Demo gegen Massentierhaltung am 19.8.17

Am 19.8.2017 haben wir in Frankfurt/Main gegen das unendliche Tierleid in der Massentierhaltung demonstriert – gegen Käfighaltung, Kastenstände, betäubungslose Verstümmelung von Tieren, um sie an qualvolle, artwidrige Haltungsbedingungen anzupassen, Qualzuchten und all die anderen Abscheulichkeiten, die Menschen Tieren in Tierfabriken antun. Continue reading “Demo gegen Massentierhaltung am 19.8.17”

1. Juni – Tag der Milch

Milch, so wird uns von der Nahrungsmittelindustrie seit eh her suggeriert, ist ein gesundes und unverzichtbares Lebensmittel für jung und alt. Trotz anderer An- und Einsichten wollen wir aber niemanden verbieten auf Milchprodukte zu verzichten. Aber wir wollen jede Konsumentin und jeden Konsumenten zum „Tag der Milch“ dazu ermutigen, ganz gezielt und bewusst einmal hinter die Kulissen der industriellen Milchproduktion zu blicken.

Fotoquelle: “copyright iStockphoto.com/GlobalP”

Es gibt unzählige Leute, die sprechen bei Milch vom weißen Blut. Und wer sich offen und vorbehaltlos mit der industriellen Milchproduktion beschäftigt, wird dieser Erkenntnis wahrscheinlich leider früher oder später zustimmen müssen.

Seid offen und macht euch selbst ein kritisches Bild von den Betroffenen im Stall, den sogenannten Milchkühen. Denn wenn`s um Milch oder andere Produkte vom Tier geht, vergisst man allzu oft, wo`s eigentlich herkommt.

Doku „Das Klagen der Kühe“ ansehen.

Wie man rein pflanzlich seinen Kalziumbedarf decken kann, erfährt man hier.

Ihre / eure BGSt.

Tierärztliche Hochschule erforscht wie es Tieren geht

Stellungnahme von unserer promovierten Biologin aus dem LV Niedersachsen

Am 10.02.2017 war in den HAZ zu lesen, dass unser Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt jetzt genau wissen möchte, wie man beurteilt, ob es unseren sog. Nutztieren gut geht. Für die Beantwortung dieser Frage beauftragte er die Tierärztliche Hochschule, der ein Förderbeleg i.H.v. 730.000 € übergeben wurde. Aus Sicht der Tierschutzpartei hätte diese Frage auch ohne großen personellen und finanziellen Aufwand beantwortet werden können, wie sich aus beigefügter Stellungnahme ergibt.

Naja, das ebenfalls von ihm beauftragte Gutachten „Wege zu einer gesellschaftlich akzeptierten Nutztierhaltung“ ist ja auch schon 2 Jahre alt. Vielleicht hofft er, durch die Forschungen der TiHo belegen zu können, dass es unseren Tieren eigentlich gar nicht so schlecht geht.

TiHo erforscht wie es Tieren geht – für über 730 000 Euro

Wie beurteilt ein Tierarzt, ob es Tieren gut geht? Man begutachtet zum Beispiel Verletzungen an den Füßen, Liegestellen, Herz und Lunge. Diese Forschung an der TiHo wird Jahre dauern, kostet ein Vermögen und bringt letzten Endes: Nichts! Der gesunde Menschenverstand sagt uns folgendes: wenn man den ganzen Tag auf verletzten Füßen steht, dann bereitet das Schmerzen und man fühlt sich nicht wohl. Wenn man wochenlang in einen Kastenstand bzw. in einem metallenen Foltergerät, das denen im Mittelalter sehr ähnelt, eingezwängt wird, damit man nicht aus Versehen Ferkel erdrückt, dann bekommt man äußerlich sichtbare Liegestellen, von der psychischen Quälerei ganz zu schweigen und man fühlt sich nicht wohl. Hat ein glückliches Schwein ein Herz und eine Lunge, die sich von einem unglücklichen Schwein unterscheiden? – Was spielt das für eine Rolle? In dem Moment, in dem wir das herausfinden, ist das Schweineleben vorbei, die Organe liegen vor uns auf dem Tisch und die Antwort ist dem Tier jetzt furzegal.

