Ohrfeige für Aigner

Bundesrat stimmt vorgelegten Gesetzesentwurf zur Hennenhaltung nicht zu!

Am vergangenen Freitag lehnte der Bundesrat eine vom Bundeslandwirtschaftsministerium vorgelegte Verordnung über Kleingruppenkäfige für Legehennen ab. Diese müssen nun nicht wie vorgesehen bis 2035 geduldet werden. Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck von der SPD sprach von einem “guten Tag für den Tierschutz in Deutschland”. Bundesagrarministerin Ilse Aigner solle nun zügig weitere Verhandlungen mit den Ländern aufnehmen, damit eine Neuregelung bis Ende März 2012 gefunden wird.

Die Entscheidung des Bundesrates war eine Ohrfeige für Aigner und die tierfeindliche Politik der CDU, aber für die Tiere ein kleiner Sieg auf dem langen Weg zu ihrer Befreiung.

Die Partei Mensch Umwelt Tierschutz begrüßt die Entscheidung der Länderkammer, weil Kleingruppenkäfige für Legehennen mit dem Tierschutzgedanken nicht zu vereinbaren sind. Wir fordern ein Gesetz, dass sich am Wohl der Tiere orientiert und nicht nach den wirtschaftlichen Interessen der Agrarindustrie.

CSU-Politiker Gerhard Merkl gibt Bundesverdienstkreuz zurück – als Protest gegen das System Wiesenhof

Kelheims stellvertretender Landrat, Landtagsabgeordneter und Ex-Staatssekretär Dr. Gerhard Merkl gibt sein Bundesverdienstkreuz zurück. Der Grund dafür ist, dass auch der Eigentümer der in die Schlagzeilen geratenen Wiesenhof-Gruppe, Paul-Heinz Wesjohann, diesen Orden trägt. Der Tierschützer und Vegetarier Gerhard Merkl will nicht mit Wesjohann in einer Linie stehen. Für Dr. Gerhard Merkl steht fest, dass es ein Hohn sei, dass Wesjohann mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde. Für ihn steht darum fest: Er gibt sein Bundesverdienstkreuz zurück.

Es scheint also doch noch denkende CSU-Politiker zu geben!

+++ Mailaktion +++

Kein Bundesverdienstkreuz für Wiesenhof-Chef!

Spätestens seit der ARD-Reportage „Das System Wiesenhof“ muss sich Wesjohann, der die Geflügel-Marke Wiesenhof vertritt, von Mensch, Tier und Umwelt verantworten. Mit Tierquälerei, Billigfleisch und Billigarbeiter wird Profit gemacht. Wer die Reportage gesehen hat wird die Bilder nicht mehr vergessen können: Schreiende Puten, die vom sogenannten Fangtrupp auf brutale Weise in Käfige katapultiert, in Schlachtanhänger gepfercht, mit dem Fuß gestoßen und sogar totgetrampelt werden. Überquellende Müllcontainer mit larvenübersäten Tierkadavern direkt vor dem Betrieb. Zahlreiche Puten sterben noch vor der eigentlichen Schlachtung an den katastrophalen Haltungsbedingungen. Wiesenhof-Chef und Träger des Bundesverdienstkreuzes, Paul-Heinz Wesjohann, verteidigt diese Praktiken noch bzw. weist wieder einmal jede Verantwortung von sich. Ein derartiges Verhalten ist mit einer derart ehrhaften, staatlichen Auszeichnung nicht zu vereinbaren.

Unterstützen Sie deshalb die Mailaktion vom VEBU und fordern Sie die Aberkennung dieser Auszeichnung von Paul-Heinz Wesjohann durch den Bundespräsidenten!

