Captain Paul Watson in Hannover

Am 11. September d. J. kommt auf Einladung der Partei Mensch Umwelt Tierschutz der weltbekannte Umweltaktivist Captain Paul Watson von der Organisation Sea Shepherd nach Hannover, um mit einem Vortrag Einblicke in seine Arbeit zu geben. Im Anschluss an den Vortrag von Herrn Watson bieten wir Ihnen die Möglichkeit, diesen schon heute legendären Umweltaktivisten und den Parteivorsitzenden Stefan Bernhard Eck zu interviewen.

Einige Informationen über Paul Watson: Er versenkte Walfangschiffe, war Mitbegründer von Greenpeace und kämpft seit über 30 Jahren mit seinen Schiffen unter der Totenkopf-Flagge von Sea Shepherd für den Schutz der Weltmeere.

Mit spektakulären Aktionen, wie zum Beispiel das Rammen und Versenken von Walfangschiffen, die gezielte Behinderung der Robbenjagd in Kanada und des Abschlachtens von Delfinen in japanischen Gewässern, wurde Sea Shepherd innerhalb kurzer Zeit international bekannt.

Jedes Jahr im Winter entsendet Sea Shepherd Schiffe in die Antarktis, um den umstrittenen Walfang Japans zu stoppen; Tier- und Umweltschützer in aller Welt feiern Paul Watson als den konsequentesten Verteidiger bedrohter Meerestiere. Seine Gegner bezichtigen ihn des Terrorismus, er selbst bezeichnet seine Taktik als “aggressive Gewaltlosigkeit” und legt Wert auf die Feststellung, bei seinen Aktionen noch nie einen Menschen verletzt zu haben. Zu seinen Unterstützern zählen Prominente wie Pierce Brosnan, Daryl Hannah, Martin Sheen, Prinz Albert von Monaco und der Dalai Lama. Im Jahr 2000 wählte ihn das Time Magazine zum “Umwelthelden des 20. Jahrhunderts”, und 2008 bezeichnete ihn die britische Tageszeitung The Guardian als “einen der 50 Menschen, die die Welt retten könnten”.

Die Partei Mensch Umwelt Tierschutz will mit ihrer Kampagne “MOTION FOR THE OCEAN” sowie mit dieser außergewöhnlichen Veranstaltung – gemeinsam mit Captain Paul Watson – auf die Dringlichkeit des Schutzes der Weltmeere und ihrer Bewohner aufmerksam machen.

Ort: Hotel Crowne Plaza, Hinueberstraße 6, 30175, Hannover, Beginn: 19.00 Uhr (Einlass ab 18.40 Uhr), Datum: 11. September 2010

Stefan Bernhard Eck
Partei Mensch Umwelt Tierschutz
Bundesgeschäftsstelle, Abteilung Presse-Arbeit
Fritz-Schumacher-Weg 111, 60488 Frankfurt/Main

Ein mutiger Rufer in der Wüste…

Eugen Drewermann auf dem Kirchentag am 27.08.2010 in Dortmund

Der Vortrag von Kirchenkritker Eugen Drewermann wäre beinahe ins Wasser gefallen. Bei herandrohenden Sturmböen und Gewitterfronten wurde die Freiluft-Verstaltung erst verschoben und dann schließlich von Drewermann persönlich gerettet: Er lud das Publikum kurzerhand auf die Bühne ein, um es vor dem Regen zu retten. Es wurde geräumt und geschoben und schließlich predigte Drewermann inmitten von Kindern, Hunden und erwachsenen Menschen auf engstem Raum. Eugen Drewermann ging in seinem völlig frei gehaltenen Vortrag schnörkellos auf die drängensten Probleme unserer Zeit ein – Artensterben und Überbevölkerung, Anthropozentrik und rein rationales, lineares Denken waren seine Themen. Zwar ist es noch nicht bei allen angekommen, aber der in unserem Land gängige Grundsatz “Ökonomie vor Ökologie” habe laut Drewermann nur solange Sinn, bis wir unsere Erde damit kaputt gewirtschaftet haben. Auf der Erde seien zwar immer wieder Arten ausgelöscht worden, aber dafür kamen neue wieder. Die Umweltzerstörung, die durch den Menschen verursacht werde, leiste diesen Ausgleich nicht. Bei der Bevölkerungsexpansion würde man spätestens in 50 Jahren jeden der fahrlässigen Tötung anklagen, der sich wie der Papst gegen Kondome oder andere Formen der Empfängnisverhütung ausspreche.

