Tierschutzpartei appelliert an Hundebesitzer – “Leinenpflicht im Wald beachten!”

Jahr für Jahr werden in den Wäldern Hamburgs Rehkitze und andere Jungtiere, aber auch Elterntiere von freilaufenden Hunden gerissen. Die Tierschutzpartei appelliert an Hamburgs Hundebesitzer ihre Vierbeiner unbedingt an die Leine zu nehmen, sobald sie sich in einem Wald oder Naturschutzgebiet aufhalten.

Auch das Landeswaldgesetz Hamburg, §11 Abs. 4 „Verhalten im Wald“, spricht eine deutliche Sprache:

(1) Waldbesucher haben sich so zu verhalten, dass die Ruhe und Ordnung im Walde nicht gestört wird, insbesondere ist es verboten,

Abs.4: Hunde umherlaufen zu lassen oder anders als kurz angeleint zu führen oder sie auf Walderholungsplätze mitzubringen, soweit nicht dienstliche oder jagdliche Gründe es erfordern oder der Waldbesitzer es besonders erlaubt hat.

Gerade in der Brut- und Setzzeit sind vor allem die Jungtiere leichte Beute für Hunde. Rehkitze und junge Hasen laufen nicht weg. Sie bleiben ruhig liegen, um nicht gesehen zu werden. Auch weibliche Rehe, die kurz vor dem Setzen ihrer Kitze sind, können nicht so schnell flüchten und fallen häufig freilaufenden Hunden zum Opfer. Vögel, die am Boden brüten, sowie unerfahrenen Jungtiere aller Arten sind durch unkontrolliert freilaufende Hunde ebenfalls gefährdet. Vielen Hundebesitzern ist nicht bewusst, dass Verstöße gegen dieses Gesetz keine Ordnungswidrigkeit sind, sondern Wilderei und damit ein Straftatbestand. Selbst die besterzogensten Hunde hören kein Kommando, wenn der natürliche Jagdinstinkt zum Tragen kommt. Die durch den Hund bejagten Tiere flüchten oft panisch. Häufig endet diese Flucht auf Straßen, wo die Wildtiere dann von Autos erfasst werden. Eine Gefahr für Wildtier, Hund und Mensch. Deshalb appelliert die Tierschutzpartei an Hundehalter und deren Tierliebe, sich an die Anleinpflicht zu halten.

Jan Zobel, Spitzenkandidat zur Bundestagswahl Hamburg dazu: „Es gibt Freilaufflächen für Hunde, in denen sie sich austoben können. Die Tierschutzpartei hat bereits in der Vergangenheit kritisiert, dass diese Flächen zunehmend vom Hamburger Senat verkleinert, oder ganz geschlossen werden, trotzdem ist dies keine Rechtfertigung Hunde in den Wäldern abgeleint laufen zu lassen.“

„Jeder Hundehalter dessen Hund ein Tier reißt sollte danach verpflichtet werden, das oft schwer verletzte Tier zu erlösen. Ebenso sollte über die Gründung einer städtischen Kontrollstelle nachgedacht werden, um präventiv gegen diese Form der Tierquälerei und den Eingriff in die Natur vorzugehen“, so Patricia Kopietz, Leiterin des Bundesarbeitskreises gegen Jagd und Angeln.

Erschienen im Hamburger Wochenblatt

Merkel und Schulz – Tierschutz ein Thema?

Merkel und Schulz genießen immer noch viel Sympathie in der Bevölkerung. Dem unendlichen Tierleid gegenüber sind beide völlig gleichgültig. Deshalb und aus vielen anderen Gründen am 24. September die Tierschutzpartei wählen!

Und damit wir überall auf den Wahlzettel kommen, bitte für uns unterschreiben hier.
(Dort findet ihr auch unser umfassendes Wahlprogramm.)

So wird Gänsestopfleber hergestellt. So werden Ferkel unbetäubt kastriert.

Obergrenzen für Tiermastbetriebe

Kommentar zum Artikel “Obergrenzen für Tiermastbetriebe”in der haz

“Herr Minister Meyer hat durchaus Recht, wenn er sagt, dass „große Tierställe“ gesellschaftlich nicht mehr akzeptiert werden und definiert Grenzen, ab welchen z.B. die baurechtliche Privilegierung entfallen soll.

