Ist das unser Bundespräsident oder „der böse Wulff“?

Oder soll man fragen: War das jemals unser Bundespräsident? Horst Köhler war den meisten Deutschen in seiner Anfangszeit als Bundespräsident sicherlich auch eher suspekt. Als ehemaliger Präsident des Internationalen Währungsfonds (IWF) mehr dem Kapital, als dem Volk zugetan, erwarb er sich während seiner Amtszeit Respekt. Er wollte nicht als “erster Gruß-August der Nation” gelten, behielt seine Meinung und setzte die eingeschränkte, faktische Macht seines Amtes ein, wenn er es für nötig hielt. Sicherlich nichts Revolutionäres, aber welch ein Gegensatz zu Christian Wulff, dem aktuellen Amtsinhaber…

Als ehemaliger Ministerpräsident des Bundeslandes Niedersachsen bestens mit der Lobby der Massentierhalter verbandelt und eher vom Typus “aalglatt und blass”, hat sicher kaum jemand dieser aus dem Hut gezauberten „menschlichen Notlösung“ etwas zugetraut. Man kann sich natürlich auch täuschen – aber Christian Wulff blieb sich treu. In seiner Amtszeit seit Juni 2010 fiel er – außer mit diffusen Ansprachen zur Integration – mit keiner brisanten politischen Aussage auf. Das macht ihn natürlich ungleich bequemer als seinen Vorgänger, weshalb die Kritik aus dem politischen Raum in der aktuellen Affäre wohl auch relativ milde ausfällt.

Was war geschehen? Er hat sich Geld – eine halbe Million Euro – von einer Bekannten, der Ehefrau des Unternehmers Egon Geerkens geliehen. Diese Version stammt von ihm selbst; ob Ehemann Geerkens auch eine Rolle dabei spielt – niemand weiß es. Das Ganze hat während Wulffs Amtszeit als Ministerpräsident des Landes Niedersachsen stattgefunden. Eine parlamentarische Anfrage zum Thema im niedersächsischen Landtag wurde von ihm korrekt beantwortet, allerdings kreidet man ihm an, dass er dabei wesentliche Fakten außen vor gelassen hat – die sich möglicherweise auch auf den Geldtransfer beziehen. Von einem Ministerpräsidenten muss verlangt werden, dass er nicht taktiert, sondern die Tatsachen ohne Abstriche auf den Tisch legt. Dies geschah nicht, und daher gibt Christian Wulff nun noch im Nachhinein Anlass zu Spekulationen, was ihm in seinem jetzigen Amt als Bundespräsident schadet.

Nach all den Affären, mit denen uns gerade auch Spitzenpolitiker konfrontiert haben, erhebt sich die Frage: Ist das parteipolitische System in Deutschland insgesamt noch glaubwürdig? Immer geht es um Geld und Vorteilsnahme, was dem Ruf besonders abträglich ist. Offensichtlich stinkt dieses parteipolitische System vom Kopf her, und zwar in erheblichem Maße. Ein Christian Wulff ist hier nur ein weiterer Mosaikstein im allgemeinen Bild der Selbstbereicherung, der Korruption und des Lobbyismus. Die Vertreter der Konzerne sitzen inzwischen völlig offen mit im Reichstag und beeinflussen unsere “Volksvertreter”. Die Wege zur Korruption werden offensichtlich immer kürzer.

Wir brauchen keinen neuen Bundespräsidenten, sondern ein transparentes politisches System, das den Namen “Demokratie” tatsächlich verdient. Wenn eine Frau Merkel und ein Herr Sarkozy in einem Vier-Augen-Gespräch über Schicksale ganzer Völker und Volkswirtschaften entscheiden können, dann wird es Zeit, etwas zu ändern!

Japan zweigt Hilfsgelder für Bebenopfer für Walfang ab

Die japanische Regierung zweigt Hilfsgelder für den Wiederaufbau des Landes nach der Erdbeben- und Tsunamikatastrophe im März für den Walfang ab. Die Fischereibehörde in Tokio bestätigte entsprechende Vorwürfe der Umweltschutzorganisation Greenpeace. (Hier weiter lesen…)

Bitte nehmen Sie am Protest von “Avaaz.org” teil:

Tsunami-Hilfsgelder: für Menschen, nicht für Walfänger!

