Veggie-World 2013 in Wiesbaden – Großes Interesse an unserer Partei

Auch in diesem Jahr besuchten wie im Vorjahr wieder über 20 000 Besucher diese Fachmesse für Vegetarier und Veganer, die mit der Paracelsus-Messe gleichzeitig in den Rhein-Main-Hallen in Wiesbaden stattfand.

Neben Informations- und Verkaufsständen, Kochshows mit bekannten veganen Gourmet-Köchen und Vorträgen zu den Themen Vegetarismus und Veganismus stand im Wahljahr auch das die Politik auf der Agenda.

Parteivorsitzender Horst Wester hielt einen interessanten Vortrag mit dem Titel „Tabuthema für Werbung und Politik – Vegetarismus“ und Partei-vorsitzender Stefan B. Eck zeigte bei einer Podiumsdiskussion mit der tierschutzpolitischen Sprecherin von Bündnis90/Grüne, der tierschutzpolitischen Sprecherin der Linken und einem Senatsabgeordneten aus Berlin der Piraten Flagge für unsere Partei. In der Diskussion wurde wieder einmal deutlich, dass wir schon vor Jahren die politischen Maßnahmen für eine Reduktion des Fleischkonsums einforderten, die heute von Bündnis90/Grüne und der Linken angedacht werden wie z.B. die Anhebung der Mehrwertsteuer für Fleisch- und Milchprodukte auf 19 Prozent.

Unser Messe-Stand war gut besucht und es ergaben sich viele Gespräche mit Menschen, die an Tierschutz- und Tierrechtsthemen interessiert sind und auch ihre Bereitschaft signalisierten, Mitglied in unserer Partei zu werden.

EU-Politik auf Abwegen: Kontrollvorschriften gegen BSE gelockert

„Tiermehl“ ab Juni 2013 in Aquafarmen wieder zugelassen

Vor zwölf Jahren reagierte das EU-Parlament auf die Rinderkrankheit BSE mit einem Verbot, zermahlene Schweine und Hühner an Fische in Aquafarmen zu verfüttern. Ab Juni 2013 läuft dieses Verbot aus und dann darf wieder „Tiermehl“ aus Schweinen und Hühnern an Fische verfüttert werden.

Der Beschluss der EU-Kommission beruft sich auf wissenschaftliche Erkenntnisse, nach denen das Risiko einer BSE-Übertragung als geringfügig eingestuft wird – solange es nicht zu Kannibalismus unter den Fischen kommt. Dies soll durch ein Kontrollsystem inklusive DNA-Tests sichergestellt werden.

Auf Grundlage dieses Beschlusses soll nach dem Jahr 2014 – einem Kommissionssprecher zufolge – auch geprüft werden, ob die Verfütterung von „Schweinemehl“ an Hühner sowie von „Hühnermehl“ an Schweine wieder zugelassen werden soll. Die Verfütterung von Wiederkäuern wie Rinder, Schafe oder Ziegen bleibt weiterhin verboten, ebenso eine Verfütterung von „Fischmehl“ an Wiederkäuern.

„Tiermehl“ ist ein Produkt der Tierkörperverwertung. In einer Tierkörperbeseitigungsanlage werden die Körper von verendeten Tieren, Schlachtabfälle und tierische Nebenprodukte mittels mechanischer und chemischer Aufarbeitung zu „Tiermehl“ und anderen Produkten verarbeitet. Das Risiko, dass mit „Tiermehl“ Krankheitserreger verbreitet werden, so wie dies vor der „BSE-Krise“ geschah, ist weiterhin vorhanden!

Die Partei Mensch Umwelt Tierschutz befürchtet, dass dieser Schritt zu einer unbemerkten Rückkehr der Rinderseuche BSE führen kann, obwohl die gemeldeten BSE-Fälle seit Jahren drastisch zurückgegangen sind.

Der Pferdefleisch-Skandal

Jede Münze hat zwei Seiten

Wieder einmal wurden die Verbraucher/innen betrogen und ein Aufschrei geht durch die Medien. Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner reagierte empört über die Beimischung von Pferdefleisch in Lasagne-Packungen: „Das ist `ne echte Sauerei“. (Anmerkung der Redaktion: Welch gekonnte Wortwahl!)