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Ponykarussell auf dem Hamburger Dom: Tierquälerei für den Profit

Ab Freitag, den 24. März 2017 bis Sonntag, den 23. April 2017 findet der Hamburger Frühlingsdom statt. Nach der erfolgreichen Dom-Saison 2016 mit insgesamt ca. 7,5 Millionen Besuchern blicken die Veranstalter optimistisch in das Jahr 2017. Bei schönem Wetter könnte die hohe Besucherzahl aus dem Vorjahr sogar nochmal überboten werden. Rund 250 Schausteller sorgen auf dem 160.000 Quadratmeter großen Heiligengeistfeld für ausgelassenen Spaß und viel Freude für Groß und Klein.

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Stadttaubenstand in Pegnitz auf dem Weihnachtsfest – Gnadenhof Fränkische Schweiz

BAK Statttauben – Sonntag, 27. November 2016

Ein rundum schöner und gelungener Nachmittag, mit veganer Verpflegung und mit vielen interessanten Gesprächen inmitten von „Freunden“. Wir haben viel ermutigende und motivierende Zustimmung erfahren und konnten so manche Unterstützungsunterschrift für die Bundestagswahl 2017 einsammeln, sowie einige Formulare für Freunde/Bekannte mitgeben. Ein wenig konnten wir auch die Spendenbox für den Gnadenhof füllen, durch die „Abgabe“ von BIO-Gelee aus dem Kleingarten Johannisberg/Berlin, Holzsternen, Tierkalendern und Taubenanhängern gegen eine kleine Spende.

Herzlichen Dank für die Einladung, dass wir dabei sein, uns auch in Pegnitz einmal vorstellen und zum Thema Stadttauben aufklären durften. Wir kommen gerne wieder und wünschen Monika Pracht und ihrem Team weiterhin alles, alles Gute für ihre großartige „Arbeit“ … zunächst aber eine besinnliche Adventszeit und erholsame Feiertage.

Stadttaubenstand auf dem 30-jährigen Jubiläumsfest des Erlanger Tierheims

BAK Statttauben – Sonntag, 09. Oktober 2016

Ein wirklich schöner Tag mit vielen netten Menschen und Vierbeinern. Auch hatten wir erneut sehr, sehr gute Gespräche und konnten über die Stadttaubenproblematik und das einzige, tierleidfreie Lösungskonzept, das Augsburger Modell aufklären. Gleich neben uns konnte Margrit Vollertsen-Diewerge mit ihrem ÄgT-Stand über die Sinnlosigkeit von Tierversuchen und über alternative Forschungsmethoden informieren und so wie wir, weitere Kontakte knüpfen.

Der Wettergott war uns auch gnädig, nach Sonne folgten kurze Regenschauer, die dann endgültig von der wärmenden Sonne abgelöst wurden … war auch nötig, weil es zum späten Nachmittag hin schon ziemlich frisch wurde.

Rundum ein gelungenes Fest. Herzlichen Dank für die Einladung, der wir gerne gefolgt sind. Wir kommen sehr, sehr gerne wieder. Einziger „Wermutstropfen“ waren die Grillwürste. ( die u.E. so gar nicht auf ein Tierheimfest gehören. Hier sollte man mit gutem Beispiel vorangehen und das Angebot auf vegetarische/vegane Speisen umstellen … auch daran „arbeiten“ wir.) Auch haben wir eigentlich erwartet, dass aus der Erlanger Politik, vor allem der OB den Weg zum Tierheim gefunden hätte. Die Stadt Erlangen hat großen Handlungsbedarf und muss dringend die Bedingungen für das Tierheim erheblich verbessern. Die Mitarbeiter*innen und Ehrenamtlichen tun für die Tiere was sie können, ihnen sind aber, was die Räumlichkeiten und der Platz insgesamt anbelangt, Grenzen gesetzt, die nur mit Hilfe der Stadt verändert werden können. Und obwohl das Tierheim nicht gerade „auf Rosen gebettet“ ist, ist es eins der wenigen Tierheime, die einen betreuten Taubenschlag auf ihrem Gelände eingerichtet haben und sich auch um die übrigen in der Stadt (weitere 4) kümmert … schon seit ca. 20 Jahren … dank der „unermüdlichen“ Margrit Vollertsen-Diewerge, die lange Jahre die Stationen selbst betreut hat und sich noch heute mit einbringt!

Während unserer Standarbeit kamen dann am Nachmittag auch noch 3 Taubennotrufe aus Nürnberg rein, um die wir uns leider erst, nachdem der Stand zum Abend abgebaut und verstaut war, aktiv kümmern konnten.

