Mähfreier Mai in Dortmund gefordert!

In Großbritannien gibt es bereits seit einigen Jahren den „No Mow May“, also zu Deutsch den mähfreien Mai, denn ein kurz geschnittener Rasen bietet Insekten kaum Futter und Nistmöglichkeiten. Wildkräuter wie Gänseblümchen, Gundermann, Klee und Löwenzahn gelten in Rasenflächen als Frühstarter und haben einen hohen ökologischen Wert für die Insekten. Aus diesem Grund ruft auch z. B. die Deutsche Gartenbau-Gesellschaft (DGG) dazu auf, im Mai den Rasenmäher ruhen zu lassen.

Was im heimischen Garten Vorteile für die Biodiversität und gegen das Insektensterben bringt, kann auch auf städtischer Ebene Sinn ergeben, dachte sich Sebastian Everding, sachkundiger Bürger für die Partei Mensch Umwelt Tierschutz (Tierschutzpartei) als Teil der Fraktion Die Linke+ und stellte eine entsprechende Anfrage in der letzten Sitzung des Ausschusses für Klimaschutz, Umwelt, Stadtgestaltung und Wohnen (AKUSW). „Wir würden gerne vom Grünflächenamt eine Einschätzung erhalten, ob eine grundsätzliche Aussetzung des Rasenmähens auf städtischen Grünflächen im Zeitraum vom 01. bis zum 31. Mai möglich sei“ so Everding.

 

Tipps für daheim: Warum ist ein naturnaher Garten so wichtig?

Ein naturnaher Garten ist von großer Bedeutung für unsere Insekten, diese spielen eine entscheidende Rolle in unseren Ökosystemen, sei es als Bestäuber für Pflanzen oder als Nahrungsquelle für andere Tiere. Leider sind viele Insektenarten aufgrund von Lebensraumverlust, Pestizideinsatz und anderen menschlichen Aktivitäten stark bedroht. Jeder Gartenbesitzer oder jede Gartenbesitzerin kann aber dazu beitragen, diesen rückläufigen Trend umzukehren und die Insektenvielfalt zu erhalten.

Ein naturnaher Garten bietet Nahrungsquellen in Form von blühenden Pflanzen, die Pollen und Nektar liefern. Diese dienen als wichtige Energiequelle für Insekten wie Bienen, Schmetterlinge und Käfer. Im Gegensatz zum stets aufgeräumten Garten mit „englischem Rasen“ bieten Unterschlupf und Nistplätze, die für die Fortpflanzung und den Schutz der Insekten unerlässlich sind. Strukturen wie Laubhaufen, Totholz und Steinhaufen bieten Verstecke und bieten Schutz vor natürlichen Feinden.

Um einen naturnahen Garten zu schaffen, gibt es einige Tipps, die man befolgen kann:

  1. Pflanzenauswahl: Wählen Sie Pflanzen, die reich an Pollen und Nektar sind, wie einheimische Wildblumen, Stauden und Sträucher. Diese bieten den Insekten eine kontinuierliche Nahrungsquelle über die verschiedenen Jahreszeiten hinweg. Unterschiedliche Blütezeiten und Blütenfarben sind besonders attraktiv für verschiedene Bestäuber.
  2. Verzicht auf Pestizide: Vermeiden Sie vollständig den Einsatz von Pestiziden, da sie Insekten und andere nützliche Organismen schädigen können und tolerieren Sie eine gewisse Anzahl von Insekten, die das natürliche Gleichgewicht im Garten aufrechterhalten.
  3. Wasserstellen: Stellen Sie flache Wasserquellen wie Vogeltränken oder flache Schalen auf, damit Bienen und Co. Zugang zu Wasser haben. Achten Sie darauf, dass das Wasser regelmäßig gewechselt wird, um Mückenlarven o. ä. vorzubeugen.
  4. Unterschlupfmöglichkeiten: Schaffen Sie Unterschlupfmöglichkeiten für Insekten, indem Sie Totholz, Steinhaufen oder Insektenhotels in Ihrem Garten platzieren. Diese bieten Verstecke und Nistplätze für verschiedene Arten.
  5. Natürlicher Mulch: Verwenden Sie natürlichen Mulch wie Laub oder Holzspäne, um den Boden feucht zu halten und als Versteck für Insektenlarven und -puppen zu dienen

