Und noch ein Urlaub: Wulffs Deal mit der „Hannover Rück“-Gruppe

Wie zu erwarten, gibt´s schon wieder Neuigkeiten aus der Raritätensammlung der niedersächsischen Landesregierung unter ihrem ehemaligen Ministerpräsidenten Christian Wulff. Zur Abwechslung ist einmal die Versicherungsbranche im Spiel, deren Vorstandschef in einem Brief vom 18.09.2007 daran erinnerte, Wulff habe ihn „bei verschiedenen Gelegenheiten ermuntert“, sich an ihn zu wenden, „wenn Not am Mann“ sei. Und Letzteres war offensichtlich der Fall, denn bereits drei Tage später sollte im Bundesrat über Besteuerungspläne abgestimmt werden. Schon am 17.09. war Finanzminister Möllring von der „Hannover Rück“ angeschrieben und gebeten worden, er möge doch die angekündigten Steuerbelastungen für die Branche verhindern helfen. Wie in Bayern gab es offenbar auch in Niedersachsen massiven Lobby-Druck! Nach dem Motto „gewusst wie“, wurde noch nachgeschoben, auch Länderinteressen seien „massiv berührt“…

Und siehe da: Entgegen der Entscheidung des Kabinetts, sich nicht an die Seite Bayerns zu stellen, stimmte der Vertreter des Landes beim Bund so, wie es die „Hannover Rück“ gewünscht hatte – „Auf Veranlassung des Ministerpräsidenten“, so Möllring kürzlich auf Befragung.

Aber wie es sich gehört, muss man sich ja für einen solchen Liebesdienst erkenntlich erweisen. Dies geschieht am besten durch die Einladung zu einem Urlaub – wie bekannt, war es die Spezialität des Herrn Wulff, „Urlaub bei Freunden“ zu machen. Im Jahr 2008 ging´s also auf ins schöne Italien, um sich vom damaligen Aufsichtsratschef des Versicherungskonzerns verwöhnen zu lassen.

Nun darf man gespannt sein, ob es sich bei der Kungelei um einen „strafrechtlich relevanten Vorgang“ handelt, wie von der Opposition gemutmaßt. Fortsetzung der Affäre also garantiert.

Es stellt sich auch einmal mehr die Frage, ob es gerechtfertigt war, dass das Bundespräsidialamt Anfang März dieses Jahres Wulff den „Ehrensold“ von 199 000 Euro jährlich zusprach, da er aus politischen (und nicht aus privaten) Gründen zurückgetreten sei. Nun hat der Herr mit der nicht unbedingt „ehrenhaften“ Vergangenheit bis ans Lebensende ausgesorgt. Wie schön für ihn, zumal ihm auch Dienstwagen und Büro zur Verfügung stehen.

Sollten sich noch strafrechtliche Vorwürfe ergeben, wäre es wohl mehr als angebracht, den (Un-)Ehrensold erneut einer Überprüfung zu unterziehen – nicht zuletzt, um dem Gerechtigkeitsempfinden der Bürgerinnen und Bürger Genüge zu tun.

Der mitfühlende Vegetarier

Veggies sind laut Studien empathischer

Eine interessante, kürzlich veröffentlichte Studie zeigt, dass Vegetarier und Veganer mehr empathisches Empfinden sowohl für menschliches als auch tierliches Leiden aufweisen als Omnivore. (Artikel hier lesen)

Quelle: VEBU / Newsletter vom 22.07.2012

Anmerkung der Redaktion: Mit der Antwort „Es gibt wichtigere Probleme, als sich um Tiere Sorgen zu machen“ oder „Die Menschen kommen zuerst“ wurden sicherlich schon viele Tierschützer/Tierrechtler konfrontiert. Die weit verbreitete Vorstellung, dass sich Tierschützer/Tierrechtler nur um Tiere kümmern, grassiert leider noch in vielen Köpfen. Beide Einwände sind nicht haltbar, weil:

1. Wer sich nicht der Mühe unterzieht, die wirkliche Situation der Tiere, d. h. die diesbezüglich relevanten Fakten kennenzulernen, der kann überhaupt nicht beurteilen, ob es sich hier um weniger wichtige Probleme als bei Menschen handelt. (Singer)

2. Wenn man sich diejenigen Menschen näher ansieht, die auf der größeren Wichtigkeit der menschlichen Probleme beharren, so stellt man fest, dass diese Argumentation offenkundig nur als Ausrede und Entschuldigung dafür herhalten muss, weder für Menschen noch für Tiere etwas zu tun. (Singer)

3. Im gesamten Bereich gemeinnütziger Tätigkeiten ist die Aufgabenverteilung sinnvoll und selbstverständlich. So wird etwa niemand einer Museumsgesellschaft den Vorwurf machen, sich nur um alte Kunst und nicht auch um alte Menschen zu kümmern. (Gotthard M. Teutsch)

Deshalb ist es nicht nur legitim, sondern sogar absolut notwendig, dass es Menschen gibt, die sich besonders um die Probleme in Bezug auf die Tiere kümmern und hier Informations- und Aufklärungsarbeit leisen.

