10-Jähriges Bestehen der Animal Welfare Party in Großbritannien

Martin Buschmann sendet Videobotschaft

Am 27. Oktober feierte unsere Schwesterpartei in Großbritannien ihr 10-jähriges Bestehen. Der Leiter des BAK Internationaler Tierschutz/Tierschutzparteien und stellv. Generalsekretär, Martin Buschmann, wurde zu dieser Party eingeladen, konnte terminlich allerdings nicht persönlich daran teilnehmen. Daher wurde eine Video-Botschaft allen Beteiligten auf der Feier vorgeführt.

„Es war mir eine Ehre, meinen Freunden der Animal Welfare Party, die ich seit einigen Jahren persönlich kenne, diese Botschaft zu senden. Wir in Europa müssen zusammenhalten.“

Weiter führt Martin Buschmann aus: „Tierschutz geht über alle Grenzen. Meine Bemühungen, weiterhin international Kontakt zu knüpfen und vor allem auch den Umweltschutz anzusprechen, ist meine Aufgabe. Diese werde ich auch weiterhin wahrnehmen.“

LINK zur Video-Botschaft.

Film-Vortragsreihe in Berlin zur Einführung in den Tierrechtsgedanken

Vom 04. bis 19. Oktober fand an der Technischen Universität Berlin eine Film-Vortragsreihe zur Einführung in den Tierrechtsgedanken statt, organisiert von der Tierrechtsgruppe Berliner Tierbefreiungsaktion (BERTA). Dabei sollten Vertreter von Ärzte gegen Tierversuche e.V., Chimaira AK (Arbeitskreis für Human-Animal Studies), ARIWA (Animal Rights Watch) sowie die Tierrechtsaktivistin und Philosophin Friederike Schmitz zu Wort kommen. Schwerpunkte lagen jeweils auf den Themen Tierversuche, Ethik und Politik, Defizite der Biohaltung, dem Zusammenhang zwischen Tiernutzung und Klimabeeinträchtigung sowie der Widerstandsfähigkeit von Tieren in Tiersprachexperimenten.

Die Film-Vortragsreihe hat, bedingt durch die unterschiedliche Beleuchtung der Themen sowohl aus ethischer als auch wissenschaftlicher Sicht, nicht nur für Menschen, die sich zum ersten Mal mit dem Thema Tierrechte beschäftigen, bemerkenswerte und interessante Fakten und Denkanstöße geboten.

Der Vortrag von Friederike Schmitz zum Thema „Tiere essen? Ethik und Politik“ etwa beinhaltete zunächst eine zwar allgemeine, jedoch sehr einleuchtende, faktisch gut gesättigte Gegenüberstellung des natürlichen und durch den Menschen beeinträchtigten Lebensstils von Kühen, Schweinen und Hühnern. Fakten, die einen aufhorchen lassen und als Argumente gegen die gegenwärtigen Haltungsbedingungen von Tieren sowohl in konventioneller Haltung als auch in der Biohaltung gelten können, waren unter anderem, dass nichtdomestizierte Kühe bis zu 11 km pro Tag zurücklegen können, was allen domestizierten Kühen, die zu wirtschaftlichen Zwecken in konventionellen als auch in Biobetrieben benutzt werden, versagt bleibt. Schweine, die sehr reinliche Tiere sind, nehmen natürlicherweise mindestens 5 Meter Abstand von ihren Ausscheidungen, während domestizierte Schweine in wirtschaftlichen Betrieben gewöhnlich ihren Ausscheidungen gar nicht ausweichen können. Wichtig war es auch, den Fakt noch einmal ins Gedächtnis zu rufen, dass Hühner als zur Klasse der Vögel gehörend während der Brutzeit natürlicherweise nur 5 bis 20 Eier legen, wohingegen sie in wirtschaftlichen Betrieben bis zu 300 Eier jährlich legen müssen. Dies sind nur ein paar wenige Fakten, die allein schon deutlich machen, dass Tiere nach den gegenwärtigen Tierschutzverordnungen zu bloßen Waren und Produktionsmitteln herabgestuft sind und ihr natürliches und ihnen zustehendes, ursprüngliches Tiersein gar nicht mehr ausleben können.

