Artenschutz – Vogelschlag an Glas

Millionen von Wildvögeln prallen jedes Jahr in Europa gegen Fensterscheiben oder Glasfassaden, verletzen sich schwer oder sterben dadurch. Grund: Glas können sie nicht erkennen!

Falls Sie auch schon Zeuge von toten Vögeln an Ihren Fensterscheiben oder Glastüren wurden, dann lesen hier, welche Tipps der Bund empfiehlt, damit auch an Ihren Glasscheiben keine Vögel mehr so leicht ums Leben kommen.

Direktanfragen beim BUND: glas.vogelschutz@bund.net

2014 war kein gutes Jahr für den Artenschutz

Mensch verursacht gerade das weltweit größte Artensterben

Wie aus einem Kurzbericht der Freien Presse vom 30.12.2014 hervorgeht, waren Eisbären, Haie, Tiger, Elefanten, Monarchfalter, Bonobos, Nashörner, Lemuren und Walrösser die Verlierer beim Artenschutz.

Wilderei, Lebensraumverlust, Klimawandel und Raubbau an der Natur setzen der globalen biologischen Vielfalt stark zu.

Einen positiven Aufwärtstrend gab es bei den Blauwalen und Berggorillas, die von Schutzgebieten profitieren.

In Deutschland sind die Biene, der Kiebitz und der Otter stark bedroht.

Artenschutz beginnt bereits vor der eigenen Haustür; bitte informieren Sie sich bei Naturschutzorganisationen, was man als Einzelner für den aktiven Artenschutz tun kann.

2014: Das schlechteste Bienenjahr der Geschichte

Die Bienen sterben leise…

Laut einer aktuellen Meldung des “Umweltinstitutes München” sinkt die Zahl der Bienen. “Manfred Hederer, Präsident des deutschen Berufs- und Erwerbsimkerbundes, erwartet für 2014 das schlechteste Bienenjahr der Geschichte und das fünfte sehr schlechte Jahr in Folge. Deutschland importiert bereits 80 Prozent des verzehrten Honigs.

Die wichtigsten Gründe für das Bienensterben liegen in der industriellen Landwirtschaft. Auf intensiv genutzten Flächen finden Insekten zu wenige Blüten. Hinzu kommt der Einsatz von Pestiziden, die Bienen töten, schwächen oder verwirren. Beides trifft nicht nur die Honigbienen, sondern auch die für die Bestäubung wichtigen Wildbienen und Hummeln.”

Die Partei Mensch Umwelt Tierschutz fordert eine Abkehr von der Intensivlandwirtschaft, die auf den Einsatz von Chemie verzichtet. Nur die ökologische Landwirtschaft wird auf Dauer auch die Bienen und andere Kleinstlebewesen fördern und schützen, die unverzichtbar für einen gesunden und natürlichen Naturkreislauf sind.

Kurzmeldung zum Artensterben

Jane Goodall warnt vor baldigem Aussterben der Menschenaffen

Die Umweltaktivistin Jane Goodall warnt von einem Aussterben der Menschenaffen in den kommenden Jahrzehnten. “Wenn wir nichts dagegen unternehmen, werden die Menschenaffen aufgrund der Zerstörung ihres Lebensraums und des illegalen Handels verschwinden”, sagte Goodall bei der Vorstellung ihres neuen Buchs “Seeds of Hope” in Nairobi.

In den vergangenen 50 Jahren habe sich die Zahl der Schimpansen bereits weltweit von etwa zwei Millionen auf 300 000 Tiere verringert.

Continue reading “Kurzmeldung zum Artensterben”

Insekten

Ein und noch ein Erlebnis, das die meisten belächeln u. verächtlich abtun werden, wozu aber keine Veranlassung besteht:

Ich fand heute ein winziges Flügelinsekt, eine hübsche Art Käferchen, das sich ins Bad verirrt hatte. Ich versuchte, es außen auf das Fensterbrett zu setzen, damit es wegfliegen könne. Dergleichen geht immer schwer. Es fiel auf seinen runden Rücken. Deshalb musste ich es umdrehen, was erst nach einiger Zeit gelang, weil: wie sollte ich es anfassen. Ich schob dann ein Stück Papier darunter und schüttete es auf den Bauch. Es fing an zu krabbeln u. ließ eine Spur „Wasser“ hinter/unter sich. Danach fiel es wieder zur Seite u. war auf der Stelle tot. Ich hatte es sicher nicht verletzt. Ich war zutiefst geschockt, dass ich die Ursache seines Todes war, aber was hätte ich anderes tun können. In anderen Fällen war dergleichen nicht passiert.

