Nicht unpolitisch, nicht rechts, sondern links!

Die meisten kleineren Parteien – und manchmal auch die großen – werden immer mal wieder von einer Rechts-Links-Diskussion heimgesucht. Diese kann dann konstruktiv, offensiv und selbstkritisch geführt werden, so dass die Begründung der Positionierung in der politischen Landschaft ein Update erfährt und das Profil der Partei geschärft wird. Daher sollte man sich einer solchen Debatte dann auch öffentlich und mutig stellen. Continue reading “Nicht unpolitisch, nicht rechts, sondern links!”

Tierschutzpartei fordert Neuwahlen in Thüringen

Partei Mensch Umwelt Tierschutz kritisiert Minderheitsregierung von Höckes Gnaden scharf und fordert Neuwahlen

Thomas Kemmerich (FDP) konnte aufgrund vorangegangener Absprachen mit Björn Höcke Ministerpräsident von Thüringen werden. Eine Partei, die mit ein paar Dutzend Wählerstimmen über der Fünfprozenthürde gerade so in den Landtag einzog, ist also fortan auf die aktive Unterstützung einer Partei angewiesen, die derzeit ein Prüffall für den Verfassungsschutz ist. Continue reading “Tierschutzpartei fordert Neuwahlen in Thüringen”

Initiative der Tierschutzpartei erfolgreich – Greifswald spricht sich für Zirkus ohne Wildtiere aus!

Die Greifswalder Bürgerschaft beschließt, Flächen in städtischem Eigentum oder Besitz künftig nur noch Zirkusbetrieben oder Veranstaltern zu überlassen, die keine Wildtiere mit sich führen. Eine Mehrheit von 22 von 37 Stimmen unterstützte den Antrag der Fraktion “DIE LINKE und PARTEI MENSCH UMWELT TIERSCHUTZ”. Continue reading “Initiative der Tierschutzpartei erfolgreich – Greifswald spricht sich für Zirkus ohne Wildtiere aus!”

Gedenken zum Jahrestag der Befreiung von Auschwitz

Heute vor 75 Jahren, am 27. Januar 1945, befreiten Angehörige der Sowjetarmee das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Nur 7000 Menschen, zumeist Kranke und Kinder, fanden sie lebend vor, denn die anderen Opfer waren bereits getötet oder auf lange Todesmärsche in andere Lager geschickt worden. Continue reading “Gedenken zum Jahrestag der Befreiung von Auschwitz”

Das Atomabkommen und die jüngsten Entwicklungen im Verhältnis zum Iran

von Dr. Marcel Krohn / Sebastian Stopper

Der Iran hat etwa 80 Millionen Menschen und damit eine vergleichbare Bevölkerungsgröße wie Deutschland. Es handelt sich um ein hochindustrialisiertes Land, das neben den Exportschlagern Öl, Gas, Stahl- und Aluminiumgüter, auch Autos, Schiffe, Flugzeuge herstellt, um nur einige wichtige zu nennen. Das BIP erreichte 2011 mit knapp 600 Milliarden Dollar seinen bislang höchsten Wert. In den vergangenen zwei Jahren hat die Wirtschaft des Landes unter dem Sanktionsdruck der USA stark gelitten.

Historische Dimension in den bilateralen Beziehungen zwischen dem Iran und den USA

Wenn man das Verhältnis zwischen den USA und dem Iran begreifen will, muss man auf das Jahr 1953 zurück gehen, als die Vereinigten Staaten gemeinsam mit Großbritannien, um die Interessen ihrer nationalen Ökonomien zu wahren, den Putsch gegen den ersten demokratischen Ministerpräsidenten des Iran, Mossadegh, vorantrieben. Mossadegh war keineswegs unumstritten, hatte aber eine klare Mehrheit der iranischen Bevölkerung hinter sich. Die Entmachtung Mossadeghs festigte die Stellung des Schahs Mohammad Reza Pahlavi, der ein Freund amerikanischer Lebensart war und sich mit unverhohlenem Sarkasmus über die Gepflogenheiten iranischer Kultur hinwegsetzte. Nachdem die USA nach Ausbruch der islamischen Revolution das Land mit weitreichenden Sanktionen belegt und dem Schah Asyl gewährt hatten, entlud sich die Wut des Mobs, der die amerikanische Botschaft erstürmte und gestützt von Revolutionsführer Chomeini 52 Botschaftsangehörige rund ein Jahr lang in Geiselhaft nahm. Im ersten iranisch-irakischen Krieg belieferten die USA (neben Frankreich, China, der UdSSR u.a.) Saddam Hussein mit Waffen, der 1988 durch Einsatz des Nervengifts VX, das von amerikanischen Kampfhubschraubern versprüht wurde, faktisch den Sieg davontrug. Im selben Jahr zerstörten die USA zwei iranische Ölplattformen und mehrere Schiffe. Außerdem beschoss eine amerikanische Fregatte auf iranischem Hoheitsgebiet ein ziviles iranisches Flugzeug, wobei 290 Menschen ihr Leben verloren. Nach dem Terroranschlag auf das World Trade Center bezeichnete George W. Bush Iran als einen Teil der ‚Achse des Bösen‘ und verschärfte die Sanktionen. Nachdem Präsident Ahmadinedschad bekannt gegeben hatte, dass der Iran ein eigenes Atomwaffenprogramm anstrebte, führte 2006 einer Resolution des UN-Sicherheitsrats entsprechend auch die Europäische Union Handelssanktionen gegen Teheran ein. Die Sanktionen ließen keinen Bereich der Wirtschaft aus, so dass die iranische Ökonomie erheblichen Schaden nahm.

