Film-Vortragsreihe in Berlin zur Einführung in den Tierrechtsgedanken

Vom 04. bis 19. Oktober fand an der Technischen Universität Berlin eine Film-Vortragsreihe zur Einführung in den Tierrechtsgedanken statt, organisiert von der Tierrechtsgruppe Berliner Tierbefreiungsaktion (BERTA). Dabei sollten Vertreter von Ärzte gegen Tierversuche e.V., Chimaira AK (Arbeitskreis für Human-Animal Studies), ARIWA (Animal Rights Watch) sowie die Tierrechtsaktivistin und Philosophin Friederike Schmitz zu Wort kommen. Schwerpunkte lagen jeweils auf den Themen Tierversuche, Ethik und Politik, Defizite der Biohaltung, dem Zusammenhang zwischen Tiernutzung und Klimabeeinträchtigung sowie der Widerstandsfähigkeit von Tieren in Tiersprachexperimenten.

Die Film-Vortragsreihe hat, bedingt durch die unterschiedliche Beleuchtung der Themen sowohl aus ethischer als auch wissenschaftlicher Sicht, nicht nur für Menschen, die sich zum ersten Mal mit dem Thema Tierrechte beschäftigen, bemerkenswerte und interessante Fakten und Denkanstöße geboten.

Der Vortrag von Friederike Schmitz zum Thema „Tiere essen? Ethik und Politik“ etwa beinhaltete zunächst eine zwar allgemeine, jedoch sehr einleuchtende, faktisch gut gesättigte Gegenüberstellung des natürlichen und durch den Menschen beeinträchtigten Lebensstils von Kühen, Schweinen und Hühnern. Fakten, die einen aufhorchen lassen und als Argumente gegen die gegenwärtigen Haltungsbedingungen von Tieren sowohl in konventioneller Haltung als auch in der Biohaltung gelten können, waren unter anderem, dass nichtdomestizierte Kühe bis zu 11 km pro Tag zurücklegen können, was allen domestizierten Kühen, die zu wirtschaftlichen Zwecken in konventionellen als auch in Biobetrieben benutzt werden, versagt bleibt. Schweine, die sehr reinliche Tiere sind, nehmen natürlicherweise mindestens 5 Meter Abstand von ihren Ausscheidungen, während domestizierte Schweine in wirtschaftlichen Betrieben gewöhnlich ihren Ausscheidungen gar nicht ausweichen können. Wichtig war es auch, den Fakt noch einmal ins Gedächtnis zu rufen, dass Hühner als zur Klasse der Vögel gehörend während der Brutzeit natürlicherweise nur 5 bis 20 Eier legen, wohingegen sie in wirtschaftlichen Betrieben bis zu 300 Eier jährlich legen müssen. Dies sind nur ein paar wenige Fakten, die allein schon deutlich machen, dass Tiere nach den gegenwärtigen Tierschutzverordnungen zu bloßen Waren und Produktionsmitteln herabgestuft sind und ihr natürliches und ihnen zustehendes, ursprüngliches Tiersein gar nicht mehr ausleben können.

Auch die weiteren Vorträge schlossen sich, obgleich sie thematisch eine andere Akzentuierung beinhalteten, dieser These an. Katharina Dornenzweig von Chimaira AK übte Kritik an der bereits empirisch in Zweifel gezogenen These, dass nur Menschen intentional handeln könnten, weil sie über ein Bewusstsein von sich selbst verfügten, während andere nichtmenschliche Tiere instinktiv handeln, da sie über ein Bewusstsein verfügten, das ihnen „nur“ die Erfahrung von Freude und Leid ermöglicht.