Auch die weiteren Vorträge schlossen sich, obgleich sie thematisch eine andere Akzentuierung beinhalteten, dieser These an. Katharina Dornenzweig von Chimaira AK übte Kritik an der bereits empirisch in Zweifel gezogenen These, dass nur Menschen intentional handeln könnten, weil sie über ein Bewusstsein von sich selbst verfügten, während andere nichtmenschliche Tiere instinktiv handeln, da sie über ein Bewusstsein verfügten, das ihnen „nur“ die Erfahrung von Freude und Leid ermöglicht.

Wenn man sich beispielsweise klarmacht, dass Schimpansen, denen in heute ethisch zu recht umstrittenen Tiersprachexperimenten eine Zeichensprache angelernt wurde, jene Experimente nachweislich manipulieren konnten, also ihre eigenen Intentionen einbringen konnten, so lässt dies die Schlussfolgerung zu, dass andere nichtmenschliche Tiere wie Kühe, Schweine und Hühner möglicherweise ebenso zu intentionalem, Selbstbewusstseins-geleitetem Handeln fähig sind. Dies hätte aber zur Folge, dass die genannten nichtmenschlichen Tiere einem massiven Leid in der sogenannten Nutztierhaltung ausgesetzt wären, das nicht nur quantitatives, sondern vor allem qualitatives Gewicht hätte. Wenn der Kuhmutter das Kalb zu Zwecken der Milchproduktion entrissen wird, wäre das Leid umso größer, weil die Kuhmutter nicht nur instinktiv mitbekommen würde, dass es Leid verursacht, wenn das Kalb entrissen wird. Sie würde auch bemerken, dass sie es ist, der Leid zugefügt wird und deren Interessen massiv verletzt werden, welches sich den qualitativen Gefühlsempfindungen von Menschen ähneln würde.

Die wissenschaftlichen Erkenntnisse, die in der Film-Vortragsreihe vermittelt wurden, sind ein deutliches Ausrufezeichen und fordern uns Menschen mit besonderer Dringlichkeit dazu auf, unser Verhältnis und den entsprechenden Umgang mit allen anderen nichtmenschlichen Tieren grundsätzlich zu überdenken und Tierleid ernst zu nehmen. Unsere Berücksichtigung der besonderen Leidensfähigkeit von Tieren kann erst dann die Gestalt des Wissens annehmen, wenn jenes auch entsprechend praktiziert wird.

„Im Namen der Tiere“

Ein Film von Sabine Kückelmann

Tierschutzpartei unterstützt Filmverbreitung

Mit der Premiere am 2. November im Münchner Monopol-Kino geht es los. Der Dokumentarfilm „Im Namen der Tiere“ von Sabine Kückelmann, den die Münchner Fotografin und überzeugte Veganerin als unabhängige One-Woman-Produktion im Laufe der letzten 4 Jahre realisiert hat, kommt offiziell in die Kinos. Nach der Europapremiere bei den Hofer Filmfestspielen im vergangenen Jahr hat sich nun mit W-film Distribution eine Firma gefunden, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, den Film bundesweit in die Kinos zu bekommen.

Nachdem unser Bundesvorsitzender Horst Wester bereits im letzten Jahr bei den Filmfestspielen in Hof den Film für „sehr gut“ befunden hatte (der Film wurde im übrigen in den USA mit dem Accolade Award 2015 ausgezeichnet), hat sich unsere Partei nunmehr dazu entschlossen, die Verbreitung des Films und damit die gesellschaftliche Etablierung eines bewussteren und besseren Umgangs mit dem Mitgeschöpf Tier gezielt zu unterstützen.

Wir unterstützen nicht nur finanziell, sondern wir werden u.a. auch bei der Kinopremiere am 2. November mit von der Partie sein. Außerdem ist in Planung, dass wir uns ganz gezielt immer wieder bei der Durchführung von Sondervorführungen mit anschließenden Diskussionsrunden engagieren und beteiligen wollen. Der Film soll im Idealfall den Beginn einer breiten gesellschaftlichen Diskussion einläuten. Dies sehen wir auch als unsere Kernaufgabe und unterstützen deshalb sehr gerne. Weitere Aktionen sind noch in der Entwicklungsphase.

