Hennigsdorf / Brandenburg: Warum „Bürgerwehren“ eine Gefahr für die Demokratie sind

Die Stadtverordnetenversammlung in Hennigsdorf (Brandenburg, Landkreis Oberhavel) sorgt mit einem Beschluss für bundesweite Aufmerksamkeit: Mit den Stimmen von CDU, AfD und der Fraktion „Bürger für Hennigsdorf“ wurde ein Antrag zur Einführung von „Sicherheitspartnern“ verabschiedet.

Kritiker sehen in dieser Form der Bürgerwacht eine Erosion des staatlichen Gewaltmonopols. Was oberflächlich als Maßnahme für mehr Sicherheit verkauft wird, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als gefährliches Experiment, das nicht nur die „Brandmauer“ gegen Rechtsaußen weiter einreißt, sondern das Fundament unseres Rechtsstaats untergräbt. Zudem steht der Vorwurf im Raum, dass hier aus parteipolitischem Kalkül die Abgrenzung zum rechtsextremen Spektrum aufgegeben wird.

Das Einreißen der Brandmauer

Der Beschluss in Hennigsdorf hat eine besorgniserregende politische Tragweite. Indem die lokale CDU mit der AfD kooperiert, die vom Verfassungsschutz Brandenburg als rechtsextremistisch eingestuft wird, treibt sie die Normalisierung antidemokratischer Strömungen voran. Wenn demokratische Parteien die Rhetorik und die Forderungen der AfD übernehmen, stärken sie nicht die Mitte, sondern legitimieren radikale Narrative. Eine Bürgerwehr ist ein klassisches rechtes Mobilisierungsthema, das gezielt das Vertrauen in die Handlungsfähigkeit staatlicher Institutionen untergräbt.

Die Gefahr der Selbstjustiz und Einschüchterung

Bürgerwehren sind ein direkter Angriff auf unser staatliches Gewaltmonopol. Wer glaubt, Sicherheit durch selbsternannte Ordnungshüter zu gewinnen, irrt gewaltig. In einer funktionierenden Demokratie liegt die Verantwortung für öffentliche Sicherheit und Ordnung ausschließlich bei der Polizei. Bürgerwehren – egal wie harmlos sie benannt werden – schaffen eine Grauzone. In dem Moment, wo Laien anfangen „Hilfssheriff“ zu spielen, erschafft man nicht mehr Ordnung und Sicherheit, sondern viel mehr ein Klima der Einschüchterung. Diskriminierung und Machtmissbrauch sind da vorprogrammiert. Die Schwelle zur Nötigung und zur rassistisch motivierten Selektion, auch „Racial Profiling“ genannt, wird dadurch extrem niedrig. „Radical Profiling“ bedeutet, dass vorzugsweise Angehörige von Minderheiten nach ethnischen Merkmalen, Hautfarbe oder Religion kontrolliert werden, ohne dass konkrete Verdachtsmomente vorliegen müssen. Die Folgen sind doch klar vorhersehbar: Vom Gefühl des Unwohlseins bis hin zu Angst und letztendlich dem Meiden dieser von Bürgerwehren kontrollierten Plätze.

Wollen wir das? Wir dürfen nicht zulassen, dass rechte Hetze unter dem Deckmantel der Nachbarschaftshilfe die Rechtsstaatlichkeit untergräbt.

Subjektives vs. objektives Sicherheitsgefühl

Befürworter von Bürgerwehren führen häufig ein subjektives Unsicherheitsgefühl der Bevölkerung an. Doch dieses Gefühl wird oft erst durch die populistische Rhetorik derer befeuert, die nun die Bürgerwehren fordern. Da die polizeilichen Kriminalstatistiken die Notwendigkeit solcher Gruppen meist nicht stützen, bleibt deren Nutzen fragwürdig. Eine Bürgerwehr löst keine sozialen Probleme, bekämpft keine Ursachen von Kriminalität, sondern schafft maximal eine Kulisse der Überwachung. Anstatt auf Überwachungsszenarien zu setzen, sollte Sicherheit durch staatliche Präsenz, soziale Maßnahmen und städtebauliche Konzepte gewährleistet werden. Ziel muss sein, das gesellschaftliche Miteinander zu stärken. Frauen und Männer in Warnwesten, welche den öffentlichen Raum „säubern“, sind der falsche Weg.

