Nach wie vor aktuell!

„Frau Aigner, lassen Sie die Kaninchen frei!“

Das Tierschutzbündnis “Kaninchenmast, nein danke”, an dem sich auch die Partei Mensch Umwelt Tierschutz beteiligt, startet eine Postkarten- & Mail-Aktion an die deutsche Landwirtschaftsministerin: „Frau Aigner, lassen Sie die Kaninchen frei!”

Nachdem Bundesagrarministerin Ilse Aigner vor wenigen Wochen ein „Tierschutzpaket“ angekündigt hat, sind die Erwartungen hoch. Unter anderem sollen nach jahrzehntelanger Kritik von Tierschützern endlich „scharfe Haltungsbedingungen“ für Mastkaninchen eingeführt werden. Helfen Sie uns, dass diese Versprechen keine Lippenbekenntnisse bleiben! Tierschützer befürchten bereits, dass die bisherigen, tierquälerischen und mit dem Tierschutzgesetz nicht zu vereinbarenden Zustände lediglich legalisiert werden sollen – doch wir wollen mehr!

Unterstützen Sie unsere Aktion und teilen Sie der Ministerin mit, was Sie und wir von ihr erwarten! Das Tierschutzbündnis „Kaninchenmast, nein danke“ fordert ein Ende der Käfighaltung von Mastkaninchen in Deutschland. Machen Sie mit und beteiligen Sie sich an der Postkarten- und Mailaktion.

Hier geht es zur Postkarten- und Mailaktion: www.kaninchenmast.info

Hier lesen “Viele Supermärkte bieten Kaninchenfleisch aus Käfighaltung nicht mehr an”:www.kaninchenmast.info

Die EU-Tierschutzstrategie 2012-2015

Am 19. Januar 2012 teilte die EU-Kommission mit, was unter “Strategie der Europäischen Union für den Schutz und das Wohlergehen von Tieren 2012-2014” zu verstehen ist. Für Tierschützer ist die EU ja so etwas wie Fluch und Hoffnung in einem – Fluch, weil die bürokratischen Mühlen der Brüsseler Beamtenmaschinerie entsetzlich langsam mahlen angesichts der drängenden und vielfach sehr konkreten Probleme, die es gerade im Bereich Tierschutz gibt. Und Hoffnung, weil die EU in der Vergangenheit schon mal Ansätze in Gesetzen formulierte, die die Situation von Tieren verbessern könnten, wie z.B. beim sog. Legebatterie-Verbot für Hühner, das zum 01.01.2012 in Kraft trat. Welches nicht die Käfighaltung von Hühnern verbietet, sondern lediglich deren “Haltung” in den Käfigen marginal verbessert und an das sich auch bei weitem nicht alle EU-Länder halten.

Letzteres ist aber auch ein gutes Beispiel dafür, wie sich diverse Mitgliedsländer zuweilen wie selbstverständlich über EU-Gesetze hinwegsetzen. Bis die betreffenden Länder dann mit Maßnahmen seitens der EU rechnen müssen, leiden weitere Abermillionen von Tieren unter dieser tierquälerischen Haltungsform. Auch die EU-Kommission hat dies als Problem erkannt: “Die EU-Vorschriften zum Tierschutz, die im Laufe der vergangenen drei Jahrzehnte als Reaktion auf unvorhergesehene Umstände und Ereignisse sowie auf politische Forderungen erarbeitet wurden, sind zwar häufig detailliert und sektorspezifisch, insgesamt jedoch nicht flächendeckend genug. Die uneinheitliche Anwendung dieser Vorschriften in den Mitgliedstaaten führt dazu, dass in diesem wichtigen Wirtschaftszweig ungleiche Wettbewerbsbedingungen herrschen.“, so ein Auszug aus der Pressemitteilung vom 19.01.2012 zur EU-Tierschutzstrategie 2012-2015.

„Wirtschaftszweig“ – das ist das entscheidende Wort! In dieser ganzen Strategie ist immer nur die Rede von den wirtschaftlichen Bedingungen, nie aber von dem Schutz der Tiere um ihrer selbst willen, als wäre das Tier ein Stück Ware oder ein seelenloser Automat! Und so werden sie auch behandelt: 2 Milliarden Vögel (Hühner, Gänse…) werden derzeit EU-weit in landwirtschaftlichen Massenbetrieben „gehalten“; sie teilen ihr grausiges Schicksal mit ca. 300 Millionen Säugetieren (Kühe, Schweine…). Laut Schätzungen soll der Wert der „Viehzucht“ 150 Milliarden (!) Euro betragen – und dies bei 70 Millionen (!) Euro, die jährlich von der EU für den sogenannten Tierschutz ausgegeben werden.

