Gärten sind in Städten die wichtigste Nahrungsquelle

In einer aktuellen britischen Studie im „Journal of Ecology“ belegt der Wissenschaftler Nicholas Tew und sein Team der University of Bristol, dass private Gärten im urbanen Raum die wichtigste Futterquelle für Insekten darstellen. In der Studie vergleicht er dabei unter anderem Schrebergärten und landwirtschaftliche Nutzflächen mit Naturschutzgebiete und eben auch dem heimischen (Zier-)Garten. Dabei betont er ausdrücklich die überlebenswichtige Funktion von Privatgärten als Oase für Bestäuber. Leider stellen immer noch zahlreiche Gärten in NRW genau das Gegenteil dar.

Die britische Studie belegt dabei, dass die Privatgärten in den untersuchten urbanen Räumen durchschnittlich 85 Prozent des verfügbaren Nektars liefern würden. Heruntergerechnet liefern drei Gärten pro Tag etwa einen Teelöffel Nektar. Was sich auf den ersten Blick sehr wenig anhört, entspricht aber laut den Biologen umgerechnet einer Tonne pro erwachsenem Menschen. Dieses Nahrungsangebot reiche für mehrere tausend Bienen, Hummeln und andere Bestäuber. Die Berechnung der Wissenschaftler basiert dabei auf der Nektarmenge, welche im Rahmen der Studie aus 3000 Blüten von 200 Arten gewonnen wurde. Die Bedeutung von privaten Gärten für die Artenvielfalt und den Erhalt der Insekten ist in Städten schon aus dem Grund so hoch, dass etwa ein Drittel der untersuchten städtischen Grünflächen darauf entfallen, was einem deutlich höheren Anteil als dem der Schrebergärten oder gar städtischen Parks entspricht.

Das britische Forschungsteam mahnen dabei sowohl bei Stadtplaner:innen, als auch bei Gartenbesitzer:innen an, sich dieser Bedeutung bewusst zu werden, was sich als Konsequenz sowohl in einem vollständigen Verzicht auf Pestizide, als auch in einer vielfältigen Bepflanzung von Frühjahr bis zum Herbst ausdrücken muss. Denn nur dadurch sei gewährleistet, dass die Insekten ausreichend Nahrung finden und dass so private Gärten nicht nur eine Oase, sondern sogar eine Arche in einer betonierten und versiegelten Umgebung werden können.

Politik gegen Schottergärten

Für die Partei Mensch Umwelt Tierschutz (Tierschutzpartei) in Dortmund stellt dabei vor allem die Aufklärung der Bürger:innen über die Abkehr der vor allem in Neubaugebiete beliebten Schottergärten einen besonders wichtigen Aspekt dar: „Naturnahe Gärten bilden in der Stadt wichtige Refugien für eine Vielzahl von Wildtieren. Dies sind neben Singvögeln auch Insekten wie Schmetterlinge, Bienen und Hummeln“ so Sebastian Everding, sachkundiger Bürger für die Tierschutzpartei in der Fraktion Die Linke+, der sich in seiner Freizeit stark für den Schutz von Wildbienen einsetzt. „Schotter und Steine können dabei weder Unterschlupf noch Nahrungsgrundlage oder eine Kinderstube für den Nachwuchs bieten, einzig Kellerasseln und Spinnen fühlen sich dort noch wohl“ und appelliert an Hausbesitzer:innen, freiwillig etwas in ihren Gärten zu ändern, denn sonst würde man ein Grundstück besitzen, welches ökologisch so tot ist, wie ein Stück Autobahn.

Gerade Bienen spielen eine entscheidende Rolle in unseren Ökosystemen, denn 80 % der heimischen Kultur- und Wildpflanzen sind abhängig von Bestäubung durch Bienen. Michael Badura, Ratsmitglied der Tierschutzpartei in Dortmund, weist zudem auf die besondere Gefährdungssituation von Wildbienen hin: „Während Honigbienen eine recht große Lobby haben, stehen rund 300 von 560 heimischen Wildbienenarten auf der Roten Liste. Wildbienen sind meist alleinlebend und haben sehr spezifische Ansprüche an ihren Lebensraum; also an Nistplatz und Nahrungspflanzen“.

Was ist eigentlich Nachhaltigkeit?

