Keine Bühne für Reichsbürgerpropaganda und Rassismus!

Xavier Naidoo, der insbesondere auch unter Tierrechtlern und Veganern Anerkennung bislang fand, wird derzeit massiv wegen rassistischer Äußerungen kritisiert. Dabei ist seine Einstellung schon seit langer Zeit problematisch: so äußerte er sich bereits in einem Interview im Jahr 1999 abfällig sowohl über Ausländer als auch über Tierschutz:

„Und bevor ich irgendwelchen Tieren oder Ausländern Gutes tue, agiere ich lieber für Mannheim.“

Auf Nachfrage bekräftigte er daraufhin, dass er Rassist ist. Continue reading “Keine Bühne für Reichsbürgerpropaganda und Rassismus!”

Trauer um die Opfer in Hanau

Wir trauern um die Todesopfer der rassistisch motivierten terroristischen Greueltat von Hanau. Unsere Anteilnahme gilt den Angehörigen und Verletzten.

Eine getötete Frau war zweifache Mutter und schwanger, neun Todesopfer hatten Migrationshintergrund, vorrangig Bürger*innen mit kurdischen sowie Roma und Sinti-Wurzeln. Continue reading “Trauer um die Opfer in Hanau”

Nicht unpolitisch, nicht rechts, sondern links!

Die meisten kleineren Parteien – und manchmal auch die großen – werden immer mal wieder von einer Rechts-Links-Diskussion heimgesucht. Diese kann dann konstruktiv, offensiv und selbstkritisch geführt werden, so dass die Begründung der Positionierung in der politischen Landschaft ein Update erfährt und das Profil der Partei geschärft wird. Daher sollte man sich einer solchen Debatte dann auch öffentlich und mutig stellen. Continue reading “Nicht unpolitisch, nicht rechts, sondern links!”

Tierschutzpartei fordert Neuwahlen in Thüringen

Partei Mensch Umwelt Tierschutz kritisiert Minderheitsregierung von Höckes Gnaden scharf und fordert Neuwahlen

Thomas Kemmerich (FDP) konnte aufgrund vorangegangener Absprachen mit Björn Höcke Ministerpräsident von Thüringen werden. Eine Partei, die mit ein paar Dutzend Wählerstimmen über der Fünfprozenthürde gerade so in den Landtag einzog, ist also fortan auf die aktive Unterstützung einer Partei angewiesen, die derzeit ein Prüffall für den Verfassungsschutz ist. Continue reading “Tierschutzpartei fordert Neuwahlen in Thüringen”

Was ist dran an “Tierliebe und Menschenhass” im politischen Tierschutz?

Als Partei, die deutlich links der Mitte positioniert ist, unterstützen wir selbstverständlich jede Arbeit gegen Rassismus, Antisemitismus, Faschismus und Diskriminierung jeglicher Form. Daher ist auch Mira Landwehrs Engagement gegen menschenfeindliche Tendenzen in der veganen Tierrechtsbewegung sehr lobenswert. Wie auch Colin Goldner bereits seufzend feststellte, ist ihr aktuelles Buchprojekt “Vier Beine gut, zwei Beine schlecht” allerdings nicht optimal verlaufen. Continue reading “Was ist dran an “Tierliebe und Menschenhass” im politischen Tierschutz?”

73. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Neuengamme

Am 3. Mai haben mehrere hundert Menschen an einer Gedenkfeier in der KZ-Gedenkstätte Hamburg-Neuengamme teilgenommen. Unter ihnen waren Überlebende und Angehörige von ehemaligen KZ-Gefangenen aus Israel, Belgien, Frankreich, Polen und weiteren europäischen Ländern. Ebenfalls waren Vertreter der Hamburger Bürgerschaft, einiger Konsulate sowie Vertreter diverser politischer Parteien anwesend. Als Teilnehmer vertrat der Gebietsbeauftrage des Landesverbandes Hamburg, Martin Buschmann, die Partei Mensch Umwelt Tierschutz und legte eine Rose nieder. „Die KZ-Überlebenden werden bald nicht mehr über diese Zeit berichten können. Unsere Generation muss dafür Sorge tragen, dass die Erinnerungen an diese finsteren Zeiten aufrechterhalten werden.“ kommentiert Buschmann. Continue reading “73. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Neuengamme”

Lückenlose Aufklärung über Oury Jalloh`s Tod gefordert

2005 verbrannte der Asylbewerber Oury Jalloh wenige Stunden nach seiner Verhaftung in einer Zelle der Dessauer Polizeistelle. Jahrelang ermittelten Polizei und Staatsanwaltschaft lediglich in eine Richtung: Selbstmord.

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Konferenz über (Un)Sicherheiten in der offenen Gesellschaft

Martin Buschmann zu Gast in der Heinrich-Böll-Stiftung

Die offene Gesellschaft steht massiv unter Druck. Dahinter steht offenbar eine tiefgreifende Verunsicherung von Teilen der Gesellschaft, die nicht nur auf einem sozialen, sondern auch auf einem kulturellen und demokratie-skeptischen Unbehagen beruht. So die Beschreibung des Veranstalters der Konferenz. Die offene Gesellschaft wird definiert kritische Fähigkeiten des Menschen freizusetzen und Machtmissbrauch zu verhindern.

