Warum lustige Katzenvideos auch Einfluss auf das Klima haben

Die Wartezeit auf Bus und Bahn mit der neuesten Folge der Lieblingsserie verkürzen, das Wetter für das kommende Wochenende und den Kontostand mittels App checken oder eben schnell den YouTube-Link zum putzigen Katzenvideo in diverse WhatsApp-Gruppen schicken. Während den meisten Nutzer:innen bewusst ist, wie wichtig es ist, Plastik zu vermeiden oder welche Vorteile ein Verzicht auf unnötige Autofahrten für den Klimaschutz haben kann, ist der Anteil des alltäglichen Smartphone-Einsatzes dabei oft nicht im Fokus. Nach aktuellen Studien entfallen auf Online-Anwendungen bereits bis zu 3,7 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen und die Prognosen für das Jahr 2030 gehen weit in den zweistelligen Prozentbereich, denn jeder Film- oder Serien-Stream, jede Suchanfrage und jede Videokonferenz landen auf dem Zähler.

Immer mehr Ressourcen…

In den letzten Jahren kam es zu einem drastischen Anstieg der erforderlichen Ressourcen, Datenmengen und dem daraus resultierendem Energiebedarf. Die Gründe dafür sind vielschichtig: Zunächst einmal stieg die Anzahl der weltweiten Endgeräte von vier Milliarden im Jahr 2017 auf 5,5 Milliarden im Jahr 2020 kontinuierlich an. Aber auch die Produktion von Smartphones, Tablets, Smartwatches und Co. erfordert durch immer aufwendigere Features wie größere Displays und immer leistungsstärkere Akkus, stetig mehr seltene Rohstoffe.

Auf der anderen Seite steht laut den Forschenden des französischen Thinktanks „The Shift Project“ ein sich stark wandelndes Nutzungsverhalten: Mobiles Surfen wird dank LTE und demnächst 5G immer schneller und zugleich günstiger. So verwundert es wenig, dass sich das durchschnittliche monatliche Datenvolumen in Deutschland in den letzten zehn Jahren von 0,027 auf 2,5 Gigabyte verhundertfacht hat.

Zudem werden Videoinhalte immer hochauflösender und dadurch natürlich auch deutlich attraktiver, was dazu geführt hat, dass die bewegten Bilder inzwischen 69 Prozent des weltweiten Internetverkehrs ausmachen, mit stetig steigender Tendenz. Laut den Aktivist:innen des Shift-Projects verursachen Streamingdienste inzwischen alleine einen Ausstoß von 300 Millionen Tonnen CO₂ im Jahr, was in etwa einem Prozent aller globalen Emissionen entspricht. Heruntergebrochen bedeutet es, dass zwei Stunden Netflix in HD-Qualität so viel Strom verbraucht wie ein Backofen. In den Bereich Streaming werden neben den Marktführern Netflix, Amazon Prime und Disney+ auch YouTube und diverse Seiten der „Erwachsenen-Unterhaltung“ mit eingerechnet.

Aber auch andere Internetanwendungen benötigen Energie – So beziffert Google den Wert pro Suchanfrage mit 0,3 Wattstunden. Der Konzern selbst verbraucht laut eigenen Angaben derzeit 5,7 Terrawattstunden pro Jahr, was dem Energiebedarf einer amerikanischen Großstadt entspricht. Viele Internetkonzerne werben zwar damit, dass sie für ihre großen Serveranlagen Wind- und Sonnenenergie als Stromquellen nutzen – Jedoch würde die komplette weltweite Ökostromproduktion derzeit noch nicht ausreichen, um den Energiehunger der Internet- und Mobilfunkanbieter zu decken. Wissenschaftler des Shift-Thinktanks rufen aus diesem Grund zu einer „digitalen Mäßigung“ auf.

Individueller Blickwinkel

Zurück zu Katzenvideos und Co. sehen viele Nutzer:innen in Sachen Energieverbrauch meist nur den dauerhaft schwindenden Akku der Hosentaschen-Endgeräte, jedoch nicht die gesamte dafür erforderliche Infrastruktur, die es letztendlich erst ermöglicht, bei YouTube die putzige Katze zu zeigen, die vom Sofa purzelt. Das ganze Internet ist eben mehr als nur der Smartphone-Akku, denn es kommt die Energie dazu, die benötigt wird um Handy, Tablet und Co zu produzieren, der Strombedarf der Anbieter wie YouTube und Google, der jeweilige Mobilfunkbetreiber und zigtausende Funkmasten. Den gesamten Stromverbrauch des Internets geben die Forschenden des Shift-Projektes 2019 mit mehr als 3600 Terawattstunden (TWh) pro Jahr an, was einem fast 1000 TWh höheren Stromverbrauch als ganz Deutschland entspricht. Und während auf allen Gebieten versucht wird, den Energieverbrauch und damit die Kohlendioxidemissionen zu verringern, schätzen sie, dass es hier jedes Jahr rund neun Prozent mehr werden.