 

Autor: Sebastian Everding

Migräne-Bewusstseins-Monat im Juni

Was ist eigentlich Migräne? Auf jeden Fall keine „Ausrede“, sondern eine (schwere) chronische Erkrankung mit hoher Dunkelziffer. Noch immer erleben Patient:innen eine Odyssee bis zur Diagnose und kämpfen viel zu häufig um die Anerkennung der Krankheit, denn Migräne ist mehr als nur Kopfschmerz. Es handelt sich dabei um eine komplexe neurologische Erkrankung, bei der Betroffene ein 3 bis 7 Mal höheres Risiko für Depressionen, Angsterkrankungen und Suizid haben als Gesunde. Nicht nur deswegen zählt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Migräne zu den am stärksten behindernden Krankheiten.

Im Juni findet der Migräne Bewusstseins Monat statt, eine wichtige Initiative zur Aufklärung und Sensibilisierung für eine Erkrankung, die leider immer noch zu oft von der Gesellschaft vernachlässigt wird. Dieser Monat bietet eine wertvolle und wichtige Gelegenheit, das Bewusstsein für die Auswirkungen und die Komplexität dieser neurologischen Erkrankung zu schärfen. Vorurteile über Migräne halten sich hartnäckig. Sie spiegeln sich in Aussagen „Klaus ist heute nicht an seinem Arbeitsplatz – hat mal wieder seine Migräne genommen“ oder auch „Migräne ist, wenn Frauen keine Lust auf Sex haben“ wider.

Migräne ist weit mehr als nur ein “gewöhnlicher” Kopfschmerz. Sie kann eine immense Belastung für die Betroffenen und deren Angehörige darstellen und ihre Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Die Symptome reichen von intensiven Kopfschmerzen, die oft von Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Geräuschempfindlichkeit begleitet werden, bis hin zu kognitiven Beeinträchtigungen, bekannt als Migräneaura. Die Anfälle können Stunden bis hin zu mehreren Tagen dauern und können sich regelmäßig oder unregelmäßig wiederholen. Trotz der beträchtlichen Anzahl von Menschen, die unter Migräne leiden, bleibt das Verständnis und die Akzeptanz in der Gesellschaft oft begrenzt. Viele Menschen, die nicht selbst von Migräne betroffen sind, können die Schwere und den Einfluss dieser Erkrankung auf das tägliche Leben nicht vollständig nachvollziehen. Dies führt häufig zu Stigmatisierung, Unverständnis und Vorurteilen. Laut Zahlen des RKI erfüllen 14,8 % der Frauen und 6,0 % der Männer die kompletten Kriterien für Migräne in Deutschland, was mehreren Millionen Menschen entspricht.

Der Migräne Bewusstseins Monat im Juni zielt darauf ab, diese Lücke zu schließen und das Bewusstsein für Migräne zu schärfen. Während dieses Monats werden verschiedene Veranstaltungen, Kampagnen und Informationskampagnen durchgeführt, um die öffentliche Aufmerksamkeit auf diese Erkrankung zu lenken. Ziel ist es, das Verständnis für Migräne zu verbessern, Betroffene zu unterstützen und die Forschung zu fördern.Es ist wichtig anzuerkennen, dass Migräne eine chronische Erkrankung ist, die das Leben der Betroffenen stark beeinflusst. Arbeit, Schule bzw. Studium, soziale Interaktionen und alltägliche Aktivitäten können schwierig sein, wenn man unter Migräne leidet. Eine angemessene Unterstützung, Rücksichtnahme und Vorbeugung sind daher unerlässlich, um den Betroffenen zu helfen, mit dieser Erkrankung umzugehen und ein Leben ohne Stigmatisierung und Vorurteile zu führen.