Die Entwicklung seit dem Atomabkommen

Das Atomabkommen von 2015 sollte den Iran am Bau von Atomwaffen hindern und sein ziviles Nuklearprogramm internationaler Kontrolle unterwerfen. Im Gegenzug wurden Sanktionen gegen das Land schrittweise aufgehoben. Für den Iran bedeutete das Abkommen eine Erholung seiner Wirtschaft, und allein der Handel mit Europa stieg 2017 auf über 10 Milliarden Euro. Obwohl die Internationale Atomenergieagentur (IAEA) dem Iran mehrfach bescheinigte, sich an die Abmachungen des Atomabkommens zu halten, wurden Beweise für einen Vertragsbruch vorgelegt, die USA stieg im Frühjahr 2018 einseitig aus dem Abkommen aus und belegten das Land erneut mit Wirtschaftssanktionen. Nach Meinung mancher Analysten ging es dem amerikanischen Präsidenten gar nicht darum, den Iran vom Bau einer Atombombe abzuhalten, vielmehr wollte er einen Regime-Change einleiten, der den Interessen der USA entgegenkäme und Trump entscheidend zur Wiederwahl verhelfen könnte.

Frankreich, Großbritannien, Deutschland, Russland und China bedauerten oder verurteilten den einseitigen Vertragsbruch durch die USA und bekundeten ihren Willen, am Abkommen festzuhalten. Das erwies sich jedoch insbesondere für die europäischen Staaten als schwierig, denn die USA drohten allen Unternehmen, die weiterhin Handel mit dem Iran trieben, mit Strafzahlungen oder ‚Blacklistungen‘. Insbesondere wollte keine Bank in Europa mehr Geschäfte mit dem Iran finanziell begleiten aus Angst vor Repressionen. Frankreich, Großbritannien und Deutschland entwickelten mit INSTEX (Instrument in Support of Trade Exchanges, dt.: Instrument zur Unterstützung des Handelsaustausches) ein Instrument, das darauf abzielte, den Handel zwischen der EU und dem Iran unter Umgehung der US-Sanktionen zu ermöglichen, wobei Exporte europäischer Firmen direkt mit iranischen Ausfuhren verrechnet werden sollte. Praktisch sollte INSTEX also wie eine Tauschbörse funktionieren. Doch das, was Außenminister Maas als „Demonstration europäischer Handlungsfähigkeit“ bezeichnet, erwies sich als völlig untauglich, denn die Unternehmen bekamen keinerlei Garantien und konnten nicht davon ausgehen, dass sie anonym blieben. Andererseits erwiesen sich die Amerikaner als sehr erfolgreich darin, deutsche Firmen und Banken einzuschüchtern, und von den Generalkonsulaten gingen unverhohlene Drohungen aus. Kaum ein deutscher Unternehmer nahm zum Thema INSTEX vor der Presse Stellung, und selbst der deutsche Wirtschaftsminister vermied jeden Kommentar zu dem Thema. Der Iran kündigte unterdessen an, sich nicht mehr an das Atomabkommen gebunden zu fühlen, da auch die Europäer ihren Verpflichtungen nicht nachkämen, und kündigte den Einsatz leistungsstärkerer Zentrifugen zur Urananreicherung an.

