Neue Technologie gegen Vogelschlag an Windkraftanlagen

Durch Windkraftanlagen sind vor allem Greifvögel wie der Rotmilan, der Seeadler oder der Mäusebussard gefährdet. Forschende begründen dies damit, dass die Vögel ihren Blick während des Fluges nach unten richten, etwa auf der Suche nach Beute, weswegen sie mit Windrädern oder anderen Hindernissen kollidieren können. Gerade die großen Rotoren von rund 50 m erreichen eine Geschwindigkeit von bis zu 340 km/h, was so schnell ist, dass die Vögel nur schwer darauf reagieren können. Jedoch ist unklar, wie viele Vögel tatsächlich durch Windräder sterben, denn sowohl die Zahl der Todesfälle als auch die jeweiligen Ursachen sind schwer messbar. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) schätzt, dass pro Jahr 100.000 Vögel durch Windkraftanlagen getötet werden. Dies klingt viel, jedoch sterben schätzungsweise über 100 Millionen Vögel in unserem Land im Zusammenhang mit einem Aufprall gegen Fenster und Glasfassaden.

Aktuell können einige Anlagen bereits kurzfristig abgeschaltet werden, wenn Zugvögel vorbeifliegen oder die Anlage sich in einer Brutregion befindet. Eine neue Technologie vom norwegischen Forschungsinstitut Sintef soll die Tiere jetzt durch die sogenannte Skarv-Technologie schützen, welche bereits patentiert wurde und das Vogelsterben damit um bis zu 80 Prozent senken könnte. Sobald sich Vögel nähern, soll die Geschwindigkeit der Rotorblätter reduziert werden. Mit Kameras und Vogelradarsystemen soll eine bevorstehende Kollision frühzeitig erkannt werden. Die Technik ist dabei aber noch nicht vollständig ausgereift, da besonders Kollisionen im Bereich des Rotorkopfs einer Anlage sowie Annäherungen von der Seite nicht frühzeitig erkannt werden können.

Eine besondere Schwierigkeit stellt dabei dar, dass sich Flugbahnen von Vögeln kaum vorhersagen lassen und bei mehreren sich nähernden Vögeln das System nur schwer eine Vorhersage treffen kann. Eine Abschaltung der gesamten Turbine ist zwar möglich, dauert aber bei einer Zehn-Megawatt-Turbine mit normaler Geschwindigkeit immer noch 15 bis 20 Sekunden. Hinzu kommt, dass bislang noch keine Praxistests stattgefunden haben. Die Forschenden gegen von einer Marktreife in fünf Jahren aus, da zunächst ein Test unter realen Bedingungen stattfinden muss.

Wir begrüßen ausdrücklich alle Forschungen, um eine Reduzierung und im besten Fall eine komplette Vermeidung von Tierleid bei erneuerbaren Energien herbeizuführen. Im Idealfall können hier mehrere Lösungsansätze kombiniert werden, so legte erst kürzlich eine Studie die Annahme zugrunde, dass ein schwarzes Rotorblatt zu einem erhöhten Kontrast und somit zu einer erhöhten Sichtbarkeit des Rotors gegenüber Vögeln führt.

(se)

Kostenloses Parken & ÖPNV für Ehrenamtliche in Dortmund

„Wir brauchen eine Lösung in Dortmund. Eine gute Lösung. Und eine schnelle Lösung.“ Das fordert Sebastian Everding, Landesvorsitzender unserer Partei und sachkundiger Bürger für die Fraktion DIE LINKE+ im Ausschuss für Bürgerdienste, öffentliche Ordnung, Anregungen und Beschwerden (ABöOAB). Dieser Ausschuss setzte sich auf Bitte seiner Fraktion am Dienstag, 12. September, mit den vielen ehrenamtlich Tätigen in Dortmund auseinander – und ganz gezielt mit deren Parkplatz-Problemen. Der Antrag wurde dann in den zuständigen Fachausschuss weitergeleitet.

