Dokumentation: Food, Inc. – Was essen wir wirklich?

47.000 Produkte führt ein durchschnittlicher amerikanischer Supermarkt. Das Angebot scheint grenzenlos. Doch betrachtet man die augenscheinliche Vielfalt genauer, zeichnen dafür nur eine Handvoll Firmen verantwortlich. Das stellen Produzent und Regisseur Robert Kenner und die Journalisten Eric Schlosser und Michael Pollan bei ihren Recherchen über den amerikanischen Lebensmittelmarkt fest.

Hier weiter lesen…www.3sat.de

Quelle: 3sat / Februar 2011

Hier geht es zum Film “Food, Inc. – Was essen wir wirklich?” www.youtube.de

“Bio”- benzin E10: Umweltinsitut München ruft zum Boykott auf

Ab Februar 2011 gibt es an einem Großteil der Tankstellen in Deutschland den neuen Agro-Kraftstoff E10. Das Umweltinstitut München ruft alle Autofahrer dazu auf, E10 zu boykottieren. Das “Bio”benzin soll CO2-Emissionen reduzieren. Doch Agrosprit ist kein Klimaretter, sondern verursacht Hunger und zerstört natürliche Ökosysteme.

Mehr Informationen zu E10 finden Sie hier: www.umweltinstitut.org

Grüne Woche in Berlin – 22 000 Demonstrant/innen fordern eine radikale Wende in der Agrarpolitik

Wir waren dabei!

Berlin war am 22. Januar 2011 Schauplatz einer Demonstration von Tausenden Bundesbürgern, die sich anlässlich der Grünen Woche in der Hauptstadt einfanden, um unter dem Motto „Wir haben es satt“ lautstark eine radikale Wende in der Agrarpolitik zu fordern. In einem Bündnis von Umwelt- und Tierschutzverbänden hatte federführend die Organisation campact zu der Veranstaltung aufgerufen. Auch unsere Partei war dabei und mit zahlreichen Mitgliedern vertreten – aus Berlin, Brandenburg, Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, dem Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein.

Der Demonstrations-Tag war gut gewählt, denn auf Einladung der Bundesrepublik trafen sich Landwirtschaftsminister aus aller Welt sowie Agrarkonzerne, um über Welternährung und -handel zu beraten. Angesichts der geschätzten Zunahme der Weltbevölkerung von jetzt 6,9 Milliarden auf 9,1 Milliarden bis 2050 müssen in der Tat die Weichen neu gestellt werden. Genau an diesem Punkt aber lauern die Gefahren: die Ausbreitung der Gentechnik unter dem Deckmantel, den Hunger in der Welt sowie den Klimawandel zu bekämpfen; eine weitere Industrialisierung der Landwirtschaft mit einer Zunahme der tierquälerischen Agrarfabriken; Exporte zu Dumping-Preisen und damit Vernichtung der einheimischen Märkte in der „Dritten Welt“. Die Agrarkonzerne wollen für Gen-Saat, Agro-Chemie und Industrie-Food grenzenlose Märkte und weitere Milliarden-Subventionen. Ihr Motto:„Agrarfabriken statt Bauernhöfe“!

 

Die Unterstützung von Kanzlerin Merkel und der Bundesregierung dürfte ihnen so gut wie sicher sein, denn, wie bekannt, haben profitgierige Lobbyisten stets offene Ohren bei unseren gewählten Volksvertretern!

Aktueller Dioxin-Skandal hin oder her: Unterstützung kommt auch vom Landwirtschaftsministerium des größten deutschen Agrarlandes, Niedersachsen, wo man offenbar vom Astrid-Grotelüschen-Regen in die Gert-Lindemann-Traufe geraten ist. Kaum ist der Wechsel vollzogen, tönt es aus dem Agrar-Dinosaurier-Lager: „Wir brauchen keine Agrarwende weg von Massentierhaltung und industrieller Produktion“! Da fällt einem nur das bekannte „Wer nicht hören will, muss fühlen“ ein, am besten schon bei den diesjährigen Landtagswahlen.

Angesichts der begrenzten Einsichts- und Lernfähigkeit seitens bundesdeutscher Politiker vom Schlage Merkel, Aigner, Lindemann & Co. war die machtvolle Demonstration in Berlin wohl erst der eindrucksvolle Beginn einer Kampagnen-Serie. Auch unsere Partei wird weiter dabei sein, auch wenn es zunächst nur um den kleinsten gemeinsamen Nenner geht: Die Abschaffung der Massentierhaltung unter dem Motto „Bauernhöfe statt Agrarfabriken“.

