Anfrage nach Kriterien für Insektenhotels in Dortmund

Rund 300 der 560 heimischen Wildbienenarten stehen auf der Roten Liste und sind somit akut vom Aussterben bedroht. Aber auch die Masse an Wildbienen sinkt stark, denn diese sind meist alleinlebend und können bestimmte Verluste nicht kompensieren. Viele Arten haben sehr spezifische Ansprüche an ihren Lebensraum; also an Nistplatz, Baumaterial und Nahrungspflanzen. Aber auch viele anderen Insekten wie Schmetterlinge finden zwischen Monokulturen der industriellen Landwirtschaft mit massivem Pestizideinsatz und aufgeräumten (Schotter-)Gärten kaum noch einen geeigneten Platz mit entsprechender Nahrung.

Viele Naturfreundinnen und Naturfreunde haben dies erkannt und schaffen mit Insekten- und Wildbienenhotels entsprechende Nistplätze. Private Gärten stellen gerade in Städten ein wichtiges Refugium für viele Insektenarten dar. Darauf haben sich Hersteller und Handel eingestellt und bieten eine Vielzahl an vermeintlich geeigneten Nisthilfen. Auch auf städtischen Grundstücken finden sich immer mehr der sogenannten „Insektenhotels“, leider oft mit völlig ungeeigneter Gestaltung.

Sebastian Everding, sachkundiger Bürger für die Partei Mensch Umwelt Tierschutz (Tierschutzpartei) als Teil der Fraktion Die Linke+ und stellte vor diesem Hintergrund eine entsprechende Anfrage in der letzten Sitzung des Ausschusses für Klimaschutz, Umwelt, Stadtgestaltung und Wohnen (AKUSW) eine entsprechende Frage „Wir würden gerne von der Verwaltung eine Auskunft erhalten, welche Kriterien bei der Auswahl der Nisthilfen angewendet werden und zusätzlich erfahren, ob die Anlage weiterer insekten-freundlicher und klimaangepasster Blühflächen in städtischen Grünanlagen zur Erhöhung der Biodiversität im Kampf gegen das Insektensterben geplant ist.“ so Everding.

Die Bezeichnung „Wildbienenhotel“ ist dabei etwas irreführend, denn es geht nicht um die kurzfristige Übernachtung, sondern eher um die langfristige Besiedelung. Daher ist der Begriff ‘Nisthilfe’ aus der Sicht von Biologinnen und Biologen passender. Bedauerlicherweise entsprechen viele käuflich zu erwerbende Wildbienenhäuser eher der Ästhetik ihrer Käufer*innen als den Qualitätsansprüchen ihrer Bewohner, so dass die gut gemeinte Initiative, außer für den Kontostand von Herstellern und Baumärkten, keinen ökologischen Vorteil bringt.

Tipp: Die richtigen Materialien verwenden

  • Nur Laubhölzer verwenden
    Bei Nadelhölzern wie Fichte, Tanne, Kiefer stellen sich die Holzfasern wieder auf und können so die Flügel der Bienen verletzen. Besser sind Laubhölzer wie Erle, Esche, Buche mit glatt geschliffenen Bohrlöchern.
  • Stammholz statt Baumscheiben
    Nicht ins Stirnholz oder in Baumscheiben bohren. Die Kapillaren nehmen Feuchtigkeit auf und lassen das Holz reißen. Parasiten gelangen durch die Risse in die Brutzellen der Larven.
  • Sinnloses Füllmaterial vermeiden
    Haben Sie schon mal Wildbienen erlebt, die in Tannenzapfen oder in Baumrinde nisten? Diese Dinge sind für Hersteller mehr als günstig und geben dem Ganzen eine „natürliche Optik“, sind jedoch für Insekten ohne jeden Wert.
  • Ziegel und andere Baustoffe sind ungeeignet
    Die Öffnungen von handelsüblichen Loch- oder Hohlziegeln aus dem Baumarkt von nebenan sind viel zu groß und ohne Rückenwand. Auch Gasbeton ist als Nisthilfe leider völlig ungeeignet. Wenn überhaupt sind nur Strangfalz-Dachziegel geeignet.
  • Vorsicht scharfe Kanten
    In vielen käuflichen Bienenhotels befinden sich scharfkantige oder unsauber geschnittene Bambus- oder Schilfröhrchen. Die Bienen können sich so ihre feinen Hautflügel aufschlitzen.

Und in der Natur?

In der Natur leben die meisten Wildbienenarten in Deutschland im Boden in unscheinbaren, aber akkurat angelegten Löchern. Hierfür nutzen sie größtenteils wenig bewachsene Flächen oder Abbruchkanten und Böschungen. Durch die zunehmenden Eingriffe des Menschen in die Natur gehen enttäuschenderweise auch solche Lebensräume immer weiter verloren. Ein weiterer Lebensraum der Wildbienen und solitären Wespen sind selbst errichtete Gehäuse an Mauern oder Steinen, einige nutzen auch verlassene Schneckenhäuser oder hohle Stängel von abgestorbenen Pflanzen. Umso wichtiger ist es, im Garten Totholz einfach mal „liegenzulassen“ und die eigenen Grünflächen nicht bis in die letzte Ecke aufzuräumen.

