Angeordnete Tierquälerei in Hamburg-Wandsbek?

Pressemitteilung des LV Hamburg

Tierschutzpartei prüft Strafanzeige

Der Bezirk Wandsbek hat das Abpumpen des Wassers aus dem Teich im Jacobipark angeordnet. Unvorstellbar, dass die städtischen Mitarbeiter nicht darüber nachgedacht haben, dass in dem Teich Fische leben könnten.

Am Sonntag fiel Spaziergängern auf, dass hunderte Fische am schlammigen Boden des Teiches in einer kleinen Pfütze qualvoll um ihr Leben ringten und zappelten. Passanten riefen erfolglos die Polizei und Feuerwehr. Erst als die Presse (Hamburger Morgenpost) eingeschaltet wurde und die Feuerwehr rief, ist diese am Ort des Geschehens eingetroffen. Die anrückende Feuerwehr hat dann in einer eiligen Maßnahme ein wenig Wasser in den Teich gefüllt um weiteres Fischsterben zu verhindern. Wieviele hilflose Fische zu diesem Zeitpunkt bereits verendet waren, ist noch nicht bekannt. Weiter lesen.

Tierheimfest Süderstraße – Ein voller Erfolg!

Pressemitteilung des LV Hamburg

Am Sonntag, dem 7. Mai, fand das Frühlingsfest im Tierheim Süderstraße statt. Bei herrlichstem Wetter konnten sich tausende Besucher einen Überblick über die Arbeit im Tierheim verschaffen und sich gleichzeitig über diverse Vereine und Organisationen informieren.

Unter anderem stellten sich folgende Tierschutz-Organisationen vor:

Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt
Animal Equality Germany e. V.
Animals United e. V.
Ärzte gegen Tierversuche e. V.
Hamburger Stadttauben e. V.
PETA Deutschland e. V.
ProDogRomania e. V.
Rettet das Huhn e. V.
Stiftung Tiernothilfe – Land der Tiere
tiertafelhamburg e. V.
und viele andere.

Für das leibliche Wohl sorgten diverse Stände, erfreulich aus Sicht der Tierschutzpartei war das ausschließliche Angebot vegetarischer und veganer Speisen. Die Einnahmen vieler Stände fließen zu 100% in die Arbeit des Tierheims. Weiter lesen.

Gänsereiter lenken ein!

Nach Jahren des Kampfes gegen das Verwenden echter Tiere beim Gänsereiten lenken die letzten beiden deutschen Gänsereiter-Clubs Höntrop und Sevinghausen e.V. ebenfalls endlich ein und wollen künftig auf echte Gänse verzichten.

Auch wenn der Anwalt der Vereine betont, dass es sich um eine autarke und freiwillige Entscheidung der Vereine handelt, so ist doch davon auszugehen, dass auch der stetige und öffentliche Druck durch Anzeigen, Klagen und Eingaben an die zuständigen Behörden zu dieser Entscheidung beigetragen hat.

Neben einer bundesweiten Petition mit über 100.000 Unterstützern unserer Bundesvorsitzenden Sandra Lück wurde seitens unserer Partei eine Klage auf Vereinsverbot beim Innenministerium NRW eingereicht, die abgelehnt wurde.

Eine Eingabe beim Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages zur Verschärfung der Gesetze bezüglich des Umgangs mit (auch toten) Tieren bei öffentlichen und nicht öffentlichen Veranstaltungen in Anwesenheit von Kindern sorgte für eine Empfehlung der Kinderkommission, zum Schutze unserer Kinder auf eine Altersbeschränkung beim Zugang zum Gänsereiten zu bestehen.

Der Antrag an das Bochumer Jugend- und Rechtsamt auf Umsetzung nach Paragraf 7 Jugendschutzgesetz wurde in diesem Jahr kurz vor der Rosenmontags-Veranstaltung ebenfalls abgelehnt.

Der jährlichen Demonstration vor der Gänsereiterhalle folgte diesmal neben der Ankündigung auf erneute Klage zusätzlich eine Strafanzeige gegen die Gänsereiter wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz durch Sandra Lück in ihrer Funktion als Leiterin des Bundesarbeitskreises praktischer Tierschutz der Tierschutzpartei, nachdem ihr Zeugenaussagen und Fotos von misshandelten Pferden zugespielt wurden.