Was kann man selber (und auch die Politik) tun?

Wie bei vielen Dingen rund um den Umwelt- und Klimaschutz können auch viele kleine Dinge in der Folge großes bewirken, was in einer Veränderung des Verhaltens beginnen kann: Müssen wirklich alle Dateien in einer Cloud gespeichert werden oder reicht auch die lokale Festplatte? Kann ich vielleicht uralte Mails aus dem Speicher des Postfachs löschen? Können vielleicht Newsletter abbestellt werden, die man eh nie liest? Muss die Serie wirklich „zwischendurch“ online gestreamt werden oder doch lieber entspannt zu Hause auf dem Sofa im WLAN?

Grundsätzlich müssen mündige Internet-Nutzer:innen für dich festhalten, dass der Zugang zum World Wide Web über das Mobilfunknetz deutlich mehr Strom benötigt, als über das heimische Kabel. Expert:innen gehen hier sogar von einem bis zu 23x höheren Energiebedarf aus und je höher die verfügbare Geschwindigkeit unterwegs ist, umso geringer das Bedürfnis, zu Hause das WLAN nutzen zu wollen. Vor diesem Hintergrund fordern einige Wissenschaftler*innen Geschwindigkeitslimits oder zumindest Begrenzungen des Datenvolumens für das Streaming, um das mobile Internet so wieder mehr zu einem Text- und Bildmedium zu machen.

Zusammenfassend gesehen ist zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht entschieden, ob sich das (mobile) Internetwachstum weiter zum Klimakiller entwickeln wird, oder ob es durch politisches Eingreifen eine Koexistenz von Katzenvideos in Einklang mit der Begrenzung der Erderwärmung geben kann. Unsere Partei steht dabei für eine Maximierung der Klimaschutzbemühungen, denn er bedroht nachweislich die Lebensgrundlage von Menschen, Tieren und Pflanzen!

Praktische Tipps

Ein kompletter Verzicht auf mobile Endgeräte wäre natürlich unrealistisch, aber nehmt vielleicht den Erwerb eines gebrauchten Modells (werden oft als „refurbished“ bezeichnet) in Betracht. Dies spart neben Geld enorme Ressourcen und viele der nur begrenzt vorhandene Rohstoffe (z. B. seltene Erden). Achtet alternativ auch auf Hersteller, die eine gute Reparaturfähigkeit ihrer Geräte ermöglichen. Im Internet findet sich beispielsweise ein Smartphone Reparierbarkeits-Index. Wer außerhalb der eigenen vier Wände ein Video streamen möchte, sollte die Qualität herunterschrauben, denn auf dem vergleichsweise kleinen Bildschirm muss es nicht unbedingt HD oder gar 4K sein. Viele öffentlich zugängliche WLAN-Hotspots wie z. B. Freifunk ermöglichen ebenfalls einen klimafreundlicheren Netzzugang als über die Datennetze der Mobilfunkanbieter.

 

Autor: Sebastian Everding

Schon über 60.000 Menschen für ein Verbot von Schliefenanlagen!

In Nordrhein-Westfalen, sowie an vielen Stellen im ganzen Bundesgebiet, werden in sogenannten Schliefenanlagen lebendige Füchse für die Ausbildung von Jagdhunden gequält. Eine im letzten Jahr gestartete Petition erreichte inzwischen schon über 60.000 Unterschriften.

Eine derartige Anlage besteht aus einem künstlichen Tunnelsystem, das einen Fuchsbau nachbilden soll. Um die Jagdhunde auf die überaus grausame Baujagd vorzubereiten, werden sie immer wieder in die künstlichen Tunnel geschickt und auf den darin eingesperrten Fuchs gehetzt. Jagdhund und Fuchs sind dabei letztlich nur durch ein Gitter voneinander getrennt. Für die Füchse bedeuten diese lebenslange Gefangenschaft in kleinen Zwingern und die ständige Anwesenheit von Hunden und Menschen einen unglaublichen Stress und Todesängste, denn von Natur aus scheuen sie Konflikte mit Hunden.

In NRW gibt es zahlreiche gesicherte Standorte wie z.B. in Dortmund (betrieben vom DTK Dortmund 1 e.V.), Lemgo Vossheide, Kreis Lippe (betrieben vom DTK Lippe e.V.), Rhede Vardingholt, Kreis Borken (betrieben vom DTK Westmünsterland e.V.), Kleve (betrieben vom DTK Gruppe Kleve e.V.) und in Olfen, Kreis Coesfeld (betrieben vom DTK Olfen-Sandofort e.V.). Hinzu kommen zahlreiche weitere noch unbestätigte Standorte.