„Man muss sich das mal vorstellen. Da kommen Ehrenamtliche teils mehrmals wöchentlich in die City, um hier wichtige Aufgaben zu übernehmen, etwa um Essen an Hilfsbedürftige auszugeben. Oder sie fahren mit ihrem Auto los, um verletzte oder vernachlässigte Tiere abzuholen. Und dann müssen sie immer wieder fürs Parken bezahlen. Geld, das diese Menschen vermutlich lieber in ihre gemeinnützige Arbeit investieren würden.“

Seine Fraktion wünscht sich deshalb Sonderparkausweise für den Dortmunder Stadtbereich.Die Verwaltung soll prüfen, ob die Ausstellung von personenbezogenen Sonderparkausweisen, beispielsweise im Rahmen der Ehrenamtskarte möglich ist, um so den ehrenamtlich Tätigen von gemeinnützigen Vereinen und Einrichtungen ein kostenfreies Parken am jeweiligen Einsatzort zu ermöglichen“, sagt Everding. Auch die kostenfreie, alternative Nutzung des ÖPNV durch Ehrenamtliche soll geprüft werden.

Ohne Ehrenamt könnten viele Einrichtungen und Angebote in Dortmund gar nicht existieren. Feuerwehr. Sportverein. Tafel. Tierschutzverein. Schöffengericht. Kinder- oder Seniorenbetreuung, Hilfe für Geflüchtete… Die Liste ist lang – und die Liste der Menschen, die diese zivilgesellschaftlichen Aufgaben übernehmen, ist noch länger. Etwa 40 Prozent aller erwachsenen Deutschen bekleiden ein Ehrenamt. „Das wären auf Dortmund umgerechnet mehrere Zehntausend Menschen. Sie gehen in ihrer Freizeit einem Ehrenamt nach – und müssen im Rahmen der Ausübung dieser Arbeit noch für den Parkplatz zahlen“, so Everding. „Das müssen wir ändern. Wir sollten diese Leistung noch mehr anerkennen und die Betroffenen nicht auf ihren Kosten sitzen lassen. In Flensburg geht das auch. Dort erhalten die Ehrenamtlichen einen Sonderparkausweis von ihrer Stadt. Dann werden wir das doch auch in Dortmund hinbekommen.“

Antrag im Ausschuss für Bürgerdienste, öffentliche Ordnung, Anregungen und Beschwerden am 12. September 2023: Tagesordnungspunkt: Kostenlose Sonderparkausweise für Ehrenamtliche

 

Sehr geehrter Herr Vorsitzender,

die Fraktion DIE LINKE + bittet um Beratung und Beschlussfassung nachfolgenden Antrags:

Die Verwaltung möge prüfen, ob die Ausstellung von personenbezogenen Sonderparkausweisen für den Dortmunder Stadtbereich, beispielsweise im Rahmen der Ehrenamtskarte möglich ist, um so ehrenamtlich Tätigen von gemeinnützigen Vereinen und Einrichtungen ein kostenfreies Parken am jeweiligen Einsatzort zu ermöglichen. Für die alternative Nutzung des ÖPNV durch Ehrenamtliche ist die Möglichkeit der Kostenübernahme zu prüfen.

 Begründung:

Ehrenamtlich Tätige wie beispielsweise am Gast-Haus Ökumenische Wohnungslosen-Initiative e. V. in der Rheinischen Straße bewegen aktuell die Parkgebühren in der direkten Umgebung der Einrichtung. Die Stadt Flensburg (Schleswig-Holstein) erlaubt Ehrenamtler*innen beispielsweise bei der Erfüllung ihrer Aufgaben frei auf gebührenpflichtigen oder zeitlich begrenzten Parkplätzen parken zu können.

Stoppt die Exoten-Krise in unseren Tierheimen!

Wer in der Vergangenheit mal ein Tierheim von innen gesehen hat, der weiß: Das hier ist nicht der Amazonas-Regenwald, die Gobi-Wüste oder die Everglades. Drum sollte es verwundern, wenn einem im Tierheim um die Ecke Schlangen, Reptilien und etliche Schildkröten entgegenkommen. 

