Landtagswahl am 04.09.2016 in Mecklenburg-Vorpommern

Mecklenburg-Vorpommern ist eines der schönsten Bundesländer, Millionen Touristen kommen gern hier her. Das soll so bleiben und unser Land soll Jahr um Jahr attraktiver noch werden!

Aber zugleich hat MV auch Schattenseiten: Massive Überfischung der Ostsee und Binnengewässer, Megastallanlagen mit grausamster Tierquälerei, kritikwürdige Tierversuchsstandorte, vergessene Regionen mit Kinderarmut, Glyphosat und Überdüngung der Felder, Aussterben und Bejagung von Wildtieren, Dörfer mit rechtsradikaler Übermacht, übervolle Tierheime ohne Finanzierung, Müllhalden in Gewässern, Obdachlosigkeit und Altersarmut, unterfinanzierte Schulen und Hochschulen, abwandernde Jugend und soziale Ungerechtigkeit… und vieles mehr dürfen wir nicht ignorieren, auch wenn wir dieses Land hier lieben und uns wohlfühlen!

Daher will die Partei Mensch Umwelt Tierschutz im September zur Landtagswahl antreten. Unsere Landesliste ist offen für alle Menschen, denen unsere Themen wichtig sind. Auch parteilose Tierschützer, Tierrechtler, Umweltschützer und Menschenrechtler können bei uns mitmachen und ein Zeichen setzen! Wir geben denen eine Stimme, die selbst keine haben; wir wollen, dass Umwelt, Wirtschaft und Tierschutz eine Einheit bilden; für ein lebenswertes Mecklenburg-Vorpommern!

Unsere Kandidaten auf der Landesliste werden hier vorgestellt.
Wahlhelfer können sich jederzeit bei uns melden (anrufen: 03834 769949)!

Robert Gabel / Landesvorsitzender vom Landesverband Mecklenburg-Vorpommern

Quo Vadis Südamerika – Gesprächskreis in der Botschaft von Venezuela

Nachdem die meisten Länder Südamerikas militaristisch-/konservative Regierungen haben, sorgte Venezuela mit dem Versuch, einen Sozialstaat zu errichten, international für Furore. Das sollte bedeuten: Zugang zu sauberem Wasser, ausreichende Ernährung (durch Subvention der Grundnahrungsmittel), freie Entfaltung der Persönlichkeit sowie das Grundrecht, in Frieden leben zu können.Die Regime in Argentinien sowie Brasilien handeln im Sinne der Konzerne und der Korruption. Das wird zwangsläufig zu Unruhen führen.

S.E. Herr Orlando Maniglia, Botschafter der Bolivarischen Republik Venezuela in der Bundesrepublik Deutschland, und Herr Wolfgang Gehrcke, MdB und Sprecher für Außenpolitik und Internationale Zusammenarbeit der Partei Die Linke sowie Gründungsmitglied der Partei Europäische Linke, führten die Diskussion an. Auch der Botschafter von Kuba sowie der stellv. Generalsekretär, Martin Buschmann, waren anwesend.

Der Welt sollte bewusst sein, dass Lateinamerika eine atomwaffenfreie Welt ist und gerade in Venezuela viel gegen den Klimawandel unternommen worden ist, so der Botschafter Orlando Maniglia. Durch die Beendung der Amtszeit von Präsident Maduro wird wohl ein anderer Kurs gefahren werden. Die Probleme des Landes müssen nun gemeinsam gelöst werden, um Venezuela nicht wieder in die Hände multinationaler Ölkonzerne zu treiben.

Der Titicacasee – eine Lebensgrundlage wird zerstört!

Am 12. April 2016 hat das Lateinamerikaforum in Berlin zu einer Veranstaltung eingeladen, an der auch der stellv. Generalsekretär Martin Buschmann teilgenommen hat.

Der Titicacasee birgt viele Geheimnisse, die bisher noch nicht in ihrer Gesamtheit dargestellt wurden: Geschichte, soziale Beziehungen und Kontamination. Bis heute steigt die Zahl der Touristen stetig an, zur gleichen Zeit steigt aber auch die Verschmutzung.

Der vor Ort gezeigte Kurzfilm beschäftigt sich mit dem Prozess der Umweltvergiftung. Er zeigt, wie die Zuflüsse in den Titicacasee fließen. Da es kaum einen Ausfluss des Sees gibt, sammeln sich Müll und Schwermetalle (Quecksilber, Arsen und Blei) im See, die von den umliegenden Städten, Bergbaufirmen etc. kommen. Der See wird von ihnen sozusagen als Müllhalde genutzt.