Zur Mailaktion: www.vebu.de

Tierschutzbericht 2011 der Bundesregierung

Alles nur Schönfärberei…

“Die Bundesregierung hat beim Tierschutz zahlreiche Erfolge auf nationaler und europäischer Ebene erzielt. Eine Bilanz zieht der “Bericht über den Stand der Entwicklung des Tierschutzes 2011”, den das Bundeskabinett am Mittwoch beschlossen hat. Wie der aktuelle Bericht verdeutlicht, hat die Bundesregierung den Tierschutz konsequent verstärkt und dabei auch viele Bedenken und Anregungen der Bürger und der Verbände aufgegriffen.“ So ließ es das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Verbraucherschutz am 17.08.2011 per Pressemitteilung verlautbaren. Die Pressemitteilung enthält noch mehr Text, aber der Worte soll genug sein!

Meint eine Ministerin Aigner das wirklich ernst oder denkt sie, das kriegt eh keiner mit? Es gibt in Deutschland Abertausende, die sich in Tierschutzvereinen wirklich aufopfern, im Bereich Tierschutz engagieren, die Zeit, Geld und Emotionen einbringen, um zumindest kleinste Schritte zu erreichen. Und dann kommt eine CSU-Ministerin und sagt, dass doch alles prima ist und wir eine Bundesregierung haben, die sich für den Tierschutz einsetzt. Dieser Bericht und diese Pressemitteilung des BMELV sind doch ein glatter Schlag ins Gesicht für jeden Tierschutz-Interessierten:

– die Tierschutzvereine in Deutschland leiden unter akuten Finanzproblemen. Öffentliche Aufgaben werden ihnen aufgebürdet, aber sie werden finanziell nicht mal mit dem Nötigsten ausgestattet, um einfachste Standards für die Tiere bereithalten zu können,

– die Massentierhaltung blüht in Deutschland. Es werden neue Agrarfabriken gebaut, als gäbe es kein Morgen. Billiges Fleisch auf Kosten der Tiere, der Umwelt, des Klimas und angesichts der Hungerkatastrophe in Ostafrika (ein Großteil der weltweiten Produktion an Soja, Gerste und der ganzen anderen Getreidesorten wird an die Tiere aus der Massentierhaltung verfüttert),

– die Zahl der in Deutschland und auch in der EU „verbrauchten“ Tiere in Tierversuchen steigt jährlich an,

– der Bundestag weigert sich seit Jahren beharrlich, eine Empfehlung des Bundesrates umzusetzen und ein Auftrittsverbot von Wildtieren in Zirkussen in Deutschland umzusetzen,

– nach wie vor gibt es kein bundesweites Verbandsklagerecht in Tierschutzbelangen, anhand dessen von Interessenverbänden Klagen bei Verstößen gegen das Tierschutzgesetz eingereicht werden könnte,

– und viele Verschlechterungen mehr, seitdem wir eine schwarz-gelbe Bundesregierung haben.

Die aktuellen Bundesregierung ist für den Tierschutz eine einzige Katastrophe! Wer sich davon ein Bild machen möchte, muss einfach nur in seinen örtlichen Tierschutzverein gehen und sich mal anschauen, mit welchen finanziellen Mitteln dort die Engagierten arbeiten und versuchen, das Beste für ihre Schützlinge herauszuholen.

Hungersnot in Ostafrika!

…und Merkel knausert mit dem Geld

Bundeskanzlerin Merkel bereist in Begleitung einer Wirtschaftsdelegation derzeit 3 Staaten in Afrika. Es geht unter anderem auch wieder um Waffengeschäfte – unter dem Deckmantel der regionalen Konfliktprävention.

Ungelegen kommt der Kanzlerin dabei, dass ihre mehrtägige Reise von einer Hungersnot in Ostafrika überschattet wird. Man spricht von der schlimmsten humanitären Katastrophe der Welt; die Region erlebt die größte Dürre seit 1950. Bis zu zwölf Millionen Menschen, vor allem in Kenia, Somalia, Äthiopien und Dschibuti sind auf sofortige internationale Hilfe angewiesen. Tausende Menschen fliehen täglich unterernährt, durstend und total erschöpft in die überfüllten Flüchtlingslager der Vereinten Nationen. Allein in Kenia schweben mehr als 65.000 Kinder in akuter Lebensgefahr, denn unterernährte Kinder sind besonders von Krankheiten wie Masern, Durchfall und Lungenentzündung bedroht.