Für die Partei Mensch Umwelt Tierschutz ist es nichts weniger als empörend, dass die Europäische Union offenbar ein verlängerter Arm der Agrarindustrie-Konzerne ist. Und dies angesichts der Tatsache, dass – laut Angaben der EU-Kommission – 64 Prozent der Bürger der Mitgliedsländer den Tierschutz für ein herausragendes Thema halten, dem Rechnung zu tragen ist. Die EU- Tierschutzstrategie ist also ein Schlag ins Gesicht der Mehrheit der Bürger! Wir fordern daher nachdrücklich Tierschutzstandards, die sich nicht an den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, sondern am Tier als Individuum orientieren!

Steuerrecht

Kosten für Tierbetreuung und Tierarzt (zu Hause) werden steuerlich berücksichtigt

Lassen Sie Ihren Hund oder Katze regelmäßig von freiberuflichen Tierbetreuern, Tierpensionen oder auch Tiersitter zu Hause betreuen, während Sie im Urlaub sind? Wenn ja, sollten Sie dafür eine Steueranrechnung nach § 35a EStG beantragen, wenn die Betreuung in Ihrem Haushalt oder auf dem eigenen Grundstück stattgefunden hat (Haushaltsnahe Dienstleistung). Gleiches gilt, wenn der Tierarzt zu Ihnen nach Hause kommt und Ihr Haustier behandelt (Haushaltsnahe Reparatur).

Vor dem Finanzgericht Münster stritt ein Hundehalter mit dem Finanzamt. Der Hundehalter hatte sein Tier während des Urlaubs zuhause gelassen, wo es fachmännisch betreut wurde. Für die dabei angefallenen Kosten für Betreuung und die Anfahrt des Betreuers machte er die Steuerermäßigung für haushaltsnahe Dienstleistungen geltend. Denn die Betreuung des Hundes fand im eigenen Haushalt statt, und nicht etwa in einer Hundepension. Außerdem seien Tiere zivilrechtlich wie “Sachen” zu behandeln (§ 90a BGB). Da bei haushaltsnahen Dienstleistungen das Arbeiten an Gegenständen im Haushalt vorausgesetzt werde, müsse es auch für die Betreuung eines Tieres die Steuerermäßigung nach § 35a EStG geben.

Das Finanzamt lehnte die Anerkennung zunächst ab, einigte sich dann aber noch vor der Urteilsverkündung mit dem Finanzgericht auf eine Anerkennung der Kosten als Haushaltsnahe Dienstleistung. (Az. 6 K 3010/10 E).

Tipp: Haustierbesitzer können jetzt zwar leider nicht auf ein Musterurteil verweisen, wohl aber auf die Einigung des Finanzamts mit dem Kläger. Haben Sie also Ihr Haustier zu Hause betreuen oder behandeln lassen, beantragen Sie dafür unbedingt eine Steueranrechnung. Gemäß § 35a Abs. 2 EStG können 20 % der Aufwendungen für die Inanspruchnahme von haushaltsnahen Dienstleistungen, die durch Selbstständige erbracht werden, von der Steuer abgezogen werden (höchstens jedoch 4.000 EUR).

Claudia Latzl, Steuerberaterin, Diplom-Betriebswirtin BA

ZDF-Mediathek: Illegale Käfighaltung von Nerzen in deutschen Pelzfarmen

Nach Recherchen von WISO und der Tierschutzorganisation “Vier Pfoten e.V.” werden in deutschen Pelztierfarmen Zehntausende von Tieren, vor allem Nerze, in viel zu kleinen Käfigen gehalten.

Seit 12. Dezember 2011 schreibt die “Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung” für Nerze Käfige mit einer Grundfläche von mindestens drei Quadratmetern pro Tier vor.

TV-Mitschnitt zur illegalen Käfighaltung von Nerzen zur Sendung von ZDF WISO vom 06.02.2012 hier: www.zdf.de/ZDFmediathek

Die Partei Mensch Umwelt Tierschutz fordert die Schließung aller Nerzfarmen und somit ein Ende aller Produkte aus Pelz!