An Japans Premierminister Yoshihiko Noda: “Wir stehen den Bürgern Japans beim Wiederaufbau nach der Katastrophe bei und verurteilen die Nutzung von Hilfsgeldern für die japanische Walfangindustrie. Wir fordern, dass die japanische Regierung mit sofortiger Wirkung alle Walfangsubventionen beendet und stattdessen der umgehenden Evakuierung und Hilfe für Familien, die weiterhin unter den Folgen der Atomkatastrophe und des Tsunamis leiden, den Vorrang gibt.” Protestieren Sie (hier).

Die EU setzt weiter im großen Stil auf die Kernkraft

Ein Grundsatzpapier der Europäischen Union sieht in den nächsten 20 Jahren den Bau von bis zu 40 neuen Kernkraftwerken vor. EU-Energiekommissar Günther Oettinger beschreibt in dem Entwurf „Energy Roadmap 2050“, ein europäisches Gerüst für die nationale Energiepolitik und hebt die Kernenergie darin als „wichtigen Faktor“ hervor.

Die Bedenken vieler Europäer bezüglich der Sicherheitsrisiken und des Abfallproblems werden in dem Papier zwar erwähnt, durch eine neue Generation der Kerntechnik soll jedoch die Akzeptanz der Bevölkerung zurückgewonnen und unterschwellig eine Renaissance der Kernkraft eingeleitet werden.

Mit geplanten Subventionierungen ähnlich dem Erneuerbare-Energien-Gesetz soll der Druck auf noch unwillige Regierungen erhöht werden und mit dem nachgewiesen falschen Argument der CO2 Neutralität die Kernenergie als notwendiger Eckpfeiler für die Rettung des Klimas wieder hoffähig gemacht werden.

Seit dem mehrfachen GAU in Fukushima sind 8 Monate vergangen; ein Zeitrahmen, der von der Kernkraftlobby für eine Relativierung der Ereignisse im Gedächtnis der Bevölkerung unter Einwirkung der Massenmedien zugestanden wurde. Der Prozess des Vergessens und der Umkonditionierung ist nach dieser Zwangspause weit genug fortgeschritten, dass ein strategisch wohl dosiertes Handeln für die Interessen der Energiekonzerne wieder machbar ist.

In Deutschland gibt eine derart perfide Machtpolitik der von rein wirtschaftlichen Kräften gesteuerten Europäischen Kommission Anlass zur Befürchtung einer schleichenden Unterwanderung des Ausstiegs aus der Kernkraft. Die Kernkraftlobby weiß, dass bei uns eine Grundversorgung zu 100% aus regenerativen Energien nicht möglich ist. Es darf daher vermutet werden, dass sie nach ein paar Stromausfällen als Retter in der Energienot auftreten und die Bevölkerung mit einer revolutionär sicheren Kerntechnologie weiter in Abhängigkeit halten wird.

Mit berechnender Ignoranz und getrieben von der Gier nach Profit verschweigen oder verharmlosen die Lobbyisten alle weiter bestehenden Nachteile der neuen Kerntechniken (extrem umweltschädlicher Uranabbau, radioaktiver Abfall, nicht kalkulierbare Risiken beim Betrieb). Die Bevölkerung darf sich von den Geschichten der Lobby nicht blenden lassen. Es gibt wirkliche Alternativen, umweltfreundliche Zukunftstechnologien wie z.B. die Raumenergietechnik. Nur durch die breite Anwendung dieser sauberen Energietechnologien können wir den Lebensraum für unsere Nachkommen bewahren und uns aus der Umklammerung der Energiekonzerne befreien.

Dr. Thorsten Ritz
Leiter des Bundesarbeitskreises Alternative Energien
Partei Mensch Umwelt Tierschutz
Bundesgeschäftsstelle, Abteilung Presse-Arbeit
Fritz-Schumacher-Weg 111, 60488 Frankfurt/Main

 

Alle Tiere sind Knut

Warum können wir nicht alle Tiere respektieren?

Der kleine, knuddelige Eisbär Knut war am 05. Dezember 2006 im Zoologischen Garten in Berlin zur Welt gekommen. Seine Bilder, seine Geschichte, bewegte Millionen von Menschen. Von seiner Eisbären-Mama ausgestoßen, wurde er von dem Tierpfleger Thomas Dörflein großgezogen. Die Kameras waren fast immer dabei. Seine ersten Schritte, wie er mit der Flasche gefüttert wurde, diese enge Beziehung zu seiner “menschlichen Mutter”.