Als promovierte Biologin möchte ich der TiHo die aufwendige Forschung ersparen und beantworte hier die Forschungsfrage: „Woran erkenne ich, ob es einem Tier gut geht?“ für ganz umsonst.

1. Das Schwein.

Ein Schwein fühlt sich wohl, wenn es ein artgerechtes Leben führen kann. Was heißt das? Ein Schwein führt ein glückliches Schweineleben, wenn es sich so verhält wie seine Artgenossen in freier Wildbahn, d.h. es lebt in einer Familie und streift durch Wälder und Wiesen, suhlt sich im Schlamm, geht vielleicht mal Schwimmen, erlebt die Jahreszeiten und ernährt sich von dem was es mit seiner Wühlscheibe an der Nase im Boden findet. Das ist ein glückliches Schweineleben.

Was ist kein glückliches Schweineleben?

Fotoquelle: Peta

Zum Beispiel: ein enger Stall mit Spaltboden, in dem es bestialisch stinkt und die empfindliche Nase, die sogar Trüffel im Erdboden riechen kann, zur Qual wird. Fühlt sich ein Schwein wohl, wenn

(1) es wochenlang im Kastenstand dahinsiecht? Nein.

(2) es miterleben muss, wie seine Ferkel totgeschlagen werden? Nein.

(3) die Ferkeljungen ohne Betäubung die Hoden rausgeschnitten bekommen? Nein.

(4) die Ringelschwänzchen abgeschnitten werden? Nein.

(5) es tagein, tagaus immer nur in der Produktionshalle mit künstlicher Belüftung steht, ohne je die Sonne oder Regen erleben zu dürfen? Nein.

(6) es in eine Gaskammer getrieben wird, wo es verzweifelt nach Luft schnappt, bis es ohnmächtig wird und ihm dann mit einem Messer die Kehle durchgeschnitten wird? Nein.

2. Die Kuh.

Eine Kuh ist glücklich, wenn sie in einer Herde, mit ihrer Familie auf einer Wiese lebt. Ist eigentlich ganz einfach, oder?

Wann ist eine Kuh nicht glücklich?

Fotoquelle: Peta

(1) Wenn man ihr kurz nach der Geburt ihr Baby wegnimmt.

(2) Wenn ein Mensch den Arm in ihren Hintern steckt oder die Kuh sonst wie körperlich belästigt , z.B. um eine künstliche Befruchtung durchführen zu können.

(3) Wenn sie mit Metallketten im Stall angebunden ist und sie sich ihr Leben lang nur ein paar Meter bewegen kann.

(4) Wenn ihre Füße auf dem vollgekackten, stinkenden Spaltboden entzündet sind und jeder Schritt wehtut.

(5) Wenn ihr schmerzhaft ihre Hörner entfernt werden.

(6) Wenn ihr riesiger Euter und ihre gigantische Milchproduktion ihren Kreislauf so stark belasten, dass sie sich nicht mehr mit ihrem natürlichen Futter (Gras!) ausreichend ernähren kann und einige Kühe im Stall einfach tot umfallen.

(7) Wenn ihr ein Mann in einer engen Metallbox ein Gerät an den Kopf hält und einen Metallbolzen durch die Schädeldecke jagt, sie benommen umfällt, man die Kuh an einem Bein aufhängt und ihr dann den Hals aufschlitzt. – Ich war noch nicht live dabei, aber da fühlen sich die Tiere bestimmt nicht wohl!

3. Das Geflügel (wie Hühnchen oder Pute).

Wann ist denn ein Hühnchen glücklich? Wenn es mit seiner Familie durch die Gegend stakst und fröhlich nach Futter pickt, und ja, manch ein Huhn flattert vielleicht ein wenig oder schlummert vergnügt in der Sonne.

Wann ist ein Huhn nicht glücklich?

Fotoquelle: soylent.network.com

(1) Wenn es aus einem Ei schlüpft, von einem Mensch als Männchen aussortiert wird, auf einem Fließband landet und dann in einen riesigen Metall Schredder geschoben wird. Wer dort noch nicht zu Tode geschreddert wurde, stirbt entweder langsam an seinen schweren Verletzungen oder landet in einer Tonne, wo es erstickt oder das Küken wird kurzerhand mit einem Hammer totgeschlagen. Was für ein Tag für die männlichen Küken! Ob es denen dabei wohl gut geht?