Es ist an der Zeit, dass Migräne als ernstzunehmende Erkrankung anerkannt wird, und der Migräne Bewusstseins Monat im Juni spielt eine wichtige Rolle dabei. Indem wir das Bewusstsein für diese ernste neurologische Erkrankung schärfen, können wir dazu beitragen, die Stigmatisierung abzubauen, das Verständnis zu verbessern und die Lebensqualität der Betroffenen und deren Angehörigen zu erhöhen. Es ist an der Zeit, dieses Thema aus dem Schatten zu holen und ihr die Aufmerksamkeit zu schenken, die sie und alle Patient:innen verdienen.

Wissenswertes rund um das Thema Migräne findet man auf der Homepage der Schmerzklinik Kiel

Autor: Sebastian Everding

Dortmund pflanzt pro Kind einen Baum

In der Sitzung des Ausschusses für Klimaschutz, Umwelt, Stadtgestaltung und Wohnen (AKUSW) am Mittwoch wurde empfohlen, künftig für alle Neugeborenen in Dortmund Bäume durch die Stadt pflanzen zu lassen. Alle Eltern der jährlich rund 5.600 neugeborenen Dortmunder Kinder sollen das Angebot erhalten, dass für ihr Baby ein Baum in Dortmund gepflanzt werden soll. Jeder dieser Bäume soll dabei eine individuelle Identifikationsnummer erhalten, die der Kindesfamilie mitsamt dem jeweiligen Standort postalisch mitgeteilt werden soll. Zusätzlich soll auch eine Integration in städtische Online- oder App-Angebote geprüft werden.

Sebastian Everding, sachkundiger Bürger für die Partei Mensch Umwelt Tierschutz (Tierschutzpartei) als Teil der Fraktion Die Linke+ begründet diese Initiative damit, dass damit die Verbundenheit aller neuen Bürgerinnen und Bürger mit der Heimatstadt und vor allem der Natur bereits ab der Geburt gestärkt werden soll. „Bäume binden Kohlenstoff und helfen damit, die Menge an klimaschädlichen CO₂ in der Erdatmosphäre zu reduzieren. Den Kohlenstoff nutzen sie für ihr Wachstum und speichern es in ihrer Holzmasse – Baum und Kind wachen dann gemeinsam in unserer Stadt heran“, so Everding und hofft auf eine Einbindung der neu gepflanzten Bäume in pädagogische Konzepte der städtischen Schulen und Kitas.

Auch die Fraktionen von Bündnis 90/Die Grünen und CDU unterstützen den Antrag und regten eine Integration in das bereits im Juni 2021 beschlossene Konzept der sogenannten „Zukunftsbäume“ an, bei dem 5.000 Bäume pro Jahr gepflanzt werden sollen, eine Umsetzung bislang jedoch noch aussteht. Auf Basis der Anträge soll die Verwaltung nun verstärkt in konstruktiver Zusammenarbeit mit den Bezirksvertretungen mögliche Baumstandorte und die Reaktivierung ungenutzter Baumscheiben prüfen sowie weitere Flächenpotenziale für Baumstandorte z. B. in Parks, auf Parkplätzen, auf Schulhöfen, Grünflächen im gesamten Stadtgebiet ermitteln.

Blau ist das neue grün – Für eine nachhaltige europäische Wirtschaftspolitik

Zum Thema einer nachhaltigen, ressourceneffizienten und umweltfreundlichen Wirtschaft auf EU-Ebene wird den meisten wohl der sogenannte „Green Deal“ als Initiative der Europäischen Union (EU) in den Sinn kommen. Diese zielt darauf ab, Europa bis zum Jahr 2050 klimaneutral zu machen. Neben der Klimaneutralität sind dabei auch die Förderung erneuerbarer Energien, die Kreislaufwirtschaft, Biodiversität sowie Landwirtschaft und Ernährung elementare Bestandteile.