Von den Medien wurde er gerne als Sinnbild für den Klimawandel und als Vertreter einer direkt betroffenen Spezies dargestellt. Tatsächlich war der kleine Eisbär Knut und seine Geschichte ein gefundenes Fressen für die Boulevard- und auch sonstigen Medien. Der Zoologische Garten in Berlin hat sich an ihm eine goldene Nase verdient. Auch jetzt, zu seinem 5. Geburtstag, gibt es noch immer Knut-Fans, die ihn feiern, die Blumen, Karten und ähnliches am Eisbären-Gehege in Berliner Zoo niederlegen. Dieser kleine Bär hat viele Menschen emotional getroffen. Zu schön waren auch die Bilder, die einen kleinen, tapsigen Eisbären mit seiner “Ersatzmutter“ haben rumtoben sehen, garniert mit einer traurigen Geschichte. In fataler Duplizität der Ereignisse hat beide Protagonisten, sowohl Knut, als auch Tierpfleger Dörflein, inzwischen der Tod ereilt.

Der Eisbär Knut ist aber “nur” ein Tier. Millionen anderer Tiere in Deutschland würden sich der Aufmerksamkeit und damit dem Schutz der Öffentlichkeit sehr erfreuen. Knut hat diese Aufmerksamkeit letztlich auch nichts genutzt. Am 19. März d.J. stürzte er vor den Augen hunderter Zoobesucher von einem Felsen in seinem Gehege ins Wasser und ertrank; er litt an Gehirnentzündung. Besagte Millionen anderer Tiere, Schweine, Rinder, Hühner, Versuchstiere…sind ebenfalls Knut! Auch sie haben unsere Aufmerksamkeit verdient. Und wenn es nur ein Bruchteil der Öffentlichkeit wäre, die der Eisbär erlangte, wäre diesen Tiere in der Massentierhaltung, in den Tierversuchslaboratorien, in den Zirkussen und in den Zoos mehr als geholfen! Auch sie wollen einfach nur leben.

Kanada: Jagd auf Eisbären beginnt…

Die Erderwärmung setzt den heutigen noch lebenden 20 000 – 25 000 Eisbären stark zu. Doch was nur wenige wissen: Allein in Kanada werden jährlich 700 Tiere zum Abschuss freigegeben. Besonders beliebt für Großwildjäger aus Deutschland und anderen Ländern ist die Trophäenjagd. Die Jäger töten dabei die Bären, die am größten und stärksten sind – und somit am besten gewappnet wären, im Kampf gegen den Klimawandel zu bestehen. Fordern Sie die kanadische Regierung auf, diese verantwortungslosen Abschüsse zu stoppen!

Weitere Informationen: www.prowildlife.de

Neues Tierschutzgesetz soll 2012 kommen

Verbesserung der Lebensbedingungen von Nutztieren geplant

Laut „Welt am Sonntag“ hat Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) ein verbessertes bundesweites Tierschutzgesetz angekündigt, dass nächstes Jahr in Kraft treten soll. „Die Reform solle vor allem die Lebensbedingungen von Nutztieren verbessern,“ so Aigner.

Der Entwurf, der mit den anderen betroffenen Ministerien noch abgestimmt werden muss, sieht vor, dass vom 01. Januar 2017 an das betäubungslose Kastrieren weniger Tage alter Mastferkel verboten werden soll. Außerdem sollen Versuchstiere besser geschützt werden; der Einsatz von Menschenaffen als Versuchstiere solle fast vollständig verboten werden.

Brandzeichen bei Pferden sollen ebenfalls nicht mehr erlaubt sein. Ob auch ein zuletzt vom Bundesrat verlangtes Verbot bestimmter Wildtiere in Zirkussen ins Tierschutzgesetz aufgenommen werden kann, lässt das Ministerium derzeit juristisch prüfen.

Informationen hier: www.mittelbayerische.de

28. Oktober: Erstes 1 Megawatt LENR-Kraftwerk erfolgreich getestet

LENR ist die Abkürzung für Low Energy Nuclear Reactions (niederenergetische Kernreaktionen) und wird umgangssprachlich als „Kalte Fusion“ bezeichnet.

