Fordert Frau Klöckner auf, Tiertransporte in Tierschutz-Hochrisikostaaten gesetzlich zu verbieten

Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast hat einen für Ende Mai geplanten Transport von 528 tragenden Kühen aus dem Emsland nach Marokko per Erlass gestoppt. In dem Erlass begründet das Ministerium das Abfertigungsverbot mit vermuteten tierschutzrechtlichen Verstößen (https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/osnabrueck_emsland/Otte-Kinast-untersagt-erneut-Tiertransport-nach-Marokko,tiertransport172.html)

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Stellungnahme der DJGT zu der Entscheidung des VG Oldenburg vom 10. Mai 2021

Dieser großartigen und durchweg sehr gut begründeten Stellungnahme ist zu entnehmen, dass der Landkreis Aurich entweder nicht kann oder nicht will. Die Transportplanung wurde als plausibel hingenommen und eine Verbotsverfügung wurde gar nicht ausgesprochen.

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Verwaltungsgericht Oldenburg: Landkreis Aurich muss Transport der 270 tragenden „Zuchtrinder“ abfertigen

Das Verwaltungsgericht Oldenburg hat entschieden, dass der Landkreis Aurich den Transport der 270 tragenden „Zuchtrinder“ abfertigen muss. Wir sind gespannt auf die Begründung. Es ist nicht gerade unwahrscheinlich, dass der Landkreis Aurich –mal wieder- die Plausibilitätsprüfung nicht ordnungsgemäß durchgeführt und lapidar auf den Erlass des Nds. Landwirtschaftsministerium verwiesen hat.

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Tiertransporte in Drittstaaten

Ein Kommentar von unserem Mitglied Diedrich Kleen zu einem Bericht in der OZ

Massive Bedrohungen und Beleidigungen gegenüber den Mitarbeitern des Auricher Veterinäramtes sind ein absolutes „no go“ und lindern in keinster Weise das Leid der Tiere!

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Am 01.05.2021 vor der Sammelstelle in Aurich-Schirum

Unser Direktkandidat für die Bundestagswahl im Wahlkreis Nr. 24 „Aurich – Emden“ Diedrich Kleen zusammen mit Nicole und Simone vor der Sammelstelle des Vereins ostfriesischer Stammviehzüchter in Aurich. Hinter meterhohen Zäunen große, nicht einsehbare Hallen.

Die Luftschlitze sind ganz oben angebracht. Eine aufgeräumte, leere Fläche. Fast steril. In diesen Hallen stehen die Tiere, die auf ihren Weitertransport warten. Sie sind nicht zu sehen, nicht zu hören.

Auf der Seite der VOST ist folgendes zu lesen:

“Seit Oktober 2011 werden vom Vermarktungsstandort Aurich-Schirum Rinder in das EU-Ausland und Drittländer exportiert. Schwerpunkt der täglichen Arbeit ist folglich die Exportvermarktung, die komplett über den Standort in Aurich abgewickelt wird.

Tragende Rinder und abgekalbte Färsen werden im Stall in Aurich zusammengezogen und für die Verladung vorbereitet. Nach Vorliegen aller erforderlichen Dokumente und Einhaltung aller rechtlichen Vorgaben des zuständigen Veterinäramts vom Landkreis Aurich werden die Tiere abgefertigt und auf die Reise geschickt.

Größte Abnehmerländer unter den EU-Nachbarn sind Spanien, Portugal und Italien. Für Exporte in Drittländer sind in der Regel drei- bis vierwöchige Quarantänen erforderlich. Anschließend werden die meist niedertragenden Rinder per LKW, Schiff oder Flugzeug zu ihrem neuen Besitzer transportiert.”

Simone Oppermann

Mahnwache gegen Tiertransporte in Hannover am 30.04.2021

Im Rahmen einer Mahnwache gegen Tiertransporte am 30.04.2021 nahm die Nds. Landwirtschaftsministerin Frau Barbara Otte-Kinast unsere Anregung, Kriterien für die Definition des Begriffs „Zuchttier“ zu erarbeiten, gerne auf. Die vor Ort ebenfalls anwesende Tierärztin Frau Dr. Claudia Preuß-Ueberschär (Tierärzte für verantwortbare Landwirtschaft) wurde zu diesem Zweck von der Ministerin spontan zu einem Arbeitstreffen geladen.