Das Veterinäramt Bochum bestätigte die Ermittlungen nach Begutachtung der Verletzungen.

Erst vor wenigen Tagen teilte der Deutsche Bundestag mit, dass unsere Eingabe an den Petitionsausschuss zur Behandlung an die einzelnen Landtage verwiesen wurde.

Auch andere Organisationen, wie das deutsche Tierschutzbüro, reichten Klage gegen das Gänsereiten ein und erhöhten so den öffentlichen Druck.

Die nun bekannt gegebene Entscheidung der Gänsereiterclubs ist ein kleiner Erfolg für uns alle.

Sandra Lück

Landwirtschaft verdrängt Vögel

Artensterben – Rückgang von Wildvögeln dramatisch

Wie in einem Beitrag der Freien Presse heute zu lesen war, geht die Zahl der Vögel in Deutschland und Europa DRAMATISCH zurück.

Die Bundesregierung hat die Zahlen über den Rückgang der Vögel auf eine Anfrage der Grünen offengelegt.

„Insgesamt ist demnach in der EU die Zahl der Brutpaare in den landwirtschaftlichen Gebieten zwischen 1980 und 2010 um 300 Millionen zurückgegangen, das ist ein Minus von 57 Prozent. In Deutschland hat etwa der Bestand der Kiebitze zwischen 1990 und 2013 um 80 Prozent abgenommen. Ein Drittel aller Vogelarten zeigte seit Ende der 90er-Jahre „signifikante Bestandsabnahmen“.“

Gründe für den Bestandsrückgang gibt es viele.

Als Hauptursache sehen wir als Tierschutzpartei den Rückgang unserer heimischen Wildvögel vor allem darin begründet, dass durch das extreme Ausbringen von Fungiziden, Herbiziden und Pestiziden kaum Insekten eine Überlebenschance haben und somit auch das Nahrungsangebot für unsere Wildvögel immer knapper wird und bei weitem nicht mehr für einen gesunden Wildvogelbestand ausreicht. Nun ist aber das Futterangebot minimiert (natürlich auch regional unterschiedlich) und daher können wir nur raten, ganzjährig unsere Wildvögel zu füttern und möglichst an einer Stelle, die für Katzen und andere kleine Räuber wie Marder nur schwer zugänglich ist.

Hinzu kommt, dass Städte und Dörfer immer weiter wachsen und die Lebensräume für frei lebende Vögel und andere Tiere dadurch immer weiter eingeschränkt werden.

Als ein weiteres Problem sehen wird den Rückgang der heimischen Vogelwelt in aufgeräumten, oft unnatürlich angelegten Gärten und Grünanlagen. So betrachten wir den “englischen Rasen” als Insekten- und Vogelfeindlich, weil hier keine Blume blühen und kein Gras wachsen und Samen bilden kann. Vögel lassen sich nur dort nieder, wo sie ein natürliches und reichliches Nahrungsangebot wie Insekten und Samen vorfinden. Je naturnaher ein Garten ist, versehen mit einer Vielzahl an heimischen Sträuchern, Blühpflanzen und Bäumen, um so mehr lassen sich hier auch Vögel dauerhaft nieder.

Ihre / eure BGSt.

Schleswig-Holstein hat gewählt

(Erste Einschätzung und Analyse um 18:24 – Jan Zobel für die Landesverbände Schleswig-Holstein & Hamburg am 07.05.2017)

Das politisch interessierte Deutschland blickt heute gespannt auf Schleswig-Holstein. Das nördlichste Bundesland mit rund 2,3 Millionen Wahlberechtigten hat gewählt. Zuerst die erfreuliche Nachricht, die AfD bleibt mit knapp über 5% (alle Zahlen basieren auf der ersten Prognose des ZDF um 18 Uhr ) deutlich hinter den Erwartungen zurück. Die Partei ist nach dem Höhenflug der letzten Monate nun in der politischen Realität angekommen. 5,5% sind zwar 5,5% zu viel, aber es zeichnet sich ab, dass die rechtsaußen Partei ihren Zenit wohl möglicherweise erreicht hat. Auch die Linke spielt in Schleswig-Holstein eine eher unbedeutende Rolle (3,5%).