Schon jetzt kaum noch überschaubare Probleme wie die Urbanisierung, der Rückgang der nicht-menschengeschaffenen Natur zwischen Hochalpen und Wattenmeer seien Grundlage von “Perversionsketten”.

Unser Umgang mit Tieren sei Tierquälerei in milliardenfachem Umfang und verstöße gegen sämtliche Tierschutzgesetze. Unsere Ethik lasse dieses Verhalten jedoch zu – der “Ahimsa” – Gedanke indischer Religionen komme im Christentum leider nicht vor, sie sei artkategorisch und stelle den Menschen in das Zentrum des Kosmos. Tierquälerei sei den Teilnehmern dieser Ethik egal, solange sie dem Menschen dienlich sei. Die Natur habe im Abendland keine Rechte, da der einzige Rechtsträger der Mensch sei. Egal ob man an die Tötung von Millionen von Rindern zu Zeiten der BSE-Krise denke oder an das militärische Vorgehen bei der tausendfachen Vergasung potentiell an der Vogelgrippe erkrankter Enten, die Bibel selbst beinhalte laut Drewermann kein einziges Gebot, in dem stünde “lasset die Tiere in Ruhe”. Stattdessen nur fatale Forderungen wie “wachset und vermehret euch” und “herrscht über die Erde” (Gen 1, 28-29) oder wenig bekannte Bibelpassagen wie Gen 9, 1-3 “Schrecken soll sein den Tieren vor dem Menschen”. Das führe dazu, dass die meisten immer noch davon ausgehen, dass nur Menschen eine Seele haben, was uns mit einer absolutistischen Verfügungsgewalt ausstatte, die auf Gottesgleichheit basiere.

 

Dabei würde uns doch nur kurzes Nachdenken über die Evolution und die Erdgeschichte ausreichen, um wachzurütteln, dass wir eben keine Sonderstellung in der Natur einnehmen, sondern erst seit kurzer Zeit da seien und uns wahrscheinlich in nächster Zeit auch wieder selbst eliminieren werden. Dann werde die Natur aufatmen. Er mutmaßt sogar, dass dann vielleicht andere Arten Intelligenz entwickeln würden, vielleicht dann Pflanzenfresser statt Jäger. Drewermann fordert eine Ethik nach Darwin, nach der wir Menschen eben nicht im Zentrum der Welt stehen und betet, wir “wären intelligente Tiere geblieben und nicht wahnsinnig gewordene”. Die Neurologie könne uns dabei helfen, unserer Stellung im Kosmos zu überdenken.

Schopenhauer sei der erste Philosoph gewesen, der durch die Bibel zum empörten Atheisten wurde. Von ihm stamme der Ausspruch “Tiere leben in der Hölle und ihre Teufel sind die Menschen” . Seiner Meinung nach müsse Ethik Gefühle angreifen, ganz zentral sei das Mitleid. Allerdings erläutert Eugen Drewermann, dass Gefühle auch durch den Verstand kontrolliert werden müssen.

Wir müssen wieder hin zu zyklischem Denken, wie es z.B. die Indianer haben. Zerstörtes müsse wieder ersetzt werde, das Gleichgewicht muss wiederhergestellt werden. Sonst könne uns niemand aufhalten, was uns “kriminell und gemeingefährlich” mache. Egal ob Militärversuche, um hochgradig effektive Massenvernichtungswaffen herzustellen oder der Versuch, Tiere so zu züchten und zu manipulieren, dass wir noch mehr Gewinn an ihnen machen können (Bsp. Hühner ohne Federn), das Wirtschaftsdenken, welches nur auf die Gewinnmaximierung abziele, sei “ein Ungeheuer, welches durch einen Totalcrash zu Fall gebracht werden muss”. Er hoffe, der Kapitalismus wird zusammenbrechen, bevor er noch mehr unendliches Leid verursache.

