Niederländisches Parlament gegen Stierkampf-Subventionen

Gestern verabschiedete das niederländische Parlament einstimmig eine Resolution gegen EU-Subventionen für die spanische Stierkampf-Industrie. Die Partei Mensch Umwelt Tierschutz begrüßt seine Annahme als ein starkes und rechtzeitiges Signal in Richtung des spanischen Parlaments, das derzeit einen Legislativvorschlag zur Förderung und Unterstützung des Stierkampfs in Erwägung zieht. In einem zum Jahresanfang veröffentlichten Bericht wurde geschätzt, dass der spanische Stierkampf jährlich 130 Millionen Euro von EU-Steuerzahlern über Subventionen im Rahmen der Agrarpolitik der EU erhält. Mit der einstimmigen Verabschiedung der gestrigen Resolution nimmt das niederländische Parlament eine entschlossene Haltung gegen die Verwendung von EU-Mitteln zur Unterstützung dieser grausamen und veralteten “Unterhaltung” an.

Die Resolution der niederländischen Tierschutzpartei kommt zur rechten Zeit, da momentan das spanische Parlament über ein Gesetz debattiert, um den Stierkampf als „Immaterielles Kulturerbe“ zu schützen. In der Praxis würde dies bedeuten, dass mehr öffentliche Gelder in die Stierkampf-Industrie fließen würden und darüber hinaus der Stierkampf sogar für Kinder gefördert würde. Dies würde auch die Aufhebung des regionalen Stierkampfverbots in Katalonien bedeuten. Am 10. und 11.Juli wird eine mündliche Anhörung im spanischen Parlament stattfinden. Eine Abstimmung wird für Anfang September erwartet.

“Die Partei Mensch Umwelt Tierschutz ist äußerst besorgt über das Vorhaben der spanischen Regierung“, so Martina Szyszka, Leiterin des Bundesarbeitskreises für internationalen Tierschutz. „Die Resolution ist ein deutlicher Hinweis an die spanischen Parlamentarier, dass in einem modernen Europa Stierkampf nicht geeignet ist, um Kultur zu vermitteln. Diese inakzeptablen Subventionen sind ebenso wie der Stierkampf selbst abzuschaffen.“

Martina Szyszka
Beisitzerin im Bundesvorstand
Leiterin BAK Internationaler Tierschutz
Wittensteinstr. 108
42285 Wuppertal
Tel.: 0202 / 4936242
E-Mail: martina-szyszka (at) tierschutzpartei.de

 

03.07.2014: Kurzmeldung aus Strasbourg

Repräsentant der Stadt Strasbourg muss mehrere Gläser Foie Gras abholen

Am Donnerstag, den 03.07.2014, sprachen Stefan Eck und Anja Hazekamp mit einem Repräsentanten der Stadt Strasbourg (G. Delmotte) über das kritisierte Willkommensgeschenk für die Abgeordneten des Achten Europäischen Parlamentes, das unter anderem eine Terrine Strasbourgeoise mit 20 Prozent Foie Gras Oie enthielt.

Eck und Hazekamp machten Herrn Delmotte auf die extrem tierquälerischen “Produktionsmethoden” aufmerksam und erklärten ihm, dass ein großer Teil der Fraktionsmitglieder solcher Art “Qualprodukte” kategorisch ablehne.

Sie überreichten ihm im Anschluss die im Büro Eck abgegebenen Foie Gras-Terrinen und baten ihn, zukünftig auf andere lokale Produkte bei Geschenken für die Abgeordneten zurückzugreifen.

Herr Delmotte gab deutlich zu erkennen, dass er die Problematik der Herstellungsmethoden kenne und die Zurückweisung besagter Gänsestopfleber-Produkte verstehe, aber Foie Gras eine lange “Tradition” im Elsass habe.

“Tradition ist niemals ein Garant für das ethisch Korrekte.”, entgegnete Stefan Bernhard Eck, “mit Elsässer Sauerkraut, ist sowohl der regionalen Tradition als auch dem ethischen Aspekt gedient.”

Abschließend wies man den Repräsentanten der Stadt Strasbourg darauf hin, dass sich die regionalen Hersteller sowie die Befürworter des Tierqualprodukts zum Thema Foie Gras auf weitere Kritik einstellen können.

Ob sich die Fraktion der Europäischen Grünen dem Beispiel eines Großteils der Genossinnen und Genossen der GUE/NGL anschließen werden, dürfte unwahrscheinlich sein, denn Herrn Delmotte hat diesbezüglich nichts verlauten lassen…

Landesverband Bayern in Aktion

Dritter “Partei-Stammtisch”

Trotz des heißen Wetters und der Fußball WM kamen sechs Mitglieder des Landesverbandes Bayern am 02.07.2010 zum 3. Partei-Stammtisch. Bundesvorstandsmitglied Horst Wester hatte die lange Anreise aus der Nürnberger Gegend nicht gescheut und zeigte Entwürfe für Autoaufkleber. Diese sollen in nächster Zeit produziert werden und an alle Parteimitglieder großzügig verteilt werden sowie Interessenten an unseren Infoständen geschenkt werden. Neue Faltblätter, z.B. zur Kaninchenmast und zu sozialen Fragen sind ebenfalls in Bearbeitung; wir konnten uns die Entwürfe hierzu schon einmal ansehen.

Auch am Montag, Dienstag und Mittwoch ist Aktivität wieder angesagt: In Rosenheim bei “Animal Cry”, eine Veranstaltung, die auf das millionenfache Tierleid in aller Welt aufmerksam macht. Wir werden mit unserem neuen Info-Stand dort vertreten sein.