Historische Parallelen und Radikalisierung

Die Geschichte zeigt, dass Bürgerwehren oft die Vorstufe zu noch radikaleren Strukturen sind. In der Vergangenheit wurden solche Initiativen immer wieder von Rechtsextremen unterwandert oder sogar selbst ins Leben gerufen, um staatliche Strukturen lächerlich zu machen und eigene Machtansprüche im Kiez durchzusetzen. Die Grenze zwischen einem „besorgten Nachbarn“ und einem rechtsextremen Bürgerwehr-Aktivisten verschwimmt in der Praxis oft innerhalb kürzester Zeit.

Fazit: Ein fatales Signal

Der Beschluss von Hennigsdorf ist ein fatales Signal. Er suggeriert, der Staat sei nicht mehr in der Lage, seine Bürger zu schützen, und reicht gleichzeitig der AfD die Hand zur politischen Gestaltung. Wir dürfen nicht zulassen, dass die öffentliche Sicherheit privatisiert oder zum Spielfeld für politische Scharfmacher wird. Wer mehr Sicherheit will, muss in die Polizei und in soziale Prävention investieren. Bürgerwehren hingegen sind kein Zeichen von Stärke, sondern ein Symptom der Schwäche einer Demokratie, die beginnt, ihre eigenen Prinzipien aufzugeben. Der Schutz unserer Straßen gehört in die Hände von Profis, die an Recht und Gesetz gebunden sind – und nicht in die Hände von politisch motivierten Laien. Die „Brandmauer“ muss stehen, gerade wenn es um das Gewaltmonopol unseres Staates geht.

Landesparteitag und Aufstellungsversammlung: Tierschutzpartei Berlin trifft wichtige Weichenstellungen

Am Samstag, dem 14. März 2026, fand im Vorfeld der anstehenden Berliner Wahlen ein bedeutsamer Landesparteitag der Tierschutzpartei Berlin statt. Und so viel sei gesagt: Wir sind dem Abgeordnetenhaus einen großen Schritt nähergekommen.

Die Mitglieder kamen im KuBiz (Kultur- und Bildungszentrum) in Berlin-Weißensee zusammen, um über die Zukunft unserer Partei zu beraten sowie eine wichtige Namensänderung und unser Wahlprogramm zu beschließen.

Parteitag mit klarem Programm
Kurz nach 10 Uhr eröffnete Landesgeschäftsführer Mirko Brüchner den Parteitag. Nach einem kurzen Rückblick auf die vergangenen Monate stand zunächst die Abstimmung über die Namensänderung des Landesverbands auf der Tagesordnung. Im Zuge der erfolgreichen Umbenennung der Partei im Vorfeld der Fusion mit der Klimaliste war dieser Schritt auch auf Landesebene notwendig – die Mitglieder stimmten geschlossen dafür.

Im weiteren Verlauf ging es um unser Wahlprogramm. Mehrere Mitglieder präsentierten die Programmpunkte, an deren Ausarbeitung sie intensiv mitgewirkt hatten: von Mieten und Wohnen über Mobilität, Klima- und Umweltschutz bis hin zu Tierschutz und Tierrechten. Nach einer lebhaften Diskussion zu den vielfältigen Themen beschlossen die anwesenden Mitglieder das Landeswahlprogramm offiziell. Mit diesem vollständigen programmatischen Fundament soll Berlin neu gestaltet werden.

Nach so viel thematischen Input und Fachsimpelei kam die Mittagspause genau zur rechten Zeit – und sie konnte sich sehen lassen: Chili sin Carne, ein Curry, Reis und Obstsalat standen auf dem Speiseplan. Alles selbstverständlich vegan, aus geretteten Lebensmitteln und mit viel Liebe zubereitet.

Landesliste aufgestellt
Im Anschluss an den Parteitag und die Mittagspause folgte die Aufstellungsversammlung um 13 Uhr. Der Landesvorsitzende Maxim Seeck eröffnete mit einer starken Rede und stimmte die anwesenden Mitglieder auf die anstehenden Berliner Wahlen ein. Dann ging es endlich los: Die Mitglieder wählten die Kandidierenden für die Landesliste. Nach circa 5 Stunden an Vorstellungen von Kandidierenden, Nachfragen, Diskussionen und zahlreichen Wahlgängen stand unser Team für die Berliner Abgeordnetenhauswahl fest.