Die Blue Economy nach Gunter Pauli geht dabei noch einen Schritt weiter, da sie auf dem Prinzip des „Null-Abfalls“ basiert und darauf abzielt, nachhaltige Lösungen zu schaffen, indem natürliche Ressourcen effizient genutzt und in Kreisläufen verwertet werden. Pauli war in den 1990er Jahren CEO des Unternehmens Ecover und errichte in dieser Zeit eine Fabrik, die komplett ohne CO₂-Emissionen auskam, jedoch Palmöl verwendete, für das, wie Pauli wenig später erfuhr, Regenwald abgeholzt wurde. Für den Firmenchef wurde in dem Moment deutlich, dass „grün“ nicht gleichbedeutend mit „nachhaltig“ sein muss und dass Wirtschaft grundsätzlich neu gedacht werden muss. Kurz darauf entstand das Zero Emission Research and Initiative-Netzwerk (ZERI), in dem weltweiten Unternehmen und Forschende vernetzt sind und mit dessen Unterstützt Pauli im Jahr 2004 schließlich den Begriff „Blue Economy“ einführte. Die Farbe steht dabei sinnbildlich für unseren blauen Planeten, an dessen regionalen Ökosystemen sich eine nachhaltige Wirtschaft orientieren soll. Inzwischen werden Paulis Prinzipien weltweit vor allem in Entwicklungsländern in über 200 Projekten angewandt, wodurch in den letzten Jahren bis zu drei Millionen neuer Jobs geschaffen werden konnten.

Im direkten Bezug auf die Europapolitik kann die Blue Economy eine transformative Kraft entfalten, indem sie innovative Ansätze fördert und einen Paradigmenwechsel in der Art und Weise der Nutzung lokaler Ressourcen und Förderung regionaler Wirtschaftskreisläufe einleitet. Anstatt auf importierte Rohstoffe und Produkte zu setzen, sollten europäische Gebiete und Regionen ihre eigenen Ressourcen nachhaltig nutzen und innovative Wertschöpfungsketten aufbauen. Gerade für Küstenregionen kann dies beispielsweise durch die Entwicklung von maritimen Bioökonomien erreicht werden. Hier können z. B. Abfall- und Nebenprodukte aus der Algenzucht oder aus Alternativen zu Fischzucht oder Fischfang genutzt werden, um neue Produkte wie Nahrungsmittel, Tierfutter, pharmazeutische Wirkstoffe oder biobasierte Materialien herzustellen.

Die Europapolitik sollte auch im urbanen Raum Maßnahmen fördern, um so nachhaltige städtische Systeme zu schaffen. Beispielsweise können Gebäude mit innovativer Architektur und nachhaltigen Materialien konstruiert werden, um Energieeffizienz und Abfallreduzierung zu fördern. Die Nutzung von erneuerbaren Energien und die Integration von Natur- und Wasserressourcen in städtische Landschaften können ebenfalls gefördert werden. Der gleiche Ansatz gilt auch für Förderung von nachhaltigen Transport- und Logistiklösungen: Die Europapolitik kann hier gezielt Anreize schaffen, welche z. B. die Entwicklung von Elektromobilität, die Förderung von öffentlichem Nahverkehr und die Verbesserung der Infrastruktur für Fahrrad- und Fußgängerverkehr umfassen.