Die Coronapandemie hat Tierheime auch hierzulande immens getroffen: zu viele Tiere, zu wenig Personal, Geld- sowie Platzmangel. Neben dem Großteil an ab- oder gar zurückgegebenen Hunden und Katzen steht im Schatten dessen eine andere Gruppe, nämlich die Exoten. Exotische Tiere sind zwar kleiner als ihre vierbeinigen, flauschigen Mitbewohner, benötigen aber nicht weniger Aufwand. Ein häufiger Grund dafür, dass die Exoten gerade in der Pandemiezeit  und damit auch in einer Zeit steigender Preise in Tierheimen landen, sind die anspruchsvollen Haltungskosten. In von Selbstdisziplin geprägten Sparmaßnahmen, gestützt von heißem Tee und Kuschelsocken, scheint die Instandhaltung des feucht-warmen Paradieses für die extravaganten Hausbewohner absurd und untragbar. Also heißt es auch da ‘Sparen, wo man kann’, das Tier muss leider ausziehen. Und so werden die kostspieligen Anliegen als im Grunde nicht zu stemmende Belastungen an die Tierheime weitergegeben, wo meist unter Vollauslastung versucht wird, Räumlichkeiten, Platz und Personal für die neuen Bewohner zu organisieren, die gerne weiter in ihrer bis zu 30 °C Oase leben wollen und müssen. 

Eine äußerst belastende Geschichte, gerade auch weil hinzukommt, dass die Kleintiere mit ihren besonderen Bedürfnissen erheblich länger dort verweilen als die kleinen süßen Hundewelpen im Nachbarzimmer.  

Außerdem, wer den Begriff „Exoten“ hört, denkt zwar vermutlich eher an Amphibien und Reptilien, exotisch sind jedoch auch Hunderassen, wie beispielsweise der Kangal, eine türkische Herdenschutzhundrasse. Nicht nur die kleinen Begleiter haben hohe Ansprüche, auch gewisse Hunde benötigen eigentlich speziellere Behandlungen, die allerdings kaum in Tierheimen beachtet werden können. 

Klar ist also: Die infrastrukturellen und geldlichen Anforderungen an Tierheime sind mit Blick auf die Exoten-Krise offengelegt. Eine aus unserer Sicht vollends unnötige Strapazierung für Mensch und Tier, die es zu beenden gilt. Eine wirklich symbiotische Beziehung, etwa zwischen Mensch und Hund – auch hier müssen bestimmte Bedingungen notwendig eingehalten werden –, von welcher beide profitieren, ist dem Einsperren von exotischen Lebewesen definitiv vorzuziehen. Die Haltung dessen gilt es zu unterbinden. Exoten gehören in die Natur oder notfalls in professionelle Hände, wo zu ihrem Wohl gehandelt wird und nicht zum Interesse schaulustiger Privatpersonen. 

(tk)

Invasive Arten – wirklich ein Problem?

Bezugnehmend auf die aktuellen Diskussionen bezüglich des Umgangs mit Waschbären und der Nilgans (siehe Fußnoten) möchte der LV BaWü noch einmal Stellung beziehen:

Waschbären und Nilgänse gehören bei uns zu den invasiven Arten, d.h., sie wurden von Menschen absichtlich oder versehentlich aus ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet heraus nach Deutschland gebracht. Nilgänse befinden sich seit 1985 bei uns, die Waschbären sind sogar seit 1934 bei uns heimisch. Continue reading “Invasive Arten – wirklich ein Problem?”

Wildtier gefunden – Was nun?

Ihr habt ein verletztes oder krankes Wildtier gefunden? So sollten ihr dann handeln: 

Situation erfassen!
Zunächst beobachtet das Tier mit etwas Abstand. Ist das Tier nicht mehr in der Lage, sich selbst zu versorgen? Ist es verwundet und akut gefährdet? Geht also nicht direkt nah ans Tier ran, einerseits weil es vielleicht gar nicht hilfsbedürftig ist, andererseits gibt es einige Tiere (etwa Jungvögel, Waschbären, etc.), die durchaus von den Eltern alleine gelassen werden. Ein einsames Tier ist nicht immer gleich ein hilfsbedürftiges! Sofern es aber tatsächlich Hilfe braucht, könnt ihr zur Tat schreiten – was dann auch rechtlich erlaubt ist. 