Wenn man sich beispielsweise klarmacht, dass Schimpansen, denen in heute ethisch zu recht umstrittenen Tiersprachexperimenten eine Zeichensprache angelernt wurde, jene Experimente nachweislich manipulieren konnten, also ihre eigenen Intentionen einbringen konnten, so lässt dies die Schlussfolgerung zu, dass andere nichtmenschliche Tiere wie Kühe, Schweine und Hühner möglicherweise ebenso zu intentionalem, Selbstbewusstseins-geleitetem Handeln fähig sind. Dies hätte aber zur Folge, dass die genannten nichtmenschlichen Tiere einem massiven Leid in der sogenannten Nutztierhaltung ausgesetzt wären, das nicht nur quantitatives, sondern vor allem qualitatives Gewicht hätte. Wenn der Kuhmutter das Kalb zu Zwecken der Milchproduktion entrissen wird, wäre das Leid umso größer, weil die Kuhmutter nicht nur instinktiv mitbekommen würde, dass es Leid verursacht, wenn das Kalb entrissen wird. Sie würde auch bemerken, dass sie es ist, der Leid zugefügt wird und deren Interessen massiv verletzt werden, welches sich den qualitativen Gefühlsempfindungen von Menschen ähneln würde.

Die wissenschaftlichen Erkenntnisse, die in der Film-Vortragsreihe vermittelt wurden, sind ein deutliches Ausrufezeichen und fordern uns Menschen mit besonderer Dringlichkeit dazu auf, unser Verhältnis und den entsprechenden Umgang mit allen anderen nichtmenschlichen Tieren grundsätzlich zu überdenken und Tierleid ernst zu nehmen. Unsere Berücksichtigung der besonderen Leidensfähigkeit von Tieren kann erst dann die Gestalt des Wissens annehmen, wenn jenes auch entsprechend praktiziert wird.

REACH-Kongress Oktober 2016 in Berlin

54 Millionen Tierversuche sind unter REACH zu befürchten!

„REACH“ ist die Abkürzung für Registrierung („Registration“), Bewertung („Evaluation“) und Zulassung („Authorisation“) von Chemikalien (Chemicals).

Die seit dem 1. Juni 2007 geltende REACH-Verordnung verlangt von Unternehmen, die einen chemischen Stoff in Mengen von mehr als einer Tonne pro Jahr herstellen oder importieren, diesen Stoff in einer zentralen Datenbank registrieren zu lassen. Für gefährliche Stoffe werden im Rahmen einer Risikobewertung die Bedingungen für einen sicheren Umgang ermittelt und den Verwendern mit dem Sicherheitsdatenblatt mitgeteilt. Zugleich sollen durch ein Zulassungsverfahren innovationsfördernde Anreize zur Substitution besonders gefährlicher Stoffe geschaffen werden.

Am 15. und 16. Oktober 2016 fand auf Einladung des Bundesinstituts für Risikobewertung in Berlin-Marienfelde der REACH-Kongress statt. 21 Experten berichteten 248 Teilnehmern in kurzen Fachvorträgen, inwieweit unter REACH gearbeitet wird und welche Vorteile dies für die Verbraucher hat.

Der Kongress hatte das Motto „Wissenschaft im Dienst des Menschen“. Als nutzenbringend wurde REACH für die Arbeitssicherheit, die Präsenz von Behörden bei Evaluierungen, Umwelt- und Verbraucherschutz genannt. Beispielsweise wird die Regulierung und Kennzeichnungspflicht bei Kosmetika einen Einfluss auf das Verbraucherverhalten zeigen. Zudem sei das Projekt international hoch angesehen.

Unter Tierrechtlern ist REACH vor allem im Zusammenhang mit Tierversuchen bekannt.

Dem Fachmagazin „Nature“ liegen Schätzungen vor, dass die geplante Chemierichtlinie unter REACH 54 Millionen (!) Tierversuche nötig sein lässt. Hier handelt es sich natürlich nur um eine geschätzte Anzahl.

Als Teilnehmer kommentiert Martin Buschmann (stellv. Generalsekretär):

„Vom Konzept bin ich nicht überzeugt. REACH an sich ist zum Schutz der Verbraucher eine gute Idee, allerdings ist es jetzt Aufgabe der Politik, die grausamen Tierversuche konsequent durch Alternativen zu ersetzen. Solange die ungeheuerliche Zahl von angedachten 54 Millionen Tierversuchen, die unter REACH zu befürchten sind, nicht vom Tisch sind, werden wir uns als Partei Mensch Umwelt Tierschutz klar dagegen positionieren müssen.“

Weitere Informationen:

www.aerzte-gegen-tierversuche.de

www.bfr.bund.de

 

Erster WiST-Kongress der Ärzte gegen Tierversuche am 15.10.2016

Dr. Aysha Akhtar in Bezug auf Tierversuche: In keiner Industrie würden wir eine dermaßen hohe Fehlerquote (92%) in der Entwicklung akzeptieren!