Um den drastischen Rückgang des Handels zwischen Europa und dem Iran zu kompensieren und eine Rückkehr zum Atomvertrag zu ermöglichen, schlug Macron im September 2019 vor, dass Frankreich, Großbritannien und Deutschland dem Iran einen Kredit von 15 Milliarden Dollar gewähren sollten, der dann direkt über die Nationalbanken oder die EZB hätte abgewickelt werden sollen. Sanktionen aus Washington gegen die Nationalbanken oder die EZB wären wohl auszuschließen gewesen. Bisher wurde dieser Vorschlag aber nicht in die Tat umgesetzt. Die Folgen der neuerlichen US-Sanktionen sind für den Iran katastrophal: Etwa eine Million Arbeitsplätze gingen verloren. Die Währung verlor drastisch an Wert – der Graumarktkurs für einen Euro liegt heute bei 148.000 Rial. Die Immobilienpreise verdoppelten sich. Ein dramatischer Mangel an Medikamenten und Lebensmitteln ist zu verzeichnen.

Die Eskalation durch die Ermordung General Suleimanis

Am 3. Januar 2020 wird auf Befehl von Präsident Trump General Qassem Suleimani, dem wohl zweitmächtigsten Mann im Iran, auf irakischem Staatsgebiet mittels Einsatz einer Drohne ermordet. Als Motiv gibt Trump an, Suleimani war verantwortlich für zahlreiche Tote und habe Anschläge auf mehrere diplomatische Vertretungen der USA geplant. Beweise für letzteres gibt es nicht, wie Trumps Verteidigungsminister Marc Esper zugibt. Suleimani werden zudem zahlreiche Verbrechen gegen die Zivilbevölkerung vorgeworfen. Dennoch ist seine außerlegale Hinrichtung, bei der auch noch einige andere Personen ums Leben kamen, völkerrechtswidrig, einige nennen es auch Staatsterrorismus. Am 8. Januar bombardierte der Iran amerikanische Militärstützpunkte. Die meisten Analysten bewerteten dies als einen ungewöhnlich zahmen und eher symbolischen Vergeltungsschlag, zumal der Irak vor dem Bombardement gewarnt worden sei. In der gleichen Nacht schoss die iranische Luftabwehr in Teheran versehentlich (die Luftabwehrraketen waren in Erwartung eines US-Vergeltungsschlags scharf geschaltet) ein ukrainisches Passagierflugzeug ab, wobei alle 176 Menschen an Bord starben. Nach zwei Tagen des Leugnens gestand die iranische Führung ihre Verantwortung vollumfänglich ein. Darauf kam es zu Massenprotesten im Iran. Trump, der schon zuvor durch martialische Töne dem Iran gegenüber auffiel (2018 drohte er dem Land mit ‚Auslöschung‘), sicherte den Demonstranten seine Unterstützung zu und nannte Suleimani einen ‚Hurensohn‘.

Die aktuelle Lage

Der Anschlag auf Suleimani war, abgesehen von seiner Unrechtmäßigkeit, auch ein Spiel mit dem Feuer, denn es hätte leicht zu einer kriegerischen Eskalation kommen können. Gefährlich sind aber auch Trumps Ambitionen, die auf einen Regime-Change hinzielen. Unbenommen ist der Iran kein Vorbild eines demokratischen Rechtsstaats und viele Bürgerrechte werden versagt. Dennoch darf ein Veränderungsprozess nur von Innen passieren. Libyen und Irak sind beängstigende Beispiele dafür, was passiert, wenn ein Staatswesen durch äußere Einwirkungen völlig erodiert und kriminelle Elemente an Macht gewinnen.

Erschreckend ist, dass die USA die EU zum Zuschauer degradieren. Nachdem alle bisherigen Versuche, das Atomabkommen am Leben zu halten, nicht fruchteten, weil die Drohgebärde der USA zu mächtig war, einigten sich Frankreich, Großbritannien und Deutschland darauf, den sogenannten Streitschlichtungsmechanismus in Kraft zu setzen. Was so friedvoll klingt, ist in Wahrheit die letzte Eskalationsstufe vor der endgültigen Aufkündigung des Atomabkommens und einer Wiedereinsetzung der UN-Sanktionen. Insofern grenzt es schon an Zynismus, wenn Außenminister Maas die Aktivierung des Schlichtungsmechanismus als Rettungsversuch bezeichnet. Präsident Rohani stellte indes noch einmal klar, dass der Vertrag durch die USA aufgekündigt worden war und der iranische Staat jederzeit die vertragsgerechte Umsetzung des Abkommens gewährleisten würde, wenn auch die andere Seite zu den Bestimmungen des Abkommens zurückkehre. Dass es dazu noch kommt, ist nun aber unwahrscheinlicher denn je. Europa hat vor den USA vollständig kapituliert.