Hilfe rufen!
Wie auch bei menschlichen Notfällen solltet ihr auch bei tierischen Notfällen gezielt Hilfe von außen holen. Meldet euch dafür bei lokalen Naturschutzbehörden, Tierschutzvereinen oder Wildstationen (im Idealfall entsprechende Nummern bereits im Handy einspeichern!) und schildert den vorliegenden Fall. Bei diesen Stellen erhaltet ihr oftmals direkt weitere Anweisungen und Ratschläge, wie weiter mit der Situation umgegangen werden soll. Habt ihr keine derartigen Kontakte, ruft notfalls auch bei der Polizei (110) an, wo ebenfalls die Chance auf Hilfe besteht. Eine gute Unterstützung bieten auch Facebook-Gruppen wie beispielsweise Wildtier-Notfälle und Wildvogelhilfe Notfälle.

Wildtiere sind Expertensache!
Versorgt Wildtiere zunächst nicht selbst und bringt sie nicht ohne vorherige Absprache mit entsprechenden Stellen zu Auffangstationen oder gar mit nach Hause! Es könnte sich bei dem Tier erstens um eine streng geschützte Art handeln, was eine meldepflichtige Angelegenheit ist, und zweitens unterliegen die meisten Wildtierarten (Füchse, Hasen, Rehe, Wildschweine) leider zudem noch dem Jagdrecht. Bei Missachtung dessen, wenn das Tier etwa ohne Absprache und Zustimmung seitens der Jagdverbände im eigenen Auto landet, könnte es im schlimmsten Fall sogar als Wilderei ausgelegt werden. Kontaktiert im Idealfall also zuerst örtliche Tierschutzvereine oder das jeweils zuständige Veterinäramt oder die nächste Tierarztpraxis, um Hilfestellungen zum weiteren Verfahren zu bekommen. Habt ihr die Zeit und entsprechende räumliche Möglichkeiten ist es vielleicht sogar möglich als Pflegestelle für einzelne Tierarten zu fungieren.

(tk)

Artenschutz auf Dortmunder Friedhöfen

Gerade bei großer Hitze lockt der Wassermangel in der Natur viele kleine Lebewesen zu unseren menschlichen Wasserquellen. Dabei steigt die Gefahr drastisch, dass gerade Igel sowie zahlreiche andere Reptilien und Amphibien kommen, um sich am kühlen Nass zu erfrischen und ihren Durst zu stillen. Obwohl praktisch alle Tiere schwimmen können, ist es ihnen nicht möglich über den Rand von einigen (Garten-)Teichen zu klettern, um an Land zu kommen. Deshalb sollten gerade steilufrige Teiche und Wasserläufe unbedingt mit sogenannten Ausstiegsrampen verstehen werden.

Aber auch durch die Gießkannen droht Gefahr, wenn diese auf dem Boden stehen und nicht an Halterungen darüber angebracht werden: Für Tiere auf der Suche nach einem Versteck, Schatten oder Feuchtigkeit, werden Kannen oftmals zu einer Todesfalle: Mäuse, Eidechsen, Frösche, Kröten, Schnecken, Insekten: einmal drin, sind sie häufig nicht mehr in der Lage, die leere Gießkanne wieder zu verlassen, sie sterben elend und langsam, in einer befüllten Kanne ertrinken sie.

Der Platzbedarf auf den Friedhöfen sinkt kontinuierlich, die Fläche muss dennoch bewirtschaftet werden. Wildblumenwiesen könnten hier neue Nahrungsgrundlagen für Wildbienen liefern, bei denen rund 300 der 560 heimischen Arten auf der Roten Liste stehen. Aber auch die Masse an Wildbienen sinkt stark. Wildbienen sind meist alleinlebend und können bestimmte Verluste nicht kompensieren. Viele Arten haben sehr spezifische Ansprüche an ihren Lebensraum; also an Nistplatz, Baumaterial und Nahrungspflanzen. Der Wegfall von Lebensraum durch Flächenversiegelung ist dabei ein einflussreicher Faktor. Monokulturen und ausgeräumte Landschaften lassen viele Arten keine Nahrung mehr finden. Manche Wildbienen sind auf bestimmte Blütenarten angewiesen. Verschwindet die Wildbienenart, verschwindet ebenfalls die Pflanzenart. Zudem werden Insektizide im Zulassungsverfahren zwar auf Honigbienen, nicht aber auf Wildbienen getestet.

