33. Bundesparteitag / 08.November 2014 in Kassel

„Für Tiere und Menschlichkeit“

Rund 100 Parteimitglieder und Gäste hatten sich am 08.11.2014 in Kassel im Philipp-Scheidemann-Haus versammelt, um gemeinsam den 33. Bundesparteitag zu gestalten.

In einem kurzen außerordentlichen Rechenschaftsbericht konnte – neben zahlreichen Parteiaktivitäten – auch über eine erfreulich positive Mitgliederentwicklung berichtet werden.

Als herausragender Erfolg der vergangenen Monate kann sicher der Einzug des Parteivorsitzenden Stefan Bernhard Eck in das Europäische Parlament gewertet werden. Dank des großen Engagements vieler Parteimitglieder in der Wahlkampfphase und des unermüdlichen Einsatzes von Stefan Eck in Brüssel, ist es nicht nur erstmalig gelungen, den Begriff „Tierrechte“ auf dieser politischen Ebene einzuführen, sondern – gemeinsam mit der niederländischen EU-Abgeordneten Anja Hazekamp (Partij voor de Dieren) – mehr und mehr Abgeordnete dafür zu sensibilisieren und erste konkrete Erfolge zu verbuchen. Stefan Eck ist in zahlreichen Ausschüssen vertreten und kann so, innerhalb und außerhalb seiner Fraktion der GUE/NGL (Konföderale Fraktion der Vereinten Europäischen Linken / Nordisch Grüne Linke), für eine ganzheitliche, progressive Politik eintreten.

Eine Aufgabe des Bundesparteitages bestand darin, Nachwahlen hinsichtlich der frei gewordenen bzw. vakanten Bundesvorstandspositionen durchzuführen. Für die Positionen der Beisitzer gab es eine Vielzahl von Kandidatinnen und Kandidaten.

Wir gratulieren den folgenden Gewählten:

Stellv. Generalsekretär: Matthias Ebner (vorher Beisitzer)
Stellv. Schatzmeister: Helmut Spohr (vorher Beisitzer)
Schriftführer: Alexander Molitor (neu)
Stellv. Schriftführer: Thomas Schwarz (neu)
Beisitzerin: Coryn Weber-Castoldi (neu)
Beisitzer: Michael Roth (neu)

Ein wichtiger Tagesordnungspunkt war die Behandlung und Verabschiedung von Anträgen.

Aus zeitlichen Gründen wurden einige der zahlreichen Anträge, die nicht der unmittelbaren Verabschiedung bedurften, vertagt.

Beschlossen wurde

– die Gründung der Bundesarbeitskreise „Gesundheits- und Sozialwesen“ sowie „Lesbisch-Schwul-Bi-Transgender-Transsexuell-Intersexuell-Queer (LSBTTIQ)“ sowie

– die Umwandlung der BAG Rechtsextremismus in einen Bundesarbeitskreis gegen „Rechts“

– die Aufnahme der Themen „Menschen mit Behinderung“, „Adoption“, „Asylpolitik“ und „LSBTTIQ“ in das Grundsatzprogramm.

– die Ablehnung des Antrags, einer Legalisierung von Cannabis nicht zuzustimmen.

Die Anwesenden des 33. Bundesparteitages konnten sich über einen ganz besonderen Gastbeitrag freuen: Der bekannte Aktivist und Autor Jörg Bergstedt hielt einen spannenden und interessanten Vortrag über den außerordentlich erfolgreichen Widerstand gegen die Einführung genveränderter Pflanzen; so existiert seit 2012 in Deutschland kein einziges Feld mehr, das diesbezüglich genutzt wird.

„Gene, Gelder, Gegenwehr – Vom Aufstieg und Fall der Agrotechnik in Deutschland“ bot anregende Einblicke in Aktionen und Strategien, die für die Tierrechtsbewegung wie auch die Parteiarbeit wichtige Gedankenanstöße liefern können.

„Für Tiere und Menschlichkeit – für eine friedliche Revolution, auch in den Köpfen“ – der Gedanke der Eröffnungsrede Stefan Ecks möge Wegweiser für die weitere gemeinsame Arbeit sein.

Der Peter Singer-Preis

Am Nachmittag des 33. Bundesparteitags stellte Dr. Walter Neussel, ein langjähriges Mitglied unserer Partei, seine Idee der Vergabe eines „Peter Singer-Preises“ durch die Partei Mensch Umwelt Tierschutz vor. Er erklärte, dass er vorhabe, diesen mit 10 000 Euro dotierten Preis aus seinem persönlichen Vermögen jährlich zu stiften. Mit dem „Peter Singer-Preis“ sollten Personen geehrt werden, die maßgeblich zur Tierleid-Minderung beigetragen haben. Durch die jährliche, in feierlicher Atmosphäre stattfindende Verleihung des Preises, verbunden mit der Übergabe einer Medaille, käme die Partei Mensch Umwelt Tierschutz in den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit.

