Neue Sperrklausel für EU-Wahl

Demokratieverständnis bei etablierten Parteien: Fehlanzeige!

Nun ist es fast „amtlich“. Die etablierten Parteien – mit Ausnahme der Partei Die Linke – wollen eine 3 %-Sperrklausel für die Europa-Wahl beschließen. Das neue Wahlgesetz dürfte auch die Hürde Bundesrat spielend nehmen – man ist sich ja einig, wenn es um die Mandate in Brüssel geht. Da machen auch die Grünen keine Ausnahme!

Dass es schlecht um das Demokratieverständnis der etablierten Parteien bestellt ist, hat sich damit wieder einmal bewahrheitet!

Für die kleinen Parteien ist eine neue Sperrklausel ein herber Rückschlag, denn die Hürde von 3 % ist aller Voraussicht nach für sie kaum zu schaffen. Aber wer weiß, vielleicht zeigen viele Wählerinnen und Wähler den „Etablierten“ die rote Karte für ihr seltsames Demokratieverständnis und geben ihre Stimmen den kleinen Parteien.

Die Partei Mensch Umwelt Tierschutz wird bei der EU-Wahl trotzdem einen harten Wahlkampf führen, um einerseits die Wählerinnen und Wähler dieses Landes über die vielen „Baustellen“ in der Politik der etablierten Parteien aufzuklären und um unsere eigene Sichtweise einer ethisch fundierten EU-Politik deutlich zu machen.

Der schöne Schein trügt

Wie sich die Reichen an den Armen bereichern

Wir leben offenbar im Zeitalter der Entzauberung! Da rühmt sich zum Beispiel die Deutsche Bank der „Leistung aus Leidenschaft“, betreibt aber wohl eher illegale Transaktionen „aus Leidenschaft“! Der Hoeneß Uli mutiert vom Vorzeigepräsidenten zum Steuerbetrüger und stürzt sich damit selbst vom Sockel. Und nun, wer hätte das gedacht, entpuppt sich Daimler aus der superreichen Nobelkarosserie-Branche als mieser Ausbeuter von Leiharbeitern und betreibt Lohndumping.

Drei Beispiele aus der „feinen Gesellschaft“, die mühelos fortgesetzt werden könnten.

Offenbar kann man heutzutage nur durch „Undercover-Recherche“ die Wahrheit hinter den glitzernden Kulissen erkunden! Wie in der Dokumentation „Hungerlohn am Fließband“ (13. 05, ARD) zu erfahren war, nahm der Journalist Jörg Rose – im Stil von Günter Wallraff – die Identität eines einfachen Schichtarbeiters an, bewarb sich, als Vater von vier Kindern, bei Daimler und wurde von der Leiharbeitsfirma Preymesser unter Vertrag genommen. Die aber fährt offenbar mittlerweile doppelgleisig: Nachdem für Leiharbeit höhere Löhne erstritten worden waren, erfand man den an Billigkeit kaum zu unterbietenden „Werksvertrag“, eingeführt auch vom raffgierigen Daimler-Konzern.

Mit versteckter Kamera dokumentierte Rose seinen Arbeitsalltag: Bis an den Rand der täglichen Erschöpfung hatte er ohne Ende superschwere Zylinderköpfe aus- und wieder einzupacken – für 8,19 Euro die Stunde. Lohndumping in Reinkultur! Entgegen den gesetzlichen Vorschriften arbeitete er als „Billiglöhner“ eng mit der – die gleiche Arbeit verrichtenden – Stammbelegschaft zusammen, laut Gesetz eine „unerlaubte Arbeitnehmer-Überlassung“ und damit Sozialversicherungsbetrug, so der renommierte Arbeitsmarktforscher Professor Stefan Sell. Der Grundsatz „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ – hier wird er zur Farce.

Billiglöhner als Arbeiter zweiter Klasse: So behandelt z. B. der Betriebsarzt nur bei der Stammbelegschaft die gravierenden Rückenprobleme aufgrund der schweren Arbeit, denn nur mit ihnen werden Leistungsvereinbarungen getroffen. Sparen auf Teufel komm raus! Und dies auf dem (kaputten) Rücken der billig Entlohnten (hier passenderweise im Wortsinne…).