Eine dazu passende Anfrage zum Artenschutz auf dem Friedhof stellt unser sachkundiger Bürger Sebastian Everding in der Fraktion DIE LINKE+ im nächsten Ausschuss für Mobilität, Infrastruktur und Grün am 5. September 2023.

  1. Wie viele Friedhöfe im Stadtgebiet verfügen neben dem Bezirksfriedhof Menglinghausen noch über künstlich geschaffene Wasserbauwerke wie beispielsweise Teiche?
  2. Bestehen an allen Wasserbauwerken ausreichend Ausstiegsmöglichkeiten für Wildtiere wie z. B. Igel, falls diese versehentlich hineinfallen sollten?
  3. Wie viele „Leih-Gießkannen“ befinden sich aktuell auf Dortmunder Friedhöfen im Einsatz?
  4. Gibt es Überlegungen, einfache Halterungen an den Wasser-Entnahmestellen zu errichten, um so Gießkannen über dem Boden hängend für den nächsten Einsatz bereitzuhalten?
  5. Finden auf Dortmunder Friedhöfen Bejagungen statt? Wenn ja, von welchen Tierarten?
  6. Können weitere ungenutzte Flächen auf dem Friedhofsgelände in Verbindung mit reduzierten Mäh-Intervallen zu Wildblumenwiesen umgenutzt werden?

(se)

Gärten sind in Städten die wichtigste Nahrungsquelle

In einer aktuellen britischen Studie im „Journal of Ecology“ belegt der Wissenschaftler Nicholas Tew und sein Team der University of Bristol, dass private Gärten im urbanen Raum die wichtigste Futterquelle für Insekten darstellen. In der Studie vergleicht er dabei unter anderem Schrebergärten und landwirtschaftliche Nutzflächen mit Naturschutzgebiete und eben auch dem heimischen (Zier-)Garten. Dabei betont er ausdrücklich die überlebenswichtige Funktion von Privatgärten als Oase für Bestäuber. Leider stellen immer noch zahlreiche Gärten in NRW genau das Gegenteil dar.

Die britische Studie belegt dabei, dass die Privatgärten in den untersuchten urbanen Räumen durchschnittlich 85 Prozent des verfügbaren Nektars liefern würden. Heruntergerechnet liefern drei Gärten pro Tag etwa einen Teelöffel Nektar. Was sich auf den ersten Blick sehr wenig anhört, entspricht aber laut den Biologen umgerechnet einer Tonne pro erwachsenem Menschen. Dieses Nahrungsangebot reiche für mehrere tausend Bienen, Hummeln und andere Bestäuber. Die Berechnung der Wissenschaftler basiert dabei auf der Nektarmenge, welche im Rahmen der Studie aus 3000 Blüten von 200 Arten gewonnen wurde. Die Bedeutung von privaten Gärten für die Artenvielfalt und den Erhalt der Insekten ist in Städten schon aus dem Grund so hoch, dass etwa ein Drittel der untersuchten städtischen Grünflächen darauf entfallen, was einem deutlich höheren Anteil als dem der Schrebergärten oder gar städtischen Parks entspricht.

Das britische Forschungsteam mahnen dabei sowohl bei Stadtplaner:innen, als auch bei Gartenbesitzer:innen an, sich dieser Bedeutung bewusst zu werden, was sich als Konsequenz sowohl in einem vollständigen Verzicht auf Pestizide, als auch in einer vielfältigen Bepflanzung von Frühjahr bis zum Herbst ausdrücken muss. Denn nur dadurch sei gewährleistet, dass die Insekten ausreichend Nahrung finden und dass so private Gärten nicht nur eine Oase, sondern sogar eine Arche in einer betonierten und versiegelten Umgebung werden können.

