Franziskus erntet Kritik – Moralische Instanz der Gläubigen gibt sich unmoralisch

Ohrfeige verboten, Klaps erlaubt?

Der Papst, der wegen seiner Volksnähe und spontanen Art beliebt ist, sorgte in Deutschland Anfang Februar mit einer Bemerkung zur Gewalt gegen Kinder für Aufregung. Er befürwortet: Ein „Klaps“ für Kinder sei in Ordnung.

Tatsächlich finden sich in der Bibel (Sirach 30,12 und Buch der Sprüche) mehrfach Hinweise zur Züchtigung von Jungen. Diese Schriften stammen sogar noch aus einer vorchristlichen Zeit und wurden in den Kanon des Alten Testamentes übernommen.

Heute leben wir im 21. Jahrhundert – und spätestens nachdem Katharina Rutschky mit ihrem Buch “Schwarze Pädagogik” eine gesellschaftspolitisch weitgreifende Kritik an einem permissiven Erziehungsstil und einer repressiven Pädagogik als Ganzem geübt hat, sollte nicht zuletzt vor dem Hintergrund der Gewalt, die Kinder in kirchlichen Einrichtungen auch noch in jüngster Zeit erfahren haben, sexualisierte Gewalt und die Gewalt in Kinderheimen, das Schlagen von Kindern nicht noch bestärkt, sondern scharf verurteilt werden.

Der Papst sollte daran erinnert werden, dass die UN-Kinderrechtskonventionen beinhalten, Kinder “vor jeder Form körperlicher oder geistiger Gewaltanwendung, Schadenzufügung oder Misshandlung (…)” durch entsprechende gesetzliche, administrative und soziale Maßnahmen zu bewahren.

“Ein wesentlicher Bestandteil einer Erziehung zur Gewaltfreiheit ist der einfühlsame, respektvolle Umgang mit dem Tier als Mitgeschöpf.” (Grundsatzprogramm Partei Mensch Umwelt Tierschutz, 6.1 Familienpolitik)

Dem eigenen Kind gegenüber Vorbild zu sein, heißt von jeglicher Form der körperlichen oder seelischen Gewaltanwendung Abstand zu nehmen. Ohne Ausnahme.

Pegida-Chef bezeichnete Flüchtlinge als „Viehzeug“ und „Dreckspack“

Laut Freie Presse vom 21.01.2015 hetzte Pegida-Chef Lutz Bachmann in einer geschlossenen Facebookgruppe im September 2014, wenige Wochen vor der Pegida-Gründung, gegen Flüchtlinge und bezeichnete sie als „Viehzeug“ und „Dreckspack“.

Als die „Freie Presse“ ihn mit den Aussagen konfrontierte, lehnte er jede Stellungnahme ab und die Zeilen wurden zeitgleich aus Facebook gelöscht.

Nachdem die Medien über Bachmanns ausländerfeindlicher Facebook-Einträge berichtet hatten, gab er gestern in Dresden seinen Rücktritt von allen seinen Vorstandsämtern des islam- und asylkritischen Pegida-Vereins bekannt. In einer Pressemitteilung „entschuldigte er sich bei den Bürgern, die sich angegriffen fühlen.“

Wegen des Verdachts der Volksverhetzung ermittelt nun die Staatsanwaltschaft in Dresden gegen Bachmann.

Im Zusammenhang mit Bachmanns Bezeichnung Flüchtlinge seinen „Viehzeug“ sei es erlaubt die Frage zu stellen:
Warum bedienen sich Menschen gerne des tierlichen Vergleichs, wenn sie meinen mit der tierlichen Bezeichnung positive oder negative Eigenschaften von Menschen besonders hervorheben zu müssen? Nicht nur, dass Bachmann Flüchtlinge zutiefst beleidigt, gedemütigt und herabgewürdigt hat, sondern es wird schnell klar, welchen niedrigen Stellenwert auch Tiere dabei haben. Die Soziologin Birgit Mütherich bringt das Phänomen im Sprachgebraucht auf den Punkt: Menschen werden, um sie “abzuwerten”, als Ratten oder Ungeziefer etikettiert…

Theodor W. Adorno – neben Max Horkheimer sicher der bekannteste Vertreter der Kritischen Theorie der “Frankfurter Schule” – hat dieses Phänomen bereits im Hinblick auf gruppenbezogenen Menschenhass beschrieben. Adorno behauptete, die “stets wieder begegnende Aussage, Wilde, Schwarze, Japaner glichen Tieren, etwa Affen”, enthalte “bereits den Schlüssel zum Pogrom.” Dies ist als Warnung um erhöhte Aufmerksamkeit gegenüber dem Zeitgeschehen zu verstehen. Sprache schafft Wirklichkeit, mehr als dass sie sie abbildet. Also hören wir aufmerksam zu und schauen wir aufmerksam hin, und wo es uns notwendig erscheint, als unsere Pflicht, erheben wir unsere Stimme, für die, die oftmals nicht sprechen können.

