Im März 2004 – nur ein Jahr später als Kroatien – stellte Mazedonien ein EU-Beitrittsgesuch und erlangte 2005 den offiziellen Kandidatenstatus. Es gab jedoch von Anfang an zwei große Hindernisse.
Das eine war der Streit mit Griechenland über den Namen, denn eine nordgriechische Region nennt sich ebenfalls Mazedonien bzw. Makedonien. Dieser Streit konnte erst 2019 beigelegt werden, als sich die bisherige Republik Mazedonien umbenannte in Nordmazedonien.
Das andere war ein weit zurückreichender Konflikt mit dem Nachbarstaat Bulgarien über kulturelle und historische Fragen. Obwohl dieser Konflikt bis heute schwelt, wurde 2022 – also nach mehr als eineinhalb Jahrzehnten – endlich offizielle Beitrittsverhandlungen eingeleitet.
Insgesamt bescheinigen die EU-Behörden Nordmazedonien Fortschritte sowohl im rechtlichen als auch im wirtschaftlichen Bereich. Größere Defizite sind momentan noch in der Korruptionsbekämpfung und in der Bekämpfung der organisierten Kriminalität erkennbar. Reformbedarf besteht außerdem im Wahlsystem.
Nordmazedoniens Präsidentin Gordana Siljanovska-Davkova sagte im vergangenen Jahr, der Weg ihres Landes zur EU-Mitgliedschaft sei wie “Warten auf Godot”. Und tatsächlich scheint noch längst nicht ausgemacht, dass Nordmazedonien in der nächsten Beitrittsrunde mit von der Partie ist.