Hitzerekorde, Starkregen-Ereignisse, Brände in den Regenwäldern und rund ums Mittelmeer, schmelzende Gletscher und Aktivist:innen der letzten Generation kleben auf deutschen Straßen – vielen Menschen wird dabei bewusst, dass es ein „Weiter so!“ in Bezug auf den persönlichen Konsum nicht mehr geben kann und darf, um so in der Konsequenz, den Lebensraum auf der Erde auch für zukünftige Generationen erhalten zu können. Der Begriff der Nachhaltigkeit erscheint dabei allgegenwärtig, doch woher stammt er? Wir beleuchten dabei die Entstehung und Weiterentwicklung der Begrifflichkeit seit dem 18. Jahrhundert und beschäftigen uns mit der Tatsache, dass Verbraucher:innen mit dem Begriff oftmals komplett unterschiedliche Dinge verbinden. Zudem zeigen wir am Ende noch, welche Vorteile Unternehmen durch den Fokus auf Nachhaltigkeit in der Produktion, Logistik und Vertrieb haben.

Als historischer Vorläufer eines Leitbildes der Nachhaltigkeit wird allgemein das Waldbewirtschaftungsprinzip von Hans Carl von Carlowitz aus dem Jahr 1713 angesehen. Holz war in dieser Zeit der primäre Baustoff, sei es für den Haus- oder Schiffsbau, aber auch in der täglichen Nutzung als Brennmaterial zum Kochen und Heizen. Carl von Carlowitz fordert in seiner Funktion als Oberberghauptmann und Leiter des sächsischen Oberbergamtes in Freiberg eine beständige und nachhaltende Nutzung des Waldes. Dabei ist es für ihn selbstverständlich, dass abgeholzte Bäume nachgepflanzt werden müssen, um so die wirtschaftliche Basis nicht zu erschöpfen.

In den folgenden Jahrzehnten kam die eher gemäßigte Forstwirtschaft jedoch zu einem abrupten Ende. Ein Hauptgrund dafür stellt die Bodenreinertragslehre dar, welche vom deutschen Ingenieur und Forstwissenschaftler Maximilian Robert Preßler ab 1858 begründet wurde und einen maximalen monetären Ertrag und nicht mehr die Produktivität der Natur in den Fokus setzt. Der Einfluss dieses Modells ist auch heute noch in den ausgedehnten Beständen an Fichten- und Kiefer-Monokulturen in deutschen Wäldern erkennbar.

Erst in den 1970er Jahren markierte die Studie „Grenzen des Wachstums“ des Club of Rome den Wiederbeginn der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit den Disziplinen der Nachhaltigkeit und Ökologie. Der Begriff der Nachhaltigkeit erfährt hier eine deutliche Erweiterung zur ersten Definition durch v. Carlowitz, denn die Autoren der Studie plädieren hier für erstmals für einen dauerhaften und weltweiten Gleichgewichtszustand, der nicht durch nationale, sondern nur durch Bemühungen im globalen Maßstab zu erreichen ist.

Durch die UN-Weltkommission für Umwelt und Entwicklung wird schließlich ein als Brundtland-Bericht bekannter Bericht beauftragt und im Jahr 1987 veröffentlicht. Vor dem Hintergrund wachsender weltweiter ökologischer, ökonomischer und soziale Problemstellungen sollen darin Handlungsempfehlungen ausgesprochen werden. Aus diesem Bericht stammt auch die bislang am weitesten anerkannteste Definition von Nachhaltigkeit: „Nachhaltige Entwicklung ist eine Entwicklung, die gewährleistet, dass künftige Generationen nicht schlechter gestellt sind, ihre Bedürfnisse zu befriedigen als gegenwärtig lebende“.

Vor dem Hintergrund eines zunehmenden Treibhauseffektes, steigender Weltbevölkerung und zunehmenden Naturkatastrophen folgen in den nächsten Jahren zahlreiche bedeutende Veranstaltungen, wie etwa die weltweite Umweltkonferenz von Rio de Janeiro im Jahr 1992, bei der das Leitbild der Nachhaltigkeit erstmals Einzug in die Politik fand. Ebenfalls aus diesem Jahr stammt das entwicklungs- und umweltpolitische Aktionsprogramm Agenda 21. Aus diesem wurde in Deutschland im Jahr 2002 die Lokale Agenda 21 entwickelt, welche mit regionalen Maßnahmen Anwendung in vielen tausenden Kommunen bundesweit fand.