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Mahnwache gegen Tiertransporte in Hannover – Live vor Ort

Vor dem Niedersächsischen Landtag am 30.April 2021
Podcast des LV-Niedersachsen
Friedlich und unter Einhaltung der Abstands- und Hygienevorschriften haben wir erneut auf das Schicksal der Tiere, die auf Langstreckentransporten leiden, aufmerksam gemacht. Lange Zeit wurde der Eindruck erweckt, dass auch Niedersachsen keine Tiertransporte mehr in Tierschutz-Hochrisikostaaten* abfertigt. Vergangenes Jahr untersagte Niedersachsen sogar die Abfertigung von Tiertransporten in Nicht-EU-Länder. Auch wenn ein entsprechender Erlass in erster Instanz aufgehoben wurde, konnte doch darauf gehofft werden, dass durch den anschließend vom Landwirtschaftsministerium verfügten Genehmigungsvorbehalt faktisch nicht mehr abgefertigt wird.
Nun sind vergangenen Freitag 32 tragende Rinder aus Bayern in Aurich angekommen, um von dort die Reise nach Marokko anzutreten.
 
Wir appellieren an die Verantwortlichen, diesen Transport nicht abzufertigen und auch künftig auf die Abfertigung von Rindertransporten in Tierschutz-Hochrisikostaaten zu verzichten. Damit würden sie nicht nur den politischen Willen umsetzen, sondern auch die gesellschaftlichen Erwartungen erfüllen.
Vorschläge – Kritik – Anregungen
Kontakt: Michael-Sehlmeyer@tierschutzpartei.de
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Tierversuche Hilfe oder Hindernis?

Beitrag zum Internationalen Tag des Versuchstiers am 24.04.2021
Fragt man jemanden wie sie/er zu Tierversuchen steht ist die Antwort in den meisten Fällen in etwa: “Sie sind ein notwendiges Übel. Es ist schlimm, was mit den Tieren gemacht wird, aber die Gesundheit des Menschen geht vor“.
Wir werden in diesem Artikel nicht auf die moralischen Fragen zu Tierversuchen eingehen und auch nicht die Situation der Tiere beleuchten. An dieser Stelle möchten wir nur kurz aus dem Tierschutzgesetz §7 Abschnitt 2 Zitieren:
„Tierversuche im Sinne dieses Gesetzes sind Eingriffe oder Behandlungen zu Versuchszwecken
1. an Tieren, wenn sie mit Schmerzen, Leiden oder Schäden für diese Tiere verbunden sein können,
2. an Tieren, die dazu führen können, dass Tiere geboren werden oder schlüpfen, die Schmerzen, Leiden oder Schäden erleiden, oder
3. am Erbgut von Tieren, wenn sie mit Schmerzen, Leiden oder Schäden für die erbgutveränderten Tiere oder deren Trägertiere verbunden sein können.
…“
Hier geht es um die Frage: „Nutzen Tierversuche der Gesundheit des Menschen oder sind sie vielmehr ein Hindernis?
Tierversuche sind eine Sackgasse.
Die teilweise recht hohe genetische Übereinstimmung (Schimpanse: über 96 %, Maus: 85 %) repräsentieren nicht die Übertragbarkeit (96 % Übereinstimmung heißt nicht, dass der Mensch auf 96 % aller Substanzen gleich reagiert.)
Bei einer Untersuchung eines britischen Forscherteams stellte sich heraus, dass von Substanzen, die erwiesenermaßen zu Missbildungen bei ungeborenen Kindern führen, die Hälfte in Tierversuchen als unbedenklich eingestuft wurden (Contergan eingeschlossen). Auf der anderen Seite fallen ebenso viele Stoffe, die für den Menschen unbedenklich sind, bei den Tierversuchen durch.
(1) Laut einer weiteren Studie lassen sich nur 43 % der Nebenwirkungen von Substanzen mit Versuchen an Mäusen und Ratten vorhersagen.
(2)Ein Münzwurf bei dem Kopf für „Ja diese Nebenwirkung tritt auf“ und Zahl für „Nein diese Nebenwirkung tritt nicht auf“ steht hätte eine höhere Genauigkeit oder anders gesagt, nach dem Versuch wissen wir weniger als davor.
Die U.S. Food and Drug Administration (FDA) gibt an, dass 92 % aller an Tieren erfolgreich getesteten Medikamente bei Studien an Menschen durchfallen. (3)
Diese Unterschiede werden auch in Zukunft nicht verschwinden, denn eine Ratte bleibt eine Ratte, ein Schimpanse ein Schimpanse und ein Mensch ein Mensch. Diese „Genauigkeit“ ist das Beste, was Tierversuche bieten können.
Das Problem:
Bis ein Medikament entwickelt und zugelassen wird, dauert es in der Regel mehr als 13 Jahre. Zeit die nicht jeder Patient hat. Falsche Informationen aus Tierversuchen führen