Erfreulich aus Sicht der Tierschutzpartei ist, dass sowohl die politischen Ränder, als auch die Grünen stagnieren oder gar mit Verlusten leben müssen. Es gibt also im Bereich der “Sonstigen“ Parteien durchaus Spielraum für eine politische Alternative jenseits der Extremen und trotzdem hat der Wähler den politischen Kuschelkurs der Grünen nicht honoriert. Die Piraten haben ganze 7% verloren und liegen mittlerweile auf Augenhöhe bzw. hinter den üblichen Ergebnissen der Tierschutzpartei.

Die Grünen haben sich in den letzten Monaten immer weiter weg von Themen des Tier- und Umweltschutzes bewegt. Trotz des stabilen Ergebnisses in Schleswig-Holstein, befindet sich die ehemalige Öko-Partei bundesweit im freien Fall. In Baden-Württemberg, aber auch beispielsweise in Hamburg, Sachsen-Anhalt oder NRW sind die Positionen und der Auftritt der Grünen kaum noch von denen der SPD oder gar der CDU zu unterscheiden. Die Grünen sind vollständig im politischen Mainstream angekommen und haben es sich dort auch bereits häuslich eingerichtet. Von ehemaligen Positionen ist heute kaum etwas übrig geblieben. Die Partei Mensch Umwelt Tierschutz, Tierschutzpartei eine konsequente Partei für Tierrechte, Umweltschutz und Menschenrechte, tritt am 24. September zur Bundestagswahl an und hofft, enttäuschten Grünen Wählern eine neue politische Heimat geben zu können.

Mit Spannung wird in den nächsten Tagen auf das Bundesland zwischen Nord- und Ostsee geschaut, wie nun eine Koalition gebildet werden kann. Schon jetzt steht fest, dass gravierende Verbesserungen für die Menschen und Tiere im Land nicht zu erwarten sind. Für Lösungen der wirklich dringenden Probleme, wie die Massentierhaltung, systematische Zerstörung der Umwelt, starke Defizite in der Bildungspolitik, steigende Kinder- und Altersarmut, soziale Ungerechtigkeit tritt die Tierschutzpartei am 24. September zur Bundestagswahl an. Die Landesvorsitzende, Sabine Richter, kommentierte den heutigen Wahltag “Aus organisatorischen Gründen ist es dem jungen Landesvorstand der Partei nicht gelungen, wenige Monate nach der Gründung, zur Landtagswahl anzutreten. Wir investieren nun unsere ganze Kraft in den Antritt zur Bundestagswahl und den weiteren Aufbau des Landesverbandes. Tierrechte gehören in die Parlamente und die Tierschutzpartei besitzt neben einem hervorragenden Programm und einer effektiven Struktur vor allem hochmotivierte und engagierte, empathische Menschen, die bereit sind, für das Wohl von Mensch und Tier einzutreten.“

 

PM von Ärzte gegen Tierversuche e.V.: Negativrangliste der Tierversuche im Bundesländervergleich

Wir veröffentlichen nachträglich die PM von Ärzte gegen Tierversuche e.V. vom 19.04.2017. Sie gibt uns Einblick über die Rangliste der  Tierversuche im Bundesländervergleich. Der höchste Verbrauch von Tieren findet in den Laboren in Baden-Württemberg, NRW und Bayern statt. In unserem Bundestagswahlprogramm haben wir uns mit einem Verbot von Tierversuchen positioniert und fordern stattdessen die Förderung und den Einsatz moderner Alternativmethoden.

Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Bayern größte „Tierverbraucher“

“Zum Internationalen Tag zur Abschaffung der Tierversuche (24. April) legt der bundesweite Verein Ärzte gegen Tierversuche sein Bundesländer-Ranking zu Tierversuchen vor. Diese exklusive Negativrangliste offenbart, in welchen Bundesländern die meisten Tierversuche stattfinden. Dem Ärzteverein liegen die nicht-öffentlichen Zahlen aller Bundesländer seit 2010 vor. Allein in den drei Bundesländern Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Bayern fand auch 2015 fast die Hälfte aller Tierversuche in Deutschland statt.