Jemanden zu kritisieren, der sich „nur“ in einem Bereich engagiert, ist unsinnig, unmenschlich und unmoralisch. Erklären müssen sich nicht die, die etwas tun, sondern die, die nichts tun! Jeder der etwas tut, sei es für Menschen, Tiere oder Umwelt, verdient Respekt und Anerkennung, denn Ethik ist unteilbar.

Buchvorstellung – “Du sollst nicht töten! – Plädoyer für eine gewaltfreie Ernährung”

Die 2. überarbeitete Auflage des Ernährungsbuches “Du sollst nicht töten! – Plädoyer für eine gewaltfreie Ernährung” ab sofort erhältlich in allen Buchhandlungen in Österreich, Deutschland und der Schweiz. (Infos zum Inhalt, zur Bestellung und Meinungen zum Buch hier)

Bundestag billigt Milliardenhilfe für marode spanische Banken

Egal, wir haben es ja…

Am 19. Juli 2012 entschied der Deutsche Bundestag mit Stimmen der Opposition – Schwarz-Gelb verfehlte erneut die symbolische wichtige Kanzlermehrheit – in einer Sondersitzung, den maroden spanischen Banken über den EFSF (vorläufiger Euro-Rettungsfonds) Kredite in Höhe von bis zu 100 Milliarden Euro zukommen zu lassen.

Die Abgeordneten mussten deshalb ihre Sommerferien unterbrechen; die Rückreise der rund 500 Abgeordneten darf natürlich der deutsche Steuerzahler bezahlen. Aber dies dürfte angesichts der Summe von 30 Milliarden, für die Deutschland haftet, nur ein Klacks sein.

Aber egal, wir haben es ja…

Ein Lichtblick: Die Linken lehnten die Bankenhilfe geschlossen ab!

TV-Tipp – Juli 2012

Donnerstag, den 19.07.2012 / 15.00 – 16.00 Uhr / WDR / Planet Wissen: “Glückliche Schweine – Von Ringelschwänzen, Sensibelchen und alten Rassen”

Schweine sind uns seit 9000 Jahren gute Gefährten. Sie sind intelligente und freundliche Tiere. Doch ihr Leben in menschlicher Obhut ist oft erbärmlich und ganz und gar nicht schweinegerecht. Planet Wissen zeigt, wie ein glückliches Schweineleben aussieht. (Hier zur TV-Vorschau)

Freitag, den 20.07.2012 / 15.00 – 16.00 Uhr / WDR / Planet Wissen: “Die Kuh – Heiligtum und Milchmaschine”

Die Kuh gilt in vielen Mythologien als Ursprung des Lebens. In Indien sind Kühe heute noch heilige Geschöpfe. Dieselbe Kuh, die in vielen Kulturen verehrt wird, steht heute in vielen Fällen das ganze Jahr über im Stall, frisst Kraftfutter und wird davon krank. Sie ist inzwischen reduziert auf effektive Fleisch- und Milchproduktion. Da haben alte Landrassen in der Rinderzucht schlechte Karten. (Hier zur TV-Vorschau)

Montag, den 23.07.2012 / 22:00 Uhr / NDR: Zoff an der Zapfsäule

Immer wieder das Gleiche: steigende Benzinpreise, wütende Verbraucher, Politiker unter Druck. Die Mineralölkonzerne weisen die Schuld von sich. Doch was ist die Ursache? Wie entsteht der Benzinpreis? Und vor allem: Wer macht das große Geschäft an der Zapfsäule? (Hier zur Vorschau)

Hunde vor Einschläferung

Der letzte Blick

Aus ihren Blicken spricht Mut, Stolz, Gelassenheit, Zuneigung: Ein Künstler aus Taiwan fotografiert Hunde kurz vor der Einschläferung in einem staatlichen Tierheim. Die Fotos sollen auf das Leid der Tiere aufmerksam machen – und zeigen, wie wenig deren Leben manchen Besitzern gilt. Tou: “Ich glaube, dass etwas nicht gesagt, sondern gefühlt werden sollte.”(Artikel hier weiterlesen + Fotografien des Künstlers ansehen)

ESM liegt durch Karlsruher Richter vorerst auf Eis

Als Zeitrahmen wurden drei Monate genannt!