Drewermann betonte unablässig die Verbundenheit von Mensch, Tier und Natur und dass alles, was wir tun, auf uns zurückfalle. Wir dürfen unsere Erde nicht länger verkaufen, sie gehöre uns schließlich gar nicht. Der Mensch sei immerhin nur ein Wimpernschlag in der Geschichte der Erde.

Stierkampf in Katalonien verboten – endlich!

Das Regionalparlament in Katalonien, wirtschaftsstärkste Region Spaniens, hat nun für ein Verbot des Stierkampfes gestimmt. Ermöglicht wurde die Abstimmung durch ein vorangegangenes katalanisches Volksbegehren mit über 180.000 Unterschriften. Unterstützung erfuhr dieses Referendum auch durch fast 170.000 Menschen aus über 120 Ländern, die sich mit ihrer Stimme ebenfalls für ein Verbot des Stierkampfes in Katalonien aussprachen.

Schon seit längerer Zeit verliert diese Schreckensbranche an Zuspruch. Der ungleiche und unfaire “Kampf” ist an Perfidität kaum zu überbieten. Schon tagelang vor dem Arena-Kampf werden die Tiere durch verschiedene barbarische Tortouren in Schmerzen versetzt und geschwächt, um für den Matador kaum noch eine Gefahr darzustellen.

Spaniens Stierkampflobby legitimiert ihren ausgelebten Sadismus als spanisches “Kulturerbe” und plant, mit einem Antrag bei der UNESCO den Stierkampf als schützenswertes immaterielles Kulturgut anzuerkennen. Besonders empörend auch: Die spanischen Kampfstierzüchter erhalten jährlich viele Millionen Euro als EU-Subvention.

Eine jahrhundertelange blutige Barbarei findet nun ab 2012 in Katalonien ihr Ende. Diese Entscheidung ist ein historischer Schritt und zeigt auch, dass der Tierschutz international einen hohen gesellschaftlichen Stellenwert erreicht hat. Hoffentlich gilt dieses Verbot jetzt als Signal für ganz Spanien.

Die Partei Mensch Umwelt Tierschutz begrüßt den Beschluss des Regionalparlaments von Katalonien außerordentlich, denn die legalisierte Tierquälerei des Stierkampfes ist für Europa eine Schande.

Marita Adler
Partei Mensch Umwelt Tierschutz
Bundesgeschäftsstelle, Abteilung Presse-Arbeit
Fritz-Schumacher-Weg 111, 60488 Frankfurt/Main

In die Radikalität getrieben…

Für den Brandanschlag auf die noch nicht mit Tieren besetzte Mastanlage für “Hähnchen” in Sprötze (Niedersachsen) in der Nacht zum 30. 07.10 hat sich eine deutsche Gruppe der A.L.F. (Animal Liberation Front) mit einem Bekennerschreiben verantwortlich erklärt.

Die Partei Mensch Umwelt und Tierschutz wertet diesen Brandanschlag als ein klares Zeichen dafür, dass immer mehr konsequente Tier- und Umweltschützer in unserem Land die Hoffnung verloren haben, sich effektiv mit legalen, rechtsstaatlichen Mitteln gegen solche Unrechts- und Elendsprojekte wie diese Mastanlage zu wehren! Sie werden in die Radikalität getrieben, weil ihre Bemühungen um Verbesserungen zum Schutz der Tiere und der Umwelt bei den politisch Verantwortlichen auf taube Ohren stoßen. Die Mastanlage in Sprötze sollte als Zulieferungsanlage für den geplanten “Hähnchen”-Schlachthof in Wietze (der größte Betrieb dieser Art in Europa) dienen. Um dieses Großprojekt zu realisieren, müssen im Umkreis von 100 Kilometern über 400 neue “Hähnchen”-Mastanlagen errichtet werden, wogegen seit Monaten Tier- und Umweltschützer vergeblich Sturm laufen – unterstützt von vielen Bürgerinitiativen vor Ort, die sich vornehmlich gegen die zu erwartenden Geruchs-, Verkehrs- und Lärmbelästigungen zur Wehr setzen.

Nach diesem Brandanschlag, einer Verzweiflungstat von Menschen, die sich vermutlich in einem massiven emotionalen Notstand befanden, stehen nun vielerorts Tierschützer und Umweltaktivisten pauschal am Pranger und nicht etwa diejenigen, die für massenhaftes Tierleid verantwortlich sind und damit diese Straftat provoziert haben.