Forscher immer wieder auf Irrwege und kosten so noch mehr Zeit und Geld.

Tragischer wird die Sache nur noch wenn man sich die Frage stellt: „Wenn 92 % der Medikamente an Tieren fälschlicherweise positiv getestet wurden, wie viele Medikamente wurden dann fälschlicherweise negativ getestet ? Haben wir vielleicht schon ein wirksames Mittel gegen Alzheimer, Krebs oder HIV gefunden, das nur verworfen wurde, weil Mäuse oder Affen es nicht vertragen?“. Eine berechtigte Frage wie folgende Beispiele zeigen.
Tamoxifen: eines der wirksamsten Medikamente gegen bestimmte Arten von Brustkrebs.
Wäre aufgefallen, dass es bei den Ratten in den Versuchen zu einer erhöhten Zahl an Lebertumoren geführt hat wäre es sicher nicht weiter Entwickelt worden.
Imatinib: zur Behandlung der chronischen myeloischen Leukämie
Imatinib führt unter andern bei Hunden zu schweren Leberschäden. Tests an menschlichen Zellproben widerlegten die Ergebnisse.
Aspirin – Aspirin führt bei Affen, Katzen, Mäusen und vielen anderen Tieren zu embryonalen Fehlbildungen
Glücklicherweise war die Unbedenklichkeit für den Menschen bereits bekannt bevor Tierversuche etwas anderes sagen konnten.
Die Fehlerquote der Tierversuche entspricht beinahe ihrem Budget in Deutschland. Nur ca. 1 % der Fördermittel gehen an tierversuchsfreie Forschungsprojekte.
Wer wissenschaftlich interessiert ist und einen tieferen Einblick in die tierversuchsfreien Forschungen bekommen möchte, kann mal einen Blick auf diese Datenbank werfen: NAT-Database (Non-Animal_Technologies) – Tierversuchsfreie Datebank (nat-datenbank.de) Für alle anderen stellen wir kurz und in einfachen Worten eine der bekannteren Methoden vor. Mini-Organe/Multi-Organ-Chips. Das Verfahren: Mit Hilfe von Stammzellen oder IPSC`s (Normale Zellen, die zu Stammzellen gemacht wurden) können Mini-Organe gezüchtet werden, die wie normale Organe reagieren und die gleichen Funktionen ausüben. Als Nährmedium wird für diese Mini-Organe u.a. humanes Blutplättchenlysat (hPl) verwendet, welches als Nebenprodukt bei Blutspenden gewonnen wird. Fötales Kälberserum (FKS) findet keine Anwendung. Bei Multi-Organ-Chips werden mehrere Mini-Organe auf einen Chip gesetzt und mit einem simulierten Blutkreislauf verbunden. Gibt man nun ein Medikament dazu, kann überwacht werden, wie die Mini-Organe darauf reagieren. Natürlich haben diese und andere Techniken noch ihre Grenzen. Tierversuche andererseits sind bereits an ihre Grenzen gestoßen und schon jetzt zeigen immer mehr Studien, dass die neuen Methoden wissenschaftliche Vorteile gegenüber Tierversuchen haben und das Potential noch lange nicht ausgeschöpft ist.
Quellen:
(1) Bailey, J et al.: The future of teratology research is in vitro. Biogenic Amines 2005: 19 (2), 97-145
(2) (2) Olson, H et al.: Concordance of the Toxicity of Pharmaceuticals in Humans and in Animals. Regulatory Toxicology and Pharmacology 2000: 32; 56–67. 20000122
(3) Cambridge University Press The Flaws and Human Harms of Animal Experimentation
Christian Wulff