Hubertusmessen – ein Frevel an der Schöpfung

Am 03. November jeden Jahres wird an den Heiligen Hubertus von Lüttich erinnert. Der Legende nach schwor der leidenschaftliche Jäger der Jagd ab, nachdem ihm in einer Vision ein Hirsch mit einem Kreuz im Geweih erschienen war. Er empfand dies als ein göttliches Zeichen, dass er von nun an in allen Kreaturen schützenswerte Mitgeschöpfe sehen solle.

Diese Geschichte einer radikalen Umkehr wird nicht nur von den Jägern, sondern auch von den Amtskirchen in übler Weise verfälscht. Anstatt Hubertus zum Schutzpatron der Tiere zu erklären, was allein sinnvoll wäre, missbrauchen ihn die Jäger bis heute, indem sie ihn als ihren eigenen Schutzpatron reklamieren. Die Kirchen widersprechen ihnen nicht – im Gegenteil: In ihren alljährlichen Hubertusmessen segnen Priester und Pfarrer die Jäger, ihre Waffen und – in etlichen Kirchen auch heute noch – die “Strecke” der getöteten Tiere. Dies grenzt zweifellos an Blasphemie.

Jährlich werden in Deutschland rund 5,5 Millionen Wildtiere von Jägern in Fallen gefangen, vergiftet, erschlagen und erschossen. Hierbei geht es nicht um Nahrungsmittelbeschaffung, sondern man frönt einer gewalttätigen Hobby- und Spaßjagd. Diese tierquälerischen Jagdbräuche werden auch von den Kirchen, die sich noch nie der Natur und der Tierwelt verpflichtet fühlten, gutgeheißen. Ethische und theologische Bedenken spielen dabei keine Rolle. Die Kirchen bedienen mit dem Kult rund um die Jagd eine Minderheit, die von der Mehrheit der denkenden und fühlenden Gesellschaft abgelehnt wird.

Hubertusmessen – ein unseliges, dunkles Kapitel in der Geschichte der Amtskirchen. Bei dem Heiligen Hubertus hat das Gewissen geschlagen und er wurde ein ernsthafter Christ. Wann endlich folgen Jäger und Kirchen ihm nach?

Marita Adler
Partei Mensch Umwelt Tierschutz
Bundesgeschäftsstelle, Abteilung Presse-Arbeit
Fritz-Schumacher-Weg 111, 60488 Frankfurt/Main

Schwarz-Gelb beschließt Verlängerung der AKW-Laufzeiten

Seit gestern ist es amtlich. Trotz heftiger Proteste von Opposition und Atomkraftgegnern hat der Bundestag am 28.10.2010 die Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken beschlossen. Das geänderte Atomkraftgesetz sieht vor, dass ältere Meiler um 8 Jahre und die der übrigen um 14 Jahre am Netz bleiben dürfen. Doch die Union trat nicht geschlossen an. Einige Unionsabgeordnete haben von ihrem Recht auf Gewissensfreiheit Gebrauch gemacht und das neue Energiekonzept, was die Verlängerung der Atomlaufzeiten beinhaltet, abgelehnt. Einer davon ist der CDU-Bundestagsabgeordnete Frank Heinrich, der seine Stimme aus Gewissensgründen verweigerte: “Für mich steht hier die Verlässlichkeit politischer Vereinbarungen auf dem Spiel. Wir sollten unser Wort halten. Einen Ausstieg aus der Kernkraft zu vereinbaren und diesen dann wieder zurückzunehmen, auch nur partiell, stellt die Glaubwürdigkeit insgesamt in Frage,” so Heinrich in einem Interview mit der Freien Presse. Die Opposition, die gegen das Energiekonzept von Schwarz-Gelb ankämpfte, plant nun eine Verfassungsklage.

Da die Regierungsparteien das neue Gesetz auf Grund der Mehrheitsverhältnisse im Bundesrat nicht durchsetzen können, soll nun die Laufzeitverlängerung am Bundesrat vorbei beschlossen werden.

Ein weiterer Schritt zur “Entdemokratisierung” unseres Landes…

Appellieren Sie an Bundespräsident Wulff und fordern Sie ihn auf, den verfassungswidrigen Atom-Deal nicht zu unterzeichnen!

Petition hier unterzeichnen: www.campact.de

Die Affäre Grotelüschen / Der „Schaden“ für Mensch und Tier ist weg!