Während sich die Kanzlerin über die Euro-Krise und Waffengeschäfte den Kopf zerbricht und in Deutschland Nahrung im Überfluss zur Verfügung steht – jeder zweite Bundesbürger gilt mittlerweile als zu dick – und wertvolle Lebensmittel täglich in großen Mengen auf dem Müll landen – sterben in Afrika Menschen an Unterernährung. Hilfe wurde von der Bundeskanzlerin zugesagt – allerdings wurde ein Betrag genannt, der angesichts der zig Milliarden, die für marode Banken und betrügerische Pleitestaaten zur Zeit ausgegeben werden, wie ein Schlag ins Gesicht der Notleidenden. Staatspräsident Mwai Kibaki erhält eine Million Euro vom reichen Deutschland für das weltgrößte Flüchtlingscamp Dadaab.

Wahrscheinlich hat man sich nachträglich für das Almosen geschämt, denn nur wenige Tage später hat die Bundesregierung noch einmal fünf Millionen Euro an Soforthilfen zugesagt. Aber auch dieser Betrag ist viel zu wenig, um die Hungerkatastrophe nachhaltig zu stoppen.

Da mit einem Ende der Dürre nicht zu rechnen ist und die Zahl der Hungernden in den nächsten Monaten weiter steigen wird, schätzen die Vereinten Nationen, dass sich die Kosten für die Versorgung der Hungernden auf rund 333 Millionen Euro belaufen wird.

Angesichts der knauserigen Unterstützung durch die Kanzlerin bittet die Partei Mensch Umwelt Tierschutz die Bürgerinnen und Bürger durch großzügige Spenden dem Leid der hungernden Menschen in Afrika entgegenzutreten.

Die Euro-Krise spitzt sich zu

Merkel in Afrika auf Tauchstation

Die Euro-Krise spitzt sich dramatisch zu, aber Bundeskanzlerin Merkel reist durch Afrika. Sie hat sich in diesen turbulenten Zeiten den falschen Krisenkontinent ausgesucht! Einen Abbruch der Reise erwägt Merkel anscheinend nicht, obwohl das eigene Haus in Flammen steht, nachdem die Rating-Agenturen Italien und Irland ins Visier genommen haben. Ob die Kanzlerin am geplanten Krisen-Gipfel am Freitag in Brüssel sein wird, ist offen. Aber dort entscheidet sich vielleicht die Zukunft der europäischen Währungsunion und die Höhe der Bürgschaften, die auf den deutschen Steuerzahler zukommen. Man spricht von ca. 400 Milliarden Euro – fast einem Drittel des neuen „EU-Rettungsschirms“ – der von Deutschland geschultert werden soll.

Krisen-Management sieht anders aus, Frau Kanzlerin!

Waffen für Saudi-Arabien

Ex-Minister Rühe fordert Stopp des Panzergeschäfts

Die mögliche Panzerlieferung an Saudi-Arabien sorgt für immer mehr Kritik. Auch in den Reihen der Koalition formiert sich nun der Widerstand. Der ehemalige Verteidigungsminister Volker Rühe verlangt nun im SPIEGEL einen Stopp des Geschäfts.

Artikel hier lesen: www.spiegel.de

Volker Rühe ist dafür bekannt, einen „eigenen Kopf“ zu haben und hat des Öfteren für seine Partei (die CDU) unbequeme Äußerungen getan. So hat er kürzlich auch die Stimmenthaltung Deutschlands im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen bei der Abstimmung über eine Flugverbotszone über Libyen als „einen schweren Fehler von historischer Dimension mit unvermeidlichen Spätfolgen” bezeichnet.