Ein besonderes Kapitel ist die äußerst unterschiedliche Entlohnung. So verdient eine junge Frau mit einer 35-Stunden-Woche 3 577,- Euro monatlich; dazu kommen noch etliche Zuschläge. Dem „armen Schlucker“ mit Werksvertrag bleiben gerade einmal netto 991,- Euro von seinem Lohn. Die Folge: Analog dem Harz-IV-Aufstockermodell zahlt der Staat (= der Steuerzahler!) jeweils 1 550,- Euro monatlich drauf. Mit anderen Worten: Daimler lässt sich vom Steuerzahler subventionieren! Ein Skandal der Extraklasse.

Die Politik beteiligt sich also an solch anrüchigen Geschäften und unterstützt die Lohndumping-Strategie (und damit ihre Ausweitung) mit sage und schreibe 8,7 Milliarden Euro Steuergeldern. Wen wundert´s, wenn die berühmte Schere zwischen Arm und Reich dank Schwarz-Gelb immer weiter auseinandergeht!

Das soziale Gefüge gerät auf diese Weise mehr und mehr ins Wanken und droht auseinanderzubrechen, wenn auf der einen Seite die Gewinne gigantische Höhen erreichen und auf der anderen die Löhne immer weiter gedrückt werden. Die Folge ist modernes Tagelöhnertum, ist die Versklavung eines großen Teils der Bevölkerung.

Daimler will seinen Gewinn von 8 Milliarden Euro auf 9 Milliarden steigern. Der Stolz des Steuerzahlers, dass er einem Nobelkonzern dabei zu Diensten sein darf, dürfte sich in Grenzen halten.

Menschen lernen nur aus Katastrophen – oder auch nicht…

Auf dem Weg zur Fair-Trade-Kleidung

Nach dem Einsturz eines Fabrikgebäudes in Bangladesch mit mehr als 1100 Toten wollen jetzt führende Handelskonzerne der Textilbranche ihre bisherige Einkaufsstrategie überdenken. Unter dem Eindruck der Katastrophe schlossen sich die meisten der großen Handelsketten – darunter H&M, C&A, Tschibo, Primark, Aldi, Zara, Benetton und Abercrombie & Fitch – einem Abkommen an, das Mindeststandards hinsichtlich Brandschutz und Sicherheit in den Fabriken von Bangladesch zum Inhalt hat.

Der US-Konzern Gap und Walmart – das weltgrößte Einzelhandelsunternehmen – hat sich bislang geweigert, dem Abkommen beizutreten. Die Konzern-Bosse scheinen nichts aus der Katastrophe in Bangladesch gelernt zu haben und bleiben ihrem profit-orientiertem Denken verhaftet: „Money makes the world go around.“

Bis man jedoch bei uns wirkliche Fair-Trade-Kleidung in den führenden Handelskonzernen kaufen kann, wird es wohl noch ein weiter Weg sein. Aber der Anfang ist gemacht…

Europa-Wahl 2009

Wir haben einen Stimmenrückgang von 0,2 Prozent zu verbuchen, aber ein durchaus akzeptables Ergebnis erzielt. Wir sind auf Kurs geblieben…

Wir danken allen Wählerinnen und Wählern, die Ihre Stimme unserer Partei gegeben haben. Wir haben mit einem kleinen Budget unseren Wahlkampf geführt und 289.572 Menschen von unseren Zielen überzeugen können. Vielleicht waren einige Wählerinnen und Wähler vom Ausgang der EU-Wahl enttäuscht, aber wir haben mit 1,1 Prozent trotzdem ein akzeptables Ergebnis eingefahren, denn es war abzusehen, dass in Krisenzeiten etliche Bürgerinnen und Bürger nicht mehr “ethisch und altruistisch wählen”, sondern sich anderen Parteien zuwenden.

Unser Wahlergebnis hat aber gezeigt, dass die Partei Mensch Umwelt Tierschutz selbst dramatische Krisenzeiten überstehen kann.

Wir sind auf dem richtigen Kurs!

Amtliches Wahlergebnis (Bundeswahlleiter):

2009 Stimmen Anzahl % 2004 Stimmen Anzahl % Differenz zu 2004 in
Prozent
Bundesergebnis 289.572 1,1 331.388 1,3 -0,2
Länderergebnisse
Baden-Württemberg 45.556 1,2 52.484 1,4 -0,2
Bayern 30.269 0,8 33.652 0,9 -0,2
Berlin 11.621 1,4 14.549 1,6 -0,2
Brandenburg 9.202 1,5 9.069 1,6 -0,2
Bremen 1.814 1,0 2.668 1,5 -0,5
Hamburg 2.900 0,7 3.237 0,8 -0,1
Hessen 14.115 0,9 21.576 1,3 -0,5
Mecklenburg-Vorpommern 7.995 1,3 9.258 1,5 -0,3
Niedersachsen 21.424 0,9 23.213 1,0