(2) Wenn den verbleibenden Hühnern und Puten die Schnäbel abgeschnitten werden, damit sie sich in den vollgequetschten Ställen nicht gegenseitig massakrieren.

(3) Wenn die qualgezüchteten Tiere vor lauter Schmerzen über den Boden robben, weil sie weder Laufen noch Fliegen können.

(4) Wenn das Huhn in einem stinkenden, künstlich beleuchteten Stall vor sich hinsiecht bis irgendwann Männer in weißen Anzügen kommen, alle durch die Gegend scheuchen, in Boxen packen und dann in LKWs verfrachten, um sie zum Schlachter zu fahren.

(5) Hat sich Mel Gibson wohl gefühlt, als er sich in seinem Film im Badezimmer mit dem Fön in der Badewanne einen Elektroschock verpasst hat? Ob sich die Hühner und Puten wohl fühlen, wenn man sie an den Beinen aufhängt, durch einen Elektroschock-Bad zieht, um ihnen dann die Kehle durchzuschneiden? Wie ihre Herzen und Lungen wohl aussehen? Glücklich? Nein.

Die Antworten von mir gab‘s umsonst.

Für die Forschung an der TiHo müssen wir alle 730 000 € aus unseren Steuergeldern hinlegen. Warum ist das ein Problem? Das Problem liegt im System! Wir haben eine Agrarindustrie, die nur durch Tierquälerei und Massentierhaltung funktionieren kann.

Was ist eigentlich Massentierhaltung? Definieren wir den Begriff doch mal kurz: „Definition Massentierhaltung: dabei handelt es sich um eine Form der Tierproduktion, bei der das Tier nicht mehr als Lebewesen wahrgenommen wird, sondern wie eine Maschine behandelt und gehalten wird mit dem einzigen Ziel: der raschen Zunahme an Körpergewicht bei maximaler Kostenreduktion, d.h. Haltung von maximaler Tierzahl auf minimalstem Raum mit kostengünstigsten Futtermitteln.“

Wir haben ein Tierschutzgesetz in Deutschland und wer dieses Gesetz liest, bekommt den Eindruck, dass die Tiere hier in einem Paradies leben müssten. Sie tun es aber nicht und schon gar nicht die Nutztiere. Entweder stimmt etwas mit dem Gesetz nicht oder mit dessen Umsetzung. Wer ist für die Umsetzung bzw. Kontrolle des Tierschutzes zuständig? Die Tierärzte in den Veterinärämtern. Wenn die nicht erkennen können oder wollen, ob es einem Tier gut geht, dann sollten wir vielleicht eine kompetentere Stelle für den Tierschutz beauftragen, z.B. eine Tierschutzpolizei, in der z.B. Biologen arbeiten, die nicht mit der Massentierhaltung und dem Verkauf von Antibiotika indirekt an dem System mitverdienen. Wir sollten das bisherige Tierschutz-System in Deutschland überdenken und überarbeiten, denn das würde millionenfaches Leid ersparen und der Steuerzahler spart sich einen Haufen Geld, in erster Linie schon mal 730 000 €.

Dr. Sarah Fretzer
-Beisitzerin-
LV Niedersachsen
sarah-fretzer (at) tierschutzpartei.de

Petition: Stoppt die Schlachtung von schwangeren Kühen!

Wir unterstützen Peta bei der Verbreitung der nachfolgenden Petition. Bitte helfen Sie mit und unterschreiben Sie den Protest mit uns. Danke!

O-Ton Peta:Jedes Jahr werden in deutschen Schlachthöfen etwa 180.000 ungeborene Kälber im Mutterleib getötet – sie ersticken langsam und qualvoll, während ihre Mütter am Schlachterhaken ausbluten. Die Dunkelziffer liegt viel höher.

Agrarminister Schmidt, nannte den Zustand „inakzeptabel“, nachdem wir darauf aufmerksam gemacht haben, und kündigte eine Verordnung auf europäischer und zunächst auch auf nationaler Ebene an. Doch passiert ist bisher nichts. Damit diese ungeheuerliche Praxis gestoppt wird, fordern wir ein sofortiges Verbot der Schlachtung schwangerer Kühe.

Bitte unterzeichnen Sie die Petition, damit wir mehr Druck auf die Gesetzgebung ausüben und uns für die Tiere einsetzen können.

