Kaum genutzt, aber riesiges Potenzial für die Wärmewende: Heizen und Kühlen mit Abwasser!

Warum sollte man vorhandene Wärme ungenutzt lassen, wenn Abwasser doch Temperaturen zwischen 10°C und 20°C aufweist und als sogenannte Aquathermie einen enormen Anteil an der Wärmeversorgung leisten kann? Continue reading “Kaum genutzt, aber riesiges Potenzial für die Wärmewende: Heizen und Kühlen mit Abwasser!”

Globale Mindestbesteuerung für große Unternehmen!

Wir fordern eine konsequente Umsetzung und Stärkung der geplanten globalen Mindestbesteuerung für große Unternehmen, um sicherzustellen, dass sie angemessen zur Finanzierung des Gemeinwesens beitragen. Dabei unterstützen wir die Initiative, die Gewinne von international agierenden Unternehmen Continue reading “Globale Mindestbesteuerung für große Unternehmen!”

Pfandringe als soziale und ökologische Bereicherung

Ein leider inzwischen alltäglich gewordenes Bild in deutschen Städten: Sogenannte Flaschen- oder Pfandsammler:innen greifen tief in Mülleimer in der Hoffnung, eine Flasche oder Dose mit Pfand zu finden. In über 50 deutschen Städten, darunter große Städte wie Hamburg, Berlin und München, wird diese Thematik anders angegangen: Dort stellen sogenannte Pfandringe ein Brückenstück zwischen Pfandgeber:in und Pfandnehmer:in dar und tragen zum bewussteren Miteinander bei. Continue reading “Pfandringe als soziale und ökologische Bereicherung”

Pfandringe als soziale und ökologische Bereicherung

Ein leider inzwischen alltäglich gewordenes Bild in deutschen Städten: Sogenannte Flaschen- oder Pfandsammler:innen greifen tief in Mülleimer in der Hoffnung, eine Flasche oder Dose mit Pfand zu finden. In über 50 deutschen Städten, darunter Düsseldorf, Hamburg und Bochum, wird diese Thematik anders angegangen: Dort stellen sogenannte Pfandringe ein Brückenstück zwischen Pfandgeber:in und Pfandnehmer:in dar und tragen zum bewussteren Miteinander bei.

Erfunden hat diese einfache, aber effektive Lösung der Kölner Produktdesigner Paul Ketz. Der Pfandring® stellt dabei einen Zusatz für Mülleimer dar, um das Abstellen und Einsammeln von Pfandflaschen und Dosen zu erleichtern. „Als wir durch Bürger:innen auf das Konzept der Pfandringe aufmerksam gemacht wurden, hat uns diese Lösung direkt überzeugt“ so Sebastian Everding, Landesvorsitzender der Partei Mensch Umwelt Tierschutz (Tierschutzpartei) in NRW und als sachkundiger Bürger im Rat der Stadt Dortmund. Er führt weiter aus: „Diese Idee könnte verhindern, dass Menschen aus den unterschiedlichsten Hintergründen, sei es Obdachlosigkeit, zu geringe Rente oder sonstige Probleme, darauf angewiesen sind, unwürdig im Müll nach Pfand zu suchen“.

Bereits im Jahr 2017 fand nach Recherchen des Dortmunder Kreisverbandes der Partei ein erster Feldversuch im Westpark nahe der Innenstadt statt. Einige der damals montierten Pfandringe sind dort heute noch zu finden. Umso erstaunlicher ist es vor diesem Hintergrund, dass keinerlei Anknüpfung an diesen, inzwischen rund sechs Jahren zurückliegenden, Versuch gefunden wurde. Beschäftigt man sich mit diesem Thema weitergehend, stößt man jedoch auch auf Kommunen, die davon berichten, dass erste Versuche mit den Pfandringen abgebrochen wurden, weil diese oftmals nur als Ablage für Müll wie Kaffee to-go Becher „missbraucht“ wurden. Im Gespräch mit dem Erfinder äußert sich dieser ganz klar gegenüber unserer Partei: „Es gibt auch vereinzelte Städte, die mit ihrem Test nicht zufrieden sind, was erfahrungsgemäß folgende Gründe hat: Die Einführung der Pfandringe wurde der Bevölkerung nicht angekündigt oder irgendwie medial beworben und die Stückzahl ist so gering gewählt, dass sich fast unmöglich ein Lerneffekt einstellen kann. Diese Städte haben fast allesamt gemeinsam, dass jeweils weniger als fünf Pfandringe angeschafft wurden.“ so Paul Ketz. Für die Dortmunder Tierschutzpartei und den gesamten Landesverband kommt deswegen nur eine flächendeckende Einführung mitsamt Informationskampagne für die Bevölkerung infrage.