-0,1

Nordrhein-Westfalen 52.374 1,0 60.575 1,1 -0,2
Rheinland-Pfalz 23.942 1,4 28.117 1,6 -0,2
Saarland 6.617 1,5 6.832 1,6 -0,1
Sachsen 24.998 1,6 25.940 1,7 -0,1
Sachsen-Anhalt 13.122 1,8 16.207 2,0 -0,2
Schleswig-Holstein 7.536 0,9 9.193 1,2 -0,2
Thüringen 16.087 1,6 14.818 1,5 +0,2

Zum EU-Wahlprogramm 2009

Jugendarbeitslosigkeit steigt weltweit

Fatale Folgen…

Arbeitslosigkeit kann jeden treffen. Wer schon einmal arbeitslos war, kann ein Lied davon singen, wie es sich anfühlt, am Rande der Gesellschaft zu stehen, und mit welchen alltäglichen Herausforderungen man zu kämpfen hat.

Derzeit sind vor allem Jugendliche in den Euro-Krisenländern wie Griechenland und Portugal von der steigenden Arbeitslosigkeit betroffen. Laut Angaben der Vereinten Nationen nimmt die Jugendarbeitslosigkeit weltweit zu – allerdings nicht überall so dramatisch wie in oben genannten Ländern.

Wie das Statistische Amt (Elstat) in Piräus in diesem Monat mitteilte, sind in Griechenland 64 Prozent der jungen Menschen unter 24 Jahren erwerbslos; mit anderen Worten – nur etwa jeder dritte Jugendliche hat eine Arbeitsstelle. Auch in Portugal waren von Januar bis März 2013 rund 42 Prozent der unter 24-Jährigen arbeitslos gemeldet.

Laut einem gerade veröffentlichen Bericht der Internationale Arbeitsorganisation (ILO) liegt die Jugendarbeitslosigkeit 2013 weltweit bei durchschnittlich 12,6 Prozent nach 12,4 Prozent im Vorjahr. 73,4 Millionen der 15- bis 24-Jährigen sind demnach 2013 arbeitslos. Verglichen mit Griechenland und Portugal steht Deutschland noch „gut“ da. Bei uns liegt die Jugendarbeitslosigkeit unter 10 Prozent.

Trotzdem darf die deutsche Regierung das Problem der zunehmenden Jugendarbeitslosigkeit in den Krisenländern Europas nicht auf die leichte Schulter nehmen und durch restriktive Forderungen nach Schuldenabbau in diesen Ländern sogar noch vergrößern.

Die zunehmende Zahl von Jugendlichen, die ohne Einkommen und Zukunftsperspektiven sind, birgt einen immensen sozialen Zündstoff. Abgesehen von Massendemonstrationen mit bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und den Demonstranten, besteht die Gefahr, dass sich die arbeitslose Jugend rechtspopulistischen Parteien zuwendet. Damit bedroht die Arbeitslosigkeit der jungen Menschen in Europa auch die Grundfeste unserer Demokratie! Und abgesehen davon, beschleunigt sie den wirtschaftlichen Niedergang der betroffenen Länder, denn wie soll der Binnenmarkt sich stabilisieren, wenn ein Großteil der Bevölkerung zunehmend verarmt.

Die wirtschaftliche Abwärtsspirale wird weitergehen, solange man den Weg des Sparens „um jeden Preis“ zum Abbau der Staatsschulden beibehält.

Unfassbar grausam: Neues Zirkus-Video zeigt die systembedingte Tierquälerei

Diesmal veröffentlicht die russische Tierschutzorganisation VITA verdeckte Aufnahmen aus dem “Sankt Petersburg Staatscircus“, die zwischen November 2011 und Januar 2013 erstellt wurden. Ein Dompteur prügelt äußerst brutal und wiederholt auf kleine Affen ein, damit sie bestimmte Verhaltensweisen ausführen. (Hier lesen)

Taubenwettflüge: ein unfaires Hobby – kein Spiel

Das Leid der sogenannten Brieftauben

In Deutschland betreiben schätzungsweise 50.000 Menschen die Zucht von Tauben, die als sogenannte Brieftauben zu Wettflügen ausgenutzt werden: bundesweit betroffen sind ca. 2,5 Millionen Tiere. Im Rahmen der Taubenwettflüge werden den Tieren Höchstleistungen abverlangt, die ihre Kräfte häufig übersteigen. (Hier lesen)

