Ich wurde von engagierten Bürger:innen darauf hingewiesen, dass es in Niedersachsen in den “Haseauen“ zu Vorbereitungsmaßnahmen für einen neuen Windpark kommt. Nur wenige Kilometer entfernt befindet sich allerdings das EU-Vogelschutzgebiet Alfsee, das regelmäßig von Zugvögeln als Rastplatz und für ihre Flugroute am Fluss direkt am geplanten Gelände genutzt wird.
Ich habe mich an den Landkreis Osnabrück gewendet und nachgefragt, warum ausgerechnet dieser Standort gewählt wurde.
Als Antwort erhielt ich, dass es für die Auswahl des Geländes einen vorgegebenen Prozessvorgang gäbe. Die Flächen für den möglichen Bau werden zunächst breit ausgewählt und nach rechtlichen, technischen und ökologischen Kriterien ausgeschlossen. Übrig gebliebene Gebiete mit geringem Konfliktrisiko (KRK 1–2) werden bevorzugt, wobei besonders konfliktarme, große Flächen sowie die Erweiterung bestehender Windgebiete und eine faire Verteilung entscheidend sind.
Das Gebiet „Streitmark“ zähle laut den Planenden zu den vergleichsweise konfliktarmen Flächen und erfülle die fachlichen Kriterien – trotz Nähe zu einem EU-Vogelschutzgebiet. Die Fläche sei in einem mehrstufigen Verfahren als vergleichsweise konfliktarm bewertet worden. Schutzgebiete wie der Alfsee seien berücksichtigt. Das benachbarte Biotop “Rüsforter” sei bisher nicht offiziell ausgewiesen. Erst bei konkreten Bauvorhaben werde eine detaillierte Artenschutzprüfung erfolgen.
Ich hatte meine Sorge geäußert, dass viele Zugvögel auf ihrer Route direkt über das geplante Gebiet fliegen könnten, was mögliche negative Folgen für ihren Schutz und ihre Sicherheit bedeuten würde. Umwelt-, Natur- sowie Tierschutz sollten immer Hand in Hand gehen.