 

Es bleibt uns jedoch unbenommen, wo immer möglich, in Flug- und Faltblättern unsere Überzeugung zu verbreiten, dass der Mensch nicht das Recht hat, fühlenden Mitlebewesen Gewalt anzutun und sie ihres Lebens zu berauben. Wenn nicht alles täuscht, ist es nicht mehr utopisch, dass sich immer mehr Menschen auf diesen ethischen Weg begeben. Damit würde das um 1500 ausgesprochene prophetische Wort Leonardo da Vincis in nicht allzu ferner Zeit zur Realität: „Es wird eine Zeit kommen, in der wir das Essen von Tieren ebenso verurteilen, wie wir heute das Essen von Unseresgleichen, die Menschenfresserei, verurteilen.“

Auch wenn wir uns in Geduld üben müssen und derzeit noch „der Wunsch der Vater des Gedankens ist“ – vielleicht befinden wir uns tatsächlich am Anfang eines neuen Zeitalters im Umgang des Menschen mit den Tieren. Es ist an uns allen, daran mitzuwirken, dass Wünsche zu Wirklichkeiten werden!

Klimagipfel in Cancún

Außer Spesen nichts gewesen.

Vom 29.11. bis 10.12.2010 fand in Cancún/Mexiko die 16. UN-Klimakonferenz statt, an der mehr als 15.000 Teilnehmer aus 194 Staaten vertreten waren. Grundlage der Verhandlungen ist das 1997 beschlossene und 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll, welches völkerrechtlich verbindliche Werte für den Ausstoß von Treibhausgasen festlegt. Von 1995 bis 2010 kam es jedoch zu keiner Reduktion des Ausstoßes, im Gegenteil: Die Kohlendioxid-Emissionen haben inzwischen einen weltweiten Höchststand erreicht!

Nach dem desaströsen und ergebnislosen UN-Klimagipfel in Kopenhagen 2009 erweisen sich auch in Cancún wieder einmal nationale ökonomische Interessen als Verhandlungs- und Ergebnisbremse. Vollmundig ist von einem „überraschend umfangreichen Klimaschutzpaket“ die Rede: Als „Erfolg“ wird die wiedererlangte Handlungsfähigkeit der Vereinten Nationen sowie die beschlossene Verlängerung des Kyoto-Protokolls über 2012 hinaus gewertet. Die Entscheidung über die Fortführung des Kyoto-Protokolls ist nur eine Farce und verpflichtet zu nichts. Die beiden größten Klimagas-Verursacher USA und China sind davon nicht betroffen. Die USA hat als einziges Industrieland das Kyoto-Protokoll nie ratifiziert. China gilt gemäß diesem Protokoll noch als Entwicklungsland, ist weitgehend von Klimaschutzverpflichtungen freigestellt und daher nicht zur drastischen Reduzierung der CO2-Emissionen verpflichtet, obwohl es mittlerweile eine der größten Wirtschaftsnationen der Erde ist. Als weiteres Ergebnis wurde die Erderwärmung auf maximal zwei Prozent begrenzt, dem zum Schluss auch die USA und China zustimmten.

Weitere Vereinbarungen sind schwammig formuliert und enthalten viele Schlupflöcher. Unverständlich ist vor allem, dass das Thema weltweite exzessive Massentierhaltung als Klimakiller Nr. 1 keinerlei Berücksichtigung in Cancún fand.

Als einziger Teilnehmerstaat stimmte Bolivien gegen die Abschlussdokumente, weil die Vorschläge zu lasch und nicht weitgehend genug seien, die Erderwärmung zu bremsen. Diese Besorgnis wurde als Eklat gesehen und von Umweltminister Röttgen gar als Blockade eines einzelnen Landes gegen einen großen Klimafortschritt bezeichnet. Konferenzleiterin Espinosa erklärte die Beschlussfassung dennoch für angenommen. Wäre ein Widerstand z. B. der USA gegen eine Entscheidung auch einfach beiseite gewischt worden?

Bundesaußenminister Westerwelle sieht Deutschland als Vorreiter in den Bemühungen zum Klimaschutz. Laut Aussage des FDP-geführten Wirtschaftsministeriums wird Klimaschutz jedoch hintangestellt, wörtlich: „Eine Überhöhung umweltpolitischer gegenüber konkurrierenden Belangen ist nicht zielführend“.

Bei der fatalen Einstellung „Klimaschutz versus Wirtschaftswachstum“ werden die alljährlichen Klima-Gipfel zu einer Hülle ohne Inhalt verkommen. Insbesondere die Industrieländer schleichen sich mit vagen Versprechungen und Absichtserklärungen aus der Verantwortung.