Sumpfiges Gelände

Über Steuerhinterziehung und Korruption

Immerhin – auf diese uns regierende Koalition kann man sich verlassen, denn sie verfolgt konsequent den einmal eingeschlagenen Weg: Wer seine „Geld-Schäfchen“ ins Trockene bringt, seien es Steuerhinterzieher wie Zumwinkel, Hoeneß und Zigtausend andere, seien es Abgeordnete, die korruptionsanfällig sind – sie alle genießen den Schutz der schwarz-gelben Regierung.

Zum Tatbestand der Korruption: Zwar unterzeichnete die Bundesrepublik im Jahr 2003 zusammen mit 165 anderen Staaten die UN-Antikorruptions-Konvention, Union und FDP aber verweigern nach wie vor die Ratifizierung – mit der mehr als durchsichtigen Begründung, dies widerspreche dem Grundsatz des freien Mandats.

So versucht man zu verschleiern, dass alles unterlassen werden soll, was die hierzulande zu laxen Strafvorschriften zur Abgeordnetenbestechung verschärfen könnte!

Man fragt sich, wie viele „schwarz-gelbe Leichen“ da wohl im Keller liegen und mit wie vielen noch gerechnet wird. Es muss wohl ziemlich viel zu verbergen sein, nimmt man doch zum Beispiel in Kauf, dass man sich in der „feinen Gesellschaft“ von Saudi-Arabien, Sudan, Syrien und Nordkorea befindet – den einzigen Staaten, die ebenfalls die Ratifizierung der Konvention verweigern!

Aber es wird noch mehr in Kauf genommen: Schon 2012 klagten Chefs von 26 Dax-Konzernen – international tätigen Unternehmen – in einem Brandbrief an das Parlament, dass durch die Blockade des UN-Abkommens das Ansehen Deutschlands Schaden nehme! Kein Wunder, wenn unter den gegebenen Umständen das Vertrauen in die Integrität der deutschen Regierung weltweit leidet!

Auf dem oben geschilderten Hintergrund ist auch der Fall Hoeneß zu sehen. Sein Konzept, sich die politische Weichenstellung zunutze zu machen – Steuerhinterzieher bleiben per Selbstanzeige anonym und straffrei – ging nicht auf, und der vielerorts Hofierte steht nun als Betrüger da. Pech für ihn, gut für die Gesellschaft, dass über Steuerhinterziehung (und im Zusammenhang damit auch die laxe Haltung zur Abgeordnetenbestechung) nicht länger der Mantel des Schweigens gebreitet werden kann. Die Enttäuschungsbekundungen deutscher Politiker im Fall Hoeneß wirken angesichts des eigenen Umgangs mit beiden miteinander verwandten Themen wie blanker Hohn.

Die Opposition hat kürzlich die Gunst der Stunde genutzt und einen fraktionsübergreifenden Gruppenantrag zur Verschärfung der Korruptionsregeln eingebracht. Man darf nun auf die Reaktion von Union und FDP gespannt sein!

Nachtrag: Der Steuerbetrug des Herrn Hoeneß erhält für Tierrechtler noch dadurch besonderes Gewicht, als die von ihm betriebene Wurstfabrik zweifellos keine geringe Rolle bei seiner Gier nach Profitmaximierung spielte und mutmaßlich noch spielen wird.

Mit anderen Worten: An seinen milliardenfachen Profiten klebt das Blut unzähliger gequälter sogenannter Nutztiere. Hier liegt das eigentliche unentschuldbare Verbrechen beim Tatbestand der Steuerhinterziehung des endlich entzauberten Zeitgenossen Hoeneß! Mit der totalen Missachtung der Rechte leidensfähiger Mitlebewesen leistete er nichts weniger als einen ethischen Offenbarungseid. Man sollte ihm keine Träne nachweinen.

Der Preis der Billigkleidung

Gedanken zum Fabrikeinsturz in Dhaka am 24.04.2013

Die Zahl der Toten nach dem Einsturz eines Fabrik- und Geschäftshauses in Bangladeschs Hauptstadt Dhaka ist auf mehr als 600 gestiegen.