„Selbstverständlich ist uns bewusst, dass wir die Ursachen der Armut angehen müssen und die Pfandringe sollen hier keine Lösung des grundlegenden Problems darstellen, aber den betroffenen Menschen zumindest etwas Würde zurückgeben“ so Sebastian Everding und fügt noch hinzu „Neben dem sozialen Aspekt gibt es hier auch ganz klare Gesichtspunkte in Sachen Umwelt- und Klimaschutz, denn so können Flaschen und Dosen im Recyclingkreislauf bleiben und es entsteht neben der niedrigeren Müllmenge ein geringerer CO₂-Ausstoß dadurch, dass diese Wertstoffe nicht fälschlicherweise mit dem übrigen Restmüll verbrannt oder deponiert werden müssen“.

Zur Homepage des Erfinders: pfandring.de

(se)

Mehr Urban Farming in NRW!

Was ist Urban Farming?

Von urbaner Landwirtschaft (engl. urban farming) spricht man, wenn freie Flächen innerhalb von Städten zum Anbau von Nutzpflanzen verwendet werden. Dies beinhaltet Gemüse-, Obst-, Blumen- oder Kräutergärten, deren Produkte überwiegend innerhalb der Stadt verwendet werden. Der Trend zur urbanen Landwirtschaft entwickelt sich durch das zunehmende Bewusstsein für gesunde Ernährung, die Umwelt und Nachhaltigkeit weltweit immer stärker. Zu unterscheiden ist das sogenannte Urban Gardening, welches meist nur kleine Flächen für den Eigengebrauch verwendet. Große Vorteile des kommunalen Anbaus von Lebensmittel ist der fast vollständige Wegfall von klimaschädlichen Transportwegen, sowie die Einsparung von Wasser. Auch zeigen erste Erfahrungen, dass die Verbundenheit von Käufern zu regional produzierten Lebensmittel höher ist.

Während in es erste Urban Farming Projekte bereits in Berlin, Nürnberg und Leipzig gibt, finden sich aktuell noch keine nordrhein-westfälischen Großstädte, die sich hier positionieren wollen. Hier sieht der Landesverband NRW der Partei Mensch Umwelt Tierschutz (Tierschutzpartei) eine Zukunftschance für die Metropolen an Rhein und Ruhr. „Die NRW-Städte könnte hier Vorreiter für viele andere Städte auch weit über die Landesgrenzen hinaus werden“, so die Landesvorsitzende Angelika Remiszewski.

Vorbilder Paris & Berlin

Auf dem Messedach der Pariser Expo Porte de Versailles werden seit 2019 auf 14.000 Quadratmetern Obst und Gemüse gepflanzt. Damit ist das Pariser Dach das größte, das weltweit für Urban Farming verwendet wird. Die Initiatoren bauen hier bis zu 30 verschiedene Pflanzenarten an und rechnen in der Hochsaison mit einer Ernte von 1.000 Kilogramm an Obst und Gemüse pro Tag. Auf dem Dach des seit dem Frühjahr 2020 der Öffentlichkeit geöffneten Projektes werden keine Pestizide oder andere Chemikalien verwendet und die Regeln der biologischen Landwirtschaft strikt eingehalten.

Der starke gemeinschaftliche Charakter des „Urban Farming“ wird auch im Berliner Prinzessinnengarten deutlich: Auf einer Fläche von knapp 6000 Quadratmetern wurde im Stadtteil Kreuzberg-Friedrichshain eine stillgelegte Brachfläche rekultiviert und dient seit 2009 als öffentlicher Garten. Hier werden die Pflanzen in Kisten angebaut, da sie so leichter transportiert werden können. Beim Prinzessinnengarten kann jede:r mitmachen. Es gibt keine privaten Beete und jede/r begeisterte Mitgärtner:in ist willkommen zu unterstützen. Angebaut werden die unterschiedlichsten Gemüsesorten, davon viele alte und seltene Sorten. 2020 haben sich die Prinzessinnengärten in zwei eigenständige Orte aufgeteilt, die unabhängig voneinander organisiert werden.