Besonders gefährdet sei der seltene Titicaca-Riesenfrosch (Telmatobius culeus), der nur hier vorkommt und mit einem Gewicht von bis zu einem Kilogramm zu den größten Froscharten der Welt zählt. Ihm drohe im schlimmsten Fall die Ausrottung. Auswirkungen sind Fischsterben, soziale Konflikte sowie schwerwiegende Krankheiten innerhalb der peruanischen und bolivianischen Bevölkerung.

Auch der Tourismus sowie Einleitung von Exkrementen wird der See belastet.

Martin Buschmann: „ Als Umweltschützer und Leiter des BAK Internationaler Tierschutz war diese Veranstaltung eine Verpflichtung. Dort sind sogar Menschenleben in Gefahr. Als Menschenrechtler, Umwelt- und Tierschützer kann man diese Problematik nicht ignorieren!“

Adoption von Versuchstieren

Schätzungen zufolge werden jedes Jahr in Deutschland ca. 3 Millionen Tiere für Tierversuche verwendet. Die Forschung mit Versuchstieren wird in Universitäten und Forschungseinrichtungen, Pharmaunternehmen und Dienstleistungsunternehmen durchgeführt. Die sogenannten Versuchstiere erleiden dabei oft unsagbar schlimme körperliche Schmerzen und Stress, sie werden ihrer Freiheit beraubt und werden, wenn sie nicht mehr gebraucht werden, zumeist umgebracht. Siehe auch

Jedoch nicht alle – mittlerweile gibt es Organisationen, die mit den Tierversuchslaboratorien zusammenarbeiten, um wenigstens einige der Tiere, die nicht mehr gebraucht werden, in ein sorgenfreies Zuhause zu vermitteln.

Wenn man also die Rahmenbedingungen erfüllt und ausreichend Zeit und Geduld hat, ist es durchaus möglich, einen Hund, eine Katze oder auch ein Nagetier aus einem Versuchslabor aufzunehmen.

Dabei stellen sich natürlich viele Fragen:

  • Was sind das für Tiere?
  • Sind sie verhaltensauffällig und/oder krank?
  • Wo finde ich sie?
  • Bin ich überhaupt geeignet?

Die meisten Tiere werden eigens für Forschungszwecke gezüchtet, nur sehr wenige werden dafür gefangen. Bei der Züchtung wird darauf Wert gelegt, dass die Tiere die Eigenschaften hervorbringen, die sie für die Versuche tauglich machen, daher sind die wenigsten Tiere aggressiv. In den Einrichtungen werden sie oft in gleichgeschlechtlichen Gruppen gehalten, so dass sie meist gut sozialisiert sind.
Versuchstieren ist die „normale“ Welt völlig unbekannt, viele waren niemals draußen, haben die Sonne nie gesehen, durften nicht über Gras laufen. Sie leben in geschlossenen, klimatisierten Räumen oder engen Käfigen im künstlichen Licht. Einen Tagesablauf, der ihren Bedürfnissen gerecht wird und nicht aus Schmerz, Stress, Untersuchungen und „Behandlungen“ besteht, dürfen sie nicht kennenlernen. Was sie erleiden müssen, Tag für Tag, das kann sich niemand von uns wirklich vorstellen.

Nur Tiere in körperlich gesundem Zustand werden von den Laboratorien abgegeben, die anderen werden getötet. Zumeist haben die überlebenden Tiere eine normale Lernkapazität und kommen, Erfahrungsberichten zufolge, in einem neuen Zuhause relativ gut zurecht. Es gibt seriöse Vereine, die sich auf die Vermittlung von Versuchstieren spezialisiert haben, an die man sich bei Interesse wenden kann, z.B:

Laborbeaglehilfe e.V.
My Second Life (überwiegend Kleinnager): Website, Facebook
Ein Herz für Laborkaninchen

Diese Vereine überprüfen schon im Vorfeld, ob geeignete Voraussetzungen vorliegen. Nicht jedes Tier passt zu jedem Menschen, daher fragen und prüfen die Vereine genau nach, bevor sie ein Tier freigeben. Einen abschlägigen Bescheid sollte man daher nicht persönlich nehmen, im Vordergrund steht hier immer das Wohl eines Tieres, eine Fehlvermittlung wäre fatal.