Einladung zum virtuellen NRW-Treff im Juni zum Thema Wölfe

Am Dienstag, dem 20. Juni 2023 findet ab 19:30 Uhr unser nächster NRW-Online-Stammtisch für alle Mitglieder & Interessierten statt.

Einwahllink: https://lecture.senfcall.de/sas-lgx-fzy-rkq

Wie immer starten wir mit einem Kurzvortrag und gehen danach in die gemeinsame Diskussion. Als Experte steht uns an diesem Abend NABU-Wolfsbotschafter Karl-Heinz Pompe zur Verfügung. Dieser wird zunächst auf die Wolfspopulation in Deutschland und NRW eingehen, und uns dann etwas zu den Themen Herdenschutz und der Beziehung von Menschen und Wölfen berichten.

 

Du hast ein Herzensthema, mit dem du dich beruflich oder privat beschäftigst? Wir würden uns riesig freuen, wenn du DEIN Thema im Rahmen einer der nächsten Online-Stammtische vorstellen könntest. Dabei wollen wir die Themenwahl bewusst sehr offen gestalten, so können Straßentiere im Ausland genauso Thema sein wie Herausforderungen bestimmter Berufsgruppen, der Umgang mit Krankheiten, Tipps für den Garten, Rezeptideen, künstlerische oder politische Themen. Unsere Mitglieder und deren Wissensbereiche sind so vielfältig, dieses möchten wir gerne widerspiegeln.

Bitte melde dich mit einem Themenvorschlag unter nrw@tierschutzpartei.de

Brüterei tötet Küken im Ausland

Das Töten männlicher Küken ist seit 01.01.2022 in Deutschland verboten, in den meisten anderen EU-Ländern aber weiterhin gängige Praxis. Drei Brütereien in NRW geben sie daher ins Ausland ab (wahrscheinlich auch weitere Brütereien im Rest von Deutschland). Eine von ihnen gibt sogar zu, dass die Küken dort getötet werden.

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Mähtod: Gefahr für Wildtiere

Ab Anfang Mai beginnt häufig das Mähen landwirtschaftlicher Grünflächen – gerade zur Brut- und Aufzuchtszeit von Wildtieren wie Rehkitzen und Junghasen! Ihre Überlebensstrategie, bei Gefahr regungslos in ihrem Versteck zu bleiben, wird ihnen bei der Mahd zum Verhängnis.

Um so viele Tiere wie möglich vor dem Mähtod zu retten, gibt es Initiativen, die mithilfe von Drohnen Rehkitze suchen. Dafür werden ehrenamtliche Helfer:innen benötigt.

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Ein Appell zum “Liebe-Dein-Haustier-Tag”

Heute ist der weltweite „Liebe-Dein-Haustier-Tag“. An diesem Tag wird besonders daran appelliert den Tieren, die bei uns Menschen wohnen, Aufmerksamkeit und Zeit zu schenken.

Wir möchten in diesem Sinne auch auf alle „Haustiere“ in Tierheimen und in der Tierrettung aufmerksam machen, die noch kein Zuhause gefunden haben. Wer sich überlegt, ein Tier zu adoptieren, kann sich zum Beispiel beim nächsten Tierheim beraten lassen.

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Stoppt das Leid der Galgos in Spanien!

In Spanien werden sogenannte „Jagdhunde“ schon seit Jahrhunderten massenhaft gequält und getötet. Es ist das einzige Land in Europa, in dem es noch legal ist, mit Windhunden zu jagen.

Ein neues Gesetz in Spanien sollte eigentlich die Hunde, die für die Jagd ausgenutzt werden, schützen und Windhunderennen verbieten. Doch die Jagdverbände und Windhundevereine wehrten sich gegen ein Verbot der Windhunderennen und die Regierung beschloss daraufhin Continue reading “Stoppt das Leid der Galgos in Spanien!”

Pferde sind wegen hoher Inflation in Not

Durch die Inflation geraten immer mehr Pferde und ihre Halter:innen in Not. Viele Menschen können sich ihr Pferd nicht mehr leisten und sehen sich gezwungen, es – meist schweren Herzens – abzugeben. Manche sind sogar so verzweifelt, dass sie gesunde Tiere einschläfern lassen wollen! Continue reading “Pferde sind wegen hoher Inflation in Not”

1 Million Unterschriften – geschafft!

Gute Nachricht: Der Europäischen Bürgerinitiative “Stop Finning EU”, die auch wir unterstützt haben, ist es gelungen, die erforderlichen 1 Million gültigen Unterschriften zu sammeln! Continue reading “1 Million Unterschriften – geschafft!”

Würdige Pferde-Kremierung

Es geht darum, dass man sein Tier als geliebtes Familienmitglied nach dessen Ableben nicht der TKV überlassen, sondern es für eine würdige Tierbestattung einäschern lassen möchte. Für sog. Haustiere wie Hunde und Katzen ist das selbstverständlich. Für Pferde ist die Einäscherung in einem Tierkrematorium nur dann erlaubt, wenn Continue reading “Würdige Pferde-Kremierung”