Am 15.10.2016 fand in Köln der erste WiST-Kongress der Ärzte gegen Tierversuche statt.

Unter dem Motto „Wissenschaft statt Tierversuche“ nahmen rund 250 Interessierte teil, größtenteils Angehörige der Human- und Tiermedizin, Uni-, Forschungs- und Behördenvertreter.

Unsere beiden Bundesvorsitzenden Horst Wester und Sandra Lück sowie Bundesvorstandsmitglied Dr. Heidi Stümges repräsentierten den politischen Zweig der Tierversuchsgegner und folgten den hochkarätigen Vorträgen nationaler und internationaler Wissenschaftler.

Hauptaugenmerk des Kongresses lag auf der Bilanzierung der fortgeschrittenen, tierversuchsfreien Methoden und der Frage: Wie valide ist eigentlich der Tierversuch?

So gab Andrew Knight (Professor für Tierschutz und Ethik, Direktor des Tierschutz-Zentrums der Universität Winchester / UK) beispielsweise eine aufschlussreiche Übersicht darüber, wie viele Studien im Namen der glorreichen Wissenschaft und der Humanmedizin im Tierversuch in Fachjournalen tatsächlich nur veröffentlicht werden und wie weniger erfolgreiche Forschungsreihen unter den Tisch fallen.

Hakan Sentürk (Professor und Leiter der Abteilung für Gastroenterologie der Universität Istanbul, Chefredakteur der Zeitschrift Turkish Journal of Gastroenterology) klärte unter anderem darüber auf, dass viele Tierversuche gar nicht als diese, sondern als klinische Studien gelistet werden und beeindruckte mit der Tatsache, dass sein Medizin-Journal als erstes und einziges in der Türkei auf Artikel mit und über Tierversuche verzichtet.

Aysha Akhtar (Amtsärztin im Büro für Terrorismusbekämpfung und neuartige Bedrohung in der US-Verwaltung für Ernährung und Medizin, Doktor der Neurologie und präventiven Medizin) stellte nicht nur die Frage, ob Tierversuche ethisch korrekt für Tiere und auch für Menschen sind, sie klärte über die niedrige Vergleichbarkeit der Ergebnisse in Tierversuchen auf. So gab sie Beispiele aus den unterschiedlichen Phasen: vom erfolgreichen Tierversuch, über den mäßigen Erfolg in den klinischen Studien bis hin zum anschließenden Versagen der neuartigen Medikamente beim Menschen.

Akhtar hinterließ einen prägnanten Satz: In keiner Industrie würden wir eine dermaßen hohe Fehlerquote (92%) in der Entwicklung akzeptieren!

Thomas Hartung (Professor für Pharmakologie und Toxikologie an der Universität Konstanz, Professor für toxikologischen Nachweis an der John Hopkins Universität Baltimore und Direktor des Zentrums für Alternativen zum Tierversuch USA und Europa) schaltete sich aus den Vereinigte Staaten per Telefonkonferenz zu. Er hielt einen Vortrag über die unterschiedlichen Wirkungen von Substanzen auf Mensch und Tier. Er erklärte beispielsweise, dass 23 von 32 Substanzen in Kaffee positiv auf Krebs an Ratten getestet wurden, obgleich der Konsum für den Menschen als unschädlich, in Maßen sogar als gesund gilt.

Außerdem gab er eine Aussicht auf die derzeitige Entwicklung sogenannter „Mini-Brains“, die künftig ein Novum in der Grundlagenforschung darstellen und die grausamen Versuche an Affen überflüssig machen könnten.