Wie viele Klimakonferenzen kann der Planet Erde noch vertragen? – Zukünftig sollten die Verhandlungen nicht in Luxushotels, sondern an den Schauplätzen des Geschehens stattfinden – in bedrohten Regenwäldern und Pazifikinseln, an verseuchten Flüssen und in Slums. Das brächte die Delegierten auf den Boden der Tatsachen und führte sicherlich zu effektiveren Klimaschutzergebnissen. Oder haben die Delegierten noch eine zweite Erde im Gepäck?

BP stoppt Ölfluss im Golf von Mexiko

Seit dem 20. April 2010 strömten nach der Explosion der “Deepwater Horizon” täglich Millionen Liter Öl in den Golf von Mexiko. Am 15. Juni 2010 verkündete der Konzern BP, dass er das Bohrloch provisorisch verschlossen habe und damit ein weiteres Austreten von Rohöl gestoppt wurde. Mit der Operation “Static Kill” (Versiegelung mit Beton) wurde das undichte Bohrloch Ende der 1. Augustwoche 2010 endgültig geschlossen. Nach Angaben der US-Behörden sind rund 780 Millionen Liter (4,9 Millionen Barrel) Rohöl bis zur Versiegelung des Bohrlochs ausgelaufen. Damit ist das Unglück der größte Ölunfall der Geschichte.

BP hatte im April zunächst versucht, den GAU kleinzureden und hinderte sogar Journalisten daran, im Katastrophengebiet zu recherchieren. Große Teile des Golfs von Mexiko waren verseucht, die Küsten von Louisiana, Mississippi, Alabama, Texas und selbst Florida bekamen die Auswirkungen der “schwarzen Pest” zu spüren. Die Tiere, die in den artenreichen Feuchtgebieten an der Küste leben, erstickten im Öl. Eine nicht zu schätzende Anzahl von Meeresbewohner sind elendig gestorben, weil sie Teerklumpen verschluckt hatten. In den betroffenen Meeresgebieten wurden in den vergangenen Monaten immer weniger Fische gesichtet.

Nachdem eine Abdichtung aus Schlamm und Zement das Bohrloch verschlossen hatte, lösten sich die Ölteppiche auf der Meeresoberfläche rasch auf. Starke Selbstreinigungskräfte des Ozeans seien am Werk gewesen, erklären die erstaunten Experten der amerikanischen Klima- und Ozeanbehörde der ebenso erstaunten Öffentlichkeit. Die Fische und Pelikane werden nicht wieder lebendig, aber das Meer scheint sich rasch zu erholen. Die Langzeitschäden in der Tiefsee, wo sich das meiste ausgelaufene Öl wahrscheinlich noch befindet, sind selbst für Experten momentan nicht einzuschätzen. Wie es jetzt mit dem Öl in der Tiefe weitergeht, bei weniger Licht, Sauerstoff, Wärme, Bakterien, wisse man – so die Experten – noch nicht.

Aber die nächsten Tiefseebohrungen sind bereits geplant…

Energiepolitische Positionen unserer Partei durch Gutachten bestätigt

Laut “Regional Sachsen / Deutsche Handwerks Zeitung“ vom 4. Juni 2010 könnte der Strom in Deutschland schon ab 2050 ausschließlich aus erneuerbaren Energien gewonnen werden. Zu dieser Auffassung kommt der “Sachverständigenrat für Umweltfragen”, der seit 1972 die Bundesregierung in Fragen der Umweltpolitik berät und sich aus sieben Universitätsprofessoren verschiedener Fachdisziplinen zusammensetzt.

Die Wissenschaftler kommen zu dem Ergebnis, dass in der Übergangszeit auf eine Verlängerung der Laufzeit von Atomkraftwerken sowie auf den Bau neuer Kohlekraftwerke verzichtet werden kann.

Vor dem Umweltausschuss des Bundestages erklärte der Vorsitzende des Sachverständigenrates, Prof. Dr. Martin Faulstich (Technische Universität München): “Deutschland kann im Jahr 2050 zu 100 Prozent klimaschonend mit Strom aus erneuerbaren Energien versorgt werden.” Der Sachverständigenrat präsentierte vor dem Umweltausschuss des Bundestages seine Szenarien für eine regenerative Stromversorgung, die klimaverträglich, sicher und bezahlbar ist.