Welchen Versuchen die zur Adoption freigegebenen Tiere während ihrer Zeit in den Laboren ausgesetzt waren, bleibt jedoch im Dunkeln, darüber wird von den zuständigen Stellen nichts preis gegeben. Sicher ist: die Tiere haben Schlimmes durchgemacht, Schmerzen erlitten und waren in ihrer Bewegungsfreiheit extrem eingeschränkt. Jedes hat dies auf eine andere Weise verarbeitet. Daher spielt nicht nur der Zeit- und Erfahrungsfaktor eine Rolle, auch die individuelle Auswahl ist wichtig. Es gibt sehr ängstliche, schüchterne, leider auch ältere Tiere, die besonders viel Ruhe, Geduld und einen sicheren Tagesablauf benötigen. Man sollte daher unbedingt mit den Vereinen zusammenarbeiten und deren Hinweise ernst nehmen.

Mit einer Adoption kann man hier wenigstens ein bißchen wieder etwas gutmachen, zumindest an den Tieren, die lebendig diese Hölle verlassen durften. Entscheidend ist, wie fast immer, Zeit, Geduld, keine falschen Erwartungen und viel Liebe.

Einem Tier aus dem Tierschutz, Tierheim, aus der Massentierhaltung oder eben aus einem Versuchslabor ein neues Zuhause zu geben, ist eine sehr anspruchsvolle, aber auch lohnenswerte Aufgabe. Es ist immer wieder schön und bewegend, mitzuerleben, wie sich aus einem einst geschundenen Tier eine kleine Persönlichkeit entwickelt, die wieder Freude am Leben hat.

Sonia-Ellen Hoesel / Bundesarbeitskreis Praktischer Tierschutz

Email-Kampagne gegen Tierversuche an der Universität Düsseldorf!

Der Tierschutzverein Düsseldorf hat eine tolle Online-Kampagne ins Leben gerufen:

Der Verein ruft alle Tierschützer auf, sich an seiner Email-Aktion zu beteiligen und die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) aufzufordern, Informationen preiszugeben, die bisher trotz öffentlichem Interesses unter dem Deckmantel des „Forschungsgeheimnisses“ verschwiegen werden.

Schätzungsweise bis zu 30.000 Tiere werden an der Universität gehalten!

Die HHU hat bisher jegliche Auskünfte über die Art der durchgeführten Tierversuche, Anzahl der Tiere, Haltung der Tiere, Aufwendung von Steuergeldern, etc verweigert.

Auch Anfragen nach Informationsfreiheitsgesetz gegen die genehmigende Behörde LANUV (Landesamt für Natur-, Umwelt-, und Verbraucherschutz) durch unser Bundesvorstandsmitglied Sandra Lück sind bislang nur unzureichend beantwortet, oder gar verweigert worden.

Mehrere Klageverfahren gegen die Behörden wurden beim Verwaltungsgericht Düsseldorf von Lück und ihren Mitstreitern eingeleitet.

Der Tierschutzverein Düsseldorf und Sandra Lück, Leiterin des Bundesarbeitskreises Tierversuche, haben beschlossen, sich zu vernetzen und gemeinsam den Druck auf die HHU und die Behörden zu erhöhen.

Wir bitten somit um tatkräftige Unterstützung für den Tierschutzverein Düsseldorf.

Auf der Website: http://www.tierversuche-ohne-uns.de/index.html finden sich alle Informationen, sowie die vorgefertigte Email an das Rektorat der HHU Düsseldorf. Bitte beteiligt euch mit uns an dieser vorbildlichen Aktion und lasst uns gemeinsam für alle Versuchstiere einstehen!

Eure Sandra Lück

Internationalen Aktionstag zur Abschaffung der Tierversuche

“Bundesarbeitskreis Tierversuche” in Aktion

Zum Internationalen Aktionstag zur Abschaffung der Tierversuche war die Partei Mensch Umwelt Tierschutz am 23.04.2016 erneut in vielen Städten Deutschlands vertreten. Unter anderem auch in Düsseldorf.

Unter dem Motto „Forschung Ja, Tierversuche Nein!“ lud Animals United ein, auf dem Schadowplatz an einer großen Kundgebung teilzunehmen.

Neben interessanter Gespräche mit Passanten sowie der Kopplung aktueller und künftiger Projekte mit anderen Mitstreitern und Organisationen im Kampf gegen Tierversuche, konnte der Bundesarbeitskreis Tierversuche, vertreten durch die Sprecherin Sandra Lück, mit einem Redebeitrag zu laufenden Klageverfahren gegen die tierversuchsgenehmigenden Behörden in NRW sowie über unsere EU-Beschwerde wegen Wettbewerbsverzerrung bei der Validierung tierversuchsfreier Methoden zur Auklärung beitragen.