Im Jahr 2015 mussten laut offizieller Bundesstatistik 2.799.961 Tiere in deutschen Laboren leiden und sterben. In der Negativrangliste der Ärzte gegen Tierversuche nimmt dabei Baden-Württemberg mit 461.538 Tieren und damit 16,5 % der Gesamttierzahl die Spitzenposition in Sachen grausamer und rückschrittlicher Forschung ein. Platz zwei belegt Nordrhein-Westfalen mit 432.006 bzw. 15,4 % und Bayern liegt mit 423.129 Tieren bzw. 15 % auf Platz drei. Negativrang vier wird in diesem Jahr von Niedersachsen belegt mit 338.747 Tieren bzw. 12 %, gefolgt von Hessen mit 280.787 Tieren bzw. 10 % und Berlin mit 259.986 Tieren bzw. 9,3 %.

Bei den offiziellen Zahlen ist zu berücksichtigen, dass es eine Dunkelziffer gibt. Tiere, die „auf Vorrat“ gezüchtet, aber nicht gebraucht werden sowie Tiere, die im Rahmen einer Genmanipulation nicht die gewünschte Veränderung aufweisen, werden getötet, ohne dass sie in der Statistik auftauchen. Der Ärzteverein schätzt, dass die tatsächlichen Zahlen um das 2,5-fache höher liegen.

Die Ärzte gegen Tierversuche kritisieren, dass das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) auch auf Antrag des Vereins die nach EU-Vorgabe vollständigen Tierversuchszahlen der Bundesländer für 2014 nicht zur Verfügung gestellt hat und daher nach wie vor kein Vergleich mit den nun aktuellen Länderzahlen möglich ist. Der Verein bezeichnet dies als skandalös, da bis jeweils 31. März des Folgejahres die Daten von den Tierversuchseinrichtungen an die Landesbehörden gemeldet werden, welche diese wiederum an das BMEL übermitteln.

„Während der Agrarminister unsers Nachbarlands Niederlande ein Ausstiegskonzept aus dem Tierversuch vorgelegt hat, bleibt es beim deutschen Bundeslandwirtschaftsminister bei lapidaren Floskeln. Informationen über die jährlich mit Steuermilliarden finanzierten Tierversuche werden zurückgehalten und gleichzeitig neue Tierversuchslabore gebaut“, so Dipl.-Biol. Silke Strittmatter, Sprecherin der Ärzte gegen Tierversuche.

So ist in Baden-Württemberg an der Uniklinik Freiburg aktuell mit dem IMITATE ein 57 Millionen teures neues Großlabor geplant, an dem vor allem genmanipulierte Mäuse für die Grundlagenforschung herhalten sollen. In München wurden jüngst drei Tierversuchslabore in Betrieb genommen und ein weiteres, an dem voraussichtlich Tierversuche stattfinden werden, ist am Klinikum rechts der Isar in Planung. Bundesweit ist 2015 ein gravierender Anstieg der Tierversuche an Affen auf 3.141 Tiere im Vergleich zu 2.842 Tieren im Jahr 2014 zu verzeichnen. Von diesen hat Nordrhein-Westfalen, insbesondere das dort ansässige Auftragslabor Covance, 1.982 Affen und damit 63% zu verantworten, welche in Giftigkeitsprüfungen leiden. Bei der Erfassung der bundesweiten Zahl der Affen hatte das Ministerium im Jahr 2014 426 Tiere nicht erfasst. Auf Hinweis des Ärztevereins wurde dieser Fehler nun behoben. Der Anteil der Tierversuche des Schweregrads „schwer“ wurde von ursprünglich 4% auf 5,5% korrigiert.

Neben der weiterhin intransparenten Darlegung der Tierversuchsdaten hält nach Aussage der Ärzte gegen Tierversuche der Ausbau der tierexperimentellen Forschung ungebremst an und die von der derzeitigen Bundesregierung vielversprochene Reduzierung der Tierversuche ist auch wenige Monate vor der Bundestagswahl nicht in Sicht.

Der Internationale Tag zur Abschaffung der Tierversuche wird weltweit seit 1979 jedes Jahr am 24. April begangen, um auf das Leid der Tiere in den Laboren aufmerksam zu machen.”