So sehr die Idee einer Preisverleihung im Plenum Anklang fand, so sehr wurde die Namensgebung des Preises zunächst sehr kontrovers diskutiert und schließlich durch eine herbeigeführte Abstimmung durch die Mehrheit der anwesenden Parteimitglieder abgelehnt, weil einige ethische Positionen Singers in Widerspruch zu unserem Grundsatzprogramm stehen.

19.11.2014 / Bericht aus Florenz

GUE/NGL-Studientage in Florenz (Italien) vom 18. bis 20.11.2014

Die vergangene Woche in Florenz umfasste ein volles Programm.

Am Dienstag, den 18.11.2014, wurde der “GUE/NGL-Kongress” von der Fraktionsvorsitzenden Gabi Zimmer und MEP Eleonora Forenza (L’ Altra Europa con Tsirpras) eröffnet.

Man sprach mit geladenen Gästen am ersten Tag ausführlich über die europäische Austeritäts-Politik und die grassierende Jugendarbeitslosigkeit in den südlichen Peripherie-Ländern.

Am späteren Nachmittag stand das Thema “Neue Herausforderungen für die Kultur” und “Ist das europäische Kulturerbe in Gefahr? Die Auswirkungen der Haushaltskürzungen für Kulturgüter” auf dem Programmplan. Hier meldete sich MEP Stefan Bernhard Eck zu Wort und verwies auf die Zusammenhänge der Kultur und den Umgang mit den “Mitlebewesen” – den Tieren – und den einhergehenden Speziesismus. Zwischendurch wurden intensive Gespräche mit Kolleginnen und Kollegen der Fraktion und den geladenen Gästen geführt.

Am Abend des gleichen Tages lud die GUE/NGL zu einem gemeinsamen Essen ein. Obwohl von schätzungsweise 100 Personen nur 3 Veganer/innen waren, wurde dem in der Fraktion für die anstehende Legislaturperiode aufgegriffenen Tierschutz/rechtsgedanken Rechnung getragen; über 80% der angebotenen Speisen waren vegan.

Am Mittwoch, den 19.11.2014, stand als Schwerpunktthema “Migrations- und Asylpolitik: Von der Grenzüberwachung und den Rechtsansatz für Migranten und Asylbewerber” auf dem Programmplan.

Den Beginn machte die EU-Abgeordnete Cornelia Ernst (Partei Die Linke), in dem sie ausführlich auf Frontex und die Europäische Migrations- und Asylpolitik einging. Neben zahlreichen Redebeiträgen sprach die Anti-Rassismus Aktivistin und Autorin Annamaria Rivera und auch Stefan B. Eck meldete sich zu Wort (siehe Beitrag zuvor).

Anschließend wurde das Unterthema “Internationale Instabilität” angeführt.

Am Nachmittag des gleichen Tages sprach man ausführlich über das Thema “Gegen TTIP und für andere Ideen des Handels”. Helmut Scholz (Die Linke) führte diesen Programmpunkt ein.

Abends lud die italienische Partei L’ Altra Europa con Tsirpras zu einer Gesprächsrunde und einem Konzert einer italienischen Band.

Abschließend ist zu sagen, dass man die GUE/NGL- Studientage als äußerst informativ und lehrreich bezeichnen kann.

Zusammenkunft der „Animal Politics Foundation“ am 07. – 09.11.2014 in Belgrad

Insgesamt trafen sich 31 Teilnehmer aus den Niederlanden, Spanien, Portugal, England, der Türkei, Zypern, Australien, Schweden, Frankreich, Serbien sowie Martin Buschmann aus Deutschland. Da der Termin am gleichen Wochenende wie der 33. Bundesparteitag stattfand, wurde Martin Buschmann (Mitglied im Parteivorstand sowie 2. Vorsitzender im LV Hamburg) im Vorwege als Delegierter für diesen Termin gewählt. Die Tierschutzparteien haben sich alle vorgestellt und in Workshops wurden gemeinsam diverse Lösungsmöglichkeiten erarbeitet, wie man die Menschen erfolgreich auf Tierschutzthemen aufmerksam machen kann. Die Gespräche und gemeinsamen Erlebnisse während einer Stadtrundfahrt in Belgrad sowie das gemeinsame Abendessen haben uns alle sehr verbunden und versprechen eine fruchtbare Zusammenarbeit in der Zukunft.

11.11.2014 / Kurzmeldung aus Brüssel

Erste offizielle Ansprache des neuen Kommissars für Energie und Klimapolitik, Miguel Arias Cañete

Der EU-Abgeordnete Stefan Bernhard Eck nahm an der heutigen Sitzung des Umweltausschusses teil.