Unbegreiflicherweise ist die Tötung schwangerer Kühe vollkommen legal, denn weder die Tierschutzschlachtverordnung noch die entsprechende EU-Verordnung enthalten Vorgaben zum Umgang mit schwangeren Tieren. Zudem fand das im September 2014 der auf Agrarministerkonferenz geforderte grundsätzliche Verbot der Schlachtung schwangerer Kühe keine einstimmige Mehrheit!

Wir müssen zeigen, dass uns das Schicksal der Tiere nicht egal ist und dass wir uns für ihre Rechte einsetzen.

Milchpreisverfall – Bauern in Not, ausgebeutete Kühe

Gestern berichtete das „Heute Journal“ u.a. über das Dilemma der Milchbauern. In der Mediathek hier ansehen. Über:

Milch-Flut: Millionenhilfe für Bauern

  • Milchgipfel
  • Preisverfall der Milch, ruinöses Wirtschaften

Milch und mehr: Die Fakten

  • Die Kuh: Die Hochleistungsmilchmaschine
  • Entwicklung der Milchpreise von 2006 – 2016
  • Der Anteil der Biomilch in Deutschland beträgt gerade mal 2,3 %

Zu Löwenstein: Perspektiven bei Milch fehlen

  • Dr. Felix Prinz zu Löwenstein, Agrarwissenschaftler und Landwirt, Vorsitzender vom Bund ökol. Lebensmittelwirtschaft, zeigt für die Bauern Perspektiven auf und erklärt, dass erst einmal die grundsätzliche Frage geklärt werden muss: Wie wird Milch erzeugt?

Sehr interessant das Interview mit zu Löwenstein: “Er fordert eine artgerechte Fütterung von Milchkühen, keine Fütterung von Kraftfutter; keine Einfuhr von Futtermitteln, wo Regenwald abgeholzt wurde; Milcherzeugung pro Jahr halbieren; die Ernährung der Deutschen mit Fleisch und Milchprodukten ist viel zu hoch. Sein Fazit: Wir wirtschaften auf Kosten nachfolgender Generationen!”

1. Juni – Tag der Milch

Unseren Milchflyer können Sie zum Verteilen gerne in der BGSt. bestellen: bundesgeschaeftsstelle (at) tierschutzpartei.de

Was wir brauchen ist ein Systemwechsel, ein ökologisches Bewusstsein der Erzeuger und Konsumenten sowie eine hohe Wertschätzung von  tierlichen “Lebensmitteln”. Es ist schon sehr merkwürdig, dass außer dem Mensch kein erwachsenes Säugetier noch Muttermilch und dazu von einer anderen als der eigenen Spezies trinkt. Alles zum Thema Milch hier.

Unser Milch-Flyer
Unser Milch-Flyer

Petition

Bitte unterschreiben Sie den Online-Protest zum Tag der Milch von der “Welttierschutzgesellschaft”: “Führen Sie tiergerechte Mindeststandards für die Haltung von Milchkühen ein!” und helfen Sie mit, die Petition bekannter zu machen. Danke!

O-Ton Thomas Schwarz, Generalsekretär:

“Die Partei Mensch Umwelt Tierschutz beobachtet diese Entwicklung am Beispiel des Preisverfalls der Tiermilch mit großer Sorge um eine zukunftsfähige Landwirtschaft in Deutschland. Eine solche Landwirtschaft sollte weniger von Effizienzkriterien auf Kosten von Menschen, Umwelt und Tieren bestimmt sein, als vielmehr von einem Bestreben nach einer echten Bewirtschaftung von Land nach ökologischen Kriterien und mit fairen Bedingungen, die es Menschen ermöglicht, von ihrem bewirtschafteten Land existieren zu können.

Die Tierschutzpartei erachtet Milch von fremdartigen Säugern als kein geeignetes Nahrungsmittel für Menschen. Vielmehr legen einige Befunde aus empirischen Studien den Verdacht nahe, dass ein ausgiebibiger Milchkonsum bis in das Erwachsenenalter hinein das Risiko an Protatakrebs oder Osteoporose zu erkranken deutlich begünstigen kann.

Die Partei Mensch Umwelt Tierschutz setzt sich dafür ein, dass pflanzliche Alternativen zur Milch bei der Mehrwertsteuer (derzeit 19%) wenigstens nicht höher besteuert werden als die Milch (derzeit 7%). Tiere sind Individuen und dürfen nicht zur Ware degradiert werden.