Eine besonders große Hebelwirkung auf EU-Ebene stellt in Bezug auf die Blue Economy auch die Förderung von innovativen Landwirtschaftspraktiken wie z.B. Permakultur, Agroforstwirtschaft oder vertikale Landwirtschaft dar. Diese Ansätze nutzen Ressourcen effizienter, minimieren den Einsatz von Chemikalien und können eine nachhaltige Lebensmittelproduktion ermöglichen. Auch der Industrie kommt bei diesem neuen Wirtschaftsansatz auf EU-Ebene eine Schlüsselrolle zu, bei der die Europapolitik Anreize schaffen kann, um die Integration erneuerbarer Energien in die Industrie zu fördern. Dies könnte die Unterstützung von Unternehmen bei der Umstellung auf erneuerbare Energien und energieeffiziente Prozesse umfassen. Beispielhaft könnten industrielle Abwärme oder Abfallströme zur Energieerzeugung genutzt werden.

Der entscheidende Faktor zum Gelingen ist jedoch der Mensch. Europapolitik kann und soll dabei eine gezielte Förderung von Bildungseinrichtungen, Forschungsinstituten und Innovationszentren mit nachhaltigem Schwerpunkt zur Kreislaufwirtschaft betreiben, umso stetig neue Lösungen und Technologien entwickeln zu können, um einen ökologischen und sozialen Fortschritt zu gewährleisten, ohne dabei ökonomische Aspekte zu vernachlässigen.

Bei der durch die EU-Kommission propagierten Green-Economy soll Nachhaltigkeit durch technologische Innovationen erreicht werden, aber ohne das System grundsätzlich verändern zu wollen. Derzeit findet die Blue Economy fast ausschließlich Anklang in Entwicklungsländern, eine Adaption in den großen europäischen Industrienationen scheiterte bislang. Laut Pauli lässt sich das darauf zurückführen, dass viele Unternehmen das vermissen lassen, was die Natur ausmacht: Kreativität und beständiger Wandel. Dies gilt wohl aktuell auch noch für die meisten Politikerinnen und Politiker.

Autor: Sebastian Everding

Europawahlen 2024 – Deine Stimme für die Partei Mensch Umwelt Tierschutz

Brüterei tötet Küken im Ausland

Das Töten männlicher Küken ist seit 01.01.2022 in Deutschland verboten, in den meisten anderen EU-Ländern aber weiterhin gängige Praxis. Drei Brütereien in NRW geben sie daher ins Ausland ab (wahrscheinlich auch weitere Brütereien im Rest von Deutschland). Eine von ihnen gibt sogar zu, dass die Küken dort getötet werden.

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Die Notwendigkeit eines umfassenden Tierschutzes am Beispiel Rumäniens

Seit zwei Jahren lebt mein Hund, ein Collie-Shepherd-Mischling aus Rumänien von der in Bukarest und Trier ansässigen Organisation ADOR bei mir. Welch eine Freude er mir bereitet, seine zurückhaltende Art und sein Lächeln sind einfach hinreißend. Vor einigen Tagen wurde er 10 Jahre alt.

Nur damit ist leider das äußerst ernste Problem im Bereich des Tierschutzes in Rumänien nicht gelöst. Die Essenerin Susanne Wrenger von der privat organisierten Initiative TierLiebeLeute, die mittlerweile 80 Personen umfasst, berichtet, dass Hunderttausende heimatloser Hunde und Katzen täglich um ihr Überleben in Rumänien kämpfen müssen. Die rumänische Regierung erließ aufgrund eines fragwürdigen „Beißvorfalls“ im Jahre 2013 das Tötungsgesetz 258/2013, welches das systematische Töten von Straßenhunden verankert, anstatt nach humanitären Lösungen zu suchen. Durch dieses Gesetz konnte sich ein lohnendes Geschäft skrupelloser Hundefänger etablieren, da diese zusammen mit Tierheimen und Tötungsstationen mit üppigen staatlichen Mitteln entlohnt werden. Es bestand dadurch weitgehend kein Interesse daran, die Hundepopulationen durch Kastrationen zu reduzieren.

Die einzige Möglichkeit, dieses Problem zu lösen, besteht darin, ein umfassendes, effektives, verbindliches und kontrollierbares Kastrationsprogramm einzuführen. Dadurch wird verhindert, dass weitere Tiere geboren, das Überleben und das Wohl der Tiere gesichert werden.