Und hier im Fall Bachmann werden Menschen als „Viehzeug“ tituliert, um sie „abzuwerten“… und wie immer werden dabei auch Tiere verunglimpft, die absolut schuldlos menschlichen Abgründen ausgesetzt sind.

Hinweis auf: PETA Aktionswoche für Wildtiere vom 19. bis 23.Januar 2015

In dieser Woche kann jeder helfen, gegen das Leid von Wildtieren zu kämpfen!

Peta hat einige Vorschläge vorbereitet, die genutzt werden können, um sich aktiv gegen das Leid einzusetzen und Wildtieren zu helfen, die gejagt, getötet, gequält und ausgebeutet werden.

Nehmen auch Sie an der Aktionswoche teil!

Partei Mensch Umwelt Tierschutz setzt Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit

Landesverband Hamburg, Baden-Württemberg und Sachsen in Aktion

Am Abend des 5.1.2015 haben drei Mitglieder des Landesvorstandes Baden-Württemberg zusammen mit 8000 weiteren Menschen in Stuttgart ein überaus deutliches Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit, Hass, Hetze und Unmenschlichkeit sowie für unsere Verpflichtung, Bedürftigen Asyl zu gewähren und für eine multikulturelle Gesellschaft gesetzt.

Gleichzeitig haben in Hamburg mehrere Mitglieder unseres Hamburger Landesverbandes zusammen mit 5000 weiteren Menschen ebenfalls gegen Pegida demonstriert.

Auch am Abend des 12.1. fanden bundesweit Demonstrationen gegen Pegida statt. So waren auch in Dresden Mitglieder des Landesverbands Sachsen unterwegs, um unter anderem an der von Künstlern und Kulturschaffenden organisierten “Kehraus”-Aktion teilzunehmen.

Jane Goodall äußert sich im Interview zum Bevölkerungswachstum

Jane Goodall, international vielfach geehrte Primatologin und 2002 von Kofi Annan zur UN-Friedensbotschafterin ernannt, sagt in einem Interview 2007: sie sieht im Bevölkerungsdruck das Problem, dass allen Klima- und Umweltproblemen zugrunde liegt und trotzdem in den internationalen Debatten tabuisiert wird. Religion(en) und Tradition stehen dieser einfachen Einsicht entgegen. Auch im Nationalpark Gombe (Tansania) schwindet der Lebensraum der Primaten.

In der westlichen Welt herrsche die Ansicht vor, die Menschen in den Entwicklungsländern empfänden Vorschläge zur Geburtenkontrolle als Bevormundung. Jane Goodall selbst habe die Erfahrung gemacht, dass in Afrika vor allem einheimische Familienplanungsteams sehr willkommen sind, wenn man den Leuten ganz konkret vor Ort die Folgen vieler Kinder für ihr eigenes Leben klar macht: früher bedeuteten viele Kinder Reichtum, da sie alle Land bewirtschaften und die Eltern versorgen konnten; heute bedeutet das Armut und Hunger, da nicht mehr genug Land vorhanden ist, um immer mehr Menschen zu ernähren. In ihrem Projekt „Tacare“ in Gombe spielt Familienplanung und Frauenbildung eine wichtige Rolle für ein Zusammenleben von Menschen, Tieren und Umwelt.

Paul Watson über Charlie Hebdo

Je suis Charlie!

Kaptiän Paul Watson von “Sea Shepherd” schreibt auf facebook über den Tod der Charlie Hebdo-Cartoonisten:

“Der Verlust von Charlie Hebdo ist auch ein Schlag für die Rechte der Tiere: Die Tierrechtsbewegung verlor vier große und talentierte Aktivisten mit dem Mord an den Karikaturisten John Cabut, Stéphane Charbonnier, Bernard Verlhac und Georges Wolinski. …. Charlie Hebdo ist auch die einzige französische Zeitung, die klar Stierkämpfe, die Versklavung der Delfine und die Großwildjagd verurteilt. Das Magazin hatte auch ein wöchentliches Tierrechts-Cartoon….

Einer der Bewaffneten brüllte: “Wir haben Charlie Hebdo getötet.” So weit ich die Franzosen kenne, bezweifle ich aber, daß sie jetzt Charlie Hebdo sterben lassen werden. Wenn überhaupt, dann wird es die freie Meinungsäußerung sogar noch stärken. Die Freiheit darf sich niemals der Tyrannei durch fanatisch-religiöse Intoleranz unterwerfen!”

Auf www.peta.org findet man die besten 10 Tierrechts-Cartoons von Charlie Hebdo.

Europäische Bürgerinitiative übergibt 1.170.326 Unterschriften an die EU-Kommission

Hamburg, 25.11.2014 – Am 26. November 2014 übergibt die Europäische Bürgerinitiative „Stop Vivisection“, die für eine moderne Forschung ohne Tierversuche eintritt, weit über eine Million gesammelte Unterschriften an die EU-Kommission. Allein in Deutschland gelang es bei einer rein ehrenamtlich getriebenen Kampagne, 164.304 von den Behörden anerkannte Unterstützungsbekundungen zu sammeln, europaweit waren es knapp 1,2 Millionen.