Dr. Mardas Daneshian von der Universität Konstanz gab einen Überblick über das Europäische Toxikologieprogramm und Anne Beuter (Professorin der Neurobiologie Montpellier/Frankreich) stellte Lösungsansätze der menschenbasierten Forschung vor.

Zu guter Letzt präsentierte Tobias Hasenberg (Diplom-Ingenieur der Biotechnologie der Firma TissUse in Berlin) den Multi-Organ-Chip und klärte über den aktuellen Entwicklungsstand und das angestrebte Ziel auf: „Human-on-a-chip“ – den kompletten menschlichen Organismus auf einem Chip nachzubauen, an dem künftig jede chemische Reaktion erprobt werden könnte. http://www.tissuse.com/science.html

Bei anschließender Podiumsdiskussion mit allen Teilnehmern kamen auch Befürworter von Tierversuchen sowie Experimentatoren zu Wort.

Sowohl die Organisation, als auch die Moderation des Kongresses waren ein sehr gelungener Auftakt und lassen auf Wiederholung hoffen, um weiter Impulse für die tierversuchsfreie Forschung zu geben und ein Forum für dessen Vertreter zu bieten!

Bleibt zu hoffen, dass wir unserer Forderung nach tierleidfreier Forschung einen Schritt näher gekommen sind.

Sandra Lück

23.10.2016: Schweinehochhaus schließen!

Tierschutzpartei wieder mit vor Ort!

Am Sonntag, den 23.10.2016, haben ca. 300 Tierschützer_innen in Maasdorf / Sachsen-Anhalt gegen die unzumutbare und tierquälerische Schweinezucht im sogenannten Schweinhochhaus demonstriert.

Auch bekannte Mitglieder aus unserer Partei waren wieder dabei und kamen in einem Video zu Wort. Danke für eure öffentliche Stellungnahme!

In der ARD-Mediathek könnt ihr euch dazu einen Bericht ansehen. Ihr erhaltet auch einen direkten Einblick wie es innen im Haus aussieht. Wer Fleisch isst, sollte da mal reingucken.

Wir danken allen aktiven Mitstreitern_innen, die vor dem Schweinhaus protestiert haben!

Auf unserer Kampagnenseite könnt ihr auch eine Petition gegen die Haltung von Sauen in Kastenständen unterschreiben.

Ihre / eure BGSt.

 

„Im Namen der Tiere“

Ein Film von Sabine Kückelmann

Tierschutzpartei unterstützt Filmverbreitung

Mit der Premiere am 2. November im Münchner Monopol-Kino geht es los. Der Dokumentarfilm „Im Namen der Tiere“ von Sabine Kückelmann, den die Münchner Fotografin und überzeugte Veganerin als unabhängige One-Woman-Produktion im Laufe der letzten 4 Jahre realisiert hat, kommt offiziell in die Kinos. Nach der Europapremiere bei den Hofer Filmfestspielen im vergangenen Jahr hat sich nun mit W-film Distribution eine Firma gefunden, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, den Film bundesweit in die Kinos zu bekommen.

Nachdem unser Bundesvorsitzender Horst Wester bereits im letzten Jahr bei den Filmfestspielen in Hof den Film für „sehr gut“ befunden hatte (der Film wurde im übrigen in den USA mit dem Accolade Award 2015 ausgezeichnet), hat sich unsere Partei nunmehr dazu entschlossen, die Verbreitung des Films und damit die gesellschaftliche Etablierung eines bewussteren und besseren Umgangs mit dem Mitgeschöpf Tier gezielt zu unterstützen.

Wir unterstützen nicht nur finanziell, sondern wir werden u.a. auch bei der Kinopremiere am 2. November mit von der Partie sein. Außerdem ist in Planung, dass wir uns ganz gezielt immer wieder bei der Durchführung von Sondervorführungen mit anschließenden Diskussionsrunden engagieren und beteiligen wollen. Der Film soll im Idealfall den Beginn einer breiten gesellschaftlichen Diskussion einläuten. Dies sehen wir auch als unsere Kernaufgabe und unterstützen deshalb sehr gerne. Weitere Aktionen sind noch in der Entwicklungsphase.