Im Rahmen der UN-Konferenz über nachhaltige Entwicklung in Rio de Janeiro (Rio+20) im Jahr 2012 wurden schließlich die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (englisch Sustainable Development Goals, kurz SDG) samt 169 Unterzielen festgesetzt. Dies sind politische Zielsetzungen, die weltweit der Sicherung einer nachhaltigen Entwicklung auf ökonomischer, sozialer sowie ökologischer Ebene dienen sollen. Der offizielle deutsche Titel lautet: „Transformation unserer Welt: Die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“ (kurz: Agenda 2030).

Verwirrung bei den Konsument:innen

Gemäß einer YouGov-Umfrage aus dem Frühjahr 2021 geben 60 % der Deutschen an, dass der Gedanke der Nachhaltigkeit Ihre Ess- und Einkaufsgewohnheiten beeinflussen würde. Anders gesagt, bietet sich mit fast Zweidrittel der Konsumentinnen und Konsumenten eine extrem breite, aber nicht unbedingt homogene Zielgruppe an.

Die Herausforderung für die Herstellerfirmen: Wofür genau Nachhaltigkeit bei Produkten steht, wird (noch) nicht allgemeingültig definiert. Dies führt u.a. dazu, dass im Rahmen einer Umfrage des Musiol Oldigs Markendienstes, ein Viertel der Befragten sagen, dass sie unter dem Begriff Nachhaltigkeit einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen verstehen. 27 % verbinden damit ein verantwortungsvolles, zukunftsorientiertes Verhalten und ein weiteres Viertel damit grundsätzlich den allgemeinen Umweltschutz, während dem letzten Viertel der Umfrageteilnehmenden dazu gar keine Einordnung eingefallen ist.

Auf der anderen Seite glauben 20 % der Befragten der Statista Global Consumer Survey 2021, dass „Nachhaltig“ nur einen Begriff darstellt, den Unternehmen nutzen, um ihre Produkte teurer verkaufen zu können. Zudem ist das sogenannte Greenwashing gerade bei national und international tätigen Unternehmen kein Einzelfall, sondern wird regelmäßig durch Verbraucher- und Umweltschutzverbände aufgedeckt.

Die Ansprüche wandeln sich

Die Einstellung der Verbraucherinnen und Verbraucher zu Nachhaltigkeitsaspekten wie dem Umweltschutz unterliegt laut den Autoren Meffert et al. in einem 2015 veröffentlichen Buch Schwankungen: Denn wenn die Wirtschaft positive Zahlen zu verkünden weiß, gewinnt die Bedeutung des Umweltschutzes in der Wahrnehmung der Bevölkerung hinzu und umgekehrt. Gerade in Deutschland kann ein Unternehmen mit Umweltfreundlichkeit als Alleinstellungsmerkmal deutlich punkten. Festzuhalten ist jedoch, dass es beim Kaufverhalten bei einer grundsätzlichen Zunahme des umweltbewussten Konsums, deutliche Unterschiede zwischen den Warengruppen gibt. So wuchs gerade im Lebensmitteleinzelhandel der Anteil von genussorientierten Lebensmitteln wie Wurst, Fleisch und Süßwaren deutlich geringer als bei Warengruppen wie Müsli, Brotaufstriche und Obst/Gemüse.

Die drei Säulen der Nachhaltigkeit

„Nachhaltigkeit ist ein Begriff, der inzwischen viele Interpretationen hat“ zu dieser Zusammenfassung kamen in diesem Jahr die Autoren Elsa Pieper und Gregor Weber. Dabei zogen sie den pragmatischen Vergleich zu einem Hocker: Um bequem und stabil sitzen zu können, müssen die Beine gleich lang sein. Eben diese drei Beine entsprechen in diesem bildlichen Vergleich den 3P der Nachhaltigkeit, wobei jedes P für den Anfangsbuchstaben der Wörter People, Planet und Profit steht. Also die Ökologie, Ökonomie sowie die Gesellschaft bzw. das Soziale, die gemeinsam die drei Säulen der Nachhaltigkeit in einem Unternehmen bilden.

Hierbei kommt der Unternehmenskultur laut Pieper und Weber eine zentrale Bedeutung für den Erfolg von Unternehmen zuteil. Dabei ist es auch von zentraler Wichtigkeit, dass neben den Kunden und Anteilseignern im Sinne der Nachhaltigkeit auch weitere Personenkreise im Blick behalten werden, was nach Aussage der Autoren unbedingt auch die Familien der Mitarbeiter, die Menschen in den weltweiten Lieferketten sowie zukünftige Generationen, die Umwelt und auch das Klima beinhalten sollte.

