Klimagipfel in Cancún

Außer Spesen nichts gewesen.

Vom 29.11. bis 10.12.2010 fand in Cancún/Mexiko die 16. UN-Klimakonferenz statt, an der mehr als 15.000 Teilnehmer aus 194 Staaten vertreten waren. Grundlage der Verhandlungen ist das 1997 beschlossene und 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll, welches völkerrechtlich verbindliche Werte für den Ausstoß von Treibhausgasen festlegt. Von 1995 bis 2010 kam es jedoch zu keiner Reduktion des Ausstoßes, im Gegenteil: Die Kohlendioxid-Emissionen haben inzwischen einen weltweiten Höchststand erreicht!

Nach dem desaströsen und ergebnislosen UN-Klimagipfel in Kopenhagen 2009 erweisen sich auch in Cancún wieder einmal nationale ökonomische Interessen als Verhandlungs- und Ergebnisbremse. Vollmundig ist von einem „überraschend umfangreichen Klimaschutzpaket“ die Rede: Als „Erfolg“ wird die wiedererlangte Handlungsfähigkeit der Vereinten Nationen sowie die beschlossene Verlängerung des Kyoto-Protokolls über 2012 hinaus gewertet. Die Entscheidung über die Fortführung des Kyoto-Protokolls ist nur eine Farce und verpflichtet zu nichts. Die beiden größten Klimagas-Verursacher USA und China sind davon nicht betroffen. Die USA hat als einziges Industrieland das Kyoto-Protokoll nie ratifiziert. China gilt gemäß diesem Protokoll noch als Entwicklungsland, ist weitgehend von Klimaschutzverpflichtungen freigestellt und daher nicht zur drastischen Reduzierung der CO2-Emissionen verpflichtet, obwohl es mittlerweile eine der größten Wirtschaftsnationen der Erde ist. Als weiteres Ergebnis wurde die Erderwärmung auf maximal zwei Prozent begrenzt, dem zum Schluss auch die USA und China zustimmten.

Weitere Vereinbarungen sind schwammig formuliert und enthalten viele Schlupflöcher. Unverständlich ist vor allem, dass das Thema weltweite exzessive Massentierhaltung als Klimakiller Nr. 1 keinerlei Berücksichtigung in Cancún fand.

Als einziger Teilnehmerstaat stimmte Bolivien gegen die Abschlussdokumente, weil die Vorschläge zu lasch und nicht weitgehend genug seien, die Erderwärmung zu bremsen. Diese Besorgnis wurde als Eklat gesehen und von Umweltminister Röttgen gar als Blockade eines einzelnen Landes gegen einen großen Klimafortschritt bezeichnet. Konferenzleiterin Espinosa erklärte die Beschlussfassung dennoch für angenommen. Wäre ein Widerstand z. B. der USA gegen eine Entscheidung auch einfach beiseite gewischt worden?

Bundesaußenminister Westerwelle sieht Deutschland als Vorreiter in den Bemühungen zum Klimaschutz. Laut Aussage des FDP-geführten Wirtschaftsministeriums wird Klimaschutz jedoch hintangestellt, wörtlich: „Eine Überhöhung umweltpolitischer gegenüber konkurrierenden Belangen ist nicht zielführend“.

Bei der fatalen Einstellung „Klimaschutz versus Wirtschaftswachstum“ werden die alljährlichen Klima-Gipfel zu einer Hülle ohne Inhalt verkommen. Insbesondere die Industrieländer schleichen sich mit vagen Versprechungen und Absichtserklärungen aus der Verantwortung.

Wie viele Klimakonferenzen kann der Planet Erde noch vertragen? – Zukünftig sollten die Verhandlungen nicht in Luxushotels, sondern an den Schauplätzen des Geschehens stattfinden – in bedrohten Regenwäldern und Pazifikinseln, an verseuchten Flüssen und in Slums. Das brächte die Delegierten auf den Boden der Tatsachen und führte sicherlich zu effektiveren Klimaschutzergebnissen. Oder haben die Delegierten noch eine zweite Erde im Gepäck?

