Beschleunigtes Artensterben – “Die Wildnis gerät unter die Räder des grünen Fortschritts”

Als Folge des hohen Pestizid-Einsatzes in der Landwirtschaft sind Insekten hierzulande stark zurückgegangen. Bis zu 42 Prozent könnten aussterben, befürchten Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums. Stark gefährdet sind alle Tierarten, die sich von Insekten ernähren: viele Singvögel, Frösche, Eidechsen, Schlangen, Igel und Fledermäuse.

Umweltpolitik ist heutzutage so sehr einseitig auf die „Energiewende“ fokussiert, dass sich die etablierten Parteien und eine Reihe von Umweltverbänden nicht mehr um all die anderen dringlichen Probleme von heute kümmern.

Manche Maßnahmen gefährden sogar Natur und Tiere: Die Offshore-Windparks an der Nordsee bedrohen Schweinswale und Robben und das Öko-System Wattenmeer. Wieder fordert die menschliche Zivilisation Opfer, diesmal im Namen des Umweltschutzes. (Artikel hier lesen)

Hohe Nitratwerte im Grundwasser – Aigner scheint es gelassen zu nehmen…

Die Sendung „Report Mainz“ berichtete am 23.07.2013 darüber, dass in Deutschland das Grundwasser einen zu hohen Nitratgehalt aufweist. In zahlreichen Regionen steigen die Werte weiter an. Auch die EU-Kommission ist besorgt über die Wasserqualität und fordert die Nitrateinträge in Deutschland zu senken.

Die Hauptursachen für die hohen Nitratwerte im Grundwasser sind die Gülle aus der Massentierhaltung und der wachsende Anstieg von Biogasanlagen und dem damit verbundenen Maisanbau. Da Mais sehr stark gedüngt wird und die Reste aus den Anlagen wieder auf den Feldern ausgebracht werden, wird das Grundwasser mit noch mehr Nitrat angereichert. Eine zu hohe Dosierung mit Nitrat im Trinkwasser kann im menschlichen Körper Krebs auslösen.

Im Interview mit „Report Mainz“ erklärte der Präsident des Umweltbundesamtes, Jochen Flasbarth: “Ein Viertel des Grundwassers in Deutschland hat zu hohe Nitratwerte. Das ist ein gravierendes Problem. Gülle aus der Viehhaltung und Gärreste aus Biogasanlagen verunreinigten das Wasser mit Nitrat. Vor allem die schnell wachsende Anzahl an Biogasanlagen und der damit verbundene Maisanbau verschärften das Problem. Um das Grundwasser besser vor Nitrat zu schützen, gebe es dringenden Handlungsbedarf. Das Umweltbundesamt empfiehlt dringend, dass die Düngeverordnung präzisiert und verschärft wird.”

Auch die Betreiber von Wasserwerken befürchten, dass sie den Grenzwert für Nitrat von 50 mg/Liter bald nicht mehr einhalten können. Bernhard Röhrle, Zweckverband Landeswasserversorgung in Stuttgart, erklärte gegenüber “Report Mainz”: “Die Situation ist besorgniserregend. Wir müssen dringend und kurzfristig reagieren, so dass es zu keinen Grenzwertüberschreitungen kommt.”

Nur die dafür zuständige Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner scheint es auf Nachfrage von „Report Mainz“ mit dem Grundwasserschutz gelassen zu nehmen: “Wir arbeiten im Moment gerade an der ganzen Düngeverordnung, letztendlich auch mit der Kommission. Das ist ein normaler Prozess, der dauert mehrere Jahre in der Regel und da sind wir gerade dran.”

Video aus der Sendung zum Thema ansehen (hier)

Wasser ist die Grundlage allen Lebens. Deshalb fordert die Partei Mensch Umwelt Tierschutz seit ihrer Gründung verschärfte Gesetze zur Reinhaltung von Grundwasser und Boden, damit die Belastung durch Schwermetalle und sonstige Chemikalien aus Industrie und Landwirtschaft deutlich vermindert werden. Ein weiterer Schritt zur Reinhaltung des Grundwassers wäre eine Verminderung der Einleitung von Gülle. Dies würde sich automatisch ergeben, wenn bundesweit die Nutztierbestände kontinuierlich abgebaut würden.