3. März „Tag des Artenschutzes“

Heute ist Tag des Artenschutzes.

Unsere Artenvielfalt ist stark bedroht und fast immer ist der Mensch die Ursache Nummer 1:

“Neueste Erhebungen gehen davon aus, dass die derzeitige Aussterberate von 3 bis 130 Arten pro Tag (1.068 bis 46.280 pro Jahr; Anm. d. Red.) um den Faktor 100 bis 1.000 über dem natürlichen Wert liegt. Nach einer Studie des Stockholm Resilience Centre von 2009 ist der ermittelte Grenzwert für das verkraftbare Aussterben von Arten bereits um über 1.000 % überschritten und ist damit noch vor dem Klimawandel das größte ökologische Problem; es ist damit auch ein wesentliches Merkmal eines Anthropozän.”1

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Tierschutzpartei Hamburg fordert dringendes Umdenken bei der Stadtentwicklung

Von Oktober 2016 bis Februar 2017 sind in Hamburg 2.535 Straßen- und Parkbäume gefällt worden – viele davon standen Baumaßnahmen im Weg. Die Stadt plant allerdings lediglich 731 Nachpflanzungen. Diese Entwicklung wird das Stadtbild massiv prägen.

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Konferenz „Genug für Alle“ der Partei „Die Linke“

Sandra Lück und Martin Buschmann als Gäste vor Ort

Rund 400 Teilnehmer fanden sich an zwei Tagen mit vielen Aktivisten aus der Bewegung für Klimagerechtigkeit, mit Vertretern von Umweltverbänden und Wissenschaftlern in der Zeche Zollverein Essen ein.

Die Konferenz stand unter dem Motto: Sozial-ökologischer Umbau und wurde von der Bundestagsfraktion „Die Linke“ sowie der Rosa-Luxemburg-Stiftung organisiert. Es gab diverse Workshops, an denen wir teilgenommen haben.

Unter der Überschrift „Natur-Wissenschaft verlangt Revolte“ hat Prof. Dr. Schellnhuber über die Klimaveränderungen informiert. Es wurde aufgezeigt, in wie weit sich der CO2-Ausstoß in den letzten drei Jahren verändert hat. Er hat klar vor Augen geführt, was passiert, wenn diverse „Kippelemente“ im Erdsystem, wie der Golfstrom, unterdrückt werden. Ergebnis: In Europa haben wir dann ein Klima wie in Alaska. Die Eismassen werden bei weiterer Erwärmung von 1,6 Grad schmelzen. Durch die Dürre (fehlendes Trinkwasser!) in Afrika und dem nahen Osten werden innerhalb der nächsten Jahre weitere Flüchtlingsströme auf uns zu kommen. Diese Umweltflüchtlinge werden wir kaum aufhalten können.

Workshop „Konsumkritik“ (Martin Buschmann):

Der Workshop wurde maßgeblich von Michael Kopatz gestaltet. Es stand unter dem Thema „Politik macht den Unterschied, Bürger müssen einfordern!“. Es wurde erklärt, dass die Reduktion von CO2 auf sehr hohem Niveau stagniert. Durch den Wettbewerbszwang der Industrie, des Handels und dem entsprechenden Konsum ist das Ziel, 1,5t CO2/Kopf nicht zu halten. Das haben wir vor allem schädlichem Subventionen, der Neigung von Expansion sowie den Scheitern von Vorbildern zu verdanken. Was könnte die Routine der Menschen ändern? Z. B. Werbung für Umweltschädigende Produkte verbieten, Ernährung umstellen und ein Agrarwendefahrplan. Sein Motto: „Nichts ist egal, Auf EUCH kommt es an!“

Workshop „NRW Konkret“ (Sandra Lück):

Unter dem Motto „Plan B – Facetten der Transformation“ wurden verschiedene Handlungsfelder wie das Ende des Kohleabbaus, Atomausstieg und eine Infrastrukturwende beleuchtet. Mit 32,5% CO2-Ausstoß führt Nordrhein-Westfalen die bundesweite Statistik an. Bei knapp 17 Tonnen pro Kopf (Empfehlung von 2t pro Kopf !) ist das NRW-Niveau derzeit vergleichbar mit dem ganz Spaniens.