Quelle und Ranking.

Brasilianische Umwelt- und Menschenrechtsaktivisten in der Defensive

Wie Multikonzerne und die neoliberale Regierung die Zivilgesellschaft angreifen

Martin Buschmann als Teilnehmer in Berlin

Die Veranstaltung war der Auftakt für die Jahrestagung der Kooperative Brasilien( KoBra), die auf ihr 25-jähriges Bestehen zurückblicken konnte.

Seit der Machtübernahme der Regierung Temer durch ein umstrittenes Amtsenthebungsverfahren ist in Brasilien die Lage für zivilgesellschaftliche Akteure deutlich schwieriger geworden. Die neoliberale Sparpolitik der amtierenden Regierung, die soziale Errungenschaften der letzten Jahrzehnte kassiert, verstößt gegen Menschenrechte und internationale Verpflichtungen, die Brasilien eingegangen ist. Wer Großprojekte kritisiert oder gegen soziale Missstände und Rechtsverletzungen protestiert, wird kriminalisiert und von neuen rechten Bewegungen angegriffen. In die Defensive gedrängt sind nicht nur brasilianische Umwelt- und Menschenrechtsaktivist/innen: Weltweit gehen Regierungen – unabhängig vom Regierungstyp – so massiv gegen zivilgesellschaftliche Akteure vor wie seit 25 Jahren nicht mehr.

Wie gehen die sozialen Bewegungen und Organisationen mit der reaktionären Offensive um? Wie verteidigen sie die hart erkämpften sozialen Fortschritte, welche die Regierung nun in Frage stellt oder gar demontiert?

Unter der Leitung von Luciano Wolff (Leiter des Referats Südamerika, Brot für die Welt, Deutschland) diskutierten Kelli Mafort (Bundeskoordination Landlosenbewegung MST, Brasilien), Verena Glass (Journalistin, Rosa-Luxemburg-Stiftung, Brasilien) und Barbara Unmüßig (Vorstand, Heinrich-Böll-Stiftung, Deutschland). Die Beiträge waren teils in portugiesischer Sprache und wurden simultan übersetzt.

„Die Situation in Brasilien ist zurzeit recht schwierig“ kommentiert Martin Buschmann (Stellv. Generalsekretär und Leiter des BAK Internationaler Tierschutz). „Allein durch die Rinderzucht (es gibt in Brasilien mehr Rinder als Einwohner!) entsteht ein riesiger Schaden für die Umwelt und letztendlich auch für die Menschen, die dort leben. Diese werden durch die Expansion der Zuchtgebiete permanent aus ihrem Lebensraum verdrängt. Die Hauptabnehmer der Fleischprodukte sind in den USA und in der EU zu finden und zumeist in den Fastfood-Ketten. Auch hier entscheidet letztendlich der Verbraucher, ob er diese Produkte konsumiert“ schließt Martin Buschmann sein Resümee ab.

Tierschutzpartei appelliert an Hundebesitzer – “Hunde im Wald anleinen!”

Pressemitteilung / 02.05.2017

Jahr für Jahr werden in den Wäldern Deutschlands Rehkitze und andere Jungtiere, aber auch Elterntiere von freilaufenden Hunden gerissen. Die Tierschutzpartei appelliert an alle Hundebesitzer, ihre Vierbeiner unbedingt an die Leine zu nehmen, sobald sie sich in einem Wald oder Naturschutzgebiet aufhalten.

In den meisten Bundesländern gibt es klare Regeln zum Verhalten mit Hunden im Wald. Hierüber gibt das jeweilige Landeswaldgesetz unter dem dort geführten Paragraphen „Betretungsrecht“ Auskunft. Die Landeswaldgesetze können im Internet nachgelesen werden.

Gerade in der Brut- und Setzzeit (in den einzelnen Bundesländern leicht unterschiedlich, als Faustregel gilt jedoch ein Zeitraum vom 01. März bis einschl. 30 Juni) sind vor allem die Jungtiere leichte Beute für Hunde.