Schutz der Meere im politischen Wahlgerangel Nebensache – Wir dürfen nicht mit der Welt und ihren Bewohnern umgehen, als gäbe es einen “Plan(eten) B” (Vorsitzende des LV Hamburg, Bettina Jung)

In der Nord- und Ostsee sind Schweinswale – die einzige Walart in unseren Gewässern – beheimatet. Sie stehen in Europa unter Naturschutz, bringen ihre Jungen in Küstennähe zur Welt und ziehen sie auch dort auf. Schweinswale kommen nach etwa 100 Jahren wieder regelmäßig in den großen norddeutschen Flüssen Ems, Jade, Weser und Elbe vor. Aber durch menschliche Eingriffe in ihren Lebensraum sind diese Tiere immer noch gefährdet! Gemäß der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie der Europäischen Union mussten die EU-Mitgliedsstaaten Schutzgebiete einrichten. Doch obwohl die Regierung vor 6 Jahren 30 Prozent der deutschen Nord- und Ostsee als Schutzgebiete ausgewiesen hat, ist die Fischerei mit Stellnetzen, in denen Tausende von Schweinswalen jedes Jahr verenden, dort immer noch erlaubt.

Auch durch den geplanten Ausbau von Windkraftanlagen im Meer, die Verbreiterung der Schifffahrtswege, militärische Aktivitäten wie Munitionssprengungen und Übungen mit SONAR – Technologie ist die Schweinswal-Population im Öko- System Nordsee und Ostsee bedroht. Das Wattenmeer ist UNESCO-Weltkulturerbe – sein Schutz sollte auf der politischen Agenda stehen! Bundesministerin Aigner hat viele Jahre ungenutzt gelassen und muss ohne weitere Verzögerung etwas für den Walschutz unternehmen, denn die Frist für Deutschland, sich auf konkrete Schutzmaßnahmen zu einigen und diese umzusetzen, endet im November 2013. Danach droht ein EU-Vertragsverletzungsverfahren.

Der Bundesvorstand der Partei Mensch Umwelt Tierschutz fordert die Bundesregierung eindringlich auf, sich endlich des Schutzes dieser einzigartigen Tierart anzunehmen!

Tierschutzerfolg im östlichen Nachbarland – Polen verbietet betäubungsloses Schächten

Am 19. Juli 2013 wurde im polnischen Parlament mit 222 gegen 178 Stimmen das betäubungslose Schächten weiterhin verboten. Im November 2012 hatte das polnische Verfassungsgericht auf Antrag von Tierschützern entschieden, dass das Schlachten ohne vorherige Betäubung in Polen verfassungswidrig sei. Daher beschloss Polens Regierungspartei, die liberalkonservative Bürgerplattform, eine Gewissensabstimmung ohne den üblichen Fraktionszwang durchzuführen. Diese Abstimmung endete mit der Bestätigung des Schächtverbotes.

Laut einer Meinungsumfrage des Spiegels ist auch in Deutschland die große Mehrheit – 79 Prozent der Bevölkerung – gegen das Schächten. Leider wurde der Wille des deutschen Volkes bisher nicht respektiert, da es auch in der deutschen Gesetzgebung ein Schächtverbot gibt, aber eine Ausnahmeregelung für religiös-motiviertes Schächten besteht.

Nach der Bestätigung des gesetzlichen Verbotes kündigte Polens Oberrabbiner Michael Schudrich seinen Rücktritt an. “Freitag vergangener Woche wird in die Geschichte Polens als der schlimmste Tag für die polnisch-jüdische Diaspora in den letzten 30 Jahren eingehen”, sagte er. Der 58-jährige Oberrabbiner ist zutiefst enttäuscht von den polnischen Parlamentariern; Tierfreunde, Tierschützer und Tierrechtler in aller Welt hingegen jubelten über die Entscheidung des polnischen Parlamentes.

Die Partei Mensch Umwelt Tierschutz setzt sich seit ihrer Gründung für die Abschaffung des betäubungslosen Schächtens ein und kann nicht verstehen, dass unsere Volksvertreter bis heute diese archaische und tierquälerische Schlachtmethode billigen.

Hier ein (Video) über das betäubungslose Schächten und Schlachten, dass sich Kinder und Jugendliche nicht ansehen sollten, da die Szenen unerträglich grausam sind.

Wenn die Zeit sich nicht zurückdrehen lässt… – Wer tröstet die bedauernswerten Kraftwerksbetreiber?

Wenn das nicht eine gute Nachricht ist für alle, denen das Klima und damit das Wohl der Umwelt und ihrer Bewohner am Herzen liegt! Die großen Kraftwerksbetreiber Eon, RWE und EnBW kündigen die Stilllegung von Gas- und Kohlekraftwerken an. Wie es heißt, stehen Dutzende dieser Energie-Dinosaurier vor dem vorübergehenden oder dauerhaften Aus.