Fachgerechte Winterfütterung

Vogelschutz in der kalten Jahreszeit

Auf der Homepage des “Komitee gegen den Vogelmord e.V.” finden Sie Ideen und Hinweise für eine tierschutzgerechte Winterfütterung von Vögeln. Hier erfahren Sie, was Sie beachten müssen, wann Sie füttern sollten, welches Futter das Beste ist, wo der geeignete Futterplatz ist und wie Sie Ihren Garten so gestalten können, dass die Vögel dort ganz natürlich Nahrung finden können. (Lesen Sie hier…)

Niederländische „Partij voor de Dieren” berichtet aus ihrem politischen Alltag

Vorsitzende Marianne Thieme führt öffentliches „Tagebuch“

Von der „Partij voor de Dieren” (Tierschutzpartei), die mit zwei Mandatsträgern im niederländischen Parlament vertreten ist und sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten für Verbesserungen im Tierschutz einsetzt, erreichte uns die Bitte, ihre neue internationale Homepage mit „Welt-Blog“ vorzustellen. Dieser Bitte kommen wir gerne nach…

Seit Gründung der „Partij voor de Dieren“ im Jahre 2002 gab es auch außerhalb der Niederlande ein reges Interesse an dieser Partei, das bis heute anhält. Unsere niederländische Schwesternpartei hat deshalb eine internationale Website mit einem „Welt-Blog“ (einsehbares Tagebuch) eingerichtet. Auf dieser Webseite werden viele nützliche Informationen zur Verfügung gestellt.

Marianne Thieme, die Vorsitzende der „Partij voor de Dieren“, schreibt im „Welt-Blog“ über ihre Erfahrungen im politischen Alltag. Der Blog wird nicht nur in Englisch herausgegeben, sondern auch in Französisch, Deutsch, Italienisch, Spanisch, Portugiesisch, Türkisch und Russisch, so dass Interessierte in vielen Ländern von ihren Erfahrungen und den dort zur Verfügung gestellten Informationen profitieren können. (Zur Homepage und zum „Welt-Blog“ von Marianne Thieme)

Erst die Ukraine – jetzt Aserbaidschan

Massentötung von Straßenhunden in Baku für den Eurovision Song Contest

Tierschützer und Journalisten in Aserbaidschan berichten seit einiger Zeit von der Massentötung von Straßenhunden in der Hauptstadt ihres Landes. Dort scheint sich momentan dasselbe grausame Szenario abzuspielen wie in der Ukraine im Vorfeld der Fußball-EM. Nur geht es in Aserbaidschan nicht um ein sportliches Großereignis, sondern um den Eurovision Song Contest. Im Mai diesen Jahres findet der Song Contest in Baku, der Hauptstadt Aserbaidschans statt und während in den Teilnehmerländern fleißig nach Kandidaten gesucht wird, beginnt im Gastgeberland die „Säuberung“ der Straßen. Den Besuchern will man keine hungernden und frierenden Streuner präsentieren und wie so oft muss eine schnelle Lösung her. Über humane Wege die Population der Straßentiere zu verkleinern, wie beispielsweise Kastrationsaktionen denkt die Regierung Aserbaidschans nicht einmal nach. Stattdessen werden von der Regierung bezahlte Hundefänger in die Straßen Bakus ausgesendet, um wahllos Tiere zu ermorden. Dabei stehen die Hundefänger Aserbaidschans den Häschern ukrainischer Behörden in nichts nach. Die Hunde werden vergiftet oder angeschossen und anschließend erschlagen. Dies geschieht am helllichten Tag auf öffentlichen Plätzen. Sogar Welpen, die zuvor von Schulkindern versorgt wurden, werden vor den Augen der Kinder erschlagen.

Verantwortliche der Stadtverwaltung von Baku wollen die Öffentlichkeit glauben machen, dass nur kranke und gefährliche Hunde getötet und alle Tiere von Amtsveterinären kontrolliert werden. Die Tötung der Straßenhunde diene der Sicherheit, heißt es von offizieller Seite, während gleichzeitig ein Zusammenhang zwischen der „Säuberung“ der Straßen und dem Song Contest bestritten wird. Wie so oft verstricken sich Behörden und Regierungsvertreter in Lügen und Widersprüche, um die eigene Bereicherung am blutigen Geschäft zu vertuschen.

Vor kurzem wurde zudem bekannt, dass in der Stadt Baku die Einrichtung eines Lagers für Straßenhunde geplant ist. Der Leiter der Ordnungsbehörde Ahmed Memmedow gab zu, dass es sich dabei aber nicht um ein Tierheim handeln soll, da eine Vermittlung der Hunde „nicht erwünscht“ sei. Vielmehr sollen die Tiere als billige Pelzlieferanten dienen. Auch dieses gewissenlose Vorgehen kennt man bereits aus der Ukraine und anderen osteuropäischen Ländern.