Im ersten Teil der Sitzung stand eine umfangreiche Abstimmung bezüglich der wissenschaftlichen Prüfung von Lebensmitteln und der Abstimmung zur Beschränkung oder Untersagung des Anbaus von gentechnisch veränderten Pflanzen auf dem Hoheitsgebiet der Mitgliedsstaaten auf der Agenda.

Im zweiten Teil der Sitzung hielt der Kommissar für Klima und Energiepolitik, Miguel Arias Cañete, seine erste öffentliche Ansprache und stand im Anschluss den Mitgliedern des Ausschusses Rede und Antwort über die derzeitige und zukünftige Klimapolitik. Leider beschränkten sich die Maßnahmen gegen einen weiteren Klimaanstieg in erster Linie auf den Energieproduktionssektor und auf die Verbesserungen der Energieeffizienz.

Der Agrarsektor – insbesondere die dramatisch angestiegene Fleischproduktion, die für beträchtliche CO2-Emissionen verantwortlich ist – wurde nicht einmal erwähnt!

Der EU-Abgeordnete Stefan B. Eck wird mit einem öffentlichen Brief an Kommissar Cañete reagieren, um auf die Möglichkeit der Emissionsverminderung über die Fleischproduktion hinzuweisen.

04.11.2014 / Kurzmeldung aus Brüssel

Gespräch mit Vertretern der „World Animal Protection“

Am 04.11.2014 stand für den EU-Abgeordneten Stefan Bernhard Eck ein intensives Gespräch in seinem Büro mit Ruud Tombrock (Director Europe) und Tania Valerie Raguz (Public Policy Advisor) von der NGO „World Animal Protection“ (WSPA) auf der Agenda.

Im Mittelpunkt dieses Gespräches stand das Thema Rumänische Straßenhunde und eine geplante Konferenz hierzu in Bukarest Anfang Januar 2015.

Daneben wurden auch weitere Projekte im Bereich Tierschutz besprochen, um eventuelle Synergieeffekte zu ermöglichen: das Verbot von Tierversuchen für Haushaltsprodukte und deutliche Verbesserungen in der „Nutztierhaltung“.

1. November “Weltvegantag”

Landesverband Sachsen in Aktion

Die Aktion des Landesverbandes Sachsen war am Weltvegantag in der Dresdner Fußgängerzone ein voller Erfolg. Viele Passanten waren neugierig und es konnten sehr gute Gespräche geführt werden. Die zahlreichen veganen Leckereien waren schon nach kurzer Zeit “verputzt”.

Der LV Sachsen freut sich über jeden weiteren aktiven Mitstreiter.

Fotoimpressionen Veggie-World Düsseldorf 2014

Vom 25. bis 26.10.2014 fand die Veggie-World-Messe in Düsseldorf statt. Hier ein paar Schnappschüsse von dem anstrengenden, aber erfolgreichen Wochenende auf dem etliche neue Parteimitglieder geworben wurden.

ZDF / Sonntag, 02.11.2014, 14:45 – 15:10 / Doku: Vorsicht Pelz

“planet e.”-Filmautor Manfred Karremann ist für seine entlarvende Dokumentation auf Märkten und Farmen in Nordchina und in den Gerbereien von Bangladesch unterwegs. Was er entdeckt, ist erschütternd. Tierhäute für die Lederproduktion werden massiv mit Chemikalien behandelt. Das belastet die Arbeiter, die Umwelt und die Produkte. Was wir dann im Laden kaufen, bringt oftmals das Gift direkt auf unsere Haut.

Die Zuchttiere haben ein kurzes und qualvolles Leben. Für die Pelzapplikationen werden vor allem Marderhunde gehalten, rund zehn Millionen sind es in China. (hier zur Sendung)

NDR / 22:00 Uhr / Vorschau auf die kommenden Wochen

3. November: 45 Min – Zeitbombe Zucker
Süß und verführerisch – vielleicht auch gefährlich: Mehr als 34 Kilogramm Zucker nehmen wir jährlich zu uns. Welche Folgen hat das? Macht Zucker süchtig oder gar krank?

10. November: 45 Min – Die Wahrheit über Pelz
Kein Tabu mehr: Heute ist Fell wieder angesagt. Oft denken die Kunden, was sie an der Jacke tragen, sei Kunstfell oder nur ein Abfallprodukt. Aber das ist falsch. Es geht zudem um viel mehr als nur den Tierschutz: nämlich um Verbraucherschutz, Arbeitsschutz und, nicht zuletzt, auch um die Gesundheit.

