburt gestärkt werden soll. „Bäume binden Kohlenstoff und helfen damit, die Menge an klimaschädlichen CO₂ in der Erdatmosphäre zu reduzieren. Den Kohlenstoff nutzen sie für ihr Wachstum und speichern es in ihrer Holzmasse – Baum und Kind wachen dann gemeinsam in unserer Stadt heran“, so Everding und hofft auf eine Einbindung der neu gepflanzten Bäume in pädagogische Konzepte der städtischen Schulen und Kitas.
Auch die Fraktionen von Bündnis 90/Die Grünen und CDU unterstützen den Antrag und regten eine Integration in das bereits im Juni 2021 beschlossene Konzept der sogenannten „Zukunftsbäume“ an, bei dem 5.000 Bäume pro Jahr gepflanzt werden sollen, eine Umsetzung bislang jedoch noch aussteht. Auf Basis der Anträge soll die Verwaltung nun verstärkt in konstruktiver Zusammenarbeit mit den Bezirksvertretungen mögliche Baumstandorte und die Reaktivierung ungenutzter Baumscheiben prüfen sowie weitere Flächenpotenziale für Baumstandorte z. B. in Parks, auf Parkplätzen, auf Schulhöfen, Grünflächen im gesamten Stadtgebiet ermitteln.
Blau ist das neue grün – Für eine nachhaltige europäische Wirtschaftspolitik
Zum Thema einer nachhaltigen, ressourceneffizienten und umweltfreundlichen Wirtschaft auf EU-Ebene wird den meisten wohl der sogenannte „Green Deal“ als Initiative der Europäischen Union (EU) in den Sinn kommen. Diese zielt darauf ab, Europa bis zum Jahr 2050 klimaneutral zu machen. Neben der Klimaneutralität sind dabei auch die Förderung erneuerbarer Energien, die Kreislaufwirtschaft, Biodiversität sowie Landwirtschaft und Ernährung elementare Bestandteile.
Die Blue Economy nach Gunter Pauli geht dabei noch einen Schritt weiter, da sie auf dem Prinzip des „Null-Abfalls“ basiert und darauf abzielt, nachhaltige Lösungen zu schaffen, indem natürliche Ressourcen effizient genutzt und in Kreisläufen verwertet werden. Pauli war in den 1990er Jahren CEO des Unternehmens Ecover und errichte in dieser Zeit eine Fabrik, die komplett ohne CO₂-Emissionen auskam, jedoch Palmöl verwendete, für das, wie Pauli wenig später erfuhr, Regenwald abgeholzt wurde. Für den Firmenchef wurde in dem Moment deutlich, dass „grün“ nicht gleichbedeutend mit „nachhaltig“ sein muss und dass Wirtschaft grundsätzlich neu gedacht werden muss. Kurz darauf entstand das Zero Emission Research and Initiative-Netzwerk (ZERI), in dem weltweiten Unternehmen und Forschende vernetzt sind und mit dessen Unterstützt Pauli im Jahr 2004 schließlich den Begriff „Blue Economy“ einführte. Die Farbe steht dabei sinnbildlich für unseren blauen Planeten, an dessen regionalen Ökosystemen sich eine nachhaltige Wirtschaft orientieren soll. Inzwischen werden Paulis Prinzipien weltweit vor allem in Entwicklungsländern in über 200 Projekten angewandt, wodurch in den letzten Jahren bis zu drei Millionen neuer Jobs geschaffen werden konnten.
Im direkten Bezug auf die Europapolitik kann die Blue Economy eine transformative Kraft entfalten, indem sie innovative Ansätze fördert und einen Paradigmenwechsel in der Art und Weise der Nutzung lokaler Ressourcen und Förderung regionaler Wirtschaftskreisläufe einleitet. Anstatt auf importierte Rohstoffe und Produkte zu setzen, sollten europäische Gebiete und Regionen ihre eigenen Ressourcen nachhaltig nutzen und innovative Wertschöpfungsketten aufbauen. Gerade für Küstenregionen kann dies beispielsweise durch die Entwicklung von maritimen Bioökonomien erreicht werden. Hier können z. B. Abfall- und Nebenprodukte aus der Algenzucht oder aus Alternativen zu Fischzucht oder Fischfang genutzt werden, um neue Produkte wie Nahrungsmittel, Tierfutter, pharmazeutische Wirkstoffe oder biobasierte Materialien herzustellen.
Die Europapolitik sollte auch im urbanen Raum Maßnahmen fördern, um so nachhaltige städtische Systeme zu schaffen. Beispielsweise können Gebäude mit innovativer Architektur und nachhaltigen Materialien konstruiert werden, um Energieeffizienz und Abfallreduzierung zu fördern. Die Nutzung von erneuerbaren Energien und die Integration von Natur- und Wasserressourcen in städtische Landschaften können ebenfalls gefördert werden. Der gleiche Ansatz gilt auch für Förderung von nachhaltigen Transport- und Logistiklösungen: Die Europapolitik kann hier gezielt Anreize schaffen, welche z. B. die Entwicklung von Elektromobilität, die Förderung von öffentlichem Nahverkehr und die Verbesserung der Infrastruktur für Fahrrad- und Fußgängerverkehr umfassen.
Eine besonders große Hebelwirkung auf EU-Ebene stellt in Bezug auf die Blue Economy auch die Förderung von innovativen Landwirtschaftspraktiken wie z.B. Permakultur, Agroforstwirtschaft oder vertikale Landwirtschaft dar. Diese Ansätze nutzen Ressourcen effizienter, minimieren den Einsatz von Chemikalien und können eine nachhaltige Lebensmittelproduktion ermöglichen. Auch der Industrie kommt bei diesem neuen Wirtschaftsansatz auf EU-Ebene eine Schlüsselrolle zu, bei der die Europapolitik Anreize schaffen kann, um die Integration erneuerbarer Energien in die Industrie zu fördern. Dies könnte die Unterstützung von Unternehmen bei der Umstellung auf erneuerbare Energien und energieeffiziente Prozesse umfassen. Beispielhaft könnten industrielle Abwärme oder Abfallströme zur Energieerzeugung genutzt werden.
Der entscheidende Faktor zum Gelingen ist jedoch der Mensch. Europapolitik kann und soll dabei eine gezielte Förderung von Bildungseinrichtungen, Forschungsinstituten und Innovationszentren mit nachhaltigem Schwerpunkt zur Kreislaufwirtschaft betreiben, umso stetig neue Lösungen und Technologien entwickeln zu können, um einen ökologischen und sozialen Fortschritt zu gewährleisten, ohne dabei ökonomische Aspekte zu vernachlässigen.
Bei der durch die EU-Kommission propagierten Green-Economy soll Nachhaltigkeit durch technologische Innovationen erreicht werden, aber ohne das System grundsätzlich verändern zu wollen. Derzeit findet die Blue Economy fast ausschließlich Anklang in Entwicklungsländern, eine Adaption in den großen europäischen Industrienationen scheiterte bislang. Laut Pauli lässt sich das darauf zurückführen, dass viele Unternehmen das vermissen lassen, was die Natur ausmacht: Kreativität und beständiger Wandel. Dies gilt wohl aktuell auch noch für die meisten Politikerinnen und Politiker.
Autor: Sebastian Everding
Europawahlen 2024 – Deine Stimme für die Partei Mensch Umwelt Tierschutz