Folgende Kandidat:innen wurden aufgestellt:
Platz 1: Nico Poschinski
Platz 2: Katja Michel
Platz 3: Mersija Böhnig
Platz 4: Jan Tovar
Platz 5: Viola Carroll
Platz 6: Maxim Seeck
Platz 7: Friederike Wenderoth
Platz 8: Fabian Dufossé
Platz 9: Elke Tovar
Platz 10: Nicole Porm
Platz 11: Leonhard Rettinghaus
Platz 12: Carolin Pleier
Platz 13: Martin Tank
Platz 14: Corinna Hägele
Platz 15: Louisa Wittek
Platz 16: Patricia Winheim
Platz 17: Helene Euringer
Platz 18: Nadine Tyralla

Wir sind unglaublich dankbar für alle, die sich bereit erklärt haben zu kandidieren. Euer Engagement und euer Mut, für eine bessere Politik einzutreten, bedeuten uns alles. Mit diesem Team sind wir mehr als gut aufgestellt: leidenschaftlich, vielfältig und entschlossen. Wir freuen uns auf einen starken Wahlkampf und sind zuversichtlich, was der Wahltag bringen wird. 🐾

Grillsaison vegan

Die Temperaturen steigen und passend dazu gibt so viele Möglichkeiten, tierleidfrei zu grillen! Neben den zahlreichen pflanzlichen Fleisch- und Fischprodukten aus dem Supermarkt, Biomarkt oder sogar vom veganen Metzger aus der Großstadt, kann man viele Gerichte selber machen:

  • Sellerie-Schnitzel,
  • Zucchini-Frikadellen,
  • Portobello-Burger (geht auch mit mehreren kleineren Champignons),
  • Sesam-Austernpilze,
  • Kräutersaitling-Zucchini-Spieß,
  • Tofu Saté-Spieße,
  • Süßkartoffel-Spieße,
  • Seitan-Grillspieß,
  • Brennessel- oder Bohnen-Bratlinge,
  • Cevapcici aus Kicherebsen,
  • Falafel,
  • gegrillte Wassermelone,
  • gegrillter Kürbis,
  • vegane Schokobananen oder
  • Bananen mit Agavendicksaft etc.

Rezepte gibt es massenhaft im Internet!

Aber auch die Klassiker wie

  • Folienkartoffel,
  • Maiskolben,
  • gegrillte Zucchini – oder Auberginen-Schiffchen,
  • gegrillte Paprika und Zwiebeln

lassen kein Fleisch oder Fisch vermissen! Ebenfalls sind vegane Dips und Kräuterbutter  leicht gemacht – dazu ein leckerer Salat sowie Stockbrot oder Fladenbrot.

In wirklich jedem gut sortiertem Super-/Biomarkt und vielen Discountern findet man veganen Käse und vegane Dips – und natürlich pflanzliche Grillwürstchen, Filets, Steaks, wenn es einmal schnell gehen muss.

Keine Atomtransporte im Raum Dortmund – Gesundheit und Umwelt schützen!

Pressemitteilung, Dortmund, 5. März 2026

Die Fraktion Die Linke und Tierschutzpartei im Rat der Stadt Dortmund hat einen Antrag eingebracht, der sich klar gegen Atomtransporte im Umfeld der Stadt richtet. Ziel ist es, die Bevölkerung, sowie Umwelt und zukünftige Generationen, vor den Risiken radioaktiver Stoffe zu schützen.

Der Antrag fordert, Transporte von Uranhexafluorid zur und von der Urananreicherungsanlage in Gronau im Umfeld von Dortmund konsequent abzulehnen. Gleichzeitig soll die Stadtverwaltung aufgefordert werden, gegenüber dem Betreiber Urenco und den zuständigen Bundesbehörden darauf zu drängen, solche Transporte dauerhaft aus dem Umfeld der Stadt auszuschließen.

Darüber hinaus wendet sich die Fraktion entschieden gegen die geplanten Castortransporte mit hochradioaktivem Atommüll vom Forschungszentrum Jülich sowie vom Forschungsreaktor Garching in das Brennelemente-Zwischenlager Ahaus. Auch mögliche Streckenführungen über Dortmund oder im näheren Umfeld der Stadt, insbesondere über die Autobahnen A1, A2 und A45, werden abgelehnt.

Aus Sicht der Fraktion stellt jeder Transport radioaktiver Stoffe ein zusätzliches und vermeidbares Risiko dar. Dies gilt besonders für dicht besiedelte Regionen wie das Ruhrgebiet.

Uranhexafluorid ist ein hochgefährlicher Stoff, der bei Unfällen schwere gesundheitliche Schäden verursachen kann. Bei Kontakt mit Luftfeuchtigkeit entstehen giftige und stark ätzende Substanzen, die für Menschen lebensbedrohlich sein können.

Hinzu kommen sicherheitspolitische Risiken. Sabotage, Terrorgefahren oder Angriffe mit Drohnen zeigen, dass Atomtransporte selbst bei hohen Sicherheitsvorkehrungen nicht vollständig geschützt werden können.