Ende Oktober hat eine Gruppe von Wissenschaftlern und Ingenieuren um den italienischen Forscher und Entwickler Andrea Rossi erstmals in der Geschichte eine auf der Basis der „Kalten Fusion“ arbeitende Anlage im großtechnischen Maßstab erfolgreich gestestet.

Die Anlage war in Bologna 5 ½ Stunden lang mit einer mittleren Leistung von etwa 500 Kilowatt im Betrieb. Während des Tests konnten keine Emissionen von Gas, Rauch, Flüssigkeiten oder anderen Abfallprodukten festgestellt werden. Auch die für Kernreaktionen typische Gamma- oder Neutronenstrahlung konnte, wie auch in früheren Testläufen kleinerer Versuchsanlagen, nicht nachgewiesen werden. Die Forscher bekräftigen, dass in den Reaktoren weder radioaktive Materialien eingesetzt werden noch welche bei der Reaktion entstehen. Die Reaktionsprodukte sind unbedenklich für die Gesundheit und die Umwelt.

Bei der „Kalten Fusion“ handelt es sich im Gegensatz zur konventionellen Kernspaltung um eine kontrollierte Verschmelzung von Wasserstoffkernen. Bei dieser Reaktion wird nutzbare Energie frei. Die Sonne selbst ist ein gigantischer Fusionsreaktor, in dem sich Wasserstoffkerne unter Abgabe von Energie zu Heliumkernen zusammenfassen. Im Gegensatz zur Sonne benötigt die „Kalte Fusion“ für den Umwandlungsprozess jedoch kein Plasma extrem hoher Dichte und Temperatur. Die Reaktion kann quasi bei Raumtemperatur durchgeführt werden.

Von den Universitäten wird das Thema „Kalte Fusion“ seit 20 Jahren verachtet und von der Politik nicht unterstützt. Auch nach dem erfolgreichen Test im Oktober hört man in der Presse nichts über diese Innovation einer nachhaltigen Energieversorgung. Wo ist die Begeisterung darüber, endlich einen der Wege aus der Energiemisere gefunden zu haben?

Würde die Politik wirklich gewissenhaft und aufrichtig im Sinne der Menschen und der Umwelt handeln, wäre der durch die Verbrennung von Öl und Gas bewirkte CO2 – Eintrag in die Atmosphäre längst durch die Anwendung neuer Techniken reduziert worden. Offensichtlich ist die überall propagierte CO2–Katastrophe ein lukratives Geschäftsmodell der Politik, um den Menschen das Geld aus der Tasche zu ziehen. All dies ist bezeichnend für die engen Verflechtungen unserer Regierung inklusive der Schein-Opposition mit profitorientierten Interessen der Wirtschaft.

Deutschland mit seinen mehr als 80 Millionen Einwohnern und seiner ausgeprägten Industrie wird den Energiebedarf nicht aus Windenergie, Solarenergie, Bioreaktoren oder anderen etablierten regenerativen Energien aus dem eigenen Land decken können.

„Um unabhängig von Energieimporten aus dem Ausland zu bleiben und im Sinne einer sauberen Umwelt, benötigen wir echte Innovationen wie die „Kalte Fusion“ oder die Raumenergietechnik (RET)“, so Dr. Thorsten Ritz, Leiter des Bundesarbeitskreises Alternative Energien der Partei Mensch Umwelt Tierschutz.

Dr. Thorsten Ritz
Leiter des Bundesarbeitskreises Alternative Energien
Partei Mensch Umwelt Tierschutz
Bundesgeschäftsstelle, Abteilung Presse-Arbeit
Fritz-Schumacher-Weg 111, 60488 Frankfurt/Main

Brüssel rückt in greifbare Nähe!