»Mein Film ist nicht allein für Veganer oder Vegetarier gemacht, sondern gerade für Leute, die Fleisch konsumieren.« Sabine Kückelmann

Premiere

Mittwoch, 2. November, Monopol Kino (München)
http://www.monopol-kino.de/index.php?show=week&target=news&eventid=51843
Filmbeginn 19 Uhr
Schleißheimer Str. 127, 80797 München
Tel. 089/97894392, http://www.monopol-kino.de

Anschließend Filmgespräch mit Sabine Kückelmann (Regisseurin), Horst Wester (Bundesvorsitzender Partei Mensch Umwelt Tierschutz) und weiteren Gästen (tba).

Tickets sind an der Kinokasse erhältlich, Reservierung online und telefonisch möglich.

Filmwebseite & Kinotermine: >>imnamendertiere.wfilm.de
Filmtrailer: https://www.youtube.com/embed/7b4Lt0erj_o

Unterstützung bei der Besetzung von Messeständen gesucht

Für die gezielte Unterstützung bei der Besetzung von mehreren Messeständen bundesweit und dortigen Repräsentation der Partei suchen wir ab sofort 1-3 Personen auf Rechnungsbasis.

Wir bieten dir die Möglichkeit Werbung für eine gute Sache zu machen und dabei ein wenig Geld zu verdienen.

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Besuch beim 10. Tierbefreiungskongress (Tbk) in Thüringen/“Burg Lohra“

Ein umfangreicher und persönlicher Bericht von Olaf Zeuch (LV Schleswig-Holstein)

Vom 15.-18.09.2016 weilte ich auf der „Burg Lohra“ in Thüringen, um dort am Tierbefreiungskongress teilzunehmen, der bereits zum zehntenmal ausgerichtet wurde. Meine Intentionen waren:

  • Kennenlernen der unterschiedlichen Tierbefreiungsorganisationen
  • Erkenntnisse bzgl. einer möglichst effektiven Tierbefreiungsstrategie gewinnen
  • Die Bedeutung der politisch-parlamentarischen Tierbefreiungsarbeit hervorheben und damit auch die Notwendigkeit der MUT-Parteiaktivität verdeutlichen.
  • Diskussionen und bestenfalls nachhaltige Vernetzungen eingehen
  • Inspiration und Horizonterweiterung

Am Donnerstag reiste ich gegen 12.30 Uhr an und verschaffte mir einen ersten Eindruck von der Burg, deren Ursprungsmauern noch aus dem 11. Jhdt. datieren und dem umgebenen Anwesen.

Um 15.30 Uhr ging es dann schon los(„in medias res“), und ich hatte die Qual der Wahl, ob ich an der Veranstaltung „Vernetzung Bio-Veganer Landbau” oder „Vernetzung und Austausch zu Tierrechts-Bildungsarbeit“ teilnahm. Ich entschied mich für die Erstgenannte und wurde in meiner Vision von einem kleinen Stück selbst bewirtschafteten Land zwecks bio-veganer Nutzung bestärkt (ob da vielleicht ein Stück unseres Reihenhausgartens für den Anfang herhalten kann, muss ich noch mit meiner Frau ausfechten.

Für 17.30 Uhr war dann das Abendessen angesetzt, und hier hatten sich in einer Zeltküche die Kochgruppen „Le Sabot“ und die „Likedeeler“ eingerichtet, um uns ca. 130 Anwesenden stets ebenso üppig wie lecker zu verpflegen. Beide genannten Gruppen sind Kollektive, die vegan und biologisch kochen und überschüssige Einnahmen in politische Projekte und Aktionen fließen lassen.