 

Nachgestellter Tierversuch in Fußgängerzone in Pforzheim

Anlässlich des Internationalen Tages zur Abschaffung der Tierversuche (24.04.), der 1979 von der englischen National Anti-Vivisection Society (NAVS) ins Leben gerufen wurde, gab es am 23.04.2016 bundesweit ca. 30 Informationsstände und andere Aktionen von vielen engagierten Aktivisten.
Die Tierschutzpartei stellte in Pforzheim ein beeindruckendes Schauspiel dar, welches in kurzer Inszenierung und mit Schock-Effekt den Passanten gezeigt hat, wie ein Affenversuch in vielen Laboren abläuft.

Unter Regie des Bundesvorsitzenden Matthias Ebner wurde das Opfer (gespielt von Sabrina Bormann) von Labor-Arzt (gespielt von Yildirim Akin) und Assistenzarzt (gespielt von Angelo Lázaro Colucci) in den Primatenstuhl gezwängt und “starb” in diesem unter der Folter unnötiger Experimente:

Die sich sammelnden Passant_innen wurden eloquent von Dr. Jessica Frank und Matthias Ebner über Tierversuche und deren Notwendigkeit oder besser gesagt Sinnlosigkeit in unserer heutigen Gesellschaft aufgeklärt.

Tatkräftig verteilten Emma Volkert und die anderen Aktivist_innen Info-Material an die Passant_innen.
Zudem wurden Unterschriften gesammelt, unter anderem für die beiden aktuellen Petitionen der Tierschutzpartei zu Tierversuchen. Bitte unterstützen auch Sie unsere Petitionen gegen die Wettbewerbsverzerrung bei der Validierung tierversuchsfreier Methoden und für eine paritätische Besetzung der Tierschutzkommissionen!

Wir danken allen, die zu dieser Aktion beigetragen haben:

Das Team um den Tierversuch in Fußgängerzone Pforzheim
V.li.: Emma Volkert, Yildirim Akin, Dr. Jessica Frank, Matthias Ebner, Angelo Lázaro Colucci, Sabrina Bormann, Martina Kolb

Demonstration und Infostände zum „Tag der Abschaffung der Tierversuche“ (24.04.2016)

LV Bayern in Aktion

Gemeinsam mit Ärzte gegen Tierversuche AG Erlangen und Bamberg, Menschen für Tierrechte e.V. Nürnberg haben wir (MUT Regionalgruppe Nürnberg) uns an der o.g. Veranstaltung aktiv beteiligt. Leider haben wir einen ganz „schlechten“ Tag erwischt … „fieser“ Nieselregen bei Auf- und Abbau der Infostände, dem Protestzug vom Schloßplatz bis zum Besiktas-Platz und während der gesamten Veranstaltung. Immerhin waren ca. 30 Unentwegte mit ca. 10 Hunden gekommen, um an der Demo teilzunehmen, trotz der widrigen Witterungsbedingungen. Herzlichen Dank für euer Engagement und euren Protest gegen die sinnlose Quälerei unserer Mitgeschöpfe.

Auch wenn der „Zuspruch“ nur mäßig war, hat sich die Aktion gelohnt … wir waren nicht zu übersehen und haben bis zum Schluß durchgehalten, wenn auch ziemlich durchnässt und durchgefroren … für die Tiere.

Kaum jemand weiß, dass im Erlanger FPZ (Franz-Penzold-Zentrum) der FAU (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg) Tierversuche durchgeführt werden … letzte, uns bekannte Zahlen aus 2009 gehen von 14.000 Mäusen und 3.000 anderen Tieren aus, die hier in Erlangen zu Tode gequält wurden. Fast alle Mittel fließen in die leidvollen Tierversuche, es werden kaum Mittel für die alternative Forschung eingesetzt.