Fünf-Prozent-Klausel im Europawahlrecht verfassungswidrig

Die Überraschung war perfekt: Das sensationelle Urteil des Zweiten Senats des Bundesverfassungsgerichts vom 09. November 2011, mit dem der § 2 Abs. 7 des Europawahlgesetzes für nichtig erklärt wurde, hatte das Zeug, uns als eine der kleinen Parteien in wahre Begeisterung zu versetzen, werden wir doch mit guten Nachrichten nicht gerade verwöhnt! Mit 5 zu 3 Stimmen wurde die Fünf-Prozent-Sperrklausel, wie sie noch bei der Europawahl 2009 gültig war, gekippt. Wie es in der Pressemitteilung vom BVerfG heißt, verstößt sie „gegen den Grundsatz der Wahlrechtsgleichheit und der Chancengleichheit der politischen Parteien“ – eine bedeutungsvolle Formulierung, die den Kern des Urteils trifft und sich wie ein roter Faden durch die ausführlichen Erläuterungen zieht.

Interessant die Aufzählung der 7 (über 0,5 Prozent-) Parteien, die mit je einem Abgeordneten (Freie Wähler 2) in dieser Reihenfolge 2009 ins EU-Parlament eingezogen wären: REP, Tierschutzpartei, Familie, Piraten, Rentner, ÖDP.

Die fünf fortschrittlichen Verfassungsrichter/innen liegen mit ihren Argumenten voll auf der Linie des Verfassungsrechtlers von Arnim, der diesen Prozess ins Rollen brachte. Ihnen und vor allem dem überaus mutigen Hans Herbert von Arnim gilt unser Dank! Es ist ihm auf diese Weise gelungen, das BVerfG dazu zu bewegen, einigen selbstgefälligen und auf egoistischen Machterhalt programmierten Parteien die Grenzen aufzuzeigen. Mehr solcher Erfolgserlebnisse – und die oft entbehrungsreiche politische Arbeit macht auch einmal Spaß!

Brüssel ist für unsere Partei in greifbare Nähe gerückt – packen wir’s an!

Frau Merkel und CDU-Wendehälse entdecken die “Würde der Arbeit”

“Der Mindestlohn verbaut Chancen auf mehr Beschäftigung. Deshalb ist er nicht sozial und nicht richtig.” (Angela Merkel CDU Mitte August 2009)

“Jede Art von Mindestlohn führt zu mehr Arbeitslosigkeit.” (Volker Kauder CDU Oktober 2006)

Bei der CDU geht es rund! Da fallen in diesen Monaten jahrzehntelang gehütete Dogmen am Fließband. Erst war es der Atomausstieg, der eigentlich nur eine Rücknahme der von Schwarz-Gelb beschlossenen Laufzeitverlängerung war, dann der Paradigmenwechsel in der Schulpolitik durch Frau Schavan (Stichwort Ausstieg aus der Hauptschule) und jetzt der Mindestlohn.

Der Vorsitzender der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA), der Karl-Josef Laumann, ist schon länger mit diesem Thema in seiner Partei auf “Tingeltour” gewesen. Aber der Arbeitnehmerflügel der CDU konnte sich bisher auch nicht ansatzweise gegen den Wirtschaftsflügel mit seiner Forderung nach einem Mindestlohn durchsetzen. Nun hat sich der Wind gedreht! Nicht nur die Mehrheit der Bevölkerung fordert einen Mindestlohn, mit dem a) Lohndumping verhindert und b) ein Auskommen mit dem Einkommen möglich ist, fernab staatlicher Subventionierung = Hartz IV. Inzwischen hat sich in mehreren Regionalkonferenzen offenbar die Meinung der CDU-Basis geändert und sie befürworten einen Mindestlohn oder eine “Lohnmindestgrenze”, wie es im Sprachgebrauch der Konservativen jetzt heißt. Schließlich muss man sich von den Gewerkschaften, SPD und der Linken ja irgendwie noch abgrenzen.

“Wir werden einen einheitlichen gesetzlichen Mindestlohn in Deutschland nie mitmachen. Er würde eine Million Arbeitsplätze gefährden.” (Ronald Pofalla CDU Januar 2008)

Machtbewusst wie sie ist, hat sich die CDU-Vorsitzende Merkel der Mehrheit nun angeschlossen und eben die “Würde der Arbeit” entdeckt. Diskutiert wird ein Betrag von 7,-€ brutto die Stunde, den es – unabhängig von der Art der Tätigkeit – mindestens geben soll. Bei einer 40-Stunden-Woche würde das rund 1.200,-€ brutto im Monat ergeben. Als alleinstehende Person würde das einen Nettolohn von rund 900,-€ monatlich ausmachen und damit immer noch einen Anspruch auf Hartz-IV-Leistungen auslösen.