Es steht außer Frage, dass die Verbraucher/innen ein Recht auf Transparenz und eine verbindliche Deklarierung der Inhaltsstoffe in Lebensmitteln haben, denn was auf der Packung drauf steht, muss auch drin sein. Die Schuldigen des Etikettenschwindels müssen gefunden und bestraft werden.

Aber jede Münze hat auch zwei Seiten: Der Pferdefleisch-Skandal ist auch ein „Verbraucher-Skandal“. Auf der Jagd nach immer billigeren Lebensmitteln, denkt er kaum darüber nach, wie die einzelnen Produkte hergestellt wurden. Fleisch vom Rind oder Schwein oder Huhn wird in Lebensmitteln akzeptiert – er kauft, genießt und schweigt, wendet sich aber angewidert ab, wenn das Produkt Pferdefleisch enthält.

Über die Frage, was der eigentliche Unterschied zwischen Rind, Schwein, Huhn oder Pferd ist, sollte der Verbraucher mal ernsthaft nachdenken. Alle genannten Tierarten leiden und landen nach ihrem kurzen und qualvollen Dasein irgendwann einmal im Schlachthaus.

Einer Statistik zufolge verbraucht ein Deutscher in seinem Leben im Schnitt 1 094 Tiere, darunter 4 ganze Rinder, 4 Schafe, 12 Gänse, 37 Enten, 46 Schweine, 46 Puten und 945 Hühner. Alles fühlende und schmerzempfindliche Lebewesen, die kommentarlos vom Verbraucher verspeist werden.

Es sind ja nur die üblichen „Nutztiere“…

Riesige Unterschiede zwischen Mensch und Maus

Amerikanische Experten stellen Tierversuche in Frage

Mäuse und Menschen reagieren auf Entzündungsprozesse und andere Verletzungen völlig unterschiedlich. Die medizinische Forschung solle daher ihren Schwerpunkt mehr auf die komplexen menschlichen Krankheiten legen, anstatt sich auf Tierversuche zu verlassen, ist das Fazit eines gerade erschienenen Fachartikels amerikanischer Wissenschaftler.(Pressemitteilung vom 13. Februar 2013 von Ärzte gegen Tierversuche hier lesen)

Recherche in deutschen Zuchtbetrieben für Schweine

Deutschland verstößt gegen EU-Gesetz für Schweine

“Animal Rights Watch” veröffentlicht Recherchen aus deutschen Schweinezuchtbetrieben: Obwohl die zeitweilige Gruppenhaltung von Sauen in der Schweinezucht EU-weit seit dem 01.01.2013 geltendes Recht ist, hapert es noch in vielen Ländern an der Umsetzung. Sauen werden in der Zucht trotz Verbot oft permanent fixiert. ZDF „Frontal 21″ berichtete am Dienstag, den 12.02.2013, darüber. (Zum Bericht + aktuellem Videomaterial aus deutschen Schweinezuchtbetrieben)

Annette Schavan: Ihre Ehre hatte sie schon lange verloren

Ein Blick zurück ins Jahr 2010

Ein Artikel in der Ausgabe Nr. 40 der ZeitenWENDE aus dem Jahr 2010 beleuchtete die Rolle von Frau Schavan im Zusammenhang mit der EU-Tierversuchsrichtlinie vom 09. November 2010, die anschließend in nationales Recht umzusetzen war. Tierversuchsgegner hatten ihre ganze Hoffnung darauf gesetzt, dass zumindest die im Kommissions-Entwurf vorgeschlagenen minimalen Verbesserungsvorschläge berücksichtigt würden.

Aber diese Hoffnung wurde zerschlagen, und die Endergebnisse, die nicht zuletzt auf Betreiben der deutschen Bildungsministerin zustande kamen, lösten Entsetzen aus. Diese Frau war sich nicht zu schade, in einem abstoßenden Kotau vor der Tierversuchslobby und unter sträflicher Missachtung des im Grundgesetz verankerten Tierschutzes allein der „Wissenschaft“ das Wort zu reden: Einschränkungen von Tierexperimenten, so Schavan, seien nicht mit der im Grundgesetz verbürgten Forschungsfreiheit zu vereinbaren!