„Die Rohstoffpolitik ist abhängig von der Wirtschaft. Eine verbindliche Reduzierung des Pro-Kopf-Ausstoßes bedeutet eine komplette Umkehr von der jetzigen Ausbeutung der Natur und einen wirtschaftlichen Wandel. Dazu zählt natürlich auch der Fleischhandel. Mit Tönnies und Westfleisch sind 2 der deutschlandgrößten Fabrikanten in NRW angesiedelt. Leider wurde dem Tierschutz in diesem Workshop wohl aus zeitlichen Gründen keine Beachtung geschenkt, doch konnte ich zumindest die Verbindung zwischen dem unsagbaren Tierleid, der Güllebelastung und dem erhöhten Transportaufkommen aufzeigen. Immerhin ist die Massentierhaltung für 18% der globalen Treibhausgase verantwortlich.“ so Sandra Lück. Besonders interessant sei die Debatte um den Verlust von Arbeitsplätzen gewesen.

„Ich habe gelernt, dass es in der Braunkohleindustrie lediglich 20.000 Arbeitsplätze deutschlandweit gibt. Stand 2013 hatten wir hingegen 371.400 neue Beschäftigungen durch den Ausbau der erneuerbaren Energien geschaffen.“

Workshop „Ernährung“ (Sandra Lück ):

Die Frage nach einer passenden und nachhaltigen Agrarstruktur war geprägt von Forderungen nach Fördermitteln für Kleinbauern, Milchquoten und flächengebundener Tierhaltung. Tierwohl stand auch hier nicht im Mittelpunkt, wenn auch in einer offenen Diskussionsrunde der ein oder andere Teilnehmer sich in der Gegenwart von Vertretern der Landwirtschaft als Vegetarier oder Veganer outete.

Sandra Lück dazu: „Ich musste erstaunt feststellen, dass die gesamte Veranstaltung auf Regulierungen und Gesetzesänderungen ausgerichtet war, die im Sinne des Umweltschutzes unumgänglich und für alle Teilnehmer absolut verpflichtend und akzeptabel schienen. Nur beim Thema Ernährung wagte niemand, von Vorschriften zu sprechen. Jeder dürfe schließlich essen, was und wie viel er wolle. Meine Kritik an dieser Haltung im Namen der Tierschutzpartei wurde dennoch wohlwollend von fast allen Anwesenden angenommen, da ein grundlegendes Verantwortungsbewusstsein für Mensch und Tier bei allen Teilnehmern vorhanden war. Die Forderung zur Förderung der bio-veganen Landwirtschaft hingegen stieß weitestgehend noch auf diverse Vorurteile, wie beispielsweise zum Soja-Anbau, die verdeutlichen, dass es noch viel mehr Aufklärung bedarf.“

Workshop „Mobilität“ (Martin Buschmann):

Hier fanden sich vor allem Kritiker gegen Autobahnbau ein. Es wurde die Möglichkeiten diskutiert, in wie weit sich Bürgerinitiativen politisch einmischen können.

Kommentar Martin Buschmann: „Als Teilnehmer der Veranstaltung habe ich viel mitgenommen und auch neue Erfahrungen gemacht. Die Linke ist bereit, sich den Aufgaben der Öko-Problematik zu stellen. Allerdings fehlt immer noch der konkrete Hinweis, daß die Massentierhaltung der Klimakiller Nr. 1 ist. Genau das ist es, was uns fundamental unterscheidet.“

Eine sozial- und klimagerechte, ökologische und antikapitalistische Politik- geht das? Die Ansätze sind da, die Umsetzung muss das Ziel sein!

Tierärztliche Hochschule erforscht wie es Tieren geht

Stellungnahme von unserer promovierten Biologin aus dem LV Niedersachsen

Am 10.02.2017 war in den HAZ zu lesen, dass unser Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt jetzt genau wissen möchte, wie man beurteilt, ob es unseren sog. Nutztieren gut geht. Für die Beantwortung dieser Frage beauftragte er die Tierärztliche Hochschule, der ein Förderbeleg i.H.v. 730.000 € übergeben wurde. Aus Sicht der Tierschutzpartei hätte diese Frage auch ohne großen personellen und finanziellen Aufwand beantwortet werden können, wie sich aus beigefügter Stellungnahme ergibt.

Naja, das ebenfalls von ihm beauftragte Gutachten „Wege zu einer gesellschaftlich akzeptierten Nutztierhaltung“ ist ja auch schon 2 Jahre alt. Vielleicht hofft er, durch die Forschungen der TiHo belegen zu können, dass es unseren Tieren eigentlich gar nicht so schlecht geht.