Mit der Massentötung von Straßentieren verstößt die Regierung Aserbaidschans nicht nur gegen das eigene Gesetz, sondern missachtet auch die Europäische Konvention zum Schutz von Haustieren, die 2003 von Aserbaidschan unterzeichnet wurde. Tierschützer aus der ganzen Welt protestieren gegen den Mord an Straßentieren und auch Sie, lieber Tierfreund, können etwas tun.

– Boykottieren Sie den Eurovision Song Contest 2012 und teilen Sie dies dem Veranstalter des Events mit!

– Richten Sie Ihren Protest auch an die Sponsoren des Song Contests!

– Protestieren Sie bei der Botschaft Aserbaidschans in Deutschland und beim Präsidenten des Landes gegen die grausame Tötung der Straßentiere!

– Bitte unterzeichnen Sie auch die Online-Petition der Tierschützerin Yana Stevens: (Hier Petition unterschreiben)

Bereits 10.000 Menschen haben diese Petition unterschrieben.

Kontaktdaten für Ihre Protestschreiben

Veranstalter des Eurovision Song Contest:
European Broadcasting Union (EBU)
Geneva headquarters
L’Ancienne-Route 17A
CH-1218 Grand-Saconnex
Schweiz
Tel.: + 41 (0)227172111
Fax: + 41 (0)227474000
ebu (at) ebu.ch

Thomas D („Unser Star für Baku“) Management:

mparago (at) oneartist.de
mnash (at) defnash.de

Brainpool – Produktionsfirma für „Unser Star für Baku“:
minfo.bacs (at) brainpool.de

Sponsoren:Batika Baku:

http://eng.baltika.ru/contact2/28/
(Bitte Kontaktformular online nutzen, da keine Emailadressen angegeben sind.)
Acerzell:
customercare (at)azercell.com
musterixidmetleri (at) azercell.com

Botschaft Aserbaidschans in Deutschland:

Botschaft der Republik Aserbaidschan
Hubertusallee 43
14193 Berlin
Tel.: + 49 (30) 2191613
Fax: + 49 (30) 21916152
berlin (at) mission.mfa.gov.az

Präsident Aserbaidschans:

President of Azerbaijan, Mr Ilham Aliyev
Executive Administration of the President of the Republic of Azerbaijan
Istiglaliyyat street, 19
“The President Palace”
AZ1066 – Baku City
Azerbaijan
Fax: (0099 412) 492 35 43, 492 06 25
office (at) pa.gov.az

Musterschreiben:

Sehr geehrte Damen und Herren,

wie ich erfahren habe, finden im Vorfeld des von Ihnen (mit-)veranstalteten bzw. unterstützten „European Song Contest“ in Baku Massentötungen auf sehr grausame Weise an Straßenhunden statt: sie werden vergiftet, erschossen, erschlagen – vor den Augen von Passanten, darunter auch Kinder. Dies ist nicht nur eine jeder Humanität widersprechende ungeheure Brutalität gegenüber unschuldigen Tieren, auch für Menschen, insbesondere Kinder, sind solche Szenen traumatisierend und tragen zur allgemeinen Verrohung bei.

Aserbaidschan verstößt mit dieser Praxis der Tötung von Straßenhunden gegen das eigene Gesetz missachtet überdies die „Europäische Konvention zum Schutz von Haustieren“, die 2003 von Aserbaidschan unterzeichnet wurde.

Es gibt bekanntlich andere Methoden, die Population streunender Hunde und anderer Tiere unter Kontrolle zu halten: „Einfangen, Kastrieren, Freilassen“. Dies ist nicht nur human, sondern erwiesenermaßen deutlich effizienter.

Es ist außerdem bekannt, dass in Aserbaidschan „Hundelager“ existieren, in denen Hunde für Pelzgewinnung gehalten werden. Auch diese grausame Tierausbeutung muss umgehend eingestellt werden.

Ich bitte Sie, in dieser Angelegenheit, auf die Behörden und Verantwortlichen einzuwirken.

Ich selbst und meine Freunde werden den „European Song Contest“ boykottieren, falls sich die Verhältnisse nicht ändern.