Wir fordern aus diesem Grund:

  • Änderung der gesetzlichen Regelungen
  • Verbot dieser Ausbildungsmethode
  • Beschlagnahmung der dort eingesperrten und gequälten Füchse
  • Übergabe der Tiere an spezialisierte Tierschutzvereine
  • Prüfung eines generellen Verbotes der Fuchsjagd in NRW nach Luxemburger Vorbild

PETA Deutschland hat seit dem September 2021 die Verantwortlichen von bisher 30 Schliefenanlagen in Deutschland wegen mutmaßlichen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz angezeigt.  Die Tierrechtler:innen berufen sich dabei auf § 17 Nr. 2b des Tierschutzgesetzes, laut dem Tieren keine länger anhaltenden oder sich wiederholenden erheblichen Schmerzen oder Leiden zugefügt werden darf:

Aktuell wird die laufende Petition bereits von zahlreichen Vereinen und Parteien unterstützen. Neben dem Landesverband NRW der Partei Mensch Umwelt Tierschutz (Tierschutzpartei) sind die  Bürgerinitiative Pro Fuchs Rheinland, Fuchsfreunde NABU, ANIMALS UNITED e.V., Notpfote Animal Rescue e.V, Tierschutzorganisation Arche90 e.V. Dortmund, Dortmunder Katzenschutzverein e.V., Arbeitsgruppe Igelschutz Dortmund e.V., Die Violetten , Piratenpartei – Landesverband Nordrhein-Westfalen als Kooperationspartner dieser Petition aktiv.

Link zur Petition: www.change.org/schliefenanlagen

Zwei Mahnwachen in NRW gegen Schliefenanlagen am 23.Juni

Seid dabei! Am Freitag, den 23. Juni ab 11:30 Uhr entweder vor dem Landtag NRW in Düsseldorf oder in Lemgo vor der Sparkasse (Mittelstraße 73-79) – Wir demonstrieren gemeinsam mit zahlreichen anderen Organisation für ein sofortiges Verbot aller Schliefenanlagen!
 
Was sind das für Anlagen?
Eine Schliefenanlage besteht aus einem künstlichen Tunnelsystem, das einen Fuchsbau nachbilden soll. Um die Jagdhunde auf die überaus grausame Baujagd vorzubereiten, werden sie immer wieder in die künstlichen Tunnel geschickt und auf den darin eingesperrten Fuchs gehetzt. Jagdhund und Fuchs sind dabei letztlich nur durch ein Gitter voneinander getrennt. Für die Füchse bedeuten diese lebenslange Gefangenschaft in kleinen Zwingern und die ständige Anwesenheit von Hunden und Menschen einen unglaublichen Stress und Todesängste, denn von Natur aus scheuen sie Konflikte mit Hunden.
 
Seit dem letzten Jahr läuft auch eine große Petition zum Verbot aller Schliefenanlagen in NRW: www.change.org/schliefenanlagen

Anfrage nach Kriterien für Insektenhotels in Dortmund

Rund 300 der 560 heimischen Wildbienenarten stehen auf der Roten Liste und sind somit akut vom Aussterben bedroht. Aber auch die Masse an Wildbienen sinkt stark, denn diese sind meist alleinlebend und können bestimmte Verluste nicht kompensieren. Viele Arten haben sehr spezifische Ansprüche an ihren Lebensraum; also an Nistplatz, Baumaterial und Nahrungspflanzen. Aber auch viele anderen Insekten wie Schmetterlinge finden zwischen Monokulturen der industriellen Landwirtschaft mit massivem Pestizideinsatz und aufgeräumten (Schotter-)Gärten kaum noch einen geeigneten Platz mit entsprechender Nahrung.

Viele Naturfreundinnen und Naturfreunde haben dies erkannt und schaffen mit Insekten- und Wildbienenhotels entsprechende Nistplätze. Private Gärten stellen gerade in Städten ein wichtiges Refugium für viele Insektenarten dar. Darauf haben sich Hersteller und Handel eingestellt und bieten eine Vielzahl an vermeintlich geeigneten Nisthilfen. Auch auf städtischen Grundstücken finden sich immer mehr der sogenannten „Insektenhotels“, leider oft mit völlig ungeeigneter Gestaltung.