Der iranischen Regierung sollte daran gelegen sein, jede weitere Provokation zu unterlassen und die Unterstützung von Milizen außerhalb ihres Staatsgebiets einzustellen. Nur so kann das weitere Erodieren von Stabilität in der Region aufgehalten werden. In Irak, Jemen, Libanon oder Syrien führen die ständigen Angriffe auf Einrichtungen und Personal laufend zu neuen Opfern. Nach offiziellen Schätzungen ist der Iran im Irak für über 600 getötete Soldaten allein us-amerikanischer Herkunft verantwortlich. Auch die Zivilbevölkerung leidet unter den anhaltenden Zusammenstößen, 2019 kamen im Irak fast 2400 Zivilisten ums Leben. Erschreckend ist, dass sich die EU in diesem Konflikt zum Zuschauer degradieren lässt.

Fazit / Position

Frankreich, Großbritannien und Deutschland haben also beschlossen, den sogenannten Streitschlichtungsmechanismus im Atomabkommen mit dem Iran auszulösen. Der BAK Internationale Angelegenheiten der Partei Mensch Umwelt Tierschutz sieht darin einen strategischen Fehler und eine Kapitulation vor den Drohgebärden der USA. Das Atomabkommen war der mutmaßlich bislang erfolgreiche Versuch, den Iran diplomatisch in die Weltgemeinschaft einzubinden, eine friedliche Entwicklung zu erzwingen und ihm gleichzeitig wirtschaftliche Konsolidierung zu ermöglichen. Die Sanktionen hingegen zerrütten das Land und könnten das Regime nur noch weiter festigen. Eine kriegerische Destabilisierung des Iran, auf die es die USA womöglich abgesehen haben, kann in der ohnehin labilen Region zu unvorhersehbaren Entwicklungen führen. Anstatt nun mit dem Streitschlichtungsmechanismus den Iran weiter unter Druck zu setzen und aller Voraussicht nach das Ende des Atomabkommens herbeizuführen, hätten Frankreich, Großbritannien und Deutschland weiterhin um dessen Aufrechterhaltung ringen müssen.

Manifest: Worum geht es der internationalen tierschutzpolitischen Bewegung?

Wenn Sie diesen Text lesen, dann hatten Sie ihn sicherlich bereits: den einen Moment, in dem man mit all der Tierquälerei und Naturzerstörung, die man früher wie selbstverständlich hingenommen hatte, nichts mehr zu tun haben will. Der Moment, in dem man eine Art Offenbarung, jedoch durch und durch diesseitig, erlebt. Weil man einem fühlenden Wesen niemals mit eigener Hand solche schrecklichen Leiden antun würde Continue reading “Manifest: Worum geht es der internationalen tierschutzpolitischen Bewegung?”

Was ist dran an “Tierliebe und Menschenhass” im politischen Tierschutz?

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USA-Iran: De-Eskalation ist das Gebot der Stunde

Die Partei Mensch Umwelt Tierschutz versteht sich als pazifistische Partei, die jegliche Form von Gewalt ablehnt. Diplomatisches Geschick bei gleichzeitig kompromisslosem Einsatz für Menschenrechte ist das politische Werkzeug, um das Ziel einer friedlichen Weltgemeinschaft zu erreichen.

Viele Medien positionieren sich derzeit einseitig und verteidigen Continue reading “USA-Iran: De-Eskalation ist das Gebot der Stunde”

Willkommen im Jahrzehnt der Tierschutzpolitik!

Das vergangene Jahrzehnt war geprägt von der wachsenden Sorge um den Klimawandel. Die 2020er Jahre werden nun unsere letzte Chance sein, die Klimakrise auch tatsächlich zu bewältigen.

Es wird auch das Jahrzehnt sein, in dem die Nachfrage nach Fleisch und Milchprodukten sinken wird. Und das Jahrzehnt, das die öffentliche Wahrnehmung der industriellen Tierhaltung verändern wird: von einer Quelle des Wohlstands hin zu einem ökologischen Problem. Continue reading “Willkommen im Jahrzehnt der Tierschutzpolitik!”

Wolfsschutz europaweit durchsetzen!

Dank des seit Jahrzehnten geltenden strengen Schutzes des Wolfes konnte die gefährdete Tierart vor der endgültigen Ausrottung in Europa bewahrt werden. Inzwischen hat die natürliche Regeneration der Populationen auch zu einer Rückkehr nach Deutschland geführt. 105 Wolfsrudel, 25 Wolfspaare und 13 sesshafte Einzelwölfe sind nun hier heimisch. Continue reading “Wolfsschutz europaweit durchsetzen!”