Auch das Risiko der Altersarmut würde damit nicht vermindert. “Um über die Rente einen Anspruch zu erarbeiten, der höher liegt als die heutige Grundsicherung im Alter, also die “Sozialhilfe”, müsste man 45 Jahre lang in Vollzeit mehr als 9,30 Euro brutto die Stunde verdienen.”, wird Markus Grabka vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung in der Tageszeitung (taz) zitiert. Ein Mindestlohn von 7,-€ würde allerdings denjenigen etwas bringen, die wegen anderer Personen im Haushalt ohnehin über dem Hartz-IV-Niveau liegen. Das bedeutet: Ein Ehepartner geht für gutes Geld arbeiten, anderer Ehepartner macht einen schlecht bezahlten Teilzeitjob. Diese Konstellation kommt aber tatsächlich nicht so häufig in unserem Land vor, wie man sich das gemeinhin vorstellt. Immerhin beziehen derzeit 1,4 Millionen Menschen in Deutschland ergänzend Leistungen von den Jobcentern und Arbeitsgemeinschaften, obwohl sie einer sozialversicherungspflichtigen Erwerbstätigkeit nachgehen.

Die Partei Mensch Umwelt Tierschutz fordert schon seit langem einen branchenspezifischen Mindestlohn. Dies verhindert nicht nur sittenwidrige Arbeitsverhältnisse, sondern ist auch dem Prinzip “Gutes Geld für gute Arbeit” geschuldet. Das sich CDU/CSU/FDP hierzulande bisher standhaft gegen einen Mindestlohn gewehrt haben, zeugt einmal mehr davon, wie sich die Lobby der wirtschaftlich Stärkeren, der Konzerne dieser Parteien bedient. In Luxemburg gibt es einen Mindestlohn von 10,16 €, in Frankreich von 9,-€, in Großbritannien von 6,91 € und selbst in den USA darf niemand weniger als 5,47 € verdienen (Quelle: WSI-Mindestlohndatenbank 2011, Hans-Böckler-Stiftung). Es wird Zeit, dass auch Deutschland in der Wirklichkeit ankommt!

16. Oktober Welternährungstag / Welthungertag – Ein Thema, das jeden angeht

Jedes Jahr am 16. Oktober findet der Welternährungstag / Welthungertag statt. Dieser Tag soll darauf aufmerksam machen, dass weltweit knapp eine Milliarde Menschen an Hunger leiden.

Die Welthungerhilfe geht davon aus, dass täglich etwa 25 000 bis 30 000 Menschen an den Folgen von Unterernährung sterben. Pro Jahr verhungern 9,2 Millionen Kinder unter fünf Jahren; das sind mehr als 25 000 Kinder pro Tag. Ein Drittel der weltweiten Kindersterblichkeit geht auf Unterernährung von Mutter und Kind zurück.

Die Ursachen von Hunger sind sehr vielschichtig. Die seit Jahren ansteigenden Nahrungsmittelpreise treffen vor allem Menschen der ärmsten Bevölkerungsschichten, die den Großteil ihres Einkommens für ihre Ernährung ausgeben. Eine durchschnittlich deutsche Familie benötigt dafür hingegen nur zehn Prozent ihres Einkommens.

Naturkatastrophen wie Dürren und Überschwemmungen, bewaffnete Konflikte, Armut und Bildungsmangel, Verschuldung, Korruption und hohe Militärausgaben in den Entwicklungsländern sind weitere Ursachen, die die Hungerkrise verschärfen. Der fortschreitende Klimawandel und die steigende Nachfrage nach Agrotreibstoffen werden das Hungerproblem noch vergrößern.