Die Katastrophe gilt als schlimmster Industrieunfall in der Geschichte des Landes und führt uns einmal mehr vor Augen, wie menschen- und umweltverachtend die Bedingungen in der dortigen Bekleidungsindustrie sind. Seit langem weiß man, dass bei der Herstellung häufig giftige Farbstoffe und Chemikalien zum Einsatz kommen, die den Arbeitern/innen und der Umwelt stark zusetzen. Die Näher/innen arbeiten unter schlimmsten Arbeitsbedingungen bis zu 70 Stunden in der Woche für einen Hungerlohn. Die Sicherheitsvorkehrungen hinsichtlich der Produktionsstätten entsprechen nicht westlichen Standards und sind mehr aus unzureichend, was die Katastrophe am 24.04.2013 wieder einmal bestätigt hat.

Weil der größte Teil unserer Kleidung aus Ländern wie Bangladesch, Indien und China stammt, kommen auch immer wieder internationale Konzerne in die Kritik, die in diesen Billiglohn-Ländern produzieren lassen, obwohl sie über die unzureichenden Sicherheitsvorschriften, die menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen und die Billiglöhne (häufig auch Kinderarbeit) Kenntnis haben.

Es wurde bekannt, dass die Rettungskräfte unter den Trümmern Textilien mit Etiketten von bekannten Modeketten wie Kik, Primark, Mango und Benetton gefunden haben.

Hunderttausende Textilarbeiter/innen sind in Bangladesch auf die Straße gegangen und protestierten lautstark und zum Teil gewaltsam gegen die miserablen Arbeitsbedingungen und forderten die Hinrichtung der Verantwortlichen. Auch aus dem Ausland wird der Ruf nach besseren Arbeitsbedingungen in diesem asiatischen Land lauter. Das Unglück zeige, so ein Sprecher des US-Außenministeriums, dass Regierung, Besitzer, Verbraucher und Arbeitnehmer gemeinsam Verantwortung übernehmen müssten.

Unser Rat an die deutschen Verbraucher: Kaufen Sie keine super-billige Bekleidung, die aus Ländern stammt, in denen Menschenrechte nachweislich missachtet werden und auf Mindeststandards hinsichtlich des Umweltschutzes aus Gründen der Profitmaximierung verzichtet wird.

Spaniens Bürger gegen die Förderung von Stierkämpfen durch öffentliche Gelder

Während das spanische Parlament darüber debattiert, den Stierkampf zum Kulturerbe zu erklären, zeigt eine von der „Humane Society International“ in Auftrag gegebene Meinungsumfrage, dass die Mehrheit der Spanier ablehnt, dass der Stierkampf mit öffentlichen Geldern gefördert wird.

Laut Umfrageergebnissen von Ipsos MORI haben drei Viertel der Bevölkerung in den letzten fünf Jahren keinen Stierkampf besucht und nur 29 Prozent der Bevölkerung unterstützt den Stierkampf.

Die Gesetzesvorlage der Stierkampflobby zum landesweiten Schutz und zur Förderung des Stierkampfs wird im Kulturausschuss debattiert, bevor dann zuerst der Senat und dann der Kongress darüber abstimmen.

Wenn dieses neue Gesetz verabschiedet wird, könnten noch mehr öffentliche Gelder bereit gestellt werden, um das blutige Spektakel zu finanzieren und zu fördern.

“Der Stierkampf ist ein grausames und veraltetes Spektakel, das keinen Platz im modernen Spanien hat”, sagte Kitty Block, Vizepräsident der „Humane Society International“. Die Umfrage zeigt deutlich, dass die überwiegende Mehrheit der spanischen Bevölkerung die Grausamkeit gegenüber Stieren nicht unterstützt und keine öffentlichen Mittel in den entsetzlichen Blutsport fließen sehen möchte. „Humane Society International“ fordert Spaniens Politiker auf, den Gesetzentwurf abzulehnen, der einen zynischen Versuch darstellt, Steuergelder einzutreiben, um einer sterbenden Industrie wieder Leben einzuhauchen. Lasst uns Spaniens Kunst, Kultur und architektonische Erbe ohne Grausamkeiten feiern, und die Folter von Stieren zur Unterhaltung in die Geschichtsbücher verbannen.”

Die kürzlich vom Kulturministerium veröffentlichten Zahlen zeigen, dass die Zuschauerzahlen bei Stierkämpfen auf ein Rekordtief gesunken sind. In den Jahren 2007 bis 2011 ging die Anzahl der Stierkampfveranstaltungen von 3650 auf 2290 (davon nur 590 Corridas mit bekannten Stierkämpfern und erwachsenen Stieren) zurück. Diese Zahlen dürften im Jahr 2012 durch die Rezession und das Stierkampfverbot in Katalonien noch weiter gesunken sein.