Ein weiteres Erlebnis:

Von dämlichen Käufern gekaufte exotische Stabheuschrecken mussten übernommen und in verantwortungsbewusste Hände übergeben werden, und jetzt kommt es: Die Zweige in ihrer Behausung, auf denen sie sitzen und von denen sie essen, müssen ständig erneuert werden. Diese ständige Störung erleben die Schrecken als große Angst u. Stress, so dass viele jedes mal erstarrt zu Boden fallen, vor Angst braun werden, wie tot aussehen u. starr liegenbleiben. Es dauert ewig, bis sie sich wieder erholen. Ich habe das einmal miterlebt.

Was sagt uns das:

Nie hätte ich gedacht, dass auch Insekten/Käfer/Spinnen „Gefühle“ haben, je nach Individuum unterschiedlich. Selbstverständlich haben sie existentielle Gefühle, aber dass sie so massiv sind, hätte ich nicht gedacht. Das mag jetzt dumm klingen, aber wer ehrlich ist, wird zugeben, dass auch ihm diese Tatsache nicht bewusst gegenwärtig ist. Auch Insekten und Nicht-Säugetiere haben also (zumal bei jeder Veränderung) große Angst und sind deshalb mit größter Verantwortung zu behandeln, genauso wie die Säugetiere. Mich graust es, und ich vermeide es, über Rasen/Wiesen zu gehen, weil dort alle möglichen Insekten leben, die man dabei verletzt oder tottritt. Es ärgert mich immer, dass alle Welt achtlos über Wiesen trampelt u. sich nichts dabei denkt, gar Schmetterlinge fängt (zum „Glück“ gibt es nicht mehr so viele) oder wenn Kinder kleinen Fischen in kleinen Gewässern nachjagen. Was kommt dabei heraus! Ich will mich nicht als Moralapostel aufspielen, aber wie gedankenlos der Mensch sich aufführt, ist furchtbar.

Achtung: Igel!

Alle Jahre wieder in Frühling und Herbst…

In jedem Garten sollten in einer Ecke Reisig- und Laubhaufen bereit liegen, um Igeln darin Unterschlupf für die Nacht und für den Winterschlaf zu geben.

Beim Verbrennen von Reisighaufen in Herbst und Frühjahr und beim Anzünden von Osterfeuern unbedingt beachten:

Falls man das vorhat, unmittelbar vor dem Verbrennen den Haufen unbedingt umschichten, um sicherzustellen, dass keine Igel und Blindschleichen usw. darin schlafen. Unzählige Igel verbrennen grausam, weil sie im Frühling oft noch im Winterschlaf liegen oder das ganze Jahr über ihren täglichen Schlaf dort halten und das Feuer nicht bemerken. Sie können nicht flüchten! Die Igel nutzen Holz- und Laubhaufen tagsüber als Schlafquartier, denn sie sind nachtsaktive Insektenfresser, keine Nager, keine Apfelesser. Milch ist keine Nahrung für sie.

Grundsätzlich: Igel, die tagsüber laufen, sind krank und gehören sofort zu einem kundigen Tierarzt. Oft sind die Tiere auch noch von Parasiten (inneren und äußeren) befallen, die sofort zu entfernen sind (die außen sichtbaren). Igel, die man noch im Oktober sieht – sie liegen zu dieser Zeit im allgemeinen schon im Winterschlaf – sind ebenfalls in Lebensgefahr und zu einer Igelstation zu bringen. Kontakt mit pro Igel aufnehmen, falls man einen Igel selbst pflegen möchte, damit keine Fehler gemacht werden.

Geschützte Igel beim Mähen getötet (Artikel hier lesen)

Igel, unsere stacheligen Freunde, und was wir alles falsch machen können. Wer macht denn sowas?

Ein Bericht von Karin Oehl, Mitglied im Verein www.pro-igel.de

Vorgestern Abend kam ein Anruf – Igel gefunden – es hörte sich nicht gut an.