Rehkitze und junge Hasen laufen nicht weg. Sie bleiben ruhig liegen, um nicht gesehen zu werden. Auch weibliche Rehe, die kurz vor dem Setzen ihrer Kitze sind, können nicht so schnell flüchten und fallen häufig freilaufenden Hunden zum Opfer. Vögel, die am Boden brüten, sowie unerfahrene Jungtiere aller Arten, sind durch unkontrolliert freilaufende Hunde ebenfalls gefährdet.

Vielen Hundebesitzern ist nicht bewusst, dass Verstöße gegen dieses Gesetz keine Ordnungswidrigkeit sind, sondern Wilderei und damit ein Straftatbestand.

Selbst die besterzogensten Hunde hören kein Kommando, wenn der natürliche Jagdinstinkt zum Tragen kommt. Die durch den Hund gejagten Tiere flüchten oft panisch. Häufig endet diese Flucht auf Straßen, wo die Wildtiere dann von Autos erfasst werden – eine Gefahr für Wildtier, Hund und Mensch. Deshalb appelliert die Tierschutzpartei an Hundehalter und deren Tierliebe, sich an die Anleinpflicht zu halten.

Jan Zobel, Bundesgeschäftsführer der Tierschutzpartei dazu: „Es gibt Freilaufflächen für Hunde, in denen sie sich austoben können. Die Tierschutzpartei hat bereits in der Vergangenheit kritisiert, dass diese Flächen zunehmend in den unterschiedlichsten Bundesländern verkleinert oder ganz geschlossen werden, trotzdem ist dies keine Rechtfertigung, Hunde in den Wäldern abgeleint laufen zu lassen.“

“Jede fahrlässige Verletzung durch Halter die nicht auf ihren Hund achten, sollten direkt und vollumfänglich von diesem in Schadensersatzzahlungen mit drakonischen Summen beglichen werden müssen, zuvor jedoch sollte sich jeder gedankenlose Halter das gerissene Wildtier ansehen müssen, um so eventuell über das Mitgefühl und die vorhandene Tierliebe der Person ein Umdenken zu veranlassen. Zudem sollte in jedem Bundesland über die Gründung einer zuständigen Kontrollstelle oder Behörde nachgedacht werden, um präventiv gegen diese Form des Tierleids und den Eingriff in die Natur vorzugehen.”, so Patricia Kopietz, Leiterin des Bundesarbeitskreises gegen Jagd und Angeln.

Kontakt:
BAK Jagd und Angeln
Patricia Kopietz
Mobil: 0172 6156400

Charité: Eine Reise in die Medizingeschichte Ende des 19. Jahrhunderts

Tierversuche – damals wie heute grausam

Im März / April diesen Jahres wurde der historische Sechsteiler „Charité“ im ARD ausgestrahlt.

„Die Serie spielt in den Jahren um 1888, einer Zeit der bahnbrechenden medizinischen Forschung an der Charité und enormen gesellschaftlichen Umwälzungen.

Die Charité hat Ende des 19. Jahrhunderts Medizingeschichte geschrieben: Drei spätere Nobelpreisträger – Robert Koch, Emil Behring und Rudolf Virchow – arbeiten zusammen an der Charité. Wie sie geforscht und gelebt haben, was sie angetrieben oder zurückgeworfen hat, davon erzählt die Serie.“ (Quelle: http://www.berliner-woche.de)

In der Serie wurde  gezeigt, dass Robert Koch und seine wissenschaftlichen Mitarbeiter am Institut an der Charité arbeiteten. Für ihre  medizinische Forschung benutzten sie auch Tiermodelle. Im düsteren Labor, so wurde gezeigt, waren auch ein Pferd, Schafe, Kaninchen und Meerschweinchen untergebracht. Welche Versuche mit diesen Tieren damals gemacht wurden, wurde zum Glück nicht rekonstruiert.

Aber: BILD fand die Erinnerungen der Hedwig Freiberg, Kochs Geliebten und späteren 2. Ehefrau und druckte die Aufzeichnungen am 05. April ab. Das Original von Hedwig Freibergs Aufzeichnungen liegt im Archiv des Berliner Stadtmuseums. Hier gibt sie Einblick u.a. über seine Menschenversuche an ihr und über das Leiden der Tiere im Detail.