Vor allem sorgte sie dafür, dass ausnahmslos sämtliche Versuche, auch an Affen, einschließlich Menschenaffen, zugelassen wurden. Sie hat mit ihrer Haltung zu Tierversuchen Tod und Verderben von Millionen fühlender Lebewesen zu verantworten. In diese Verantwortung fällt unter anderem auch die skandalöse Tatsache, dass Tierversuche nicht einmal rückwirkend auf ihre Relevanz für den Menschen untersucht werden dürfen und im Übrigen geheim zu halten sind! Sogar strengere nationale Regelungen wurden untersagt.

Tierversuche zum Wohl des Menschen? Indem sie das Licht der Öffentlichkeit scheut und beweiskräftige Überprüfungen ablehnt, führt die Tierversuchs-Mafia selbst ihr verbrecherisches Tun ad absurdum. Und, schlimm genug, Frau Schavan steckt mit den Akteuren unter einer Decke.

Fazit: Unser Land braucht keine herz- und mitleidslose „Bildungs“-Ministerin. Neben ihrer Einstellung zu Tierversuchen sollte der Skandal bez. ihrer Dissertationsarbeit zur Folge haben, dass sie freiwillig von ihrem Amt zurücktritt. Nicht nur Tierversuchsgegner, aber die ganz besonders, würden ihr keine Träne nachweinen.

Brüderle-Vorfall löst Sexismus-Debatte aus

Die Debatte um Reiner Brüderle hat nicht nur die Aufmerksamkeit auf den Fraktionsvorsitzenden der FDP gelenkt, sondern auch eine Diskussion über das Thema Sexismus losgetreten. Brüderle soll die Fragen der Sternreporterin Laura Himmelreich in einem Interview mit Kommentaren wie “Sie können ein Dirndl auch ausfüllen” kommentiert haben. Ob die Anschuldigungen gegen den deutschlandweit bekannten Politiker wahr sind oder ob „der spitze Kandidat“ (so ein Stern-Titel) nur Mittel zum Zweck für eine Kampagne gegen die FDP ist, lässt sich von einem Außenstehenden nur schwer beurteilen.

Fakt ist jedoch, dass in puncto Sexismus auch in Deutschland noch viel getan werden muss. Natürlich sollten wir in dieser Debatte nicht vergessen, altbekannte Flirtsituationen von sexistischen Anmaßungen zu unterscheiden, jedoch ist die Grenze zur Unsitte noch viel zu weit gesetzt und Sexismus als Problem unterschätzt. Sobald ein „Flirt“ oder ein „gut gemeinter Altherrenwitz“ sich dahingehend entwickelt, dass der Gegenpart sich herabgewürdigt, verletzt oder diskriminiert fühlt, ist klar, dass es sich um Sexismus handelt, der nicht als Lappalie abgetan werden darf. Auch oder vielleicht gerade dann erst recht nicht, wenn es sich um einen Politiker handelt!

„Grüne Woche“ in Berlin: Auch wir waren präsent – Versuch macht klug!

GruenewocheDie “Internationale Grüne Woche” in Berlin, die weltgrößte Messe für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau, hat zu Recht bei Tierrechts-Insidern den Ruf, eine weitgehend unreflektierte „Sauf- und Fressveranstaltung“ zu sein. Bei Volksmusik aus aller Herren Länder bzw. aus den verschiedensten deutschen Bundesländern, kommt man sich bisweilen vor wie auf dem Oktoberfest!

Für den, der´s mag, hat es sicher seinen Reiz, internationale oder regionale Spezialitäten kennenzulernen. Ob die Produkte aus tierquälerischer Haltung oder menschenunwürdigen “Not Fairtrade”-Arbeitsbedingungen in der sogenannten Dritten Welt stammen, interessiert allerdings wohl kaum die vorwiegend „eingefleischten“ Besucher…

Und dennoch: „Bio“, vegan-vegetarische Ernährung und Fairtrade werden langsam, aber merklich zunehmend nachgefragt. Das war auch auf der Grünen Woche sichtbar, etwa durch mehr vegan-vegetarische Angebote als früher.