Sebastian Everding, sachkundiger Bürger für die Partei Mensch Umwelt Tierschutz (Tierschutzpartei) als Teil der Fraktion Die Linke+ und stellte vor diesem Hintergrund eine entsprechende Anfrage in der letzten Sitzung des Ausschusses für Klimaschutz, Umwelt, Stadtgestaltung und Wohnen (AKUSW) eine entsprechende Frage „Wir würden gerne von der Verwaltung eine Auskunft erhalten, welche Kriterien bei der Auswahl der Nisthilfen angewendet werden und zusätzlich erfahren, ob die Anlage weiterer insekten-freundlicher und klimaangepasster Blühflächen in städtischen Grünanlagen zur Erhöhung der Biodiversität im Kampf gegen das Insektensterben geplant ist.“ so Everding.

Die Bezeichnung „Wildbienenhotel“ ist dabei etwas irreführend, denn es geht nicht um die kurzfristige Übernachtung, sondern eher um die langfristige Besiedelung. Daher ist der Begriff ‘Nisthilfe’ aus der Sicht von Biologinnen und Biologen passender. Bedauerlicherweise entsprechen viele käuflich zu erwerbende Wildbienenhäuser eher der Ästhetik ihrer Käufer*innen als den Qualitätsansprüchen ihrer Bewohner, so dass die gut gemeinte Initiative, außer für den Kontostand von Herstellern und Baumärkten, keinen ökologischen Vorteil bringt.

Tipp: Die richtigen Materialien verwenden

  • Nur Laubhölzer verwenden
    Bei Nadelhölzern wie Fichte, Tanne, Kiefer stellen sich die Holzfasern wieder auf und können so die Flügel der Bienen verletzen. Besser sind Laubhölzer wie Erle, Esche, Buche mit glatt geschliffenen Bohrlöchern.
  • Stammholz statt Baumscheiben
    Nicht ins Stirnholz oder in Baumscheiben bohren. Die Kapillaren nehmen Feuchtigkeit auf und lassen das Holz reißen. Parasiten gelangen durch die Risse in die Brutzellen der Larven.
  • Sinnloses Füllmaterial vermeiden
    Haben Sie schon mal Wildbienen erlebt, die in Tannenzapfen oder in Baumrinde nisten? Diese Dinge sind für Hersteller mehr als günstig und geben dem Ganzen eine „natürliche Optik“, sind jedoch für Insekten ohne jeden Wert.
  • Ziegel und andere Baustoffe sind ungeeignet
    Die Öffnungen von handelsüblichen Loch- oder Hohlziegeln aus dem Baumarkt von nebenan sind viel zu groß und ohne Rückenwand. Auch Gasbeton ist als Nisthilfe leider völlig ungeeignet. Wenn überhaupt sind nur Strangfalz-Dachziegel geeignet.
  • Vorsicht scharfe Kanten
    In vielen käuflichen Bienenhotels befinden sich scharfkantige oder unsauber geschnittene Bambus- oder Schilfröhrchen. Die Bienen können sich so ihre feinen Hautflügel aufschlitzen.

Und in der Natur?

In der Natur leben die meisten Wildbienenarten in Deutschland im Boden in unscheinbaren, aber akkurat angelegten Löchern. Hierfür nutzen sie größtenteils wenig bewachsene Flächen oder Abbruchkanten und Böschungen. Durch die zunehmenden Eingriffe des Menschen in die Natur gehen enttäuschenderweise auch solche Lebensräume immer weiter verloren. Ein weiterer Lebensraum der Wildbienen und solitären Wespen sind selbst errichtete Gehäuse an Mauern oder Steinen, einige nutzen auch verlassene Schneckenhäuser oder hohle Stängel von abgestorbenen Pflanzen. Umso wichtiger ist es, im Garten Totholz einfach mal „liegenzulassen“ und die eigenen Grünflächen nicht bis in die letzte Ecke aufzuräumen.

Einladung zum virtuellen NRW-Treff im Juni zum Thema Wölfe

Am Dienstag, dem 20. Juni 2023 findet ab 19:30 Uhr unser nächster NRW-Online-Stammtisch für alle Mitglieder & Interessierten statt.

Einwahllink: https://lecture.senfcall.de/sas-lgx-fzy-rkq

Wie immer starten wir mit einem Kurzvortrag und gehen danach in die gemeinsame Diskussion. Als Experte steht uns an diesem Abend NABU-Wolfsbotschafter Karl-Heinz Pompe zur Verfügung. Dieser wird zunächst auf die Wolfspopulation in Deutschland und NRW eingehen, und uns dann etwas zu den Themen Herdenschutz und der Beziehung von Menschen und Wölfen berichten.