Politik gegen Schottergärten

Für die Partei Mensch Umwelt Tierschutz (Tierschutzpartei) in Dortmund stellt dabei vor allem die Aufklärung der Bürger:innen über die Abkehr der vor allem in Neubaugebiete beliebten Schottergärten einen besonders wichtigen Aspekt dar: „Naturnahe Gärten bilden in der Stadt wichtige Refugien für eine Vielzahl von Wildtieren. Dies sind neben Singvögeln auch Insekten wie Schmetterlinge, Bienen und Hummeln“ so Sebastian Everding, sachkundiger Bürger für die Tierschutzpartei in der Fraktion Die Linke+, der sich in seiner Freizeit stark für den Schutz von Wildbienen einsetzt. „Schotter und Steine können dabei weder Unterschlupf noch Nahrungsgrundlage oder eine Kinderstube für den Nachwuchs bieten, einzig Kellerasseln und Spinnen fühlen sich dort noch wohl“ und appelliert an Hausbesitzer:innen, freiwillig etwas in ihren Gärten zu ändern, denn sonst würde man ein Grundstück besitzen, welches ökologisch so tot ist, wie ein Stück Autobahn.

Gerade Bienen spielen eine entscheidende Rolle in unseren Ökosystemen, denn 80 % der heimischen Kultur- und Wildpflanzen sind abhängig von Bestäubung durch Bienen. Michael Badura, Ratsmitglied der Tierschutzpartei in Dortmund, weist zudem auf die besondere Gefährdungssituation von Wildbienen hin: „Während Honigbienen eine recht große Lobby haben, stehen rund 300 von 560 heimischen Wildbienenarten auf der Roten Liste. Wildbienen sind meist alleinlebend und haben sehr spezifische Ansprüche an ihren Lebensraum; also an Nistplatz und Nahrungspflanzen“.

Deutsches Tierschutzbüro: Ermittlungen gegen Schweinebetrieb laufen

Im Mai wurden sehr schlimme Fotos vom Deutschen Tierschutzbüro in einer Schweinehaltung in NRW aufgenommen. Darauf sind Sauen zu sehen, die in engen Kastenständen von ihren Kindern isoliert sind und an großen Verletzungen an unterschiedlichen Körperstellen sowie eitrigen Entzündungen leiden. Continue reading “Deutsches Tierschutzbüro: Ermittlungen gegen Schweinebetrieb laufen”

Tierversuche in NRW – Von „Überschusstieren” und Umweltbilanzen

Dass Tierversuche und das dabei entstehende Leid, Sterben und Morden alltägliche Geschehen sind, ist wahrscheinlich den wenigsten Menschen im Bewusstsein. Zwar haben sicherlich die meisten schon von Tierversuchen für diverse Produkte gehört – etwa Hygiene- oder Make-up-Artikel – sind sich aber der riesigen Dimension dessen nicht im Klaren. Deswegen sollen hier kurz einige Kernaspekte und Zahlen der Welt der Tierversuche in Nordrhein-Westfalen aufgeführt werden, um die Größenordnung und die Absurdität dessen transparent zu machen. 

Zunächst sei im Falle von NRW hervorzuheben, dass es hier im Gegensatz zum bundesweiten Verlauf einen Aufwärtstrend gibt; die Zahl der Tierversuche steigt also wieder (bis 2020 gab es einen Rückgang, der nun umgekehrt wurde). In den Jahren 2014 bis 2021 gab es jeweils circa 420.000 Versuchstiere, wobei darin eine oft vergessene Gruppe nicht erfasst wird: die sogenannten „Überschusstiere”. Diese werden auch für Laborzwecke gezüchtet, letztendlich aber nicht für Forschungszwecke verwendet. Dennoch werden diese, wie auch die tatsächlich benutzten Lebewesen, schließlich ermordet. Allein im Jahr 2021 waren es in NRW 437.861. Einordnend dafür noch ein paar Zahlen des Bundes: Deutschlandweit wurden im 2021 insgesamt circa zweieinhalb Millionen Tiere für wissenschaftliche Zwecke verwendet, davon wurden ungefähr 700.000 getötet. Allerdings ist die Zahl der Überschusstiere hier auf gleicher Höhe, also nochmals zweieinhalb Millionen Tiere, die auch im Sinne der Wissenschaft gezüchtet wurden, welche aber dann keine Verwendung innerhalb der Wissenschaft aufwiesen. Auch all jene wurden getötet. Der prozentuale Anteil der in 2021 in NRW „verwendeten“ Tiere (ohne Überschusstiere) im Bundesvergleich liegt sodann bei rund 16 %. 