TiHo erforscht wie es Tieren geht – für über 730 000 Euro

Wie beurteilt ein Tierarzt, ob es Tieren gut geht? Man begutachtet zum Beispiel Verletzungen an den Füßen, Liegestellen, Herz und Lunge. Diese Forschung an der TiHo wird Jahre dauern, kostet ein Vermögen und bringt letzten Endes: Nichts! Der gesunde Menschenverstand sagt uns folgendes: wenn man den ganzen Tag auf verletzten Füßen steht, dann bereitet das Schmerzen und man fühlt sich nicht wohl. Wenn man wochenlang in einen Kastenstand bzw. in einem metallenen Foltergerät, das denen im Mittelalter sehr ähnelt, eingezwängt wird, damit man nicht aus Versehen Ferkel erdrückt, dann bekommt man äußerlich sichtbare Liegestellen, von der psychischen Quälerei ganz zu schweigen und man fühlt sich nicht wohl. Hat ein glückliches Schwein ein Herz und eine Lunge, die sich von einem unglücklichen Schwein unterscheiden? – Was spielt das für eine Rolle? In dem Moment, in dem wir das herausfinden, ist das Schweineleben vorbei, die Organe liegen vor uns auf dem Tisch und die Antwort ist dem Tier jetzt furzegal.

Als promovierte Biologin möchte ich der TiHo die aufwendige Forschung ersparen und beantworte hier die Forschungsfrage: „Woran erkenne ich, ob es einem Tier gut geht?“ für ganz umsonst.

1. Das Schwein.

Ein Schwein fühlt sich wohl, wenn es ein artgerechtes Leben führen kann. Was heißt das? Ein Schwein führt ein glückliches Schweineleben, wenn es sich so verhält wie seine Artgenossen in freier Wildbahn, d.h. es lebt in einer Familie und streift durch Wälder und Wiesen, suhlt sich im Schlamm, geht vielleicht mal Schwimmen, erlebt die Jahreszeiten und ernährt sich von dem was es mit seiner Wühlscheibe an der Nase im Boden findet. Das ist ein glückliches Schweineleben.

Was ist kein glückliches Schweineleben?

Fotoquelle: Peta

Zum Beispiel: ein enger Stall mit Spaltboden, in dem es bestialisch stinkt und die empfindliche Nase, die sogar Trüffel im Erdboden riechen kann, zur Qual wird. Fühlt sich ein Schwein wohl, wenn

(1) es wochenlang im Kastenstand dahinsiecht? Nein.

(2) es miterleben muss, wie seine Ferkel totgeschlagen werden? Nein.

(3) die Ferkeljungen ohne Betäubung die Hoden rausgeschnitten bekommen? Nein.

(4) die Ringelschwänzchen abgeschnitten werden? Nein.

(5) es tagein, tagaus immer nur in der Produktionshalle mit künstlicher Belüftung steht, ohne je die Sonne oder Regen erleben zu dürfen? Nein.

(6) es in eine Gaskammer getrieben wird, wo es verzweifelt nach Luft schnappt, bis es ohnmächtig wird und ihm dann mit einem Messer die Kehle durchgeschnitten wird? Nein.

2. Die Kuh.

Eine Kuh ist glücklich, wenn sie in einer Herde, mit ihrer Familie auf einer Wiese lebt. Ist eigentlich ganz einfach, oder?

Wann ist eine Kuh nicht glücklich?

Fotoquelle: Peta

(1) Wenn man ihr kurz nach der Geburt ihr Baby wegnimmt.

(2) Wenn ein Mensch den Arm in ihren Hintern steckt oder die Kuh sonst wie körperlich belästigt , z.B. um eine künstliche Befruchtung durchführen zu können.

(3) Wenn sie mit Metallketten im Stall angebunden ist und sie sich ihr Leben lang nur ein paar Meter bewegen kann.

(4) Wenn ihre Füße auf dem vollgekackten, stinkenden Spaltboden entzündet sind und jeder Schritt wehtut.

(5) Wenn ihr schmerzhaft ihre Hörner entfernt werden.

(6) Wenn ihr riesiger Euter und ihre gigantische Milchproduktion ihren Kreislauf so stark belasten, dass sie sich nicht mehr mit ihrem natürlichen Futter (Gras!) ausreichend ernähren kann und einige Kühe im Stall einfach tot umfallen.