Auch die geplanten Castortransporte nach Ahaus stoßen auf deutliche Kritik. Der Transport von 152 Castorbehältern wäre die größte Serie dieser Art in der Geschichte der Bundesrepublik und würde sich über einen langen Zeitraum erstrecken. Wegen möglicher Ausweichrouten und der angespannten Verkehrsinfrastruktur kann nicht ausgeschlossen werden, dass auch Dortmund von diesen Transporten betroffen wäre.

Die Fraktion spricht sich stattdessen für sichere Zwischenlagerlösungen an den bisherigen Standorten aus. Radioaktiver Abfall soll nicht quer durch das Land transportiert werden, sondern möglichst dort gelagert werden, wo er entstanden ist. Gleichzeitig fordert die Fraktion einen vollständigen Atomausstieg. Dazu gehört aus ihrer Sicht auch die Stilllegung der Urananreicherungsanlage in Gronau, der Brennelementefabrik in Lingen sowie des Forschungsreaktors in Garching.

„Der Schutz von Leben, Gesundheit und Umwelt muss Vorrang vor den Interessen der Atomindustrie haben. Dortmund darf kein Teil von Atomtransporten werden“, erklärt Helmut Pruß für die Fraktion Die Linke und Tierschutzpartei.

Vegan leben – aber was ist mit Medikamenten?

Gelatine in Kapseln, Laktose in Tabletten oder Lanolin in Salben: Viele Arzneimittel enthalten tierische Hilfsstoffe. Eine klare Kennzeichnung wie bei Lebensmitteln gibt es meist nicht – Begriffe wie „vegan“ sind bei Arzneimitteln rechtlich kaum zulässig.

Trotzdem gibt es Optionen:
✔ Beipackzettel prüfen
✔ Darreichungsform wechseln (z. B. Saft statt Kapsel)
✔ Apotheke / Ärzt*innen um Beratung bitten
✔ Hersteller*innen kontaktieren

Wichtig: Leider hat nicht jedes Medikament eine vegane Alternative. Im Zweifel sollte der eigenen Gesundheit immer Priorität eingeräumt werden!

🥘 Offenes Mitgliedertreffen im März

Auch im März laden wir wieder herzlich zu unserem monatlichen Mitgliedertreffen ein – und wieder geht’s vegan essen! Denn neben allem Wahlkampf-Trubel darf eines nicht zu kurz kommen: das Miteinander.

Wer schon dabei war, weiß: Die Gesellschaft ist jedes Mal wunderbar – gute Gespräche, neue Gesichter, herzliche Atmosphäre. Und wer noch nie da war: Genau das ist der beste Grund zu kommen.

📅 Sonntag, 22. März 2026
🕐 Ab 18:00 Uhr
📍 The Butterfly Lovers, Veteranenstraße 10, 10119 Berlin

❗️ Bitte melde dich vorher an, damit wir genügend Plätze reservieren können: Hier per Umfrage.

Kein Vorwissen nötig, kein Vorbereitungsaufwand – einfach vorbeikommen und Teil dieser tollen Gemeinschaft sein. Wir freuen uns auf dich!

Länderübergreifend, einer für alle: Wir fordern LEBENSRECHT FÜR DEN HORNISGRINDE-WOLF im Nationalpark Schwarzwald!

Unsere seit Jahren als Jagdgegnerin bekannte 2. Vorsitzende des Landesverbandes Rheinland-Pfalz, Barbara Schwarz, war aus der Pfalz angereist, als am Samstag, dem 28.02.2026, die schon vierte Mahnwache stattfand in Hundseck im nördlichen Schwarzwald, Continue reading “Länderübergreifend, einer für alle: Wir fordern LEBENSRECHT FÜR DEN HORNISGRINDE-WOLF im Nationalpark Schwarzwald!”

Warum wir für die Füchse kämpfen

Füchse stehen auf keiner Roten Liste.

Ihr Bestand gilt nicht als gefährdet.

Das ist aber kein Grund, jedes Jahr Hunderttausende von ihnen zu töten.

Für Freizeit.
Für Tradition.
Für „Bestandsregulierung“.

Wir kämpfen für Füchse, weil Schutz nicht erst dann beginnen darf, wenn eine Art fast verschwunden ist.

Wir kämpfen für sie, weil auch Tiere, die keiner bedrohten Art angehören, Schmerz empfinden.

Weil auch sie Familien haben.

Weil auch ihnen Respekt und Würde gebühren.

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