 

Du hast ein Herzensthema, mit dem du dich beruflich oder privat beschäftigst? Wir würden uns riesig freuen, wenn du DEIN Thema im Rahmen einer der nächsten Online-Stammtische vorstellen könntest. Dabei wollen wir die Themenwahl bewusst sehr offen gestalten, so können Straßentiere im Ausland genauso Thema sein wie Herausforderungen bestimmter Berufsgruppen, der Umgang mit Krankheiten, Tipps für den Garten, Rezeptideen, künstlerische oder politische Themen. Unsere Mitglieder und deren Wissensbereiche sind so vielfältig, dieses möchten wir gerne widerspiegeln.

Bitte melde dich mit einem Themenvorschlag unter nrw@tierschutzpartei.de

Mähfreier Mai in Dortmund gefordert!

In Großbritannien gibt es bereits seit einigen Jahren den „No Mow May“, also zu Deutsch den mähfreien Mai, denn ein kurz geschnittener Rasen bietet Insekten kaum Futter und Nistmöglichkeiten. Wildkräuter wie Gänseblümchen, Gundermann, Klee und Löwenzahn gelten in Rasenflächen als Frühstarter und haben einen hohen ökologischen Wert für die Insekten. Aus diesem Grund ruft auch z. B. die Deutsche Gartenbau-Gesellschaft (DGG) dazu auf, im Mai den Rasenmäher ruhen zu lassen.

Was im heimischen Garten Vorteile für die Biodiversität und gegen das Insektensterben bringt, kann auch auf städtischer Ebene Sinn ergeben, dachte sich Sebastian Everding, sachkundiger Bürger für die Partei Mensch Umwelt Tierschutz (Tierschutzpartei) als Teil der Fraktion Die Linke+ und stellte eine entsprechende Anfrage in der letzten Sitzung des Ausschusses für Klimaschutz, Umwelt, Stadtgestaltung und Wohnen (AKUSW). „Wir würden gerne vom Grünflächenamt eine Einschätzung erhalten, ob eine grundsätzliche Aussetzung des Rasenmähens auf städtischen Grünflächen im Zeitraum vom 01. bis zum 31. Mai möglich sei“ so Everding.

 

Tipps für daheim: Warum ist ein naturnaher Garten so wichtig?

Ein naturnaher Garten ist von großer Bedeutung für unsere Insekten, diese spielen eine entscheidende Rolle in unseren Ökosystemen, sei es als Bestäuber für Pflanzen oder als Nahrungsquelle für andere Tiere. Leider sind viele Insektenarten aufgrund von Lebensraumverlust, Pestizideinsatz und anderen menschlichen Aktivitäten stark bedroht. Jeder Gartenbesitzer oder jede Gartenbesitzerin kann aber dazu beitragen, diesen rückläufigen Trend umzukehren und die Insektenvielfalt zu erhalten.

Ein naturnaher Garten bietet Nahrungsquellen in Form von blühenden Pflanzen, die Pollen und Nektar liefern. Diese dienen als wichtige Energiequelle für Insekten wie Bienen, Schmetterlinge und Käfer. Im Gegensatz zum stets aufgeräumten Garten mit „englischem Rasen“ bieten Unterschlupf und Nistplätze, die für die Fortpflanzung und den Schutz der Insekten unerlässlich sind. Strukturen wie Laubhaufen, Totholz und Steinhaufen bieten Verstecke und bieten Schutz vor natürlichen Feinden.

Um einen naturnahen Garten zu schaffen, gibt es einige Tipps, die man befolgen kann:

  1. Pflanzenauswahl: Wählen Sie Pflanzen, die reich an Pollen und Nektar sind, wie einheimische Wildblumen, Stauden und Sträucher. Diese bieten den Insekten eine kontinuierliche Nahrungsquelle über die verschiedenen Jahreszeiten hinweg. Unterschiedliche Blütezeiten und Blütenfarben sind besonders attraktiv für verschiedene Bestäuber.
  2. Verzicht auf Pestizide: Vermeiden Sie vollständig den Einsatz von Pestiziden, da sie Insekten und andere nützliche Organismen schädigen können und tolerieren Sie eine gewisse Anzahl von Insekten, die das natürliche Gleichgewicht im Garten aufrechterhalten.
  3. Wasserstellen: Stellen Sie flache Wasserquellen wie Vogeltränken oder flache Schalen auf, damit Bienen und Co. Zugang zu Wasser haben. Achten Sie darauf, dass das Wasser regelmäßig gewechselt wird, um Mückenlarven o. ä. vorzubeugen.
  4. Unterschlupfmöglichkeiten: Schaffen Sie Unterschlupfmöglichkeiten für Insekten, indem Sie Totholz, Steinhaufen oder Insektenhotels in Ihrem Garten platzieren. Diese bieten Verstecke und Nistplätze für verschiedene Arten.
  5. Natürlicher Mulch: Verwenden Sie natürlichen Mulch wie Laub oder Holzspäne, um den Boden feucht zu halten und als Versteck für Insektenlarven und -puppen zu dienen