Vorteile für Unternehmen

Die thailändischen Forscher Soonsiripanichkul und Ngamcharoenmongko haben im Jahr 2019 eine Verbindung zwischen den Sustainable Development Goals (SDGs) und dem Wert eines Einzelhandesgeschäftes untersucht. Dabei vertreten Sie die These, dass je mehr positive Bilder in Zusammenhang mit den Zielen für nachhaltige Entwicklung im Marketing verwendet werden, desto wahrscheinlicher ist es, dass die mit dem jeweiligen Geschäft verbundenen positiven Assoziationen gestärkt werden.

Eine im Jahr 2020 im Journal of Product and Brand Management veröffentlichte empirische Studie aus Spanien bestärkt in Ihrer Analyse die Annahme, dass Innovation und Nachhaltigkeit die Schlüsselvariablen für das Image eines Handelsunternehmens darstellen. Laut den Ergebnissen der spanischen Forschenden wird die Nachhaltigkeit eng mit der Qualität der Produkte und des Unternehmens selbst in Verbindung gesetzt und ein dadurch entstehendes positives Image hat hohen Einfluss auf die Kundentreue in großen Einzelhandelsunternehmen.

Das gleiche Team von Forschenden geht in einer in diesem Jahr erschienenen Veröffentlichung noch einen Schritt weiter und sieht in dem dynamischen und turbulenten Umfeld, in dem Einzelhandelsunternehmen agieren, neben den reinen Wettbewerbsvorteilen mit nachhaltigen Produkten und Dienstleistungen, eine Chance auf Fortschritt und sogar das Überleben der Firmen. Daraus wird die klare Notwendigkeit abgeleitet, sich mehr auf nachhaltige Geschäftsmodelle zu konzentrieren.

(se)

Batterien im Haushalt durch Akkus ersetzen!

In Heim, Garten und Büro gibt es zahlreiche Geräte, die ihre Energie aus Batterien beziehen. Während man einige noch mit einem Netzteil betreiben kann, sind bei anderen die kleinen runden Energiespeicher oftmals die einzige Möglichkeit eine Funktion zu erzeugen. Sinnvoll ist der Einsatz von wiederaufladbaren Batterien, sogenannten Akkus (Kurzform von Akkumulatoren) vor allem bei Elektrogeräten, die einen hohen Batterieverbrauch haben. Das wären zum Beispiel Taschenlampen, Radios oder Spielzeuge mit Elektroantrieb. Bei Verbrauchern wie etwa Uhren, die jahrelang mit einem Batteriesatz auskommen, ist der Tausch nicht unbedingt nötig.

Batterien sind eine teure Energiequelle

Heutzutage kommen meist Alkali-Mangan-Batterien zum Einsatz, diese haben die früher verwendeten Zink-Kohle-Batterien dank deutlich höherer Kapazität und längerer Lagermöglichkeit bereits vor Jahren vom Markt verdrängt. Würde man die Energieausbeute einer Batterie in Verbindung zum heimischen Stromanschluss setzen, so bräuchte man für 1 kWh bis zu 310 Batterien, was selbst mit Batterien aus dem Discounter einem Preis von fast 100 € pro Kilowattstunde entsprechen würde. Akkus von Markenherstellern können mit der gleichen Kapazität bis zu 1.000-mal aufgeladen werden, ersetzen so also bis zu 1.000 herkömmliche Batterien.

Der Umweltaspekt

Neben dem Kostenfaktor darf man den Nachhaltigkeitsaspekt in Bezug auf die Umwelt nicht vergessen, denn Batterien sind Sondermüll und dürfen auf keinen Fall in der Restmüll-Tonne entsorgt werden. Durch den Einsatz von Akkus spart man unzählige Wegwerf-Batterien ein, somit wird dieser Sondermüll erheblich reduziert. Außerdem werden Rohstoffe eingespart, die sonst unwiederbringlich verloren gehen würden.

Unterschiedliche Typen

Wichtig ist zunächst einmal festzuhalten, dass es für alle Standard-Batterietypen ein passendes wiederaufladbares Gegenstück im nächsten Supermarkt oder der Drogeriekette gibt. Preisunterschiede resultieren vor allem aus der Kapazität und Lebensdauer. Wiederaufladbare Batterien haben mit 1,2 Volt meist eine geringere Nennspannung als die von Standard-Batterietypen bekannten 1,5 Volt, was aber in der Praxis meist keinen Unterschied macht, da die batteriebetriebenen Geräte in der Regel auch mit geringerer Spannung arbeiten können.