Niedersachsens Agrarministerin Astrid Grotelüschen ist am 17. Dezember 2010 „freiwillig“ zurückgetreten. Seit ihrer Ernennung im April 2010 war sie immer wieder negativ in die Schlagzeilen geraten und büßte zusehends den Rückhalt in den eigenen Reihen ein. Das „Personalproblem Grotelüschen“, eine Ära des Verschweigens, Vertuschens und dokumentierter Lügen sowie die untragbare Verquickung ihres Ministeramtes mit Profitinteressen ihres Familienbetriebes hat nun ihr unrühmliches Ende gefunden. Allen Anschuldigungen begegnete Grotelüschen beratungsresistent und verstand die Vorwürfe nicht, wörtlich: „was wollen die alle von mir?“. Auch der Druck seitens der Tierrechtsbewegung spielte dabei eine große Rolle. Bei der Mahnwache vor dem Niedersächsischen Landwirtschaftsministerium am 10. November 2010 war auch unsere Partei maßgeblich beteiligt.

Grotelüschen outete sich während ihrer Amtszeit zunehmend als Schutzpatronin und Marionette der Agrarindustrie. Sie duldete und förderte Missstände und Tierquälereien in der Geflügelmasthaltung mit einem Maximum an Profit und einem Minimum an Tierschutz. Sie setzte sich – auch mit zweifelhaften Subventionsentscheidungen – vehement für einen massiven Ausbau der Massentierhaltung in Niedersachsen ein und plädierte für den Bau automatisierter Mega-Schlachthöfe sowie Hunderter neuer Mastställe zur Billigfleischerzeugung – ein Ruin für die mittelständische bäuerliche Landwirtschaft und ein katastrophaler Rückschritt für Tier- und Umweltschutz. Als Argument diente ihr dabei die „Schaffung vieler Arbeitsplätze“ für Menschen aus strukturschwachen Regionen, wohl wissend, dass letztendlich nur Billiglöhner aus Osteuropa zum Einsatz kommen.

Als frühere Einzelprokuristin bei der Fitkost GmbH in Neubrandenburg war sie von 1995 bis 2010 verantwortlich für fragwürdige Arbeitsbedingungen und Dumpinglöhne von umgerechnet 3,50 Euro realem Stundenlohn bei täglichen Regelarbeitszeiten bis zu 13 Stunden. Nach eigener Aussage hält sie 5,00 Euro Stundenlohn aber für akzeptabel. Weitere neueste Berichte über Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wegen illegaler Beschäftigung und ausbeuterischer Hungerlöhne machen die Runde.

Auch hat Grotelüschen anscheinend nicht verstanden, dass sie als Ministerin für Ernährung und Verbraucherschutz dem Gemeinwohl verpflichtet ist. Ihre Sorge galt vielmehr der zunehmenden Abkehr der Bevölkerung vom Fleischkonsum. In Interviews bezeichnete sie dies als „menschliche Schwäche“; diesem „Einstellungswandel“ müsse unbedingt begegnet werden.

Kürzliche Untersuchungen der Tierärztlichen Hochschule Hannover zur Massentierhaltung ergaben große gesundheitliche Gefahren für Menschen wegen dabei freigesetzter Keime und Feinstäube. Nun hat das Ministerium gravierende Mängel in der Massentierhaltung eingeräumt und Handlungsbedarf erkannt, wohl auch als Reaktion auf die zunehmende Sensibilisierung der Bevölkerung und wachsende gesellschaftliche Bewegung, zu der auch unsere Partei durch permanente Aufklärungsarbeit beigetragen hat. Mit der Berufung von Gert Lindemann wird wohl kaum eine Trendwende stattfinden, die in Sicht ist. Immerhin hatte er während seiner zwei Jahrzehnte langen Tätigkeit als Referatsleiter und Staatssekretär im Niedersächsischen Landwirtschaftsministerium die unsägliche Massentierhaltung mitgeprägt.

Es mutet im Übrigen merkwürdig an, dass über den spektakulären Rücktritt Grotelüschens von ihrem Ministerposten (und auch die Neubesetzung durch Lindemann) weder vom ZDF in der Heute-Sendung um 19.00 Uhr noch in der ARD-Tagesschau um 20.00 Uhr berichtet wurde. Steht zu vermuten, dass der „Schwamm-drüber“-Arm der Agrarlobby dermaßen weit reicht?

Marita Adler
Partei Mensch Umwelt Tierschutz
Bundesgeschäftsstelle, Abteilung Presse-Arbeit
Fritz-Schumacher-Weg 111, 60488 Frankfurt/Main

UN-Artenschutzkonferenz in Japan

Jedes vierte Säugetier vom Aussterben bedroht!