Seit dem 1. April 2012 können Bürger der Europäischen Union mithilfe der Europäische Bürgerinitiative (EBI) bewirken, dass sich die Europäische Kommission mit einem Thema befasst. Hierfür müssen in zwölf Monaten insgesamt eine Million gültige Unterstützungsbekundungen in einem Viertel aller EU-Mitgliedsstaaten gesammelt werden. Die erste erfolgreiche Bürgerinitiativen „Right to Water“ hat eindrucksvoll bewiesen, dass der Bürgerwille in Brüssel entgegen allen Unkenrufen doch etwas zählt.

Die Initiative „Stop Vivisection“ fordert den mittelfristigen Ausstieg aus der Tierversuchsforschung und eine stärkere Förderung zukunftsweisender Forschungsmethoden. „Das starke Ergebnis der Bürgerinitiative verdeutlicht den breiten Konsens in der Bevölkerung, die einen besseren Schutz ihrer Gesundheit bei der Erforschung und Erprobung von Medikamenten und Chemikalien fordert,“ erklärt André Ménache vom wissenschaftlichen Komitee der Bürgerinitiative.

Untersuchungen der amerikanischen Arzneimittelbehörde (FDA) ergaben, dass 92% der Medikamente, die sich im Tierversuch als wirksam und sicher erwiesen haben, nicht durch die klinische Prüfung kommen, weil sie am Menschen nicht die gewünschte Wirkung haben oder aber Schaden anrichten. Bis zu der Hälfte der zugelassenen Medikamente werden später aufgrund von Nebenwirkungen wieder vom Markt genommen oder mit Warnhinweisen versehen. „Tierversuche schaden uns mehr, als sie uns nützen,“ resümiert Ménache.

Diese Nachricht ist auch in der Politik angekommen. Verschiedene EU-Abgeordnete von fünf deutschen Parteien haben sich bereits hinter die Forderungen der Bürgerinitiative gestellt, darunter Vertreter der SPD, der GRÜNEN und der LINKEN.

Im Zuge der Übergabe informiert das Wissenschaftliche Komitee der Initiative „Stop Vivisection“ über den wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Irrweg Tierversuch sowie über moderne Forschungsmethoden, die zuverlässige, für den Menschen relevante Ergebnisse liefern und zudem schneller und kostenschonender zum Ziel führen.

Informationen zur Europäischen Bürgerinitiative „Stop Vivisection“ finden Sie im Internet unter www.stopvivisection.eu.

Rede Stefan Eck Ratsgruppe Tierschutzpartei / Freie Wähler

Am 24.10.2014 hielt MEP Stefan Bernhard Eck im Düsseldorfer Rathaus, bei einer Sondersitzung der Ratsgruppe Tierschutzpartei / Freie Wähler, zum Thema “Tierschutz bis in die Kommune” eine enthusiastische Rede über seine Arbeit als Abgeordneter im Europarlament, bisherige Erfolge, Massentierhaltung, über die rumänischen Streunerhunde, die Wichtigkeit politischer Arbeit und vieles mehr… (hier zur Rede)

22.10.2014 / Newsflash aus Straßburg

Historische Wende – Europaparlament gegen Stierkampf!

Das europäische Parlament stimmte heute über die “Anti-Stierkampfanträge” des Abgeordneten Bas Eickhout (Niederländische Grüne Linke) und der Europäischen Grünen ab.

In einer Resolution sprachen sich 341 Abgeordnete dafür aus, dass weder Mittel der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) noch sonstige Haushaltsmittel für die Finanzierung tödlich endender Stierkämpfe verwendet werden sollten. Das Parlament war sich mehrheitlich einig, dass eine solche Finanzierung einen klaren Verstoß gegen das Europäische Übereinkommen zum Schutz von Tieren in landwirtschaftlichen Tierhaltungen (Richtlinie 98/58/EG des Rates) darstelle. Dagegen stimmten 291 Abgeordnete.

Der Antrag zur Änderung des Haushaltsplanes 2015 bezüglich der Streichung von Agrarsubventionen für Kampfstier-Zuchtbetriebe scheiterte jedoch an einer hauchdünnen Mehrheit der unbelehrbaren Stierkampfbefürworter. Wie zu erwarten war, stimmten vor allem die Vertreter der EPP (Europäische Volksparteien) und der S&D (Fraktion der progressiven Allianz der Sozialdemokraten) gegen den Antrag.

Bei der Verabschiedung des nächsten Haushaltes ist somit zu rechnen, dass es keine Agrarsubventionen für Kampfstier-Züchter mehr geben wird.

Nach der Abstimmung gratulierte der Abgeordnete Stefan Eck seinem niederländischem Kollegen Eickhout für den erfolgreichen Vorstoß gegen den tierquälerischen Stierkampf.