Für den Fall, dass Sie nun gerne einige Batterien gegen Akkus tauschen möchten, diese aber noch nicht vollständig entleert sind, können die Batterien mit geringer Restladung auch noch bedenkenlos in Geräten einsetzen, die nur einen geringen Energiebedarf haben wie z. B. Fernbedienungen.

Hilfe an unseren Ständen im September gesucht!

Wir benötigen für unsern CSD-Stand in Dortmund am 2.9. sowie auf der Green World Tour in Köln am 16./17.09. dringend noch Unterstützung, um mit den Besucher:innen ins Gespräch zu kommen. Wie schon in Mönchengladbach wird auch wieder unser beliebtes Glücksrad zum Einsatz kommen. Hättest DU Interesse, Teil unseres bunten Teams zu sein? Dann melde Dich gerne per Direktnachricht in unseren Social-Media-Kanälen oder per Mail an nrw@tierschutzpartei.de – Gerne organisieren wir auch Mitfahrgelegenheiten oder Übernachtungsmöglichkeiten.

CSD-Dortmund am Samstag, dem 02. September

  • Der Aufbau erfolgt in der Zeit von 09:00 – 12:00 Uhr auf dem Friedensplatz
  • Start Demozug um 11:30 Uhr vom Nordausgang des Hbf aus zum Friedensplatz
  • Beginn Straßenfest um 12 Uhr mit unserem Stand
  • Weitere Infos: https://www.csd-dortmund.de/

Green World Tour am 16. und 17. September

Tierversuche in NRW – Von „Überschusstieren” und Umweltbilanzen

Dass Tierversuche und das dabei entstehende Leid, Sterben und Morden alltägliche Geschehen sind, ist wahrscheinlich den wenigsten Menschen im Bewusstsein. Zwar haben sicherlich die meisten schon von Tierversuchen für diverse Produkte gehört – etwa Hygiene- oder Make-up-Artikel – sind sich aber der riesigen Dimension dessen nicht im Klaren. Deswegen sollen hier kurz einige Kernaspekte und Zahlen der Welt der Tierversuche in Nordrhein-Westfalen aufgeführt werden, um die Größenordnung und die Absurdität dessen transparent zu machen. 

Zunächst sei im Falle von NRW hervorzuheben, dass es hier im Gegensatz zum bundesweiten Verlauf einen Aufwärtstrend gibt; die Zahl der Tierversuche steigt also wieder (bis 2020 gab es einen Rückgang, der nun umgekehrt wurde). In den Jahren 2014 bis 2021 gab es jeweils circa 420.000 Versuchstiere, wobei darin eine oft vergessene Gruppe nicht erfasst wird: die sogenannten „Überschusstiere”. Diese werden auch für Laborzwecke gezüchtet, letztendlich aber nicht für Forschungszwecke verwendet. Dennoch werden diese, wie auch die tatsächlich benutzten Lebewesen, schließlich ermordet. Allein im Jahr 2021 waren es in NRW 437.861. Einordnend dafür noch ein paar Zahlen des Bundes: Deutschlandweit wurden im 2021 insgesamt circa zweieinhalb Millionen Tiere für wissenschaftliche Zwecke verwendet, davon wurden ungefähr 700.000 getötet. Allerdings ist die Zahl der Überschusstiere hier auf gleicher Höhe, also nochmals zweieinhalb Millionen Tiere, die auch im Sinne der Wissenschaft gezüchtet wurden, welche aber dann keine Verwendung innerhalb der Wissenschaft aufwiesen. Auch all jene wurden getötet. Der prozentuale Anteil der in 2021 in NRW „verwendeten“ Tiere (ohne Überschusstiere) im Bundesvergleich liegt sodann bei rund 16 %. 

Natürlich sind in dieser exorbitanten Menge an Tieren unterschiedliche Arten verschieden stark vertreten. Zuletzt gab es einen Rückgang an verwendeten Kaninchen, Vögeln und Nutztieren. Jedoch stieg die Zahl der Mäuse an. Zudem ist eine bemerkenswert hohe Anzahl an Primaten zu verzeichnen, da NRW ein Standort für viele Forschungseinrichtungen und attraktiv in der industriellen Branche ist. Auch Hunde und Katzen, eigentlich hierzulande typische, liebgewonnene Haustiere, werden zu Hunderten benutzt. 