Die Partei Mensch Umwelt Tierschutz sieht sich in ihren energiepolitischen Forderungen damit bestätigt und begrüßt das Ergebnis des Sachverständigenrates für Umweltfragen. Wir bleiben bei unseren Forderungen an Merkel & Co. und wiederholen nachdrücklich: Die deutsche Politik darf sich nicht weiterhin zum Lobbyisten der Energiewirtschaft machen!

Die Ergebnisse des Sachverständigenrates für Umweltfragen können hier nachgelesen werden: www.umweltrat.de

Wissenswertes zum Film: Plastic Planet

“Zurzeit werden in Europa ca. 60 Millionen Tonnen Plastik pro Jahr produziert, sagt John Taylor. Das ist etwa ein Viertel der Weltproduktion.” Die Menge des Kunststoffs, die wir in den letzten 100 Jahren produziert haben, würde reichen, um den gesamten Erdball sechsmal einzupacken. So kann man es auch ausdrücken.

Zum Homepage “Plastik Planet” und zum Filmtrailer: www.plastic-planet.at

Partei Mensch Umwelt Tierschutz gegen Erweiterung des Flughafens Braunschweig/Wolfsburg

Bei der geplanten Verlängerung der Start- und Landebahn des Flughafens Braunschweig/Wolfsburg sollen rund 60.000 Bäume eines zum Teil über 200 Jahre alten Eichen- und Hainbuchenwaldes in dem EU-Vogelschutzgebiet Querumer Forst der Motorsäge zum Opfer fallen. Es geht um eine riesige Fläche von 900.000 qm, was etwa 126 Fußballfeldern entspricht.

Unsere Partei spricht sich entschieden gegen diese Startbahnverlängerung aus mehreren Gründen aus: Fast ein Quadratkilometer wertvollen alten Waldes würde unwiederbringlich vernichtet werden. Unzählige Tiere würden ihren angestammten Lebensraum verlieren. Auch Menschen sind betroffen, wenn der Flugverkehr zunimmt: durch Abgase und Fluglärm!

Der Ausbau wird vor allem vom VW-Konzern forciert, der 35 % der Gesellschaftsanteile des Flughafens hält.

Auf der einen Seite rühmt sich VW als “grüner Konzern” und lässt z.B. in Emden 40 ha Wald anpflanzen, um sein Image aufzupolieren. Auf der anderen Seite steht der Umweltfrevel im Braunschweiger Forst!

Wo bleibt da die Glaubwürdigkeit? Finanzielle Interessen dürften bei der Entscheidung des Automobilkonzerns eine Rolle spielen.

Die Partei Mensch Umwelt Tierschutz setzt sich zusammen mit mehreren Organisationen wie Robin Wood, BIBS (Bürgerinitiative Braunschweig), NABU etc. vor Ort dafür ein, dass diese Flughafenerweiterung vielleicht doch noch zu verhindern ist.

Leider wurden bisher sämtliche Klagen der örtlichen Bürgerinitiativen von den Gerichten abgeschmettert. Auch mit der Abholzung wurde bereits begonnen. Dennoch werden die Proteste weiter fortgesetzt.

Zur Petition: www.thepetitonssite.com

Aktueller Artikel zum Thema aus der Braunschweiger Zeitung vom 30.01.2010

Am Freitag waren 180 Demonstranten am Flughafengelände in Braunschweig/Wolfsburg, das Gelände wurde aber geräumt und es wurden 11 Ordnungswidrigkeiten und 2 Straftatbestände aufgenommen, die von Demonstranten begangen worden sein sollen. Bisher wurden 16.000 Bäume gefällt, die restlichen Bäume (insgesamt 60.000) werden bis zum 15.Februar gefällt sein. Die Rodungsarbeiten bezüglich der Wurzeln und Baumstümpfe sollen bis Juni andauern.

Wir waren vor Ort

Am 7.02.2010 demonstrierten wieder über 100 Bürgerinnen und Bürger am Braunschweiger Flughafen gegen die Startbahnverlängerung, für die 60.000 Bäume gefällt werden müssen. Mit dabei die Bürgerinitiative Braunschweig, Mitglieder von Robin Wood, Mitglieder der Partei Mensch Umwelt Tierschutz und viele Anwohner. Bisher wurden am Flughafen nach Aussage der Bürgerinitiative BIBS 17.000 Bäume gefällt (etwas abweichend von den Zahlen der Braunschweiger Zeitung), wobei die älteren Bäume am Rand des Waldes und die Hohlbäume bisher zum großen Teil verschont geblieben sind. Zurzeit läuft gerade eine Beweissicherung bezüglich der Hohlbäume, deren Fällung seit 1.1.2010 nicht mehr erlaubt ist.