Am 18. Oktober 2010 wurde in Japan die UN-Artenschutzkonferenz eröffnet, die sich über einen Zeitraum von zwölf Tagen erstrecken wird. Anwesend sind Vertreter aus 200 Ländern, die im japanischen Nagoya ihre Beratungen gegen das weltweite massive Artensterben aufgenommen haben. Vielleicht ist dies die letzte Chance, um zu retten, was noch zu retten ist, denn laut Angaben der Internationalen Union für die Erhaltung der Natur stehen mittlerweile ein Viertel der Säugetiere, ein Drittel der Amphibien, jede achte Vogelart und jede fünfte Pflanzenart kurz vor dem Aussterben.

Zur Eröffnung sagte der Leiter der UN-Konvention zur Biodiversität, Ahmed Djoghlaf: “Die Zeit zu handeln ist jetzt und der Ort zu handeln ist hier”. Und der deutsche Leiter des UN-Umweltprogramms, Achim Steiner, scheute sich nicht, die Wahrheit zu sagen: “Dieses Treffen ist Teil der Bemühungen der Welt, sich einer sehr einfachen Tatsache zu stellen: Wir zerstören das Leben auf der Erde.”

Die Partei Mensch Umwelt Tierschutz begrüßt es, dass endlich Aussagen dieser Art getroffen werden, weil sie verdeutlichen, dass wir Menschen für das Artensterben verantwortlich sind. Wir sind schuld an allem, was diesem wundervollen Planeten mit all seinen Bewohnern angetan wird. Es liegt ganz allein in unserer Hand, was wir den kommenden Generationen hinterlassen werden!

Erst kürzlich in einem Filmbeitrag erklärte eine indische Tierärztin in diesem Zusammenhang: “Nicht die Tiere sind es, die in unseren Lebensraum eindringen, sondern wir Menschen sind es, die in deren Lebensraum eindringen. Wir müssen unsere Kinder lehren, die Tiere zu lieben.”

Es dürfte jedem einleuchtend sein, dass immer mehr Menschen immer mehr Platz und Ressourcen benötigen und damit immer mehr Pflanzen und Tiere zurückdrängen. 1927 lebten 2 Milliarden Menschen auf dieser Erde und bis heute ist die Zahl der Menschen auf 6,89 Milliarden Menschen angestiegen. Bis zum Jahr 2050 rechnet man mit einem weiteren Anstieg auf 9,14 Milliarden.

Ein Beispiel: Nach Angaben von BOS Deutschland fallen täglich weltweit pro Minute 35 Fußballfelder tropischer Primärwälder Kettensägen und Bulldozern zum Opfer, denn der Bedarf für den internationalen Handel mit Tropenholz und die Papierindustrie steigt ständig. Und Angaben der Vereinten Nationen zufolge werden im Jahr 2022 etwa 98% der weltweiten Regenwälder unwiederbringlich zerstört sein.

Deshalb vertritt die Partei Mensch Umwelt Tierschutz die Meinung: Nur eine weltweite, strikte Familienplanung und ein Umdenken bez. des Mensch-Natur-Verhältnisses kann das Artensterben noch aufhalten.

16. Oktober 2010: Welternährungstag

Seitens der “großen Politik” wird viel gesprochen, aber nicht gehandelt und vor allem viel verschleiert. Die tatsächliche Ursache der globalen Hungerkrise wird verschwiegen. Obwohl laut UN täglich 24 000 Menschen an den Folgen des Hungers sterben, wird der größte Teil der weltweit erzeugten Getreide- und Sojaernte als Tierfutter in den Mastanlagen – vor allem der reichen Länder der Welt – verwendet. Durch den stetig steigenden Fleischkonsum sind die “Nutztiere” zu einem Nahrungskonkurrenten für die Hungernden geworden.

Durch eine vegetarische oder vegane Ernährungsweise würden riesige Mengen an Getreide und Soja als Nahrungsmittel für den Menschen zur Verfügung stehen und das Welthungerproblem wäre gelöst. Der Schweizer Politiker Jean Ziegler (von 2000-2008 Sonderberichterstatter der UNO für das Recht auf angemessene Ernährung) erklärte vor einiger Zeit: “Ein Kind, das heute am Hunger stirbt, … wird ermordet.”

Die Partei Mensch Umwelt Tierschutz schließt sich dieser Meinung voll und ganz an.

Stefan Bernhard Eck
Partei Mensch Umwelt Tierschutz
Bundesgeschäftsstelle, Abteilung Presse-Arbeit
Fritz-Schumacher-Weg 111, 60488 Frankfurt/Main