Wichtige meinungsbildende Umfrageergebnisse:

– 76 Prozent der Bevölkerung ist gegen den Einsatz öffentlicher Mittel zur Unterstützung der Stierkampf-Industrie

– Nur 29 Prozent der Bevölkerung unterstützt den Stierkampf (nur 13 % davon unterstützt den Stierkampf “stark”)

– 70 Prozent der Befragten gaben an, sie hätten keinen Stierkampf in den letzten fünf Jahren besucht

– 7 Prozent der Befragten gaben an, “etwa einmal im Jahr” einen Stierkampf zu besuchen (Im Vergleich dazu: 20 Prozent haben ein Museum / Ausstellung besucht, 19 Prozent ein Theater und 12 Prozent Fußballspiele)

– 67 Prozent der Bevölkerung sind dafür, dass Kindern unter 16 Jahren nicht erlaubt sein sollte, Stierkämpfe zu besuchen.

Stierkämpfe wurden bereits in vielen Ländern verboten: Argentinien, Kanada, Kuba, Dänemark, Italien und Großbritannien. Stierkampfveranstaltungen finden immer noch in Spanien, Frankreich, Portugal, Kolumbien, Venezuela, Peru, Ecuador und Mexiko statt. Einige spanische Städte wie Calonge, Tossa de Mar, Vilamacolum und La Vajol sowie die autonome Region Katalonien haben den Stierkampf verboten.

Jedes Jahr erleiden Tausende von Stieren bei den Corridas einen langsamen und grausamen Tod; sie werden routinemäßig anhaltenden Schmerzen ausgesetzt. Zuerst durchbohren picadores (Lanzenreiter) den Stiernacken mit einer Lanze. Dann sticht ein Matador (Stiertöter) wiederholt das Tier mit Banderillas (ein verzierter Stab, an dessen Ende sich eine Stahlspitze mit Widerhaken befindet). Zuletzt sticht der Matador dem Stier mit seinem Degen (estoque) tief in den Spalt zwischen den Schulterblättern. Wenn der vollkommen erschöpfte und Blut spuckende Stier zusammenbricht, wird er mittels eines Dolchstoßes ins Genick, getötet.

Die Plattform La Tortura No Es Cultura und die spanische Tierschutzpartei PACMA glauben, dass die Regierung und die Parteien, die die Erklärung des Stierkampfs zum Kulturgut („Bien de Interés Cultural“) unterstützen, sich damit gegen die Forderungen der spanischen Gesellschaft wenden, in der eine wachsende Ablehnung aufgrund erhöhter Sensibilität gegenüber der Behandlung von Tieren in Spanien auszumachen ist.

ENDS

Media contacts: Wendy Higgins, EU CommunicationsDirector, Humane Society: whiggins@hsi.org, +44(0)7989 972 423, Marta Esteban, president, Plataforma La Tortura No Es Cultura: marta@ayudanimales.org, Silvia Barquero, Prensa, Partido Animalista PACMA: silviabarquero@pacma.es

Notes

Ipsos MORI conducted 1,017 interviewsonline in Spain on the Ipsos i-omnibus between the 22nd and 25th March2013. Ipsos i-omnibus is a bi-weekly online survey conducted by Ipsos via theIpsos Online Panel system in 13 countries around the world. Interviews werewith adults aged 16-65yrs. Weighting was employed to balance demographics andensure the sample’s composition reflects that of the adult population accordingto the most recent country Census data available and to provide resultsintended to approximate the sample universe.

Cultural Habits and Practices Survey published by the Ministry of Culture, during 2010-201: http://www.mcu.es/estadisticas/docs/EHC/2010/Sintesis_2010-2011_ingles.pdf

Die Partei Mensch Umwelt Tierschutz ist offizielles Mitglied der spanischen Plattform zur Abschaffung der Stierkämpfe „La Tortura No Es cultura“.

Bei Fragen wenden Sie sich deshalb bitte an:

Partei Mensch Umwelt Tierschutz
Martina Szyszka
Beisitzerin im Bundesvorstand
Leiterin BAK Internationaler Tierschutz
Wittensteinstr. 108
42285 Wuppertal
Tel.: 0202 / 4936242
E-Mail: martina-szyszka (at) tierschutzpartei.de