Die Agrarministerin von Niedersachsen, Astrid Grotelüschen (CDU), selbst Miteigentümerin einer Mastanlage für Puten, setzt weiterhin auf den Bau von Tier-KZs und klagt die falschen Täter an – Bürgerinnen und Bürger, die sich nicht anders zu helfen wussten, als zum Mittel der “Gewaltanwendung gegen Sachen” zu greifen!

Man sollte darüber nachdenken, was unserer Demokratie mehr schadet: der Brandanschlag in Sprötze oder die Reaktion darauf seitens der niedersächsischen Agrarministerin. Hier wurde wieder einmal deutlich, dass die berechtigten Sorgen Hunderttausender Tier- und Umweltschützer ungehört bleiben, weil man/frau es sich nicht mit den Hühnerbaronen in Niedersachsen verderben will.

Es ist gut, dass Wulff jetzt in Berlin ist!

Die Partei Mensch Umwelt Tierschutz gratuliert Christian Wulff zu seiner Wahl zum Bundespräsidenten. Wir erwarten, dass er in diesem neuen Amt nicht parteigefärbt agiert, sondern das Vertrauen in die “Institution Bundespräsident” gewährleistet.

Dass sich Wulff erst im dritten Wahlgang gegen den parteilosen Joachim Gauck durchsetzen konnte, ist ein Beweis für den desolaten Zustand der Koalition.

Als CDU-Ministerpräsident von Niedersachsen versagte Wulff in seiner Regierungskoalition mit der FDP total im Bereich des Umwelt- und Tierschutzes. Er trat unter anderem für die risikoreiche Verlängerung der Laufzeit von Atomkraftwerken ein und förderte die massive Ansiedlung riesiger Agrarfabriken. Insoweit ist sein Ausscheiden als Ministerpräsident zu begrüßen.

Es bleibt zu hoffen, dass sich sein Nachfolger durch mehr Verantwortung für die Staatszielbestimmung Umwelt- und Tierschutz auszeichnen wird.

Marita Adler
Partei Mensch Umwelt Tierschutz
Bundesgeschäftsstelle, Abteilung Presse-Arbeit
Fritz-Schumacher-Weg 111, 60488 Frankfurt/Main

Grünes Licht für Tierexperimentatoren

Wieder einmal wird der profitorientierten Pharma- und Tierquallobby Tür und Tor geöffnet. Der Pharmakonzern Boehringer Ingelheim hat vom Staatlichen Gewerbeaufsichtsamt Hannover die gentechnische Baugenehmigung für den Bau eines Tierversuchslabors in Hannover erhalten. Somit gilt auch die Genehmigung des Städtischen Bauamts für das 35 – 40 Millionen-Euro-Projekt als erteilt. Eine aufschiebende Wirkung dieser Genehmigungen wäre nur durch bis Mitte August einzureichende Klagen der Anwohner gegeben.

Ungeachtet jahrelanger massiver Bürgerproteste will Boehringer ein Forschungszentrum für „Nutztier“-Impfstoffe bauen, das zudem mitten in einem Wohngebiet errichtet werden soll. An dort in einer Mastanlage gehaltenen Schweinen und später auch Rindern werden Tierimpfstoffe entwickelt, die zu noch exzessiverer Massentierhaltung beitragen sollen. Die Kosten für diese Impfstoffe werden Gewinne in riesiger Millionenhöhe in Boehringers Kassen spülen.

Zuvor scheiterte der Pharmakonzern Ingelheim mit diesem Bauvorhaben in Tübingen. Dort hatten Ende 2006 Bürgerproteste die Ansiedlung des Tierversuchslabors verhindert. Bürgerproteste in Hannover richten sich auch hier nicht nur gegen derartige Tierversuche, sondern sehen auch unkalkulierbare Gefahren durch Experimente mit genmanipulierten Viren vorprogrammiert.

Es ist nicht zu verstehen, dass die Politik ihre Verpflichtung zum Schutze von Mensch und Tier nicht ernst nimmt. Sie sollte nun endlich einer wissenschaftlich sinnvolleren tierversuchsfreien Forschung den Vorrang einräumen.