17. November: 45 Min – Kinderleben mit Behinderung
Die meisten nichtbehinderten Menschen haben eine große Scheu gegenüber Kindern mit Behinderung. Für die behinderten Kinder und ihre Familien bedeutet das oft auch Isolation. Wie gestalten sie ihren Alltag und wie meistern sie dessen Herausforderungen?

23.10.2014 / Bericht aus Straßburg

“Kampf” um Rumäniens Straßenhunde geht erfolgreich weiter!

Bruessel52Am 23. Oktober 2014 wurde die zweite Phase zur Rettung der Streunerhunde Rumäniens in die Wege geleitet.

Auf der Sitzung der Intergruppe für den Schutz und das Wohlergehen der Tiere (Intergroup for Animal Welfare and Conversation) hielt Abgeordneter Stefan Bernhard Eck ein eindringliches Plädoyer – nachdem er den anwesenden Parlamentarier/innen über seine Rumänienreise vor rund 4 Wochen und den dort gewonnenen Erkenntnissen berichtet hatte. Er bat die Mitglieder der Intergroup geschlossen eine Protestnote (ähnlich dem Letter of Protest der Fraktion der Europäischen Linken GUE/NGL)  an die rumänische Regierung und die verantwortlichen Behörden zu senden.

 

 

Bruessel53Danach schilderte die aus Rumänien angereiste Andrea Agapi den Anwesenden, welchen Repressalien sie und ihre 10 Jährige Tochter Sophia seitens der ASPA und der rumänischen Polizei ausgesetzt seien, seit sich ihr traumatisiertes Kind aktiv für die Streunerhunde Rumäniens einsetze.

Abschließend vereinbarten Janusz Wojciechowski (Präsident der Intergroup) und Stefan Bernhard Eck (einer der Vizepräsidenten der Intergroup), in Kürze eine Protestnote zu verfassen, den mittlerweile ca. 60 Parlamentariern, die der Intergruppe angehören, zur Unterschrift vorzulegen und danach der rumänischen Regierung und den verantwortlichen Behörden zu übersenden.

Dadurch folgt dem Vorstoß der Fraktion GUE/NGL eine zweite große Gruppe EU-Abgeordneter und wird gegen die fortdauernden Massaker an den Straßenhunden Rumäniens offiziell Kritik zu üben.

Der Präsident der Intergroup kündigte zum Schluss des Treffens an, schon bald eine Konferenz zum Thema Streunerhunde einzuberufen. Es wurde auch in diesem Zusammenhang eine Anfrage an den Rechnungshof der Europäischen Union bezüglich der korrekten Verwendung der EU-Mittel in Erwägung gezogen.

Durch die heutige Übereinkunft der Intergroup for Animal Welfare and Conversation ist ein weiterer Teilerfolg zur Beendigung der Gräueltaten an Rumäniens Hunden zu verzeichnen.

Der Abgeordnete Stefan Eck gab Frau Agapi eine persönliche Botschaft mit auf den Heimweg, die sie an Rumäniens Tierschützerinnen und Tierschützern weitergeben soll: “Ich werde bald wieder in Bukarest sein, um mit Euch um das Leben der Straßenhunde zu kämpfen.”

22.10.2014 / Newsflash aus Straßburg

Historische Wende – Europaparlament gegen Stierkampf!

Das europäische Parlament stimmte heute über die “Anti-Stierkampfanträge” des Abgeordneten Bas Eickhout (Niederländische Grüne Linke) und der Europäischen Grünen ab.

In einer Resolution sprachen sich 341 Abgeordnete dafür aus, dass weder Mittel der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) noch sonstige Haushaltsmittel für die Finanzierung tödlich endender Stierkämpfe verwendet werden sollten. Das Parlament war sich mehrheitlich einig, dass eine solche Finanzierung einen klaren Verstoß gegen das Europäische Übereinkommen zum Schutz von Tieren in landwirtschaftlichen Tierhaltungen (Richtlinie 98/58/EG des Rates) darstelle. Dagegen stimmten 291 Abgeordnete.

Der Antrag zur Änderung des Haushaltsplanes 2015 bezüglich der Streichung von Agrarsubventionen für Kampfstier-Zuchtbetriebe scheiterte jedoch an einer hauchdünnen Mehrheit der unbelehrbaren Stierkampfbefürworter. Wie zu erwarten war, stimmten vor allem die Vertreter der EPP (Europäische Volksparteien) und der S&D (Fraktion der progressiven Allianz der Sozialdemokraten) gegen den Antrag.

Bei der Verabschiedung des nächsten Haushaltes ist somit zu rechnen, dass es keine Agrarsubventionen für Kampfstier-Züchter mehr geben wird.

Nach der Abstimmung gratulierte der Abgeordnete Stefan Eck seinem niederländischem Kollegen Eickhout für den erfolgreichen Vorstoß gegen den tierquälerischen Stierkampf.