Was das Panzergeschäft mit Saudi Arabien angeht, so teilen wir seine Auffassung, dass die Lieferung der Panzer des Typs Leopard 2 nicht erfolgen darf. Es handelt sich bei diesem Panzer-Typ, wie wohl bei allen anderen Panzern auch, um Kampfpanzer. Wozu setzt man Kampfpanzer ein? Diese Frage muss wohl kaum beantwortet werden. Wir sind gegen jegliche Form kriegerischer Auseinandersetzungen und gegen jede Form von Rüstungsexporten, ganz besonders, wenn sie in autoritäre Staaten wie Saudi Arabien gehen. Zudem haben sich die saudischen Streitkräfte an der Niederschlagung der Proteste in Bahrein in diesem Jahr beteiligt. Einen Staat mit hochwertigen und schlagkräftigen Waffen zu beliefern, von dem durchaus die Gefahr ausgeht, dass er diese auch gegen das eigene Volk einsetzt, um eine demokratische Bewegung niederzuschlagen, halten wir für moralisch verwerflich und skandalös. Daneben könnte sich diese Entscheidung der Bundesregierung auch irgendwann als außenpolitisch falsch erweisen. Vielleicht steht man damit irgendwann auf der falschen Seite, nämlich auf der Seite der Diktatoren, die eine Demokratie verhindert haben.

Hier Appell von Campact gegen den Panzer-Export unterzeichnen: www.campact.de

Geschäfte mit dem Tod

200 deutsche Panzer nach Saudi-Arabien

Dass die schwarz-gelbe Regierung, wenn es um Tiere geht, bei der Durchsetzung wirtschaftlicher Interessen kein Erbarmen kennt, ist bekannt. Aber auch Menschenleben zählen offenbar nicht viel, wenn knallharte Geschäfte getätigt werden können – die geplante Lieferung von 200 Leopard-II-Panzern an Saudi-Arabien kann dafür als Beispiel dienen. Dabei spielt keine Rolle, dass sich dies Land an der blutigen Niederschlagung der Demokratiebewegung des Inselstaates Bahrain beteiligte!

Angebliche strategische Interessen stehen im Vordergrund bei dem Rüstungs-Deal im Wert von 1,5 Milliarden Euro. Einmal mehr müssen die Bedrohung durch den Iran sowie eine diffuse Terrorismus-Abwehr als wenig überzeugende Argumente herhalten; die Saudis unterstützten sogar Terrorismus-verdächtige Institutionen. Mehr als fadenscheinig ist die Behauptung, das deutsche Sicherheitsinteresse gebiete das Panzer-Geschäft.

Trotz wiederholter Aufforderung der Opposition, dem Parlament Rede und Antwort zu stehen, schweigt die Regierung beharrlich und schickt Hinterbänkler ins Rennen. Die aber kommen über ein gebetsmühlenartig wiederholtes „Der Bundessicherheitsrat ist zur Geheimhaltung verpflichtet“ nicht hinaus. Anträge, das umstrittene Vorhaben zu stoppen, wurden von der schwarz-gelben Koalition abgeschmettert – ohne Rücksicht darauf, dass das Kontrollrecht des Parlaments damit ausgehebelt wird.

Einzig eine im Jahr 1959 in die Geschäftsordnung eingefügte Klausel ist Grundlage für die wasserdichte Geheimhaltung! Schlimm genug, dass man sich über 50 Jahre lang darauf berufen und ohne Not schmutzigen, menschenverachtenden Waffenhandel betreiben konnte! Da wären Änderungen überfällig; aber damit wird man sich schwer tun.

Deutschland rühmt sich, die strengsten Exportrichtlinien aller Industrienationen zu haben. Man fragt sich, ob nicht mit dem Panzer-Geschäft dagegen verstoßen wurde! Das konsequente Schweigen der Regierung könnte darauf hindeuten.

Wie beredt war man dagegen plötzlich, nachdem die Nordafrikaner begonnen hatten, ihre Ketten abzuschütteln. Die Kanzlerin: „Die Bundesregierung leistet selbstverständlich ihren Beitrag, um die demokratische Entwicklung in Nordafrika und im nahen Osten zu unterstützen“. Welche Heuchelei, nachdem sie selbst zu denen gehört hatte, die bedenkenlos mit Nordafrikas Diktatoren paktierten! Und Guido Westerwelle steht ihr in nichts nach: Im Februar 2011 in Tunis: „Wir gratulieren Tunesien zu der Revolution der Freiheit“ – eine pathetische Phrase, denn er selbst hatte seinen Teil zur Unfreiheit der Unterdrückten beigetragen.