Pressemitteilung, Stefan Bernhard Eck (MdEP) / 02.07.2014

Gänsestopfleber als Geschenk unpassend!

Brüssel, 02.07.2014: In der Fraktionssitzung der “Vereinten Europäischen Linken / Nordische Grüne Linke” am 01.07.2014 erhob der EU-Abgeordnete Stefan Bernhard Eck (Partei Mensch Umwelt Tierschutz) vehement Einspruch gegen die Annahme eines Geschenkes der “Association Europèenne des Jeunes Entrepreneurs”, “Democratie Europèenne” und “Strasbourg Pour l’Europe” an die Abgeordneten des neu gewählten Europäischen Parlamentes.

In dem Präsent befand sich unter anderem ein Glas “Terrine Strasbourgeoise” mit 20 Prozent Foie Gras, einer angeblichen Delikatesse, deren Herstellung mit extremster Tierquälerei verbunden ist.

Da sich die Fraktion GUE/NGL durch den Beitritt von Stefan B. Eck und Anja Hazekamp (Partij voor de Dieren, Niederlande) verstärkt für deutliche Verbesserungen im Tierschutz einsetzen will, haben sich spontan eine große Zahl von Fraktionsmitgliedern dafür ausgesprochen, das unpassende Geschenk nicht anzunehmen – auch aus der Überzeugung heraus, dass diese “Delikatesse der Reichen” ein Relikt der Vergangenheit sein sollte, da in den Europäischen Krisenländern des Südens mittlerweile gehungert wird.

Die beiden Tierrechtler Hazekamp und Eck werden das “Qualprodukt” in Kürze mit einer entsprechenden Protestnote an die Absender dieses unpassenden Geschenkes zurückgeben.

“Mein Herz schlägt für Tiere, aber auch links – beides verträgt sich mit Gänsestopfleber überhaupt nicht”, so Stefan Bernhard Eck, der neu gewählte Abgeordnete des Europäischen Parlamentes.”

01.07.2014: Kurzmeldung aus Brüssel

Wahl des Präsidenten des Europäischen Parlamentes

Erster Wahlgang mit einem Kandidaten unserer Fraktion – der GUE/NGL: Pablo Iglesias (Podemos, Spanien).

Da dieser Wahlgang geheim durchgeführt wird, dürfte es heute ein sehr langer Sitzungstag werden…

Die Asylpolitik der EU – kein Ruhmesblatt!

Es muss endlich gehandelt werden

Jeder weiß, dass vorhandene Probleme ständig größer werden, je länger man sie vor sich herschiebt. Wer aber meint, auch unsere Brüsseler Volksvertreter hätten diese Binsenweisheit verinnerlicht und würden sie ganz selbstverständlich zur Maxime ihres Handelns machen, der irrt gewaltig. Ein nachgerade erschütterndes Beispiel dafür ist ihre Asylpolitik.

Erst die Revolten in Nordafrika im Frühjahr 2011 mit dem anschließenden Flüchtlingsstrom in Richtung der italienischen Insel Lampedusa brachten die schon jahrelang verschwiegenen Tragödien vor den Küsten Europas ans Licht: Zu dem Zeitpunkt hatten schon Tausende Migranten ihr Leben gelassen, denn oft kenterten die maroden überfüllten Boote und Rettung war nur selten möglich.

Als im Oktober 2013 mehr als 360 Menschen bei einer Schiffskatastrophe vor Lampedusa ums Leben kamen und schon kurz darauf ein überladenes brüchiges Boot kenterte und 34 Menschen in die Tiefe riss, wurde vollends deutlich, dass endlich gehandelt werden musste, damit sich solche Tragödien nicht ständig wiederholten. Und was geschah seither? Nichts! Letztes Beispiel: Die italienische Marine fand Ende Juni Dutzende Flüchtlinge tot auf einem Fischkutter – auf engstem Raum zusammengepfercht und elendiglich erstickt.

Durch den barbarischen Krieg in Syrien wächst nun der Flüchtlingsstrom nach Europa noch dramatischer an, und es wird immer schwieriger, Herr der Lage zu werden. Insbesondere Italien ist völlig überfordert und klagt die Mitgliedstaaten zu Recht unterlassener Hilfeleistung an. Bisher sind ja vor allem die Länder fein raus, die nicht ans Mittelmeer grenzen; sie profitieren von der – jeder Logik entbehrenden – Vereinbarung, zuständig für den Flüchtling sei das Land, auf das er zuerst seinen Fuß setzt (Variante der „Drittstaatenlösung“). Allein am vergangenen Wochenende landeten 5000 Flüchtlinge an der italienischen Küste! So darf es nicht weitergehen.

Um endlich Abhilfe zu schaffen, wird zweierlei notwendig sein: Einerseits muss alles getan werden, den Lebensstandard in den Hungergebieten dieser Erde zu erhöhen, denn auch verödete Landstriche, die ein Überleben unmöglich machen, lassen nur noch die Flucht zu. Zum andern müssen endlich die mit der Aufnahme von Flüchtlingen verbundenen Lasten auf alle Länder der EU verteilt werden, je nach den jeweiligen Kapazitäten. Voraussetzung dafür ist, die unselige o. g. Vereinbarung umgehend außer Kraft zu setzen!

Man kann dem italienischen Regierungschef Mattero Renzi, der für ein halbes Jahr die EU-Ratspräsidentschaft übernimmt, nur Glück zu seinem Vorhaben wünschen, seine Kollegen ins sprichwörtliche Boot zu holen – ein Begriff, der in diesem Zusammenhang seine besondere Bedeutung haben dürfte!