 

Autor: Sebastian Everding

Migräne-Bewusstseins-Monat im Juni

Was ist eigentlich Migräne? Auf jeden Fall keine „Ausrede“, sondern eine (schwere) chronische Erkrankung mit hoher Dunkelziffer. Noch immer erleben Patient:innen eine Odyssee bis zur Diagnose und kämpfen viel zu häufig um die Anerkennung der Krankheit, denn Migräne ist mehr als nur Kopfschmerz. Es handelt sich dabei um eine komplexe neurologische Erkrankung, bei der Betroffene ein 3 bis 7 Mal höheres Risiko für Depressionen, Angsterkrankungen und Suizid haben als Gesunde. Nicht nur deswegen zählt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Migräne zu den am stärksten behindernden Krankheiten.

Im Juni findet der Migräne Bewusstseins Monat statt, eine wichtige Initiative zur Aufklärung und Sensibilisierung für eine Erkrankung, die leider immer noch zu oft von der Gesellschaft vernachlässigt wird. Dieser Monat bietet eine wertvolle und wichtige Gelegenheit, das Bewusstsein für die Auswirkungen und die Komplexität dieser neurologischen Erkrankung zu schärfen. Vorurteile über Migräne halten sich hartnäckig. Sie spiegeln sich in Aussagen „Klaus ist heute nicht an seinem Arbeitsplatz – hat mal wieder seine Migräne genommen“ oder auch „Migräne ist, wenn Frauen keine Lust auf Sex haben“ wider.

Migräne ist weit mehr als nur ein “gewöhnlicher” Kopfschmerz. Sie kann eine immense Belastung für die Betroffenen und deren Angehörige darstellen und ihre Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Die Symptome reichen von intensiven Kopfschmerzen, die oft von Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Geräuschempfindlichkeit begleitet werden, bis hin zu kognitiven Beeinträchtigungen, bekannt als Migräneaura. Die Anfälle können Stunden bis hin zu mehreren Tagen dauern und können sich regelmäßig oder unregelmäßig wiederholen. Trotz der beträchtlichen Anzahl von Menschen, die unter Migräne leiden, bleibt das Verständnis und die Akzeptanz in der Gesellschaft oft begrenzt. Viele Menschen, die nicht selbst von Migräne betroffen sind, können die Schwere und den Einfluss dieser Erkrankung auf das tägliche Leben nicht vollständig nachvollziehen. Dies führt häufig zu Stigmatisierung, Unverständnis und Vorurteilen. Laut Zahlen des RKI erfüllen 14,8 % der Frauen und 6,0 % der Männer die kompletten Kriterien für Migräne in Deutschland, was mehreren Millionen Menschen entspricht.

Der Migräne Bewusstseins Monat im Juni zielt darauf ab, diese Lücke zu schließen und das Bewusstsein für Migräne zu schärfen. Während dieses Monats werden verschiedene Veranstaltungen, Kampagnen und Informationskampagnen durchgeführt, um die öffentliche Aufmerksamkeit auf diese Erkrankung zu lenken. Ziel ist es, das Verständnis für Migräne zu verbessern, Betroffene zu unterstützen und die Forschung zu fördern.Es ist wichtig anzuerkennen, dass Migräne eine chronische Erkrankung ist, die das Leben der Betroffenen stark beeinflusst. Arbeit, Schule bzw. Studium, soziale Interaktionen und alltägliche Aktivitäten können schwierig sein, wenn man unter Migräne leidet. Eine angemessene Unterstützung, Rücksichtnahme und Vorbeugung sind daher unerlässlich, um den Betroffenen zu helfen, mit dieser Erkrankung umzugehen und ein Leben ohne Stigmatisierung und Vorurteile zu führen.

Es ist an der Zeit, dass Migräne als ernstzunehmende Erkrankung anerkannt wird, und der Migräne Bewusstseins Monat im Juni spielt eine wichtige Rolle dabei. Indem wir das Bewusstsein für diese ernste neurologische Erkrankung schärfen, können wir dazu beitragen, die Stigmatisierung abzubauen, das Verständnis zu verbessern und die Lebensqualität der Betroffenen und deren Angehörigen zu erhöhen. Es ist an der Zeit, dieses Thema aus dem Schatten zu holen und ihr die Aufmerksamkeit zu schenken, die sie und alle Patient:innen verdienen.