„Schuld“ ist die Energiewende: Die Betreiber jammern, dass sie nun mit ihren Gas- und Kohlekraftwerken rote Zahlen schreiben. Unter der Hand wird allerdings gemutmaßt, dass möglicherweise neue Subventionen „erklagt“ werden sollen. Aber bei den Entscheidungsträgern für deren Vergabe wird ja hoffentlich inzwischen mehr Vernunft eingekehrt sein, sodass davon Abstand genommen wird.

Die Ära, in der Ängste geschürt wurden, das Licht ginge aus, wenn Atomkraftwerke abgeschaltet würden, ist endgültig vorbei. Die schrittweise Stilllegung der Klima- und Umweltschädlichen Steinkohlekraftwerke dürfte ebenfalls nicht zu einer Energieverknappung führen. „Die Versorgungssicherheit ist nicht gefährdet“, betonte eine Sprecherin der Bundesnetzagentur.

An Beispielen, wie und wo die Kraftwerksbetreiber aus dem Gas-Kohle-Geschäft aussteigen wollen, mangelt es nicht. So zieht sich z. B. Eon aus der Produktion des Steinkohlekraftwerks Kiel zurück. RWE prüft in einem aufwendigen Verfahren, wo Kapazitäten verringert werden können. Und EnBW in Karlsruhe kündigte kürzlich die Stilllegung von vier Kraftwerksblöcken an.

Zum Verdruss der Verlierer der Energiewende hat sich aufgrund des großen Angebots erneuerbarer Energien der Börsenpreis für Strom derart stark verringert, dass sich vor allem Gas-, aber auch Kohlekraftwerke nicht mehr rentieren. Und es zeigt sich nun auch, dass hier und da in alter Manier auf falsche Pferde gesetzt wurde: So rechnet z. B. der „Stadtwerkeverbund Trianel“ für das erste komplette Betriebsjahr 2014 des neuen Steinkohlekraftwerks in Lünen/Westfalen mit ca. 100 Millionen Euro Verlust.

Zwar soll man nicht den Tag vor dem Abend loben, aber es besteht nach all diesen Entwicklungen die begründete Hoffnung, dass man in puncto Energiewende zu einem nicht unerheblichen Teil über den Berg ist!

Vorsitzende Barbara Nauheimer: „Zusammen sind wir stark!“

Barbara Nauheimer
Barbara Nauheimer

Als die Vorstandsmitglieder des Landesverbandes Bayern 10 Tage vor Abgabe der erforderlichen 2000 Unterstützungsunterschriften mit Schrecken feststellen mussten, dass noch ca. 400 Unterschriften für die Teilnahme an der Bundestagswahl fehlten, reisten spontan Parteimitglieder aus Niedersachsen und Baden-Württemberg an, um Bayern zu helfen.

Innerhalb weniger Tage gelang es, in der Münchner Innenstadt, auf dem „pro animale Sommerfest“ und beim „Zamperl-Rennen“ im Englischen Garten die fehlenden Unterschriften von Menschen, die wie wir der Meinung sind, dass sich für Tiere gravierend etwas ändern muss, zu bekommen.

Durch die tatkräftige Unterstützung von Margret Giese, Harald Piltz, Monika Grieshaber (mit einer Bekannten) und Matthias Ebner bekamen auch die Mitglieder aus dem Landesverband Bayern wieder einen erneuten Motivationsschub. Inge Kandl, Inge Ressner, Anita Grill und Susanne Franke brachten das unglaubliche Ergebnis von 171 Unterstützungsunterschriften an einem Nachmittag zustande!

Unterstützung erhielten wir auch in Karlsstadt von den Parteimitgliedern Herrmann Gampe und Heinrich Hecker. Auch die Schauspielerin und Tierfreundin Barbara Rütting wurde für uns aktiv und sammelte kräftig mit.

Zusammen sind wir stark, hatte sich auch schon bei der Demonstration in Leipzig gezeigt. Mitglieder aus den Landesverbänden Brandenburg, Hamburg, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Berlin, Bayern, Saarland, Sachsen und für einen Nachmittag auch aus Sachsen-Anhalt verteilten an zwei Tagen 8000 Flyer und kamen mit Parteifahnen, Trillerpfeifen, Demoschildern, Bannern und Megaphon zur Protestkundgebung vor dem Leipziger Centraltheater.