Welchen Stellenwert für ihn die Menschenrechte haben, zeigt die fast schon peinliche Aushebelung des ersten der beiden folgenden Sätze durch den zweiten: „Die Sache der Menschenrechte ist für die Regierung nicht verhandelbar. Doch sind auch strategische Sicherheitsinteressen in der Region für uns und unsere Verbündeten stets zu beachten.“

Apropos Menschenrechte in Saudi-Arabien: Die Unterdrückung der Frau, Folterungen, Todesurteile gegen Andersdenkende u.a.m. sind Kennzeichen dieses undemokratischen Staates – also weitere Gründe, auf das unrühmliche Panzer-Geschäft zu verzichten.

Deutschland ist – nach den USA und Russland – das drittgrößte Exportland von Rüstungsgütern. (Allein 2009 Export für 1,3 Milliarden Euro).

Nachdem einst auch unter Rot-Grün die Rüstungs-Deals florierten, ist es höchste Zeit, das blamable „Geschäft mit dem Tod“ insgesamt auf den Prüfstand zu stellen!

Die Niederlande verbieten das Schächten

Mit diesen und ähnlichen Überschriften meldeten in- und ausländische Zeitungen dieser Tage die für Tierfreunde erfreuliche Nachricht, dass das niederländische Parlament mit deutlicher Mehrheit für ein Verbot des Schächtens von Tieren gestimmt hat – und dies trotz heftiger Proteste von Juden und Muslimen!

Unsere Schwesterpartei in Holland, die Partei für die Tiere (PvdD) hatte diesen Antrag ins Parlament eingebracht und mit vollem Einsatz für die Tiere gekämpft. Hierfür gebührt ihr Respekt und hohe Anerkennung!

Bei der derzeitigen Berichterstattung aber fällt leider auf, dass in gebetsmühlenartiger Weise behauptet wird, das Schächten sei Gläubigen sowohl im Islam als auch im Judentum vorgeschrieben. Dies genau ist es, was nicht stimmt!

Es gibt weder eine jüdische noch islamische Religionsvorschrift, die das Betäuben der zu schlachtenden Tiere verbietet. So sind also Weisungen für ein betäubungsloses Schächten in keiner der Heiligen Schriften (Thora, Talmud, Koran) zu finden, wie religionswissenschaftlich eindeutig belegt ist. Somit ist weder eine zwingende Religionsvorschrift gegeben, noch kann eine betäubungslose Schlachtmethode aus Gründen der Religionsfreiheit eingefordert werden.

Von dieser Sichtweise her, dürfte es auch keinerlei Ausnahmegenehmigungen geben.

Aber – wie nicht anders zu erwarten, bestehen, trotz Verbots, wieder einige Geistliche auf Ausnahmen. So heißt es z.B. in der Neuen Zürcher Zeitung:

„Allerdings wurde angesichts von Protesten jüdischer und muslimischer Geistlicher in den Niederlanden sowie zahlreichen anderen Staaten – darunter die USA und Israel – die Möglichkeit von Ausnahmegenehmigungen zugelassen. Dadurch sollen Schächtungen in Einzelfällen erlaubt werden können, wenn Antragsteller nachweisen, dass die Schlachtung per Halsschnitt so ausgeführt wird, dass den Tieren im Vergleich zu herkömmlichen Methoden mit Betäubung nicht zusätzliches Leid zugefügt wird. Ob ein solcher Nachweis geführt werden kann, ist jedoch umstritten.“

Wie denn ein solcher Nachweis geführt werden kann … das fragen wir uns auch! Wie einfach wäre es doch, statt der ganzen krampfhaften Interpretationsbemühungen, überhaupt keine Tiere zu verzehren – das Ethischste und Gottes Geschöpfen gegenüber sicher das Anständigste!