Um 19 Uhr wurde es dann für mich erstmals besonders interessant und spannend, denn im Rahmen einer Einführungsveranstaltung gab es auch eine Gruppenvorstellung. Hier konnten sich mit zweiminütiger Redezeit die jeweiligen Organisationen präsentieren, und ich zählte derer ca. 20 . Dabei waren auch mir bis dahin unbekannte Namen wie „Assoziation Dämmerung“, „Tierbefreiungsarchiv“, „Tierfabrikwiderstand“, während z.B. „ARIWA“, „LPT schließen“ und „SoLawi“ mir bereits geläufig waren. Mir war klar, dass ich mich in dem Moment, in dem ich mich als Vetreter der MUT-Partei outete und unsere Bestrebungen hervorhob, die Tierbefreiungsarbeit in allen Parlamenten zum Erfolg zu bringen, bei weitem nicht nur Anhänger*innen hatte; jedoch wurde mir, wie allen anderen Redner*innen vor- und nach mir auch, mit gefühltem Wohlwollen und Akzeptanz begegnet.

Abends gab es dann noch ein Lagerfeuer, an dem ich einige Gespräche führte und mich von einem ca. sechsjährigen Jungen verblüffen ließ, der frei erdachte Geschichten zum Besten gab und die Anwesenden in seine kindliche Fantasiewelt entführte.

Am Freitag wählte ich aus drei möglichen Veranstaltungen die mit dem Titel „Nachhaltiger Aktivismus in der Tierbefreiungsbewegung“ aus. Hier ging es darum, in drei Gruppen an je drei verschiedenen Thementischen über Stress, Angst und Überforderungsgefühle in der Tierbefreiungsarbeit zu diskutieren. Als es dann galt, noch bestehende gefühlte Blockaden in der Tierbefreiungsbewegung zu benennen, führte ich die von mir mit großem Bedauern wahrgenommene „Schockstarre“ bzgl. politisch-parlamentarischer Aktivität an, ohne dass sich irgendjemand spürbar „auf den Schlips getreten“ fühlte.

Um 12.30 Uhr schloß sich ein Workshop zum Thema „Praktischer Widerstand gegen (Massen)Tierhaltung“ an. Hier ging es u.a. um Strategien zur Intervention in Genehmigungsverfahren und wie eine konstruktive Zusammenarbeit mit Bürgerinitiativen aussehen kann. Mehr könnt ihr unter tierfabriken-widerstand.org ersehen.

Um 17.30 Uhr nahm ich an der „Regionalen Vernetzungsphase“ für den Nordbereich teil. Ich sah zwar keine realistisch-greifbaren Anknüpfungsmöglichkeiten für mich, führte aber ein längeres Gespräch mit einem Tierversuchslaborgegner aus Bremen, der auch in Kontakt mit Andreas Zemke (Vorsitzender des MUT-LV Bremen) steht.

Nach dem anschließenden Abendessen stand ein Kneipenquiz auf dem Programm. In mehreren Gruppen zu je 10-13 Teilnehmern lösten wir Fragen rund um die Tierbefreiungsbewegung mit jeweils vier Antwortmöglichkeiten. Dabei lernte ich einiges dazu, und unsere Gruppe mit einigen toughen Tierbefreiungsaktivist*innen verfehlte nur knapp den Einzug ins Finale.

Am Samstag wählte ich den Workshop „Konflikte verstehen, erkennen und lösen“. Nach einer theoretischen Einführungsphase bzgl. der die Kommunikation beeinflussenden Elemente wie z.B. „Bewertungen“, „Gefühle“, „Bedürfnisse“ stellte ich mich als Gesprächspartner in der Mitte des Plenums zur Verfügung und stellte die These auf:“Für eine erfolgreiche Tierbefreiungsbewegung ist die parlamentarisch-politische Arbeit sehr wichtig!“ Daraufhin entstand aber nicht die von mir und der den Workshop leitenden Dame gewünschte Diskussion mit mir, sondern lediglich darüber, warum jetzt eine gewisse Zurückhaltung in der Gesprächsbereitschaft herrschte. Es wollte sich anscheinend niemand auf dieses Themengebiet einlassen; es blieb bei kurzen Wortwechseln unter den Anwesenden, und für mich beim Versuch die herrschenden Kommunikationsblockaden aufzulösen, indem ich feststellte, dass es nach meinem Verständnis nichts gibt, worüber Menschen nicht diskutieren können sollten, auch wenn sie ihre Meinungen behalten und zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen.