Rund 20.000 Beschwerdeführer/innen sehen mit dem ESM unkalkulierbare finanzielle Risiken auf Deutschland zukommen und befürchten, dass das Haushaltsrecht des Bundestags ausgehöhlt wird, der mit 2/3-Mehrheit den Rettungsschirm kürzlich beschlossen hatte. Bundespräsident Joachim Gauck hat die Gesetze zum Rettungsschirm ESM und zum europäischen Fiskalpakt bisher nicht unterschrieben, da er die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts abwarten will.

Nach der gestrigen Sitzung des Bundesverfassungsgerichts steht fest, dass es sich mehr Zeit nehmen will, um über den ESM zu entscheiden, denn die Richterinnen und Richter befürchten, dass mit einem schnellen Urteil im Eilverfahren, das nur formal begründet würde, ein falsches Signal gegeben wird.

Auf beiden Seiten geht nun die Angst um: Wenn die Richter den ESM stoppen oder das Urteil zu sehr auf die lange Bank schieben, wäre das ein gravierender Schock für den Euro-Raum und die Finanzmärkte.

Andererseits will das Bundesverfassungsgericht keine vorschnelle Entscheidung treffen, da es doch um die Grundlagen der deutschen Staatlichkeit geht.

Die Frage steht im Raum: Wie lange hält der Euro noch durch, denn der Infarkt hat bereits begonnen. Ob der Patient genesen wird, steht in den Sternen…

Millionen Zugvögel werden das Opfer grausamer Vogelfänger

Hannes Jaenicke unterstützt die Stiftung Pro Artenvielfalt gegen Vogelmord

Der im vergangenen Jahr erfolgreich in Kinos, bei n-tv und RTL gelaufene Spot der Bielefelder Stiftung Pro Artenvielfalt bekommt einen Nachfolger. Der international bekannte Schauspieler Hannes Jaenicke unterstützt als aktiver Umweltschützer zum zweiten Mal die Kampagne “STOP dem Vogelmord“. Der neue, emotional tief gehende, 60-Sekunden-Film, den es in deutscher und englischer Sprache gibt, ist ab sofort auf YouTube zu sehen: (Hier Film ansehen)

Inhalt des Spots: Auf ihrem Rückflug aus den afrikanischen Winterquartieren geraten Zugvögel auf Zypern jedes Jahr in zigtausende verbotene Fallen und sterben jämmerlich an Leimruten und in Fangnetzen. Die Handlung: Eine Familie bei einer Urlaubswanderung auf Zypern. Der Vater, Hannes Jaenicke, und seine drei Kinder entdecken ein singendes Rotkehlchen und kurz danach Leimruten mit toten Singvögeln.

Allein auf Zypern werden jedes Jahr rund 1,2 Millionen Zugvögel illegal getötet. “Jede siebte Vogelart ist bei uns vom Aussterben bedroht, die Tendenz ist steigend“, betont Jaenicke. Die Stiftung Pro youtube Artenvielfalt arbeitet eng mit anderen Vogelschutzorganisationen wie dem Komitee gegen den Vogelmord, Friends of the Earth Cyprus sowie BirdLife Malta zusammen, um die nach EU-Recht seit 30 Jahren illegalen Fangmethoden der Vogelfänger zu unterbinden und publik zu machen.

Öffentlichkeitswirksame Aufklärung ist eine wesentliche Voraussetzung für den Erfolg der internationalen Vogelschutz-Kampagne gegen die gut organisierten Vogelfänger, die in Südeuropa hunderttausende streng verbotene Schlingfallen, Leimruten, Fangnetze, und elektronische Lockgeräte aufstellen, und damit Millionen Singvögel fangen. Die Arbeit der ehrenamtlichen Vogelschützer ist gefährlich, denn die Vogelfänger wollen sich ihr lukratives Geschäft (auf Zypern geschätzte 15 Millionen Euro pro Jahr) nicht verderben lassen. Doch die aktive Zusammenarbeit der Vogelschützer mit der Polizei im gemeinsamen Einsatz gegen die Wilderer kommt immer besser voran.