Aus ihren Aufzeichnungen / Quelle: BILD

Über seine Menschenversuche mit ihr: „Mit Tierversuchen käme er nicht mehr vorwärts und sich selbst könne er nicht so einwandfrei beobachten wie einen anderen Menschen.“

Über die Misshandlung der Versuchstiere: „…aber auf jedem Tisch lag festgebunden auf einem Brett irgendein armes wahrloses Tier in furchtbarsten Qualen mit aufgeschnittenem, klaffenden Leibe, in welchem Nadeln steckten, oder mit Nadeln in den Augen, während an einzelnen Stellen in Käfigen, arme geschwollen aussehende oder verendete Kaninchen und Meerschweinchen herumhockten. Das hat mir einen solchen Schock gegeben (…), dass (…) ich Koch seit damals immer nur mit einem gewissen Grauen ansehen konnte.”

Die Geschichte der Medizin ist unbestritten eine Erfolgsgeschichte, aber wie bereits Robert Koch feststellen musste, sind Tiere und Menschen so unterschiedlich, dass man von Tierversuchen meist nicht auf Menschen schließen kann und so wären wir noch viel weiter, wenn wir nicht an dieser mittelalterlichen Forschung festhalten würden. Bis heute bleibt die medizinische Forschung für alle verwendeten “Tiermodelle” die reinste Qual und nimmt einen dunklen Fleck in der Geschichte der Menschheit ein.

Forschung ja! Aber ohne Tierversuche!

Ihre / eure BGSt.

Pressemitteilung der Pferdeschutz-Initiative 2015

Missstände in vielen Reitställen

Hennef: Auf der Homepage der Deutschen Reiterlichen Vereinigung e.V. (FN) steht unter “Pensionspferdehaltung/Was sind die Ansprüche des Pferdes?” unter anderem: “Das Pferd steht im Mittelpunkt der Pensionspferdehaltung und somit auch seine Ansprüche und Bedürfnisse.”

Fast täglich erhält die Pferdeschutz-Initiative 2015 Hinweise über katastrophale Zustände in Reitställen. Die Realität in vielen Reitställen, übrigens auch bei FN-geprüften Pensionsbetrieben, die mit dem FN-Grundschild-Pferdehaltung gekennzeichnet sind, sieht leider beispielsweise so aus: profitgierige Reitanlagenbetreiber, schimmeliges Heu und Stroh, dreckige Boxen, fehlende oder gesperrte Weiden, schlechte Böden in den Reithallen und auch auf den Außenplätzen. Aber auch vermeidbare Krankheiten und Verletzungen sowie nicht selten sogar Todesfälle sind Alltag in vielen Reitställen. Die häufigste Krankheit und Todesursache bei Pferden ist die Kolik, sie entsteht unter anderem durch fehlerhafte Fütterung.

Damit das Pferd tatsächlich im Mittelpunkt der Pensionspferdehaltung steht, fordert die Initiative die FN auf, die Voraussetzungen für den Erhalt des FN-Grundschilds-Pferdehaltung und die Anzahl der Kontrollen der FN-geprüften Pensionsbetriebe, kritisch zu überprüfen. Wurde zum Beispiel nach erfolgreicher Prüfung ein Pensionsbetrieb mit dem FN-Grundschild-Pferdehaltung gekennzeichnet, erfolgt eine Wiederbesichtigung des Betriebes erst nach drei Jahren sowie gegebenenfalls eine Vertragsverlängerung.

Um die Missstände endlich abstellen zu können, fordert die Pferdeschutz-Initiative 2015 aber auch erneut die Politik auf, dringend die gesetzlichen Rahmenbedingungen dafür zu schaffen, dass die Anzahl der Kontrollen durch die Behörden von privaten und gewerbsmäßig betriebenen Reitställen erheblich erhöht werden. Außerdem muss die Qualität der Kontrollen verbessert werden.

“Kontrollen müssen grundsätzlich unangemeldet durchgeführt werden”, so Brigitte Kübbeler, Sprecherin der bundesweit tätigen Pferdeschutz-Initiative 2015, “in der Regel werden die Kontrollen vorher angemeldet und sind somit wirkungslos für das Aufdecken von Missständen.”