Die Partei Mensch Umwelt Tierschutz (Tierschutzpartei) setzt sich daher für das Ziel einer Landwirtschaft ohne die Ausnutzung von Tieren, unter fairen Bedingungen des Marktes, das heißt, auch unter Abbau marktverzerrender Subventionen ein.”

 

PM zu Bauernverband-eMail bzgl. Milch-Flyer

Pressemitteilung des Landesverbandes Ba-Wü

Am 23.07.2015 ging im Bundesvorstandssekretariat unserer Partei folgendes Schreiben des Landesbauernverbandes Baden-Württemberg ein:

„Sehr geehrte Damen und Herren,
leider müssen wir feststellen, dass Sie mit Ihrem Flugblatt “Die Wahrheit über Milch” unwahre und verleumderische Behauptungen verbreiten, mit denen insbesondere unsere Milchviehhalter in ehrabschneidender Weise beleidigt werden. Schon alleine die pauschale und völlig aus der Luft gegriffene Behauptung, dass (alle – zumindest wird dieser Eindruck erweckt) Kälbchen nach wenigen Monaten getötet oder dass Kühe ihr Leben lang eingesperrt werden, zeigt, dass es Ihnen nicht um eine sachliche Information der
Bevölkerung geht, sondern nur darum mit Ihren Behauptungen Stimmung gegen die Tierhalter zu machen. Nur dadurch erreichen Sie auch, dass Sie auf sich aufmerksam machen, was wiederum Voraussetzung ist um entsprechende Spendengelder aquirieren zu können.

Sollten Sie die o. g. unwahren und verleumderischen Behauptungen weiterhin aufrecht erhalten, behalten wir uns weitere rechtliche Schritte vor. Auf die strafrechtliche Relevanz Ihrer Aussagen wird hingewiesen.

Gleichzeitig lasse ich Ihnen einen Faktencheck des Deutschen Bauernverbandes (s. Anhänge) zu Ihrer Horizonterweiterung zukommen.

Mit freundlichen Grüßen

H. Wenk
(stellv. Hauptgeschäftsführer)

Landesbauernverband in Baden-Württemberg
Referat Agrarpolitik und Agrarstruktur“

Dieses Schreiben ist offensichtlich nur ein weiterer plumper Versuch, die Verbreitung der Wahrheit über die Tierausbeutungsindustrie zu unterdrücken und Organisationen einzuschüchtern, die die Bevölkerung über die unhaltbaren Zustände, das ethisch nicht zu rechtfertigende Leid der Tiere sowie den Unsinn und die volkswirtschaftlich enorme Schädlichkeit der Tierausbeutung aufklären.

Selbstverständlich werden wir uns vom Bauernverband nicht einschüchtern lassen und unsere Aufklärungsarbeit unbeirrt fortführen. Erst am vergangenen Montag hat die ARD-Dokumentation von Edgar Verheyen, “Verheizt für billige Milch”, erneut eindrucksvoll die in unserem Milch-Flyer angesprochenen systembedingten Grausamkeiten der Milch-Industrie aufgezeigt.

Die ARD-Dokumentation hat zudem ein weiteres Problem thematisiert: Das artwidrige Kraftfutter, das benötigt wird, um die heutzutage geforderten, enorm hohen Milchleistungen zu erzielen, führt zu schwerwiegenden Erkrankungen bei den Kühen: Sogar Kälber sind oft schon erkrankt, aber spätestens nach ca. 4 Jahren ist kaum noch eine Kuh gesund und die meisten Tiere kommen dann zum Schlachter oder sind bereits in Tierkörperbeseitigungsanlagen gelandet und das, obwohl gesunde, nicht auf Leistung gezüchtete, sondern evolutionsbedingt widerstandsfähige Kühe bis zu 20 Jahre alt werden.