Zwar wurde die rumänische Regierung durch die EU ermahnt, ein tierfreundliches Stray-Dog-Mangement umzusetzen, da die rumänischen Gesetze konkrete Vorgaben bezüglich der einzuhaltenden Tierschutzstandards wie die medizinische Versorgung, Kastrationen, Maximalbelegungen in Zwingern und Unterbringung von Hündinnen und Welpen aufzeigen. Eine Umsetzung ist leider weitgehend nicht erfolgt, weil eine Kontrolle nicht erfolgt. Die Beweise und Beschwerden vieler Tierschutzorganisationen bei der EU von Verstößen gegen Tierschutzstandards haben keinerlei Konsequenzen.

Rumänien erhält Gelder, welche zum Teil in das Straßenmanagement und die Abfallwirtschaft fließen, wozu auch das Stray-Dog-Management zählt, also das Einfangen und Töten von Straßenhunden.

Da sich die EU nicht zuständig fühlt, ist es dringend notwendig, dass die Regierung und die Gemeinden in Rumänien eingreifen, um sicherzustellen, dass die Tötungsstationen geschlossen oder nicht mehr finanziert werden, also das lukrative Geschäft beendet wird. Es muss ein System mit EU-Mitteln implementiert werden, welches die Pflege und den Schutz für alle heimatlosen Tiere garantiert.

Jedes Lebewesen verdient ein Leben in Würde und Freiheit von Schmerz und Leid.

Frau Susanne Berghoff (Landesvorsitzende der Partei Mensch Umwelt Tierschutz – Tierschutzpartei) hat zu Recht auf positive Beispiele in Rumänien hingewiesen. Es gibt Kommunen in Rumänien, die zweckgebundene Gelder für die Kastration bereitstellen. Im einzelnen sollen kurz beispielhaft drei Aktivitäten beschrieben werden:

  • Equiwent (Internationale Hilfsorganisation für Mensch und Tiere in Not)
    Seit 2017 betreibt diese NGO ein aktives Kastrationsprogramm für Hunde in Nordrumänien, welches 2022 komplett überarbeitet wurde. So wurden weitere Standorte eröffnet und zusätzliche Kastrationsmobile auf die Straße gebracht. Es wird nach dem Motto verfahren:
    Elend verhindern, bevor es entsteht.
    „Bei dem Engagement dieser Organisation wird vorbildhaft deutlich, dass Tierschutz nur funktioniert, wenn die Menschen mit ins Boot geholt werden.“, so das Statement von Frau Berghoff.
    (
    siehe equiwent.org/kastrationen und der Bericht von Markus Raabe)
  • Auelian Stephan
    Er ist ein engagierter Tierarzt, der im Homeless Hospital in Rumänien arbeitet und sich unermüdlich für die dortigen Straßenhunde einsetzt. Unterstützt wird er u. a. von dem Eifeltatzen in Not e. V. (www.eifeltatzeninnot.de)
  • DsN e. V. (Deutschland sagt Nein zum Tiermorden)
    In Giurgiu wird eine DsN-Farm betrieben, die an die 250 Hunde aufgenommen hat, sich dabei um die Vermittlung um ein neues Zuhause bemüht sowie Kastrationsaktionen durchführt.(www.deutschlandsagtnein.org).

Es gilt auch darauf hinzuweisen, dass aufgrund des religiösen Hintergrundes überwiegend in der Dorfbevölkerung das Kastrieren von Tieren abgelehnt wird.

Die Essenerin Frau Wrenger hat die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen in dieser Angelegenheit am 25.01.2023 angeschrieben. Herr Andrea Gavinelli, ihr Mitarbeiter, hat deutlich gemacht, dass die EU nicht tätig werden könne, da das Wohlergehen von Hunden den nationalen Rechtsvorschriften der Mitgliedsstaaten unterliegen. Die EU-Kommission plant derzeit eine Überarbeitung der EU-Tierschutzvorschriften und prüft Möglichkeiten, weitere Bestimmungen bezüglich des Schutzes von Heimtieren auszuarbeiten.