Natürlich sind in dieser exorbitanten Menge an Tieren unterschiedliche Arten verschieden stark vertreten. Zuletzt gab es einen Rückgang an verwendeten Kaninchen, Vögeln und Nutztieren. Jedoch stieg die Zahl der Mäuse an. Zudem ist eine bemerkenswert hohe Anzahl an Primaten zu verzeichnen, da NRW ein Standort für viele Forschungseinrichtungen und attraktiv in der industriellen Branche ist. Auch Hunde und Katzen, eigentlich hierzulande typische, liebgewonnene Haustiere, werden zu Hunderten benutzt. 

Die hauptsächlichen Zwecke liegen in der Grundlagenforschung (mehr als die Hälfte aller Nutzungsweisen) und für Organentnahmen. Andere Gebiete wie Toxikologie, Weiterbildungen, Arterhaltungen oder Umweltschutz nehmen hingegen ab. 

Hier könnten noch etliche weitere Daten und Prozesse aufgezeigt werden. Doch abschließend soll der Fokus darauf gelenkt werden, weshalb diese riesige Maschinerie so untragbar ist: 

Es gibt schon jetzt einige fortschrittliche und effektive Ansätze als alternative Forschungsmethoden, etwa Computersimulationen oder In-vitro-Methoden (Reagenzgläser-Methoden). Allerdings findet man im Bereich der Finanzierung eine enorme Disbalance. Die Forschung mitsamt Tierversuchen wird in Milliardenhöhe gestützt, wohingegen Forschung, die sich bewusst Methoden ohne Tiere bedient, bloß einige Millionen erhält. 

Nun ist nicht nur das Ausmaß der Tierversuche hinsichtlich des unsäglichen Leids unvorstellbar, auch die Effizienz dessen ist infrage zu stellen. In der Wissenschaft gibt es definitiv keinen Konsens darüber, ob Tierversuche tatsächlich die Produktivität der Forschung ankurbeln oder ob nicht andere Optionen deutlich besser geeignet wären. Die Analogie von absichtlich krankgemachten Tieren auf Menschen misslingt scheinbar – es ist womöglich selbst in Anbetracht des Forschens unklug, diesen Weg zu wählen.  

Neben den offensichtlichen und furchtbaren Problemen liegt ein zusätzliches Thema damit verglichen im Schatten: die Umweltbilanz. Aufgrund der verschiedenen medikamentösen Einflüsse müssen Versuchstiere gesondert behandelt werden, können etwa nicht für weitere Zwecke nach dem Tod verwendet werden. Kreise und kreisfreie Städte müssen zur Beseitigung der Tierleichen meist Privatunternehmen beschäftigen, da sie selbst über keine Tierkörperbeseitigungsanlagen verfügen. Mit diesem besonderen logistischen Aufwand, gerade mit Blick auf die bestimmten hygienischen Anforderungen im Transport- sowie Entsorgungsprozess, geht auch eine erhebliche Umweltbelastung einher, die sicherlich vermeidbar wäre.  

So stehen wir, wie auch viele weitere Initiativen und Akteure, gegen ein Fortbestehen von Tierversuchen, aus Achtung vor den Tieren, aber auch aus Gründen effektiven Forschens selbst!

(tk)

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Update (21.08.): Es gibt spezielle Tierschutzorganisation wie etwa MySecondLife oder die Laborbeaglehilfe e.V., die sich auf die Vermittlung von Versuch- und Überschuss-Tieren spezialisiert haben.

Ist ein Nachtfahrverbot für Mähroboter möglich?

Der Mähroboter: Für die einen das ideale automatische Werkzeug, welches in eigener Abwesenheit anstrengende Gartenarbeit verrichtet, für die anderen eine gefährliche, sogar tödliche Gefahr: kleinere Gartenbewohner, vor allem Igel, sind dadurch besonders bedroht. 

In den letzten Jahren ist im Zuge des aufkommenden Trends an Mährobotern gleichermaßen zu einem Anstieg an Unfällen in etlichen Gärten gekommen. Continue reading “Ist ein Nachtfahrverbot für Mähroboter möglich?”