(7) Wenn ihr ein Mann in einer engen Metallbox ein Gerät an den Kopf hält und einen Metallbolzen durch die Schädeldecke jagt, sie benommen umfällt, man die Kuh an einem Bein aufhängt und ihr dann den Hals aufschlitzt. – Ich war noch nicht live dabei, aber da fühlen sich die Tiere bestimmt nicht wohl!

3. Das Geflügel (wie Hühnchen oder Pute).

Wann ist denn ein Hühnchen glücklich? Wenn es mit seiner Familie durch die Gegend stakst und fröhlich nach Futter pickt, und ja, manch ein Huhn flattert vielleicht ein wenig oder schlummert vergnügt in der Sonne.

Wann ist ein Huhn nicht glücklich?

Fotoquelle: soylent.network.com

(1) Wenn es aus einem Ei schlüpft, von einem Mensch als Männchen aussortiert wird, auf einem Fließband landet und dann in einen riesigen Metall Schredder geschoben wird. Wer dort noch nicht zu Tode geschreddert wurde, stirbt entweder langsam an seinen schweren Verletzungen oder landet in einer Tonne, wo es erstickt oder das Küken wird kurzerhand mit einem Hammer totgeschlagen. Was für ein Tag für die männlichen Küken! Ob es denen dabei wohl gut geht?

(2) Wenn den verbleibenden Hühnern und Puten die Schnäbel abgeschnitten werden, damit sie sich in den vollgequetschten Ställen nicht gegenseitig massakrieren.

(3) Wenn die qualgezüchteten Tiere vor lauter Schmerzen über den Boden robben, weil sie weder Laufen noch Fliegen können.

(4) Wenn das Huhn in einem stinkenden, künstlich beleuchteten Stall vor sich hinsiecht bis irgendwann Männer in weißen Anzügen kommen, alle durch die Gegend scheuchen, in Boxen packen und dann in LKWs verfrachten, um sie zum Schlachter zu fahren.

(5) Hat sich Mel Gibson wohl gefühlt, als er sich in seinem Film im Badezimmer mit dem Fön in der Badewanne einen Elektroschock verpasst hat? Ob sich die Hühner und Puten wohl fühlen, wenn man sie an den Beinen aufhängt, durch einen Elektroschock-Bad zieht, um ihnen dann die Kehle durchzuschneiden? Wie ihre Herzen und Lungen wohl aussehen? Glücklich? Nein.

Die Antworten von mir gab‘s umsonst.

Für die Forschung an der TiHo müssen wir alle 730 000 € aus unseren Steuergeldern hinlegen. Warum ist das ein Problem? Das Problem liegt im System! Wir haben eine Agrarindustrie, die nur durch Tierquälerei und Massentierhaltung funktionieren kann.

Was ist eigentlich Massentierhaltung? Definieren wir den Begriff doch mal kurz: „Definition Massentierhaltung: dabei handelt es sich um eine Form der Tierproduktion, bei der das Tier nicht mehr als Lebewesen wahrgenommen wird, sondern wie eine Maschine behandelt und gehalten wird mit dem einzigen Ziel: der raschen Zunahme an Körpergewicht bei maximaler Kostenreduktion, d.h. Haltung von maximaler Tierzahl auf minimalstem Raum mit kostengünstigsten Futtermitteln.“

Wir haben ein Tierschutzgesetz in Deutschland und wer dieses Gesetz liest, bekommt den Eindruck, dass die Tiere hier in einem Paradies leben müssten. Sie tun es aber nicht und schon gar nicht die Nutztiere. Entweder stimmt etwas mit dem Gesetz nicht oder mit dessen Umsetzung. Wer ist für die Umsetzung bzw. Kontrolle des Tierschutzes zuständig? Die Tierärzte in den Veterinärämtern. Wenn die nicht erkennen können oder wollen, ob es einem Tier gut geht, dann sollten wir vielleicht eine kompetentere Stelle für den Tierschutz beauftragen, z.B. eine Tierschutzpolizei, in der z.B. Biologen arbeiten, die nicht mit der Massentierhaltung und dem Verkauf von Antibiotika indirekt an dem System mitverdienen. Wir sollten das bisherige Tierschutz-System in Deutschland überdenken und überarbeiten, denn das würde millionenfaches Leid ersparen und der Steuerzahler spart sich einen Haufen Geld, in erster Linie schon mal 730 000 €.

Dr. Sarah Fretzer
-Beisitzerin-
LV Niedersachsen
sarah-fretzer (at) tierschutzpartei.de