Danach folgte ich den Ausführungen zweier Aktivist*innen der „Kampagne gegen Tierfabriken“ im Ramen des Workshops „Sand im Getriebe der Tierausbeutungsindustrie – Möglichkeiten des direkten Eingreifens“. In Wort und Bild beschrieben die Beiden, wie das Anketten und Blockieren funktioniert, welche Vorgehensweisen sich besonders bewährt haben, welche Materialien verwendet werden sowie welche gesundheitlichen Gefahren und juristischen Probleme auftreten können.

Dieser theorischen Betrachtung folgte am nächsten Tag noch ein Praxisteil, den ich aber – vorweg genommen – einem anderen, zeitgleichen Workshop opferte. Ich hätte aber grundsätzlich gerne mal ausprobiert, wie sich das Anketten untereinander an Hälsen (mit Fahrrad-Bügelschlössern) und Händen (Handschellensysteme) anfühlt.

Nach der Mittagspause zog es mich zu einem gut inszenierten Streitgespräch zwischen einer Aktivistin und einem Aktivisten zum Thema „Facebook: Fluch oder Segen?“ Danach hatten wir als Zuhörer*innen reichlich Gelegenheit, uns zu den individuell empfundenen Vor- und Nachteilen von Facebook und anderen Social-Media-Angeboten zu äußern. Als Vorteile wurden z.B. das umfangreiche und schnelle Vernetzen und Absprachen treffen können genannt; Nachteile: u.a. bespitzelt werden sowie unliebsame Gäste bei Demos oder sonstigen Veranstaltungen auf den Plan rufen.

Danach besuchte ich eine Podiumsdiskussion zwischen einer Vetreterin der „Tierbefreier e.V.“ und jeweils einem Vertreter von „ARIWA“, „Soko Tierschutz“ und „Tierbefreiung Hamburg“. Es wurde hier deutlich, wo Chancen und Grenzen organisationsübergreifender Zusammenarbeit liegen. „ARIWA“ wird z.B. vorgeworfen, bez. Aktivismus verhältismäßig zahm zu sein, der Vetreter von „Soko Tierschutz“, der Undercover-Ermittlungen durchführt, empfindet die Aktionen der „Tierbefreier“ als unnötig Gesetze überschreitend.

Nachdem auch das Publikum Fragen an die Organisationsvertreter stellen konnte, begann ab 22 Uhr eine Feier zum zehnjährigen Jubiläum des Tbk.

Nun noch ein kurzes Resümee nach diesen vier Tbk-Tagen:

Ich bin nachhaltig froh, dort gewesen zu sein und habe mich mit den dort anwesenden Teilnehmer*innen „eins“ gefühlt mit meinem ethischen Anspruch „Leben und Freiheit für alle Lebewesen“. Der Weg, diesen besagten Anspruch zu erfüllen,wird vermutlich auch längerfristig individuell unterschiedlich sein. Durch den gemeinsamen Gedankenaustausch denken einige Teilnehmer*innen nun vielleicht anders – bestenfalls positiver – über den Wert einer gemeinsamen parlamentarisch-politischen Tierbefreiungsbewegung, so wie ich auch die Gegenargumentationen als Denkanstoß für mein weiteres Vorgehen mitnehme.

Abschließend auch ein großes Lob an das Veranstalterteam. Auf dieser Organisationsbasis wird auch der nächste Tbk ganz bestimmt ein voller Erfolg.

Herzliche Grüße nun auch an alle Leser*Innen dieses Berichts, und viel Erfolg für eure weiteren Aktivitäten.

Olaf Zeuch (LV S-H)

Gänsereiten

Update

Die Kinderkommission hat auf den Emailprotest hin nun eine Empfehlung geäußert, der ich umgehend nachgekommen bin und einen Antrag auf Erlass einer Altersbegrenzung beim “Gänsereiten” bei den zuständigen Bochumer Behörden gestellt habe.

Hier die Antwort der Kinderkommission und mein Anschreiben an Ordnungs- und Jugendamt nachfolgend.

Sandra Lück / Bundesvorsitzende


 

Sehr geehrte Damen und Herren.