Die hauptsächlichen Zwecke liegen in der Grundlagenforschung (mehr als die Hälfte aller Nutzungsweisen) und für Organentnahmen. Andere Gebiete wie Toxikologie, Weiterbildungen, Arterhaltungen oder Umweltschutz nehmen hingegen ab. 

Hier könnten noch etliche weitere Daten und Prozesse aufgezeigt werden. Doch abschließend soll der Fokus darauf gelenkt werden, weshalb diese riesige Maschinerie so untragbar ist: 

Es gibt schon jetzt einige fortschrittliche und effektive Ansätze als alternative Forschungsmethoden, etwa Computersimulationen oder In-vitro-Methoden (Reagenzgläser-Methoden). Allerdings findet man im Bereich der Finanzierung eine enorme Disbalance. Die Forschung mitsamt Tierversuchen wird in Milliardenhöhe gestützt, wohingegen Forschung, die sich bewusst Methoden ohne Tiere bedient, bloß einige Millionen erhält. 

Nun ist nicht nur das Ausmaß der Tierversuche hinsichtlich des unsäglichen Leids unvorstellbar, auch die Effizienz dessen ist infrage zu stellen. In der Wissenschaft gibt es definitiv keinen Konsens darüber, ob Tierversuche tatsächlich die Produktivität der Forschung ankurbeln oder ob nicht andere Optionen deutlich besser geeignet wären. Die Analogie von absichtlich krankgemachten Tieren auf Menschen misslingt scheinbar – es ist womöglich selbst in Anbetracht des Forschens unklug, diesen Weg zu wählen.  

Neben den offensichtlichen und furchtbaren Problemen liegt ein zusätzliches Thema damit verglichen im Schatten: die Umweltbilanz. Aufgrund der verschiedenen medikamentösen Einflüsse müssen Versuchstiere gesondert behandelt werden, können etwa nicht für weitere Zwecke nach dem Tod verwendet werden. Kreise und kreisfreie Städte müssen zur Beseitigung der Tierleichen meist Privatunternehmen beschäftigen, da sie selbst über keine Tierkörperbeseitigungsanlagen verfügen. Mit diesem besonderen logistischen Aufwand, gerade mit Blick auf die bestimmten hygienischen Anforderungen im Transport- sowie Entsorgungsprozess, geht auch eine erhebliche Umweltbelastung einher, die sicherlich vermeidbar wäre.  

So stehen wir, wie auch viele weitere Initiativen und Akteure, gegen ein Fortbestehen von Tierversuchen, aus Achtung vor den Tieren, aber auch aus Gründen effektiven Forschens selbst!

(tk)

+++++
Update (21.08.): Es gibt spezielle Tierschutzorganisation wie etwa MySecondLife oder die Laborbeaglehilfe e.V., die sich auf die Vermittlung von Versuch- und Überschuss-Tieren spezialisiert haben.

Tierschutzpartei in NRW – Jetzt Mitglied werden!

Jetzt Mitglied werden! Tritt ein für Mensch Umwelt Tierschutz

Dich interessiert unsere politische Arbeit? Du möchtest mehr tun als liken und kommentieren? Du möchtest nicht nur alle paar Jahre in der Wahlkabine, sondern durchgängig ein Zeichen für Mensch Umwelt Tierschutz setzen?

Dann werde Mitglied unserer Partei! Mit Deiner Mitgliedschaft kannst Du

  • an parteiinternen Treffen (online und offline) teilnehmen
  • an der parteiinternen Willensbildung teilhaben, etwa informell in Whatsapp-Gruppen und/oder Arbeitskreisen oder formell auf Parteitagen und bei Abstimmungen
  • Mensch Umwelt Tierschutz durch Deinen Mitgliedsbeitrag und die Mitgliedschaft an sich fördern
  • für parteiinterne Ämter kandidieren und Dich auf regionaler, Landes- oder Bundesebene engagieren
  • Dich als Kandidat:in für Wahlen auf Kommunal-, Landes- und Bundesebene aufstellen lassen oder aufgestellte Kandidat:innen unterstützen
  • bei der Vorbereitung von Wahlen mitwirken (Erstellung des Wahlprogramms, Unterstützungsunterschriften sammeln, Plakate aufhängen)
  • die Partei an Ständen, bei Mahnwachen oder Demos repräsentieren und bekannt machen
  • neue Mitglieder werben
  • und vieles mehr!