Wissenswertes rund um das Thema Migräne findet man auf der Homepage der Schmerzklinik Kiel

Autor: Sebastian Everding

Dortmund pflanzt pro Kind einen Baum

In der Sitzung des Ausschusses für Klimaschutz, Umwelt, Stadtgestaltung und Wohnen (AKUSW) am Mittwoch wurde empfohlen, künftig für alle Neugeborenen in Dortmund Bäume durch die Stadt pflanzen zu lassen. Alle Eltern der jährlich rund 5.600 neugeborenen Dortmunder Kinder sollen das Angebot erhalten, dass für ihr Baby ein Baum in Dortmund gepflanzt werden soll. Jeder dieser Bäume soll dabei eine individuelle Identifikationsnummer erhalten, die der Kindesfamilie mitsamt dem jeweiligen Standort postalisch mitgeteilt werden soll. Zusätzlich soll auch eine Integration in städtische Online- oder App-Angebote geprüft werden.

Sebastian Everding, sachkundiger Bürger für die Partei Mensch Umwelt Tierschutz (Tierschutzpartei) als Teil der Fraktion Die Linke+ begründet diese Initiative damit, dass damit die Verbundenheit aller neuen Bürgerinnen und Bürger mit der Heimatstadt und vor allem der Natur bereits ab der Geburt gestärkt werden soll. „Bäume binden Kohlenstoff und helfen damit, die Menge an klimaschädlichen CO₂ in der Erdatmosphäre zu reduzieren. Den Kohlenstoff nutzen sie für ihr Wachstum und speichern es in ihrer Holzmasse – Baum und Kind wachen dann gemeinsam in unserer Stadt heran“, so Everding und hofft auf eine Einbindung der neu gepflanzten Bäume in pädagogische Konzepte der städtischen Schulen und Kitas.

Auch die Fraktionen von Bündnis 90/Die Grünen und CDU unterstützen den Antrag und regten eine Integration in das bereits im Juni 2021 beschlossene Konzept der sogenannten „Zukunftsbäume“ an, bei dem 5.000 Bäume pro Jahr gepflanzt werden sollen, eine Umsetzung bislang jedoch noch aussteht. Auf Basis der Anträge soll die Verwaltung nun verstärkt in konstruktiver Zusammenarbeit mit den Bezirksvertretungen mögliche Baumstandorte und die Reaktivierung ungenutzter Baumscheiben prüfen sowie weitere Flächenpotenziale für Baumstandorte z. B. in Parks, auf Parkplätzen, auf Schulhöfen, Grünflächen im gesamten Stadtgebiet ermitteln.

Blau ist das neue grün – Für eine nachhaltige europäische Wirtschaftspolitik

Zum Thema einer nachhaltigen, ressourceneffizienten und umweltfreundlichen Wirtschaft auf EU-Ebene wird den meisten wohl der sogenannte „Green Deal“ als Initiative der Europäischen Union (EU) in den Sinn kommen. Diese zielt darauf ab, Europa bis zum Jahr 2050 klimaneutral zu machen. Neben der Klimaneutralität sind dabei auch die Förderung erneuerbarer Energien, die Kreislaufwirtschaft, Biodiversität sowie Landwirtschaft und Ernährung elementare Bestandteile.

Die Blue Economy nach Gunter Pauli geht dabei noch einen Schritt weiter, da sie auf dem Prinzip des „Null-Abfalls“ basiert und darauf abzielt, nachhaltige Lösungen zu schaffen, indem natürliche Ressourcen effizient genutzt und in Kreisläufen verwertet werden. Pauli war in den 1990er Jahren CEO des Unternehmens Ecover und errichte in dieser Zeit eine Fabrik, die komplett ohne CO₂-Emissionen auskam, jedoch Palmöl verwendete, für das, wie Pauli wenig später erfuhr, Regenwald abgeholzt wurde. Für den Firmenchef wurde in dem Moment deutlich, dass „grün“ nicht gleichbedeutend mit „nachhaltig“ sein muss und dass Wirtschaft grundsätzlich neu gedacht werden muss. Kurz darauf entstand das Zero Emission Research and Initiative-Netzwerk (ZERI), in dem weltweiten Unternehmen und Forschende vernetzt sind und mit dessen Unterstützt Pauli im Jahr 2004 schließlich den Begriff „Blue Economy“ einführte. Die Farbe steht dabei sinnbildlich für unseren blauen Planeten, an dessen regionalen Ökosystemen sich eine nachhaltige Wirtschaft orientieren soll. Inzwischen werden Paulis Prinzipien weltweit vor allem in Entwicklungsländern in über 200 Projekten angewandt, wodurch in den letzten Jahren bis zu drei Millionen neuer Jobs geschaffen werden konnten.