„Yes we can!“

Realität Klimakatastrophe – Neuer Rekord: Milliardenschäden durch die zweite Jahrhundertflut

Die Flut in Bayern und großen Teilen Ostdeutschlands im Juni dieses Jahres ist laut der Münchener Rückversicherung womöglich die kostspieligste Naturkatastrophe aller Zeiten in Deutschland. „Die endgültige Schadenhöhe steht noch nicht fest, aber es ist gut möglich, dass es die teuerste Naturkatastrophe in der deutschen Geschichte wird“, so Peter Höppe, Meteorologe und Leiter der Georisikoforschung des weltgrößten Rückversicherers, in einem Bericht der Süddeutschen Zeitung.

Mit mehr als zwölf Milliarden Euro rechnet der Rückversicherer die Schäden für alle betroffenen Länder in Europa. Nur Schäden ich Höhe von 3 Milliarden waren versichert. Allein im flutgeplagten Passau, wo sich mittlerweile kaum noch ein Hausbesitzer versichern kann, weil die Policen zu teuer sind oder die Versicherungen direkt ablehnen, entstanden Schäden von etwa zwölf Millionen Euro, neuer ein Rekordwert.

Die nächste Flut kommt bestimmt – und das nicht erst in hundert Jahren und es wird immer teurer werden! Was Vorboten der Klimakatastrophe sind, wird von den politisch Verantwortlichen immer noch als Klimawandel verharmlost. Und die selbsternannte Klimakanzlerin Merkel bremst weiterhin EU-Gesetze, die eine Verringerung der CO2-Werte für Kraftfahrzeuge vorzieht. Es gilt eben, die deutsche Automobil-Industrie zu schützen.

Wer schützt eigentlich die tausende Bürgerinnen und Bürger in den Flutgebieten vor Merkel?

Fleischskandal – So alltäglich, dass kaum davon berichtet wird…

Anfang Juni 2013 verdichteten sich die Gerüchte, dass im Schlachthof Coburg ein betrügerisches Netzwerk (nach monatelanger verdeckter Recherchearbeit des Bayerischen Rundfunks) bereits aussortiertes Gammelfleisch aus den dafür vorgesehenen Containern entwendet und etwas „aufgepeppt“ in den Handel gebracht habe.

Mittlerweile steht fest, dass ein Zerlegungsbetrieb der Firma Dellert das Gammelfleisch an Metzgereien und Gastronomiebetriebe – und das schon seit Jahren – verkaufte.

Nachdem die Staatsanwaltschaft eingeschaltet wurde, stellte die Firma Dellert-Fleisch ihre Tätigkeit ein und hat mittlerweile ihre 20 Mitarbeiter entlassen, um eine Insolvenz zu verhindern. Das Ende des Coburger Schlachthofes dürfte damit so gut wie sicher sein, da Dellert-Fleisch, der Hauptanmieter dieser Schlachtanlage, war.

Nach Zeugenaussagen ehemaliger Mitarbeiter wurde selbst eitriges Fleisch den Coburger Metzgereien und Gastronomiebetrieben untergeschoben.

„Dass die Fleischmafia hierzulande und weltweit vor nichts zurückschreckt, um ihren Profit zu steigern“, so der Bundesvorsitzende Stefan Eck „ist durch die regelmäßig auftretenden Fleischskandale belegt. Die einfachste Möglichkeit sich vor den Ekelprodukten zu schützen besteht darin, gänzlich auf Fleisch zu verzichten. Gesetzen und Kontrollen kann man nicht mehr vertrauen; den Konsumenten sollte dies klar sein.“

Ägypten im Aufruhr – Muslimbrüder wollen sich mit Militärputsch nicht abfinden!

Nachdem das Militär den umstrittenen Muslimbruder und Präsident Ägyptens, Mohammed Mursi, aus dem Amt gejagt hat, stehen dem Land unruhige Zeiten bevor. Die Nation scheint gespalten, denn knapp über 50 Prozent des ägyptischen Volkes steht hinter der Muslimbruderschaft und dem gestürzten Mursi, der vor einem Jahr durch demokratische durchgeführte Wahlen an die Macht kam.

Es stellt sich die Frage, ob die Tatsache, dass ein Großteil der Bevölkerung mit der Amtsführung der Regierung nicht zufrieden war, eine Machtübernahme des Militärs rechtfertigen kann. Nach tagelangen Massenprotesten mit dutzenden Todesopfern hatte das Militär am Mittwoch Präsident Mursi entmachtet und gemeinsam mit seinem Führungskreis festgenommen. Nur wenige Stunden später wurde ein Übergangspräsident, der bisherige Vorsitzende des Obersten Verfassungsgerichts, Adli Mansur, eingesetzt. Er kündigte an, die Islamisten an der Regierung beteiligen zu wollen. Dies lehnten die religiösen Kräfte in einer Stellungnahme jedoch kategorisch ab.

