Mit seinen 620.000 Einwohnern (entspricht etwa der Einwohnerschaft Bremens) und einer Fläche von rund 14.000 Quadratkilometern (etwas geringer als Thüringen) gehört Montenegro zu den kleinen Staaten Europas. Die große Mehrheit der Montenegriner ist christlich-orthodox, 16 Prozent sind Muslime. Das Land hat sich im Jahr 2006 aus dem Staatenbund mit Serbien gelöst und einen stark prowestlichen und proeuropäischen Kurs eingeschlagen. Im Dezember 2008 wurde ein Antrag auf Beitritt zur EU gestellt und im Dezember 2010 wurde dem Land der Status eines EU-Bewerberlands zuerkannt. Seit 2017 ist Montenegro Mitglied in der NATO. Die Wirtschaftsleistung ist auf einem niedrigen Niveau, aber im Verhältnis zur Einwohnerzahl besser als die des südlichen Nachbarn Albanien. Das offizielle Zahlungsmittel ist der Euro.
Eines der größten Probleme Montenegros ist die organisierte Kriminalität. Und der Minderheitenschutz, den die Verfassung garantiert, der aber nur unzureichend umgesetzt wird: Angehörigen der Roma werden nach wie vor soziale und wirtschaftliche Rechte vorenthalten. Die EU-Kommission bescheinigte Montenegro in ihrem Länderbericht 2023 dennoch eine grundsätzlich gute Entwicklung in zahlreichen Feldern der EU-Annäherung. Allerdings regiert seit Herbst 2024 eine Koalition, zu der auch die Führer proserbischer und prorussischer Parteien gehören. Dennoch zeigt sich der montenegrinische Präsident Jakov Milatović überzeugt, dass sein Land im Jahr 2028 EU-Mitglied wird. Wir sind gespannt!