»Mein Film ist nicht allein für Veganer oder Vegetarier gemacht, sondern gerade für Leute, die Fleisch konsumieren.« Sabine Kückelmann

Premiere

Mittwoch, 2. November, Monopol Kino (München)
http://www.monopol-kino.de/index.php?show=week&target=news&eventid=51843
Filmbeginn 19 Uhr
Schleißheimer Str. 127, 80797 München
Tel. 089/97894392, http://www.monopol-kino.de

Anschließend Filmgespräch mit Sabine Kückelmann (Regisseurin), Horst Wester (Bundesvorsitzender Partei Mensch Umwelt Tierschutz) und weiteren Gästen (tba).

Tickets sind an der Kinokasse erhältlich, Reservierung online und telefonisch möglich.

Filmwebseite & Kinotermine: >>imnamendertiere.wfilm.de
Filmtrailer: https://www.youtube.com/embed/7b4Lt0erj_o

Film: AGROKALYPSE

AGROkalypse, der Tag, an dem die Gensoja kam

Der in der vergangenen Woche gezeigte Film AGROKALYPSE in Hannover erzählt die Geschichte der brasilianischen Ureinwohner vor dem Hintergrund des weltweiten steigenden Fleischkonsums und zeigt, wie wir mit Lebensmitteln die Welt verändern.

Zum Trailer.

Im Anschluss an den Film standen der Regisseur Marco Keller und Nds. Landwirtschaftsminister Christian Meyer dem Publikum Rede und Antwort.

Die wichtigsten Informationen wie folgt: Für 1 Kg Fleisch werden 12 kg Proteine verfüttert; Soja ist eine Pflanze mit hohem Proteingehalt und findet deshalb vorrangig Verwendung. Geeignete Böden sind nach der Rodung der Regenwälder und Vertreibung der Ureinwohner in Südamerika zu finden. Dort werden riesige Felder mit genmanipulierten Sojapflanzen bestellt und bewirtschaftet. Die genetische Veränderung hat den „Vorteil“ , dass passende Pflanzengifte, die von den Firmen gleich mit dazu geliefert werden, jegliches Wachstum um die genveränderte Pflanze herum zerstören. Auf den unvorstellbar riesigen Feldern muss nur noch gespritzt und nicht mehr gejätet werden. Das zerstört aber komplett die Biodiversität und in einem späteren Stadium auch die Fruchtbarkeit des Bodens. Was bleibt, sind vergiftete Böden, eine verwüstete Natur und volle Taschen für die großen Konzerne.

Soja wird als Futtermittel für unsere sog. Nutztiere tonnenweise nach Europa verschifft. Einer der Hauptimporthäfen liegt in Niedersachsen, dem Heimatland der Mastbetriebe und dem größten Schlachthaus Europas.

Noch gibt es keine Kennzeichnungspflicht für Fleisch von Tieren, welche mit genbehandeltem Soja gefüttert wurden. Gleiches gilt für die Milch. Sicher ist, dass alles konventionell „erzeugte“ Fleisch von Tieren stammt, die ihr Leben lang mit Gensoya gefüttert wurden. Nur in der Biolandwirtschaft ist das nicht erlaubt.

Meine Empfehlung: Wenn schon Fleisch und Milch, dann doch besser aus regionaler Bio-Landwirtschaft.

Dem Landwirtschaftsministerium in Niedersachsen sind die Zusammenhänge bekannt; mit verschiedenen Programmen soll die „sanfte Agrarwende“ herbeigeführt werden. Aus meiner Sicht ein guter Ansatz, der jedoch nur einen zarten Anfang darstellen kann. Wir haben nicht mehr ewig Zeit, zu handeln. Wir müssen endlich aufhören, Tiere in unvorstellbaren Mengen (über) zu „produzieren“ und auch noch zu glauben, dass mit Fleisch die Welt ernährt werden kann. Schlauer wäre, mit pflanzlichen Lebensmitteln gegen den Welthunger anzukämpfen, anstatt den Umweg über den Tiermagen zu gehen.

In dem Film war zu sehen, wie eine von ihrem Land vertriebene Guarani-Kaiowá ein staubiges Stück tote Erde aufnahm und mit den Worten „Wir Guarani-Kaiowá haben ein anderes Verhältnis zur Erde als die Agrarindustrie“ in die Kamera hielt. Dieses andere Verhältnis werden wir in uns sicherlich auch wieder entdecken, wenn dank Monokultur, Gärresten aus Bioanlagen, Mineraldünger und der Gülle aus der Massentierhaltung unsere Böden ausgelaugt und das Grundwasser vergiftet sein wird. Bis dahin kümmern wir uns doch lieber um die angenehmen Dinge des Lebens, wie die mäßigen Besucherzahlen in einem kleinen Kino der niedersächsischen Landeshauptstadt, in welchem auch das Gespräch mit einem Minister geführt werden konnte, zeigen.