Einerseits verurteilt die Partei Mensch Umwelt Tierschutz den Militärputsch als undemokratische Gewaltaktion, andererseits kann sie verstehen, dass ein Volk aufbegehrt, wenn die persönliche Freiheit durch religiöse Regeln gravierend beeinträchtigt wird. Religionen haben in der Geschichte der Menschheit zu einem immensen Blutbad geführt, und es sieht so aus, dass sich daran im 21 Jahrhundert nichts ändern wird.

Traurig, aber wahr….

WDSF-Pressemitteilung und Protestaufruf: Tierquälerei in der Türkei und blutige Delfintreibjagd in Japan – TUI bietet als erster Reiseveranstalter wieder Delfinarien in der Türkei an

(WDSF-02.07.2013) Nachdem der Reiseveranstalter TUI noch im letzten Jahr dem Hagener Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) zugesagt hatte, keine Delfinarien in der Türkei mehr anzubieten, wurde jetzt ausgerechnet das heftig kritisierte “Sealanya-Delfinarium” in Alanya wieder im Reiseprogramm aufgenommen.

Zehn Delfine waren dort im Jahr 2008 aus der grausamen japanischen Delfintreibjagd in Taiji für 280.000 US-Dollar importiert worden. Im Frühjahr 2010 starben vier Delfine unter mysteriösen Umständen.

In Taiji findet alljährlich eine blutige Jagd auf rund 2.000 Delfine statt. Die schönsten Delfine werden für den Verkauf an Delfinarien aussortiert, der Rest wird abgeschlachtet und landet in japanischen Restaurants und Schulkantinen. Der Oscar-prämierte Kinofilm “Die Bucht” mit dem Ex-TV-Flipper-Trainer und Delfinschützer Richard O’Barry ging 2010 um die Welt und sorgt immer noch für Entsetzen über das blutige Treiben der japanischen Fischer. O’Barry, der 2011 mit dem Medienpreis Bambi geehrt wurde und Mitglied im WDSF-Kuratorium ist, sagte jetzt zur TUI-Entscheidung: “Delfine sterben weltweit für Delfinshowtickets an denen Blut klebt.”

WDSF-Geschäftsführer Jürgen Ortmüller: “Das Sealanya-Delfinarium ist einer der Mörder von Tierschutzrechten. Dass TUI sich nun wieder an der Tierquälerei durch den Verkauf von Tickets beteiligt ist ein Skandal. Die Delfine leben dort unter katastrophalen Bedingungen in viel zu kleinen Betonbecken und verbrennen bei über 40 Grad in der prallen Sonne, da ein erforderlicher Sonnenschutz fehlt. Das angebotene Schwimmen mit Delfinen ist kommerzielle Ausbeutung und Stress für die Tiere. TUI fördert durch den Ticketverkauf die mörderische Delfintreibjagd in Japan, weil durch die Erlöse des Betreibers Delfine aus Wildfängen nachgekauft werden können.”

Alle großen deutschen Reiseveranstalter hatten seit 2010 entschieden, keine Delfinarientouren in der Türkei mehr anzubieten, nachdem das Wal- und Delfinschutz-Forum zuvor dokumentiert hatte, dass die Meeressäuger unter katastrophalen Bedingungen gehalten werden.

Die Unternehmenskommunikation von TUI teilte dem WDSF mit, dass das Sealanya-Delfinarium die festgelegten Kriterien für Tierschutz erfülle: „Die Nachfrage deutscher Urlauber nach einem Delfinarienbesuch ist groß und das Angebot wird rege genutzt und zwar unabhängig von der Qualität der Einrichtungen. Mit dem Verkauf der Tickets stellt TUI sicher, dass Urlauber ein kontrolliertes und zertifiziertes Delfinarium besuchen.“

Pikanterweise hatte sich TUI in den Jahren 2007 und 2008 an der Aktion “Year of the Dolphin” der Vereinten Nationen zum Schutz wildlebender Delfine werbewirksam beteiligt und setzt sich in seiner Firmenbeschreibung intensiv für die Nachhaltigkeit im Naturschutz ein.

Jürgen Ortmüller / WDSF-Geschäftsführer