Der Finder hat sich unheimlich engagiert und einen sehr weiten Weg in Kauf genommen hierher zu mir in die Igelstation.

Als er ankam, hätte ich heulen können, der Finder auch, denn er glaubte schon, daß das Tier auf dem Weg gestorben wäre. Da hatte ich ein total schlaffes Baby in der Hand mit einem riesigen roten Nagellackflecken auf dem Rücken, also war das Tier schon einmal in Menschenhand gewesen…

Hatte da ein Mensch das Igel-Baby aufgezogen? Wenn ja, hat er es viel zu früh, wahrscheinlich unvorbereitet und sicher auch am falschen Ort ausgewildert. Ob das Tier wohl schnell weg mußte, weil der Urlaub anstand? Das Tierchen kann es nicht erzählen. Der kleine Igel war allein noch gar nicht überlebensfähig und wie es aussah, war es auch schon sterbend.

Nun, ich habe dennoch zu kämpfen begonnen. Einen Schluckreflex hatte es nicht.

Erst einmal wurde Eletkrolythlösung mit etwas Glucose und Vitamin B-Komplex unters Fell gespritzt. Ins Mäulchen kam ein Tröpfchen eines Kreislaufmittels (Notfallmedizin). Da das Tierchen warm war, habe ich keine Wärmeflasche untergelegt. Bei einem unterkühlten Tier ist das sonst die erste Maßnahme, und eine Behandlung darf erst nach Erreichen normaler Körpertemperatur erfolgen.

Nach einer Weile rollte es sich endlich zusammen, atmete kräftiger und hatte auch einen Schluckreflex, so dass ich eine kleine Menge flüssig gemachter Nahrung zuführen konnte. In der Nacht hat das Tierchen gekotet und uriniert – also diese Funktionen waren in Ordnung. Im Laufe des Tages schien es nur aufwärts zu gehen – allerdings kam am Abend wieder ein Zusammenbruch. Noch einmal habe ich versucht, das Tier von seiner Reise über den Regenbogen abzuhalten, wieder erfolgreich. Aber ob es bleibt? Wir werden es sehen. Ein drittes Mal werde ich es nicht versuchen.

Eben schaute es mich mit seinen kleinen schwarzen Knopfaugen an, nahm willig seine Pipette und lag dann wieder friedlich auf seinem Tuch. Was mag in ihm vorgehen? Wie mag es sich fühlen? Was aus dem kleinen Igeljungen wird? Die nächsten Stunden werden entscheiden. Sie entschieden: Das Igelkind hat sie leider nicht überlebt.

Ich fühle Wut in mir. Wenn ich ein Tier aufnehme, dann muß ich mich schlau machen und nicht rumwurschteln nach Gutdünken. Der Ach-wie-niedlich-Eindruck und etwas Besonderes für eine Weile haben zu wollen, ist für so ein kleines Tier lebensgefährlich. Freude am Tier u. seine Betreuung müssen Sachkunde voraussetzen, ansonst muß ich mir sachkundige Hilfe suchen und das ach so niedliche Tier aus der Hand geben. Zu viele Igel werden von Menschen in guter Absicht, aber ohne Sachkunde aufgenommen und leider tot gepflegt.

Sachkundige Hilfe findet man bei pro-igel

16. Artenschutzkonferenz (CITES) in Bangkok

Möglicherweise wieder wenig Ergebnisse!

Genau 40 Jahre nach der 1. CITES-Konferenz in Washington treffen sich die Vertragsstaaten dieses Jahr vom 03. bis 14. März in Bangkok. Es bleibt trotzdem zu befürchten, dass kaum Ergebnisse für den Erhalt der global bedrohten Pflanzen- und Tierwelt erzielt werden.

Ganz oben auf der diesjährigen Agenda steht ein internationales Abkommen gegen die ausufernde Wilderei, die jedes Jahr neue Superlative erreicht. Allein im Jahr 2012 wurden schätzungsweise 30 000 Elefanten illegal abgeschossen und auch die Jagd auf Nashörner ist völlig außer Kontrolle geraten. In der Republik Südafrika fielen letztes Jahr 668 Nashörner der Wilderei zum Opfer.

Trotz Artenschutzkonferenzen über 40 Jahre hat sich das Aussterben vieler Arten innerhalb der letzten Jahre immer mehr beschleunigt, da auf den Konferenzen meist nur vage Absichtserklärungen beschlossen wurden.