Wir freuen uns über jedes Neumitglied, das unsere Ziele unterstützt. Ob Du aktiv werden willst, entscheidest Du selbst. Viele Mitglieder unterstützen uns nur passiv. Auch das ist wichtig, weil viele Mitglieder einer Partei mehr Gewicht verleihen. Wenn Du aktiv werden willst, freuen wir uns natürlich auch! Es gibt viele Aufgaben und Möglichkeiten, wie Du Dich Deinen Interessen und Neigungen entsprechend einbringen kannst! Es gibt bei uns viele offene Ohren für Neumitglieder!

Bei Fragen wende Dich gerne an unseren Mitgliederbeauftragten Peter Haversath

Einladung zum Gegenprotest in Wuppertal

Unter dem Motto „NRW erwacht“, frei nach der NSDAP-Parole „Deutschland, erwache!“, wollen Rechte und Rechtsextremist:innen verschiedenster Gruppierungen am Samstag, dem 19.08. ihren Hass und Hetze in Wuppertal verbreiten.
Wir schließen uns als Regionalgruppe Bergisches Städtedreieck und Landesverband NRW dem Gegenprotest an und stellen uns deutlich gegen jede Form von Rassismus, Faschismus, Antisemitismus, Diskriminierung und Ausgrenzung!
Treffpunkt für den Gegenprotest ist 13:30 Uhr am Werth, Höhe Geschwister-Scholl-Platz in Wuppertal. Wer sich uns anschließen möchte, kann sich gern unter nrw@tierschutzpartei.de melden.

Anfrage nach dem IFG – Aquathermie/TEA

Durch den Landesvorstand der Partei Mensch Umwelt Tierschutz (Tierschutzpartei) in NRW wurde am 11. August 2023 per Mail folgende Anfrage nach dem Informationsfreiheitsgesetz (IFG) an das Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf übermittelt:

 

Sehr geehrte Damen und Herren,
jüngst ging das Thema Aquathermie durch die Presse. Unter Aquathermie wird die Rückgewinnung und Nutzung der im Abwasser (aus Küche und Bad) enthaltenen Wärmeenergie verstanden; zur Abgrenzung von anderen Wärmegewinnungsmethoden aus Gewässern wird die gewonnene Energie auch TEA (Thermische Energie aus Abwasser) genannt. Lässt man die Wärmetauscherpumpen „rückwärts laufen“, kann die Technik auch zur Gebäudekühlung verwendet werden.

Die Technik kann in größerem Maßstab in öffentlichen Kanälen und in kleinerem Maßstab auch im Gebäude selbst eingesetzt werden. Schätzungen zufolge können mit der Technik 14 % des Gesamtverbrauchs an Gebäudeenergie eingespart werden.

Auf Ihrer Homepage finden sich dazu keine Informationen. Daher begehren wir folgende einfache Auskünfte:
1. a) Befasst sich das Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie mit Aquathermie?
b) Wenn ja: Welches Referat ist dafür zuständig?
c) Wenn nein: Ist eine Befassung beabsichtigt oder in Planung?
2. a) Entfaltet das Ministerium Aktivitäten, um die Aquathermie in Kanalsystemen oder in privaten oder öffentlichen Gebäuden zu fördern (etwa mit Zuschüssen oder verbilligten Krediten)?
b) Wenn ja: Welche Aktivitäten sind dies?
c) Wenn nein: Sind solche Bemühungen zukünftig beabsichtigt oder in Planung?

Sollten Teile dieser Anfrage davon wider Erwarten keine einfache Anfrage sein, bitten wir Sie darum, uns den Teil, der als einfache Anfrage einzustufen ist, zu beantworten und uns im Übrigen vorab den voraussichtlichen Verwaltungsaufwand (Gebühren) mitzuteilen.

Wir widersprechen ausdrücklich der Weitergabe unserer Daten an sonstige Dritte.
Sollten Sie den Landesverband NRW der Tierschutzpartei (wider Erwarten und entgegen der Auffassung anderer Behörden) nicht für anspruchsberechtigt nach dem IFG halten, wird gebeten, diesen Antrag als Antrag der Unterzeichner anzusehen.

Vielen Dank für Ihre Mühe und mit tierfreundlichen Grüßen

Angelika Remiszewski                                  Sebastian Everding
Landesvorsitzende                                        Landesvorsitzender

(ph)

Ist ein Nachtfahrverbot für Mähroboter möglich?