Ein Bündnis formiert sich

Getrennt marschieren, gemeinsam agieren: “Aktionsbündnis jagdfreie Natur”

Am 12. Dezember 2010 fand in Kassel ein Treffen von Jagdgegnern und Jagdkritikern statt, zum dem die Partei Mensch Umwelt Tierschutz eingeladen hatte und zu dem Vertreter/innen von insgesamt 10 Vereinen bzw. Organisationen – darunter Natur ohne Jagd e.V., Tier-Time e.V., Pro iure animalis, PAKT e.V., Witas e.V., ARGUS e.V., Jagd-aber-fair, Tierfreunde Fulda, Animal Alliance – trotz schlechter Witterungsverhältnisse gekommen waren.

Das primäre Ziel dieser Veranstaltung, eine enge Kooperation verschiedener Vereine und Organisationen durch ein Bündnis sicherzustellen, wurde nach sieben Stunden eingehender Beratungen und Diskussionen erreicht. Das neue Bündnis will im kommenden Jahr zwei Themen – Fallenjagd und Haustierabschuss – bearbeiten und der Öffentlichkeit nahe bringen und darüber hinaus versuchen, weitere Bündispartner für konzertierte Aktionen zu gewinnen.

Späte Retourkutsche für Seehofer

Bundesverfassungsgericht untersagt erneut Käfighaltung von Hühnern

Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe hat am 02.12.2010 die von Ex-Landwirtschaftsminister Horst Seehofer propagierte Kleingruppenhaltung von Legehennen mit der Begründung, der Unvereinbarkeit mit dem Grundgesetz ausdrücklich untersagt. Bereits 1999 wurde durch die Verfassungsrichter die damals weit verbreitete Käfighaltung von Legehennen verboten. Dieses Urteil wurde jedoch von dem damaligen Landwirtschaftsminister Seehofer ausgehebelt, indem er die tierquälerische Käfighaltung in “Kleingruppenhaltung” umbenannte, die pro Henne 800 Quadratzentimenter Platz vorsieht. Diese Lobby-gesteuerte Verordnung trat 2006 in Kraft, wurde aber durch eine Normenkontrollklage des Landes Rheinland-Pfalz angefochten.

Veganer Weihnachtsmarkt in Hannover

Am 27.11.2010 fand in Hannover der erste vegane Weihnachtsmarkt statt, der von der Bundesschriftführerin Sabine Brigitte Pankau gemeinsam mit anderen Mitgliedern von “Tierrecht Hannover” organisiert worden war.

Bei schönem Winterwetter fanden sich über 1000 Menschen nach und nach auf dem Steintorplatz ein, um dort bei verschiedenen Anbietern wie vegan wonderland, dem Muffin-Mann, Vefeba, pureraw und anderen viele vegane Köstlichkeiten zu probieren: Kakao, Glühwein, Waffeln, Crepes, Kuchen, Muffins, Döner sowie Linsensuppe und Gulasch, das an unserem Parteistand ausgegeben wurde.

 

Ergänzt wurde das Angebot durch Infostände von Natur-ohne-Jagd, dem Kuhaltersheim, unserem Parteistand, ethice und dem Verein Tier-Time. “Echte” Weihnachtsengel verkauften Tombolalose und eine Tierpyramide symbolisierte 1 Milliarde jedes Jahr allein in Deutschland für Nahrungsmittel getöteten Tiere. Vorab hatten viele Zeitungen wie die Hannoversche Allgemeine, die taz und auch Radiosender wie Antenne Niedersachsen über das Event berichtet.

Viele Besucher kamen von weit her, aus Berlin, Hamburg, NRW, München und sogar aus der Schweiz! Im nächsten Jahr wird diese Aktion wiederholt werden, soviel war allen Beteiligten klar.

Warum Mitleid keine Grenzen haben darf

Über die Dialektik der alltäglichen Gewalt gegen Tiere und Menschen

Auszug: Es geht vor allem um strukturelle Gewalt gegen Millionen und Milliarden Tiere – eine Gewalt, die aufgrund ihrer Legalität und Alltäglichkeit zur Abstumpfung führt, nicht nur gegenüber Tieren, sondern auch gegenüber Menschen.

Alles lesen…www.neues-deutschland.de

Regelung für Gentechnik bestätigt

Der Landesverband Sachsen-Anhalt der Partei Mensch Umwelt Tierschutz begrüßt die Abweisung der Normenkontrollklage der Landesregierung von Sachsen-Anhalt, die eine Liberalisierung des Gentechnikgesetzes des Bundes gefordert hatte. Das Ansinnen, Landwirte, deren veränderte Pollen Nachbarfelder verunreinigen, aus der Haftung zu entlassen, halten die Karlsruher Richter angesichts der ungeklärten Beurteilung langfristiger Folgen der grünen Gentechnik für verantwortungslos.