Wie bereits in den vergangenen Jahren weise ich Ihre Behörde darauf hin, dass betreffend des nahenden Gänsereitens der Wattenscheider und Höntroper Gänsereitervereine ein Erlass Ihrerseits notwendig ist, der diese Veranstaltung mit echten Gänsen verbiete.

Sollten die Bochumer Behörden erneut keine Handhabe sehen, dieses Kriegstreiben zu untersagen, so weise ich Sie auf den §7 Jugendschutzgesetz hin, der da lautet:

„Geht von einer öffentlichen Veranstaltung oder einem Gewerbebetrieb eine Gefährdung für das körperliche, geistige oder seelische Wohl von Kindern und Jugendlichen aus, so kann die zuständige Behörde anordnen, dass der Veranstalter oder Gewerbetreibende Kindern und Jugendlichen die Anwesenheit nicht gestatten darf. Die Anordnung kann Altersbegrenzungen, Zeitbegrenzungen oder andere Auflagen enthalten, wenn dadurch die Gefährdung ausgeschlossen oder wesentlich gemindert wird.“

Auf dieser Rechtsgrundlage wird mindestens ein Erlass auf Anordnung auf eine Altersbegrenzung beim Zugang zum Gänsereiten beantragt.

Ich weise ebenfalls darauf hin, dass ich erneut den Rechtsweg einschlage, sollten Sie als zuständige Behörde keinen Handlungsbedarf sehen.

Ich komme somit der Empfehlung der Kinderkommission des deutschen Bundestages nach, die ich parallel zu der noch laufenden Petition mit inzwischen über 100.000 Unterzeichnern auf Change.org, sowie der zum Entscheid vorliegenden Petition beim Ausschuss des deutschen Bundestags kontaktiert habe.

Aufgrund der bald nahenden Karnevalszeit und die Vorbereitungen auf die barbarische Veranstaltung bitte ich um zeitnahe Rückmeldung, um zu vermeiden, unseren Anwalt mit dem Antrag auf einstweilige Verfügung bis zum Entscheid eines Verwaltungsgerichtes bemühen zu müssen.

Eine Entscheidung und schriftliche Stellungnahme Ihrerseits erwarte ich bis zum 07.11.2016.

Bitte bestätigen Sie mir den Eingang meiner Eingabe per Email.

Vielen Dank!

Mit freundlichen Grüßen,
Sandra Lück

Bundesvorsitzende

Mitglied im Vorstand
Landesverband NRW

Die Ozeane und Meere sind keine Müllkippe

Plastikfaltblatt

Wir haben unser Infomaterial mit einem Plastikflyer erweitert, der gerne in der Bundesgeschäftsstelle kostenlos bestellt und verteilt werden kann. Wir bedanken uns ganz herzlich bei unserem Mitglied Adelheid Frank, die den Text für diesen Flyer erstellt hat.

Ihre / Eure BGSt.

 

 

 

 

 

 

 

Almadrabas – Thunfischfang im Mittelmeer

Die Zahl der Berichte über die extrem gefährdeten Bestände fast aller Thunfischarten häufen sich. Nicht nur die traditionellen Essgewohnheiten bedrohen den Thunfisch; seit einigen Jahren ist die immer größer werdende Gier nach Sushi auch in den westlichen Ländern angekommen.

Als eine besondere Delikatesse gilt in Japan das Fleisch trächtiger Blauflossenthunfische (auch Roter Thun genannt) zusammen mit den Eiern der Tiere.

Dazu werden die Thunfische auf ihrem Weg zum Laichen vom Atlantik ins Mittelmeer in sogenannten Almadrabas gefangen. Almadrabas bestehen aus einer Art Netz-Labyrinthen aus denen die Fische keinen Weg mehr heraus finden. Diese Form des Fischens ist bereits seit den Phöniziern bekannt und wird daher oft als besonders Nachhaltig angepriesen. Allerdings ist das Fischen der Tiere, bevor sie sich überhaupt fortpflanzen können, alles andere als Nachhaltig.

Jörn Selling, Meeresbiologe bei firmm dazu im Gespräch.