Dass Tiere ihr Leben lang eingesperrt werden, liegt nicht nur in der Natur der Milchindustrie, sondern in der der kompletten Tierausbeutungsindustrie, denn wenn die Tiere frei wären, könnte man sie nicht ausbeuten. Wenn der Bauernverband hier meint, man könne nicht von „eingesperrt“ sprechen, weil die Tierausbeuter die Käfige und Boxen (=Gefängniszellen für unschuldige Häftlinge) minimal größer gemacht haben, hat er nicht verstanden, was Freiheit bedeutet. Die Partei Mensch Umwelt Tierschutz spricht sich für eine Abschaffung jeglicher Ausbeutung und Freiheitsberaubung aus, denn wirklich artgerecht ist nur die Freiheit.

Wir finden, der Bauernverband sollte sich ob der Zustände in den Tierfabriken seiner Mitglieder besinnen und erst einmal versuchen, zumindest die allerschlimmsten Missstände in der Tierhaltung zu beseitigen, bevor er sich erdreistet, solche Mails zu verschicken, in denen er mit „rechtlichen[n] Schritte[n]“ droht, um seine Kritiker mundtot zu machen.

Matthias Ebner
Bundesvorsitzender
Vorsitzender Landesverband Baden-Württemberg

ARD-Mediathek: Verheizt für billige Milch

Das Leiden der Turbokühe

Wer am Montag, den 20.07.2015, die ARD-Reportage „Verheizt für billige Milch – Das Leiden der Turbokühe“ verpasst hat, kann sich die Dokumentation in der ARD-Mediathek nochmals ansehen. Wir danken der ARD für die Ausstrahlung dieser Sendung!

Wer Herz und Augen geöffnet hat, dem geht das Leiden der Kühe zutiefst nah. Die Bilder im Video sind nichts für zarte Gemüter. Produktivität und Wirtschaftlichkeit über das Wohl der Tiere zu stellen, ist ein Unrecht, was sich negativ auswirken wird. Unmenschlich ist es allemal, die, die sich selbst nicht wehren können, so lebensverachtend und respektlos zu behandeln.

Wir von der Tierschutzpartei werden mit den anderen Medien dazu beitragen, das Leiden der Tiere der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen und immer wieder darauf hinweisen. Einschüchtern wird uns niemand!

Einst sagte schon der englische Jurist, Philosoph und Sozialreformer Jeremy Bentham, der sich als einer der Ersten im 19. Jahrhundert für Tierrechte aussprach:

„Es mag der Tag kommen, an dem man begreift, dass die Anzahl der Beine, die Behaarung der Haut oder das Ende des Kreuzbeins gleichermaßen ungenügende Argumente sind, um ein empfindendes Wesen dem gleichen Schicksal zu überlassen. Warum soll sonst die unüberwindbare Grenze gerade hier liegen? Ist es die Fähigkeit zu denken oder vielleicht die Fähigkeit zu reden? Aber ein ausgewachsenes Pferd oder ein Hund sind unvergleichlich vernünftigere sowie mitteilsamere Tiere als ein einen Tag, eine Woche, oder gar einen Monat alter Säugling. Aber angenommen dies wäre nicht so, was würde das ausmachen? Die Frage ist nicht “Können sie denken?” oder “Können sie reden?”, sondern “Können sie leiden?.“

Verheizt für billige Milch – Das Leiden der deutschen Turbokühe

TV-Tipp: Ein Film von Monika Anthes und Edgar Verheyen

Montag, den 20.07.2015 / 21:50 Uhr / ARD
Wiederholung: Freitag, den 24.07.2015 / 03:40 Uhr / ARD

“Die “Report Mainz”-Reporter Monika Anthes und Edgar Verheyen haben sich bundesweit auf Spurensuche begeben. Ihre exklusiven Recherchen decken das ganze Ausmaß des Leidens in deutschen Kuhställen auf. Sie sind der zentralen Frage nachgegangen: Wer zahlt den Preis für die billige Milch?”

Wenn Sie etwas für die Milchkühe tun und mit uns gemeinsam zur Aufklärung beitragen möchten, dann fordern Sie zum Verteilen und Auslegen unser „Flugblatt-Milch“ an unter der E-Mail: sekretariat@tierschutzpartei.de

Nach der Sendung werden hoffentlich alle Ungläubigen und Kritiker verstehen, warum wir uns als Partei für die vegane Ernährung aussprechen.

Mitgefühl für die Tiere schlägt sich nieder im Gewissen und erfordert Handeln aus Verantwortung.

Update:
Die Dokumentation über Milchkühe kann nun in der ARD-Mediathek angeschaut werden.