Mit der Grundsatzentscheidung des Bundesverfassungsgerichts wurden die Eckpfeiler für die rechtliche Beurteilung der Gentechnik in der Landwirtschaft zum Schutz der Bevölkerung und künftiger Generationen gesetzt. Der Verharmlosung wird entgegengetreten, da die grüne Gentechnik „in die elementaren Strukturen des Lebens“ eingreife.

Nicht nur nach der Meinung der Partei Mensch Umwelt Tierschutz könnten mit diesem Eingriff in die Erbstruktur schwerwiegende dauerhafte Schädigungen für Mensch und Tier eintreten, die unumkehrbar sind. Die Beweislast hat der zu tragen, der die potentielle Gefahr in die Welt bringt. Diese Gefahren sind nach dem derzeitigen Stand der Kenntnis nicht ausgeräumt. Dass die Landesregierung Sachsen-Anhalt zum Experimentierfeld ausbauen und die hier lebenden Menschen wegen kurzfristiger angeblicher wirtschaftlicher Vorteile zu Versuchsobjekten degradieren wollte, ist unverantwortlich und es ist eine Genugtuung, dass das Bundesverfassungsgericht dem Spuk einen Riegel vorgeschoben hat.

Die Angst geht um: Euro-Crash?

Nun muss sich auch Irland unter den Rettungsschirm der EU stellen, nachdem der Sturm der Finanzmärkte sie pudelnass werden ließ. An den Märkten bleibt die Frage, wer der nächste Wackelkandidat ist – Portugal oder Spanien. Die Euro-Partnerländer haben den irischen Ministerpräsident Brian Cowen gedrängt, offiziell den Antrag auf Hilfskredite aus dem gemeinsamen Fonds von EU und IWF zu stellen, da sie alle von der Angst getrieben sind, dass die Investoren und Finanzmärkte das Vertrauen in die „grüne Insel“ verlieren.

Noch vor knapp zwei Wochen hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel im deutschen Fernsehen versucht, die berechtigten Sorgen der Bürgerinnen und Bürger zu zerstreuen. “Ich glaube nicht, dass die Euro-Zone gefährdet ist”. Jetzt spricht Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) davon, dass „unsere gemeinsame Währung auf dem Spiel steht“.

Ein solches Vor- und Zurück trägt nicht dazu bei, das angeschlagene Vertrauen in unsere Regierung zu fördern. Aber wie sagte bereits der erste deutsche Bundeskanzler Conrad Adenauer (CDU): Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern!

Diese Satz scheint mehr denn je ein Vorbild für unsere heutigen Regierungspolitiker zu sein…

 

Und natürlich trifft die Krise in Irland auch wieder die Tiere!

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Stern, Ausgabe 47: “Wie Tiere fühlen”

“Wir erleben gegenwärtig eine Revolution im Tierbild, weil es keine Zweifel mehr gibt, dass alle höheren Wirbeltiere Emotionen haben”,  so Norbert Sachser, Verhaltensbiologe, im Leitartikel der Zeitschrift Stern: “Wie Tiere fühlen” vom 18.11. 2010.

Die Verfasser des Artikels, Matthes und Sandmeyer, beschreiben in ihrem Artikel viele Verhaltensweisen von Tieren, die zeigen, dass sie Gefühle haben und diese auch kommunizieren, ebenso wie der Mensch es tut. Und: Sie stellen vor allem eine schlussfolgernde Frage: Müssen Menschen sich nicht fragen lassen, wie legitim ihr Machtanspruch gegenüber den Mitgeschöpfen dieser Erde ist und wie verantwortungsvoll er wahrgenommen wird? Die Antwort darauf ist jedem Tierrechtler klar, aber sie muss auch in der restlichen Bevölkerung ankommen. Also: Passt Schnitzel essen und Katze streicheln zusammen?

Die Tatsache, dass zunehmend mehr über diese Themen berichtet wird, sei es im “Stern”, in der “Zeit”, beim SWR, bei “Galileo” zeigt, dass wir uns langsam aber sicher Gehör verschaffen und nicht nachlassen dürfen, in unserem Bemühen, die Rechte der Tiere einzufordern!

Eine Empfehlung an unsere Parteimitglieder und Interessenten:
Kaufen Sie sich den Stern, es lohnt sich!