Laut wissenschaftlichen Studien hat das globale Aussterben vieler Pflanzen- und Tierarten ein Ausmaß angenommen, wie es seit dem Verschwinden der Dinosaurier durch einen Meteoriteneinschlag vor rund 65 Millionen Jahren nicht mehr gegeben hat.

Es ist zu hoffen, dass die politisch Verantwortlichen auf der diesjährigen Konferenz die Reißleine ziehen, um den Versuch zu starten, unseren Planeten mit seinen vielfältigen Pflanzen- und Tierarten für die Nachwelt zu erhalten. Leider ist zu befürchten, dass die Ergebnisse der diesjährigen Konferenz kaum Wirkung zeigen werden: Das Artensterben wird weitergehen!

Über die endgültigen Ergebnisse in Bangkok werden wir in Kürze berichten.

Feilschen um den vielleicht letzten seiner Art

222 Kilogramm Blauflossenthunfisch für 1,3 Mio. Euro versteigert

Kiyoshi Kimura, Besitzer einer Kette von Sushi-Restaurants, hat auf dem Tsukiji-Fischmarkt in Tokio einen 222 Kilogramm schweren Blauflossenthunfisch für 1,3 Millionen Euro ersteigert.

Kimura hat dafür dreimal mehr bezahlt als im letzten Jahr.

Dass er mit seinem asozialen Verhalten zur Ausrottung des vom Aussterben bedrohten Blauflossenthunfisches beiträgt, scheint Kimura nicht zu interessieren. Viele andere Japaner anscheinend auch nicht, da sich drei Viertel des weltweiten Konsums von Blauflossenthunfisch nachweislich auf Japan konzentriert.

Lange galt Sushi als eine exotische Delikatesse, die man inzwischen aber auch bei uns als Massenware um die Ecke kaufen kann.

Der Verlierer ist der vom Aussterben bedrohte Blauflossenthunfisch.

Mark S. Hall hat ihm nun einen Dokumentarfilm mit dem Titel‚ Sushi – The Global Catch‘ gewidmet. (Video hier ansehen)

Experten sind sich darüber einig, dass es für das gesamte Ökosystem Meer verheerende Auswirkungen hätte, sollten Blauflossenthunfische aussterben, da sie als große Räuber das sorgsam austarierte Gleichgewicht erhalten.

Das Artenspektrum würde sich verschieben, Krebstiere und Quallen würden massiv zunehmen, Fischarten dramatisch zurückgehen, so Ulrich Karlowski von der Gesellschaft zur Rettung der Delfine in München.

100 Todeskandidaten der Natur

Die hundert am stärksten vom Aussterben bedrohten Arten der Erde (Pflanzen, Tiere und Pilzarten) haben mehr als 8.000 Forscher der IUCN (International Union for Conservation of Nature) jetzt erstmals auf einer Liste zusammengefasst. Nahezu alle auf der Liste stehenden Arten seien durch den Menschen in Gefahr geraten, berichten die Forscher. (Hier Artikel lesen)

Riesenschildkröte „Einsamer George“ gestorben

Artensterben hält unvermindert an…

Laut Bild vom 25.06.2012 ist die Galápagos-Riesenschildkröte „Einsamer George“ am vergangenen Sonntag im Alter von rund 100 Jahren gestorben. Mit ihrem Tod ist die Erde um eine Spezies ärmer. Sie galt als der weltweit letzte Vertreter der Unterart Chelonoidis nigra ssp. Abingdoni.

Wie Bild weiter berichtet, wurde auf dem UN-Gipfel in Rio eine Studie vorgestellt, wonach von 63 837 untersuchten Arten 19 817 vom Aussterben bedroht sind: „Nach der jährlich neu herausgegebenen Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN sind 41 Prozent der Amphibien bedroht, 33 Prozent der Korallenriffe, 25 Prozent der Säugetiere, 20 Prozent der Pflanzen und 13 Prozent der Vögel. In Afrika sind inzwischen 27 Prozent der Süßwasserfische bedroht, in Europa gelten 16 Prozent der einheimischen Schmetterlingsarten als bedroht, ebenso 18 Prozent der Fledermäuse weltweit.“