Simone Oppermann / Landesverband Niedersachsen

TV-Tipp: 10 Milliarden – Wie werden wir alle satt?

Mittwoch, 24.08.2016 / 22:45 – 00:15 Uhr / WDR

Faltblatt Neue Esskultur
Faltblatt Neue Esskultur als PDF

 

Bis 2050 wird die Weltbevölkerung auf zehn Milliarden Menschen anwachsen. Valentin Thurn, der Filmemacher von „Taste the Waste“, sucht in seinem neusten Film auf die brennende Frage „Wie werden 10 Milliarden Menschen satt“ eine Antwort und sucht nach Lösungen auf folgende Fragen: „Wo wird dann die Nahrung für alle herkommen? Wird es die industrialisierte Landwirtschaft schaffen, genug auf unsere Teller zu bekommen? Soll sich zukünftig jeder vegetarisch ernähren oder sind Insekten die neue Proteinquelle? Wie geht es mit der Massentierhaltung weiter oder kann Fleisch auch künstlich in Laboren hergestellt werden? Was wäre, wenn wir unsere eigene Nahrung jeweils selbst anbauen?“ Weitere Infos hier.

 

TV-Tipp: Schöne neue Essenswelt – Die Angst vor Weizen, Milch & Co.

Mittwoch, 24.08.16 / 21:00 – 21:45 Uhr / 45 Min. / 3sat

„Ob Laktose, Gluten oder Eiweiß, nichts scheint gefährlicher als unser Essen. Die Allergien gegen Lebensmittelzusatzstoffe sprießen nur so aus dem Boden, und für alles hat die Industrie schnell einen Ersatz, und der befriedigt, ohne dass gefragt wird, was da eigentlich ersetzt wird.“ Weitere Infos hier.

Bottled Life – Die Wahrheit über Nestlés Geschäfte mit dem Wasser

Video-Tipp

Verfügbar ist der Videobeitrag über “Bottled Life” bis zum 07.11.2018 in der ARD-Mediathek.

O-Ton ARD-Mediathek: “Hierzulande müssen wir nur den Hahn aufdrehen und verfügen jederzeit über bestes Trinkwasser. Warum zahlen wir dennoch viel Geld für diese lebensnotwendige Ressource?

“Bottled Life” deckt auf, wie Konzerne den Menschen ihr eigenes Wasser als teures Lifestyleprodukt verkaufen, indem sie sich weltweit den Zugriff auf wertvolle Quellen sichern. Journalist Res Gehriger verfolgt die Spur von Nestlé und lässt uns tief blicken in die Strategien eines der mächtigsten Akteure im Milliardengeschäft mit dem Flaschenwasser.”

 

 

Tierrechte: Wider den Speziesismus

Buchvorstellung

Dr. Helmut F. Kaplan, Philosoph und Autor unzähliger Tierrechtsbücher, hat ein neues Buch verfasst, welches wir hier gerne vorstellen möchten. Kaplan versteht es wie kein anderer, komplizierte Zusammenhänge leicht und verständlich für jederman darzustellen. Gerade auch Neueinsteiger, die in die Tierrechtsphilosophie einsteigen möchten, tun gut daran, sich mit Publikationen von Kaplan zu beschäftigen.

Zum Inhalt: “Speziesismus steht für das ganze menschliche Unrecht gegenüber Tieren. Er liegt vor, wenn Wesen nicht aufgrund ihrer Rassen- oder Geschlechtszugehörigkeit diskriminiert werden, sondern aufgrund ihrer Spezieszugehörigkeit. Das revolutionäre Potential von Tierrechten liegt darin, daß sie der mögliche Motor für die Überwindung des Speziesismus sind.

Das Buch liefert eine fachlich fundierte und allgemeinverständliche Darstellung des gegenwärtigen Standes der Tierrechtsphilosophie.”

Helmut F. Kaplan:

Das Buch kann bei Amazon bestellt werden: Tierrechte: Wider den Speziesismus. 2016