Warum es aus wissenschaftlicher Sicht weder halal noch koscheres Fleisch geben kann; diese und weitere Informationen finden Sie auf: www.kampagnen-buendnis.de

Die FDP und ihre Forderung für Steuersenkungen

Erinnern wir uns einmal kurz an den letzten Bundeswahlkampf. Die FDP versuchte tapfer, gegen alle anderen Parteien und gegen jede Vernunft, im Jahr 2009 den Wähler/innen klarzumachen, dass mit ihr eine Steuersenkung für die “Leistungsträger in unserer Gesellschaft” zu erwarten wäre. Mitten in der Finanzkrise war für solcherlei Gedankenspiele natürlich kein Geld vorhanden, und nach der Wahl setzte sich Finanzminister Schäuble (CDU) recht robust gegen Westerwelle durch und verhinderte so eine Steuersenkung.

Gehen wir noch ein wenig weiter zurück in unserer Erinnerung – in die Schulzeit. Auch derjenige, der sich nur ungern an den Teil des Unterrichts erinnert, bei dem Wirtschaftsfragen behandelt wurden, mag sich an den englischen Ökonomen John M. Keynes und sein Prinzip des “antizyklischen Wirtschaftens des Staates” erinnern. Getreu dem Sprichwort “Spare in der Zeit, dann hast du in der Not” und umgekehrt, sollte der Staat während eines wirtschaftlichen Aufschwungs sparen (um die Konjunktur nicht zu überhitzen bzw. für schlechte Zeiten vorzusorgen), und während eines wirtschaftlichen Abschwungs vermehrt Geld ausgeben (um die Konjunktur anzukurbeln). Dieses Mantra verinnerlicht keine Partei so sehr wie die FDP und auch während des letzten Bundestagswahlkampfs – als die Wirtschaft sich auf Talfahrt befand – blieben sie diesem Motto auch durchaus treu.

Nun haben wir das Jahr 2011 – die Arbeitslosigkeit sinkt, die Wirtschaft brummt, die Steuereinnahmen steigen. Und was für eine Diskussion führt unsere schwarz-gelbe Bundesregierung? Die Steuern sollen gesenkt werden! Inzwischen scheint sogar unser Finanzminister Schäuble von der CDU in dieser Frage überredet worden zu sein. Aber nicht im Januar 2012 soll die Entlastung der kleinen und mittleren Einkommen eintreten, sondern im Januar 2013! Dass im Herbst 2013 die nächste Bundestagswahl stattfindet, ist natürlich nur reiner Zufall!

“Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern?”, ist so ein anderes berühmtes Zitat. Und damit die FDP ihr finanzpolitisches Gesicht wahren kann, haben sie sich auch gleich eine phantasievolle Ausrede für ihre Grundsatzkehrtwende ausgedacht: Wir haben schließlich kein konjunkturelles Hoch, sondern einen strukturellen Aufschwung!! Und das würde mit der demographischen Entwicklung zusammenhängen! Alles klar?

Die CDU hat´s vorgemacht: Nach Fukushima haben wir es laut Bundeskanzlerin Merkel mit einer veränderten Faktenlage zur Risikobewertung der Atomkraft zu tun. Und so wurde die CDU zur Atomausstiegspartei. Warum soll es ihr die FDP da nicht gleichtun – plötzlich gegen in Stein gemeißelte wirtschaftliche Grundsätze verstoßen und während eines Aufschwungs Steuersenkungen versprechen? Vergessen werden jedoch die Milliarden-Risiken durch die Bankenkrise, die Rettungspakete für Griechenland, die Euro-Krise und vor allem die „Schuldenbremse“, die in unserer Verfassung mittlerweile verankert ist! Es hätte etwas Groteskes, wenn diese „Schuldenbremse“ nicht an einem Ab-, sondern an einem Aufschwung scheitern würde!