Eingeladen hatte die Heinrich-Böll-Stiftung der B90/Grüne. Neben den Spitzenkandidaten und Mitgliedern des Bundesvorstandes der Grünen waren auch sehr interessante Referenten und Gesprächsteilnehmer eingeladen.

Am Freitag (24. März 2017) folgte nach der Eröffnung eine Podiumsdiskussion, in der es um diverse Inhalte des Wahlprogramms ging. Cem Özdemir (Spitzenkandidat für die kommende Bundestagswahl) war vor Ort und hielt einen Vortrag, der allerdings mehr an einen Wahlkampfrede erinnerte. Es fiel sogar der Satz Abschaffung der Massentierhaltung. Man wolle da nicht aufgeben, aber auch „nicht mit dem gehobenen Zeigefinger“ in den Wahlkampf gehen…

Der folgende Samstag (25.03.) begann mit dem Thema innere Sicherheit. Es diskutierten Till Steffen (Justizsenator Hamburg), Simone von Stosch (ARD Aktuell) und Bettina Gaus (Journalistin der taz). Dabei wurde die Überforderung der Kommunen in Bezug auf die Flüchtlingssituation sowie die Vorkommnisse und Sicherheitslage in Köln angesprochen. Auf die Frage, welche Antwort man auf welche Frage geben kann, ging es um Terror und die Verhältnismäßigkeiten (Vorratsdatenspeicherung). Muss die Gesellschaft wehrhafter werden? Die Beiträge fanden eine Antwort, indem man auch Rechtsextremisten wieder in die Gesellschaft integrieren muss. Möglich sei dies, indem man bestehende Gesetze anwendet, sich kritisch mit der Rolle des Verfassungsschutzes befasst und natürlich die Schulen und die Jugendarbeit mit einbindet. Dieses sei ein Weg, den aufkommenden Rechtsterrorismus zu bekämpfen.

Es wurde der Politik vorgeworfen, das Thema innere Sicherheit zu wenig zu konkretisieren. Konsequenteres Handeln gegenüber Straftätern (angesprochen waren auch die sogenannten „Reichsbürger“) sollte den Verantwortlichen klar vor Augen geführt werden.

Zweites Thema in Anschluss: Wie erreicht man die Politik-Verdrossenen?

Zunächst folgte eine Einteilung in Gruppen der „Verdrossenen“ durch Heinz Bude (Soziologe, Uni Kassel). Er teilt diese wie folgt ein:Die erste Gruppe nennt er die „Selbstgerechten“. Sie zeichnen sich durch Fleiß und Beharrlichkeit aus. Die zweite Gruppe ist die der „Übergangenen“: Sie fühlen sich verdrossen, da sie (teils fehlender Bildung) keinerlei Aufstiegschance für sich selbst sehen. Sie gehen ihrer Arbeit nach, verdienen nicht viel und sind daher neidisch und unzufrieden. Ihre Feindbilder sind Flüchtlinge ebenso wie Hartz-4-Empfänger. Zudem kommt die Gruppe der „Verbitterten“. Sie zählen sich zu den Stützen der Gesellschaft. Sie fühlen sich missachtet, da sie nie die Spitze des ihnen zugedachten Erfolges erreicht haben. Für die beiden letztgenannten Gruppen ist Populismus ein einfacher Nährboden.

Die Entstehung dieser Gruppen war nur möglich, weil die Führungseliten oft versagen und nach außen hin ein recht arrogantes Verhalten zeigen. Zudem mangelt es den Parteien an Kommunikationsangeboten. Ohne Einbindung der Mitglieder werden diese die Parteien wieder verlassen.

Als Lösung wurde von den Teilnehmern formuliert, den einzelnen Menschen wieder anzusprechen. Die tiefe Müdigkeit in der Bevölkerung (teils ausgelöst durch die „Alternativlosigkeit“ von Merkel) sei ein Problem. Daher ist politische Bildung sehr wichtig, und sollte daher auch überpolitische Formate transportiert werden. Dort gibt es bereits einige gute Ansätze der Bundeszentrale für politische Bildung, worauf Thomas Krüger (Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung) hinwies. Das TV-Format „Zeit für Helden“ und das YouTube-Format von Hatice Schmidt seien gute Beispiele.

Wichtig sei es, zu vermitteln, Demokratie muss Spaß machen. So könne man viele Verdrossenen wieder erreichen.

Fazit: „Ich habe vieles gelernt, vor allem dass das B90/Grünen eigentlich im politischen Auftrag versagt haben und ihre politische Verantwortung offenbar nicht wirklich ernst nehmen.“, so das Statement von Martin Buschmann. „Von Umwelt- oder gar Tierschutz hörte man hier nichts. Wir können eigentlich nur vom B90/Grünen lernen, in dem wir uns nicht deren devote Haltung gegenüber den Lobbyisten aneignen. Unsere Einstellung ist eine andere: Ehrliche Politik für alle!“