Die große Mehrheit aller Medikamente, die an Tieren erfolgreich getestet wurden, fällt in Studien an Menschen durch. Die US-Behörde für Lebensmittel- und Arzneimittelsicherheit FDA spricht von 92 Prozent, andere sogar von 95 Prozent (Nature Reviews Drug Discovery: Arrowsmith, 2012).“ „Natürlich denken auch leitende Forscher selbst um. Doch sehen sie sich ebenfalls ausgebremst. Das notwendige Geld für eine ernsthafte Forschung zu Alternativmethoden zu bekommen, so ein Universitätsprofessor im vertraulichen Gespräch, sei in Deutschland so gut wie unmöglich.“ (Auszüge aus dem ZEIT-Artikel „Geboren um zu sterben“ vom 24.04.2016)

“Wir fordern die Förderung alternativer Methoden statt Tierversuche, denn „Wenn Tiere sind wie wir, dann sind Tierversuche untragbar, wenn sie nicht so sind, dann sind sie sinnlos“

PM: Skandalöses Urteil gegen Tierrechtler_innen

PRESSEMITTEILUNG: 22.04.2016

Mit Erschrecken hat der Bundesvorstand der PARTEI MENSCH UMWELT TIERSCHUTZ (Tierschutzpartei) vom gestern verkündeten Urteil im Strafprozess gegen drei Tierrechtsaktivist_innen vor dem Amtsgericht in Schwäbisch Hall erfahren. Angeklagt waren die drei 28-, 24- und 20-Jährigen wegen Hausfriedensbruch – sie waren in einen unverriegelten Putenstall eingedrungen, um die dortigen Verstöße gegen das Tierschutzgesetz zu dokumentieren, welche sich laut Aussagen zweier angehörter Sachverständiger bestätigten.

Der 28-Jährige war zudem wegen Körperverletzung angeklagt. Er hatte ein Reizgas-Spray gegen den Putenmäster eingesetzt, nachdem dieser – durch einen stillen Alarm auf die Tierfilmer aufmerksam geworden – zwei der Aktivisten mit einer Holzstange angriff und dabei schwer verletzte. Er wurde zu 6 Monate und 2 Wochen auf Bewährung verurteilt, die anderen beiden zu 25 bzw. 20 Tagessätzen.

Diese Verurteilungen sind aus Sicht der Tierschutzpartei u. a. deshalb besonders skandalös, da z. B. Beweisfotos von den Verletzungen vorlagen, die der Putenhalter den zwei Tierrechtler_innen mit der Holzstange zugefügt hatte und da er im Prozess zugab, selbst dann noch mehrfach auf sie eingeschlagen zu haben, als sie bereits am Boden lagen.

Dazu der Bundesvorsitzende der Tierschutzpartei, Matthias Ebner: „In diesem Prozess wurden die Opfer zu Tätern gemacht. Menschen, die sich aus reiner Selbstlosigkeit, aus Mitgefühl und Verantwortungsbewusstsein den tierlichen Opfern gegenüber nachts auf den Weg zu dieser Tierfabrik gemacht hatten und die dafür bereits heftige Schläge einstecken mussten, wurden nun auch noch von unserer Justiz nicht nur im Stich gelassen. Nein, nun hat sich auch noch das Gericht auf die Seite des Agrarindustriellen gestellt, der den ihm hilflos ausgelieferten Tieren unermessliches Leid zufügte und immernoch zufügt.“

Der Staatsanwalt hatte es im Vorfeld bereits abgelehnt, ein Verfahren gegen den Agrarindustriellen aufgrund von Körperverletzung, räuberischem Diebstahl (einer Wärmebildkamera) und Verstößen gegen das Tierschutzgesetz zu eröffnen, was ihm die Tierrechtsaktivist_innen vorwerfen.

Ebner dazu weiter: „Hier stellt sich daher die Frage, ob wir noch in einem Rechtsstaat leben oder ob nicht schon längst die Industrie mit den regierenden Parteien und der Justiz so eng verwoben ist, dass nur noch das Recht des Stärkeren gilt.“

Der Bundesvorstand der Tierschutzpartei hält es für richtig und wichtig, heimlich gemachte Aufnahmen von Mastanlagen zu veröffentlichen, da die Behörden regelmäßig versagen und solche Missstände sonst niemals aufgedeckt würden. Er erwartet das von den nun in erster Instanz Verurteilten bereits angekündigte Berufungsverfahren daher mit Spannung und in der Hoffnung, dass dieses das Vertrauen in den Rechtsstaat wieder herstellen kann.