Marita Adler
Partei Mensch Umwelt Tierschutz
Bundesgeschäftsstelle, Abteilung Presse-Arbeit
Fritz-Schumacher-Weg 111, 60488 Frankfurt/Main

IWC: Faules Kompromisspapier gescheitert

Die IWC – Internationale Walfangkommission -, der 88 Mitgliedsstaaten angehören, entpuppt sich zunehmend als Papiertiger. Ein sage und schreibe drei Jahre lang von der IWC ausgearbeitetes “Kompromisspapier” wurde im Februar dieses Jahres vorgelegt und sollte die konträren Interessen von Walschutz- und Walfangländern berücksichtigen. Es sah vor, das bestehende Verbot des kommerziellen Walfangs für zehn Jahre aufzuheben. Dieses internationale Walfangverbot wurde bereits 1986 ausgesprochen. Von Norwegen und Island wurde dieses Verbot gar nicht erst anerkannt; von Japan wurde es umgangen mit der Begründung, man fange Wale nur zu Forschungszwecken, was gemäß internationalem Recht erlaubt ist.

Seit 1986 wurden von diesen drei Nationen illegal weit über 30.000 Großwale getötet, obwohl es inzwischen kaum noch Abnehmer für Walfleisch gibt. Walfleisch gilt als stark belastet mit PCB, Quecksilber und weiteren giftigen Rückständen.

Gemäß Kompromisspapier sollte das bestehende Walfangverbot für die kommenden zehn Jahre außer Kraft gesetzt werden mit der Maßgabe, den Ländern Japan, Norwegen und Island jährliche Fangquoten zu gestatten, teilweise sogar im Antarktis-Schutzgebiet. Auf der IWC-Konferenz am 23. Juni 2010 in Agadir/Marokko ist dieses faule Kompromisspapier nun gescheitert und vorerst vom Tisch. Das illegale Abschlachten von Walen wurde somit nicht legalisiert. Zum Abstimmungsverhalten der Mitgliedsstaaten haben sicherlich auch das weltweite Engagement von Tierschützern und der Druck von Bürgerbewegungen beigetragen.

Pikantes Detail: Ausgerechnet der IWC-Vizepräsident und Verhandlungsführer in Agadir, Anthony Liverpool, soll vom Walfangland Japan bestochen worden sein. Sein Aufenthalt im Luxushotel sowie die Flüge seien von japanischer Seite gesponsert worden. Liverpool ist Botschafter des Inselstaates Antigua und Barbuda in Japan. Es ist bekannt, dass sich Japan mit Millionenbeträgen meist klamme Kleinstaaten für seine Walfangzwecke geneigt macht, um seinen Einfluss in der Kommission zu vergrößern.

Immerhin hat Deutschland nicht für den Kompromissvorschlag gestimmt. Besonders erfreulich und von Bedeutung: In seltener Einigkeit hatten die Fraktionen von Union, SPD, FDP und Bündnis 90/Die Grünen zuvor am 10. Juni 2010 einen gemeinsamen Antrag in den Bundestag eingebracht. In der Beschlussforderung soll die Bundesregierung dem IWC-Kompromiss nur zustimmen, wenn der sog. “wissenschaftliche” Walfang beendet und der kommerzielle Walfang zum Ende einer zehnjährigen Übergangszeit ganz eingestellt wird.

Bisher versteht sich die IWC eher als WalFANGkommission. Es ist an der Zeit, als WalSCHUTZkommission nun endlich Schutzmaßnahmen für die Meeressäuger konsequent umzusetzen, zumal auch Hunderttausende von Kleinwalen, Delphinen und Robben jährlich als Beifang der Fischerei verenden. Großer Handlungsbedarf besteht auch gegen die Verschmutzung und Verlärmung der Meere zu Lasten der Meeressäuger.

Die GEZ-Haushaltsabgabe – ein Stein des Anstoßes

Nun ist es amtlich: Das neue GEZ-Gebührenmodell sieht vor, dass jeder Haushalt ab dem Jahr 2013 eine Gebühr von 17,98 Euro entrichten muss, unabhängig davon, ob überhaupt ein Radio- oder Fernsehgerät vorhanden ist.