Im direkten Bezug auf die Europapolitik kann die Blue Economy eine transformative Kraft entfalten, indem sie innovative Ansätze fördert und einen Paradigmenwechsel in der Art und Weise der Nutzung lokaler Ressourcen und Förderung regionaler Wirtschaftskreisläufe einleitet. Anstatt auf importierte Rohstoffe und Produkte zu setzen, sollten europäische Gebiete und Regionen ihre eigenen Ressourcen nachhaltig nutzen und innovative Wertschöpfungsketten aufbauen. Gerade für Küstenregionen kann dies beispielsweise durch die Entwicklung von maritimen Bioökonomien erreicht werden. Hier können z. B. Abfall- und Nebenprodukte aus der Algenzucht oder aus Alternativen zu Fischzucht oder Fischfang genutzt werden, um neue Produkte wie Nahrungsmittel, Tierfutter, pharmazeutische Wirkstoffe oder biobasierte Materialien herzustellen.

Die Europapolitik sollte auch im urbanen Raum Maßnahmen fördern, um so nachhaltige städtische Systeme zu schaffen. Beispielsweise können Gebäude mit innovativer Architektur und nachhaltigen Materialien konstruiert werden, um Energieeffizienz und Abfallreduzierung zu fördern. Die Nutzung von erneuerbaren Energien und die Integration von Natur- und Wasserressourcen in städtische Landschaften können ebenfalls gefördert werden. Der gleiche Ansatz gilt auch für Förderung von nachhaltigen Transport- und Logistiklösungen: Die Europapolitik kann hier gezielt Anreize schaffen, welche z. B. die Entwicklung von Elektromobilität, die Förderung von öffentlichem Nahverkehr und die Verbesserung der Infrastruktur für Fahrrad- und Fußgängerverkehr umfassen.

Eine besonders große Hebelwirkung auf EU-Ebene stellt in Bezug auf die Blue Economy auch die Förderung von innovativen Landwirtschaftspraktiken wie z.B. Permakultur, Agroforstwirtschaft oder vertikale Landwirtschaft dar. Diese Ansätze nutzen Ressourcen effizienter, minimieren den Einsatz von Chemikalien und können eine nachhaltige Lebensmittelproduktion ermöglichen. Auch der Industrie kommt bei diesem neuen Wirtschaftsansatz auf EU-Ebene eine Schlüsselrolle zu, bei der die Europapolitik Anreize schaffen kann, um die Integration erneuerbarer Energien in die Industrie zu fördern. Dies könnte die Unterstützung von Unternehmen bei der Umstellung auf erneuerbare Energien und energieeffiziente Prozesse umfassen. Beispielhaft könnten industrielle Abwärme oder Abfallströme zur Energieerzeugung genutzt werden.

Der entscheidende Faktor zum Gelingen ist jedoch der Mensch. Europapolitik kann und soll dabei eine gezielte Förderung von Bildungseinrichtungen, Forschungsinstituten und Innovationszentren mit nachhaltigem Schwerpunkt zur Kreislaufwirtschaft betreiben, umso stetig neue Lösungen und Technologien entwickeln zu können, um einen ökologischen und sozialen Fortschritt zu gewährleisten, ohne dabei ökonomische Aspekte zu vernachlässigen.

Bei der durch die EU-Kommission propagierten Green-Economy soll Nachhaltigkeit durch technologische Innovationen erreicht werden, aber ohne das System grundsätzlich verändern zu wollen. Derzeit findet die Blue Economy fast ausschließlich Anklang in Entwicklungsländern, eine Adaption in den großen europäischen Industrienationen scheiterte bislang. Laut Pauli lässt sich das darauf zurückführen, dass viele Unternehmen das vermissen lassen, was die Natur ausmacht: Kreativität und beständiger Wandel. Dies gilt wohl aktuell auch noch für die meisten Politikerinnen und Politiker.

Autor: Sebastian Everding

Europawahlen 2024 – Deine Stimme für die Partei Mensch Umwelt Tierschutz

Solidarität mit der Letzten Generation!

Klimaschützen ist kein Verbrechen!

Die Aktivist:innen der Letzten Generation protestieren mit friedlichen Mitteln für eine verfassungskonforme Klimapolitik. Die dagegen gerichtete Großrazzia ist fehlgeleitet. Klimaktivist:innen können nicht wie Reichsbürger:innen behandelt werden – wir brauchen eine Politik und Justiz, die Klimaschutz fördert, nicht verhindert! Wenn die friedlichen Proteste juristisch als Bildung einer kriminellen Vereinigung einzustufen wären, wäre das Strafrecht zu ändern, um derart überzogenen Razzien den Boden zu entziehen.
 
POV: Wie ist eure Meinung dazu? Wir freuen uns auf euren Blickwinkel zum Klima-Aktivismus!