Mit freundlichen Grüßen

Name und Adresse

„Tiergerecht“ ist weiter kein Thema beim BMELV

Anmerkungen zu dem geplanten Gesetzentwurf des BMELV zur Eindämmung der Antibiotika-Resistenzen

In einer Pressemitteilung des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) vom 10.01.2012 werden die geplanten Änderungen und Verbesserungen vorgestellt, die dafür sorgen sollen, dass der Verbraucher in Zukunft besser vor der Entstehung sogenannter Antibiotika-Resistenzen geschützt wird.

Darin spricht das Ministerium vollmundig davon, dass der Einsatz von Antibiotika in der Nutztierhaltung in Zukunft auf das „notwendige Maß“, das zur gezielten Behandlung von Krankheiten nötig ist, beschränkt werden soll. Außerdem sollen den Ländern weitreichende Befugnisse an die Hand gegeben werden, um durch verstärkte Überwachung und Kontrollen Missbrauch zu verhindern.

Mit keinem Wort – lapidar wird nur von einer Verbesserung der Haltungsbedingungen gesprochen, um eine Ansteckungsgefahr untereinander zu erschweren – wird in der Pressemitteilung allerdings darauf hingewiesen, dass das wirksamste Mittel, das auch verhältnismäßig leicht zu kontrollieren sei, eine massive Reduzierung der Bestandsdichte in den Tierproduktionshallen wäre – bis mindestens hin zur bäuerlichen Landwirtschaft. Denn damit würde man endlich auch mal etwas für den Tierschutz tun. Wichtig wäre auch eine Abkehr von den derzeit verwendeten Hühnerrassen, die nur daraufhin gezüchtet wurden, möglichst viel Brustfleisch in einer möglichst kurzen Zeit zu liefern. Die etwa 30 Tage, die so ein degeneriertes Huhn bis zur Schlachtreife zu leben hat, müssen halt – auch durch den Einsatz von Antibiotika – irgendwie „durchgestanden“ werden.

Aber da mit der billig produzierten Ware „Huhn“ sehr viel Geld verdient werden kann, steht zu befürchten, dass die derzeit von Bund und Ländern diskutierte Gesetzesänderung selbst im Falle, dass sie beschlossen wird, nicht viel Erleichterung für die Tiere aber auch kaum eine Reduzierung der steigenden Antibiotika-Resistenzen bringen wird. Dazu fehlt einfach der politische Wille der Verantwortlichen: Tierrechte und ökonomischer Erfolg lassen sich halt schwer unter einen Hut bringen. Daran wird auch die „Charta für Landwirtschaft und Verbraucher“, die auf der Grünen Woche in Berlin vorgestellt werden soll, nichts ändern. Denn um zu erkennen, dass es für Niemanden gut geschweige denn gesund sein kann, die Nutztiere auf engstem Raum qualvoll einzupferchen, braucht man eigentlich nur ein bisschen gesunden Menschenverstand.

Nachtrag zu News: Urteil in Rumänien

Euthanasiegesetz vor rumänischem Verfassungsgericht gescheitert

Laut ETN / Newsletter vom 13.01.2012 hat das rumänische Verfassungsgericht am 11.01.2012 ein Gesetz abgelehnt, das die Tötung herrenloser Straßenhunde bereits nach nur drei Tagen im Tierheim erlauben sollte, wenn in der Zeit kein neues Zuhause gefunden wird.

Die Tötung von Straßenhunden nach dem weiterhin geltenden Tierschutzgesetz bleibt illegal.

Trotzdem gibt es noch keinen Grund zum Aufatmen. Auch wenn Rumänien eines der modernsten Tierschutzgesetze hat, wird die Einhaltung nicht kontrolliert. Nach Beobachtungen des ETN geht das Töten der Straßenhunde unverändert weiter. Dieses Vorgehen entspricht der Entwicklung der letzten Jahre und Monate. Bis zu 10 Millionen Straßenhunde wurden seit 2004 in Rumänien systematisch auf bestialische Art und Weise ermordet. Auf die Population der Straßenhunde hatte dies keinen Einfluss. Allein in Bukarest gibt es Hunderttausende Streuner, trotz dieser Tötungsaktionen seitens der Regierung. Dieses Beispiel zeigt eindrucksvoll, dass nur flächendeckende Kastrationsaktionen helfen, die Zahl der Straßentiere nachhaltig einzuschränken. Ein Beweis dafür findet sich in der nordrumänischen Stadt Oradea, in der seit über acht Jahren konsequent kastriert wird. Heute findet man dort kaum noch Straßentiere. Trotzdem folgen rumänische Behörden diesem Modell nicht, da die Tötung von Streunern weiterhin ein lukratives Geschäft für Ämter und Privatleute ist.