Der Mähroboter: Für die einen das ideale automatische Werkzeug, welches in eigener Abwesenheit anstrengende Gartenarbeit verrichtet, für die anderen eine gefährliche, sogar tödliche Gefahr: kleinere Gartenbewohner, vor allem Igel, sind dadurch besonders bedroht. 

In den letzten Jahren ist im Zuge des aufkommenden Trends an Mährobotern gleichermaßen zu einem Anstieg an Unfällen in etlichen Gärten gekommen. Continue reading “Ist ein Nachtfahrverbot für Mähroboter möglich?”

Stellenanzeige NRW – Organisations-Assistenz (m/w/d) gesucht

Die Partei Mensch Umwelt Tierschutz (Kurzname: Tierschutzpartei) stellt seit 2021 die größte außerparlamentarische Opposition Deutschlands dar. Mit bundesweit knapp 650.000 Stimmen und einem Ergebnis von 1,5 % sind wir als stärkste Partei aus der Bundestagswahl 2021 gegangen, die nicht im Bundestag oder einem Landtag vertreten ist. Nordrhein-Westfalen stellt mit rund 450 Mitgliedern den größten Landesverband dar. Aktuell besitzt unsere Partei Mandate in zwei NRW-Stadträten, zur Kommunalwahl im Jahr 2025 soll dieser Anteil deutlich steigen. Wir suchen aus diesem Grund Unterstützung durch eine:

Organisations-Assistenz (m/w/d) 
Beschäftigungsart:                          Geringfügig
Wochenstunden:                            maximal 10 Stunden
Arbeitszeiten:                                  nach individueller Vereinbarung
Tätigkeitsbeginn:                            01.01.2024
Einsatzort:                                        Remote (mit Ausnahme von Parteiveranstaltungen)

Deine Aufgabenbereiche:

– Unterstützung bei der Mitgliederverwaltung
– Versand von Newslettern und weiteren Mitglieder-Mailings
– Versand von Einladungen zu Sitzungen/Stammtischen/Parteitagen/sonstigen Veranstaltungen
– Einstellen von fertigen Artikel auf der Homepage
– Aufbau von regionalen und überregionalen Presseverteilern / Versand von Pressemitteilungen
– Einrichtung von E-Mail-Postfächern
– Beantragung von Plakatierungsgenehmigungen und Ständen im Wahlkampf
– Unterstützung bei der Aufstellung und Verwaltung von Wahllisten
– Terminplanung und Terminerinnerungen
– Plakat- und Inventarverwaltung
– Anwesenheitskontrollen bei Landesparteitagen
– Buchung bzw. Anmeldung von Messen, Räumlichkeiten und Ständen
– Unterstützung bei Social Media-Aktivitäten
– Mitglieder-Schreiben anlässlich von Geburtstagen oder Jubiläen
– Recherchetätigkeiten zu politischen Themen
– Unterstützung der Mandatsträger:innen und Sammlung von Anträgen u. Anfragen

Dieses Profil bringst du mit:

– Wohnhaft in NRW
– Idealerweise eine kaufmännische Ausbildung oder vergleichbare Qualifikation
– Alternativ die Bereitschaft, dich zeitnah einzuarbeiten
– Sicherer Umgang mit den MS-Office-Programmen sowie Videokonferenz-Tools
– Eigenverantwortlicher und zielorientierter Arbeitsstil
– Umfassende Deutschkenntnisse in Wort und Schrift
– Organisationstalent

Bei uns erhältst du:

– Ein anspruchsvolles Aufgabengebiet mit einem Schwerpunkt auf Kommunal- und Landespolitik
– Eine sinnstiftende Tätigkeit, die an der Verbesserung der politischen Verhältnisse für Menschen und Tiere mitwirkt
– Die Möglichkeit, eigene Ideen miteinzubringen
– Flache Hierarchien und kurze Kommunikationswege.

 

Hinweis: Eine Mitgliedschaft in unserer Partei ist keine Voraussetzung für diese Stelle, wobei Bewerbungen von Parteimitgliedern ausdrücklich begrüßt werden. Mitglieder, die in einem Angestelltenverhältnis zur Partei stehen, verlieren jedoch das passive Wahlrecht, können also keine Parteiämter ausüben.

Bewerbungen bitte ausschließlich per Mail im PDF-Format, idealerweise als eine zusammenhängende Datei z.Hd. des Landesvorstands an nrw@tierschutzpartei.de