Dass Tierschutz immer mehr Menschen interessiert, spiegelt sich auch in dem Aufwand wider, den die offiziellen Landwirtschaftsvertreter betreiben – indem sie den Besucher/innen in der sogenannten Tierhalle eine heile “Nutztier”-Welt vorgaukeln.

Es war für uns eine interessante Erfahrung, vor Ort zu erleben, was man sonst nur aus dem Fernsehen kennt. Wir sind danach umso mehr überzeugt, dass es richtig ist, wofür unsere Partei steht: für eine Ernährungswende zugunsten von Tierschutz, Klimaschutz, fairen Handelsbedingungen und Gesundheit.

Unser Auftreten vor Ort bot uns die gute Gelegenheit, unser Info-Material – als Gegengewicht zum ausliegenden Werbematerial – zu verteilen und darüber hinaus etlichen Stand-Besuchern die politischen Ziele unserer Partei zu erläutern. So konnten wir – im Rahmen des Möglichen – einen Kontrapunkt zum üblichen Grüne-Woche-Spektakel setzen!

Tierversuche für Kosmetik könnten bald Vergangenheit sein

Ein realer Hoffnungsschimmer

Seit Jahrzehnten kämpfen Tierversuchsgegner gegen die Übermacht der Ausbeuter von Tieren für Versuche, sei es auf dem medizinischen, sei es auf dem Kosmetik-Sektor oder für andere Zwecke. Selbst der versprochene Termin für die Abschaffung der Versuche für Kosmetika, der 11. März 2013, schien aufgrund massiver Kampagnen der Profiteure von Tierversuchsprodukten wieder ins Wanken geraten.

Nun gibt es einen Hoffnungsschimmer: Laut der Tierschutzorganisation Vier Pfoten hat der neue EU-Gesundheitskommissar, Tonio Borg, seine Absicht signalisiert, das Verbot zum angekündigten Datum in Kraft treten zu lassen. Ihm wurden über 100 000 Unterschriften für eine Petition überreicht, in der mit Nachdruck gefordert wurde, den betr. Termin einzuhalten.

Zwar sind seit 2009 Tierversuche für Kosmetika in der EU verboten, aber das Verbot wird ständig unterlaufen, indem die Produkte wieder eingeführt werden, nachdem sie im Ausland an Tieren getestet worden sind.

Es ist zu erwarten, dass Tonio Borg massiv von der Kosmetikindustrie bedrängt werden wird, die Frist um weitere Jahre hinauszuschieben. Aber es besteht Hoffnung, dass er sich in seinem Entschluss nicht beirren lässt.

Uns ist in diesem Zusammenhang wichtig, darauf hinzuweisen, dass man sich endlich von der Behauptung distanzieren sollte, es sei zwischen „nötigen“ und „unnötigen“ Tierversuchen zu unterscheiden, wobei die Letzteren z. B. dem Kosmetik-Sektor zuzuordnen seien, die Ersteren, die angeblich nötigen, dem medizinischen. Zwischen Mensch und Tier bestehen vielfach erwiesene gravierende Unterschiede, so dass Schädigungen am Menschen nicht vorausgesagt werden können. Deshalb ist es fahrlässig, Ergebnisse aus Tierversuchen auf den Menschen zu übertragen und Menschen Medikamente zu verabreichen, die an Tieren getestet wurden! Weit über 200 000 jährlich auf diese Weise schwer geschädigte Menschen, von denen Tausende sogar sterben, sollten Grund genug sein, endlich ausnahmslos von Tierexperimenten Abstand zu nehmen und ausschließlich tierversuchsfreie, menschenbezogene Forschungsmethoden anzuwenden (Zellkulturen, In-vitro-Forschung, Computersimulation und eine Fülle weiterer heute zur Verfügung stehender Methoden).

Mit dieser Abkehr von grausamer Tierquälerei wird endlich auch der eigentlich selbstverständlichen Forderung Genüge getan, Tierversuche allein schon aus ethischen Gründen zu beenden. Es gibt kein „Recht des Stärkeren“, sich über die Rechte Schwächerer oder gänzlich Wehrloser hinwegzusetzen!