Dass die unersättliche und verschwenderische Lebensweise in den Industrieländern den Hunger in der Welt zusätzlich anheizt, wird von den politisch Verantwortlichen gerne verschwiegen. Frei nach dem Motto: „Brot für die Welt, Torte für mich!“

Die Partei Mensch Umwelt Tierschutz appelliert an die politisch Verantwortlichen und an die Konsumenten, ihre Ernährungsweise zu überdenken. „Würden alle Menschen zu einer vegetarischen oder veganen Ernährungsweise übergehen, könnte die Erde 12 Milliarden Menschen ernähren“, so der Bundesvorsitzende Stefan Bernhard Eck. „Würden alle Menschen so viel Fleisch wie in den USA konsumieren, könnte die Erde nicht einmal 3 Milliarden Menschen ernähren.“

Die Agrarindustrie und der Gesetzgeber haben es in der Hand, der ausufernden Welthungerkrise Paroli zu bieten. Ob sie jedoch ihrer Verantwortung gerecht werden, steht in den Sternen…

Sabine Jedzig
Partei Mensch Umwelt Tierschutz
Bundesgeschäftsstelle, Abteilung Presse-Arbeit
Fritz-Schumacher-Weg 111, 60488 Frankfurt/Main

Brauchen wir eine PKW-Maut?

Oder brauchen wir eine Verkehrswende?

Die CSU setzt sich für die Einführung der PKW-Maut ein. Der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer möchte es sie schon länger, nun zieht sein Parteikollege Peter Ramsauer als Bundesverkehrsminister nach: “Alles spricht für die PKW-Maut”, lässt er sich in den Medien zitieren. Und: “Wir haben unsere Straßen-Infrastruktur regelrecht auf Verschleiß gefahren.” Tatsächlich warnen Experten davor, dass der sogenannte Modernitätsgrad deutscher Straßen nur noch bei 67 Prozent liege. Dieser Grad besagt, wie viel Prozent der Straßen noch nicht abgenutzt sind. In den 70er-Jahren lag dieser Grad noch bei 85 Prozent. Demnach müssen auch knapp 10 000 Brücken auf Bundesfernstraßen (von insgesamt 38 700) in den nächsten 10 Jahren saniert oder erneuert werden. Das wird geschätzte 10 Mrd. Euro kosten.

Ramsauer hofft, ab 2013 jährlich 4 Mrd. Euro durch die PKW-Maut einzunehmen. Aktuell sind 5 Mrd. Euro im Bundeshaushalt für die Straßen eingeplant. Die Hälfte davon für geplante Neubauten, die andere Hälfte für die Sanierung bestehender Strecken. Wie genau die PKW-Maut aussehen soll, das hat der Bundesverkehrsminister noch nicht gesagt. Er hat mehrere Modelle erstellen lassen, demzufolge es zu Mehrbelastungen der Bürger von bis zu 365,- Euro pro Jahr kommen kann. Horst Seehofer sprach von 100,- Euro jährlich.

“Reine Abkassiernummer” (SPD) und “Abzocke” (Die Linke), schallt es gleich aus der Opposition. Die FDP stößt ungefähr ins gleiche Horn, wenn sie über ihren Verkehrsexperten Döring darauf hinweisen lässt, dass der Staat durch Mineralölsteuer, Kfz-Steuer… bereits Milliarden von den Autofahrern einsammelt. Das Argument mit den zusätzlichen Kosten für die Bürger ist natürlich reiner Populismus! Es geht hier nicht um eine neue Einnahmequelle, sondern um den Verkehr der Zukunft! Das Auto in seiner heutigen Form, das mit fossilen Brennstoffen betrieben wird, wird mittelfristig die Mobilität, wie wir sie heute kennen, nicht mehr gewährleisten können! Die Erdölvorkommen auf dieser Erde sind begrenzt. Wir können so lange fahren, bis auch das letzte Ölfeld ausgebeutet ist und die dazugehörigen Schadstoffe in der Atmosphäre unser Klima schädigen.

Wir brauchen nicht nur eine Energiewende, sondern auch eine Verkehrswende! Die Frage ist hier nicht: Können wir den Bürgern mehr Ausgaben zumuten? Die Frage lautet: Schaffen wir es, Konzepte zu entwickeln, die auch in Zukunft einen Grad an Mobilität sicherstellen, den eine globalisierte Welt benötigt? Auf die Straße und damit den Individualverkehr zu setzen, ist aus Sicht der Partei Mensch Umwelt Tierschutz der falsche Weg! Eine strikte Förderung des öffentlichen Personennahverkehrs, Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene und eine zukunftsorientierte Mobilitätsforschung – das sind unserer Antworten. Die Einführung einer PKW-Maut löst langfristig keine Probleme, sondern schafft nur welche!