Es ist unbegreiflich, dass die verantwortlichen Ministerpräsidenten den sozialen Frieden so leichtfertig aufs Spiel setzen! Jede/r Bundesbürger/in soll sich nun an den übermäßigen Gagen für Gottschalk, Schmidt und Silbereisen beteiligen, auch wenn sie keine GEZ-pflichtigen Geräte haben!

Die GEZ-Haushaltsabgabe ist aber nicht nur ungerecht, sondern birgt auch so manche Heimtücke: Nach § 1 Abs. 1 des Staatsvertragsentwurfs vom 31.03.2010 ist nämlich für jede “Wohnung” eine Rundfunkgebühr zu entrichten. Und was eine “Wohnung” ist, wird in § 3 Abs. 1 geregelt: “Wohnung im Sinne dieses Staatsvertrages ist unabhängig von der Zahl der darin enthaltenen Räume jede baulich abgeschlossene Raumeinheit innerhalb eines Gebäudes, die zum Wohnen oder Schlafen geeignet ist oder genutzt wird”.

Der GEZ-freundlichen Auslegung – besser gesagt: der Willkür – stehen wieder einmal sämtliche Türen offen, was den sozialen Unmut weiter anheizen wird! Diese Lösung erfordert nach wie vor ein Schnüfflersystem und wird wohl noch weniger Akzeptanz finden als das alte.

Die Partei Mensch Umwelt Tierschutz fordert nach wie vor: Das Zwangsgeld für das “GEZ-Fernsehen” muss abgeschafft werden!

Marita Adler
Partei Mensch Umwelt Tierschutz
Bundesgeschäftsstelle, Abteilung Presse-Arbeit
Fritz-Schumacher-Weg 111, 60488 Frankfurt/Main

Vom Regen in die Traufe?

Anlässlich der gestrigen Vereidigung von Astrid Grotelüschen zur Niedersächsischen Landwirtschaftsministerin im Zuge einer Kabinettsumbildung zeigt sich die Partei Mensch Umwelt Tierschutz besorgt über ihre Ernennung.

War der nun abgelöste umstrittene Vorgänger Hans-Heinrich Ehlen mit seiner Stärkung der agrarindustriellen Konzernstrukturen kaum zu toppen, ist seine Nachfolgerin von noch mehr Nähe zur mächtigen Agrarlobby geprägt.

Mit der Berufung von Astrid Grotelüschen erteilt Niedersachsens CDU-Regierung der bäuerlichen Landwirtschaft eine deutliche Absage. Interessenkonflikte werden beiseite gewischt sowie profitablem Eigeninteresse der Vorzug gegeben. Glaubwürdigkeit und Unabhängigkeit werden mit der neuen Landwirtschaftsministerin auf der Strecke bleiben – ebenso Verbraucher- und Tierschutz, den Grotelüschen betreibt mit ihrem Familienunternehmen den zweitgrößten Putenbrut- und Mastbetrieb Deutschlands. Durch ihre Tätigkeit im Familienbetrieb ist sie persönlich mitverantwortlich für die unsägliche Qualaufzucht und -haltung der Mastputen. Deshalb werden von ihr artgerechte Haltungsformen wohl kaum gefördert werden und ein Ausstieg aus der industriellen Massentierhaltung ist demnach nicht zu erwarten sein.

Die Bundestagswahl 2009 bescherte Frau Grotelüschen ein Bundestagsmandat. Während des vorangegangenen Wahlkampfes war über das Familienunternehmen “Putenmastbetrieb” nichts zu vernehmen, wohl wissend, dass die Wähler dies kaum durch ihre Stimme honoriert hätten. Nach ihrer Ernennung zur Landwirtschaftsministerin spricht Grotelüschen über ihre entsprechende Befähigung mit dem Hinweis “ich habe etwas Stallgeruch”. Es bleibt abzuwarten, ob durch die Verbandelung mit der Agrarlobby dieser “Stallgeruch” nicht bald zum Himmel stinken wird!

Marita Adler
Partei Mensch Umwelt Tierschutz
Bundesgeschäftsstelle, Abteilung Presse-Arbeit
Fritz-Schumacher-Weg 111, 60488 Frankfurt/Main