Ob dies ein Hoffungsschimmer bedeutet, wird sich zeigen. Im Wahlkampf im nächsten Jahr zum Europaparlament wird dies ein wichtiges Thema für die Tierschutzpartei sein! Neben Rumänien gibt es weitere EU-Länder, wie z.B. Ungarn und Spanien, die den Tierschutz ebenfalls hintanstellen.

Für den/die interessierte/n Leser:in sei auf das Interview mit Dr. Carmen Arsene über den Tierschutz in Rumänien hingewiesen. Das Interview führte Dr. Sarah Fretzer, ehemalige Beisitzerin der Partei Mensch Umwelt Tierschutz – Tierschutzpartei, Landesvorstand Niedersachsen, am 20.02.2017.

Wir sind 30!

Als vor genau 30 Jahren die Tierschutzpartei gegründet wurde, ahnte da schon jemand, was noch alles auf uns zukommen würde, dass der Weg nicht einfach sein würde?

Vermutlich schon. Und trotzdem gingen sie ihn damals und gehen wir ihn heute weiter! Continue reading “Wir sind 30!”

Trauer um Helmut Wolff

Sich selbst treu zu bleiben und nach seinem Gewissen zu handeln, gleichzeitig aber mit viel Geduld und Herzenswärme auf andere zuzugehen, das schaffen nur die allerwenigsten Menschen.

Helmut Wolff hatte diese Eigenschaften. Er war ein außergewöhnlicher Mensch, ein Ratgeber für uns alle, ein standhaftes Vorbild, eine Institution.

Helmut ist gestern verstorben. Continue reading “Trauer um Helmut Wolff”

Vorsicht, Hundehalter:innen – Giftköder-Warnung für NRW!

In den letzten Tagen treiben offenbar wieder vermehrt in einigen Städten in NRW Hundehasser:innen ihr Unwesen und legen Giftköder aus. Dazu zählen der Raum Breitscheid, Düsseldorf, Mönchengladbach, Ratingen und Krefeld, aber auch Mülheim, Duisburg, Velbert, Moers, Essen, Dormagen, Wuppertal und Willich.

Diese verachtenswerten Leute mit krimineller Energie verstecken diese in Gestrüpp oder dichten Büschen, in Parks, auf Feldern, Hundefreilaufzonen, Geh- und Radwegen mit Rasenzonen. Wer verhindern will, dass sein Tier Opfer eines heimtückischen und grausamen Guftanschlags wird, sollte besonders wachsam sein. Ein Giftköder könnte in etwa  so aussehen: Hackfleisch oder Brot und Brötchen mit scharfen Gegenständen, Klingen oder Scherben, Fleischbällchen mit Gift, Schneckenkorn.

Im Verdachtsfall sollte immer die Polizei informiert und gegebenenfalls Anzeige erstattet werden. Einige Hundeschulen bieten auch ein spezielles Training an, um beim Spaziergang keine (vermeindlichen) Leckereien aufzusammeln.
Auf der Seite www.giftkoeder-radar.com/ können aktuelle Giftköderwarnungen gesichtet werden.

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Lützerath steht für 1,5°!

Mit der Räumung und dem Abriss von Lützerath wird deutlich, dass das Klimaziel nicht eingehalten werden soll, sondern das Konzerninteresse durchgesetzt wird. Der massive Einsatz von Polizeikräften steht für den Schutz von Eigentum und nicht für den Klimaschutz. Die Klimaaktivisten, die zumeist friedlich demonstrieren, wollen eine Wende der Energiepolitik erreichen, einen Wandel hin zu einem wirksamen Klimaschutz.

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