Artensterben

Die Vielfalt geht zurück – Aktion in Sachsen gestartet: Bunte Wiesen für Schmetterlinge

Laut Freie Presse vom 21.05.2015 stellte in dieser Woche das Bundesamt für Naturschutz (BfN) den ersten umfassenden Artenschutz-Report vor. Daraus geht hervor, dass jede dritte untersuchte Art in Deutschland gefährdet ist.

Ob Rebhuhn oder Wildbiene: „Der Zustand der Artenvielfalt in Deutschland ist alarmierend“, sagte BfN-Präsidentin, Prof. Beate Jessel. Außerdem betonte sie, dass das nationale Ziel, das Artensterben in Deutschland aufzuhalten, gescheitert sei. Die intensive Landwirtschaft sei die wichtigste Ursache für den Verlust der Artenvielfalt.

Laut Bericht sei die Situation nachfolgender Tiere besonders alarmierend:

  • knapp 46 Prozent der wirbellosen Tiere, zu denen Insekten gehören, sind bedroht, extrem selten oder ausgestorben
  • alle 600 Wildbienenarten werden mit großer Sorge beobachtet
  • 28 Prozent der Wirbeltierarten: Süßwasserfische, Amphibien, Reptilien, Vögel, Säugetiere sind in ihrem Bestand gefährdet
  • die Situation bei den Brutvögeln hat sich spürbar verschlechtert: Kiebitz und Feldlerche gehe es schlechter

Es gibt auch Lichtblicke: Erholt hat sich der Bestand an Wölfen, Bibern, Schwarzstörchen und Seeadlern. Kegelrobben gibt es wieder in der Nordsee und auch in der Ostsee wurden sie gesehen.

Um den Bestand der schwindenden Schmetterlinge zu stoppen, wurde in Sachsen in dieser Woche ein Schmetterlings-Projekt gestartet, das die Bürger/innen im Fokus hat mit dem Ziel: bunte Artenvielfalt schätzen zu lernen.

„Puppenstuben“ heißt die neue umweltbildende Mitmach-Aktion, die von der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt, des Naturschutzbundes Sachsen (NABU), des Senckenberg Museums für Tierkunde und der Landschaftspflegeverbände Sachsens ins Leben gerufen wurde. Mit Hilfe der großen und kleinen Bevölkerung sollen in den kommenden drei Jahren möglichst viele schmetterlingsgerechte Wiesen entstehen. Hier lesen.

Unser Tipp: Schaffen Sie auf Ihrem Balkon oder Terrasse kleine naturnahe Blumeninseln, wo Schmetterlinge und andere Insekten Nektar finden. Kleingärtner schützen das Leben und Wachstum von Schmetterlingen und Insekten, indem sie keine Gifte verwenden und dem englischen Rasen lebewohl sagen.