Ernährungssicherheit statt Angriffskrieg!

Russland hat das sogenannte Getreideabkommen nicht verlängert, womit die weltweite Versorgung mit Lebensmitteln schwieriger geworden ist. Russland beschießt seitdem sogar verstärkt die Hafenstadt Odessa und erklärt sogar zivile Schiffe im Schwarzen Meer zu militärischen Zielen.

Wir fordern sofortige diplomatische Anstrengungen, um diese Eskalation zu beenden. Continue reading “Ernährungssicherheit statt Angriffskrieg!”

Gestiegene Tierarztkosten! Wir fordern einen Rettungsschirm für den Tierschutz!

Höhere Energiepreise, Inflation und teurere Futtermittel bringen sowohl Tierheime und Lebenshöfe als auch Privatpersonen, die ein Tier bei sich aufgenommen haben, an ihre finanziellen Grenzen.

Die zusätzliche finanzielle Belastung durch die gestiegenen Behandlungskosten bei Tierärzt:innen sind für viele Menschen mit Tieren nicht mehr tragbar. Continue reading “Gestiegene Tierarztkosten! Wir fordern einen Rettungsschirm für den Tierschutz!”

Geplante Streichung des Elterngelds

Die aktuelle Debatte um die geplante Streichung des Elterngelds sorgt für kontroverse Diskussionen. Die Ampel-Koalition steht im in einem Konflikt, der insbesondere zwischen den Grünen und der FDP entbrannt ist. Familienministerin Lisa Paus (Grüne) plant, die Einkommensgrenzen für das Elterngeld zu senken, was dazu führen würde, dass Haushalte mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen über 150.000 Euro kein Elterngeld mehr erhalten würden.

Kritik an dieser Maßnahme kommt aus verschiedenen Richtungen. Continue reading “Geplante Streichung des Elterngelds”

Erhöhung des Mindestlohns nicht ausreichend

Aus Sicht der PARTEI MENSCH UMWELT TIERSCHUTZ ist die Erhöhung des Mindestlohns von 12,00 auf 12,41 Euro nicht ausreichend. Eine Erhöhung auf mindestens 13,50 Euro wären angesichts der gravierenden Preissteigerungen angebracht und 14,00 Euro würden der EU-Richtlinie entsprechen.  Folgende Gründe sprechen für einen höheren Mindestlohn: Continue reading “Erhöhung des Mindestlohns nicht ausreichend”

Postwachstumsökonomie – Ein Wirtschaftssystem jenseits von Wachstumszwang?

Postwachstum stellt eine ökonomische Denkschule dar, die sich vom Gedanken unendlichen Wachstums verabschiedet und an dessen Stelle ein Gesundschrumpfen stellt. Der Begriff Postwachstum beschreibt – ähnlich wie sein englisches Äquivalent Degrowth – Wachstums-kritische Bewegungen und Denkweisen. Diese suchen nach Möglichkeiten eines Wirtschaftssystems, das jenseits von Wachstumszwang funktioniert. Einer der Gedanke dabei ist, dass wir unseren Konsum verringern und dementsprechend auch weniger produzieren müssen.

Warum ist ein neuer ökonomischer Ansatz überhaupt wichtig?

  1. Aus Gründen der Nachhaltigkeit: Eine Postwachstums-Ökonomie setzt auf langfristige Nachhaltigkeit anstelle kurzfristiger Profitmaximierung. Durch eine bewusste Verringerung des Ressourcenverbrauchs und eine Neuausrichtung der Wirtschaft auf menschliche Bedürfnisse statt auf grenzenloses Wachstum können wir eine gerechtere Verteilung von Ressourcen erreichen und zukünftigen Generationen eine lebenswerte Welt hinterlassen.
  2. Aus Umweltschutz-Gründen: Das gegenwärtige Wirtschaftssystem, das auf unbegrenztem Wachstum basiert, hat zu einer übermäßigen Nutzung natürlicher Ressourcen geführt und die Umweltbelastung stark erhöht. Eine Postwachstums-Ökonomie strebt nach einer Reduzierung des Ressourcenverbrauchs und der Umweltauswirkungen, um die ökologischen Grenzen des Planeten zu respektieren und die natürlichen Lebensgrundlagen langfristig zu erhalten.
  3. Aufgrund der sozialen Gerechtigkeit: Das aktuelle Wirtschaftssystem verstärkt oft soziale Ungleichheiten, indem es die Reichtumskonzentration in den Händen weniger fördert. Eine PWÖ strebt eine gerechtere Verteilung von Ressourcen und Einkommen an, um soziale Gerechtigkeit zu fördern.
  4. Für eine höhere Lebensqualität: Statt das Bruttoinlandsprodukt (BIP) als alleinigen Maßstab für Fortschritt zu verwenden, konzentriert sich eine Postwachstums-Ökonomie auf das Wohlbefinden der Menschen. Sie legt Wert auf Faktoren wie Gesundheit, Bildung, soziale Beziehungen, Freizeit und Umweltqualität, die einen direkten Einfluss auf die Lebensqualität haben.
  5. Um zu einer langfristigen Stabilität zu gelangen: Das Streben nach unbegrenztem Wachstum hat zu wirtschaftlichen Krisen, sozialen Spannungen und ökologischen Herausforderungen geführt. Der neue ökonomische Ansatz zielt darauf ab, ein stabileres und widerstandsfähigeres Wirtschaftssystem aufzubauen, das auf realistischen und nachhaltigen Grundlagen beruht und (weltweite) Krisen besser bewältigen kann.