Pressekontakt:

Matthias Ebner
Vorsitzender LV Ba-Wü, Bundesvorsitzender
Fon: 07234 – 94 83 23
Fax: 07234 – 2760
Handy: 0160 90153320
matthias-ebner@tierschutzpartei.de

Offener Brief bez. Gastspiel von Zirkus “Voyage” in Plauen

An das Veterinäramt
z.H. Frau Dr. Anne Mütschard
Stephanstraße 9
08606 Oelsnitz/Vogtl.
muetschard.anne@vogtlandkreis.de

An den Oberbürgermeister der Stadt Plauen / Vogtland
z.H. Herrn Ralf Oberdorfer
Unterer Graben 1
08523 Plauen
oberbuergermeister@plauen.de

An die Freie Presse
Buero.chefredakteur@freiepresse.de

 

Sehr geehrte Frau Dr. Mütschard,                                                                                 Treuen, den 20.04.2016
sehr geehrter Herr Oberdorfer,

wie ich heute aus der „Freien Presse“ erfahren habe, gastiert in dieser Woche bis zum 24. April der Berliner Zirkus „Voyage“ in der vogtländischen Metropole Plauen.

Mehr als 80 Tiere, u.a. vier Elefanten, Giraffen, Kamele, Lamas, Pferde, Zebras, weiße Tiger und sogar ein Flusspferd, werden in den nächsten Tagen zur Schau gestellt.

Die anerkannte Tierrechtsorganisation Peta hatte aus diesem Grund im Vorfeld protestiert, weil die Organisation das Halten, Dressieren und Zurschaustellen von Wildtieren im Zirkus ablehnt und immer wieder auf nicht artgerechte Bedingungen, unter denen die Tiere im Zirkus leiden, hinweist. Der Zirkus „Voyage“ reagierte darauf und gab in seiner Pressemitteilung bekannt, dass der Zirkus in jeder Gastspielstadt vom Veterinäramt kontrolliert wird und dass die Tierhaltung in Ordnung sei. Auch die Besucher können sich heute bei der Tierfütterung ein Bild von der „vorbildlichen Tierhaltung“ machen.

Es ist anmaßend, uns Tierschützern weismachen zu wollen, man könne Wildtiere im Zirkus „vorbildlich” halten. Aus der Sicht von einigen Menschen, die sich nicht in die Lage der Tiere versetzen können, mag zwar die Tierhaltung „vorbildlich“ sein, aber aus Sicht der Tiere sollte die Natur zum Vorbild dienen. Vergleicht man die Tierhaltung im Zirkus mit einer Dokumentation, die z.B. das Leben und Verhalten von Elefanten in freier Wildbahn thematisiert, muss man zwangsläufig zu der Erkenntnis gelangen, dass ein Zirkus niemals den physischen und psychischen Ansprüchen von Wildtieren gerecht werden kann. Verglichen mit der Natur werden die Käfige im Zirkus immer zu eng sein, die ständigen Transporte und die dauerhafte Gefangenschaft sind alles andere als artgerecht. Und macht es wirklich Spaß Tieren zuzusehen, deren Willen beim Dressieren gebrochen wurde? Sicherlich nicht. Und: Neben der Bundestierärztekammer ist auch die Mehrheit in der Bevölkerung gegen Wildtierdressuren.

Nicht umsonst haben schon 18 europäische Länder ein Wildtierverbot in Zirkussen verhängt oder planten dieses bis 2015: Bulgarien, Dänemark, England und Wales, Estland, Finnland, Griechenland, Malta, Norwegen, Österreich, Portugal, Polen, Schweden, Slowakei, Slowenien, Tschechische Republik, Ungarn und Belgien.

Wir, die Partei Mensch Umwelt Tierschutz, sind der Meinung, dass die dafür zuständigen Behörden bei der nächsten Zulassung eines Zirkusses, der in Plauen sein Zelt aufschlagen möchte, genau darauf achten sollte, dass dieser keine Wildtiere mitführt. Führt er Wildtiere mit, sollten sich die Verantwortlichen nicht scheuen, ihm ein Gastspielverbot auszusprechen, als Zeichen zum Schutz der Tiere. Denn nichts spricht dafür, dass Zirkusse mit Wildtieren noch zeitgemäß, artgerecht und zukunftsweisend sind, auch wenn gegenwärtig Zirkusse mit Wildtieren in Deutschland noch legal sind. Als vorbildlich einzustufen sind in dieser Angelegenheit die deutschen Städte wie z.B. Heilbronn, Siegen und Paderborn, die bereits ein Verbot für Zirkusse mit Wildtieren verhängt haben.

Mit freundlichen Grüßen

Sabine Jedzig
Bundesgeschäftsstelle
Partei Mensch Umwelt Tierschutz

 

Verbote der Haltung von Wildtieren in Zirkussen
Regelungen zum Verbot von Wildtieren auf städtischen Flächen

Stand Peta: Februar 2016

http://www.peta.de/VerbotWildtiereImZirkus

 

Die Freie Presse online, hat unsere Kritik veröffentlicht. Danke!