Zwischenfazit: Insgesamt kann eine Postwachstums-Ökonomie dazu beitragen, die Grenzen des gegenwärtigen Wirtschaftsmodells zu überwinden und eine zukunftsfähige Gesellschaft aufzubauen, die ökologische Nachhaltigkeit, soziale Gerechtigkeit und individuelles Wohlbefinden in Einklang bringt. Sie bietet eine Alternative zu einem ungebremsten Wachstum, das langfristig sowohl für die Menschheit als auch für den Planeten nicht nachhaltig ist.

Erforderliche politische Maßnahmen

  • Alternative Fortschritts-Indikatoren: Dazu gehören Indikatoren wie soziale Gerechtigkeit, Gesundheit, Bildung, Lebenszufriedenheit und Umweltqualität.
  • Entkopplung von Wachstum und Ressourcenverbrauch: Die Reduzierung des Ressourcenverbrauchs und die Verringerung der Umweltauswirkungen müssen mit wirtschaftlicher Entwicklung entkoppelt werden. Effizienzsteigerungen, Technologieinnovationen und Kreislaufwirtschaftsansätze können dabei helfen, den materiellen Verbrauch zu verringern.
  • Gemeinschaftliche Ökonomie und Solidarität: Eine Post-Wachstums-Wirtschaft betont die Bedeutung von solidarischen Wirtschaftsmodellen, in denen Kooperation und Gemeinschaft im Mittelpunkt stehen. Lokale und regionale Wertschöpfungsketten, Genossenschaften, Teilhabe und Kooperation können dazu beitragen, eine gerechtere und nachhaltigere Wirtschaft aufzubauen.
  • Degrowth-Strategien: Die Idee des “Degrowth” (Degrowth bedeutet „Schrumpfung“ bzw. “Wachstumsrücknahme”) betont die Notwendigkeit einer bewussten Verringerung des Ressourcenverbrauchs und des Produktions- und Konsumniveaus, um die ökologische Nachhaltigkeit zu gewährleisten. Dies kann durch eine Verringerung der Arbeitszeit, eine gerechtere Einkommensverteilung und eine Neuausrichtung der Wirtschaft auf menschliche Bedürfnisse statt auf Profitmaximierung erreicht werden.
  • Bildungspolitik: Eine Transformation hin zu einer Post-Wachstums-Wirtschaft erfordert ein grundlegendes Umdenken der Gesellschaft. Bildung, Bewusstseinsbildung und der Aufbau einer breiten gesellschaftlichen Akzeptanz für nachhaltige Lebensstile und alternative Wirtschaftsmodelle spielen eine zentrale Rolle.

Abschließendes Fazit: Die Erreichung einer Post-Wachstums-Wirtschaft erfordert ein umfassendes Umdenken in Bezug auf den Wert von Wachstum und den Umgang mit begrenzten Ressourcen. Es geht darum, eine Wirtschaft zu schaffen, die das Wohlbefinden der Menschen und den Schutz der Umwelt und der Tiere in den Vordergrund stellt und nachhaltige Lösungen für die aktuellen Herausforderungen unserer Gesellschaft entwickelt. Eine Herausforderung, der wir uns als politisch Tätige stellen sollen und müssen.

Autor: Sebastian Everding